Tagesausflüge ab Zadar: 10 Ziele, die sich wirklich lohnen (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Zadar ist eine großartige Stadt — aber wer hier eine Woche verbringt und nicht mindestens zwei oder drei Tagesausflüge macht, verpasst das Beste, was Norddalmatien zu bieten hat. Die Lage der Stadt ist strategisch perfekt: Innerhalb von ein bis zwei Autostunden liegen zwei Nationalparks mit Wasserfällen, ein Archipel aus 89 kargen Inseln, Europas südlichster Sandstrand, eine Mondlandschaft mit dem besten Käse Kroatiens und Schluchten, in denen Kletterer aus ganz Europa ihre Routen suchen.
Das Problem ist nicht, wohin — sondern wie du dich entscheidest. Dieser Guide hilft dabei. Jedes Ziel mit Entfernung, Kosten, dem besten Verkehrsmittel und dem einen Tipp, der den Unterschied macht zwischen einem guten und einem großartigen Tag.

Nin — Sandstrand, Salz und die kleinste Kathedrale der Welt
Entfernung: 17 km (20 Minuten) | Transport: Auto, Bus (Linie 5, halbstündlich), Fahrrad | Kosten: Gering (Strand und Altstadt kostenlos)
Beginnen wir mit dem Naheliegenden, denn Nin wird von vielen Zadar-Urlaubern übersehen, obwohl es praktisch vor der Haustür liegt. Die winzige Stadt auf einer Insel — verbunden durch zwei steinerne Brücken mit dem Festland — war im 9. Jahrhundert die Hauptstadt des kroatischen Königreichs. Sieben Könige wurden hier gekrönt. Heute leben 1.500 Menschen zwischen den alten Mauern, und die Hauptattraktion für die meisten Besucher ist nicht die Geschichte, sondern der Strand.

Die Plaža Kraljice (Königinnenstrand) ist einer der seltenen Sandstrände Kroatiens. Flach, warm, mit Schlamm am Rand, der angeblich heilende Wirkung hat — die Einheimischen schwören darauf, und tatsächlich ist der Peloid-Schlamm wissenschaftlich untersucht und reich an Mineralien. Familien mit kleinen Kindern lieben diesen Strand, weil das Wasser seicht bleibt und der Sand weich ist. Der Eintritt ist frei, Parkplätze kosten im Sommer etwa 3-5 Euro die Stunde.
In der Altstadt selbst steht die Kirche des Heiligen Kreuzes, Sveti Križ, ein unscheinbarer Bau aus dem 9. Jahrhundert, der als kleinste Kathedrale der Welt gilt. Neun mal sechs Meter, kein Schmuck, keine Fresken — nur roher Stein und eine Akustik, die dich schluckt. Die Architektur ist so präzise, dass die Sonnenstrahlen an den Äquinoktien exakt durch die Fenster fallen und das Innere in ein Kreuz aus Licht teilen. Die Kirche funktionierte als Kalender, Jahrhunderte bevor mechanische Uhren existierten.
Kombiniere: Vormittags Altstadt und Kirche, Nachmittags Strand. Wer mit dem Fahrrad von Zadar kommt, kann den Küstenradweg nutzen — flach, asphaltiert, mit Blick auf die Salzwiesen. Mehr zu Nin findest du in unserem Nin-Guide.
Krka Nationalpark — Wasserfälle ohne Plitvice-Massen
Entfernung: 85 km (1 Stunde) | Transport: Auto, organisierter Bus-Ausflug (ab ~40 €), Boot ab Skradin | Kosten: Eintritt 30-40 € (Saison), Kinder 7-18 Jahre: 20 €
Der Krka Nationalpark ist der Tagesausflug von Zadar schlechthin, und das aus gutem Grund. Die Wasserfälle des Skradinski Buk sind spektakulär — 17 Stufen, über die der Fluss Krka auf 800 Metern Breite in einen türkisfarbenen Pool stürzt. Holzstege führen direkt durch die Kaskaden, und das Licht, das durch die Gischt bricht, erzeugt Regenbogen, die sich ständig verschieben.

Der Trick, der deinen Besuch grundlegend verändert: Nimm das Boot ab Skradin statt mit dem Auto zum Eingang Lozovac zu fahren. Die Bootsfahrt durch den Canyon des Flusses dauert 25 Minuten und ist im Eintrittspreis enthalten. Du gleitest durch eine Schlucht, in der Falken über den Klippen kreisen und das Wasser so klar ist, dass du den Grund in sechs Metern Tiefe siehst. Am Eingang Lozovac startest du dagegen auf einem Parkplatz und läufst eine Straße hinunter. Kein Vergleich.
Wer mehr als nur die Hauptwasserfälle sehen will, sollte das Boot zur Klosterinsel Visovac nehmen. Das Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert liegt auf einer winzigen Insel mitten im Fluss, umgeben von Zypressen. Die Bootsfahrt kostet zusätzlich etwa 15 €, und die Insel lässt sich nur auf diesem Weg erreichen. Der Besuch dauert 30 Minuten, aber die Bibliothek des Klosters mit einer Gutenberg-Bibel und die Stille dieses Ortes mitten im Wasser machen den Aufpreis wert.
Parkplatz-Warnung: Im Juli und August ist der Parkplatz Lozovac ab 10 Uhr voll. Komm vor 9 Uhr oder nach 15 Uhr. Die Eintrittskarten lassen sich online vorbuchen — tu das. 2025 standen Besucher ohne Online-Ticket bis zu zwei Stunden in der Schlange. Unser Krka Nationalpark Guide hat alle Details zu Eingängen und Tickets.
Kornati-Inseln — 89 Inseln, kein Baum
Entfernung: Bootstrip ab Biograd na Moru (35 km von Zadar) oder Murter (50 km) | Transport: Organisierte Bootstouren (Ganztag ab 50-70 €) | Kosten: 50-90 € inkl. Nationalparkgebühr und Mittagessen
Die Kornaten sind das Gegenteil von allem, was man sich unter einer Mittelmeerinsel vorstellt. Kein Grün, kein Schatten, keine Dörfer — nur nackter, weißer Karst, der aus dem tiefblauen Wasser ragt wie die Rücken versteinererter Wale. 89 Inseln und Riffe, die meisten unbewohnt, geformt von Wind, Salz und Jahrtausenden. George Bernard Shaw soll gesagt haben, Gott habe die Kornaten am letzten Schöpfungstag aus Tränen, Sternen und dem Atem des Meeres erschaffen. Kitschig, aber wenn du zwischen den Inseln fährst, verstehst du, was er meinte.

Die Ganztagestouren starten morgens um 8-9 Uhr in Biograd na Moru oder auf Murter und bringen dich durch den Archipel, mit Stopps zum Schwimmen in kristallklaren Buchten und einem Fischessen auf einer der wenigen bewohnten Inseln. Die Konoba-Restaurants auf den Kornaten sind rustikal — frischer Fisch, Brot, Wein, Olivenöl, sonst nichts. Aber frischer Fisch bedeutet hier: morgens gefangen, mittags gegrillt.
Die Klippen der Insel Mana sind das Highlight für viele: senkrechte Felswände, die 80 Meter aus dem Meer ragen, mit der Gischt der Wellen, die sich an ihrer Basis bricht. Von oben betrachtet sehen die Kornaten aus wie ein Puzzle, dessen Teile jemand ins Meer geworfen hat. Wer einen eigenen Skipper bucht statt die Standardtour, kann auch die entlegenen südlichen Inseln besuchen, wo die Stille so dicht ist, dass du das Blut in deinen Ohren hörst. Alles Weitere zum Archipel steht in unserem Kornati Nationalpark Guide.
Buchungstipp: Die Touren ab Murter sind oft besser als die ab Biograd, weil Murter näher am Nationalpark liegt und du weniger Transferzeit auf dem Boot verbringst. Dafür musst du nach Murter fahren — 50 Minuten ab Zadar, über die Drehbrücke bei Tisno.
Plitvice — Ja, der Umweg lohnt sich
Entfernung: 140 km (knapp 2 Stunden) | Transport: Auto (empfohlen), Bus (Flixbus, 2x täglich, ab 12 €) | Kosten: Eintritt 40 € (Hauptsaison), Parkplatz 10 €
Zwei Stunden Fahrt klingen viel für einen Tagesausflug. Aber Plitvice ist Plitvice — 16 Seen, verbunden durch Wasserfälle und Kaskaden, eingebettet in dichten Buchenwald, der im Herbst in Farben explodiert und im Sommer so grün leuchtet, dass Fotos unrealistisch aussehen. Es gibt gute Gründe, warum dieser Nationalpark seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehört und jährlich über eine Million Besucher anzieht.

Der Unterschied zwischen einem großartigen und einem frustrierenden Plitvice-Tag liegt im Timing. Eingang 1 öffnet um 7 Uhr in der Hauptsaison. Sei um 6:45 Uhr da. Die ersten anderthalb Stunden gehören dir praktisch allein — die Busse aus Split und Zagreb treffen erst gegen 10 Uhr ein, und die Holzstege, die sonst mit Menschen verstopft sind, liegen leer vor dir. Der Große Wasserfall, Veliki Slap, stürzt 78 Meter in die Tiefe, und morgens, wenn die Sonne noch tief steht, schimmert die Gischt golden. Um 11 Uhr siehst du den Wasserfall nur noch zwischen den Köpfen anderer Touristen.
Route C oder Route H sind die sinnvollsten für einen Tagesausflug: Beide decken Ober- und Unterseen ab, dauern 4-6 Stunden und beinhalten eine Bootsfahrt über den Kozjak-See. Pack Wanderschuhe ein, keine Flipflops — die Holzstege werden rutschig, und einige Abschnitte führen über unbefestigte Waldwege. Essen im Park ist teuer und mittelmäßig. Bring ein Picknick mit, aber iss nicht auf den Stegen (verboten und wird kontrolliert), sondern an den ausgewiesenen Rastplätzen.
Die Rückfahrt nach Zadar über die Autobahn A1 dauert unter zwei Stunden. Wer etwas mehr Zeit hat, kann die alte Straße durch die Lika nehmen — langsamer, aber landschaftlich dramatisch, mit Blick auf den Velebit und durch Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben ist. Alle Details zu Tickets und Eingängen in unserem Plitvice-Seen-Guide.
Paklenica — Klettern und Wandern am Velebit
Entfernung: 50 km (45 Minuten) | Transport: Auto (empfohlen), Bus nach Starigrad-Paklenica | Kosten: Eintritt 10 € (Wandern), Kletterführer ab 50 € p.P.
Paklenica ist das Tor zum Velebit, dem längsten Gebirge Kroatiens, und der Nationalpark besteht aus zwei tiefen Schluchten — Velika Paklenica und Mala Paklenica —, die wie Schnitte in den Berg geschlagen wirken. Die Felswände steigen bis zu 400 Meter senkrecht auf, und in den Schluchten liegt selbst im Hochsommer Schatten. Für Kletterer ist Paklenica einer der besten Spots in Südeuropa: über 400 Routen, von Anfänger (3a) bis Profi (8b+), auf bestem Kalkstein mit Meerblick.

Aber auch ohne Klettergurt lohnt sich der Ausflug. Die Wanderung durch die Velika Paklenica Schlucht ist eine der eindrucksvollsten Halbtageswanderungen in ganz Kroatien. Der Weg führt vom Eingang bei Starigrad-Paklenica zunächst über einen breiten Schotterweg entlang des Baches, der durch die Schlucht rauscht. Nach etwa 45 Minuten verengt sich der Canyon, die Felswände rücken zusammen, und du siehst die Kletterer über dir an den Wänden hängen wie bunte Insekten. Das Ziel der meisten Wanderer ist die Berghütte Paklenica auf 480 Metern Höhe — von dort überblickst du die gesamte Schlucht und das Meer dahinter. Hin und zurück sind es drei Stunden bei gemütlichem Tempo.
Wer tiefer in den Velebit will, kann von der Hütte weiter zum Gipfel Vaganski Vrh (1.757 m) aufsteigen — das ist dann kein Tagesausflug mehr, sondern eine ernsthafte Bergwanderung mit Übernachtung. Für den Tagesausflug ab Zadar reicht die Schlucht mehr als aus. In der Höhle Manita Peć, erreichbar über einen steilen Seitenpfad, stehen Tropfsteine, die 100.000 Jahre alt sind. Die Führung dauert 30 Minuten und kostet zusätzlich 6 €, ist aber nur an bestimmten Tagen möglich — vorab im Park nachfragen. Details zu Kletterrouten und Sektoren findest du in unserem Klettern in Paklenica Guide.
Insel Pag — Käse, Spitze und eine Landschaft vom Mond
Entfernung: 55 km bis Pag-Stadt (1 Stunde über die Brücke) | Transport: Auto (empfohlen), Bus nach Novalja oder Pag | Kosten: Brücke kostenlos, Pager Käse ab 15 €/kg
Pag sieht aus, als hätte jemand eine Mondlandschaft ans Meer geklebt. Die Nordseite der Insel ist kahl, weiß, von der Bora gepeitscht — kein Baum, kein Busch, nur Stein und Salz und Schafe, die irgendwie überleben. Diese Schafe sind der Grund, warum der Pager Käse existiert, und der Pager Käse ist der Grund, warum viele Leute überhaupt hierherfahren.
Paški Sir, der Schafskäse von Pag, ist hart, salzig, mit einer Schärfe, die im Gaumen nachklingt. Die Schafe fressen Salbei und Meerfenchel, die in den Karstfugen wachsen, und das Salz der Bora legt sich auf die Pflanzen. Das schmeckt man. In den Käsereien der Insel — Gligora in Kolan ist die bekannteste, aber es gibt dutzende kleine Familienbetriebe — kannst du probieren und kaufen. Eine Verkostung mit fünf Sorten kostet um die 8 € und dauert eine halbe Stunde. Der mittelalte Käse (12 Monate) ist der vielseitigste, der alte (24 Monate) hat die Intensität eines guten Parmesans.
Pag-Stadt selbst ist eine Planstadt aus dem 15. Jahrhundert, entworfen vom Architekten Juraj Dalmatinac — demselben, der die Kathedrale in Šibenik gebaut hat. Das geometrische Straßenraster ist untypisch für dalmatinische Städte und gibt dem Ort etwas Unwirkliches. Die berühmte Pager Spitze, handgeklöppelt nach Mustern, die seit dem 15. Jahrhundert weitergegeben werden, ist UNESCO-Kulturerbe und wird in den Häusern der Altstadt noch immer hergestellt. Im Spitzenmuseum kannst du den Frauen bei der Arbeit zusehen — eine Tischdecke braucht bis zu 25 Jahre.
Wer jüngeres Publikum sucht, fährt nach Novalja und zum Zrće Beach, dem Partystrand Kroatiens. Für einen Tagesausflug ab Zadar ist Pag-Stadt aber die bessere Wahl: ruhiger, authentischer, und du erreichst die Stadt über die Pag-Brücke in einer Stunde. Alles über die Insel in unserem Pag Insel Guide.
Dugi Otok und Telašćica — Die wilde Schwester der Kornaten
Entfernung: Fähre ab Zadar (1,5-2 Stunden nach Sali oder Božava) | Transport: Jadrolinija-Fähre oder Katamaran, Mietwagen auf der Insel sinnvoll | Kosten: Fähre ab 5 € p.P. (Katamaran), Naturpark-Eintritt 5 €
Dugi Otok — die Lange Insel — ist 45 Kilometer lang und an manchen Stellen nur einen Kilometer breit. Die meisten Touristen kennen nur die Bucht Sakarun an der Nordwestspitze: weißer Sand, türkises Wasser, Kiefernwald. Das ist schön, aber das Beste liegt am anderen Ende der Insel.

Der Naturpark Telašćica nimmt das südliche Drittel von Dugi Otok ein und grenzt direkt an den Kornati-Nationalpark. Die Bucht selbst ist eine der größten und geschütztesten natürlichen Häfen der Adria — sechs Kilometer lang, umgeben von Klippen, mit Wasser so ruhig, dass es an manchen Tagen wie ein Spiegel liegt. An der Westseite der Bucht bricht das Land abrupt ab: Die Stene-Klippen fallen 160 Meter senkrecht ins offene Meer. Der Kontrast zwischen der stillen Bucht auf der einen Seite und dem tobenden Meer auf der anderen ist dramatisch.
Der Salzsee Mir, eingebettet zwischen den Klippen und dem Meer, ist wärmer und salziger als die Adria. Im Sommer erreicht er 33 Grad. Baden hier fühlt sich an wie in einer natürlichen Therme, mit der Sonne über dir und dem Geruch von wildem Rosmarin in der Luft. Der See hat keinen sichtbaren Zufluss — das Meerwasser sickert durch den porösen Karst und wird durch die Sonne aufgeheizt.
Die Logistik ist der einzige Nachteil: Die Fähre nach Sali braucht fast zwei Stunden, und auf der Insel brauchst du ein Auto oder einen Roller, um von Sali zum Naturpark zu kommen (15 km). Es gibt Taxibootanbieter in Sali, die dich in die Bucht bringen, und einige organisierte Touren ab Zadar beinhalten den Transfer. Für einen entspannten Tagesausflug empfehle ich den frühen Katamaran (Abfahrt ca. 7 Uhr), dann ein gemietetes Auto oder Roller in Sali, Vormittag am Salzsee und den Klippen, Nachmittag in Sakarun, Rückfähre am Abend.
Šibenik — Die UNESCO-Kathedrale und drei Festungen
Entfernung: 85 km (1 Stunde) | Transport: Auto, Bus (regelmäßig, ab 8 €, 1-1,5 Stunden) | Kosten: Kathedrale 4 €, Festung Barone 8 €
Šibenik ist kleiner als Zadar und deutlich kleiner als Split, aber die Stadt hat etwas, das keine andere Stadt in Kroatien hat: die Kathedrale des Heiligen Jakob, vollständig aus Stein gebaut — ohne Holz, Ziegel oder Mörtel. Juraj Dalmatinac begann den Bau 1431, und es dauerte über 100 Jahre, bis sein Nachfolger Nikola Firentinac das Tonnengewölbe vollendete, das die gesamte Konstruktion zusammenhält. UNESCO-Welterbe seit 2000, und wenn du vor der Apsis stehst und die 71 Steinköpfe betrachtest, die Dalmatinac als Fries um die Außenwand gemeißelt hat — Portraits realer Bürger Šibeniks aus dem 15. Jahrhundert, manche lachend, manche grimmig, einer mit aufgeblasenen Backen — dann begreifst du, warum.

Die Altstadt von Šibenik ist steiler und verschachtelter als die von Zadar, mit engen Gassen, die so steil werden, dass Stufen die Straßen ersetzen. Drei Festungen überblicken die Stadt. Die Festung des Heiligen Nikolaus, gebaut auf einer Insel vor dem Hafen, ist ein weiteres UNESCO-Welterbe — Teil der venezianischen Verteidigungsanlagen des 16. Jahrhunderts. Die Festung Barone (St. John) bietet den besten Panoramablick über Stadt, Kanal und die vorgelagerten Inseln, und abends finden hier Konzerte statt.
Šibenik lässt sich gut mit Krka kombinieren: Morgens die Wasserfälle (über den Eingang Skradin, 15 km von Šibenik), nachmittags die Stadt. Oder umgekehrt — erst die Kathedrale im Morgenlicht, dann die Wasserfälle am Nachmittag, wenn die Massen sich lichten. Wer Šibenik intensiver erkunden will, findet alles in unserem Šibenik Sehenswürdigkeiten Guide.
Biograd na Moru — Entspannter Küstenort mit Charme
Entfernung: 30 km (25 Minuten) | Transport: Auto, Bus (häufig, ab 4 €), Fahrrad | Kosten: Gering
Biograd ist kein Ort, für den man normalerweise einen eigenen Tagesausflug einplant. Aber als Zwischenstopp oder Halbtagesausflug hat die kleine Küstenstadt ihren Reiz, besonders wenn du sie mit dem Vransko See kombinierst. Biograd war im 11. Jahrhundert kurzzeitig die Hauptstadt des kroatischen Königreichs und Sitz der Krönung von König Petar Krešimir IV. Davon ist wenig geblieben — die Venezianer zerstörten die Stadt 1125 so gründlich, dass kaum mittelalterliche Bausubstanz überlebt hat.
Was Biograd heute bietet, ist pragmatischer: ein hübscher Hafen, an dem die Bootstouren zu den Kornaten starten, einige anständige Strände (Dražica und Bošana, Kies mit klarem Wasser), eine Uferpromenade mit Restaurants und die Marina Kornati, eine der größten Charterbasen an der Adria. Der Heimatkundemuseum zeigt Funde aus dem Wrack eines venezianischen Handelsschiffs aus dem 16. Jahrhundert — Keramik, Glas, Alltagsgegenstände, die ein lebendiges Bild des Handelslebens in der Adria zeichnen.
Die eigentliche Stärke von Biograd liegt in seiner Lage: Es ist das Tor zu den Kornaten (Bootstouren starten hier früh morgens), zum Vransko See (10 Minuten mit dem Auto) und zum Hinterland von Norddalmatien. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die flache Küstenstraße von Zadar über Biograd bis Vodice fahren — asphaltiert, wenig Verkehr außerhalb der Saison, mit Blick auf die vorgelagerten Inseln.
Vransko Jezero — Vogelparadies und Radparadies
Entfernung: 35 km (30 Minuten) | Transport: Auto, Fahrrad | Kosten: Eintritt frei, Vogelbeobachtungsstation 3 €
Der Vransko See ist der größte natürliche See Kroatiens und gleichzeitig einer der am wenigsten besuchten Orte an der dalmatinischen Küste. Das liegt daran, dass er keinen Strand hat und nicht zum Baden einlädt — das Wasser ist brackig und stellenweise sumpfig. Aber genau das macht ihn zum Paradies für Vögel und für alle, die Vögel beobachten wollen.

Der Naturpark beherbergt über 250 Vogelarten, darunter Seeadler, Purpurreiher, Löffler und eine der größten Kolonien von Zwergscharben in Europa. Die ornithologische Beobachtungsstation am Westufer des Sees ist mit Ferngläsern ausgestattet und hat informative Tafeln auf Englisch und Kroatisch. Im Frühling und Herbst, während der Zugvogelsaison, ist der See ein Hotspot — tausende Vögel rasten hier auf ihrem Weg zwischen Afrika und Nordeuropa. Die beste Beobachtungszeit ist frühmorgens, wenn die Wasseroberfläche spiegelglatt liegt und die Vögel aktiv sind.
Für Radfahrer ist der Vransko See ein Traum. Ein asphaltierter Radweg führt um den gesamten See herum — 40 Kilometer, flach, kaum Autos, mit Blick auf den See auf der einen und die Karstberge auf der anderen Seite. Im Frühling blüht der Salbei entlang der Wege, und der Geruch mischt sich mit dem Salzhauch, der vom nahen Meer herüberweht. Es gibt Rastplätze mit Bänken und Schatten, und die Runde lässt sich in drei Stunden gemütlich fahren. Der Aussichtspunkt Kamenjak (nicht zu verwechseln mit der Halbinsel bei Pula) auf 307 Metern bietet den besten Überblick — von hier siehst du den gesamten See, die Kornaten-Inseln und bei klarer Sicht bis Zadar.
Wer die Region intensiver mit dem Rad erkunden will, kann die Strecke mit dem Hinterland verbinden: Die reise-jenseits-der-kuste-Route von ridescouts führt auf 70 km durch das Zadar-Hinterland, vorbei an den Ravni Kotari — der weiten Ebene nördlich des Sees, wo Olivenhaine und Weinberge die Landschaft bestimmen und du stundenlang keinen anderen Radfahrer triffst.
Praktische Tipps für alle Ausflüge
Mietwagen oder Bus?
Für Krka, Plitvice, Paklenica und Pag brauchst du ein Auto — die öffentlichen Verbindungen sind möglich, aber umständlich und kosten dich halbe Tage mit Warten. Pop Car und lokale Vermieter in Zadar bieten Mietwagen ab 30-40 € pro Tag, und die Straßen in Norddalmatien sind gut ausgebaut. Die Autobahn A1 Richtung Zagreb/Plitvice ist mautpflichtig (ca. 8 € einfach bis Plitvice), und die Küstenstraße D8 nach Süden Richtung Šibenik ist zwar kostenlos, aber im Sommer voll.
Für Nin, Biograd und teilweise Šibenik funktioniert der Bus gut. Die Busse ab Zadar fahren häufig, sind günstig (4-10 €) und pünktlich. Tickets kaufst du am Busbahnhof oder online bei Arriva oder FlixBus.
Die beste Reihenfolge
Wenn du eine Woche in Zadar hast und drei oder vier Ausflüge machen willst, empfehle ich diese Prioritäten:
| Priorität | Ausflug | Warum |
|---|---|---|
| 1 | Krka | Nah, spektakulär, gut machbar |
| 2 | Kornati oder Dugi Otok | Einzigartiges Erlebnis, nirgends sonst |
| 3 | Pag oder Paklenica | Je nach Interesse: Kultur/Kulinarik oder Natur/Sport |
| 4 | Plitvice | Lohnt sich, aber der längste Ausflug |
Nin und Biograd/Vransko sind Halbtagesausflüge und passen gut an Tage, an denen du nicht so weit fahren willst. Šibenik lässt sich perfekt mit Krka kombinieren.
Kosten im Überblick
| Ziel | Eintritt | Fahrtkosten | Gesamt (2 Personen) |
|---|---|---|---|
| Nin | Frei | ~5 € Benzin | ~5 € |
| Krka | 60-80 € | ~15 € | ~80-95 € |
| Kornati | 100-140 € (Tour) | ~10 € | ~110-150 € |
| Plitvice | 80 € + Parken 10 € | ~25 € (Maut+Benzin) | ~115 € |
| Paklenica | 20 € | ~10 € | ~30 € |
| Pag | Frei (+ Käse!) | ~10 € | ~20 € + Käse |
| Dugi Otok | 10 € (Fähre) + 10 € (Naturpark) | Roller ~25 € | ~55 € |
| Šibenik | 8-12 € | ~15 € | ~25-30 € |
| Biograd | Frei | ~5 € | ~5 € |
| Vransko See | Frei | ~5 € | ~5 € |
Mit dem Rad statt dem Auto
Zadar ist ein großartiger Ausgangspunkt für Radtouren in Norddalmatien. Nin erreichst du in einer knappen Stunde über den Küstenradweg, Biograd und der Vransko See sind machbar, und das Hinterland der Ravni Kotari ist eines der unterschätztesten Radreviere Kroatiens — flach, weite Felder, alte Dörfer, kaum Verkehr. Wer eine mehrtägige Route durch das Zadar-Hinterland mit GPX-Navigation und allen Zwischenstopps sucht, findet bei ridescouts 97 km zwischen Olivenhainen, Karstebenen und vergessenen Dörfern.
Zadar selbst hat diverse Radverleih-Stationen, und E-Bikes machen auch die hügeligeren Strecken Richtung Paklenica oder Pag zumindest theoretisch möglich — wobei die Strecke nach Pag über den Maslenica-Pass nicht zu unterschätzen ist.
Was du nicht verpassen solltest
Drei Dinge, die in keinem Reiseführer stehen: Erstens, auf dem Rückweg von Krka über Skradin fährst du durch das Dorf Plastovo — halt an, kauf Honig am Straßenrand, der Lavendelhonig hier ist besser als alles, was du in Zadar findest. Zweitens, auf Pag gibt es einen Olivenhain bei Lun an der Nordspitze der Insel, wo Olivenbäume stehen, die über 1.500 Jahre alt sind — knorrige Riesen, die schon dastanden, als das Römische Reich unterging. Drittens, die Sonnenuntergänge vom Aussichtspunkt Kamenjak über dem Vransko See sind genauso spektakulär wie die berühmten Sonnenuntergänge in Zadar — nur ohne die Menschenmassen.
Und wenn du nach dem Ausflug zurück in Zadar bist: Die Meeresorgel klingt am besten, wenn du müde und zufrieden bist. Dann setzt du dich auf die Stufen, lässt die Füße baumeln, und das Meer spielt dir ein Konzert, das es nur einmal gibt.