12 beste Tagesausflüge ab Dubrovnik: Inseln, Montenegro und Bosnien (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Dubrovnik hat ein Problem, das die meisten Städte gerne hätten: Es ist zu schön. So schön, dass die Leute vergessen, dass es drumherum auch noch was gibt. Und “drumherum” meint hier nicht die nächste Bucht oder das Restaurant ums Eck – sondern drei Länder, ein Dutzend Inseln, ein Fjord, der aussieht wie Norwegen, und Brücken, die seit 500 Jahren über osmanische Flüsse spannen.
Wer eine Woche in Dubrovnik bleibt und nur die Altstadt sieht, macht denselben Fehler wie jemand, der nach Paris fliegt und nur den Eiffelturm fotografiert. Die eigentlichen Geschichten liegen draußen – auf den Elafiti-Inseln, in den Austernfarmen von Mali Ston, in der Bucht von Kotor, auf dem Alten Basar von Mostar. Alle erreichbar in unter drei Stunden, manche in zwanzig Minuten.
Hier sind zwölf Tagesausflüge, die sich tatsächlich lohnen – sortiert nach Entfernung, bewertet nach Aufwand und Ergebnis. Und ja, ich sage auch, welche man sich sparen kann.
Lokrum: Die Pfaueninsel vor der Haustür

Fünfzehn Minuten mit dem Boot ab dem Alten Hafen – das ist alles, was zwischen dir und einer der seltsamsten Inseln der Adria liegt. Lokrum ist unbewohnt, es gibt kein Hotel, kein Apartment, nicht mal ein Zelt darf man aufschlagen. Seit 1023 ein Benediktinerkloster, seit 1959 ein Naturschutzgebiet, und dazwischen eine Geschichte voller Flüche, Habsburger und angeblicher Verwünschungen.
Was es gibt: einen botanischen Garten mit Kakteen und Agaven, die hier seit dem 19. Jahrhundert wachsen, als Erzherzog Maximilian (der spätere Kaiser von Mexiko) die Insel als Sommerresidenz nutzte. Dazu Pfauen – überall Pfauen, die über die Wege stolzieren, als gehöre ihnen der Laden. Was ihnen in gewisser Weise auch stimmt, denn sie wurden im 19. Jahrhundert ausgesetzt und haben sich seitdem prächtig vermehrt. Im ehemaligen Kloster steht ein Nachbau des Eisernen Throns aus Game of Thrones, vor dem sich täglich hunderte Touristen anstellen. Die Ironie, dass man auf einer Insel voller botanischer Wunder für ein Foto auf einem Plastikstuhl Schlange steht, scheint niemandem aufzufallen.
Der eigentliche Höhepunkt liegt auf der Südseite: das “Tote Meer” (Mrtvo More), ein natürlicher Salzwassersee, der durch unterirdische Kanäle mit dem offenen Meer verbunden ist. Das Wasser ist wärmer als die Adria, ruhiger, und die Felswände drumherum schaffen eine natürliche Badewanne, in der man stundenlang treiben kann. Am südöstlichen Rand der Insel gibt es einen offiziellen FKK-Strand – einer der ältesten Kroatiens, seit den 1960ern in Betrieb.
- Boot: Alle 30 Minuten ab Alter Hafen (Stara Luka), Hin- und Rückfahrt ca. 17 €
- Letztes Boot zurück: Je nach Saison 17:00-19:00 Uhr – unbedingt vorher prüfen
- Eintritt: Im Bootspreis enthalten
- Übernachten: Verboten, wird kontrolliert. Die Legende sagt, wer es trotzdem tut, wird vom Fluch der Benediktiner getroffen
- Tipp: Nimm Essen und Wasser mit. Es gibt ein Café, aber die Auswahl ist begrenzt und die Preise Dubrovnik-Niveau
Elafiti-Inseln: Drei Inseln, drei Welten
Nordwestlich von Dubrovnik, zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde mit der Fähre entfernt, liegen die Elafiti – ein Archipel aus dreizehn Inseln, von denen drei bewohnt sind. Koločep, Lopud und Šipan könnten verschiedener kaum sein, und genau darin liegt ihr Reiz.
Koločep – die Stille
Die kleinste der drei bewohnten Inseln hat keine Autos, keine Straßen im eigentlichen Sinne, und etwa 150 Einwohner, die sich auf zwei Dörfer verteilen. Donje Čelo und Gornje Čelo sind durch einen Waldweg verbunden, der durch dichten Pinienwald und vorbei an verlassenen Sommerhäusern der ragusanischen Aristokratie führt. Der ganze Spaziergang dauert eine halbe Stunde und ist einer der friedlichsten Wege, die man in Dalmatien finden kann. Im Sommer summen Zikaden, im Frühling blüht wilder Rosmarin.
Am kleinen Kieselstrand von Donje Čelo gibt es genau eine Konoba, die Fisch serviert, der morgens noch im Netz zappelte. Die Portionen sind groß, die Preise erstaunlich fair für die Nähe zu Dubrovnik. Rechne mit 12-18 Euro für ein Hauptgericht.
Lopud – der Traumstrand

Lopud hat etwas, das in Dalmatien selten ist: einen echten Sandstrand. Šunj Beach liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Insel vom Fähranleger und erfordert einen zwanzigminütigen Spaziergang durch Olivenhaine und vorbei an verfallenen Villen. Der Weg ist Teil des Erlebnisses – man durchquert eine ganze Inselgeschichte, von der Blütezeit als ragusanische Sommerfrische bis zum langsamen Verfall im 20. Jahrhundert.
Der Strand selbst ist eine flache, sandige Halbmondbucht mit türkisem Wasser, das so langsam tief wird, dass Kinder hier problemlos plantschen können. Im Juli und August wird es voll – richtig voll. Dann stehen die Sonnenschirme dicht an dicht, und das eine Strandrestaurant hat Wartezeiten von einer Stunde. Wer im Juni oder September kommt, hat den Strand fast für sich allein. Ein Golfcart-Shuttle fährt für 5 Euro vom Hafen zum Strand, wenn die Beine nicht mitmachen.
Šipan – die Vergessene
Die größte der Elafiti-Inseln ist gleichzeitig die am wenigsten besuchte. Šipan hat Olivenhaine, die seit dem 15. Jahrhundert bewirtschaftet werden, eine Handvoll Kirchen aus dem Mittelalter und zwei Dörfer – Šipanska Luka und Suđurađ – die so verschlafen sind, dass selbst die Katzen sich nicht die Mühe machen aufzustehen, wenn man vorbeigeht. Wer wirklich Ruhe sucht und nicht nur die Idee davon, ist hier richtig.
Die Drei-Inseln-Tour
Die beliebteste Art, die Elafiti zu sehen, ist eine organisierte Bootstour, die alle drei Inseln an einem Tag ansteuert. Abfahrt morgens gegen 9:30 Uhr ab dem Hafen Gruž, Rückkehr gegen 17:00 Uhr. Der Preis liegt bei 40-55 Euro pro Person und beinhaltet meistens ein Mittagessen auf dem Boot (Qualität schwankt von “überraschend gut” bis “Plastikteller mit lauwarmen Nudeln”). Frag vorher, ob Wein im Preis inbegriffen ist – bei den besseren Anbietern ja, bei den billigen kostet jedes Glas extra.
Wer es individuell machen will: Jadrolinija fährt reguläre Fähren ab Gruž nach Koločep, Lopud und Šipan. Die Preise sind deutlich günstiger (ca. 5-8 Euro pro Strecke), aber der Fahrplan erlaubt realistisch nur ein bis zwei Inseln pro Tag. Für Lopud allein reicht das vollkommen.
Cavtat: Dubrovniks entspannter Nachbar
Dreißig Minuten mit dem Bus südlich von Dubrovnik – oder zwanzig Minuten mit dem Boot ab dem Alten Hafen – liegt die kleine Stadt, die vieles besser macht als ihre berühmte Nachbarin. Cavtat (ausgesprochen “Zaw-tat”) hat eine Uferpromenade, die sich um eine geschützte Bucht windet, gesäumt von Palmen und Restaurants, die nicht sofort das Dreifache verlangen, wenn sie merken, dass du Tourist bist.
Die Stadt war einst Epidaurum, eine griechisch-römische Siedlung, die 614 von den Awaren und Slawen zerstört wurde. Die Überlebenden flohen auf die Felshalbinsel gegenüber und gründeten dort – richtig geraten – Ragusa, das spätere Dubrovnik. Cavtat ist also streng genommen älter als Dubrovnik, auch wenn man das heute nicht mehr auf den ersten Blick sieht.
Was man sehen sollte: das Mausoleum der Familie Račić auf dem Friedhof von Sveti Rok, ein Meisterwerk des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović aus dem Jahr 1922. Weißer Marmor, Art-Déco-Engel, und eine Traurigkeit, die man physisch spüren kann – der Vater hatte das Mausoleum in Auftrag gegeben, nachdem innerhalb weniger Jahre seine Frau und beide Kinder an der Spanischen Grippe gestorben waren. Außerdem lohnt sich ein Besuch in der Galerie Vlaho Bukovac, dem Geburtshaus des berühmtesten kroatischen Malers, mit bemalten Wänden und Decken, die er als junger Mann selbst gestaltet hat.
Cavtat eignet sich auch hervorragend als Basis statt Dubrovnik: Die Hotels sind günstiger, die Atmosphäre entspannter, und der Bus nach Dubrovnik fährt alle dreißig Minuten (Linie 10, ca. 2,50 Euro). Wer mit dem Auto kommt, spart sich das Dubrovnik-Parkplatz-Drama komplett.
- Bus: Linie 10 ab Dubrovnik Busbahnhof, alle 30 min, ca. 2,50 €
- Boot: Ab Alter Hafen, ca. 12-15 € retour, mehrmals täglich
- Tipp: Das Restaurant Leut an der Promenade – Tintenfischrisotto, das süchtig macht
Trsteno Arboretum: Der älteste Garten an der Adria
Zwanzig Kilometer nordwestlich von Dubrovnik, direkt an der Küstenstraße, liegt ein Garten, den es seit 1492 gibt – dem Jahr, in dem Kolumbus Amerika entdeckte. Die Familie Gozze-Gučetić, Adlige der Republik Ragusa, ließ damals einen Renaissance-Garten anlegen, der im Laufe der Jahrhunderte zu einem botanischen Wunderwerk heranwuchs. Heute verwaltet die Kroatische Akademie der Wissenschaften das Arboretum, und der Eintritt von 7 Euro ist eine der besten Investitionen, die man in der Gegend tätigen kann.
Die Stars sind zwei orientalische Platanen am Eingang, die über 500 Jahre alt sind und Stammumfänge von mehr als fünf Metern haben. Dahinter erstreckt sich ein verwunschener Garten mit Brunnen, Aquädukten, Pergolen und Terrassen, die zum Meer hinabführen. Die Neptun-Fontäne aus dem 18. Jahrhundert wurde durch serbischen Artilleriebeschuss im Krieg 1991 schwer beschädigt und ist heute restauriert – eine Plakette erinnert an die Zerstörung. Fans von Game of Thrones erkennen den Garten als die Gärten von Königsmund, in denen Olenna Tyrell ihre besten Intrigen schmiedete. Mehr über die Drehorte in unserem Game of Thrones Guide.
- Anfahrt: Bus Nr. 12, 15 oder 22 ab Dubrovnik Richtung Split, Haltestelle Trsteno (30 min, ca. 3 €)
- Öffnungszeiten: Täglich 8-19 Uhr (Sommer), 8-16 Uhr (Winter)
- Eintritt: 7 €, Kinder unter 7 frei
- Dauer: 1-2 Stunden reichen, es ist nicht riesig, aber jede Ecke lohnt sich
Ston und Pelješac: Austern, Wein und die zweitlängste Mauer Europas

Seit die Pelješac-Brücke 2022 eröffnet wurde, braucht man kein bosnisches Visum mehr (und keinen Grenzübergang bei Neum), um von Dubrovnik zur Halbinsel Pelješac zu gelangen. Eine knappe Stunde Fahrzeit, und man steht in Ston – einer Kleinstadt, die zwei Dinge hat, für die sie weltberühmt sein sollte: die längste Befestigungsmauer Europas nach der Chinesischen Mauer und die besten Austern der Adria.
Die Mauern von Ston erstrecken sich über 5,5 Kilometer und verbinden die Orte Ston und Mali Ston über einen Hügel hinweg. Im 14. Jahrhundert gebaut, um die Salinen zu schützen – Salz war damals so wertvoll wie Gold. Der Aufstieg ist steil und im Sommer mörderisch heiß, aber die Aussicht vom höchsten Punkt auf die Bucht, die Salzbecken und die Halbinsel ist den Schweiß wert. Eintritt: ca. 12 Euro.
In Mali Ston angekommen, wartet die Belohnung: frische Austern aus dem Kanal von Mali Ston, die seit der Römerzeit hier gezüchtet werden. Die Austernfarmen liegen direkt im Ort, und in den Restaurants bekommt man ein Dutzend für 12-15 Euro – in Dubrovnik zahlt man das Doppelte für halb so frische. Dazu ein Glas Pošip oder Dingač von den steilen Weinbergen der Halbinsel, und der Tag ist perfekt.
Weiter die Halbinsel hinauf lohnt sich ein Abstecher zu den Weinbergen von Dingač – so steil, dass die Trauben teilweise per Seilbahn geerntet werden. Der Plavac Mali, der hier wächst, ist Kroatiens teuerster Rotwein, und eine Verkostung mit Blick auf das Meer gehört zu den besten Weinerlebnissen des Landes.
Wer die Gegend auf zwei Rädern erkunden will: Die Route “Zwischen Mauern und Salz” führt auf 33 Kilometern von Ston durch die Salinen, entlang der Austernbänke und durch die Weinberge bis ans Meer. Perfektes Terrain für einen gemütlichen Radtag – flach genug für Genießer, mit genug Weingütern am Weg für regelmäßige Pausen.
- Anfahrt: Auto ca. 1 Stunde über die Pelješac-Brücke; Bus ab Dubrovnik ca. 1,5 Stunden
- Kombination: Ston + Mali Ston + Weingut = perfekter Tagesausflug
Konavle-Tal: Das authentische Kroatien hinter dem Flughafen
Fünfzehn Minuten hinter dem Flughafen Čilipi öffnet sich ein Tal, das so grün ist, dass man vergisst, am Mittelmeer zu sein. Das Konavle-Tal ist Dubrovniks Gemüsegarten, Weinkeller und Kulturarchiv in einem – und kaum ein Tourist verirrt sich dorthin, weil alle in die andere Richtung zur Altstadt fahren.
Was sich lohnt: Der Sonntagsmarkt in Čilipi, wo Frauen in handbestickten Trachten auf dem Kirchplatz tanzen – nicht als Show, sondern weil es seit Generationen so ist. Die Konavle-Stickerei gehört zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Danach zum Mittagessen ins Konavoski Dvori, ein Restaurant in einer Schlucht am Fluss Ljuta, wo Forellen im Mühlbach vor der Terrasse schwimmen und Lamm stundenlang unter der Peka gart. Reservierung unbedingt nötig. Mehr Details im Dubrovnik-Hinterland-Guide.
Für Aktive gibt es Wanderungen durch die Ljuta-Schlucht entlang verfallener Wassermühlen, Reitausflüge durch die Hügel und Weinverkostungen bei kleinen Familienbetrieben. Wer ein Fahrrad mitbringt oder leiht, kann die Konavle Tal Tour fahren – 38 Kilometer durch Dörfer, Olivenhaine und über Hügelketten mit Panoramablick auf die Elafiti-Inseln. Die Steigungen sind moderat, und mit einem E-Bike wird’s zum reinen Vergnügen.
- Anfahrt: Auto 20-30 min ab Dubrovnik; Bus Nr. 11 nach Čilipi (30 min, 4 €)
- Ideal für: Wer Dubrovnik-Masse vermeiden will und echtes dalmatinisches Landleben sucht
Montenegro: Kotor und die Bucht

Zwei Stunden südlich von Dubrovnik liegt einer der dramatischsten Orte Europas: die Bucht von Kotor, ein fjordartiger Meeresarm, der sich zwischen 1.500 Meter hohen Bergen hindurchwindet. Kotor selbst ist eine venezianische Festungsstadt, die fast so gut erhalten ist wie Dubrovnik – aber kleiner, weniger überlaufen und mit einem völlig anderen Charakter. Wo Dubrovnik repräsentativ ist, ist Kotor verwinkelt. Wo Dubrovnik sich zur See öffnet, kauert Kotor unter seinem Berg.
Was du wissen musst, bevor du losfährst: Montenegro ist kein EU-Land. Du brauchst einen gültigen Reisepass – der Personalausweis reicht für EU-Bürger zwar auch, aber ein Reisepass macht an der Grenze weniger Probleme. Im Juli und August kann die Warteschlange am Grenzübergang bei Debeli Brijeg eine Stunde oder länger dauern. Morgens um sieben ist es noch leer, ab zehn wird es zäh. Wer einen organisierten Ausflug bucht, wartet in der Regel kürzer, weil Busse eine eigene Spur haben.
In Kotor selbst lohnt sich der Aufstieg zur Festung San Giovanni – 1.350 Stufen, 280 Höhenmeter, und im Sommer ein Akt der Selbstüberwindung. Aber die Aussicht von oben auf die Bucht, die Kirchtürme und die Kreuzfahrtschiffe, die wie Spielzeug in der Tiefe liegen, ist eine der besten in ganz Südeuropa. Wer die Stufen scheut, kann die Altstadt durchstreifen – drei Kirchplätze, verwinkelte Gassen voller Katzen (Kotor nennt sich “Stadt der Katzen”), und ein Seefahrermuseum, das von der venezianischen Vergangenheit erzählt. Der Eintritt in die Altstadt kostet seit 2024 eine kleine Gebühr von 8 Euro in der Hochsaison.
Auf dem Rückweg lohnt sich ein Halt in Perast, einem winzigen Barockort mit nur wenigen hundert Einwohnern und einer absurd hohen Dichte an Palästen und Kirchen. Von hier fahren Boote zur Klosterinsel Gospa od Škrpjela – einer künstlichen Insel, die die Einheimischen seit dem 15. Jahrhundert Stein für Stein aufgeschüttet haben.
Budva ist ein anderes Tier: Partyhochburg mit Hotelklötzen und russischen Touristen. Die Altstadt ist hübsch, aber winzig – eine halbe Stunde reicht. Kotor und Budva an einem Tag zu machen ist möglich, fühlt sich aber gehetzt an. Mein Rat: Kotor und Perast reichen für einen vollen, erfüllenden Tag.
- Organisiert: Ab ca. 45-60 € pro Person, ganzer Tag
- Selbst mit Auto: Maut für die montenegrinische Autobahn gering; Benzin billiger als in Kroatien
- Grenzwarnung: Im Sommer frühmorgens los, Rückfahrt nicht zwischen 16-19 Uhr (Stau)
- Währung: Euro (Montenegro nutzt den Euro, obwohl kein EU-Land)
Mostar: Über die Brücke nach Bosnien
Zweieinhalb Stunden nördlich von Dubrovnik – davon eine gute Stunde durch die kargen Berge der Herzegowina – liegt eine Stadt, die auf ein einziges Bauwerk reduziert wird und trotzdem einen ganzen Tag füllt. Die Stari Most (Alte Brücke) von Mostar ist ein Bogen aus weißem Stein, 1566 unter den Osmanen gebaut, 1993 im Krieg zerstört, 2004 wieder aufgebaut. Von der Brücke springen im Sommer Einheimische in die Neretva – 24 Meter tief, eiskalt, lebensgefährlich. Touristen zahlen 25 Euro für den “Sprung” (ein Kurs mit Einweisung), die meisten überlegen es sich oben anders.
Auch hier gilt: Reisepass mitnehmen. Bosnien und Herzegowina ist nicht EU. Die Grenzformalitäten sind in der Regel schnell – fünf bis zehn Minuten außerhalb der Hauptsaison, bis zu dreißig Minuten im August. Der Grenzübergang bei Metković ist meistens schneller als der bei Neum.
Der Alte Basar (Kujundžiluk) auf beiden Seiten der Brücke ist touristisch, ja – aber auf eine charmante Art. Kupferschmiede hämmern noch heute Kannen und Teller, Teppichhändler breiten ihre Ware auf den Stufen aus, und der türkische Kaffee, den man in den winzigen Kafanas bekommt, ist der beste diesseits des Bosporus. Bosnien ist deutlich günstiger als Kroatien: Ein komplettes Mittagessen mit Ćevapi, Salat und Getränk kostet 8-10 Euro, ein Kaffee unter einem Euro.
Wer mehr sehen will: Die Koski-Mehmed-Pascha-Moschee hat ein Minarett, das man besteigen kann – die Aussicht auf die Brücke und den Fluss von oben ist die beste Perspektive, die es gibt (Eintritt ca. 5 Euro). Das Kriegsmuseum im Keller eines ehemaligen Frontgebäudes zeigt, was Mostar zwischen 1992 und 1995 durchgemacht hat. Es ist hart, aber wichtig. Die Stadt trägt ihre Narben offen – Einschusslöcher in den Fassaden wurden bewusst nicht alle repariert.
- Organisiert: Ab ca. 40-55 € pro Person
- Selbst mit Auto: Ca. 2,5 Stunden, Straße gut ausgebaut
- Bus: Direktbusse ab Dubrovnik, ca. 15-20 €, fahren 2-3x täglich
- Zeitplan: Mindestens 4 Stunden in Mostar einplanen, besser 5-6
Mljet: Die grüne Insel mit den Salzseen

Mljet ist die Insel, die man besucht, wenn man genug von Menschen hat. Zwei Drittel der Insel sind Nationalpark, der Rest ist dünn besiedelter Kiefernwald. Die Hauptattraktionen sind zwei Salzwasserseen – Veliko Jezero und Malo Jezero – die wie überdimensionierte türkise Badewannen im Wald liegen. Auf einer Insel im großen See steht ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, erreichbar mit einem kleinen Boot. Die Symmetrie ist verrückt: eine Insel auf einem See auf einer Insel im Meer. Mehr dazu im ausführlichen Mljet Nationalpark Guide.
Der Katamaran ab Dubrovnik braucht anderthalb Stunden und kostet ca. 15-20 Euro (einfache Fahrt). Abfahrt morgens, Rückkehr abends – es gibt nur eine Verbindung pro Tag, was Mljet zu einem Ganztagesausflug macht. Der Nationalpark-Eintritt liegt bei ca. 17 Euro und beinhaltet das Boot zur Klosterinsel. Fahrräder kann man am Parkeingang leihen (ca. 8 Euro für den Tag) – und sollte es auch tun, denn die Seen zu umrunden dauert zu Fuß ewig und per Rad ist es einer der schönsten Radwege Dalmatiens.
Wann hin: Mai, Juni oder September. Im Juli/August ist selbst Mljet nicht mehr einsam, und der einzige Katamaran ist brechend voll. Im Frühling blühen die Wälder, und die Seen haben eine unwirklich intensive Farbe. Alle Details zur Fähre nach Mljet und Korčula haben wir separat aufgeschrieben.
- Katamaran: Jadrolinija oder Krilo, ca. 1,5 Stunden, 15-20 € einfach
- Nationalpark: ca. 17 € Eintritt (2026)
- Radverleih: ca. 8 €/Tag am Parkeingang
- Website: np-mljet.hr
Korčula: Marco Polos (angebliche) Heimat
Zweieinhalb Stunden mit dem Katamaran – zugegeben, für einen Tagesausflug an der oberen Grenze. Aber wer sich die Zeit nimmt, wird belohnt. Korčula-Stadt ist ein Miniatur-Dubrovnik mit einem entscheidenden Unterschied: Die Gassen sind nicht nach einem Gittermuster angelegt, sondern fischgrätenartig – so angeordnet, dass der Wind durch die Stadt zirkuliert, aber der Winter-Bura abgeblockt wird. Stadtplanung aus dem 13. Jahrhundert, die funktioniert.
Die Stadt behauptet steif und fest, Geburtsort von Marco Polo zu sein, und hat sein angebliches Geburtshaus in ein kleines Museum verwandelt. Die historische Basis dafür ist dünn (Venezianer nennen das “unsere Erfindung”), aber der Turm bietet eine nette Aussicht. Interessanter ist die Kathedrale Sveti Marko mit einem Tintoretto über dem Altar und die Schatzkammer daneben.
Was Korčula wirklich auszeichnet, sind die Weine. Die autochthone Rebsorte Grk wächst fast nur hier – ein Weißwein, der trocken, mineralisch und völlig anders schmeckt als alles, was du aus deutschen Supermärkten kennst. Die Weingüter im Inneren der Insel, besonders um Lumbarda, bieten Verkostungen an, die selten mehr als 10-15 Euro kosten. Mehr im Korčula Insel-Guide.
- Katamaran: Ca. 2-2,5 Stunden, 20-25 € einfach
- Tipp: Erste Fähre nehmen, letzte zurück – dann bleiben 6-7 Stunden auf der Insel
- Kombination: Korčula + Mljet an aufeinanderfolgenden Tagen (übernachten auf einer der Inseln)
Tagesausflüge über die Grenze: Was du wissen musst
Sowohl Montenegro als auch Bosnien verlangen einen gültigen Reisepass oder Personalausweis (für EU-Bürger). Wer keinen dabei hat, kommt nicht rein – es gibt keine Ausnahmen, keine Diskussion, kein “aber ich bin doch nur für den Tag hier”. Grenzbeamte in beiden Ländern sind korrekt, aber humorlos.
| Ziel | Entfernung | Fahrzeit | Reisepass nötig? | Währung |
|---|---|---|---|---|
| Kotor (Montenegro) | 93 km | ca. 2 h | Ja (kein EU) | Euro |
| Budva (Montenegro) | 115 km | ca. 2,5 h | Ja (kein EU) | Euro |
| Mostar (Bosnien) | 140 km | ca. 2,5 h | Ja (kein EU) | Konvertible Mark (KM) |
| Trebinje (Bosnien) | 30 km | ca. 40 min | Ja (kein EU) | Konvertible Mark (KM) |
Trebinje verdient eine Erwähnung als unterschätzter Kurzausflug: Nur vierzig Minuten von Dubrovnik entfernt, eine hübsche osmanische Altstadt, ein großer Markt samstags, und Weinberge der Sorte Vranac in den umliegenden Hügeln. Praktisch keine Touristen, absurd günstig, und die Grenze geht meistens schnell.
Organisiert oder auf eigene Faust?
Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Hier eine Übersicht, wann was Sinn macht.
Organisierte Tour lohnt sich bei:
- Montenegro und Bosnien (Grenzformalitäten, Sprachbarriere, unbekannte Straßen)
- Elafiti-Drei-Inseln-Tour (Boot mit Mittagessen, unkompliziert)
- Mljet, wenn kein Auto vorhanden (Katamaran + Nationalpark-Logistik)
Selbst organisieren lohnt sich bei:
- Cavtat (Bus fährt alle 30 Minuten, einfacher geht’s nicht)
- Ston/Pelješac (mit Auto flexibel Weingüter ansteuern)
- Trsteno (kurze Busfahrt, keine Organisation nötig)
- Konavle (am besten mit eigenem Auto oder Mietwagen)
- Lokrum (Fähre ab Alter Hafen, kein Aufwand)
Preisvergleich für Montenegro-Ausflug:
- Organisierte Tour: 45-60 € (Bus, Guide, keine Parkgebühren)
- Selbst mit Mietwagen: Mietwagen ca. 40-50 €/Tag + Benzin ca. 15 € + Parkgebühren Kotor ca. 5 € = für zwei Personen etwas günstiger, für Alleinreisende teurer
Für organisierte Ausflüge lohnt sich ein Blick auf Topena – ein lokaler Anbieter, der kleine Gruppen bevorzugt und Guides hat, die tatsächlich aus der Region stammen und nicht nur den Wikipedia-Artikel vorlesen.
Was sich an einem Tag wirklich ausgeht
Nicht jeder dieser Ausflüge passt in einen Tag. Hier die realistische Einschätzung:
Perfekt für einen halben Tag: Lokrum, Cavtat, Trsteno – morgens hin, nachmittags zurück, abends noch Dubrovnik genießen.
Ganzer Tag, aber entspannt: Elafiti-Inseln, Ston/Pelješac, Konavle – morgens aufbrechen, abends zurück, kein Stress.
Ganzer Tag, ambitioniert: Montenegro (Kotor + Perast), Mostar, Mljet – früh los, spät zurück, wenig Luft für Spontanes.
Grenzwertig als Tagesausflug: Korčula (machbar, aber knapp), Kotor + Budva zusammen (gehetzt).
Mein persönlicher Favorit? Ston und Pelješac. Die Kombination aus Mauern, Austern, Wein und der Fahrt über die neue Brücke ist schwer zu toppen – und man ist rechtzeitig zum Abendessen zurück in Dubrovnik, um bei Sonnenuntergang auf der Buža-Bar zu sitzen und über die Klippen aufs Meer zu schauen.
Wer länger bleibt als drei Tage – und das sollte man – macht am besten zwei oder drei dieser Ausflüge und lässt dazwischen Tage in Dubrovnik selbst. Unsere Dubrovnik Sehenswürdigkeiten und der Dubrovnik Hinterland-Guide helfen bei der Planung der stadtnahen Tage.