Zadar Sehenswürdigkeiten: Die unterschätzte Schönheit (2026)
- Redaktionsteam
- Staedte , Regionen , Dalmatien
- 07 Mar, 2026
Inhalt
Hitchcock soll gesagt haben, Zadar habe den schönsten Sonnenuntergang der Welt. Ob er das wirklich gesagt hat, weiß niemand – aber die Legende hält sich hartnäckig. Und wenn du am Abend an der Meeresorgel sitzt, während die Sonne im Meer versinkt und die Steine unter dir Musik machen, ist es dir egal, ob es stimmt.
Zadar ist die Stadt, die alle übersehen. Auf dem Weg nach Split oder Dubrovnik fahren die meisten durch, ohne anzuhalten. Ein Fehler. Wer hier zwei oder drei Tage bleibt, findet eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte Europas, ein Römer-Forum, das kein Museum ist, sondern ein lebendiger Platz, dazu eine Gastro-Szene, die sich vor Split nicht verstecken muss – und einen Sonnenuntergang, für den man keinen Eintritt zahlt.
Die Meeresorgel: Wo das Meer Musik macht
An der westlichen Spitze der Altstadt hat der Architekt Nikola Bašić etwas gebaut, das es nirgendwo sonst auf der Welt gibt: eine Treppe, die singt.

Bašić, geboren 1946 in der Nähe von Zadar, entwarf die Installation 2005 als Teil der Neugestaltung der Hafenpromenade – einem Bereich, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit Betonmauern zugebaut worden war und die Stadt vom Meer abschnitt. Seine Idee war radikal simpel: das Meer selbst zum Instrument machen. Unter den 70 Meter langen weißen Marmorstufen liegen 35 Orgelpfeifen aus Polyethylen, verteilt auf sieben Abschnitte mit je fünf Rohren unterschiedlicher Länge und Durchmesser. Die Wellen drücken Luft durch die Rohre, und je nach Wellenstärke, Windrichtung und Gezeiten entstehen unterschiedliche Töne. Fünf musikalische Akkorde hat Bašić in die Konstruktion eingebaut, aber die Abfolge bestimmt die Adria.
Das Ergebnis klingt mal wie ein tiefes Brummen, wenn das Meer ruhig liegt, mal wie ein fast melodisches Seufzen bei mittlerem Wellengang, mal wie ein dunkles Röhren bei Sturm. Gleich klingt es nie. Die Einheimischen sagen, man könne am Klang erkennen, was für ein Tag es wird – aber das behaupten Fischer überall auf der Welt.
Die besten Plätze sind ganz unten, nah am Wasser, wo die Vibrationen durch den Stein spürbar werden. Abends sitzen hier Pärchen, Familien, Backpacker, Einheimische mit Weinflaschen. Die Stufen sind hart und unbequem, aber niemanden stört es. Der Blick geht über die Inseln Ugljan und Pašman, dahinter verschwindet die Sonne in Farben, für die es im Deutschen keine Wörter gibt.
Bester Moment: Eine Stunde vor Sonnenuntergang da sein, Platz sichern, bleiben bis es dunkel wird. An windstillen Abenden im Mai oder September ist die Stimmung am intensivsten – weniger Touristen, warmes Licht, und die Orgel spielt leise statt laut. Wer im Juli oder August kommt, muss sich den Platz teilen, aber selbst dann funktioniert der Ort.
Gruß an die Sonne
Direkt neben der Meeresorgel, auf dem gleichen Uferabschnitt, liegt Bašićs zweites Werk: der “Pozdrav Suncu” – der Gruß an die Sonne. Ein 22 Meter durchmessender Kreis aus 300 mehrschichtigen Glasplatten, darunter Solarzellen und LED-Module. Tagsüber sammelt die Installation Sonnenenergie, nachts verwandelt sie sich in ein Lichtspiel, das die Bewegungen des Sonnensystems nachbildet – Planeten, Umlaufbahnen, kosmische Muster in wechselnden Farben.

Die Kombination aus singender Treppe und leuchtendem Boden klingt nach Touristenfalle. Ist es nicht. Bašić hat beide Installationen als Einheit konzipiert: die Orgel als Stimme des Meeres, der Sonnengruß als Antwort des Lichts. Tagsüber ist der Glaskreis ein Platz, auf dem Kinder Skateboard fahren. Nachts, wenn die LEDs angehen, tanzen dieselben Kinder auf den Farben, während Erwachsene danebensitzen und so tun, als würden sie nur zusehen.
Die Lichtshow beginnt automatisch nach Einbruch der Dunkelheit und läuft bis in die frühen Morgenstunden. Kein Eintritt, keine Absperrung, keine Audioguide-Pflicht. Du setzt dich hin und schaust. Oder tanzt. Die Installation produziert im Übrigen genug Strom, um die gesamte Hafenbeleuchtung zu versorgen – Kunst, die sich selbst finanziert.
Für die beiden Installationen erhielt Bašić 2017 den Europäischen Preis für den öffentlichen Raum. Verdient: Die Uferpromenade, die vorher eine Betonwüste war, ist heute der beliebteste Treffpunkt der Stadt.
Die Altstadt: 3.000 Jahre auf einer Halbinsel
Zadars Altstadt liegt auf einer Halbinsel, etwa 500 Meter lang und 200 Meter breit. Klein genug für einen Nachmittag, reich genug für zwei Tage. Die Römer haben hier gebaut, die Venezianer darauf, die Österreicher drum herum. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich aus drei Jahrtausenden – römische Säulen neben vorromanischen Kirchen neben Jugendstil-Cafés, und überall Katzen, die tun, als gehöre ihnen alles.

Forum Romanum
Das römische Forum, erbaut im 1. Jahrhundert unter Kaiser Augustus, ist der älteste Platz der Stadt und der größte seiner Art an der östlichen Adriaküste. 90 mal 45 Meter, einst umgeben von Tempeln, Säulenhallen und öffentlichen Gebäuden. Heute stehen noch Reste von Säulen und Fundamenten – aber der Platz ist kein Museum hinter Glasscheiben. Menschen sitzen auf antiken Steinen und trinken Kaffee, Kinder klettern auf Säulenstümpfen, und an der Südseite steht eine einzelne korinthische Säule, die im Mittelalter als Pranger diente. Die “Säule der Schande” – so nennen sie die Einheimischen noch immer.
Am Rand des Forums steht Zadars Wahrzeichen: die Kirche Sv. Donat. Ein massiver Rundbau aus dem 9. Jahrhundert, 27 Meter hoch, eine der besterhaltenen vorromanischen Kirchen Europas. Die Mauern sind teilweise aus wiederverwendeten römischen Steinen gebaut – man erkennt noch Inschriften und Reliefs, die falsch herum eingemauert sind. Als Kirche wird Sv. Donat seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr genutzt, aber im Sommer finden hier Konzerte des “Musikabend in Sv. Donat”-Festivals statt. Die Akustik in dem zylindrischen Raum ist außergewöhnlich – besonders für Barockmusik und Kammermusik. Tickets kosten 15-25 € und sind im Vorverkauf oft schnell vergriffen.
Die Kathedrale Sv. Stošija (Sv. Anastasia)
Dalmatiens größte Kathedrale wirkt von außen unspektakulär – eine romanische Fassade mit Blendarkaden, die an Pisa erinnern, aber bescheidener. Das Innere überrascht mit einer dreischiffigen Basilika aus dem 12. und 13. Jahrhundert, romanischer Schlichtheit und einem Ziborium über dem Altar, das zu den schönsten in Dalmatien gehört. In der Krypta liegen die Reliquien der Heiligen Anastasia, Schutzpatronin der Stadt.
Der eigentliche Grund für einen Besuch ist der Glockenturm. Erst 1893 fertiggestellt – 500 Jahre nach Baubeginn –, bietet er den besten Blick über die Altstadt. Der Aufstieg kostet 3 € und lohnt sich vor allem am späten Nachmittag, wenn das Licht die Dachlandschaft in warme Farben taucht. Von oben erkennt man die Halbinsel-Form der Altstadt besonders gut, sieht über den Kanal zu den Inseln und versteht, warum Zadar so leicht zu verteidigen war.
Narodni trg (Volksplatz) und Stadtleben
Vom Forum sind es zwei Minuten zu Fuß zum Narodni trg, dem eigentlichen Herzstück des Alltags. Hier steht die Stadtloggia aus dem 16. Jahrhundert – heute Ausstellungsraum –, daneben der Uhrturm und die Stadtwache. Der Platz ist weniger monumental als das Forum, dafür lebendiger: Cafés mit Terrassenstühlen, Kinder mit Fußbällen, ältere Herren beim Schach. Wer Zadar verstehen will, setzt sich hier hin und beobachtet.
Das Landtor (Kopnena Vrata)
Der Haupteingang zur Altstadt von der Landseite her. Die Venezianer bauten es 1543 als Triumphbogen, der Löwe von San Marco prangt über dem Durchgang, flankiert von Wappen und einer lateinischen Inschrift. Die steinerne Brücke über den alten Stadtgraben – heute ein kleiner Park – ist Treffpunkt und Fotomotiv zugleich. Wer von den Parkplätzen kommt, betritt die Altstadt fast immer hier.
Nin: Kroatiens älteste Königsstadt

20 Minuten nördlich von Zadar liegt Nin, und dieser Ort verdient mehr als einen kurzen Strandbesuch. Nin war die erste kroatische Königsstadt – hier wurden im 9. und 10. Jahrhundert die ersten kroatischen Könige gekrönt. Heute ist die Altstadt winzig, eine Insel von vielleicht 500 Metern Durchmesser, verbunden mit dem Festland durch zwei steinerne Brücken, aber die Dichte an Geschichte ist bemerkenswert.
Die Kirche Sv. Križ (Heilig Kreuz) aus dem 9. Jahrhundert gilt als die kleinste Kathedrale der Welt – ein kreuzförmiger Bau von gerade einmal 36 Quadratmetern. Die Proportionen sind so exakt berechnet, dass die Sonnenstrahlen bei der Frühlings- und Herbst-Tagundnachtgleiche genau durch die Öffnung über dem Portal fallen und das Innere gleichmäßig ausleuchten. Ein 1.100 Jahre altes Kalenderwerk aus Stein. Der Eintritt ist frei, aber die Kirche ist oft geschlossen – am zuverlässigsten offen ist sie im Sommer vormittags.

Vor den Toren der Altstadt liegen die Salinen von Nin, die seit der Römerzeit in Betrieb sind – eine der ältesten Salzgewinnungsanlagen Europas. Im Sommer kann man bei der Ernte zusehen und frisches Meersalz kaufen, das als “Blume von Nin” vermarktet wird und deutlich günstiger ist als vergleichbares Fleur de Sel aus Frankreich.
Die Lagune hinter dem Königinnenstrand ist bekannt für ihren Heilschlamm – Peloide, die angeblich gegen Rheuma und Hautprobleme helfen. Die Schlammpackung gibt es kostenlos und selbstbedient: Du watest in die flache Lagune, schmierst dich ein, lässt es trocknen, wäschst es im Meer ab. Riechen tut es nach Schwefel, aber das gehört dazu.
Die Strände: Von Stadtstrand bis Karibik-Feeling
Zadar selbst hat keinen Traumstrand – die Altstadt ist von Felsen und Betonplatten umgeben. Aber in Reichweite liegen einige der besten Bademöglichkeiten Norddalmatiens.
Kolovare

Der Stadtstrand, fünf Minuten zu Fuß südöstlich vom Zentrum. Eine Mischung aus Betonplatten, Kies und ein paar Metern grobem Sand. Das Wasser ist klar, der Einstieg schnell tief. Duschen, Umkleidekabinen, Liegestuhlverleih (zwei Liegen plus Schirm ab 15 € am Tag) und eine Strandbar sind vorhanden. Für den schnellen Sprung ins Wasser nach dem Sightseeing perfekt, für einen ganzen Tag am Strand gibt es Schöneres. Wer abends nach dem Essen noch schwimmen will, findet hier auch um 22 Uhr noch einen Einstieg – die Beleuchtung reicht gerade so.
Borik und Puntamika
Nordwestlich der Altstadt, etwa 3 km entfernt, liegen die Strände der Stadtteile Borik und Puntamika. Hier wird es grüner – Pinien spenden Schatten, das Wasser ist flacher, und die Atmosphäre ist familienfreundlicher als am Kolovare. Der Strand Borik ist teilweise sandig, teilweise Kies, und die Hotels drumherum sorgen für gute Infrastruktur. Der Bus Linie 5 fährt alle 15 Minuten vom Zentrum, oder du gehst eine halbe Stunde an der Küste entlang.
Nin (Königinnenstrand)

20 Minuten nördlich liegt einer der wenigen echten Sandstrände Kroatiens. Flaches, warmes Wasser, das auf 50 Metern kaum knietiief wird – perfekt für Familien mit kleinen Kindern. Die Lagune dahinter bietet den schon erwähnten Heilschlamm. Parkplätze sind im Hochsommer knapp und kosten 5-8 € pro Tag; wer früh kommt, findet problemlos einen Platz.
Zaton

Zwischen Zadar und Nin, etwa 15 Minuten vom Zentrum, liegt Zaton mit einem langen, flachen Sandstrand, der bei Familien beliebt ist. Die Anlage drumherum ist touristisch, aber der Strand selbst ist einer der gepflegtesten in der Region. Gut geeignet für Tage, an denen du nichts anderes willst als Liege, Sonnenschirm und gelegentliches Abkühlen.
Sakarun (Dugi Otok)
Wer Karibik-Feeling sucht, nimmt die Fähre von Zadar nach Dugi Otok. Der Strand Sakarun an der Nordwestspitze der Insel ist das Postkartenmotiv schlechthin: feiner weißer Sand, türkises Wasser, Pinienwald bis an den Rand. Die Fähre nach Brbinj dauert etwa 75 Minuten, von dort sind es noch 20 Minuten mit dem Auto oder Roller bis Sakarun. Tagesausflüge per Boot werden im Hafen von Zadar ab etwa 35 € angeboten. Frühmorgens oder im September hat man den Strand fast für sich.
Essen und Trinken
Die Küche in Zadar ist dalmatinisch mit venezianischem Einfluss: Fisch, Meeresfrüchte, Pasta, Olivenöl. Aber die Stadt hat auch eine eigene kulinarische Identität, die über gegrillten Wolfsbarsch hinausgeht.
Pet Bunara – Versteckt in einer Gasse nahe dem Platz der Fünf Brunnen, nach dem das Restaurant benannt ist. Lokale Küche ohne Touristenaufschlag: Pašticada (Schmorbraten in Pflaumensauce), Oktopus unter der Peka-Glocke, handgemachte Pasta. Die Weinkarte zeigt ausschließlich kroatische Weine. Im Sommer unbedingt reservieren, im Winter bekommt man oft noch spontan einen Tisch im Gewölbe.
Foša – Das bekannteste Restaurant der Stadt, direkt am alten Hafen in einem ehemaligen venezianischen Arsenalgebäude. Fisch vom Grill, kreative Vorspeisen, eine Weinkarte, die auch Kennern Neues bietet. Die Lage am Wasser ist abends spektakulär. Preise sind höher als anderswo in Zadar, aber fair für die Qualität. Reservierung dringend empfohlen, besonders für die Terrasse.
Kornat – Für Puristen. Der Fang wird in der Kühltheke präsentiert, du wählst deinen Fisch, er wird nach Gewicht abgerechnet und schlicht gegrillt. Die Beilagen – Mangold mit Kartoffeln, Olivenöl – sind so simpel wie perfekt. Nichts für Leute, die Sauce erwarten.
Die Fischmarkthalle (Tržnica) – Direkt am Rand der Altstadt, jeden Morgen frisch. Kein Restaurant, aber ein Erlebnis: Fischverkäufer, die ihre Ware anpreisen, daneben Obst- und Gemüsestände. Nebenan gibt es kleine Lokale, die Muscheln und Calamari zum Sofort-Essen anbieten.
Maraschino: Zadars vergessenes Exportgut
Was die wenigsten wissen: Der Maraschino-Likör wurde in Zadar erfunden. Dominikanermönche destillierten im 16. Jahrhundert die erste Version aus Maraska-Kirschen, die in der Umgebung wachsen. Die Firma Luxardo produzierte den Likör jahrhundertelang in Zadar, bis sie im Zweiten Weltkrieg nach Italien floh. Heute wird Maraschino wieder in Zadar hergestellt – die Marke Maraska ist in jedem Supermarkt zu finden. In der Bar Lounge Bar Garden in der Altstadt bekommst du Maraschino-Cocktails, die den Likör nicht in Sirup ertränken, sondern als das zeigen, was er ist: trocken, aromatisch, überraschend komplex.
Ausflüge ab Zadar
Bootstour zu den Kornaten
Die Kornaten-Inseln liegen vor Zadars Haustür – 89 unbewohnte Inseln, karg, weiß, menschenleer. Tagestouren starten vom Hafen und kosten 40-60 € inklusive Schwimmstopps, Mittagessen an Bord und viel Aussicht auf nichts als Stein und Meer. Nicht versäumen: die “Kronen” der Kornaten – Steilklippen, die 80 Meter aus dem Meer ragen und auf der Meerseite der Inseln senkrecht abfallen.
Krka-Nationalpark
Eine Stunde südlich liegen die Krka-Wasserfälle. Als Tagesausflug von Zadar ist die Anfahrt kürzer und die Route weniger überlaufen als von Split aus. Der Eintritt kostet im Sommer 2026 voraussichtlich 35 € (Erwachsene). Wer früh morgens losfährt, hat die Holzstege an den Skradinski-Buk-Fällen für eine Stunde fast allein.
Wein und Hinterland
Die Region um Zadar produziert unterschätzte Weine. Der Maraština (weiß, trocken, mineralisch) und der Plavina (rot, leicht, unkompliziert) sind typisch für die Ravni Kotari, das fruchtbare Hinterland zwischen Zadar und dem Velebit. Die Weingüter liegen verstreut zwischen Olivenhainen und Schafweiden – eine Weinprobe lässt sich mit einem Ausflug ins Hinterland verbinden. Wer die Gegend mit dem Rad erkunden will: Eine 70-km-Tour durch die Ravni Kotari führt über einsame Feldwege vorbei an Olivenhainen, Schafherden und Dörfern, in denen die Zeit stehengeblieben ist – GPX-Datei inklusive für die Navigation abseits der Hauptstraßen.
Praktische Tipps
Parken in Zadar

Parken in der Altstadt ist nicht möglich – die Halbinsel ist Fußgängerzone. Die Optionen drumherum sind übersichtlich, aber es hilft, sie vorher zu kennen.
Die Zone 1 (rot) direkt an der Altstadt kostet im Sommer 2026 voraussichtlich 1,50-2 € pro Stunde, maximal 2 Stunden. Für einen Tagesbesuch ungeeignet. Die Zone 2 (gelb) liegt etwas weiter weg, kostet 1 € pro Stunde und erlaubt längeres Stehen. Am günstigsten ist das Parkhaus Jazine östlich der Altstadt – Tagestickets für 8-12 €, Fußweg ins Zentrum etwa 10 Minuten. Am Wochenende und abends ab 20 Uhr ist Parken in den Zonen oft kostenlos, aber die Schilder genau lesen.
Wer in den Sommermonaten mit dem Auto kommt: Morgens vor 10 Uhr ist die Parkplatzsuche machbar, danach wird es ein Geduldsspiel. Alternative: auf dem Festland im Stadtteil Bili Brig parken und den Bus nehmen.
Beste Reisezeit
Mai und Juni: Warm genug zum Baden (Wassertemperatur um die 20-22°C), die Stadt füllt sich, aber es gibt noch Luft zum Atmen. Perfekt für Sightseeing und Strandtage.
Juli und August: Heiß (oft über 35°C), die Altstadt ist voll, und die Unterkunftspreise erreichen ihr Maximum. Wer Hitze verträgt und abends gerne in belebten Gassen sitzt, wird es mögen. Wer Ruhe sucht: falsche Zeit.
September: Der beste Kompromiss – das Meer ist mit 24°C am wärmsten, die Massen sind weg, die Preise fallen. Für viele der ideale Monat.
Oktober bis April: Die Stadt gehört den Einheimischen. Restaurants schließen früher, manche Ausflüge werden nicht angeboten, aber die Altstadt im Winterlicht hat einen eigenen Reiz. Sv. Donat ohne andere Touristen besuchen – das geht nur jetzt.
Zadar als Basis für Norddalmatien
Zadar ist der beste Ausgangspunkt für eine Woche Norddalmatien. Von hier erreichst du die Kornaten per Boot in 90 Minuten, den Krka-Nationalpark in einer Stunde mit dem Auto, die Insel Dugi Otok per Fähre, die Plitvice-Seen in knapp zwei Stunden und den Paklenica-Nationalpark am Fuß des Velebit in 45 Minuten. Kein anderer Ort in Norddalmatien liegt so zentral.
Der Flughafen hat Direktverbindungen aus Deutschland (Ryanair ab Frankfurt-Hahn, Eurowings ab Düsseldorf und Stuttgart), der Bus ins Zentrum kostet 5 € und braucht 20 Minuten. Mit dem Auto sind es von München etwa sechs Stunden über Österreich und Slowenien – Zadar liegt direkt an der Autobahn A1. Busverbindungen nach Split (2,5h), Zagreb (3,5h) und Dubrovnik (7h) fahren mehrmals täglich.
Wie viel Zeit einplanen?
Ein Tag: Altstadt, Forum, Sv. Donat, Meeresorgel, Sonnenuntergang. Machbar, aber gehetzt.
Zwei bis drei Tage: Plus Strände, Nin, ein Restaurant-Abend und eine Bootstour zu den Kornaten oder nach Dugi Otok. So wird es entspannt.
Eine Woche: Zadar als Basis nutzen – Kornaten, Krka, Paklenica, Nin, Hinterland-Ausflüge. Jeden Abend zum Sonnenuntergang an die Meeresorgel, bis du den Klang im Schlaf hörst.
Warum Zadar?
Zadar hat alles, was Split und Dubrovnik haben – römische Ruinen, venezianische Architektur, gute Restaurants, türkises Meer. Aber ohne die Kreuzfahrtschiffe, ohne die explodierenden Preise, ohne das Gefühl, in einem Freilichtmuseum zu stehen, dessen Eintritt im Hotelpreis versteckt ist.
Die Stadt ist echt. Menschen leben hier, arbeiten hier, trinken ihren Kaffee am Narodni trg nicht, weil Touristen zusehen, sondern weil sie es seit Jahrzehnten tun. Der Markt verkauft Fisch an Einheimische, nicht Souvenirs an Kreuzfahrer. Die Gassen sind abends belebt, aber nicht verstopft.
Und ja – der Sonnenuntergang ist wirklich so gut. Jeden Abend. Hitchcock hin oder her.