Radtouren auf Pelješac: Wein, Mauern und Austernbänke 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 13 Nov, 2025
Inhalt
Die Halbinsel Pelješac ist Kroatiens bestgehütetes Radfahrer-Geheimnis. Während sich in Dubrovnik die Massen durch enge Gassen schieben, pedalierst du hier durch Weinberge, an der zweitlängsten Festungsmauer Europas vorbei, und isst Austern für einen Bruchteil dessen, was sie in der Stadt kosten würden.
Was die meisten nicht wissen: Das Hinterland um Dubrovnik — Pelješac, das Konavle-Tal, die Neretva-Mündung — ist eines der ursprünglichsten Gebiete Kroatiens. Kaum Touristen, authentische Dörfer, Straßen, auf denen du mehr Schafe als Autos triffst. Genau deshalb hat sich die Region in den letzten Jahren unter Radfahrern herumgesprochen, die genug haben von überfüllten Küstenstraßen und touristischem Massenabfertigung. Die Kombination aus steilem Terrain, mediterranem Klima und einer Kulinarik, die ihresgleichen sucht, macht Süddalmatien zu einem der lohnendsten Radreviere am gesamten Mittelmeer.

Warum Pelješac auf dem Rad besonders ist
Pelješac ist nicht Istrien. Hier gibt es keine perfekt asphaltierten Radwege, keine Schilder an jeder Kreuzung, keinen Fahrradverleih an jeder Ecke. Was es gibt: Straßen, die sich durch Weinberge winden, Schotterpisten zwischen Olivenhainen, Küstenabschnitte mit Blick auf die Inseln Korčula und Mljet, und eine Stille, die fast schon surreal wirkt. Die Halbinsel erstreckt sich über 65 Kilometer in die Adria hinein, ist aber an der schmalsten Stelle nur knapp drei Kilometer breit — ein langer, bergiger Finger, der aus der dalmatinischen Küste ins Meer ragt.
Für Radfahrer bedeutet das: Es gibt praktisch keine flachen Strecken. Jede Route hat ernsthafte Höhenmeter, weil du ständig von der Küste ins Landesinnere und wieder zurück fährst. Die Rückgratstraße der Halbinsel, die D414, schlängelt sich über einen Höhenzug mit Anstiegen bis auf 400 Meter. Links und rechts davon fallen die Hänge steil zum Meer ab — und genau dort wachsen die berühmtesten Rotweine Kroatiens. Das Terrain belohnt Gravel- und Mountainbiker genauso wie ambitionierte Rennradfahrer, die steile Anstiege mit Meerblick zu schätzen wissen.

Drei Routen, drei völlig verschiedene Welten
Route 1: Die Mauern von Ston (33 km)
Ston besitzt die längste erhaltene Festungsmauer Europas — 5,5 Kilometer Stein, die im Mittelalter die wertvollen Salzpfannen schützten. Die Tour startet im kleinen Mali Ston, führt durch Olivenhaine hinauf nach Ston und zurück über einen Höhenweg mit Blick auf die gesamte Halbinsel. Schon auf den ersten Metern nach der Abfahrt vom Hafen in Mali Ston merkst du, dass diese Route nichts mit einer gemütlichen Sonntagsausfahrt zu tun hat. Der Schotterweg steigt sofort an, vorbei an Steinmauern, die seit Jahrhunderten Terrassenfelder zusammenhalten, und an Olivenbäumen, die älter sind als die meisten Kathedralen Europas.
In Mali Ston solltest du vor oder nach der Tour unbedingt Austern essen. Die Muschelfarmen liegen direkt in der Bucht, das Wasser ist so sauber, dass die Austern roh gegessen werden können. Ein Dutzend kostet unter 15 Euro — in Dubrovnik zahlst du das Dreifache. Bestell dazu ein Glas Pošip von der Halbinsel selbst, sitz auf der Terrasse der Konoba Bota Šare oder im Captain’s Club, und schau den Fischern zu, die ihre Reusen sortieren. Nach der Tour schmeckt das alles nochmal doppelt so gut.
Die Strecke selbst ist technisch nicht schwer, aber die 670 Höhenmeter summieren sich. Ein Gravelbike ist ideal, weil Teile über Schotterwege führen. Der anspruchsvollste Abschnitt liegt zwischen den Weingütern auf halber Strecke, wo der Weg auf einem Höhenrücken verläuft und du bei klarer Sicht bis nach Korčula schauen kannst. Ab Kilometer 18 wird es wieder flacher, und der Rückweg nach Mali Ston belohnt dich mit einer langen, geschwungenen Abfahrt durch Macchia-Büsche, bei der du den salzigen Wind riechst, bevor du das Meer siehst. Die Navigation durch die Weinberge ist ohne Track verwirrend — hier die GPX-Datei bei ridescouts, die dich zuverlässig durch jede Abzweigung führt.
| Detail | Info |
|---|---|
| Distanz | 33 km (Rundkurs) |
| Höhenmeter | 670 m |
| Dauer | 3-4 Stunden |
| Untergrund | Asphalt + Schotter (ca. 40/60) |
| Schwierigkeit | Mittel bis anspruchsvoll |
| Beste Saison | September-Oktober (Weinlese) |

Einkehr-Tipp entlang der Route: Etwa auf halber Strecke, kurz nach dem Anstieg bei Hodilje, steht eine kleine Konoba ohne Schild am Straßenrand. Der Besitzer hat meistens nur das, was er morgens gefangen oder geerntet hat — gegrillten Fisch, Tomaten aus dem Garten, hausgemachtes Brot. Frag nach dem Hauswein, der nie auf einer Karte steht, aber trotzdem besser ist als das meiste, was du in Dubrovniker Restaurants bekommst. Falls die Konoba geschlossen ist: In Ston selbst gibt es die Konoba Bakus direkt neben der Stadtmauer mit hervorragendem Risotto.
Route 2: Konavle — Das vergessene Tal (38 km)
Südlich von Dubrovnik, fast an der montenegrinischen Grenze, liegt ein Tal, in dem die Zeit stehengeblieben ist. Die Frauen weben noch Seide nach jahrhundertealten Mustern. Die Männer brennen Travarica, einen Kräuterschnaps, dessen Rezept jede Familie geheim hält. Und sonntags tanzt das ganze Dorf Čilipi auf dem Kirchplatz die traditionelle Linđo.
Die Radtour durch das Konavle-Tal ist sanfter als die Pelješac-Route: 38 Kilometer auf asphaltierten Landstraßen, durch Weinberge und Obstgärten, vorbei an Steinhäusern, die seit 500 Jahren stehen. Keine technischen Schwierigkeiten, nur pure Landschaft. Der höchste Punkt der Route liegt bei knapp 300 Metern, und die Anstiege verteilen sich gleichmäßig über die Strecke. Damit ist sie auch für ambitionierte Einsteiger gut machbar, besonders mit einem E-Bike. Die Straßen sind so ruhig, dass du manchmal minutenlang kein Auto hörst — nur Zikaden, Wind und das Murmeln der kleinen Bäche, die sich durch das Tal ziehen.
Was diese Route besonders macht: Du fährst durch Dörfer, die in keinem Reiseführer stehen. Gruda, Pridvorje, Ljuta — Namen, die selbst viele Kroaten nicht kennen. In den kleinen Konobas gibt es Lamm unter der Peka, wie es seit Generationen zubereitet wird. Halt unbedingt bei den Wassermühlen von Ljuta — eine davon wurde restauriert und mahlt tatsächlich noch Korn. Der Bach, der die Mühlen antreibt, ist kristallklar und eiskalt, perfekt um die Trinkflasche aufzufüllen. In Gruda selbst lohnt sich die Konoba Konavoski Dvori, die an einem Wasserfall liegt und wo du unter uralten Platanen sitzt, während das Essen auf der Glut zubereitet wird.

| Detail | Info |
|---|---|
| Distanz | 38 km (Rundkurs) |
| Höhenmeter | ca. 450 m |
| Dauer | 2,5-3,5 Stunden |
| Untergrund | Überwiegend Asphalt |
| Schwierigkeit | Leicht bis mittel |
| Beste Saison | April-Juni, September-Oktober |
Die Route zum Herunterladen — perfekt kombinierbar mit der Folklore-Show am Sonntag. Insider-Tipp: Starte früh am Morgen und plane so, dass du gegen 11 Uhr in Čilipi ankommst, wenn die Messe endet und die Tänzer auf den Platz kommen. Danach Mittagessen in einer der Dorfkonobas und nachmittags den Rückweg antreten. Ein perfekter Süddalmatien-Tag.
Route 3: Die Wasserwege der Neretva (38 km)
Nördlich von Dubrovnik, wo der Fluss Neretva ins Meer mündet, existiert eine Landschaft, die so gar nicht zu Dalmatien passt. Statt karger Felsen: Süßwasserseen. Statt Olivenhainen: Mandarinenplantagen. Statt ausgetrockneter Hitze: schilfgesäumte Kanäle, auf denen die Fischer noch mit Holzbooten fahren.
Die Tour startet an den Baćina-Seen — türkisfarbene Becken, die durch unterirdische Kanäle mit dem Meer verbunden sind. Von dort geht es auf ruhigen Landstraßen ins Delta, durch Zitrushaine und kleine Dörfer bis zum Flussufer. Unterwegs passierst du Vid, das antike Narona, wo ein kleines Museum die Überreste eines römischen Tempels zeigt, der erst in den 1990er Jahren entdeckt wurde. Die Legende sagt, Augustus selbst habe hier opfern lassen. Ob das stimmt, sei dahingestellt — die Marmorfragmente im Museum sind trotzdem beeindruckend.
Das Gelände ist flacher als auf Pelješac, die Atmosphäre vollkommen anders. Im Herbst leuchten die Felder orange von den Mandarinen. Im Frühjahr kommen die Zugvögel. Das ganze Jahr über ist es ruhig — die Touristen fahren alle weiter nach Dubrovnik. Die einzigen Anstiege kommen am Anfang und Ende der Route, wenn du von der Küstenstraße ins Delta abfährst und wieder hinauf musst. Dazwischen ist es so flach, dass du vergisst, in Dalmatien zu sein. Perfekte Route für heiße Tage, weil du fast durchgehend im Schatten von Obstbäumen und Schilf fährst.

| Detail | Info |
|---|---|
| Distanz | 38 km (Rundkurs) |
| Höhenmeter | ca. 280 m |
| Dauer | 2,5-3 Stunden |
| Untergrund | Asphalt, teils Feldwege |
| Schwierigkeit | Leicht |
| Beste Saison | Oktober-November (Mandarinenernte) |
GPX für die Neretva-Route — besonders nützlich für die kleinen Wege durch die Felder, die auf Google Maps nicht eingezeichnet sind.
Pelješac mit dem Rennrad: Anstiege mit Adria-Panorama
Rennradfahrer, die nur auf der Hauptstraße bleiben, verpassen nichts — und gleichzeitig alles. Die D414, die über den Rücken der Halbinsel führt, ist zwar die direkteste Verbindung zwischen Ston und Orebić, aber sie hat wenig Schatten und im Sommer mehr Verkehr als erwartet. Deutlich reizvoller sind die Stichstraßen, die von der Kammstraße zu den Küstenorten abfallen.
Der Klassiker unter den Rennrad-Anstiegen ist die Straße hinunter nach Potomje und weiter nach Dingač. Der Ort besteht aus kaum mehr als einem Dutzend Häuser, aber der Wein, der an den steilen Südhängen darüber wächst, gehört zum Besten, was Kroatien zu bieten hat. Der Anstieg von der Nordseite ist kurz, aber brutal — 3 Kilometer mit Passagen über 15 Prozent Steigung. Dafür ist die Abfahrt zur Südküste atemberaubend: Haarnadelkurven mit Blick auf das offene Meer und die Insel Korčula, die wie ein dunkler Schatten am Horizont liegt.

Eine lohnende Rennrad-Schleife: Start in Orebić, über die Kammstraße Richtung Osten bis Janjina, dann die Abfahrt nach Trstenik an der Südküste, entlang der Küste zurück nach Orebić. Rund 55 Kilometer, 900 Höhenmeter, und jede Kurve ein anderes Panorama. In Trstenik gibt es einen kleinen Hafen mit einer Konoba, in der du frischen Fisch vom Grill bekommst — perfekter Halbzeitpunkt. Die Straße entlang der Südküste ist so schmal und kurvenreich, dass sie wie für Rennradfahrer gebaut wirkt. Kaum Verkehr, weil es keinen Grund gibt, hier langzufahren — außer der Schönheit.
Wann fahren? Die ehrliche Einschätzung
September und Oktober sind die besten Monate, ohne Wenn und Aber. Die Weinlese auf Pelješac läuft, die Mandarinen an der Neretva werden reif, die Temperaturen liegen bei angenehmen 22-28 Grad, und die Kreuzfahrtschiff-Massen in Dubrovnik sind wieder abgereist. Die Farben der Landschaft sind in dieser Zeit am intensivsten — die Weinblätter färben sich golden, das Licht wird weicher, und das Meer hat noch Badetemperatur von den Sommermonaten. Viele Weingüter öffnen ihre Türen für spontane Verkostungen, weil ohnehin alle mit der Ernte beschäftigt sind und gute Laune herrscht. Du riechst die gärenden Trauben aus den Kellern, bevor du sie siehst.
April bis Juni funktioniert ebenfalls gut — alles ist grün und blühend, die Luft riecht nach Rosmarin und Lavendel, und die Touristenmassen sind noch erträglich. Das Meer ist allerdings zum Baden nach der Tour noch kühl, was je nach Perspektive ein Nachteil oder ein Vorteil ist. Dafür sind die Tage lang genug für ausgedehnte Touren, und die Temperaturen steigen selten über 28 Grad. Im Mai blühen die Oleander entlang der Straßen, und die Konobas öffnen nach der Winterpause mit frischer Energie.
Juli und August? Kannst du machen. Aber: Temperaturen über 35 Grad im Schatten — und Schatten gibt es auf Pelješac wenig. Jeder Dubrovnik-Besucher hat die gleiche Idee mit dem “Ausflug ins Hinterland”, sodass selbst die Nebenstraßen belebter sind als sonst. Wenn du musst: Starte vor sechs Uhr morgens, nimm mindestens drei Liter Wasser mit, und plane eine lange Mittagspause in einer Konoba ein, bis die schlimmste Hitze vorbei ist. Die Abendstunden ab 17 Uhr sind dann wieder erträglich und bieten das schönste Licht.
Winter ist ein Geheimtipp für Hartgesottene. Oft 15 Grad und Sonne, manchmal tagelang Regen und Bora-Wind. Günstige Unterkünfte, leere Straßen — aber Glücksspiel mit dem Wetter. Wer flexibel ist und den Wetterbericht im Auge behält, kann im Dezember oder Februar perfekte Bedingungen erwischen. Die Konobas in Ston haben auch im Winter geöffnet, und die Austern schmecken sowieso das ganze Jahr.

Ausrüstung und Radtyp: Was brauchst du wirklich?
Die Frage nach dem richtigen Rad für Pelješac lässt sich einfach beantworten: Ein Gravelbike ist die beste Wahl. Die meisten Routen kombinieren Asphaltabschnitte mit Schotterwegen, und die unbefestigten Passagen sind oft die landschaftlich reizvollsten. Reifen ab 35 mm Breite geben genug Komfort auf dem teils groben Schotter, ohne auf Asphalt zu langsam zu sein.
Rennräder funktionieren auf den asphaltierten Straßen hervorragend, schränken dich aber bei den Abstecher-Optionen ein. Wer ein Rennrad mitbringt, sollte sich auf die Hauptstraßen und die asphaltierten Küstenabschnitte konzentrieren — das ist immer noch spektakulär, aber du verpasst manche Abzweigung in die Weinberge. E-Bikes sind auf Pelješac eine ernsthafte Überlegung: Die Anstiege summieren sich, und mit Motorunterstützung bleibt Energie für die Weingüter statt für den letzten Kilometer bergauf. Die meisten Verleiher in Dubrovnik haben E-Gravelbikes im Angebot, allerdings ist die Auswahl begrenzt und eine Reservierung im Sommer Pflicht.
Was du unbedingt dabeihaben solltest: Mindestens zwei große Trinkflaschen (auf Pelješac gibt es wenige Nachfüllmöglichkeiten zwischen den Orten), Sonnenschutz, einen Ersatzschlauch und eine Minipumpe. Die nächste Radwerkstatt ist in Dubrovnik — auf der Halbinsel selbst wirst du keine finden. Ein Smartphone mit Offline-Karten ist wichtiger als ein Fahrradcomputer, weil die Wegführung an manchen Stellen ohne GPS schwierig ist.
Was du wissen solltest: Praktische Infos
Anreise: Von Dubrovnik nach Pelješac sind es 60 Kilometer — seit 2024 über die neue Pelješac-Brücke, die den Umweg durch Bosnien erspart. Das ist ein enormer Vorteil, weil du jetzt ohne Grenzkontrollen und Stau direkt auf die Halbinsel fahren kannst. Das Konavle-Tal beginnt 25 Kilometer südlich von Dubrovnik, praktischerweise direkt am Flughafen. Die Neretva erreichst du auf dem Weg nach Split, etwa 100 Kilometer nördlich. Mit dem Rad von Dubrovnik nach Ston zu fahren ist möglich (ca. 60 km, 750 Hm), aber die Küstenstraße über Trsteno hat stellenweise viel Verkehr. Besser: Rad ins Auto, bis Ston fahren, dort starten.
Fahrradverleih: In Dubrovnik gibt es einige Verleiher, aber die Auswahl ist kleiner als in Split oder Istrien. Adriatic Kayak & Snorkel hat brauchbare Trekkingräder, und bei Dubrovnik Bike Plus bekommst du vernünftige Gravel- und E-Bikes. Reserviere im Sommer unbedingt voraus, vor allem für E-Bikes — der Bestand ist überschaubar. Preise 2026: 20-35 Euro für Trekking/Gravel, 45-60 Euro für E-Bikes pro Tag. Wer mehr Auswahl will, mietet in Split und fährt mit dem Rad auf die Halbinsel. Manche Verleiher liefern gegen Aufpreis auch nach Ston.
Unterkunft: Auf Pelješac selbst gibt es kleine Pensionen in Ston und Orebić. In Ston lohnt sich das Hotel Ostrea direkt am Wasser, wo du abends die Austern quasi von der Terrasse aus im Meer sehen kannst. In Orebić gibt es mehr Auswahl, darunter einige Apartments mit Blick auf Korčula. Die meisten Radfahrer übernachten aber in Dubrovnik und machen Tagestouren — die Entfernungen sind überschaubar. Für eine Mehrtages-Tour mit allen drei Routen bietet sich eine Nacht in Ston und eine in Dubrovnik an, mit der Neretva als Tagesausflug.

Wasserversorgung: Das ist der Punkt, den die meisten unterschätzen. Zwischen den Ortschaften auf Pelješac gibt es oft 10-15 Kilometer ohne jede Einkehrmöglichkeit. Auf der Ston-Route gibt es zwischen Mali Ston und dem Höhenrücken keine einzige Quelle oder Bar. Im Sommer kann das bei 35 Grad ernst werden. Füll deine Flaschen an jedem Brunnen, den du siehst, und nimm im Zweifel eine dritte Flasche im Rucksack mit.
Das darfst du auf keinen Fall verpassen
Austern in Mali Ston: Nicht irgendwelche Austern — die besten Kroatiens, manche sagen die besten der Adria. Direkt aus der Bucht, roh mit Zitrone, dazu ein Glas Pošip. Die Bucht von Mali Ston ist eines der wenigen Gebiete im Mittelmeer, in dem die Wasserqualität gut genug für rohe Muschelzucht ist. Selbst wenn du denkst, du magst keine Austern: Probier sie hier. Die meisten Austernhasser, die wir kennen, haben ihre Meinung in Mali Ston geändert. Mehr dazu in unserem Guide zu den Austern von Mali Ston.

Dingač und Postup — Wein vom steilen Hang: Die berühmtesten Rotweine der Halbinsel wachsen an steilen Südhängen über dem Meer. Die Rebsorte Plavac Mali, ein Verwandter des kalifornischen Zinfandel, braucht genau diese Kombination aus Hitze, Meeresbrise und Kalksteinboden, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Fast jedes Weingut bietet Verkostungen an — nach der Tour natürlich, nicht vorher. Die bekanntesten Namen sind Matuško in Potomje und Saints Hills bei Dingač, aber gerade die kleinen Familienbetriebe, bei denen der Winzer selbst einschenkt, sind die besten Erlebnisse. Rechne mit 3-8 Euro pro Verkostung, je nachdem wie viele Weine du probierst. Wer tiefer in die Weinwelt eintauchen will: Unsere Dingač-Weinroute beschreibt die besten Weingüter im Detail.

Folklore in Čilipi: Jeden Sonntag nach der Messe tanzt das Dorf die traditionelle Linđo in bunten Trachten. Die Tänzerinnen und Tänzer sind keine Profis, sondern Dorfbewohner, die diese Tradition seit Generationen pflegen. Danach gibt es in den Konobas Mittagessen mit Live-Musik. Touristisch? Ja, inzwischen kommen auch Busse aus Dubrovnik. Authentisch? Trotzdem, weil die Tänze auch ohne Touristen stattfänden.
Froschschenkel an der Neretva: Klingt seltsam für Kroatien, ist aber die lokale Spezialität des Deltas. Die Frösche leben in den Sumpfgebieten, und das Rezept — paniert und in Olivenöl gebraten — stammt nicht aus Frankreich, sondern aus einer jahrhundertealten lokalen Tradition. Dazu Aal aus dem Fluss, in der sogenannten Brudet-Zubereitung (ein dicker Eintopf mit Polenta), und frische Mandarinen als Dessert. Die Konoba Mate in Kula Norinska ist die Adresse dafür.
Routen kombinieren: Die perfekte Mehrtages-Tour
Wer alle drei Routen fahren will, braucht mindestens drei Tage — aber vier oder fünf sind besser, weil du dann Zeit hast für Weinverkostungen, Austern-Pausen und einen Nachmittag am Strand. Ein sinnvoller Plan für 2026:
Tag 1: Anreise nach Dubrovnik, Rad abholen, nachmittags eine kurze Einrollrunde entlang der Küste. Abendessen in der Altstadt oder auf der Terrasse des Restaurants Panorama auf dem Srđ-Berg.
Tag 2: Früh starten, mit dem Auto nach Mali Ston, die Ston-Route fahren (33 km). Austern-Mittagessen in Mali Ston, nachmittags die Mauern zu Fuß erkunden (Eintritt ca. 12 Euro). Übernachtung in Ston oder zurück nach Dubrovnik.
Tag 3: Konavle-Tour (38 km). Wenn Sonntag: in Čilipi starten und die Folklore mitnehmen. Wenn nicht Sonntag: dafür die Wassermühlen in Ljuta einplanen und mehr Zeit in den Konobas verbringen. Abendessen in Dubrovnik.
Tag 4: Neretva-Route (38 km). Früh los, weil die Anfahrt vom Dubrovnik eine Stunde dauert. Im Delta Froschschenkel essen, auf der Rückfahrt am Strand von Ploče halten. Abendessen in Dubrovnik, Beine hochlegen.
Tag 5: Ruhetag oder Dubrovnik erkunden. Die Sehenswürdigkeiten der Altstadt füllen locker einen Tag, und nach drei Tagen auf dem Rad tut ein Stadtbummel gut. Wer noch Energie hat: Die Insel Lokrum ist mit der Fähre in 15 Minuten erreichbar und hat einen Botanischen Garten plus Bademöglichkeiten.

Was danach?
Ein Tag Radfahren, ein Tag Dubrovnik — die klassische Kombination. Die Altstadt ist in 3-4 Stunden machbar, danach Strand oder Stadtmauer. Am dritten Tag vielleicht Pelješac mit dem Auto für die Weingüter, die du mit dem Rad nicht geschafft hast. Wer Parken in Dubrovnik richtig plant, spart sich einiges an Nerven.
Die Strände der Halbinsel kennen die Dubrovnik-Massen nicht: Divna bei Trpanj (versteckte Kiesbucht, nur über eine Schotterstraße erreichbar), Prapratno nahe Ston (ruhig und schattig, auch gut zum Schnorcheln), Žuljana an der Südküste (einer der wenigen Sandstrände der Region, perfekt nach einer schweißtreibenden Tour). Alle drei sind selten überfüllt, selbst im August.
Wer nach den Pelješac-Touren Lust auf mehr Radfahren in der Region hat, findet in unserem Guide zu Dubrovnik Radtouren weitere Routen — darunter eine Küstentour nördlich der Stadt und Optionen auf den Elaphiten-Inseln. Und wer sich für das gesamte Hinterland interessiert: Dubrovnik Hinterland Geheimtipps zeigt, was abseits der Touristenströme noch wartet.
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