Radtouren in der Kvarner-Bucht: Inseln, Berge und Bären (2026)
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Kvarner
- 31 Dec, 2025
Inhalt
Die Kvarner-Bucht ist Kroatiens unterschätzte Ecke. Während alle nach Istrien oder Dalmatien fahren, liegt hier ein Radrevier, das es in sich hat: Die Insel Krk mit ihrem berühmten Žlahtina-Wein, das Velebit-Gebirge mit seinen wilden Wäldern und ein Bärenschutzgebiet, das du mit dem Rad erreichst. Dazu die wilden Inseln Cres und Lošinj, die elegante Riviera von Opatija und Strände, die noch nicht überlaufen sind. Die Kvarner-Bucht bietet Radtouren für jeden Geschmack – von der gemütlichen Küstenfahrt entlang der Lungomare bis zum brutalen Aufstieg ins Velebit-Gebirge.

Warum Kvarner?
Die Kvarner-Bucht liegt zwischen Istrien und Dalmatien – geografisch und charakterlich. Hier treffen mediterrane Küste und alpine Berge aufeinander. Die Insel Krk ist per Brücke erreichbar (einzigartig in Kroatien), das Velebit-Gebirge steigt direkt hinter der Küste auf 1.700 Meter, und die Bora – der berüchtigte Fallwind – macht die Region zu einem Ort mit Charakter.
Für Radfahrer bedeutet das: An einem Tag rollst du durch Weinberge mit Meerblick, am nächsten kämpfst du dich durch dichte Buchenwälder in den Bergen, und am dritten gleitest du auf der historischen Lungomare-Promenade an Jugendstilvillen vorbei. Diese Vielfalt auf so engem Raum gibt es sonst nirgends in Kroatien. Dazu kommt, dass die Infrastruktur besser ist als in vielen dalmatinischen Regionen – Rijeka als größte Stadt der Bucht hat Radwerkstätten, Verleiher und Ersatzteilgeschäfte. Die Fährverbindungen zwischen den Inseln machen Inselhopping mit dem Rad unkompliziert.
Was dich erwartet:
- Die Insel Krk: Per Brücke erreichbar, Weinberge, mittelalterliche Städte auf Klippen
- Cres und Lošinj: Wildnis, Gänsegeier und Delfine auf den ursprünglichsten Inseln der Adria
- Opatija und der Lungomare: Elegante Küstenfahrten zwischen Habsburger Villen
- Das Velebit-Gebirge: Wilder als alles andere an der Küste, Wölfe und Bären inklusive
- Senj und die Uskoken: Eine Stadt mit Geschichte und dem stärksten Wind Europas
Die beste Jahreszeit
Mai bis Juni: Ideal. Die Temperaturen liegen bei 22-28°C, Krk ist noch nicht überlaufen, und die Bergwiesen am Velebit blühen. Die Fähren nach Cres fahren häufig, und auf Lošinj blühen die Gärten – die Insel ist berühmt für ihre subtropische Vegetation. An der Opatija-Riviera sind die Hotels noch nicht ausgebucht, und der Lungomare gehört dir fast allein.
September: Perfekt. Weinlese auf Krk, warmes Meer, stabile Wetterlage. Die Bora ist seltener als im Winter. Auf Cres starten die Gänsegeier ihre letzten großen Flüge vor dem Herbst, und das Licht über der Bucht hat diesen goldenen Ton, den man im Sommer vergeblich sucht. Die Wassertemperaturen liegen noch bei 22-24°C – perfekt für ein Bad nach der Tour.
Juli und August: Heiß an der Küste, aber die Berge bieten Abkühlung. Auf Krk wird es voll – früh starten! Die Inseln Cres und Lošinj sind deutlich ruhiger als Krk, weil sie nur per Fähre erreichbar sind. Wer die Hitze meiden will, ist am Risnjak richtig – dort sind es selbst im Hochsommer selten mehr als 25°C.
Achtung Bora: Der Nordostwind kann jederzeit auftreten, besonders im Winter und Frühjahr. Bei Bora-Warnung (Sturmböen bis 200 km/h an der Küste!) ist Radfahren gefährlich. Wettervorhersage checken! Die Brücke zur Insel Krk wird bei extremer Bora für Zweiräder gesperrt – ein Detail, das viele erst vor Ort erfahren.

Die Insel Krk: Von Malinska nach Vrbnik
Die klassische Krk-Tour führt von Malinska im Westen nach Vrbnik im Osten – und wieder zurück. Dazwischen: das grüne Inselinnere mit Weinbergen und Olivenhainen, traditionelle Steindörfer und am Ende ein Städtchen, das dramatisch auf einer Klippe über dem Meer thront.
Vrbnik ist der Ort, an dem der Žlahtina-Wein wächst – ein frischer Weißwein, den es nur hier gibt. Die Reben stehen in der salzigen Meeresluft, die engen Gassen des Ortes sind die schmalsten Kroatiens (eine ist nur 43 cm breit!), und die Aussicht von der Klippe ist spektakulär. Die Konoba Nada am Ortsrand serviert seit Jahrzehnten Fisch und Pasta zu diesem Wein – die Terrasse über dem Abgrund ist einer der besten Einkehrstopps auf ganz Krk.
Die Route verlässt Malinska über ruhige Landstraßen, steigt sanft ins Inselinnere auf und führt durch eine Landschaft, die mediterraner nicht sein könnte: Trockenmauern, Feigenbäume, verlassene Steinhäuser. Unterwegs passierst du das Dorf Dobrinj, das auf einem Hügel thront und mit seiner Kirche und den Steinhäusern wie ein Freilichtmuseum wirkt. Von dort geht es durch karstige Hochebenen, bevor die Straße nach Vrbnik abfällt. In Vrbnik angekommen, hast du dir ein Glas Žlahtina verdient – am besten auf der Terrasse mit Blick aufs Meer.

Die Fakten:
- Distanz: ca. 44 km (Rundkurs)
- Höhenmeter: 600 m rauf, 600 m runter
- Dauer: 4 Stunden
- Untergrund: Asphalt und befestigte Wege
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Die Höhenmeter sind nicht zu unterschätzen – Krk ist hügeliger als es aussieht. Ein E-Bike macht die Tour entspannter, ein normales Trekkingrad reicht aber aus. Wer die Tour verlängern will, fährt von Vrbnik weiter nach Baška im Süden – dort wartet einer der schönsten Strände der Kvarner-Bucht, eingekesselt zwischen kargen Bergen und türkisem Wasser. Das fügt allerdings 30 km und einige heftige Anstiege hinzu. Für die Orientierung durch die Weinberge ist ein GPS-Track praktisch – die kleinen Wege sind nicht immer ausgeschildert.
Vom Meer zu den Bären: Senj nach Kuterevo
Das ist die Tour für Abenteurer: Von der Küste bei Senj hinauf ins Velebit-Gebirge, durch Wälder und Bergwiesen bis zum Bärenschutzgebiet Kuterevo. Eine Strecke, die in wenigen Stunden zwei Welten verbindet.
Senj ist eine Stadt mit Geschichte – hier lebten die Uskoken, Piraten-Krieger, die im 16. Jahrhundert das Mittelmeer unsicher machten. Die Festung Nehaj über der Stadt zeugt davon. Hier weht die Bora am stärksten in ganz Europa – an Sturmtagen werden Autos umgeworfen. Die Stadt selbst wirkt rau, fast spröde, aber genau das macht ihren Charme aus. Am Hafen reihen sich einfache Fischrestaurants, in denen Grillfisch und Pommes zusammen keine zehn Euro kosten.
Von Senj geht es steil bergauf. Die Küste verschwindet, Eichen- und Buchenwälder übernehmen, die Luft wird kühler. Nach zwei Stunden Aufstieg erreichst du Kuterevo – ein Dorf, das für sein Bärenrefugium bekannt ist. Hier werden verwaiste Braunbären aufgezogen, die nicht mehr in die Wildnis zurückkönnen. Du kannst das Refugium besuchen und die Bären aus nächster Nähe sehen. Der Eintritt ist frei, Spenden werden dankbar angenommen. Die Bären – manche wiegen über 300 Kilo – sind erstaunlich zutraulich und an Besucher gewöhnt.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 41 km
- Höhenmeter: 1.340 m rauf, 810 m runter
- Dauer: 5 Stunden
- Untergrund: Asphalt und Gravel
- Schwierigkeit: Sehr anspruchsvoll
Das ist keine Tour für Anfänger. Der Aufstieg ist lang und steil, die Infrastruktur unterwegs minimal. Nimm genug Wasser und Verpflegung mit – zwischen Senj und Kuterevo gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Die Belohnung: Eine Landschaft, die wilder ist als alles andere an der kroatischen Küste. Wer sich die Strecke als GPX herunterladen will, findet dort auch Hinweise zu Wasserstellen und Einkehrmöglichkeiten.

Der Nationalpark Risnjak: Grüne Wälder über dem Meer
Zwischen der Küste und dem kontinentalen Kroatien liegt der Gorski Kotar – ein Mittelgebirge, das dichter bewaldet ist als jede andere Region des Landes. Mittendrin: der Nationalpark Risnjak, Heimat von Luchsen, Bären und Wölfen.
Die Tour startet in Crni Lug, einem Dorf am Rand des Nationalparks, und führt auf Waldwegen durch dichte Buchen- und Tannenwälder. Die Luft ist frisch, die Wege sind weich, und du begegnest mehr Rehen als Menschen. Zwischendurch öffnen sich Lichtungen mit Ausblicken auf die Berge – und bei klarer Sicht bis zur Küste. In den Tälern stehen alte Holzhäuser, die noch bewohnt sind, und an manchen Quellen ist das Wasser so klar, dass du es direkt trinken kannst.
Das ist kein Küstenradfahren – hier bist du in den Bergen, auch wenn das Meer nur eine Stunde entfernt ist. Die Wälder sind dicht, die Stille ist tief, und die Natur hat etwas Ursprüngliches, das du sonst in Kroatien selten findest. Wer Glück hat, sieht Spuren von Bären oder Wölfen am Wegrand – die Tiere selbst bekommt man selten zu Gesicht, aber das Wissen, dass sie da sind, verändert das Fahrgefühl.

Die Fakten:
- Distanz: ca. 40 km (Rundkurs)
- Höhenmeter: 870 m rauf, 870 m runter
- Dauer: 4 Stunden
- Untergrund: Waldwege und Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
Ein Mountainbike ist Pflicht – die Waldwege sind teilweise rau. Nimm Mückenspray mit (im Wald kann es schwül werden) und eine Jacke (auch im Sommer ist es hier kühler als an der Küste). Die komplette Route mit Offline-Karte findest du zum Download – im Wald ist Mobilfunkempfang nicht garantiert, und die Wege verzweigen sich häufig ohne Beschilderung.
Cres: Die wilde Schwester
Cres ist die größte Insel der Adria – und gleichzeitig eine der am dünnsten besiedelten. Während auf Krk im Sommer Strandliegen um Platz kämpfen, findest du auf Cres Buchten, in denen du den ganzen Tag allein bist. Die Insel ist per Fähre von der Insel Krk (Valbiska nach Merag, 25 Minuten) oder von Rijeka und Brestova erreichbar, und das Rad fährt auf der Fähre für ein paar Euro mit.

Die Nordküste von Cres ist schroff und dicht bewaldet – hier brüten die Gänsegeier in den Klippen, eine der letzten Kolonien Europas. Wer von Cres-Stadt nach Norden fährt, durchquert Tramuntana, einen uralten Eichenwald, der an manchen Stellen so dicht ist, dass kaum Licht den Boden erreicht. Die Straße windet sich durch den Wald und bietet immer wieder Ausblicke auf versteckte Buchten weit unten. Das Dorf Beli am Ende des Waldes ist winzig – ein paar Steinhäuser, eine Konoba, ein Eco-Centre, das sich um die Gänsegeier kümmert. Von der Terrasse des Eco-Centres siehst du die Vögel mit ihren zweieinhalb Metern Spannweite über den Klippen kreisen.
Die Südroute von Cres-Stadt in Richtung Osor ist flacher und wärmer. Die Straße folgt der Westküste, vorbei an Olivenhainen und verlassenen Dörfern. Osor, am südlichen Ende, ist eine Miniaturstadt mit römischen Ruinen und einer Brücke, die Cres mit der Nachbarinsel Lošinj verbindet – eine Drehbrücke, die zweimal am Tag für Schiffe geöffnet wird. In Osor findet im Sommer ein Musikfestival statt, bei dem Kammermusik zwischen antiken Mauern erklingt. Die Strecke Cres-Stadt nach Osor misst rund 50 km und ist wellig, aber nie extrem – ideal für ein Trekkingrad oder Gravelbike.
Wer es kürzer mag, fährt die Runde um den Vrana-See, den Süßwassersee mitten auf der Insel. Der See ist das Trinkwasserreservoir der Insel und erstaunlich groß – man sieht das andere Ufer kaum. Eine Umrundung auf Schotterwegen misst etwa 25 km und führt durch absolute Stille.
Lošinj: Duftende Gärten und Delfine

Lošinj hängt an Cres wie ein Anhänger – die beiden Inseln sind über die Drehbrücke bei Osor verbunden. Aber der Charakter könnte unterschiedlicher nicht sein. Wo Cres wild und karg ist, ist Lošinj üppig und kultiviert. Die Insel war im 19. Jahrhundert Kurort für die Habsburger Aristokratie, und die subtropischen Gärten aus dieser Zeit existieren noch. Palmen, Oleander, Agaven und über tausend Pflanzenarten wachsen hier in einem Mikroklima, das milder ist als alles andere an der nördlichen Adria.
Die Hauptroute auf Lošinj führt von Osor im Norden nach Mali Lošinj im Süden – rund 30 km auf einer gut asphaltierten Straße, die sich an der Westküste entlangschlängelt. Unterwegs liegt das Dorf Nerezine am Fuß des Osoršćica, des höchsten Berges der Insel (588 m). Wer Lust auf einen Abstecher hat, kann das Rad abstellen und in einer Stunde auf den Gipfel steigen – der Blick reicht bis nach Istrien. Veli Lošinj, das südlichere Pendant zu Mali Lošinj, ist ein verschlafener Fischerort mit bunten Häusern und einem kleinen Hafen, in dem Fischerboote neben Segelyachten liegen.
Das Besondere an Lošinj: In den Gewässern rund um die Insel lebt eine Gruppe von etwa 200 Großen Tümmlern. Die Blue World Institute in Veli Lošinj erforscht sie seit den 1980er Jahren. Im Sommer kannst du Delfin-Beobachtungstouren buchen – vom Rad aufs Boot und zurück. Mali Lošinj selbst ist lebhafter als die meisten Kvarner-Orte, mit einer langen Hafenpromenade, Eiscafés und Restaurants. Die Konoba Baracuda am Hafen serviert den besten Grillfish der Insel, und die Bucht Čikat westlich der Stadt hat Kiesbuchten unter Pinien, die zum Baden nach der Tour einladen.
Eine lohnende Tagesrunde auf Lošinj: Von Mali Lošinj nach Veli Lošinj über die Ostküste (schmale Straße, kaum Verkehr, wilde Buchten), dann zurück über die Westküste durch den Duftgarten – insgesamt etwa 20 km, flach bis wellig, perfekt auch für Familien.
Die Opatija-Riviera: Entlang der Lungomare

Opatija ist das Gegenteil von Wildnis – hier ist alles gepflegt, elegant, durchkomponiert. Die Stadt war das erste Seebad der Habsburger Monarchie, und dieser Geist lebt in den Grand Hotels, den Parks und der berühmten Lungomare-Promenade weiter. Als Radfahrer wirst du Opatija nicht wegen der Herausforderung lieben, sondern wegen der Schönheit.
Die Lungomare, ein 12 km langer Küstenweg von Volosko im Norden bis Lovran im Süden, ist Opatijas Herzstück. Zu Fuß dauert sie drei Stunden, mit dem Rad eine knappe – aber du wirst öfter anhalten als du denkst. In Volosko, dem Fischerdorf am nördlichen Ende, stehen die Häuser direkt am Wasser, und die Restaurants servieren die vielleicht beste Küche der gesamten Kvarner-Bucht. Le Mandrac, direkt am Hafen, hat einen Michelin-Stern – reservier mindestens eine Woche vorher. Der Weg führt dann an Badestellen, Villen aus der Gründerzeit und dem Park Angiolina vorbei, in dem subtropische Pflanzen unter alten Bäumen wachsen.

Lovran, am südlichen Ende der Promenade, war einst der ruhigere Nachbar von Opatija und hat sich diesen Charakter bewahrt. Die Altstadt hat mittelalterliche Mauern, und im Herbst findet hier das Marunada-Festival statt, bei dem alles um Maronen dreht – Maronenkuchen, Maronenlikör, Maronensuppe. Die Kastanienwälder oberhalb der Stadt liefern seit Jahrhunderten die Grundlage für dieses Fest.
Wer von Lovran weiter will, kann die Küstenstraße nach Mošćenička Draga nehmen – ein verschlafener Ort in einer tiefen Bucht, der von den Touristenströmen verschont bleibt. Die Strecke ist kurz (8 km), aber kurvenreich und landschaftlich atemberaubend. Alternativ führt von Lovran eine Bergstraße hinauf zum Učka-Tunnel und weiter auf den Gipfel des Vojak (1.396 m), dem höchsten Punkt Istriens. Diese Auffahrt ist bei Rennradfahrern legendär – 20 km und 1.200 Höhenmeter auf gut asphaltierter Straße, mit Aussichten, die bei klarem Wetter bis Venedig reichen. Der Učka-Naturpark oben ist wenig besucht und bietet Wanderwege, die sich auch mit dem Mountainbike erkunden lassen.
Für die gesamte Opatija-Runde (Volosko – Opatija – Lovran – Mošćenička Draga und zurück über die Hauptstraße) brauchst du etwa drei Stunden und legst rund 40 km zurück. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen, solange du die Učka-Auffahrt auslässt. Ein E-Bike ist sinnvoll, wenn du die Hügel oberhalb der Küste mitnehmen willst.
Rijeka als Drehscheibe
Rijeka, Kroatiens drittgrößte Stadt und Kulturhauptstadt Europas 2020, liegt im Herzen der Kvarner-Bucht und ist der logistische Knotenpunkt für alle Touren in der Region. Von hier starten die Fähren nach Cres, die Busse nach Senj, und die Straße nach Krk führt direkt über die Brücke. Für Radfahrer ist das praktisch – du kannst in Rijeka übernachten und jeden Tag eine andere Tour starten, ohne das Quartier wechseln zu müssen.
Die Stadt selbst verdient mehr als einen Durchfahrtsblick. Der Korzo, die Fußgängerzone, hat das Flair einer italienischen Passeggiata, und der Fischmarkt am Hafen ist einer der lebendigsten in ganz Kroatien. Das Viertel Trsat oberhalb der Stadt hat eine mittelalterliche Burg mit Panoramablick über die gesamte Bucht. Radfahren in Rijeka selbst ist allerdings nicht ohne – die Stadt ist hügelig, der Verkehr dicht. Besser als Ausgangspunkt nutzen und die Touren draußen starten.
In Rijeka gibt es mehrere Fahrradwerkstätten, darunter Bikesport auf dem Korzo und Green Bike nahe dem Busbahnhof. Beide verleihen auch Räder – Trekking, MTB und E-Bike. Ersatzteile bekommst du hier deutlich leichter als auf den Inseln.
Für die Planung
Anreise
Nach Krk: Von Rijeka über die Krk-Brücke (mautfrei seit 2020). Alternativ Fähre von Crikvenica nach Šilo. Bei extremer Bora kann die Brücke für Zweiräder gesperrt sein – dann ist die Fähre die einzige Option.
Nach Cres: Fähre von Valbiska (Krk) nach Merag (25 Min., mehrmals täglich) oder von Brestova (Festland, nahe Opatija) nach Porozina (20 Min.). In der Hochsaison reservieren!
Nach Lošinj: Über Cres und die Drehbrücke bei Osor. Alternativ Katamaran von Rijeka direkt nach Mali Lošinj (aber ohne Rad).
Nach Senj: Auf der Küstenstraße von Rijeka (45 km) oder von Zadar (90 km).
Zum Risnjak: Von Rijeka nach Crni Lug (30 km). Der Nationalpark liegt direkt an der Straße nach Zagreb.
Nach Opatija: Von Rijeka nur 15 km auf der Küstenstraße. Regelmäßige Busverbindungen (Rad im Gepäckraum möglich). Wer von Opatija nach Krk will, fährt über die Autobahn – Krk-Brücke ist in 45 Minuten erreichbar.
Fahrradverleih
Auf Krk gibt es Verleiher in Malinska und Krk-Stadt. In Senj und am Risnjak ist das Angebot begrenzt – am besten eigenes Rad mitbringen oder in Rijeka mieten. Auf Cres gibt es einen kleinen Verleih in Cres-Stadt (Cres Bike), auf Lošinj in Mali Lošinj (Lošinj Cycling). Beide haben E-Bikes im Angebot, aber die Auswahl ist begrenzt – in der Hochsaison vorher reservieren. In Opatija vermietet Sport4Fun am Hafen Räder, auch E-Bikes für die Učka-Auffahrt.
Unterkünfte
Auf Krk: Hotels und Apartments in Malinska, Krk-Stadt, Baška. In Vrbnik gibt es kleine Pensionen mit Charakter – die Pension Nada direkt an der Klippe ist eine der besten Adressen.
Auf Cres: Apartments in Cres-Stadt, einfache Unterkünfte in Beli und Osor. Camp Kovačine am Stadtrand von Cres-Stadt liegt direkt am Meer.
Auf Lošinj: Hotels und Apartments in Mali Lošinj, ruhigere Privatunterkünfte in Veli Lošinj. Das Boutique Hotel Alhambra in der Bucht Čikat ist Luxus pur.
In Opatija: Vom Grand Hotel bis zur einfachen Pension ist alles vorhanden. Das Hotel Mozart im Zentrum hat gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen abschließbaren Fahrradraum.
Am Velebit: In Senj einige Hotels. In Kuterevo einfache Privatunterkünfte (Sobe).
Am Risnjak: Berghütten im Nationalpark, Hotels in Delnice (10 km).
Essen
Auf Krk: Fisch und Meeresfrüchte, dazu Žlahtina-Wein. Die Šurlice (handgemachte Pasta) sind eine lokale Spezialität – gedrehte Nudeln, die mit Lammsauce oder Meeresfrüchten serviert werden.
Auf Cres und Lošinj: Lammfleisch von Cres ist berühmt – die Schafe grasen auf salzigen Küstenweiden, was dem Fleisch einen einzigartigen Geschmack gibt. In Veli Lošinj serviert die Konoba Baracuda gegrillten Fisch direkt am Hafen.
In Opatija: Hier isst du auf gehobenem Niveau. Volosko hat mehrere ausgezeichnete Restaurants; Le Mandrac (Michelin-Stern) und Plavi Podrum sind die bekanntesten. In Lovran dreht sich im Herbst alles um Maronen.
In Senj: Fischrestaurants am Hafen. Die Preise sind günstiger als auf den Inseln.
Im Gorski Kotar: Wild, Pilze, Forelle. Deftige Bergküche, die wärmt. In Fužine und Delnice gibt es Gasthäuser, die seit Generationen Gerichte aus dem Wald servieren.
Inselhopping mit dem Rad
Die Kvarner-Bucht eignet sich perfekt für eine mehrtägige Inselhopping-Tour. Eine mögliche Route über fünf bis sieben Tage könnte so aussehen: Start in Rijeka, mit dem Rad über die Brücke nach Krk, die Insel erkunden und den Žlahtina in Vrbnik probieren. Von Valbiska auf Krk geht die Fähre nach Merag auf Cres – dort über die wilde Nordküste und durch den Tramuntana-Wald. Von Cres-Stadt weiter nach Süden, über Osor und die Drehbrücke nach Lošinj. Mali Lošinj als Basislager für die Südspitze der Insel und die Delfin-Buchten. Zurück mit dem Katamaran nach Rijeka – oder die gleiche Route in umgekehrter Richtung.

Pro Tag legst du dabei 40-60 km zurück, mit genug Zeit für Schwimmstopps, Dorfbesuche und ausgedehnte Mittagspausen. Die Fähren verkehren im Sommer häufig, im Frühjahr und Herbst etwas seltener – Fahrplan von Jadrolinija vorher checken. Das Gepäck hält man am besten schlank: Radtaschen statt Koffer, leichte Kleidung, Badesachen immer griffbereit. Auf den Inseln gibt es genug Unterkünfte, aber in der Hochsaison (Juli/August) solltest du zumindest die erste und letzte Nacht vorbuchen.
Kombinationen
Mit den Plitvicer Seen
Der Nationalpark liegt nur 90 Minuten vom Gorski Kotar entfernt. Kombiniere Radfahren am Risnjak mit einem Besuch der Wasserfälle – von Crni Lug aus geht es über Delnice und die Autobahn. Wer das Rad mitnehmen will: Die Tour von den Seen zu den Wassermühlen startet in der Nähe von Plitvice und führt auf 39 km durch das Hinterland der Seen – eine perfekte Ergänzung zur Kvarner-Woche.
Kvarner trifft Velebit
Wer die Senj-Kuterevo-Tour geschafft hat und noch nicht genug vom Velebit hat, kann tiefer ins Gebirge vordringen. Von Kuterevo führen Straßen weiter ins Lika-Hinterland, wo die Landschaft noch einsamer wird. Das Gacka-Tal südlich des Velebits ist ein verstecktes Paradies – ein Flusstal mit kristallklarem Wasser, Forellenzucht und absoluter Stille. Mehrere Routen erschließen dieses Gebiet, darunter eine 78-km-Tour von den Quellen der Gacka bis zur Küste bei Senj.
Mit Istrien
Opatija liegt an der Grenze zu Istrien – die istrische Riviera beginnt praktisch am südlichen Ortsrand. Wer die Kvarner-Touren mit Istrien verbinden will, fährt von Opatija über den Učka-Tunnel (oder für Hartgesottene über den Pass) nach Ostistrien und weiter in die Hügellandschaft des Hinterlands. Von dort sind Motovun, Grožnjan und die Trüffelwälder erreichbar – ein völlig anderer Charakter als die Kvarner-Küste.
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