Radtouren ab Split: Küste, Canyons und Bergpanoramen (2026)
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 28 Dec, 2025
Inhalt
Split ist mehr als Diokletianpalast und Fähren zu den Inseln. Direkt vor der Stadt liegt einer der besten Ausgangspunkte für Radtouren in Dalmatien: Der Marjan-Hügel mit seinen Waldwegen, die dramatische Cetina-Schlucht bei Omis und die Küstenstraße nach Brela mit Blick auf das Biokovo-Gebirge. Und das Beste: Du kannst die stark befahrene Magistrale komplett umgehen.
Wer Split nur als Transitstation kennt, verpasst eines der vielseitigsten Radreviere an der Adria. Innerhalb einer Stunde wechselt die Landschaft von mediterraner Küste über tiefe Flusstäler bis hin zu kargen Karstplateaus auf über 500 Metern Höhe. Vier ausgearbeitete Routen zwischen 35 und 68 Kilometern decken dabei alles ab — von der gemütlichen Flusstal-Tour bis zur anspruchsvollen Gravel-Durchquerung des Hinterlandes.

Warum Radfahren ab Split?
Die meisten Touristen sehen Split als Durchgangsstation zu den Inseln. Dabei liegt direkt vor der Stadt ein Radrevier, das es in sich hat: Der Marjan-Hügel ist ein 3,5 km langer Waldrücken mit Trails für jeden Geschmack. Südlich der Stadt warten die Cetina-Schlucht und das Biokovo-Gebirge. Und wer die richtigen Wege kennt, erreicht die schönsten Strände der Makarska-Riviera, ohne einmal auf der überfüllten Küstenstraße fahren zu müssen.
Split hat als Radstandort einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen dalmatinischen Städten: Die Topografie rund um die Stadt bietet auf kleinem Raum extrem unterschiedliche Terrains. Im Westen der schattige Marjan mit seinen Pinien, im Osten die Ebene von Solin mit den römischen Ruinen von Salona, im Süden die steilen Anstiege zum Mosor-Gebirge und im Südosten die Cetina-Schlucht — eines der landschaftlichen Highlights ganz Kroatiens. Dazu kommt die gute Infrastruktur: Mehrere Radverleih-Stationen, Werkstätten für Notfälle und Busverbindungen für die Rückfahrt, falls die Beine nicht mehr mitspielen.
Was dich erwartet:
- Der Marjan-Hügel: Waldtrails mit Meerblick, 15 Minuten vom Stadtzentrum
- Die Cetina-Schlucht: Einer der spektakulärsten Canyons Kroatiens
- Das Biokovo-Gebirge: Von Meereshöhe auf 1.700 Meter in wenigen Kilometern
- Versteckte Dörfer im Hinterland, fernab der Touristenströme
- Strände, die du mit dem Rad erreichst, aber nicht mit dem Bus
Die beste Jahreszeit
April bis Juni: Ideal. Temperaturen zwischen 20-28 Grad, die Küste ist noch nicht überlaufen, und das Wetter ist stabil. Der Marjan blüht im Frühling, und die Cetina führt noch viel Wasser. Die Tage sind lang genug, um auch die 68-km-Routen ohne Zeitdruck zu schaffen. In dieser Phase sind auch die Nebenstraßen im Hinterland frei von Verkehr — im Hochsommer teilt man sich manche Abschnitte mit Reisebussen.
September bis Oktober: Unser Favorit. Die Sommerhitze ist vorbei, das Meer noch warm genug zum Baden nach der Tour, und die Touristenmassen sind weg. Perfektes Licht für Fotos, besonders in der goldenen Stunde über dem Biokovo. Das Wasser der Cetina-Quelle ist in diesen Monaten zwar etwas niedriger, aber die Farben der Karstlandschaft im Herbst — trockenes Gras, rotbraune Erde, silbrige Olivenbäume — entschädigen dafür.
Juli und August: Machbar, aber anstrengend. Temperaturen über 35 Grad, kaum Schatten außerhalb des Marjan, und die Küstenstraßen sind voll. Starte vor 7 Uhr oder nach 17 Uhr, und nimm mindestens 3 Liter Wasser mit. Die Cetina-Tal-Tour ist in dieser Zeit die beste Wahl, weil das Tal natürliche Kühlung bietet.
Winter: Möglich und oft unterschätzt. Temperaturen um 10-15 Grad, wenig Touristen, und die klare Winterluft macht die Ausblicke auf die Inseln noch spektakulärer. Kann windig sein, wenn die Bora bläst. Dafür sind die Marjan-Trails dann fast menschenleer, und in den Konobas im Hinterland sitzt man am Kamin statt auf der Terrasse.

Von Split nach Brela: Die Küstenroute durch unbekanntes Dalmatien
Die klassische Tour für ambitionierte Radfahrer führt von Split über Omis nach Brela — aber nicht auf der überfüllten Magistrale, sondern über ruhige Nebenstraßen und Schotterwege durch ein Dalmatien abseits der Reisebusse.
Die Route beginnt in Split mit einem leichten Anstieg durch Zrnovnica und folgt dann kleinen Landstraßen, umgeben von mediterraner Natur. Du passierst Steindörfer, in denen die Alten noch auf der Bank vor dem Haus sitzen, und Olivenhaine, die seit Generationen von denselben Familien bewirtschaftet werden. Bei Omis, mit seiner beeindruckenden Cetina-Schlucht, geht es auf idyllischen Küsten- und Dorfstraßen weiter, unterhalb des mächtigen Biokovo-Gebirges. Das Ziel ist Brela — bekannt für seine Strände und das türkisfarbene Meer.
Der Reiz dieser Route liegt nicht nur in der Landschaft, sondern im ständigen Wechsel: Von der urbanen Energie Splits über die ländliche Stille der Dörfer bis zur dramatischen Kulisse von Omis, wo die Cetina das Gebirge durchschneidet. Der letzte Abschnitt nach Brela belohnt dann mit einem der schönsten Küstenabschnitte Dalmatiens — Pinienwälder bis ans Wasser, kleine Buchten mit Kiesstrand und das Biokovo als Kulisse.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 68 km
- Höhenmeter: 1.490 m rauf, 1.460 m runter
- Dauer: 5-6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter mit Asphaltabschnitten
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Diese Tour ist nichts für Anfänger — die Höhenmeter summieren sich, und einige Anstiege sind steil. Aber die Belohnung sind Ausblicke, die du von der Hauptstraße nie sehen würdest, und ein Bad im kristallklaren Meer von Brela zum Abschluss. Plane genug Wasser ein (mindestens 2 Flaschen) und fülle bei jeder Gelegenheit nach — zwischen den Dörfern gibt es wenig Versorgung.
Wer nicht selbst navigieren will: Bei ridescouts gibt’s diese Route als GPX-Track mit detailliertem PDF-Guide — inklusive der besten Aussichtspunkte und Einkehrmöglichkeiten unterwegs.

Das versteckte Hinterland: Von Brela zurück nach Split
Wer die Hinfahrt nach Brela gemacht hat und nicht denselben Weg zurück will — oder wer lieber vom Meer ins Landesinnere startet: Diese Tour ist das Gegenstück zur Küstenroute. Sie beginnt am Strand von Brela und steigt sofort ins dalmatinische Hinterland auf, in eine Welt, die nur wenige Kilometer von der Küste entfernt liegt und doch völlig anders ist.
Statt der stark befahrenen Küstenstraße zu folgen, gewinnt die Strecke schnell an Höhe und führt durch Steindörfer, Olivenhaine und Karstfelder — in ein Dalmatien, das der Massentourismus noch nicht entdeckt hat. Die Stille hier oben ist fast unwirklich, wenn man bedenkt, dass unten an der Küste die Strände voll sind. Das einzige Geräusch: Zikaden und der eigene Atem am Anstieg.
Die Route passiert das Biokovo-Gebirge und den Berg Mosor, bevor sie über das Cetina-Tal schließlich nach Split hinabführt. Unterwegs eröffnen sich atemberaubende Ausblicke auf die Küste und die Inseln Brac und Hvar. An manchen Stellen siehst du die Fähren als winzige weiße Punkte auf dem blauen Meer — eine Perspektive, die man von unten nie bekommt.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 68 km
- Höhenmeter: 1.470 m rauf, 1.490 m runter
- Dauer: 6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Diese Tour ist nichts für Anfänger — die Höhenmeter und das Terrain erfordern Kondition und ein geländetaugliches Rad. Dafür wirst du mit einer der spektakulärsten Landschaften Dalmatiens belohnt. Der Untergrund ist überwiegend Schotter und verdichtete Erde, mit einigen technischeren Passagen an den Anstiegen. Ein Gravelbike mit mindestens 38mm-Reifen ist das Minimum, ein Mountainbike noch besser.
Wer die Strecke offline navigieren will: Hier gibt’s den Track mit Hinweisen zu Wasserstellen und Einkehrmöglichkeiten. Die Route lässt sich auch hervorragend mit der Hinfahrt “Hinter der Küste” zu einer Zwei-Tages-Tour kombinieren — eine Nacht in Brela dazwischen, und du hast eine der besten Gravel-Erfahrungen in ganz Kroatien.

Durch die Cetina-Schlucht: 62 Kilometer Canyon-Erlebnis
Diese Route gehört zu den landschaftlich eindrucksvollsten Radtouren, die Dalmatien zu bieten hat. Die Cetina-Schlucht ist nicht umsonst eines der beliebtesten Ziele für Rafting und Canyoning — aber vom Rad aus erlebt man den Canyon aus einer ganz anderen Perspektive: langsamer, ruhiger und mit der Möglichkeit, jederzeit anzuhalten und in den Fluss zu schauen, der sich tief unten durch die Felsen arbeitet.
Die Strecke führt entlang des Cetina-Tals und verbindet die karge Karstlandschaft des Hinterlandes mit der Küste bei Omis. Man fährt durch enge Abschnitte, in denen die Felswände so steil aufragen, dass die Sonne erst am späten Vormittag den Talgrund erreicht, und durch weite Passagen mit Blick auf die bewaldeten Hänge. Unterwegs passiert man alte Mühlen, kleine Wehre und Stellen, an denen das Wasser der Cetina so klar ist, dass man jeden Stein am Grund erkennt.

Der Fluss selbst ist ein ständiger Begleiter — mal als rauschender Wildwasserabschnitt, mal als stiller, tiefgrüner Pool. An heißen Tagen gibt es mehrere Stellen, an denen man zum Fluss hinuntersteigen und sich abkühlen kann. Die Temperatur des Wassers liegt selbst im Hochsommer selten über 18 Grad — das ist nach einem Anstieg in der Sonne genau das Richtige.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 62 km
- Höhenmeter: rund 800 m
- Dauer: 4-5 Stunden
- Untergrund: Mix aus Asphalt und Schotterwegen
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
Im Vergleich zu den beiden 68-km-Routen zwischen Split und Brela ist die Cetina-Schlucht-Tour etwas zugänglicher: Die Höhenmeter verteilen sich gleichmäßiger, und die Anstiege sind weniger brutal. Trotzdem solltest du eine gewisse Grundkondition mitbringen — 62 Kilometer durch ein Tal sind kein Spaziergang, und der Rückweg führt bergauf.
Die Route als GPX-Track mit Hinweisen zu den besten Badestellen und Einkehrmöglichkeiten entlang des Flusses findest du bei ridescouts. Wer nach der Tour noch Energie hat, sollte in Omis die Festung Mirabella hochsteigen — der Blick auf die Mündung der Cetina ins Meer ist grandios.
Zur Quelle der Cetina: Die sanftere Alternative
Für eine völlig andere Erfahrung: Die Quelle der Cetina im Hinterland. Das Quellgebiet liegt etwa 60 km nordöstlich von Split, in einer Karstlandschaft, die wie aus einer anderen Welt wirkt. Während an der Küste die Strandbars dröhnen, herrscht hier oben eine Stille, die man in Dalmatien kaum noch findet.
Eine schöne Route führt von Rumin durch das grüne Tal der Cetina bis zur beeindruckenden Quelle bei dem Dorf Cetina. Die Strecke verläuft über ruhige Landstraßen, umgeben von Karsthügeln, Wiesen und traditionellen Steindörfern. Am Ziel erwartet dich das “Auge der Erde” — eine türkisfarbene Karstquelle, aus der das kristallklare Wasser der Cetina entspringt. Der Quelltopf ist unglaublich tief (bis zu 115 Meter, soweit bisher erforscht) und schimmert in einem unwirklichen Blaugrün, das sich je nach Tageszeit und Licht ständig verändert.

Die Fakten:
- Distanz: ca. 35 km
- Höhenmeter: 390 m rauf, 300 m runter
- Dauer: 3 Stunden
- Untergrund: Asphalt und befestigte Wege
- Schwierigkeit: Mittel
Diese Tour ist die beste Wahl für alle, die die Hitze der Küste vermeiden wollen — im Cetina-Tal ist es immer ein paar Grad kühler. Der Untergrund ist durchgehend gut befahrbar, auch mit einem Trekkingrad oder einem Rennrad mit etwas breiteren Reifen. Das macht die Route auch zur familienfreundlichsten Option im Angebot rund um Split, vorausgesetzt die Kinder sind an 35 Kilometer gewöhnt.
Unterwegs passiert man kleine Gehöfte, an denen manchmal Käse und Honig am Straßenrand verkauft werden — lokaler geht es nicht. In der Nähe der Quelle gibt es eine einfache Konoba, in der man sich mit Forelle aus dem Fluss und hausgemachtem Brot stärken kann. Die Route mit GPX-Track und Guide findest du bei ridescouts.
Der Marjan: Splits grüne Lunge auf zwei Rädern
Wenn du nur einen halben Tag hast oder dich aufwärmen willst: Der Marjan-Hügel ist Splits Naherholungsgebiet und ein kleines Radparadies direkt vor der Haustür. Vom Diokletianpalast bist du in 15 Minuten am Fuß des Hügels, und ab dort beginnt eine andere Welt: Pinienduft statt Abgase, Vogelgezwitscher statt Motorenlärm und auf den Trails begegnet man mehr Eidechsen als Menschen.
Der bewaldete Hügel erstreckt sich 3,5 Kilometer ins Meer hinaus und ist von Wanderwegen, Trails und Aussichtspunkten durchzogen. Für Radfahrer gibt es drei Schwierigkeitsstufen, die alle ihren Reiz haben:
- Asphaltierte Wege rund um den Hügel: Leicht, familienfreundlich, etwa 10 km als Runde. Perfekt für den Einstieg oder als Abendtour nach einem Tag am Strand.
- Schotterwege durch den Wald: Mittlerer Schwierigkeitsgrad, mit einigen steileren Passagen. Hier fährt man unter alten Pinien entlang, vorbei an kleinen Kapellen und verlassenen Einsiedeleien.
- Singletrails für Mountainbiker: Anspruchsvoll und technisch, mit Wurzeln, Felsen und engen Kurven. Wer hier fährt, sollte sein Rad beherrschen — ein Sturz auf den felsigen Untergrund ist unangenehm.
Die Aussicht vom höchsten Punkt (178 m) ist spektakulär: Split zu deinen Füßen, die Inseln Brac, Hvar und Vis am Horizont, und bei klarer Sicht sogar die Küste Italiens. An der Südseite des Marjan gibt es versteckte Buchten (Kasuni, Bene), die nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind — nach der Tour ein willkommenes Bad.
Tipp: Starte früh morgens. Ab 10 Uhr wird es im Sommer heiß, und die Wege füllen sich mit Joggern und Spaziergängern. Wer abends fährt, wird mit einem Sonnenuntergang über dem offenen Meer belohnt, der allein die Reise nach Split wert ist.
Welche Tour passt zu dir?
Bei vier Routen mit unterschiedlichem Charakter stellt sich die Frage, welche die richtige ist. Eine kurze Orientierung:
| Route | Distanz | Höhenmeter | Dauer | Für wen? |
|---|---|---|---|---|
| Split nach Brela | 68 km | 1.490 m | 5-6 h | Ambitionierte Gravelbiker, die Küste und Hinterland wollen |
| Brela nach Split | 68 km | 1.470 m | 6 h | Gravel-Erfahrene, die das stille Hinterland suchen |
| Cetina-Schlucht | 62 km | ~800 m | 4-5 h | Naturliebhaber mit Grundkondition |
| Cetina-Quelle | 35 km | 390 m | 3 h | Genussradler, Familien, Rennrad-Fahrer |
Wer zwei Tage Zeit hat, kombiniert die Hin- und Rückfahrt Split-Brela zu einer unvergesslichen Runde. Eine Nacht in Brela — zum Beispiel im Hotel Soline direkt am Strand — und am nächsten Morgen die Rückfahrt über das Hinterland. So erlebt man beide Seiten Dalmatiens: die touristische Küste und das authentische Landesinnere.

Fahrradverleih und Ausrüstung in Split
Mehrere Anbieter vermieten Räder in der Stadt, die meisten konzentrieren sich auf zwei Gebiete: rund um den Marjan und in der Nähe der Riva. Die Qualität der Leihräder hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert — selbst Gravelbikes und vollgefederte Mountainbikes sind mittlerweile verfügbar.
Marjan Bike am Fuß des Marjan-Hügels ist die erste Adresse für Mountainbiker. Die haben auch Reparatursets und können bei technischen Problemen helfen. Entlang der Riva und in der Altstadt gibt es weitere Verleiher, die eher auf Trekking- und Cityräder spezialisiert sind. E-Bikes sind bei allen Anbietern verfügbar und für die hügeligen Routen eine sinnvolle Option — wer die 1.490 Höhenmeter nach Brela lieber mit etwas Unterstützung angeht, trifft damit keine schlechte Entscheidung. Mehr zum Thema findest du in unserem E-Bike-Guide für Kroatien.
Preise (Stand 2026):
- Trekkingrad: 15-25 EUR pro Tag
- Gravelbike: 30-40 EUR pro Tag
- Mountainbike: 25-40 EUR pro Tag
- E-Bike: 30-50 EUR pro Tag
Was du selbst mitbringen solltest: Helm (wird nicht immer gestellt), Trinkflaschen (mindestens zwei), Sonnencreme mit hohem LSF, und eine leichte Windjacke für die Abfahrten. In den Schluchtabschnitten kann es auch im Sommer kühl werden, wenn der Wind durch das Tal zieht.
Anreise und Rückfahrt
Für die Brela-Routen: Start direkt in Split. Du kannst vom Stadtzentrum losfahren, die Route führt über Stadtstraßen aus Split heraus. Die Rückfahrt von Brela nach Split geht am einfachsten mit dem Bus — die Linie Split-Makarska nimmt Fahrräder mit (vorher am Schalter fragen, Zuschlag ca. 5 EUR). Alternativ die zweite Route über das Hinterland als Rückweg nutzen.
Für die Cetina-Schlucht: Startpunkt ist je nach Variante in Split oder im Hinterland. Von Split aus erreichst du die Schlucht auch mit dem Rad — die ersten Kilometer führen durch Solin und Klis, wo die berühmte Festung über der Straße thront.
Für die Cetina-Quelle: Mit dem Auto nach Rumin oder Sinj (45 Minuten von Split), von dort losradeln. Sinj hat einen großen Parkplatz am Stadtrand, auf dem das Auto sicher steht. Die Rückfahrt erfolgt auf derselben Route oder mit dem Bus von Sinj nach Split.
Essen und Trinken unterwegs
Die Konobas entlang der Routen gehören zu den besten Gründen, in Dalmatien Rad zu fahren. Fernab der touristischen Küste isst man hier wie bei einer kroatischen Großmutter: deftig, ehrlich und für einen Bruchteil der Preise in Split.
Auf dem Marjan: Café am Bene-Strand an der östlichen Seite des Hügels. Kaffee mit Meerblick, kleine Snacks, und eine Dusche am Strand nebenan.
Bei Omis: Zahlreiche Konobas in der Stadt und an der Cetina. Spezialität: Forelle aus dem Fluss, gegrillt über offenem Feuer. Die Konoba Kastil Slipac direkt am Flussufer ist ein Klassiker — rustikal, günstig und mit einer Terrasse über dem Wasser.
Im Cetina-Tal: Einfache Gasthäuser in den Dörfern. Hier gibt es Licki Krumpir (Kartoffeleintopf mit Lamm) und gegrilltes Fleisch aus der Peka — dem gusseisernen Topf, der unter Glut gegart wird. Vorbestellen lohnt sich, Peka braucht 2-3 Stunden Zubereitungszeit.
Zwischen Split und Brela: In den Steindörfern am Weg gibt es gelegentlich kleine Gasthäuser ohne Schild, die man nur findet, wenn man weiß, wo man suchen muss. Die GPX-Guides von ridescouts markieren diese Stellen — das allein kann den Download schon wert sein.

Kombinationen: Split als Rad-Basislager
Split eignet sich hervorragend als Basis für mehrere Tagestouren. Wer eine Woche bleibt, hat genug Material, um jeden Tag eine andere Route zu fahren, ohne sich zu langweilen.
Mit Stadttour Split
Der Diokletianpalast und die Altstadt sind in 2-3 Stunden zu Fuß zu erkunden. Perfekte Kombination: Vormittags Radtour auf den Marjan, nachmittags Altstadt, abends Sundowner an der Riva. Mehr dazu in unserem Split-Stadtguide.
Mit den Inseln
Die Fähren von Split bringen dich nach Brac, Hvar und Vis — allesamt lohnenswerte Radziele. Wer die Split-Touren mit Insel-Radfahren kombiniert, bekommt eine extrem abwechslungsreiche Woche zusammen. Die Details dazu stehen in unserem Guide zu Insel-Radtouren.
Mit Rafting oder Canyoning
Wer die Cetina vom Rad aus kennengelernt hat, kann sie am nächsten Tag vom Wasser aus erleben: Rafting und Canyoning starten in Omis und führen durch dieselbe Schlucht, die du tags zuvor von oben gesehen hast. Ein komplett anderer Blickwinkel auf dieselbe Landschaft.
Mit der Makarska-Riviera
Nach der Tour nach Brela lohnt sich ein Abstecher weiter südlich. Die Makarska-Riviera bietet einige der schönsten Strände Dalmatiens, und mit dem Rad erreichst du Buchten, an die kein Reisebus kommt. Der Strand Punta Rata in Brela gehört zu den schönsten Kroatiens — feiner Kies, türkises Wasser, Pinien bis ans Meer.
Sicherheit und praktische Hinweise
Die Straßen in der Umgebung von Split sind grundsätzlich sicher, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten. Die Magistrale (Küstenstraße D8) solltest du so weit wie möglich meiden — sie ist eng, hat keinen Seitenstreifen und wird von Lastwagen und Reisebussen befahren, deren Fahrer nicht immer auf Radler achten. Alle vier hier beschriebenen Routen umgehen die Magistrale bewusst.
Im Hinterland begegnest du gelegentlich Hirtenhunden, die ihr Revier verteidigen. Ruhig bleiben, langsam vorbeifahren und nicht absteigen — die meisten Hunde verlieren das Interesse, sobald du ihr Territorium verlässt. Im Hochsommer ist Dehydrierung die größte Gefahr: Nimm mehr Wasser mit, als du denkst, und fülle bei jeder Gelegenheit nach. Wer bei über 30 Grad die 68-km-Route fährt, braucht realistisch 3-4 Liter.
Für Pannenhilfe: Die nächste Fahrradwerkstatt ist in Split. Im Hinterland bist du auf dich gestellt — ein Ersatzschlauch, Reifenheber und eine Minipumpe gehören in jeden Rucksack.
Mehr zum Thema Radfahren in der Region findest du in unserem Gravel-Biking-Guide und im allgemeinen Radfahren-in-Kroatien-Guide. Wer es lieber mit Motorunterstützung mag, dem empfehlen wir unseren E-Bike-Guide.
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