Marjan Split: Wandern, Strände & Aussichtspunkte auf Splits grüner Halbinsel (2026)
- Redaktionsteam
- Wandern , Dalmatien , Staedte
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Wer in Split zwischen den Mauern des Diokletianpalasts steht, eingekeilt zwischen Kreuzfahrt-Touristen und surrenden Rollkoffern, vergisst leicht, dass zehn Minuten westlich eine andere Welt beginnt. Der Marjan ist Splits grüne Lunge, ein bewaldeter Hügel auf einer Halbinsel, der sich 178 Meter über die Adria erhebt und dabei so tut, als gehöre er gar nicht zur Stadt. Aleppo-Kiefern, Steineichenwald, versteckte Buchten mit kristallklarem Wasser, uralte Kapellen in den Fels gehauen – und das alles ohne Eintritt, ohne Schranke, ohne organisierten Massentourismus.
Die Einheimischen nennen den Marjan einfach nur “unseren Berg”. Morgens um sechs joggen hier Rentner und Studenten nebeneinander die Serpentinen hoch, nachmittags liegen Familien an den Felsstränden, und abends sitzen Paare auf den Bänken der Vidilica und schauen zu, wie die Sonne hinter den Inseln Čiovo und Šolta versinkt. Der Marjan ist kein Ausflugsziel – er ist der Ort, an dem Split atmet.

Wie du zum Marjan kommst
Der Marjan beginnt dort, wo Split aufhört – und der Übergang ist fließend. Von der Riva, der Uferpromenade im Zentrum, gehst du einfach nach Westen. Am Ende der Promenade beginnt das alte Viertel Veli Varoš mit seinen engen Gassen und steilen Treppen, einem der ältesten bewohnten Stadtviertel Splits. Durch Varoš führen mehrere Wege auf den Marjan, der direkteste über die Treppe an der Šetalište Ivana Meštrovića.
Nach etwa 15 Minuten Fußweg von der Riva stehst du am westlichen Ende der Stadt, wo die ersten Kiefern beginnen und der Asphalt in Waldwege übergeht. Ein Auto brauchst du nicht – im Gegenteil, die Zufahrtsstraße zum Marjan ist an Sommerwochenenden chronisch überlastet, und die wenigen Parkplätze oben an der Straße sind spätestens um neun Uhr morgens belegt. Wer trotzdem fahren will, findet Hinweise zu Stellplätzen in unserem Parken-in-Split-Guide.
Es gibt auch einen Stadtbus (Linie 12), der bis zum Zoo am Fuß des Marjan fährt, aber ehrlich: Die schönste Art, den Marjan zu erreichen, ist zu Fuß durch Varoš. Man steigt durch Gassen, in denen Wäsche zwischen den Häusern hängt, vorbei an Katzen auf warmen Steinstufen, und plötzlich öffnet sich der Wald.
Die Wanderwege: Vom Spaziergang bis zum Gipfel
Der Marjan ist kein Gebirge. Mit 178 Metern Höhe am Telegrin, dem höchsten Punkt, hat er eher die Dimensionen eines größeren Stadtparks. Aber die Topografie ist vielfältig: steile Felswände an der Südseite, sanfte Waldwege auf der Nordseite, schmale Trampelpfade durch dichte Macchia, breite Promenaden mit Bänken und Laternen. Insgesamt durchziehen den Marjan rund 15 Kilometer markierte Wege, dazu kommen ungezählte inoffizielle Pfade.
Die Promenade (Šetalište Marjana) – Der einfache Klassiker
Der bekannteste Weg ist die asphaltierte Promenade, die sich auf halber Höhe um die gesamte Nordseite der Halbinsel zieht. Flach, schattig, breit genug für Kinderwagen und Rollstühle – hier können alle gehen. Die Strecke von der Vidilica-Aussichtsplattform bis zum westlichen Ende und zurück ist knapp fünf Kilometer lang und bietet durchgehend gefilterten Blick aufs Meer durch die Kiefernstämme. An mehreren Stellen zweigen Treppen hinunter zu den Stränden ab oder Wege hinauf zum Gipfel.
Wer diese Promenade an einem Dienstagmorgen im Mai geht, hat den Wald fast für sich. An einem Augustsonntag teilt man sich den Weg mit halb Split. Aber selbst dann bleibt es angenehm – der Kiefernschatten kühlt die Luft um mehrere Grad gegenüber der Stadt.
Aufstieg zum Telegrin (178 m) – Der Gipfelsturm
Der Telegrin ist mit 178 Metern die höchste Erhebung des Marjan. Der Aufstieg dauert von der Nordseite etwa 25 Minuten, von der Südseite ist es steiler und kürzer. Oben steht ein kleines Kreuz, eine kroatische Flagge und – das Wichtigste – eine 360-Grad-Aussicht, die den gesamten Aufstieg rechtfertigt.
Richtung Osten sieht man die Altstadt von Split, den Hafen, die Riva, den Diokletianpalast als Miniaturmodell. Dahinter erhebt sich das Mosor-Gebirge. Richtung Süden die offene Adria mit den Inseln Brač, Šolta, Hvar als blaue Silhouetten am Horizont. Nach Westen die Halbinsel Čiovo und, an klaren Tagen, die Konturen von Vis. Der Telegrin-Gipfel ist einer jener Orte, an denen man versteht, warum Diokletian sich ausgerechnet Split für seinen Altersruhesitz ausgesucht hat.
Der Weg ist einfach zu finden: Von der Hauptpromenade folgt man den Schildern Richtung “Telegrin” oder “Vrh Marjana”. Die letzten hundert Meter gehen über Felsstufen und unbefestigten Pfad. Trittsichere Schuhe sind empfehlenswert, Wanderstiefel braucht man nicht. Kinder ab etwa sechs Jahren schaffen den Aufstieg problemlos, wenn man Pausen einlegt.

Die erste Vidilica – Splits berühmtester Aussichtspunkt
Noch bevor man in den Wald eintaucht, erreicht man die erste Vidilica (wörtlich: “Aussichtspunkt”). Diese Terrasse liegt direkt oberhalb von Varoš und ist über eine steile Treppe mit etwa 300 Stufen von der Straße aus erreichbar. Der Blick geht über die roten Dächer von Split, den Hafen, die Riva – ein Postkartenmotiv, das in keinem Instagram-Feed fehlt.
Die erste Vidilica ist besonders zum Sonnenuntergang beliebt. Dann sitzen hier Dutzende Menschen auf den Steinmauern, manche mit Wein, manche mit Bier aus dem Kiosk unten an der Treppe. Die Atmosphäre ist entspannt, fast meditativ. Wer den Ort für sich haben will, kommt morgens um sieben – dann hat man die Aussicht allein, und die Stadt unten erwacht gerade erst.
Die Vidilica-Kaffeebar – Kaffee mit Panorama
Nicht zu verwechseln mit der ersten Vidilica: Die Vidilica-Kaffeebar liegt etwas höher und weiter westlich auf dem Marjan und ist ein tatsächliches Café mit Terrasse, Getränken und leichten Snacks. Von hier geht der Blick Richtung Westen über die bewaldete Halbinsel und das offene Meer. Ein Espresso kostet 1,50 bis 2 Euro, ein Radler oder Bier etwa 3 Euro.
Das Café ist ein beliebter Zwischenstopp für Wanderer und Jogger. Die Terrasse ist schattig, der Service freundlich, die Preise überraschend moderat für die Lage. Wer nach dem Aufstieg eine Verschnaufpause braucht, bevor er weiter zum Telegrin geht oder zum Strand absteigt, findet hier den idealen Ort dafür. Geöffnet ist von etwa April bis Oktober, die genauen Zeiten variieren.
Die Strände am Marjan
Die Südseite des Marjan fällt steil ins Meer ab, und genau in den Einbuchtungen dieser Steilküste liegen einige der schönsten Badestrände Splits. Keine Sandstrände – das sollte man wissen. Aber Kies- und Felsstrände mit Wasser, das so klar ist, dass man den Grund in fünf Metern Tiefe sieht.
Kašjuni – Der größte Marjan-Strand
Kašjuni liegt an der Südwestseite des Marjan, geschützt von Felsen und beschattet von Kiefern. Der Kieselstrand ist für Marjan-Verhältnisse groß – etwa 200 Meter lang – und hat eine Strandbar, Liegen zum Mieten und eine Dusche. Im Sommer 2026 kostet ein Liegestuhl-Set (zwei Liegen und ein Sonnenschirm) etwa 30 Euro pro Tag. Wer sein eigenes Handtuch auf den Kies legt, zahlt nichts.
Kašjuni ist über eine steile Straße mit dem Auto erreichbar (wenige Parkplätze) oder zu Fuß von der Marjan-Promenade über Treppen in etwa zehn Minuten. Das Wasser wird schnell tief, und es gibt keinen flachen Einstieg – für kleine Kinder nicht ideal, für Schwimmer und Schnorchler perfekt. Die Unterwasserfelsen direkt vor dem Strand sind voller Seeigel, Badeschuhe sind dringend empfohlen.
Besonders schön ist Kašjuni am späten Nachmittag, wenn die Sonne schräg steht und die Felswände golden leuchten. Dann leert sich der Strand langsam, die Hitze lässt nach, und das Wasser hat die Wärme des Tages gespeichert.
Bene – Der Familienstrand
Bene liegt an der Nordwestspitze des Marjan und ist der zugänglichste Strand der Halbinsel. Flacher Kieseleinstieg, schattige Pinien direkt hinter dem Strand, ein Restaurant, Umkleidekabinen, ein Beachvolleyball-Feld. Hier kommen Familien mit Kindern hin, und das Wasser ist auch für Nichtschwimmer sicher. Der Strand gehört zu einer Anlage mit Sportplätzen und Picknick-Flächen – weniger romantisch als Kašjuni, aber praktischer.
Bene erreicht man mit dem Bus (Linie 12 bis zur Endstation) oder zu Fuß in etwa 30 Minuten vom Stadtzentrum. Wer das Auto nimmt, findet hier die meisten Parkplätze am Marjan – allerdings sind auch die im Hochsommer schnell voll. Ein kleiner Spielplatz macht Bene zum logischen Ziel für Familien mit Kindern unter sechs, die den Aufstieg zum Telegrin noch nicht schaffen.
Ježinac – Die versteckte Bucht
Ježinac (der Name bedeutet “Seeigel” – entsprechend vorsichtig einsteigen) liegt zwischen der ersten Vidilica und Kašjuni an der Südseite. Ein kleiner Felsstrand, kaum 30 Meter breit, eingeklemmt zwischen Klippen und über steile Stufen erreichbar. Kein Service, keine Liegen, kein Schatten außer dem, den die Felsen werfen. Dafür Ruhe, kristallklares Wasser und das Gefühl, einen geheimen Ort gefunden zu haben – obwohl natürlich jeder Spliter den Strand kennt.
Ježinac ist nichts für Familien mit kleinen Kindern: Der Zugang ist steil, der Strand felsig, das Wasser tief. Für Paare oder Alleinreisende, die dem Trubel von Bačvice entfliehen wollen, ist es einer der schönsten Badeplätze der Stadt. Schnorchelausrüstung lohnt sich hier besonders – die Felsformationen unter Wasser sind voller Leben.
Kirchen und Kapellen im Fels
Der Marjan ist nicht nur Naturpark, sondern auch ein Ort mit tiefer religiöser Geschichte. Seit dem Mittelalter haben sich Eremiten in die Felsen der Südseite zurückgezogen, und ihre Kapellen stehen noch heute.
Sveti Jere (Heiliger Hieronymus)
Die Einsiedelei des Heiligen Hieronymus ist die bekannteste Sehenswürdigkeit am Marjan nach den Aussichtspunkten. Die kleine Kirche wurde im 15. Jahrhundert direkt in den Fels gehauen, an einer Stelle, an der die Klippe senkrecht zum Meer abfällt. Über der Kirche, in den Fels gemeißelt, befindet sich ein Relief des Heiligen Hieronymus, das dem kroatischen Bildhauer Andrea Aleši zugeschrieben wird.
Man erreicht Sveti Jere über die Marjan-Promenade – ein ausgeschilderter Abzweig führt über in den Fels gehauene Stufen zur Kapelle. Der Ort ist frei zugänglich, das Innere der Kirche allerdings oft verschlossen. Selbst dann lohnt sich der Weg: Die Lage auf einem schmalen Felsvorsprung über dem Meer ist atemberaubend. Daneben befinden sich weitere in den Fels gehauene Nischen, in denen Eremiten gelebt haben sollen – winzige Höhlen, kaum groß genug für einen Menschen.
Die Geschichte dahinter erzählt viel über das mittelalterliche Split. Während die Stadt unter venezianischer, ungarischer und osmanischer Bedrohung stand, zogen sich Gläubige auf den Marjan zurück, um in der Abgeschiedenheit des Waldes zu beten. Der Marjan war damals weit dichter bewaldet als heute und galt als wilder, unzugänglicher Ort.
Sveti Nikola (Heiliger Nikolaus)
Weiter westlich auf der Südseite steht die Kirche Sveti Nikola, kleiner und weniger besucht als Sveti Jere. Die Kapelle stammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt auf einer Felsnase mit Blick auf die offene Adria. Im Inneren finden sich Reste mittelalterlicher Fresken, die allerdings stark verblasst sind. Sveti Nikola wird bei den meisten Touristen nicht erwähnt – ein Grund mehr, den Umweg zu machen. Die Ruhe hier oben, das Rauschen der Kiefern und das ferne Brummen eines Bootes auf dem Meer: Das ist der Marjan, wie ihn die Einheimischen kennen.
Zwischen den beiden Kirchen führt ein schmaler Pfad an der Felskante entlang, der stellenweise ausgesetzt ist – nicht gefährlich, aber man sollte schwindelfrei sein. Dieser Abschnitt gehört zu den schönsten Wanderstrecken auf dem Marjan: Links die Felswand, rechts der Abgrund zum Meer, darüber ein Dach aus Kiefernkronen.
Der jüdische Friedhof
An der Nordseite des Marjan, unweit der Hauptstraße, liegt der historische jüdische Friedhof von Split. Er wurde im 16. Jahrhundert angelegt, als Split eine bedeutende jüdische Gemeinde hatte, und ist einer der ältesten und am besten erhaltenen jüdischen Friedhöfe in Dalmatien. Die verwitterten Grabsteine tragen Inschriften auf Hebräisch und Italienisch, manche sind mit pflanzlichen Motiven und religiösen Symbolen verziert.
Der Friedhof ist durch ein Tor zugänglich und kann frei besucht werden. Er liegt abseits der Hauptwege und wird von den meisten Marjan-Besuchern übersehen – was ihm eine besondere Stille verleiht. Die alten Zypressen und wilden Oleanderbüsche zwischen den Gräbern machen den Ort zu einem der eindrucksvollsten Plätze am Marjan, auch unabhängig von der historischen Bedeutung.
Wer sich für die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Split interessiert, findet in der Altstadt auch die Synagoge in der Ulica Židovska – eine der ältesten funktionierenden Synagogen Europas, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert.
Der Zoo am Marjan
Am östlichen Fuß des Marjan, dort wo der Wald an die Stadt grenzt, liegt der Zoo von Split. Eröffnet 1924, ist er der älteste Zoo Kroatiens und mit etwa drei Hektar Fläche eher klein. Hier leben Braunbären, Robben, Affen, Raubvögel und verschiedene einheimische Tierarten in Gehegen, die über die Jahrzehnte modernisiert wurden – auch wenn manche davon nach mitteleuropäischen Standards immer noch beengt wirken.
Für Familien mit Kindern ist der Zoo ein praktisches Ziel: Man kombiniert einen Besuch mit einem Spaziergang auf dem Marjan, und Kinder, die für den Gipfel zu klein sind, haben trotzdem ein Ziel. Der Eintritt kostet 2026 etwa 6 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder. Geöffnet ist ganzjährig, im Sommer bis 20 Uhr, im Winter bis 16 Uhr.
Direkt neben dem Zoo beginnen mehrere Wege in den Wald – wer also nach dem Tierbesuch noch Energie hat, kann den Aufstieg zur ersten Vidilica starten, ohne zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Joggen und Laufen auf dem Marjan
Fragt man Spliter, was sie morgens als Erstes tun, sagen erstaunlich viele: “Marjan laufen.” Die Promenade auf der Nordseite ist Splits beliebteste Laufstrecke. Asphaltiert, schattig, mit moderaten Steigungen und durchgehend unter Kiefern – besser wird es für Läufer kaum. Eine Runde auf der Promenade vom Einstieg an der Vidilica bis zum westlichen Ende und zurück ist etwa fünf Kilometer, wer den Telegrin einbaut, kommt auf acht.
Morgens zwischen sechs und acht Uhr trifft man hier die Stammläufer: Ältere Herren in abgewetzten Turnschuhen, junge Frauen mit Kopfhörern, gelegentlich eine Laufgruppe mit Trainer. An Samstagvormittagen findet gelegentlich ein Parkrun statt – ein informeller 5-km-Lauf, der über die Promenade und Teile der Waldwege führt, kostenlos und ohne Anmeldung.
Für Trailrunner gibt es die steilen Pfade auf der Südseite: technisch anspruchsvoll, mit Wurzeln, losem Gestein und gelegentlichen Stufen. Die Strecke von der Vidilica über den Telegrin und die Südseite zurück zum Ausgangspunkt ist etwa zehn Kilometer lang und hat rund 400 Höhenmeter kumuliert – genug, um ins Schwitzen zu kommen.
Ein Tipp für Läufer im Sommer: Morgens starten, nicht nachmittags. Auch im Kiefernschatten wird es ab elf Uhr drückend heiß, und die Luftfeuchtigkeit steigt. Wasser mitnehmen – es gibt keine Trinkbrunnen auf den Waldwegen. An der Vidilica-Kaffeebar und am Bene-Strand kann man nachfüllen.
Radfahren am Marjan
Der Marjan ist auch auf zwei Rädern lohnend. Die Hauptstraße auf der Nordseite ist asphaltiert und für Autos gesperrt (mit Ausnahme der Zufahrt zum Bene-Strand), sodass Radfahrer freie Bahn haben. Die Strecke ist nicht lang – von Ost nach West etwa vier Kilometer – aber die Steigungen machen sie interessanter, als die Distanz vermuten lässt. Besonders die Rampe vom Zoo-Bereich zur Vidilica hat es in sich: kurz, aber steil, mit Abschnitten über zehn Prozent Steigung.
Mountainbiker finden auf den Waldwegen Trails, die von Einheimischen als inoffizielle Singletrails genutzt werden. Technisch moderat, aber mit Wurzeln und losem Kalkstein, der bei Nässe rutschig wird. Das ist kein Bikepark – aber für eine spontane Runde mit dem Leihrad absolut tauglich. E-Bike-Verleihe gibt es im Zentrum von Split, etwa am Hafen und an der Riva, für 25 bis 40 Euro pro Tag.
Wer den Marjan als Startpunkt für eine längere Tour nutzen will, kann Richtung Westen weiterfahren: Die Küstenstraße über Kaštela und Trogir ist flach und landschaftlich schön. Ambitioniertere Radfahrer kombinieren den Marjan mit der Strecke durch die Cetina-Schlucht. Die 68-Kilometer-Route von Split über Omiš bis Brela verbindet die Küste mit dem wilden Hinterland der Cetina-Schlucht – GPX-Track inklusive für die Navigation unterwegs. Der Marjan-Hügel eignet sich perfekt als Aufwärmrunde, bevor man die Stadt hinter sich lässt.
Praktische Tipps für den Marjan-Besuch
Beste Besuchszeit
Im Hochsommer (Juli und August) ist der Marjan zwischen 11 und 17 Uhr eine Hitzefalle. Die Kiefern spenden Schatten, aber die Luft steht, und jeder Aufstieg treibt den Puls nach oben. Die beste Zeit ist morgens vor neun Uhr oder nachmittags ab 17 Uhr. In der Nebensaison (April bis Juni, September bis Oktober) kann man den Marjan ganztägig genießen – dann sind auch die Temperaturen für Wanderungen zum Telegrin ideal.
Der Frühling hat einen besonderen Reiz: Wildblumen im Unterholz, mildes Licht, wenig Menschen. Im März und April blühen wilder Rosmarin, Salbei und Thymian, und der ganze Wald duftet nach Kräutern. Der Herbst bringt goldenes Licht und warmes Meerwasser – Oktober ist zum Baden noch warm genug, und der Marjan leuchtet in gedämpften Farben.
Im Winter ist der Marjan für Spaziergänge immer noch lohnend. Die Wege sind leer, die Luft klar, und an sonnigen Januartagen kann man in T-Shirt auf der Vidilica-Terrasse sitzen. Nur die Strände sind dann natürlich verwaist.
Ausrüstung und Vorbereitung
Der Marjan ist kein Hochgebirge, und man braucht keine Wanderausrüstung. Bequeme Turnschuhe reichen für die Promenade und den Telegrin-Aufstieg. Für die Felspfade an der Südseite sind Schuhe mit Profil besser, Flip-Flops sind dort gefährlich. Wasser mitnehmen – mindestens einen halben Liter pro Person, im Sommer einen ganzen. Sonnencreme und Kopfbedeckung, sobald man die schattigen Bereiche verlässt.
Badeschuhe sind an allen Marjan-Stränden dringend empfohlen. Die Kiesel und Felsen haben scharfe Kanten, und Seeigel leben in den flachen Bereichen. Ein Handtuch und Schnorchelausrüstung machen den Strand-Teil des Ausflugs deutlich besser. Beides passt problemlos in einen Rucksack.
Orientierung und Karten
Der Marjan ist gut beschildert. An den Hauptkreuzungen stehen Holzschilder mit Richtungsangaben und Entfernungen. Am östlichen Eingang beim Zoo und an der Vidilica hängen Übersichtskarten. Trotzdem kann man sich auf den Nebenwegen kurz verlaufen – aber die Halbinsel ist so klein, dass man nach spätestens 20 Minuten in jede Richtung wieder auf einen bekannten Weg trifft. Google Maps zeigt die wichtigsten Wege an, für Details empfiehlt sich die App Mapy.cz, die auch Wanderwege in Kroatien detailliert abbildet.
Einkehr und Verpflegung
Direkt am Marjan gibt es wenige Möglichkeiten: die Vidilica-Kaffeebar für Getränke und Snacks, das Restaurant am Bene-Strand, und die Strandbar in Kašjuni. Wer richtig essen will, geht zurück in die Stadt – die Konobas in Varoš gehören zu den besten und günstigsten in Split. Konoba Varoš und Konoba Fetivi servieren dalmatinische Küche in unprätentiösen Steinräumen, wo die Tische eng stehen und der Hausrotwein aus dem Krug kommt.
Am westlichen Ende des Marjan, beim Bene-Strand, gibt es auch einen kleinen Laden für Wasser und Snacks. Wer den ganzen Tag am Marjan verbringen will, nimmt sich ein Picknick mit: Brot, Käse, Schinken und Obst vom Pazar-Markt in der Altstadt kosten zusammen unter zehn Euro und schmecken auf einer Bank unter Kiefern besser als in jedem Restaurant.
Marjan mit Kindern
Der Marjan ist familientauglich, wenn man die richtige Route wählt. Die Nordpromenade ist flach und auch mit Kinderwagen befahrbar (Buggy eher als Jogger, der Belag ist stellenweise rau). Der Zoo am Fuß des Hügels ist für Kinder zwischen drei und zehn Jahren ein Hit. Der Bene-Strand hat den flachsten Einstieg und Schatten unter Pinien – ideal für Kleinkinder.
Für ältere Kinder (ab sechs, sieben Jahren) ist der Aufstieg zum Telegrin ein Abenteuer. Man kann die Route so planen, dass man auf dem Hinweg den Gipfel besteigt und auf dem Rückweg an einem der Strände badet – eine Kombination, die den Nachwuchs besser motiviert als jede Aussichtsplattform. Die Gesamtstrecke (Vidilica – Telegrin – Kašjuni-Strand – zurück) ist etwa sechs Kilometer, mit vielleicht drei Stunden Gehzeit inklusive Pausen und Baden.
Was man vermeiden sollte: Die Felspfade an der Südseite sind für kleine Kinder ungeeignet. Steile Treppen ohne Geländer, ausgesetzte Passagen, keine Absicherung. Jugendliche und trittsichere Kinder ab zehn Jahren schaffen das problemlos, aber Fünfjährige sollten auf der Promenade bleiben.
Marjan im Kontext: Split erkunden
Der Marjan ist kein isoliertes Ausflugsziel, sondern Teil eines Split-Besuchs. Wer die Stadt erkundet, verbindet den Marjan mit den anderen Highlights: dem Diokletianpalast, der Riva, dem Grünen Markt, dem Stadtstrand Bačvice. Mehr dazu in unserem ausführlichen Split-Sehenswürdigkeiten-Guide, der die Altstadt im Detail behandelt.
Für Tagesausflüge ab Split – Krka-Wasserfälle, Trogir, die Inseln Brač und Hvar – haben wir einen eigenen Guide zu den besten Tagesausflügen ab Split zusammengestellt. Der Marjan selbst füllt gut einen halben Tag, kombiniert mit Altstadt und Abendessen einen ganzen.
Wer nach dem Marjan auf den Geschmack gekommen ist und mehr wandern will: Kroatien hat Wanderwege, die von der Küste bis ins Hochgebirge reichen. Vom leichten Küstenpfad bis zur alpinen Tour auf dem Velebit ist alles dabei – unser Wandern-in-Kroatien-Überblick zeigt die besten Optionen.
Was den Marjan besonders macht
Der Marjan ist keiner jener Orte, über die man Superlative stapelt. Er hat nicht den höchsten Gipfel, nicht den schönsten Strand, nicht die älteste Kirche. Aber er hat etwas, das in touristisch überlaufenen Städten selten geworden ist: Alltäglichkeit. Der Marjan ist der Ort, an dem Split normal ist. Wo Rentner ihre Hunde spazieren führen, Studenten auf Felsen sitzen und für Prüfungen lernen, Familien Sonntagnachmittage mit Picknick verbringen und Jogger ihre Runden drehen, ohne dass irgendjemand ein Selfie-Stick in die Luft streckt.
Natürlich kommen auch Touristen zum Marjan – die Aussicht von der Vidilica gehört mittlerweile zu jedem Split-Reiseführer. Aber der Marjan absorbiert die Besucher, ohne seinen Charakter zu verlieren. Er ist groß genug, vielfältig genug und ungezähmt genug, um jedem, der ein paar hundert Meter abseits der Hauptwege geht, das Gefühl zu geben, allein zu sein.
Der beste Rat für den Marjan ist vielleicht dieser: Keinen Plan haben. Einfach losgehen. Die Treppen von Varoš hochsteigen, irgendwann links abbiegen, dem Weg folgen, der am interessantesten aussieht. Wenn man auf eine Kapelle stößt, hineinschauen. Wenn ein Pfad zum Meer hinunterführt, folgen. Wenn eine Bank mit Aussicht wartet, setzen. Der Marjan belohnt genau diese Art des Reisens – die, bei der man nichts sucht und trotzdem alles findet.