Radfahren auf Murter: Die besten Touren rund um die Insel 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitäten , Radfahren
- 20 Nov, 2025
Inhalt
Murter ist der perfekte Ausgangspunkt für Radtouren in Norddalmatien. Die Insel selbst ist kompakt genug für eine entspannte Tagesrunde, aber das eigentliche Potenzial liegt im Umland: Der Naturpark Vransko jezero, die Wasserfälle der Krka, das karstige Hinterland bis nach Drniš – alles erreichbar ab Murter.
Der große Vorteil: Murter ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Kein Fährstress, keine Wartezeiten, kein Aufpreis fürs Rad. Du rollst einfach los. Während Radfahrer auf Hvar oder Brač erst mal in einer Schlange stehen und auf die Jadrolinija warten, bist du auf Murter längst unterwegs. Die Brücke bei Tisno öffnet sich zweimal täglich für Segelboote – ein Schauspiel, das du vom Sattel aus beobachten kannst, statt dich darüber zu ärgern.
Die Straßen auf der Insel und im Umland sind in erstaunlich gutem Zustand. Wenig Schwerlastverkehr, kaum Schlaglöcher, und außerhalb der Hochsaison teilst du dir die Fahrbahn mit einer Handvoll Einheimischer in ihren Fiat Puntos. Gravelbikes haben hier einen besonderen Vorteil: Zwischen den asphaltierten Hauptstraßen durchziehen ungezählte Schotterwege die Macchia, führen zu versteckten Buchten und einsamen Olivenhainen.
Die Insel: Von Vodice zum Zauber Murters

Diese Tour ist der Einstieg in die Region – und zeigt dir, warum Murter mehr ist als nur ein Sprungbrett zu den Kornaten. Die Von Vodice zum Zauber Murters Route verbindet Küstencharme mit Inselabenteuer auf 43 Kilometern, die sich auch für weniger trainierte Radler gut bewältigen lassen.
Start ist die lebhafte Küstenstadt Vodice mit ihrer langen Uferpromenade. Von hier führt die Strecke entlang der Adriaküste nach Tisno, wo die bewegliche Brücke das Festland mit Murter verbindet. Auf der Insel geht es durch alle vier Dörfer, vorbei an Olivenhainen, durch Pinienwälder und entlang idyllischer Buchten mit kristallklarem Wasser. Die Rückfahrt nach Tisno schließt die Runde, und wer noch Kraft hat, rollt auf demselben Weg zurück nach Vodice.
| Detail | Info |
|---|---|
| Strecke | Vodice → Tisno → Murter (Inselrunde) → Tisno |
| Distanz | 43,2 km |
| Höhenmeter | ↗390 m ↘390 m |
| Schwierigkeit | Leicht bis mittel |
| Untergrund | Überwiegend Asphalt, kurze Schotterabschnitte |
Was dich erwartet
Die ersten Kilometer führen an der Küste entlang – rechts das glitzernde Meer, links die typisch dalmatinischen Steinhäuser. Nach Tribunj, einem fotogenen Fischerdorf auf einer kleinen Halbinsel, wird es ruhiger. Ein kurzer Abstecher in den Ortskern lohnt sich: Die steinerne Kirche auf dem höchsten Punkt bietet einen Rundblick über die vorgelagerten Inselchen. Danach schlängelt sich die Straße durch Olivenhaine, bis du die Brücke bei Tisno erreichst.
Auf Murter selbst fährst du eine Runde durch alle Dörfer: Tisno mit seinen Festivallocations am Jazine-Strand, Jezera mit der geschützten Bucht voller Fischerboote, Betina mit dem sehenswerten Museum des Holzschiffbaus, und Murter-Stadt als größter Ort der Insel. Dazwischen immer wieder Aussichten auf die Kornaten am Horizont, Buchten zum Baden, und Konobas für eine Pause. Die Höhenmeter verteilen sich gleichmäßig – keine brutalen Anstiege, aber auch nicht komplett flach. Zwischen Betina und Murter-Stadt gibt es einen kurzen, knackigen Anstieg von etwa 60 Höhenmetern, der dich mit einem Panoramablick über die gesamte Inselgruppe belohnt.
Tipp: Starte früh morgens und plane einen Badestopp am Strand Slanica ein. Das Wasser ist dort so flach, dass du auch nach dem Schwimmen schnell wieder trocken bist und entspannt weiterfahren kannst. Alternativ bietet sich die Bucht Podvrške auf der Südseite an – weniger frequentiert, dafür mit türkiserem Wasser.
Varianten und Abstecher
Die Route lässt sich in mehrere Richtungen verlängern. Von Murter-Stadt aus führt ein Schotterweg nach Čigrađa und weiter zur Nordspitze der Insel. Dort erreichst du Buchten, die du mit dem Auto nie finden würdest – der Weg wird zu eng, zu steinig, zu abenteuerlich für vier Räder. Rechne mit 10-15 km extra und etwas mehr Höhenmetern. Besonders reizvoll ist der Abstecher zum Aussichtspunkt Raduč, dem höchsten Punkt der Insel auf 125 Metern. Von dort siehst du bei klarer Sicht bis zu den Kornaten und kannst einzelne Inseln zählen. Der Aufstieg dauert keine 20 Minuten, aber die Aussicht bleibt tagelang im Kopf.
Wer es sportlicher will, kann die Inselrunde mit der Küstenstrecke Richtung Pirovac kombinieren. Diese Nebenstraße ist deutlich ruhiger als die Hauptroute nach Vodice und führt durch das Dorf Pirovac mit seiner Marmeladenproduktion – im Herbst hängt der Duft von eingekochten Feigen in den Gassen.
Panorama über dem Vrana-See
Wenn du nur eine Tour in der Region machst, nimm diese. Der Aussichtspunkt Kamenjak über dem Vrana-See ist einer der spektakulärsten Orte in ganz Dalmatien – und kaum ein Tourist kennt ihn. Kein Reisebus fährt hier hoch, kein Souvenirstand wartet oben. Nur du, dein Rad und ein Panorama, das dir die Sprache verschlägt.
Die Weg zum Panorama Route führt von Vodice durch mediterrane Landschaft in den Naturpark Vransko jezero. Das Ziel ist der Kamenjak-Aussichtspunkt auf 308 Metern – von dort siehst du den größten Süßwassersee Kroatiens unter dir liegen, dahinter die Kornaten-Inseln und die glitzernde Adria. An klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Bergen des Velebit-Gebirges im Norden.
| Detail | Info |
|---|---|
| Strecke | Vodice → Naturpark Vransko jezero → Kamenjak |
| Distanz | 46,2 km |
| Höhenmeter | ↗550 m ↘290 m |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Untergrund | Asphalt und befestigte Wege |
Der Aufstieg
Die Tour beginnt entspannt an der Küste, aber nach dem Abzweig in den Naturpark ändert sich alles. Die Straße steigt an, die Vegetation wird dichter, und plötzlich bist du im Hinterland – weit weg von Strandliegen und Eiscafés. Der Vrana-See taucht links auf – 30 km² Süßwasser, umgeben von Schilf und Feuchtgebieten. An der Ostseite des Sees verläuft ein Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse, flach und schattig unter Platanen. Ein willkommener Kontrast zum exponierten Küstenabschnitt davor.
Der finale Anstieg zum Kamenjak ist der anspruchsvollste Teil: etwa 4 km mit durchschnittlich 7% Steigung, einzelne Rampen bis 12%. Keine Serpentinen, einfach geradeaus den Berg hoch durch Steineichenwald. In den letzten Kehren lockert sich der Wald auf, und du ahnst bereits, was oben wartet. Angekommen auf dem Plateau, vergisst du sofort die Anstrengung. Das Panorama gehört zu den besten, die du auf dem Rad in Kroatien erleben kannst – der See wie ein Spiegel, die Inseln am Horizont, die Adria im Dunst, und an der gegenüberliegenden Seite die Silhouette von Murter.
Wichtig: Bring mindestens zwei volle Flaschen Wasser mit. Nach Vodice gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten mehr bis zum Aussichtspunkt. Im Sommer können es oben 35+ Grad sein, und der Aufstieg ist komplett schattenlos auf den letzten zwei Kilometern. Am besten planst du diese Tour für die frühen Morgenstunden – vor 9 Uhr bist du im Schatten des Berges, und das Licht über dem See ist dann am schönsten.
Ornithologie-Bonus
Der Vrana-See ist eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete Kroatiens und seit 1999 als Naturpark geschützt. Reiher, Kormorane, Löffler, seltene Entenarten – wer Fernglas und Geduld hat, sieht hier Vögel, die es anderswo in Europa kaum noch gibt. Über 250 Vogelarten wurden am See dokumentiert, darunter der seltene Purpurreiher und der Seeadler. Die beste Zeit für Beobachtungen ist früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Hitze nachlässt und die Vögel aktiver werden. Am Nordufer des Sees gibt es zwei Beobachtungshütten, die du auf der Radtour passierst – ein Stopp von 15 Minuten lohnt sich auch für Nicht-Ornithologen.
Die Juwelen der Krka

Die Krka-Wasserfälle sind weltberühmt, aber die meisten Besucher kommen mit dem Bus aus Split oder Zadar. Mit dem Rad erlebst du den Nationalpark anders: durch die Hintertür, abseits der Massen, mit Stopps an Orten, die kein Reisebus ansteuert. Statt dich durch die Selfie-Massen am Haupteingang zu drängeln, rollst du auf ruhigen Nebenstraßen durch das Krka-Tal und erlebst die Landschaft als Ganzes – nicht nur den einen Wasserfall, den alle fotografieren.
Die Juwelen der Krka Tour startet in Skradin, dem historischen Eingangstor zum Nationalpark, und führt durch Karstlandschaften und Weinberge zu den berühmten Wasserfällen und weiter zur Klosterinsel Visovac.
| Detail | Info |
|---|---|
| Strecke | Skradin → Skradinski Buk → Roški Slap → Visovac → Stinice |
| Distanz | 36,9 km |
| Höhenmeter | ↗670 m ↘620 m |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Untergrund | Asphalt, teilweise Schotter |
Die Route im Detail
Start ist Skradin, ein verschlafenes Städtchen am Ende der Krka-Mündung. Die Marina ist voller Segelboote, die Restaurants servieren frischen Fisch, und auf dem kleinen Marktplatz verkaufen Bauern ihren Honig und Olivenöl. Von hier aus steigt die Strecke ins Hinterland – durch Weinberge, in denen die autochthone Rebsorte Debit wächst, vorbei an Olivenhainen, mit Blicken zurück auf die fjordartige Bucht von Skradin.
Der erste Höhepunkt ist Skradinski Buk, der bekannteste Wasserfall des Parks. 17 Kaskaden stürzen hier über eine Breite von 400 Metern in smaragdgrüne Becken. Das Baden ist seit 2021 leider nicht mehr erlaubt, aber der Anblick allein rechtfertigt den Umweg. Holzstege führen direkt an den Kaskaden vorbei – stell dein Rad am Eingang ab und nimm dir mindestens eine halbe Stunde Zeit.
Weiter geht es über ruhige Nebenstraßen zum Roški Slap, dem zweiten großen Wasserfall. Weniger besucht, weniger fotogen auf den ersten Blick, aber dafür mit einer Atmosphäre, die Skradinski Buk längst verloren hat. Hier hörst du das Wasser rauschen, ohne Stimmengewirr im Hintergrund. Die alten Wassermühlen am Flussufer sind restauriert und vermitteln einen Eindruck davon, wie das Leben am Fluss vor hundert Jahren aussah.
Das Finale ist die Insel Visovac: Ein Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert, mitten im smaragdgrünen Krka-See gelegen. Du erreichst sie nicht direkt mit dem Rad, aber von der Straße aus siehst du die Insel wie ein Gemälde vor dir liegen – weiße Mauern, Zypressen, das stille Wasser. Wer Zeit hat, nimmt die Fähre rüber (120 Kuna, Abfahrt ab Stinice). Die Mönche pflegen dort einen Garten, der seit fünfhundert Jahren nicht unterbrochen wurde.
Kombination mit Murter: Von Skradin sind es nur 25 km zurück nach Vodice, von dort weiter nach Murter. Eine Zwei-Tages-Tour, die Natur, Kultur und Meer verbindet – und die sich als Rundkurs planen lässt, wenn du die Krka-Tour mit der Murter-Inselrunde kombinierst.
Ins Hinterland: Heimat vom Prosciutto

Diese Tour ist die längste und anspruchsvollste – und die lohnendste. Sie führt von der Adriaküste ins dalmatinische Hinterland, durch eine Landschaft, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Wer nur Strandradeln kennt, erlebt hier eine komplett andere Seite Kroatiens: leer, still, rau und von einer herben Schönheit, die Fotos nicht einfangen können.
Die Heimat vom Prosciutto Route startet in Biograd na Moru und endet in Drniš – einer Stadt, die für eine der berühmtesten Delikatessen Kroatiens bekannt ist: den Drniški Pršut. Mit 77 Kilometern und fast 1000 Höhenmetern ist das eine Tour für trainierte Radler oder E-Bike-Fahrer.
| Detail | Info |
|---|---|
| Strecke | Biograd na Moru → Drniš |
| Distanz | 76,9 km |
| Höhenmeter | ↗960 m ↘680 m |
| Schwierigkeit | Anspruchsvoll |
| Untergrund | Asphalt, gute Nebenstraßen |
Von der Küste in den Karst
Die ersten Kilometer sind mediterran: Küstenstraßen, Pinienwälder, der Geruch von Salz und Rosmarin. In Biograd selbst lohnt ein Kaffee am Hafen, bevor du dich auf den Weg machst – es wird der letzte Cappuccino mit Meerblick für eine Weile sein. Aber mit zunehmender Höhe verändert sich alles. Die üppige Vegetation weicht kahlen Karstflächen, die Dörfer werden kleiner, die Stille größer. Irgendwann hörst du nur noch deine eigene Kette und den Wind in den Gräsern.
Das Hinterland Dalmatiens ist eine vergessene Welt. Steinerne Schafställe, verlassene Häuser, Trockenmauern, die sich über die Hügel ziehen wie die Adern eines alten Blattes. Hier leben mehr Ziegen als Menschen. Die Straßen sind leer, der Asphalt überraschend gut, die Aussichten endlos. Nach etwa 40 Kilometern passierst du die Ravni Kotari, eine Hochebene, die sich im Frühling in ein Blumenmeer verwandelt und im Sommer staubtrocken und golden daliegt. Die Dörfer entlang der Strecke haben oft nur noch wenige Bewohner, aber fast jedes hat eine kleine Konoba, die öffnet, wenn Gäste kommen – klopf an, frag nach.
Drniš und der Pršut
Das Ziel ist Drniš, eine Kleinstadt im Cetina-Hinterland. Die Stadt selbst überrascht mit einer lebhaften Marktszene und der Festung hoch über den Dächern, von der du das gesamte Tal überblickst. Aber was Drniš wirklich berühmt macht, ist der Drniški Pršut – ein luftgetrockneter Schinken, der zu den besten der Welt zählt. Das trockene Klima, die klaren Bergwinde und die Karstlandschaft schaffen ideale Bedingungen für die monatelange Reifung. Im Unterschied zum istrischen Pršut wird der dalmatinische zunächst geräuchert, bevor er an der Luft trocknet – das gibt ihm eine rauchigere, kräftigere Note.
Nach 77 km im Sattel ist der Besuch bei einem lokalen Produzenten Pflicht. Zahlreiche Familienbetriebe öffnen ihre Türen für Besucher – Verkostung inklusive. Der Schinken mit etwas Paški sir (Käse von der Insel Pag) und einem Glas Plavac Mali ist die perfekte Belohnung für einen langen Tag auf dem Rad. Die Konoba Lola am Ortseingang ist ein guter Anlaufpunkt, ohne Reservierung, mit ehrlicher Küche und Portionen, die für zwei Radfahrer reichen.
Logistik: Die Tour endet nicht am Startpunkt. Du brauchst entweder einen Transfer zurück zur Küste (Busse fahren mehrmals täglich von Drniš nach Šibenik, Fahrradmitnahme möglich) oder übernachtest in Drniš. Das Hotel Park oder eine der Pensionen im Zentrum kosten zwischen 50 und 80 Euro. Von dort kannst du am nächsten Tag über den Nationalpark Krka zurückfahren – eine spektakuläre Zwei-Tages-Runde, die Küste und Hinterland vereint.
Praktische Infos für Radfahrer
Fahrradverleih auf und um Murter
Auf Murter selbst hat sich in den letzten Jahren einiges getan. In Murter-Stadt bietet Aquanaut Diving & Cycling seit 2024 neben Tauchkursen auch Trekkingräder und E-Bikes an – die Preise liegen bei 25-40 Euro pro Tag, Rabatt ab drei Tagen. In Tisno vermietet Rent Murter am Hafen City-Bikes und einfache Mountainbikes, brauchbar für die Inselrunde, aber für längere Touren zu wenig.
Für Rennräder und hochwertige Gravelbikes sind die Optionen in den Nachbarstädten besser:
- Vodice: Active Adventure Vodice hat Carbon-Rennräder (ab 45 €/Tag) und Shimano-Steps-E-Bikes. Direkt an der Riva, praktisch als Startpunkt für alle Touren.
- Šibenik: Šibenik Bike vermietet Scott- und Cannondale-Räder, auch Gravelbikes mit breiten Reifen für die Schotterwege im Hinterland. Liegt am Rand der Altstadt.
- Zadar: Für längere Aufenthalte die größte Auswahl in der Region. Trail Bike Zadar hat alles von Fully-MTBs bis Zeitfahrräder.
E-Bikes sind für die hügeligeren Touren (Kamenjak-Aufstieg, Drniš-Tour) eine ernsthafte Überlegung – besonders im Sommer, wenn die Hitze jeden Anstieg doppelt so lang fühlen lässt. Achte auf die Akkureichweite: Für die Drniš-Tour brauchst du mindestens 500 Wh, besser 625 Wh.
Beste Jahreszeit
Frühling (April-Mai): Die beste Zeit. Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, die Macchia blüht, die Landschaft ist grün statt braun, und auf den Straßen herrscht angenehme Leere. Der Vrana-See hat dann den höchsten Wasserstand, und die Krka-Wasserfälle sind am eindrucksvollsten. Einziger Nachteil: Das Meer ist mit 16-18 Grad noch frisch für den Badestopp.
Herbst (September-Oktober): Ebenso gut, mit Bonuspunkten. Das Meer hat noch 22-24 Grad von der Sommerhitze, die Weinlese im Hinterland bringt Leben in die Dörfer, und das Licht am Nachmittag hat diese goldene Qualität, die jedes Foto besser macht. Mitte Oktober beginnt die Olivenernte – dann riecht es auf den Inseln überall nach frisch gepresstem Öl.
Sommer (Juni-August): Möglich, aber fordernd. Temperaturen über 35 Grad im Hinterland sind normal. Starte vor 7 Uhr morgens, mach zwischen 11 und 16 Uhr eine lange Siesta am Strand oder im Schatten einer Konoba, und fahr die zweite Hälfte am späten Nachmittag. Die Küstenstrecken sind dann durch den Maestral-Wind erträglicher als das Hinterland.
Winter (November-März): Die Küstentouren gehen auch im Winter – 10-15 Grad, oft sonnig, kein Verkehr. Das Hinterland kann kalt und windig sein, besonders wenn die Bura bläst. Manche Konobas und Restaurants sind geschlossen, aber Vodice und Šibenik haben ganzjährig geöffnete Lokale.
Wasser und Verpflegung unterwegs
Die Versorgungslage hängt stark von der Route ab. Auf der Küstenstrecke zwischen Vodice und Murter gibt es alle paar Kilometer einen Supermarkt oder ein Café. Im Hinterland sieht es anders aus.
- Vodice-Murter Tour: Restaurants in Tribunj, Tisno und auf Murter. Der Konzum-Supermarkt in Murter-Stadt hat die beste Auswahl auf der Insel. Trinkwasserbrunnen gibt es am Hafen von Jezera und am Strand Slanica.
- Kamenjak Tour: Letzte Versorgung in Vodice. Ab dem Abzweig in den Naturpark gibt es nichts mehr – kein Café, kein Brunnen, kein Automat. Pack mindestens 1,5 Liter Wasser ein, im Sommer 2 Liter.
- Krka Tour: Skradin hat Supermärkte, Cafés und Restaurants. Im Nationalpark selbst gibt es Imbissstände, aber zu Touristenpreisen (Wasser 3 Euro, Sandwich 8 Euro). Besser in Skradin eindecken.
- Drniš Tour: In den kleinen Dörfern entlang der Strecke findest du gelegentlich eine Konoba, aber verlassen kannst du dich nicht darauf. Drniš hat einen Konzum und mehrere Bäckereien. Eine gute Zwischenstation ist das Dorf Pakovo Selo nach etwa 50 km – dort gibt es kaltes Wasser und Kaffee.
GPX-Tracks und Navigation
Alle Routen sind auf ridescouts verfügbar – mit GPX-Download für Offline-Navigation auf Garmin, Wahoo oder Smartphone. Die Tracks sind getestet und aktuell, was im dalmatinischen Hinterland nicht selbstverständlich ist: Google Maps kennt manche der schönsten Schotterwege schlicht nicht, und Komoot schickt dich gelegentlich über Ziegenpfade, die mit dem Rennrad nicht fahrbar sind.
Lade die GPX-Dateien vor der Abfahrt herunter. Mobilfunkempfang ist auf Murter und an der Küste kein Problem, aber im Hinterland hinter dem Vrana-See und auf dem Weg nach Drniš gibt es Funklöcher, die sich über mehrere Kilometer erstrecken.
Werkstatt und Pannenhilfe
Einen vollwertigen Fahrradladen gibt es auf Murter nicht. Die nächste Werkstatt mit Ersatzteilen sitzt in Šibenik (Šibenik Bike, montags geschlossen). Pack das Nötigste ein: Ersatzschlauch, Reifenheber, Multitool, Kettenschloss. Für Tubeless-Reifen zusätzlich Dichtmilch und eine CO2-Kartusche – auf den Schotterwegen im Hinterland sind spitze Steine keine Seltenheit. Wer ein Rad in Vodice oder Šibenik mietet, bekommt in der Regel ein Pannenset dazu.
Mehr zu Murter: Der komplette Murter-Guide mit allen Stränden, Restaurants und praktischen Infos.
Wandern statt Radeln: Die besten Wanderwege auf Murter – vom Raduč-Gipfel bis zu versteckten Buchten.
Geheimtipps: Die versteckten Ecken der Insel, die nur Einheimische kennen.