Kornati Nationalpark: Das Labyrinth aus 89 Inseln (2026)
- Redaktionsteam
- Nationalparks , Inseln , Dalmatien
- 07 Mar, 2026
Inhalt
89 Inseln, 140 Quadratkilometer Meer, fast keine Bewohner – die Kornaten sind das Gegenteil von allem, was man von kroatischen Inseln erwartet. Keine Dörfer, keine Strände, keine Palmen. Stattdessen: Kahle Karstfelsen, die aus dem tiefblauen Meer ragen wie die Rücken versteinerter Wale. Die meisten der 89 Inseln sind unbewohnt, viele nicht einmal benannt. Auf der Meerseite brechen die berühmten Krune – senkrechte Klippen – bis zu 80 Meter tief ins offene Wasser ab. Auf der geschützten Landseite liegen stille Buchten, in denen das Wasser so klar ist, dass man den Anker am Grund sieht. Die Kornaten sind keine gemütliche Inselwelt. Sie sind wild, karg und überwältigend schön.

Das Archipel verstehen
Die Kornaten sind nicht einfach Inseln im Meer. Sie sind das, was übrig blieb, als der Meeresspiegel nach der letzten Eiszeit stieg. Die Hügel einer einstigen Karstlandschaft wurden zu Inseln, die Täler zu Kanälen. Das Ergebnis ist ein Labyrinth, das selbst erfahrene Segler fordert und Erstbesucher in ehrfürchtiges Staunen versetzt. Der Nationalpark umfasst 89 Inseln, Inselchen und Riffe, wobei nur der südliche und mittlere Teil des Archipels unter Schutz stehen. Insgesamt zählt die gesamte Kornati-Inselgruppe sogar über 150 Eilande, doch der Nationalpark konzentriert sich auf den spektakulärsten Abschnitt.
Die größte Insel heißt Kornat und gab dem Archipel seinen Namen. Sie ist 25 Kilometer lang, aber kaum einen Kilometer breit – ein steinernes Band, das sich durch das Meer zieht. Die anderen Inseln sind kleiner, manche nur Felsen mit ein paar Büschen, andere groß genug für eine Schafherde und eine Konoba. Insgesamt leben auf den Kornaten dauerhaft keine Menschen. Im Sommer kommen Fischer und Schafhalter aus Murter, die in den alten Steinhäusern ihrer Vorfahren ein paar Wochen verbringen – ohne Strom, ohne fließendes Wasser, mit Zisternenwasser und dem, was das Meer hergibt.
Warum sind die Inseln so kahl?
Die Kornaten waren nicht immer so. Vor Jahrhunderten wuchsen hier Wälder, die für den Schiffbau der Venezianer gerodet wurden. Die Schafe, die danach kamen, fraßen jeden Neuaustrieb. Heute ist die Landschaft Karst pur: grauer Stein, Salbei, Immortellen. Eine brutale Schönheit, die man erst lernen muss zu sehen. Im Frühling, wenn die wenigen Pflanzen kurz blühen, legt sich ein zarter grüner Schimmer über die Felsen – das ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Kornaten etwas Weiches haben. Schon im Juni verbrennt die Sonne alles wieder zu dem staubigen Grau, das die Inseln im Sommer kennzeichnet.
Anreise zu den Kornaten
Die Kornaten haben keinen Hafen mit Fähranleger, keine Landebahn, keine Brücke. Jeder Besuch beginnt mit einem Boot, und welchen Ausgangspunkt du wählst, entscheidet über das Erlebnis.
Ab Murter – der Klassiker
Murter ist das historische Tor zu den Kornaten. Die Fischer von Murter besitzen seit Generationen Felder und Steinhäuser auf den Inseln, und die meisten Ausflugsboote starten hier. Die Überfahrt dauert nur 30-45 Minuten, was den Tag auf dem Archipel maximiert. Wer wenig Zeit hat, bekommt ab Murter die meisten Stunden im Nationalpark. Die Boote legen von den Häfen Murter-Ort, Betina und Jezera ab. In Betina, dem ehemaligen Bootsbauerdorf, hat man manchmal das Glück, auf einem traditionellen Holzboot mitzufahren.
Ab Zadar – für den Norden des Archipels
Von Zadar aus dauert die Anfahrt länger (ca. 90 Minuten per Boot), dafür kommen diese Touren oft über den Naturpark Telascica, der südlich an die Kornaten grenzt. Wer beide Parks an einem Tag sehen will, fährt am besten ab Zadar. Die Boote legen vom Stadthafen oder vom Vorort Borik ab, und die Route durch den Kanal von Dugi Otok ist an sich schon sehenswert.
Ab Sibenik – die ruhige Alternative
Sibenik liegt weiter südlich und die Ausflüge ab hier sind seltener. Dafür sind die Boote oft kleiner, die Gruppen intimer, und die Routen führen durch den weniger besuchten südlichen Teil des Archipels. Wer die Kornaten ohne 50 andere Touristen erleben will, sollte ab Sibenik schauen.
Ab Biograd na Moru – die Marina-Option
Biograd hat eine große ACI Marina und ist der wichtigste Charterhafen der Region. Für Segler und Motorbootfahrer mit eigenem oder gechartertem Boot ist Biograd der logische Ausgangspunkt. Auch Tagesausflüge per Ausflugsboot starten hier, allerdings etwas touristischer aufgezogen als ab Murter. Der Vorteil: Die Infrastruktur ist besser – Parkplätze, Restaurants, Hotels direkt am Hafen.
Welchen Abfahrtsort wählen? Für den ersten Besuch: Murter wegen der Nähe. Für Telascica-Kombination: Zadar. Für Ruhe: Sibenik. Für Charter: Biograd. Egal von wo – buche in der Hochsaison mindestens einen Tag vorher, im Juli und August besser zwei bis drei Tage.
Was dich erwartet: Ein typischer Tag auf den Kornaten
Die meisten Besucher erleben die Kornaten als Tagesausflug. Hier ist, was dich erwartet – ohne die Hochglanz-Beschreibungen, die jede Agentur verwendet.

Morgens um acht triffst du dich am Hafen. Das Boot ist meistens ein Holzschiff oder ein umgebauter Fischkutter, selten luxuriös, immer solide. 20-40 Passagiere, ein Kapitän, der die Gewässer seit Jahrzehnten kennt, und manchmal ein Matrose, der nebenbei Eintritt kassiert und Getränke verkauft. Die Abfahrt ist pünktlich – Seeleute warten nicht.
Die ersten 30 Minuten führen durch den Kanal zwischen Murter und den äußeren Inseln. Das Wasser wird dunkler, die Küste verschwindet. Dann tauchen die ersten Kornati-Inseln auf – kahle Buckel, die sich kaum vom Horizont abheben. Erst wenn das Boot zwischen die Inseln gleitet, begreifst du die Dimensionen. Links und rechts Felsen, vor dir mehr Felsen, und dazwischen Wasser in einem Blau, das kein Foto einfängt.
Der erste Stopp ist eine Badebucht. Das Boot ankert, die Leiter geht runter, und du springst in Wasser, das 30 Meter tief und trotzdem bis zum Grund durchsichtig ist. Keine Quallen, keine Algen, keine Strömung in den geschützten Buchten. 45 Minuten Schwimmen, dann weiter.
Gegen Mittag steuert das Boot eine der Konoba-Inseln an. Das Mittagessen ist fast immer gegrillter Fisch – Brasse, Wolfsbarsch oder Makrele – dazu Kartoffeln, Mangold und Brot. Alles wird auf einem Holzkohlegrill zubereitet, der seit Jahrzehnten am gleichen Platz steht. Dazu gibt es Hauswein aus dem Kanister, der besser schmeckt, als er aussieht. Die Konobas haben keine Speisekarten – du bekommst, was der Wirt heute hat. Das Essen dauert eineinhalb Stunden, weil es am Mittelmeer keine Eile gibt.
Nach dem Essen folgt die Fahrt zu den Klippen von Mana, dem dramatischen Höhepunkt jeder Tour. Das Boot nähert sich der Außenseite des Archipels, wo die Inseln steil ins offene Meer abfallen. Noch ein Badestopp am Nachmittag, dann die Rückfahrt. Gegen 17 oder 18 Uhr bist du zurück im Hafen – müde, sonnenverbrannt und mit dem Gefühl, etwas Besonderes gesehen zu haben.
Segeln in den Kornaten
Für Segler sind die Kornaten einer der besten Reviere im Mittelmeer, vielleicht sogar der beste. Die Gründe liegen auf der Hand: Hunderte geschützte Ankerbuchten, moderate Winde im Sommer, kristallklares Wasser und eine Landschaft, die sich hinter keinem karibischen Atoll verstecken muss. Anders als die karibischen Reviere ist hier alles nah beieinander – in einer Woche kannst du 30 verschiedene Buchten ansteuern, ohne je mehr als eine Stunde am Stück segeln zu müssen.
Ankerbuchten und Bojen
In den Kornaten gibt es ausgewiesene Ankerzonen und Mooring-Bojen. Die Bojen kosten je nach Buchtsaison 15-30 Euro pro Nacht (2026), und ihre Nutzung ist deutlich empfehlenswerter als freies Ankern. Der Grund: Der Meeresboden besteht aus glattem Fels und Seegras, der Anker hält schlecht. Wer nachts auf Anker liegt und die Bora kommt, hat ein Problem. Die Bojen sind fest verankert und halten auch bei starkem Wind. Die beliebtesten Buchten – Vrulje, Strižnja, Lavsa – haben begrenzte Bojenplätze, die im Sommer ab dem frühen Nachmittag belegt sind. Ankunft vor 14 Uhr ist Pflicht.
Eingeschränkte Zonen
Teile des Nationalparks sind streng geschützt. In bestimmten Zonen ist Ankern, Tauchen und Fischen komplett verboten. Die Ranger kontrollieren regelmäßig und die Strafen sind empfindlich – bis zu mehrere hundert Euro für Ankern in Sperrzonen. Die aktuellen Karten gibt es auf np-kornati.hr und in jeder Marina der Region. Wer ein Charterboot übernimmt, bekommt die Karten normalerweise vom Vercharterer.
Versorgungslage
In den Kornaten gibt es keine Supermärkte, keine Tankstellen und kein Trinkwasser aus dem Hahn. Alles, was du brauchst, musst du mitbringen oder in den Konobas kaufen (begrenzte Auswahl, hohe Preise). Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind Murter, Biograd oder Zadar. Trinkwassertanks vor der Abfahrt randvoll füllen – in den Kornaten gibt es kein Nachfüllen.
Tauchen und Schnorcheln
Das Wasser rund um die Kornaten gehört zum Klarsten in der gesamten Adria. Die Sichtweiten erreichen regelmäßig 30-40 Meter, an guten Tagen noch mehr. Der Grund: Fast keine Süßwasserzuflüsse, wenig Plankton, keine Industrie im Umkreis. Das Wasser ist arm an Nährstoffen und deshalb so durchsichtig – für Taucher und Schnorchler ein Traum.
Schnorcheln in den Buchten
Für Schnorchler sind die geschützten Buchten auf der Landseite der Inseln ideal. Das Wasser ist ruhig, der Einstieg vom Boot oder über flache Felsen möglich, und schon in einem Meter Tiefe sieht man Seeigel, Seesterne und Schwärme kleiner Fische. Die Bucht von Lojena auf Levrnaka ist besonders gut geeignet – flacher Einstieg, Sandgrund, oft Meeräschen-Schwärme, die sich von Schnorchlern nicht stören lassen. Auch die Bucht Strižnja bietet unter der Wasseroberfläche mehr, als man von oben erahnt: Unterwasserfelsen, die mit Schwämmen und Anemonen bedeckt sind, dazwischen Tintenfische und Muränen in den Spalten.
Tauchen an den Außenklippen
Die Außenseite des Archipels, wo die Krune ins offene Meer abfallen, bietet spektakuläre Tauchgänge. Die Unterwasserklippen setzen sich oft 40-50 Meter unter die Oberfläche fort, bedeckt mit roten und gelben Gorgonien, Schwämmen und Korallen. In den Spalten verstecken sich Hummer, Muränen und Meerjunker. Gelegentlich tauchen Barrakuda-Schwärme auf, und Adlerrochen gleiten über den Grund.
Tauchen ist im Nationalpark nur mit Genehmigung und lizenzierten Tauchbasen erlaubt. Die nächsten Tauchzentren befinden sich in Murter, Betina und Biograd. Ein geführter Zweier-Tauchgang mit Ausrüstung kostet 80-120 Euro. Wer selbst Ausrüstung mitbringt, zahlt weniger, braucht aber trotzdem die Genehmigung des Nationalparks.
Die Kronen (Krune) – Senkrechte Wände ins Meer

Die Krune sind das geologische Wahrzeichen der Kornaten und der Moment jeder Tour, an dem die Kameras nicht mehr weggehen. Auf der Außenseite des Archipels, wo die Inseln dem offenen Meer zugewandt sind, fallen die Felsen senkrecht ins Wasser ab. Auf der Insel Mana erreichen diese Klippen ihre dramatischste Ausprägung: 80 Meter nahezu lotrechte Wand, die direkt aus dem Wasser aufsteigt.
Die Entstehung erklärt die Geologie. Die Kornaten liegen auf der Grenzlinie zweier tektonischer Platten. Die adriatische Mikroplatte schiebt sich unter die eurasische Platte, und an der Bruchkante entstanden diese vertikalen Abbrüche. Im Grunde schaust du auf eine geologische Bruchstelle, die Millionen Jahre alt ist – der gleiche Prozess, der auch die Erdbeben in der Region verursacht.
Vom Boot aus wirken die Krune zunächst gar nicht so imposant. Erst wenn das Boot direkt vor die Wand fährt und man den Kopf in den Nacken legen muss, um die Oberkante zu sehen, wird die Dimension greifbar. Bei Wellengang schießt die Gischt an den Wänden hoch, und das Donnern der Wellen hallt in den Felsnischen. Die Kapitäne der Ausflugsboote fahren bewusst nah heran – nicht gefährlich nah, aber nah genug, dass man die Schichtung im Fels erkennt und die Meeresvögel auf den Simsen sitzen sieht.
Neben Mana haben auch die Inseln Rašip, Piškera und Klobučar beeindruckende Krune, allerdings sind diese weniger zugänglich und werden von den Standard-Ausflugsbooten nicht angefahren. Wer ein eigenes Boot hat, kann die Außenseite des gesamten Archipels abfahren – bei ruhigem Wetter ein unvergessliches Erlebnis.
Die Highlights der Kornaten
Levrnaka und Lojena Bucht
Die südlichste große Insel hat etwas, das in den Kornaten selten ist: einen Strand. Lojena ist eine flache Bucht mit Kiesel und Sand, geschützt vor Wind, perfekt zum Schwimmen. Im Sommer ankern hier dutzende Boote, aber es bleibt friedlich – Partyflotten meiden die Kornaten. Das Wasser schimmert hier in einem hellen Türkis, das sich vom dunklen Blau der tieferen Kanäle abhebt. An Land gibt es eine einfache Konoba, wo man nach dem Schwimmen kalte Getränke und gegrillten Fisch bekommt.
Vrulje – Das Dorf, das keines ist
Auf Kornat liegt Vrulje, eine Ansammlung von Steinhäusern, die wie ein Dorf aussehen, aber keines sind. Die Häuser gehören Fischern und Schafhaltern aus Murter, die im Sommer hierher kommen. Kein Strom, kein fließend Wasser – nur Zisternen und Öllampen. Eine der Konobas hier serviert Mittagessen (gegrillter Fisch, hausgemachter Wein), die Atmosphäre ist wie vor 100 Jahren. Der Ankerplatz vor Vrulje ist gut geschützt und gehört zu den beliebtesten im ganzen Nationalpark. Abends, wenn die Tagesausflügler weg sind und nur die Segelboote übrig bleiben, ist die Stille hier fast greifbar.
Telascica – Der Nachbar-Naturpark

Direkt südlich der Kornaten liegt der Naturpark Telascica – eine tiefe Bucht mit Salzsee, Klippen und Olivenhainen. Viele Ausflüge kombinieren beide Parks. Der Salzsee Mir ist wärmer und salziger als das Meer, angeblich heilend für die Haut. Die Klippen (170 Meter hoch) sind noch dramatischer als die von Mana. Telascica ist eigenständig und hat einen separaten Eintritt, aber die Kombination aus beiden Parks an einem Tag ist eine der besten Möglichkeiten, das Archipel zu erleben. Ein Wanderweg führt vom Salzsee zu einem Aussichtspunkt über die Klippen – 20 Minuten bergauf, aber die Aussicht über das offene Meer ist die Mühe wert.
Essen in den Kornaten
Die Konobas auf den Inseln servieren, was das Meer und die kargen Felder bieten: gegrillten Fisch, Lamm, Kartoffeln aus dem Holzofen. Die Auswahl ist begrenzt, die Qualität überraschend hoch. Die Zutaten müssen per Boot gebracht werden, das Kochen funktioniert ohne Strom – trotzdem schmeckt alles. Das Geheimnis ist die Einfachheit: frischer Fisch, grobes Meersalz, Olivenöl, Holzkohle. Mehr braucht es nicht, wenn die Grundzutaten stimmen.
Die besten Konobas
- Opat (Insel Kornat): Frischer Fisch, legendäres Lamm vom Spieß. Die Bucht ist tief und windgeschützt, was Opat auch bei Bora zu einem sicheren Ankerplatz macht.
- Konoba Darko (Vrulje): Familiengeführt, einfach, authentisch. Darko selbst fängt den Fisch morgens und grillt ihn mittags.
- Striznja (Bucht Striznja): Beliebter Ankerplatz, gute Fischgerichte. Die Bojen vor der Konoba sind schnell belegt, früh ankommen lohnt sich.
- Levrnaka: Bei der Lojena-Bucht, perfekt nach dem Schwimmen. Einfache Karte, aber kaltes Bier und Fisch vom Grill reichen nach einem Vormittag im Wasser.
Wichtig: In Konobas muss man oft vorbestellen (telefonisch oder über Funk). Wer spontan kommt, bekommt vielleicht nur Brot und Käse. In der Hochsaison kann es passieren, dass eine Konoba schon mittags ausverkauft ist – die Kapazitäten sind begrenzt, wenn alles per Boot angeliefert werden muss.
Praktische Tipps für 2026
Eintritt und Gebühren
Der Nationalpark kostet Eintritt, und die Preise variieren je nach Boot und Aufenthaltsdauer. Die Gebühren für 2026 (Stand: März 2026):
| Kategorie | Tagesticket | 3-Tages-Ticket |
|---|---|---|
| Ausflugsboot (im Preis enthalten) | – | – |
| Privatboot bis 7m | 35 EUR | 90 EUR |
| Privatboot 7-12m | 60 EUR | 150 EUR |
| Segelboot über 12m | 90 EUR | 220 EUR |
| Bojengebühr pro Nacht | 15-30 EUR | – |
Tickets kaufst du online (np-kornati.hr) oder bei Rangern in den Buchten. Ohne Ticket drohen saftige Strafen – die Ranger sind in der Saison täglich unterwegs und kontrollieren konsequent.
Was du unbedingt mitbringen musst
Auf den Kornaten gibt es keine Geschäfte. Keinen Kiosk, keinen Automaten, nichts. Was du nicht dabeihast, bekommst du nicht. Das klingt offensichtlich, aber jeden Sommer stehen Besucher ohne Trinkwasser oder Sonnenschutz auf den Inseln. Die Konobas verkaufen Getränke, aber verlasse dich nicht darauf – manche öffnen nur, wenn genug Boote ankommen.
Packliste für einen Kornati-Tagesausflug:
- Mindestens 2 Liter Wasser pro Person (auf den Inseln gibt es kein Trinkwasser)
- Sonnencreme mit hohem Faktor – der Kalkstein reflektiert UV-Strahlung zusätzlich
- Hut oder Kappe (kein Schatten auf den meisten Inseln)
- Schnorchelausrüstung (auf Ausflugsbooten manchmal leihbar, aber eigene ist besser)
- Wasserschuhe oder Badeschuhe (Seeigel auf den Felsen)
- Handtuch und Wechselkleidung
- Bargeld (die Konobas akzeptieren selten Karten)
- Leichte Jacke für die Rückfahrt (auf dem Wasser wird es abends kühl)
Beste Reisezeit
Mai-Juni: Ruhig, grün (so grün die Kornaten eben werden), gute Sicht unter Wasser. Die Konobas öffnen ab Ende Mai. Juli-August: Warm, voll, beste Badebedingungen, aber viele Boote in den beliebten Buchten. Bojenplätze ab Mittag ausgebucht. September: Ideal. Warmes Wasser, weniger Boote, goldenes Licht. Die Konobas sind noch geöffnet, die Preise niedriger. Oktober: Riskant. Einige Touren laufen noch, aber das Wetter wird unberechenbar und die meisten Konobas schließen.
Wetter und Wind
Die Kornaten sind windexponiert. Der Mistral (Sommernordwest) bläst nachmittags fast täglich und macht die Hitze erträglich, kann aber in den Kanälen zwischen den Inseln ungemütlich werden. Die Bora (Nordostwind) kommt plötzlich und heftig, besonders im Frühjahr und Herbst. Bei Bora-Warnung bleiben die Ausflugsboote im Hafen – und das aus gutem Grund. Der Jugo (Südostwind) bringt Feuchtigkeit und Wellen aus dem offenen Meer, ist aber berechenbarer. Wettervorhersagen checken und auf die Locals hören – sie kennen die Zeichen.
Uebernachten: Robinson-Tourismus
In den Kornaten gibt es keine Hotels, keine Pensionen, keine Campingplätze. Was es gibt, sind Steinhäuser – ehemalige Fischer- und Schäferhütten, die als sogenannte Robinson-Unterkünfte vermietet werden. Robinson-Tourismus klingt romantisch und ist es auch, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt.
Die Häuser liegen an einsamen Buchten, oft das einzige Gebäude weit und breit. Strom kommt aus Solarpanels, genug für Licht und ein Handy-Laden, aber nicht für Klimaanlage oder Kühlschrank (manche haben gasbetriebene Kühlschränke). Wasser stammt aus Zisternen, die Regenwasser sammeln – es ist endlich, also sparsam duschen. Die Toilette ist oft ein Plumpsklo oder eine einfache Komposttoilette. Gekocht wird auf Gas oder Holzkohle.
Der Weg zum Haus führt über das Meer. Bei der Buchung bekommt man Koordinaten und einen Transfer per Boot, der zu festgelegten Zeiten fährt. Dazwischen ist man auf sich gestellt. Keine Nachbarn, kein WLAN, kein Supermarkt. Lebensmittel bringt man selbst mit oder bestellt sie über den Bootstransfer.
Wer diese Reduktion sucht, findet hier etwas, das es in Europa kaum noch gibt: echte Abgeschiedenheit. Nachts ist die Stille so vollständig, dass man das eigene Blut rauschen hört. Der Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung ist spektakulär. Und morgens aufwachen, aus dem Haus treten und direkt ins Meer springen – das ist Robinson-Tourismus.
Buchung: Über die Tourismusbüros in Murter oder Biograd, oder auf spezialisierten Plattformen wie robinsonurlaub.com. In der Hochsaison sind die besten Häuser Monate im Voraus ausgebucht. Preise liegen bei 50-120 Euro pro Nacht für das ganze Haus (2-6 Personen), je nach Lage und Ausstattung.
Mit dem Rad entlang der Kornati-Küste
Das Festland gegenüber der Kornaten lässt sich hervorragend mit dem Rad erkunden – die 43-km-Tour von Vodice nach Murter führt entlang der Küste mit Blick auf den Archipel. Die Route verbindet die beiden wichtigsten Ausgangshäfen für Kornati-Ausflüge und ist eine perfekte Ergänzung zum Bootstrip – morgens radeln, nachmittags auf der Terrasse sitzen und auf die Inseln schauen, die man am nächsten Tag per Boot erkundet.
Für wen sind die Kornaten?
Die Kornaten sind nicht für jeden. Wer Strände, Dörfer und Abwechslung sucht, ist auf Hvar oder Korcula besser aufgehoben. Wer abends Bars und Restaurants braucht, wird hier nichts finden. Auch Familien mit kleinen Kindern sollten bedenken, dass die Inseln keine Infrastruktur bieten – kein Schatten, keine Spielplätze, keine Rettungsschwimmer. Aber wer die Stille liebt, das Meer, die Reduktion auf das Wesentliche – für den sind die Kornaten ein Erlebnis, das lange nachhallt. 89 Inseln, ein Boot, und du mittendrin in einer Landschaft, die seit Jahrtausenden so aussieht.