Segeltörn Kornaten: 7-Tage-Itinerar durch Kroatiens Inselparadies 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitäten , Dalmatien
- 06 Oct, 2025
Inhalt
Die Kornaten sind das, wovon Segler träumen: 89 Inseln, verstreut über 35 Kilometer, die meisten unbewohnt, alle von kristallklarem Wasser umgeben. Keine Hotels, keine Straßen, keine Massen – nur Buchten, Felsen und eine Handvoll Konobas, die fangfrischen Fisch servieren. Wer hier segelt, begreift, warum George Bernard Shaw angeblich sagte, Gott habe die Kornaten aus Tränen, Sternen und Atem erschaffen. Ob das Zitat echt ist, sei dahingestellt – die Inseln selbst sind es zweifellos.
Dieser Törn führt dich in sieben Tagen durch das Herz des Archipels, von Biograd nach Murter und zurück, mit Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln und Nichtstun. Die Etappen sind bewusst kurz gehalten, damit genug Raum bleibt für das, was Segeln in den Kornaten ausmacht: ankommen, Motor aus, ins Wasser springen.

Überblick: Was dich erwartet
| Tag | Route | Distanz | Highlights |
|---|---|---|---|
| 1 | Biograd → Žut | 18 nm | Einsegeln, erste Kornaten-Bucht |
| 2 | Žut → Ravni Žakan | 12 nm | Nationalpark-Einfahrt, Steilküste |
| 3 | Ravni Žakan → Telašćica | 15 nm | Naturpark, Salzwassersee |
| 4 | Telašćica → Sali | 8 nm | Dugi Otok, Hafenstadt |
| 5 | Sali → Lavdara | 14 nm | Zurück in die Kornaten |
| 6 | Lavdara → Murter | 12 nm | Ausklang, Abendessen im Hafen |
| 7 | Murter → Biograd | 15 nm | Rückgabe, entspanntes Segeln |
Gesamtdistanz: ca. 95 Seemeilen Charakter: Entspannt, familientauglich, moderate Etappen Beste Zeit: Mai-Juni, September-Oktober
Die Route ist so angelegt, dass keine Etappe mehr als vier Stunden Segelzeit erfordert. Selbst bei Flaute und reinem Motorfahren bist du vor dem späten Nachmittag am Ziel. Das gibt dir Spielraum: Wenn eine Bucht besonders schön ist, bleib länger. Wenn der Wind perfekt steht, segel einen Umweg. Die Kornaten belohnen Spontanität.
Tag 1: Biograd → Žut (18 nm)

Vormittag: Charter-Übernahme in Biograd
Die meisten Törns starten in Biograd na Moru, der Charter-Hauptstadt Kroatiens. Marina Kornati und Marina Šangulin liegen direkt nebeneinander, beide professionell geführt mit Tankstelle, Sanitäranlagen und WLAN. Check-in ist typischerweise ab 17 Uhr am Vortag oder morgens ab 9 Uhr – wer am Vorabend übernimmt, spart einen halben Segeltag.
Die Bootseinweisung dauert je nach Vercharterer 30 bis 60 Minuten. Prüfe dabei Rettungswesten, Ankerwinsch, Beiboot-Motor und den Zustand der Segel. Notiere den Dieselstand und den Wasservorrat, mach Fotos von bestehenden Kratzern. Klingt bürokratisch, spart aber Ärger bei der Rückgabe.
Proviant laden
Nach der Einweisung: Proviant. Der Konzum-Supermarkt an der Hauptstraße (Ulica Kraljice Jelene) ist zehn Minuten zu Fuß und hat alles, was du brauchst – auch Camping-Gas, falls die Bordküche damit läuft. Für frisches Obst und Gemüse lohnt sich der kleine Markt am Hafen, der morgens bis 13 Uhr geöffnet ist. Frischen Fisch bekommst du besser unterwegs in den Konobas, aber Grundvorräte solltest du für mindestens drei Tage einplanen: Brot, Nudeln, Reis, Konserven, Kaffee, ausreichend Wasser. In den Kornaten gibt es zwischen Žut und Sali praktisch keine Einkaufsmöglichkeit. Vergiss nicht Müllsäcke – im Nationalpark gibt es keine Entsorgung, du nimmst alles wieder mit.
Nachmittag: Überfahrt nach Žut
Sobald alles verstaut ist, Leinen los. Kurs Nordwest, vorbei an Pašman, in Richtung Žut – die größte Insel der Kornaten-Gruppe außerhalb des Nationalparks (kein Eintritt nötig). Die Ausfahrt aus Biograd ist unkompliziert, die Fahrrinne tief und gut markiert. Achte auf die Fähre Biograd–Tkon, die regelmäßig kreuzt.
Die Überfahrt dauert bei moderatem Wind 3-4 Stunden. Der Maestral baut sich typischerweise ab 13 Uhr aus Nordwest auf und trägt dich bequem nach Žut. Bei Flaute unter Motor sind es gut zwei Stunden. Nach dem offenen Pašman-Kanal wird das Wasser ruhiger, die ersten Kornaten-Inseln tauchen auf, und mit ihnen das Gefühl, die Zivilisation hinter sich zu lassen.
Abend: Konoba Fešta
Anker in der Bucht Podražanj oder am Bojenfeld vor der Konoba Fešta. Das Restaurant ist eine Institution unter Charterseglern – Fisch vom Grill, Lammbraten aus dem Steinofen (Peka), dazu lokaler Wein von der nahen Insel Murter. Die Peka muss mindestens zwei Stunden vorher bestellt werden, also melde dich per Funk oder Telefon, wenn du in Sichtweite kommst. In der Hochsaison Juli/August unbedingt einen Tag vorher reservieren.
Ankern: Podražanj-Bucht (42°58.5’N, 15°18.8’E), Sandgrund, guter Halt bei 5-8 m Tiefe Alternative: Bojenfeld Konoba Fešta (10 Euro/Nacht, inkl. Restaurantnutzung) Restaurant: Konoba Fešta – Fisch 15-25 €/Person, Peka für 2 ca. 40 €
Tag 2: Žut → Ravni Žakan (12 nm)

Vormittag: Erkundung der Žut-Buchten
Kein Grund zur Eile an diesem Morgen. Frühstück an Bord mit Blick auf die stille Bucht, dann mit dem Beiboot die Nachbarbuchten erkunden. Die Westseite von Žut hat einige der besten Schnorchelspots der Region: Felsnasen, die ins Wasser fallen, Seegraswiesen voller kleiner Fische, gelegentlich ein Oktopus zwischen den Steinen. Die Bucht Bizikovica, einen Kilometer nördlich von Podražanj, ist besonders lohnend – dort fällt das Ufer steil ab und die Sicht unter Wasser reicht oft über 20 Meter.
Žut hat auch ein kleines ACI-Bojenfeld mit Wasser- und Stromanschluss in der Bucht Žut (Marina Žut), falls du Tankbedarf hast oder Wasser auffüllen willst. Die Marina ist einfach, aber funktional, und der Steg bietet einen der wenigen Orte im Revier, an dem du deine Batterien wirklich vollladen kannst.
Mittag: Einfahrt in den Nationalpark
Gegen Mittag Anker auf und Kurs Südost, in den Kornati-Nationalpark. Der Eintritt wird am Boot bezahlt (Ranger kommen in kleinen Schnellbooten vorbei, oft unangekündigt) oder vorab online über www.kornati.hr gebucht. Online-Buchung spart Zeit und manchmal Nerven – die Ranger sprechen zwar meist Englisch, aber die Formalitäten an Bord dauern. Rechne mit ca. 25 Euro pro Person und Tag; Boote zahlen zusätzlich nach Länge (150-300 Euro für eine Woche). Bewahre die Quittung gut auf, sie wird bei jedem Ranger-Kontakt verlangt.
Die Einfahrt durch den Kanal zwischen Kornat und Dugi Otok ist das erste große Highlight des Törns. Links erheben sich die Steilklippen der Kornaten bis zu 80 Meter senkrecht aus dem Meer. Rechts die sanfteren, mit Macchia bewachsenen Hänge von Dugi Otok. Dazwischen das tiefe, fast schwarze Blau des Kanals. Halte Kurs in der Mitte – die Untiefen sind markiert, aber vereinzelte Felsen am Rand erfordern Aufmerksamkeit.
Nachmittag: Ravni Žakan
Das Ziel ist die Südspitze von Kornat, wo die berühmten “Krune” (Kronen) ins Meer fallen. Diese Steilklippen gehören zu den dramatischsten Küstenformationen der gesamten Adria – senkrechte Wände, die unter Wasser noch einmal 100 Meter in die Tiefe reichen. Die Bucht Ravni Žakan liegt geschützt an der Innenseite, mit direktem Blick auf die Klippen. Bei Südwestwind kann leichte Dünung einlaufen, aber der Ankergrund ist solide.
Abend: Konoba Darko
Festmachen an der kleinen Pier der Konoba Darko oder ankern in der Bucht. Die Konoba ist einfach – ein Steinhaus, ein Grill, ein paar Tische unter einem Maulbeerbaum. Aber der Fisch ist tagesfrisch (der Wirt fischt selbst), das Olivenöl aus eigener Produktion, der Wein aus dem Kanister. Bei Sonnenuntergang verwandeln sich die Klippen in Gold und Kupfer, das Wasser schimmert rosa. Für diesen Moment allein lohnt sich der ganze Törn.
Festmachen: Pier Konoba Darko (15 Euro inkl. Wasser/Strom, begrenzt auf 6-8 Boote) Ankern: Bucht Ravni Žakan, Sandgrund mit Steinen, mäßiger Halt – gut einfahren lassen Restaurant: Konoba Darko – Fisch-Menü ca. 25 €/Person
Tag 3: Ravni Žakan → Telašćica (15 nm)

Vormittag: Die Krune bestaunen
Vor dem Ablegen unbedingt Zeit für einen Landgang einplanen. Der Aufstieg auf die Klippen dauert 20 Minuten über einen steilen, aber markierten Pfad. Festes Schuhwerk ist Pflicht – oben gibt es kein Geländer und der Fels ist glatt. Die Aussicht rechtfertigt jeden Schweißtropfen: 80 Meter senkrecht unter dir das Meer, dahinter die Inseln des Archipels bis zum Horizont, bei klarer Sicht sogar die Umrisse von Italien. Morgens steht die Sonne im Rücken und das Licht ist perfekt für Fotos.
Mittag: Umrundung und Nordkurs
Ablegen Richtung Norden, außen an der Steilküste entlang. Bei ruhigem Wetter ist diese Passage ein unvergessliches Erlebnis – die Klippen fallen direkt ins tiefe Blau, keine Strände, keine Buchten, nur roher Fels und kreischende Möwen. Halte 200 Meter Abstand zur Küste; Untiefen gibt es kaum, aber der Wellengang kann an den Klippen reflektieren und unangenehm werden. Bei Wind über 4 Beaufort aus Süd oder Südwest ist die Außenpassage nicht empfehlenswert – dann nimm den geschützten Innenkanal.
Nach dem Ende der Steilküste Kurs auf Telašćica, den Naturpark am Südende von Dugi Otok. Die Einfahrt in die Bucht ist breit, tief und auch bei Nacht problemlos befahrbar (Leuchtfeuer an beiden Seiten). Dahinter eröffnet sich ein Labyrinth aus geschützten Buchten und Inselchen, fast wie ein Binnensee.
Nachmittag: Naturpark Telašćica
Telašćica ist technisch kein Teil der Kornaten, aber kein Törn führt an diesem Naturpark vorbei. Die langgestreckte Bucht erstreckt sich über 8 Kilometer ins Innere von Dugi Otok und bietet einige der am besten geschützten Ankerplätze der gesamten Adria – selbst bei starker Bora ist es hier ruhig.
Die Hauptattraktion an Land ist der Salzwassersee Mir. “Mir” bedeutet Frieden, und genau das strahlt dieses stille Gewässer aus: gespeist durch unterirdische Kanäle aus dem Meer, ist das Wasser im Sommer mehrere Grad wärmer als die Adria und leicht salzhaltiger. Am Grund liegt dunkler Heilschlamm, den sich Besucher traditionell auf die Haut schmieren. Ob das medizinisch wirkt, sei dahingestellt – angenehm ist es allemal. Der Weg vom Ankerplatz zum See dauert etwa 15 Minuten durch duftende Macchia und Pinienwald. Unterwegs passierst du die Steilklippen auf der Südseite von Dugi Otok, die denen der Kornaten kaum nachstehen.
Der Naturpark berechnet ca. 15 Euro Eintritt pro Person. Die Ranger kontrollieren sowohl an Land als auch auf dem Wasser.
Eintritt Naturpark: ca. 15 Euro/Person, Kinder bis 7 frei
Abend: Ankern in Mir oder Tripuljak
Die ruhigsten Ankerbuchten liegen im Südteil des Parks. Tripuljak ist die Standardwahl – guter Sandgrund, moderate Tiefe, Platz für 15-20 Boote. In der Hochsaison wird es voll, dann weiche nach Uvala Mir (nicht der See, die gleichnamige Bucht) aus, die besseren Schutz vor Nordwind bietet und weniger frequentiert ist. Die Bucht Čuška Duboka ganz im Süden ist eine Option für Segler, die absolute Einsamkeit suchen, allerdings bei Süd-Dünung exponiert. Abendessen an Bord unter dem Sternenhimmel – ohne Lichtverschmutzung siehst du hier die Milchstraße.
Ankern Tripuljak: 43°51.8’N, 15°10.2’E, Sandgrund, guter Halt bei 6-10 m Ankern Mir: 43°52.5’N, 15°09.8’E, guter Schutz vor Nordwind Alternative: Čuška Duboka, ganz im Süden, einsamster Platz im Park
Tag 4: Telašćica → Sali (8 nm)

Vormittag: Entspannung in Telašćica
Der kürzeste Segeltag des Törns – nutze den Morgen zum Baden, Schnorcheln und Faulenzen. Die Buchten von Telašćica haben einige der besten Unterwasserlandschaften der Region: Neptungras-Wiesen, in denen sich Seepferdchen verstecken, Felsformationen mit Schwämmen und Gorgonien, und mit etwas Glück begegnest du Tintenfischen oder Muränen. Besonders lohnend ist das Schnorcheln entlang der Felsnasen am Eingang zur Bucht, wo das klare Außenwasser auf den geschützten Innenbereich trifft.
Wer noch nicht am Salzwassersee Mir war, hat jetzt die letzte Gelegenheit. Die Morgenstunden sind ideal – weniger Besucher, kühlere Temperaturen für den Fußweg, und das Licht auf dem See ist besonders schön.
Nachmittag: Überfahrt nach Sali
Gegen Mittag Anker auf, kurze Überfahrt um die Südspitze von Dugi Otok nach Sali. Die Passage ist unkompliziert, aber achte auf den Fährverkehr – die Linie Zadar–Sali kreuzt deinen Kurs. Nach Tagen in unbewohnten Buchten fühlt sich der kleine Fischerhafen fast wie eine Großstadt an: Cafés mit Sonnenschirmen, Restaurants mit handgeschriebenen Speisekarten, ein Supermarkt, Menschen auf der Straße. Sali ist seit Jahrhunderten das Zentrum der sardellenfischerei auf Dugi Otok, und der Rhythmus des Ortes richtet sich noch immer nach dem Fang.
Abend: Proviant und Nightlife (relativ)
Sali ist der ideale Ort zum Auffüllen der Vorräte. Der Studenac-Supermarkt am Hafen hat Grundlegendes, die Bäckerei öffnet früh morgens, und frischen Fisch bekommst du direkt vom Kutter am Kai – frag die Fischer, wenn sie gegen 16 Uhr einlaufen. Die ACI Marina ist teurer als Ankern, bietet aber Duschen, Strom, Frischwasser und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen – nach drei Tagen ohne Infrastruktur ein unterschätzter Luxus.
Abends Bummel durch den Ort, Espresso oder Rakija in einer der Bars am Hafen. Das Restaurant Mare im Hotel Sali serviert gehobene dalmatinische Küche, die Konoba Sali (der Name ist Programm) setzt auf klassischen frischen Fisch ohne Schnörkel. Im August findet das Saljske Užance statt, ein traditionelles Eselrennen mit Volksfest – chaotisch, laut und großartig.
ACI Marina Sali: ca. 60-80 Euro/Nacht je nach Bootslänge (Strom und Wasser inkl.) Ankern außerhalb: Bucht Luka, 0,5 nm südlich, kostenlos, Sandgrund Restaurant: Konoba Sali – Tagesfrischer Fisch, Menü 20-35 €
Tag 5: Sali → Lavdara (14 nm)

Vormittag: Abschied von Dugi Otok
Letzte Erledigungen in Sali – Brot holen, Wasser tanken, Müll entsorgen. Dann Leinen los. Kurs Südwest, zurück in die Kornaten, aber diesmal durch das Innere des Archipels: kleinere Inseln, engere Durchfahrten, intensiveres Segeln. Die Seekarte verdient heute besondere Aufmerksamkeit, denn zwischen den Inseln liegen vereinzelt Untiefen und markierte Felsen.
Mittag: Durch die Inseln
Die Route führt durch den Proversa-Kanal zwischen Dugi Otok und Katina. Der Kanal ist an seiner engsten Stelle nur 50 Meter breit und flach – bei Niedrigwasser nicht unter 2,5 Meter Tiefe. Mit einer modernen Charteryacht (Tiefgang 1,8-2,2 m) kein Problem, aber Vorsicht bei Katamaranen mit tieferem Schwert. Südlich von Katina öffnet sich das Revier wieder, und die Route führt an Levrnaka vorbei.
Optionaler Stopp, den du dir nicht entgehen lassen solltest: Die Bucht Lojena auf Levrnaka hat einen der wenigen Sandstrände im gesamten Kornaten-Archipel. Feiner weißer Kies, türkises Wasser, umgeben von wildem Rosmarin und Salbei. Anker auf 4-5 Meter Tiefe, Schwimmen, Mittagessen an Bord. Bei Maestral kann leichte Dünung einlaufen – wenn es ungemütlich wird, liegt die geschützte Bucht Uvala Kravljačica auf der Nordseite der Insel.
Nachmittag: Lavdara
Lavdara ist eine kleine, flache Insel im Herzen der Kornaten. Von weitem unscheinbar, offenbart sie beim Näherkommen eine perfekt geschützte Bucht mit türkisem Wasser über hellem Sandgrund. Die Bojen der Konoba liegen in Ufernähe, dahinter stehen Olivenbäume und ein paar Steinhäuser. Die Atmosphäre wirkt, als hätte sich seit hundert Jahren nichts verändert – und genau das ist der Reiz.
Abend: Konoba Lavdara
Das Restaurant ist legendär unter Kornaten-Seglern. Die Familie betreibt die Konoba seit Jahrzehnten, der Fisch kommt aus den eigenen Netzen, das Lamm von den Schafen der Nachbarinseln, und die Peka – langsam unter der Glut gegart – ist eine der besten der Region. Gegessen wird auf der Terrasse mit Blick auf die Bucht voller Segelboote, dazu fließt der Hauswein. Die Konoba hat nur begrenzte Kapazität (vielleicht 40 Plätze), Reservierung ist nicht optional, sondern überlebenswichtig. Ruf an, sobald du den Törn planst, spätestens am Vortag.
Bojenfeld: Lavdara-Bucht, 15 Euro/Nacht (Konoba-Gäste) Ankern: Sandgrund mit Steinen, mäßig – Bojen sind sicherer und schonen den Meeresboden Restaurant: Konoba Lavdara – Reservierung +385 98 335 988, Fisch-Menü ab 25 €
Tag 6: Lavdara → Murter (12 nm)

Vormittag: Letzte Kornaten-Eindrücke
Der vorletzte Tag verdient einen langsamen Start. Frühstück in der Bucht von Lavdara, Kaffee an Deck, vielleicht ein letzter Sprung ins Wasser. Dann das Boot seeklar machen und einen Abstecher nach Smokvica einplanen – die Insel liegt eine halbe Seemeile nordöstlich und hat eine Konoba, die erst gegen Mittag öffnet und exzellenten gegrillten Fisch serviert, falls du den Abschied von den Kornaten hinauszögern willst.
Wer noch Schnorchelausrüstung dabei hat: Die Riffe um Mana, die südlichste der großen Kornaten-Inseln, bieten die beste Unterwassersicht des Reviers. Das Wasser ist hier so klar, dass du vom Boot aus die Fische am Grund erkennst.
Mittag: Ausfahrt aus dem Nationalpark
Kurs Südost, durch den Kanal zwischen Kornat und Murter, raus aus dem Nationalpark. Die Landschaft verändert sich spürbar: die Inseln werden grüner, bewohnter, vereinzelt tauchen Häuser und Bootsstege auf. Der Übergang von der wilden Einsamkeit der Kornaten zur besiedelten Küste bei Murter ist sanft, aber deutlich.
Nachmittag: Murter-Stadt
Murter ist das Tor zu den Kornaten – generationenlang haben Familien von hier aus die unbewohnten Inseln bewirtschaftet, Olivenhaine angelegt und Schafe gehalten. Noch heute besitzen viele Einwohner Steinhütten (Trimovi) im Nationalpark. Der kleine Hafen atmet dalmatinische Authentizität: bunte Fischerboote neben Charteryachten, Wäsche an den Leinen, Katzen auf den Pollern.
Festmachen im Stadthafen (Plätze begrenzt, ab 14 Uhr da sein), ankern in der Bucht Hramina nördlich der Stadt, oder in die ACI Marina Jezera auf der Südseite der Insel ausweichen, die moderner und geräumiger ist.
Abend: Abschiedsessen
Letzter Abend – Zeit für ein besonderes Essen. Die Konoba Boba liegt etwas außerhalb in einem alten Olivenhain und serviert kreative dalmatinische Küche: Thunfisch-Tatar, Lammkoteletts mit Kräutern, Feigen mit Ziegenkäse. Der Tic-Tac am Hafen ist entspannter und günstiger, mit gutem Tintenfisch-Risotto und einer Terrasse direkt am Wasser. Danach Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt, ein letzter Drink auf der Riva mit Blick auf die Inseln, die du morgen hinter dir lässt.
Wer nach dem Segeltörn noch Lust auf Aktivität hat: Das Hinterland von Murter und die Kornaten-Aussichtspunkte auf der Insel lassen sich per Rad erkunden – eine 43-km-Tour von Vodice über die Brücke nach Murter mit Panoramablick auf genau die Inseln, zwischen denen du die letzten Tage gesegelt bist.
Hafen Murter: ca. 40 Euro/Nacht (Stadtkai, Wasser vorhanden, kein Strom) Ankern: Bucht Hramina, nördlich der Stadt, Sandgrund Restaurant: Konoba Boba (gehoben, 40-60 €/Person) oder Tic-Tac (einfacher, 20-30 €)
Tag 7: Murter → Biograd (15 nm)
Vormittag: Entspannte Rückfahrt
Der letzte Segeltag. Früh aufstehen ist nicht nötig – die Strecke ist kurz, das Boot muss erst nachmittags zurück sein (meist zwischen 16 und 18 Uhr, je nach Vercharterer). Gemütliches Frühstück, Aufklaren beginnen: Persönliche Sachen zusammenpacken, Bettwäsche abziehen (manche Vercharterer verlangen das), Kühlschrank leeren, Boot grob reinigen.
Mittag: Entlang der Küste
Die Route führt südöstlich durch den Murter-Kanal, dann entlang der Küste vorbei an Vodice und Tribunj. Beide Orte haben hübsche Häfen und wären einen Stopp wert, aber die Zeit drängt meist. Bei gutem Wind und genug Zeitpuffer lohnt sich ein letztes Bad in einer der kleinen Buchten südlich von Tribunj – sauberes Wasser, Kiefernduft, ein würdiger Abschluss.
Die Einfahrt nach Biograd ist gut markiert. Achte auf die Fähre und den Ausflugsbootverkehr, besonders in der Saison.
Nachmittag: Rückgabe in Biograd
Ankunft in Biograd gegen 14-15 Uhr. Boot in die zugewiesene Box manövrieren (Hilfe vom Marina-Personal kommt meist automatisch), dann Inventur mit dem Vercharterer: Dieselstand (volltanken vorher an der Marina-Tankstelle, ca. 1,60 €/Liter), Zustand der Segel, Ankerkette, Beiboot. Die meisten Übergaben dauern 20-30 Minuten. Marina Kornati hat Duschen und Schließfächer – praktisch, wenn der Rückflug erst abends ab Zadar geht (35 Minuten Fahrt).
Praktisches für den Törn
Charter-Kosten und Buchung
In Biograd gibt es über ein Dutzend Charter-Firmen. Sunsail, Dream Yacht Charter und Ultra Sailing sind die großen internationalen Namen mit standardisierter Flotte und englischsprachigem Support. Lokale Anbieter wie Yacht Rent oder Navigare sind oft 15-20% günstiger bei vergleichbarer Bootsqualität. Buche 4-6 Monate im Voraus für die beste Auswahl – beliebte Boote in der Hochsaison sind ab Februar vergriffen.
Preise (Hochsaison Juli/August, 7 Tage):
- Bavaria 37 (3 Kabinen): 2.500-3.500 €
- Jeanneau Sun Odyssey 44 (4 Kabinen): 3.500-4.500 €
- Lagoon 40 Katamaran (4 Kabinen): 5.000-7.000 €
Nebensaison (Mai, Juni, September, Oktober): 30-50% günstiger – bei oft besserem Segelwetter.
Zusatzkosten, die gerne vergessen werden: Endreinigung (150-200 €), Bettwäsche und Handtücher (15-20 €/Person), Beiboot-Motor (80-120 €/Woche), Kaution (1.500-3.000 €, rückerstattbar), optionale Kautionsversicherung (200-300 €). Rechne mit 500-800 Euro Nebenkosten zusätzlich zum Charterpreis.
Skipper oder selbst fahren?
Wer keinen Segelschein hat oder sich im Revier unsicher fühlt: Ein professioneller Skipper kostet ca. 150-180 Euro pro Tag plus Verpflegung und eine Kabine. Das Revier ist navigatorisch nicht schwierig – gut betonnt, kaum Strom, übersichtliche Gefahrenstellen. Aber die Ankerplätze in den Kornaten sind manchmal eng, der Grund steinig, und die Bora kann binnen 30 Minuten von null auf sechs Beaufort aufdrehen. Ein erfahrener Skipper kennt zudem die besten Buchten, die lokalen Konoba-Wirte und die Stellen, an denen der Anker wirklich hält.
Mindestanforderung für Bareboat: SKS, kroatisches Küstenpatent (B) oder ICC mit UKW-Funkzeugnis. Manche Vercharterer verlangen zusätzlich einen Nachweis über Praxiserfahrung (Logbuchmeilen). Kroatien ist streng bei den Kontrollen – ohne gültige Papiere gibt es kein Boot.
Nationalpark-Gebühren
Der Kornati-Nationalpark ist kostenpflichtig. Seit der Einführung des Euro 2023 werden die Preise in Euro berechnet:
| Bootslänge | Tagesticket | Wochenticket |
|---|---|---|
| Bis 10 m | 20 € | 67 € |
| 10-15 m | 33 € | 107 € |
| Über 15 m | 47 € | 160 € |
Dazu kommen ca. 7 Euro pro Person und Tag (Erwachsene), Kinder bis 7 Jahre frei. Online-Buchung unter www.kornati.hr ist günstiger und spart Zeit – vor Ort beim Ranger zahlst du einen Aufschlag. Bewahre den Zahlungsbeleg die gesamte Fahrt über auf.
Wetter und beste Zeitfenster
Mai-Juni: Ideal für Segler, die leere Buchten und moderate Temperaturen schätzen. Wassertemperatur 20-22°C – zum Schwimmen frisch, aber erträglich. Die Konobas sind geöffnet, aber nicht überlaufen. Gelegentliche Gewitterschauer, die schnell vorüberziehen.
Juli-August: Heiß (35°C+), voll, teuer. Der Maestral baut sich fast täglich ab 13 Uhr aus Nordwest auf und erreicht 4-5 Beaufort – zum Segeln perfekt, aber Bojen und Ankerplätze sind ab 15 Uhr besetzt. Wer in der Hochsaison fährt, sollte jeden Ankerplatz bis 14 Uhr erreichen.
September-Oktober: Das beste Zeitfenster, wenn du uns fragst. Warmes Wasser (24-26°C), deutlich weniger Boote, stabiles Wetter, und die Kornaten leuchten in goldenem Herbstlicht. Einziger Nachteil: Manche Konobas schließen Ende September, und ab Oktober steigt das Bora-Risiko.
Bora: Der katabatische Nordostwind ist die einzige ernsthafte Gefahr im Revier. Er kann ohne Vorwarnung auftreten und innerhalb einer Stunde Sturmstärke erreichen. Bei Bora-Warnung (Wetterberichte auf UKW-Kanal 67, Küstenwache Kanal 16): Nicht in nach Nordost offenen Buchten ankern, geschützte Südbuchten aufsuchen, doppelt so viel Ankerkette wie üblich stecken. Die Bora dauert selten länger als 48 Stunden, aber diese 48 Stunden können unangenehm werden.
Jugo (Scirocco): Warmer Südwind, bringt Dünung und Bewölkung. Weniger gefährlich als die Bora, aber die Außenpassage an den Steilklippen wird bei Jugo unfahrbar.
Proviant und Versorgung
In den Kornaten gibt es zwischen Žut und Sali praktisch keine Einkaufsmöglichkeit. Plane den Proviant sorgfältig:
Biograd (Tag 1):
- Wasser: mindestens 3 Liter pro Person und Tag (bei Hitze 5 Liter)
- Essen für 3-4 Tage – Nudeln, Reis, Dosentomaten, Käse, Wurst, Brot, Obst
- Sonnencreme (LSF 50, der Reflex vom Wasser verstärkt die Strahlung enorm)
- Mückenspray für die Abende in geschützten Buchten
- Bargeld für die Konobas – die meisten nehmen mittlerweile Karten, aber verlasse dich nicht darauf
Auffüllmöglichkeiten: Sali (Tag 4) hat einen Supermarkt und frisches Brot; Murter (Tag 6) hat volle Versorgung. Dazwischen: Konobas füttern dich, aber Wasser und Snacks musst du selbst haben.
Ankern vs. Bojenfeld vs. Hafen
Die Kornaten bieten alle drei Optionen, und die richtige Wahl hängt von deiner Erfahrung und den Bedingungen ab:
Ankern: Kostenlos (außer Nationalpark-Gebühr), aber Können erforderlich. Der Grund ist oft Stein mit dünner Sandauflage – der Anker setzt nicht sofort. Technik: Langsam rückwärts einfahren, Anker kontrolliert setzen lassen, dann mit erhöhter Motordrehzahl zurück, bis die Kette straff ist. Ankerwache in der ersten Stunde. Ankerlampe nachts obligatorisch, Ankerboje empfehlenswert (manche Vercharterer stellen sie).
Bojenfeld: 10-20 Euro pro Nacht, meist direkt an Konobas. Sicher und bequem, schont den Meeresboden (im Nationalpark bevorzugt). Festmachen mit Bug zur Boje, Heck zum Land oder frei schwojend. Die Bojen sind professionell verlegt und halten – trotzdem die eigene Leine kontrollieren.
Häfen: Nur in Sali und außerhalb des Parks (Murter, Biograd, Vodice). Teurer (40-80 Euro/Nacht), aber mit Strom, Wasser, Duschen, WLAN. Nach drei Tagen in der Wildnis fühlt sich eine Marina-Dusche wie purer Luxus an.
Alternative Routen
Kürzer: 5-Tage-Törn
Streiche Tag 3 (Telašćica) und Tag 5 (Lavdara), fahre direkt von Ravni Žakan nach Sali und zurück nach Murter. Funktioniert gut, aber du verpasst den Salzwassersee und die beste Konoba des Reviers.
Länger: 10-Tage-Törn
Erweitere um:
- Einen zusätzlichen Tag in Telašćica für Wanderungen zur Steilküste und ausgedehnte Schnorcheltouren
- Abstecher nach Veli Rat am Nordende von Dugi Otok, wo ein gelber Leuchtturm über einer der schönsten Buchten der Adria wacht – Saharun Beach mit karibisch weißem Sand
- Insel Žirje oder Kaprije südlich der Kornaten für weniger besuchte Buchten und authentische Fischerdörfer
Für Fortgeschrittene: Außenroute
Statt durch die geschützten Kanäle: außen entlang der gesamten Kornaten-Steilküste. Spektakulärer, aber nur bei stabilem Wetter und mit solider Erfahrung. Kein Schutz, keine Buchten, tiefes Wasser bis direkt an die Klippen. Bei aufkommendem Wind gibt es keinen schnellen Rückzug.
Das Wichtigste
Die Kornaten sind ein Segelrevier, das mit Stille statt mit Superlativen überzeugt. Keine Rekord-Distanzen, keine technischen Herausforderungen, keine spektakulären Häfen. Stattdessen: 89 Inseln, von denen die meisten nichts tragen als Steine, Salbei und Eidechsen. Buchten, die du für dich allein hast, wenn du zur richtigen Zeit kommst. Konobas, in denen der Wirt seinen eigenen Fisch grillt. Wasser, das so klar ist, dass der Anker auf acht Metern Tiefe scharf zu sehen ist.
Dieser 7-Tage-Törn ist entspannt genug für Familien und Einsteiger, bietet aber genug Abwechslung für Segler, die schon manches Revier kennen. Die Mischung aus Nationalpark, Naturpark Telašćica und lebendiger Küste bei Murter zeigt die ganze Bandbreite dessen, was Norddalmatien zu bieten hat.
Pack die Schnorchelausrüstung ein, reserviere die Konobas, und vergiss nicht: In den Kornaten zählt nicht, wie viele Meilen du machst, sondern wie lange du in der richtigen Bucht bleibst.
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