Bootsausflüge in Kroatien: Die besten Touren an der Adria (2026)
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Reisetipps
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Die kroatische Küste sieht von Land aus spektakulär aus. Vom Wasser aus ist sie eine andere Welt. Buchten, die kein Weg erreicht. Inseln, auf denen außer Eidechsen niemand lebt. Höhlen, deren Wasser so blau leuchtet, dass man an Photoshop denkt – bis man selbst darin schwimmt.
Über 1.200 Inseln, dazu Hunderte Klippen, Riffe und versteckte Buchten: Kroatien ist ein Land, das man vom Boot aus entdecken muss. Die gute Nachricht: Dafür brauchst du weder eine eigene Yacht noch einen Bootsführerschein. Vom organisierten Ganztagesausflug für 50 € bis zur privaten Speedboat-Tour für die ganze Familie – die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Küste selbst.
Ab Dubrovnik: Inseln, Mauern und Sonnenuntergänge
Dubrovniks alter Hafen ist der Startpunkt für einige der beliebtesten Bootsausflüge des Landes. Die Altstadt schrumpft vom Wasser aus zu einer Miniatur hinter gewaltigen Mauern, und schon nach wenigen Minuten Fahrt öffnet sich die Inselwelt der südlichen Adria.
Elafiti-Inseln: Drei Inseln an einem Tag
Die klassische Elafiti-Tour bringt dich in 8-10 Stunden zu den drei bewohnten Inseln Koločep, Lopud und Šipan. Koločep hat keine Autos und nur 150 Einwohner – du gehst von Bord und stehst sofort im Schatten von Pinien und Zypressen. Lopud lockt mit dem Sandstrand Šunj, einem der wenigen echten Sandstrände Süddalmatiens. Šipan ist die größte und ruhigste der drei Inseln, mit Olivenhainen und einer Handvoll Konobas, die fangfrischen Fisch servieren.

Organisierte Gruppentouren kosten zwischen 35 und 55 € pro Person, Mittagessen inklusive. Die Boote legen morgens gegen 9:30 Uhr ab und sind abends gegen 18 Uhr zurück. Wer mehr Flexibilität will, bucht ein privates Speedboat: Für 4-8 Personen zahlst du 350-500 € für den ganzen Tag, dafür bestimmst du selbst, wo und wie lange ihr anhaltet. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Inseln findest du im Elafiti-Inseln-Guide.
Lokrum: Die Insel vor der Haustür
Nur 15 Minuten Fährfahrt vom Altstadthafen entfernt liegt Lokrum – Dubrovniks grüne Oase. Die Fähre kostet 200 Kuna (ca. 27 €) hin und zurück, fährt alle 30 Minuten und ist technisch gesehen kein Ausflug, sondern eher ein Katzensprung. Trotzdem lohnt sich der halbe Tag: ein Botanischer Garten mit subtropischen Pflanzen, ein Salzwassersee namens Totes Meer zum Schwimmen, Pfauen, die über die Wege stolzieren, und Felsenbuchten mit dem klarsten Wasser der Gegend.
Wer Lokrum mit mehr Abenteuer verbinden will, bucht eine Kajak-Tour, die morgens vor dem Touristenansturm um die Insel führt. Kostenpunkt: rund 40-50 € inklusive Equipment und Guide.
Sunset-Cruise vor der Altstadt
Die Sonnenuntergänge vor Dubrovniks Mauern gehören zu den meistfotografierten Momenten an der Adria. Mehrere Anbieter fahren abendliche Touren auf traditionellen Karaka-Schiffen oder modernen Katamaranen. Dauer: 1,5-2 Stunden. Preise: 30-45 € pro Person, meist mit einem Glas Prosecco. Die Touren sind beliebt – in der Hochsaison mindestens zwei Tage vorher buchen.
Was viele nicht wissen: Einige Anbieter kombinieren die Sunset-Tour mit einem Stopp zum Schwimmen an der Betina-Höhle, einer kleinen Seegrotte östlich der Altstadt. Danach fragen, es lohnt sich.
Ab Split: Blaue Grotte, Blaue Lagune und Inselhüpfen
Split ist der zweite große Hub für Bootstouren. Die Lage zwischen den Inseln Brač, Hvar, Šolta und Vis macht die Stadt zum perfekten Ausgangspunkt für Ganztagesausflüge, die mehrere Highlights verbinden.
Die Blaue Grotte auf Biševo
Der Superstar unter den kroatischen Bootsausflügen. Die Blaue Grotte (Modra Špilja) auf der winzigen Insel Biševo erzeugt durch einen Unterwassertunnel ein surreales blaues Leuchten, das man gesehen haben muss. Der Eingang ist nur 1,5 Meter hoch – die kleinen Boote gleiten gerade so hindurch.

Die meisten Touren ab Split kombinieren die Blaue Grotte mit weiteren Stopps: der Grünen Grotte auf Ravnik, der Stiniva-Bucht auf Vis (von National Geographic zum schönsten Strand Europas gewählt), der Stadt Hvar und der Blauen Lagune. Ein vollgepackter Tag auf dem Wasser, der morgens um 7-8 Uhr beginnt und gegen 20 Uhr endet. Preise: 90-130 € pro Person je nach Bootsgröße und Inklusivleistungen.
Timing ist entscheidend: Das Lichtphänomen in der Blauen Grotte funktioniert nur bei bestimmten Sonnenwinkeln – am besten zwischen 10 und 13 Uhr von Mai bis September. Außerdem muss die See ruhig genug sein, damit die kleinen Boote in die Grotte fahren können. Bei Wellengang wird der Besuch abgesagt, ohne Erstattung des Anteils. In der Hochsaison stehen die Boote vor dem Grotteneingang Schlange – frühes Ankommen hilft. Mehr über die Insel im Vis-Guide.
Blaue Lagune bei Drvenik
Wer nicht den ganzen Tag auf See verbringen will, findet in der Blauen Lagune zwischen den Inseln Drvenik Veli und Krknjaš eine nähere Alternative. Nur eine Stunde Fahrt von Split entfernt öffnet sich eine flache, türkisfarbene Bucht, die wie ein natürliches Schwimmbecken wirkt. Der Sandboden schimmert durch das Wasser, Schnorcheln geht direkt vom Boot.
Halbtagestouren zur Blauen Lagune kosten 35-60 € pro Person und dauern 4-5 Stunden. Manche Anbieter kombinieren den Stopp mit der Insel Šolta oder einem Besuch in Maslinica. Für Familien mit kleineren Kindern ist diese Tour besser geeignet als die lange Blaue-Grotte-Tour – weniger Fahrtzeit, mehr Schwimmen, ruhigeres Wasser.
Hvar und Brač an einem Tag
Die Kombi-Tour Split–Hvar–Brač gehört zu den Klassikern. Morgens nach Hvar-Stadt mit ihren venezianischen Palästen und der Festung, dann weiter nach Bol auf Brač zum berühmten Strand Zlatni Rat. Rückkehr nach Split am späten Nachmittag. Preise: 70-100 € pro Person auf Gruppentouren.
Das Problem dieser Kombi: Du hast an jedem Ort nur 2-3 Stunden. Für Hvar-Stadt reicht das kaum – allein der Aufstieg zur Festung Španjola dauert 20 Minuten. Und der Zlatni Rat ist in der Hochsaison so voll, dass der kurze Stopp eher Stress als Genuss ist. Mein Tipp: Lieber eine Insel richtig erleben als zwei im Schnelldurchlauf. Wer Hvar will, nimmt die Fähre und bleibt einen Tag.
Ab Zadar: Kornaten, Telašćica und die langen Inseln
Zadar ist das Tor zu einem der wildesten Inselreviere Europas. Die Kornaten-Inseln liegen wie hingeworfene Steine vor der Küste – 89 Inseln und Riffe, fast alle unbewohnt, karg, von einer herben Schönheit, die George Bernard Shaw angeblich dazu brachte, Gott am letzten Schöpfungstag besonders kreativ zu nennen.
Kornati-Ganztagesausflug
Die meisten Kornati-Touren starten in Zadar, Biograd oder Murter und dauern 8-10 Stunden. Das Boot navigiert durch die Inselgruppe, macht Badestopps in versteckten Buchten und hält an einer der wenigen bewirtschafteten Inseln zum Mittagessen – meist gegrillter Fisch, Brot, Salat und Wein, einfach und gut.

Die Preise variieren stark: Gruppentouren auf größeren Holzschiffen (Ausflugsboote für 30-80 Passagiere) kosten 50-80 € inklusive Mittagessen. Private Speedboat-Touren für kleinere Gruppen liegen bei 400-700 € für den ganzen Tag. Der Nationalparkeinritt kostet zusätzlich ca. 40 € pro Person (in manchen Touren bereits inkludiert). Alles Wissenswerte zum Nationalpark steht im Kornati-Guide.
Telašćica: Salzsee und Steilklippen
Der Naturpark Telašćica am Südende von Dugi Otok wird oft mit den Kornaten kombiniert, kann aber auch separat besucht werden. Die Attraktion: die Klippen an der Außenseite, die 160 Meter senkrecht ins offene Meer abfallen, und der Salzwassersee Mir im Inneren des Parks, dessen Wasser im Sommer wärmer ist als das Meer und angeblich heilende Wirkung hat.

Boote aus Zadar brauchen etwa 1,5 Stunden bis Telašćica. Der Einritt kostet rund 5-8 € pro Person. Wer den Kornati-Ausflug mit Telašćica kombiniert, hat einen langen, aber unglaublich abwechslungsreichen Tag auf dem Wasser. Separate Halbtagestouren nach Telašćica kosten 40-60 €.
Dugi Otok: Sakarun und die Veli Rat-Bucht
Wer keine Lust auf Nationalpark-Preise hat, fährt direkt nach Sakarun auf Dugi Otok – einen der schönsten Strände Kroatiens. Feiner Sand, flaches türkises Wasser, umrahmt von Pinienwald. Die Bucht erreicht man per Ausflugsboot aus Zadar (ca. 2 Stunden Fahrt) oder mit der Fähre nach Brbinj und dann per Auto oder Fahrrad.
Vom Leuchtturm Veli Rat am Nordwestende der Insel hat man bei klarer Sicht einen Blick bis nach Italien. Speedboat-Touren, die Sakarun und Veli Rat kombinieren, kosten ab 60 € pro Person.
Ab Istrien: Lim-Fjord, Rovinj und Brijuni
Istriens Bootstouren haben einen anderen Charakter als die dalmatinischen. Weniger Inselhüpfen, mehr Küstenerkundung. Die Landschaft ist sanfter, grüner, und die Ausflüge kürzer – ideal für einen halben Tag zwischen Strandliege und Abendessen.
Lim-Fjord: Die Überraschung
Der Lim-Fjord (genau genommen kein Fjord, sondern ein ertrunkener Karstflusscanyon) schneidet sich 12 Kilometer tief ins istrische Hinterland. Steile, bewaldete Hänge auf beiden Seiten, stilles grünes Wasser dazwischen. Hier werden Muscheln und Austern gezüchtet, und Piratenschiffe drehten in den 1960ern genau hier Filmszenen.
Ausflugsboote starten ab Rovinj, Poreč und Vrsar. Die Tour dauert 3-4 Stunden und kostet 20-35 € pro Person. Manche Boote bieten Fischpicknick an Bord oder stoppen an der Piratenhöhle am Kanalende. Für Kinder ist der Lim-Fjord ein Hit – die Geschichte mit den Piraten verfängt, und das ruhige Wasser erlaubt sicheres Schwimmen.
Sunset-Tour ab Rovinj
Rovinj ist eine der fotogensten Städte Kroatiens, und vom Wasser aus wird klar, warum. Die bunten Häuser der Altstadt stapeln sich auf der Halbinsel, überragt von der Kirche der Heiligen Euphemia. Bei Sonnenuntergang glüht die ganze Szenerie in Orange und Gold.

Sunset-Bootsfahrten ab Rovinj dauern 1,5-2 Stunden und kosten 25-40 €. Einige Anbieter fahren mit traditionellen Holzbooten (Batana), was die Sache authentischer macht. Der Stopp an den vorgelagerten Inseln Sveta Katarina oder Crveni Otok zum Schwimmen gehört meist dazu.
Brijuni-Nationalpark
Die Brijuni-Inseln vor Pulas Küste waren Titos Sommerresidenz. Heute ist der Archipel ein Nationalpark mit einem kuriosen Mix: römische Ruinen, Dinosaurier-Fußabdrücke, ein Safari-Park mit Zebras und Elefanten (Geschenke ausländischer Staatschefs an Tito) und Olivenhaine, die seit der Antike stehen.
Die offizielle Fähre startet im Hafen von Fažana (15 Minuten Fahrt, ca. 40 € mit Parkführung). Alternativ bieten private Boote aus Pula Touren an, die mehr Freiheit auf der Insel erlauben. Der Nationalpark ist gut für einen halben bis ganzen Tag – und eine willkommene Abwechslung zum Strandprogramm.
Ab Makarska: Höhlen, Buchten und die nahen Inseln
Die Makarska-Riviera liegt eingeklemmt zwischen dem Biokovo-Gebirge und dem Meer. Genau diese Dramatik macht die Bootsausflüge hier besonders: Von einem kieseligen Strand aus startest du, und hinter dir ragt ein 1.700 Meter hoher Berg auf.
Höhlentouren entlang der Küste
Zwischen Makarska und Omiš durchlöchern Dutzende Seegrotten die Kalksteinklippen. Kleinere Speedboote fahren direkt in die Höhlen hinein – ein Erlebnis, das Adrenalin und Staunen verbindet. Die Wände schimmern in Grün- und Blautönen, und in manchen Grotten kann man von Felsvorsprüngen ins Wasser springen.
Halbtägige Höhlentouren kosten 40-70 € pro Person und starten meist von Makarska, Baška Voda oder Tučepi. Für kleinere Gruppen lohnt sich ein privates Speedboat (ab 250 € für 3-4 Stunden). Die Touren kombinieren Höhlenbesuche mit Schwimmstopps an abgelegenen Kiesstränden, die nur vom Wasser aus erreichbar sind.
Brač und Hvar ab Makarska
Von Makarska aus sind Brač und Hvar näher als von Split. Die Überfahrt nach Bol dauert mit dem Speedboat nur 30-40 Minuten, nach Hvar-Stadt knapp eine Stunde. Private Bootstouren, die beide Inseln verbinden, kosten 500-800 € für Gruppen bis 8 Personen. Günstiger, aber weniger flexibel: die reguläre Fähre nach Sumartin auf Brač (ca. 8 € pro Person, 45 Minuten).
Boot mieten ohne Führerschein
Hier kommt eine Information, die viele Kroatien-Urlauber nicht kennen: In Kroatien darfst du Boote mit einem Motor unter 15 PS (ca. 11 kW) ohne Bootsführerschein fahren. Du brauchst nur einen Personalausweis und musst mindestens 18 Jahre alt sein. Das öffnet eine ganze Welt an Möglichkeiten.
Was du für 60-120 € pro Tag bekommst
Kleine offene Motorboote (Pasara oder GFK-Boote) mit einem Außenbordmotor von 5-15 PS. Damit schaffst du 8-12 km/h – genug, um in 20-30 Minuten die nächste Bucht zu erreichen. Die meisten Verleiher sitzen direkt an den Stränden oder Häfen der größeren Urlaubsorte. Treibstoff ist manchmal inklusive, manchmal extra (rechne mit 15-25 € für einen Halbtag).

Wo es am meisten Spaß macht:
- Hvar und Pakleni-Inseln: Ab Hvar-Stadt ein kleines Boot mieten und die Pakleni Otoci erkunden – ein Dutzend Inseln mit versteckten Buchten, Restaurants auf dem Wasser und glasklarem Schnorchelwasser
- Korčula: Die Südseite der Insel hat einsame Kiesbuchten, die nur per Boot erreichbar sind
- Murter: Von hier aus die Küsteninseln vor den Kornaten erkunden, ohne den Nationalpark-Eintritt zu zahlen
- Rab: Die Ostseite hat wilde, menschenleere Buchten zwischen Felsen und Macchia
Sicherheit ohne Schein
Ohne Führerschein heißt nicht ohne Verantwortung. Die 15-PS-Boote sind gutmütig, aber ein paar Regeln solltest du kennen: Nicht bei Bora (starker Nordostwind) rausfahren, immer küstennah bleiben, Schwimmwesten für alle an Bord haben, genug Treibstoff für die Rückfahrt einplanen. Die Verleiher geben eine Einweisung und zeigen dir auf der Karte, welche Buchten erreichbar sind und wo Strömungen oder Felsen lauern.
Wichtig: Größere Boote (über 15 PS) erfordern in Kroatien eine Bootslizenz. Die deutsche Sportbootführerschein See (SBF See) wird anerkannt. International Certificate of Competence (ICC) ebenfalls.
Bootstypen und was sie kosten
Die Preisspanne bei Bootsausflügen in Kroatien ist groß. Hier eine Übersicht, damit du vor Ort keine Überraschung erlebst:
| Bootstyp | Typischer Preis | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Gruppenausflug (30-80 Pers.) | 40-80 €/Person | Budget-Reisende, Paare, Singles |
| Kleingruppe Speedboat (8-12 Pers.) | 80-130 €/Person | Wer mehr Komfort will |
| Privates Speedboat (bis 8 Pers.) | 350-800 €/Boot/Tag | Familien, Gruppen |
| Rent-a-Boat ohne Schein (<15 PS) | 60-120 €/Boot/Tag | Eigenständige Entdecker |
| Katamaran/Segelboot mit Skipper | 500-1.200 €/Boot/Tag | Paare, Gruppen, besondere Anlässe |
| Sunset-Tour (1,5-2h) | 25-50 €/Person | Romantiker, Fotografen |
Die Preise schwanken je nach Saison erheblich. In der Nebensaison (Mai, Juni, September, Oktober) sind alle Optionen 20-40% günstiger als im Juli/August. Und die Erfahrung ist oft besser: weniger Boote in den Buchten, kürzere Wartezeiten an der Blauen Grotte, angenehmere Temperaturen.
Wo buchen: Plattformen und lokale Anbieter
GetYourGuide und Viator haben die größte Auswahl an verifizierten Anbietern. Vorteil: kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher, Bewertungen, Preisvergleich. Nachteil: Aufschlag von 10-20% gegenüber Direktbuchung beim Anbieter.
Lokale Agenturen in den Häfen und Touristenzentren bieten oft bessere Preise und sind flexibler. In Split findest du Dutzende Anbieter entlang der Riva-Promenade. In Dubrovnik konzentrieren sie sich im und um den Altstadthafen. In Zadar am Fährhafen und an der Uferpromenade. Bezahlung meist bar oder per Karte.
Direkt beim Kapitän ist die günstigste Option, aber auch die riskanteste. Am Hafen sprechen dich Bootsbesitzer direkt an – manche sind professionell, manche weniger. Achte auf: Ist das Boot versichert? Gibt es Schwimmwesten? Sieht das Boot gepflegt aus? Im Zweifelsfall lieber ein paar Euro mehr für einen etablierten Anbieter zahlen.
Tipps für die Buchung:
- In der Hochsaison (Juli/August) mindestens 3-5 Tage vorher buchen, beliebte Touren wie die Blaue Grotte sind oft Wochen im Voraus ausgebucht
- Frühmorgens starten lohnt sich: weniger Boote unterwegs, ruhigeres Meer, besseres Licht
- Bei Gruppentouren Bewertungen lesen – die Qualität schwankt stark
- Nachmittagstouren sind oft günstiger und weniger überlaufen
Was mitnehmen, was beachten
Packliste für den Bootstag
Sonnenschutz ist kein nettes Extra, sondern überlebenswichtig. Auf dem Wasser reflektiert die Sonne von allen Seiten – Sonnenbrand holt man sich hier doppelt so schnell wie am Strand. Hoher Lichtschutzfaktor (50+), Sonnenbrille mit Halteband, Hut oder Cap. Dazu ein leichtes Langarm-Shirt für die Mittagssonne.
Nicht vergessen: Badeschuhe oder Aquaschuhe. Viele Badestopps sind an Felsküsten, und Seeigel sind in Kroatien allgegenwärtig. Ein Tritt auf einen Seeigel kann den restlichen Urlaub verderben. Außerdem: Schnorchelmaske (die auf dem Boot geliehenen sind oft beschlagen und undicht), Handtuch, wasserdichte Handyhülle, Bargeld für Essen und Getränke.
Seekrankheit: Vorbeugen statt Leiden
Die Adria ist im Sommer meist ruhig, aber auf längeren Fahrten – besonders zur Blauen Grotte, wo das Boot das offene Meer zwischen den Inseln quert – kann es schaukeln. Wer anfällig ist: Reisetabletten 30 Minuten vor Abfahrt nehmen, auf dem Boot hinten sitzen (weniger Bewegung als vorn), den Horizont fixieren, keinen Alkohol trinken, leicht frühstücken.
Ingwertabletten oder Akupressurbänder sind eine Alternative ohne Nebenwirkungen. Und: Auf Speedbooten ist Seekrankheit seltener als auf langsamen Schiffen, weil das Boot über die Wellen gleitet statt in ihnen zu schaukeln.
Saison und Wetter
Die Bootssaison in Kroatien läuft von Anfang Mai bis Ende Oktober. Die Monate Juni und September bieten das beste Verhältnis aus Wetter, Wassertemperatur und Touristendichte. Das Meer hat dann 22-25°C, die Luft ist warm, aber nicht drückend, und die Buchten gehören dir oft allein.
Juli und August sind heiß (35°C+), voll und teuer. Wer keine Schulferien beachten muss, sollte diese Monate meiden. Nicht nur wegen der Preise – die Erfahrung leidet, wenn in der angeblich einsamen Bucht 15 andere Boote liegen.
Mai und Oktober sind für Hartgesottene: Das Wasser ist noch (oder schon) kühl (18-21°C), manche Anbieter haben noch nicht (oder nicht mehr) geöffnet, dafür ist die Küste menschenleer. Wer nicht unbedingt schwimmen will, findet in diesen Monaten die atmosphärischsten Bootserlebnisse.
Die Bora (kalter Fallwind aus dem Nordosten) und der Jugo (warmer Südostwind) können auch im Sommer auftreten und Bootstouren kurzfristig absagen. Der Maestral – der thermische Nachmittagswind – ist dagegen ein verlässlicher Begleiter: Er frischt gegen 13 Uhr auf, bringt willkommene Kühlung und macht die See leicht bewegt, aber nicht unangenehm.
Die Alternative: Kroatien vom Fahrrad aus
Wer zwischen den Bootstagren festen Boden unter den Rädern spüren will, findet entlang der kroatischen Küste spektakuläre Radtouren. Die Perspektive wechselt vom Meeresspiegel zu den Klippen darüber – und plötzlich siehst du dieselben Buchten, in denen du gestern geschwommen bist, von oben.
Rund um Split führt eine 68 km lange Küstenroute durch die Cetina-Schlucht bis nach Brela – mit Aussichtspunkten, die vom Boot aus nur zu erahnen sind. Die Tour verbindet sich perfekt mit einem Bootstagsausflug: morgens die Blaue Lagune vom Wasser, nachmittags die gleiche Küste vom Sattel aus. Wer die Kornaten-Region erkunden will, findet auf Murter eine Radrunde mit Panoramablick auf genau die Inseln, zwischen denen die Ausflugsboote am Morgen kreuzten.
Mehr zum Thema Radfahren entlang der Küste findest du im umfassenden Radfahren-Kroatien-Guide, und wer das Segeln in Eigenregie plant, wird im Segel-Guide für Kroatien fündig.
Häufige Fehler vermeiden
Zu viel an einem Tag: Die 5-Insel-Tour klingt beeindruckend, bedeutet aber vor allem: viel Fahrt, wenig Zeit an jedem Ort. Zwei bis drei Stopps sind ideal. Mehr wird zum Abhaken statt Genießen.
Nur Gruppentouren buchen: Ein privates Boot für 4-6 Personen kostet pro Kopf oft nur 20-30 € mehr als die Gruppentour – und der Unterschied in der Erfahrung ist gewaltig. Du bestimmst das Tempo, die Stopps, die Dauer. Besonders für Familien mit Kindern ist die private Option fast immer besser.
Sonnenschutz unterschätzen: Kein Witz. Auf einem offenen Boot auf dem Wasser, 8 Stunden lang, holt man sich ohne Schutz Verbrennungen zweiten Grades. Jedes Jahr werden Touristen in Kroatien mit schweren Sonnenbränden behandelt, weil sie auf dem Boot keinen Schutz aufgetragen haben.
Den falschen Tag wählen: Samstag ist in Kroatien Charterboot-Wechseltag. Die Marinas sind voll, die Häfen chaotisch, die beliebten Buchten überlaufen. Unter der Woche ist alles entspannter – auch die Bootstouren.
Kroatien hat über tausend Inseln, und die meisten davon sehen nur die wenigsten Besucher. Wer sich aufs Wasser begibt – egal ob auf dem organisierten Ausflug, dem gemieteten Kleinboot oder dem privaten Speedboat – entdeckt ein Land, das von der Küstenstraße aus nur zu erahnen ist. Die besten Erinnerungen an einen Kroatien-Urlaub entstehen fast immer auf dem Wasser.