Radfahren auf Kroatiens Inseln: Die 10 besten Insel-Touren (2026)
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- 06 Nov, 2025
Inhalt
Kroatiens Inseln sind wie gemacht fürs Radfahren. Wenig Verkehr, spektakuläre Küstenstraßen, Dörfer, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Die Herausforderung: Die meisten Inseln sind hügelig bis bergig. Aber genau das macht den Reiz aus – jeder Anstieg belohnt mit Panorama, das man vom Mietwagen aus nie so intensiv erleben würde. Über 1.200 Inseln hat Kroatien, bewohnt sind knapp 50. Ein Dutzend davon bieten echte Radinfrastruktur – vom markierten Radweg bis zum E-Bike-Verleih. Der Rest ist Abenteuer.
Was Inselradeln in Kroatien besonders macht: Die Distanzen bleiben überschaubar. Selbst die größten Inseln wie Cres oder Hvar lassen sich in zwei Tagen durchqueren. Und nach jedem Anstieg wartet irgendwo eine Bucht zum Abkühlen – ein Luxus, den Festland-Touren selten bieten.

Welche Inseln eignen sich zum Radfahren?
Nicht alle Inseln sind gleich gut geeignet. Die Unterschiede in Terrain, Infrastruktur und Erreichbarkeit sind enorm – und entscheiden darüber, ob eine Radtour zum Genuss oder zur Tortur wird.
Ideal für Radfahrer:
- Krk – gute Infrastruktur, Brücke zum Festland, mehrere ausgeschilderte Routen, Radverleih in allen Orten
- Pag – flacher als erwartet, spektakuläre Mondlandschaft, wenig Verkehr außerhalb von Novalja
- Murter – klein, aber fein, Brücke zum Festland, Kornati-Panorama auf Schritt und Tritt
- Ugljan/Pašman – sanftes Terrain, kurze Fähre von Zadar, beide Inseln über Brücke verbunden
Anspruchsvoll, aber lohnend:
- Hvar – steil und schmal, dafür Lavendelfelder, Weinberge und die schönsten Buchten der Adria
- Korčula – hügelig mit Weingütern im Inneren, historische Altstädte als Etappenziele
- Brač – Vidova Gora (778 m) als Königsetappe für ambitionierte Radfahrer
- Cres/Lošinj – lang, wild, kaum Touristen, dafür Gänsegeier und Delfine
Nur für Experten:
- Vis – steile Anstiege, teilweise unbefestigte Straßen im Inneren, dafür absolute Ruhe
- Lastovo – extrem hügelig, kaum Infrastruktur, längste Fährfahrt – aber wer es schafft, hat eine Insel fast für sich
Entscheidend ist auch die Saison. Im Juli und August werden selbst einfache Touren zur Herausforderung: 38 Grad, kein Schatten, volle Fähren. Wer flexibel ist, wählt Mai, Juni oder September.
Krk: Die zugänglichste Insel
Krk ist per Brücke erreichbar – kein Fährticket, keine Wartezeiten, kein Stress. Die Insel bietet alles: Küstenradwege entlang der Westküste, knackige Anstiege ins Hinterland, Weindörfer mit Verkostungsmöglichkeiten und eine Radinfrastruktur, die zu den besten aller kroatischen Inseln gehört. Mehrere Bike-Shops in Krk-Stadt und Malinska verleihen Trekkingräder ab 15 € und E-Bikes ab 40 € pro Tag. Wer ein Rennrad oder hochwertiges Gravelbike braucht, sollte vorab bei lokalen Anbietern wie Krk Bike oder Rent-a-Bike Malinska reservieren.

Von Malinska zum Klippenzauber Vrbniks (44 km)
Die Königstour der Insel. Start an der touristischen Westküste in Malinska, Ziel ist Vrbnik – ein Dorf, das sich an eine Klippe 50 Meter über dem Meer klammert. Hier wächst der Žlahtina, ein Weißwein, den es nirgendwo sonst auf der Welt gibt.
Die Route von Malinska nach Vrbnik führt durch das Inselinnere, vorbei an Olivenhainen, alten Steinmauern und Dörfern, in denen Ziegen auf der Straße stehen. Die mittleren Kilometer rollen angenehm durch das Karstplateau, bevor der letzte Anstieg nach Vrbnik beginnt – steil, aber kurz. Die Ankunft ist dafür unvergesslich: Espresso auf der Klippe, unter dir das Meer, dazu ein Glas Žlahtina direkt vom Winzer. GPX-Track inklusive, sodass du dich auf den Genuss konzentrieren kannst statt auf die Navigation.
Eckdaten:
- Distanz: 44 km
- Höhenmeter: 500 hm
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
- Untergrund: Überwiegend Asphalt, einige Schotterpassagen
- Beste Zeit: April bis Oktober
- Fährverbindung: Nicht nötig (Brücke vom Festland)
Rundtour Baška – Stara Baška
Kürzere Alternative für einen halben Tag. Von Baška an der Südküste führt die Straße über karge Bergkuppen nach Stara Baška – ein verschlafener Ort mit wilden Buchten, der vom Massentourismus komplett verschont geblieben ist. 25 km, 400 hm, dafür Aussichten auf den berühmten Kiesstrand Vela Plaža und die vorgelagerten Inseln, die sich bei klarer Sicht bis zum Festland erstrecken. Zurück in Baška lohnt sich ein Abstecher zur Tafel des Bašćanska ploča in der Kirche Sveta Lucija – eines der ältesten kroatischen Schriftdenkmäler.
Pag: Die Mondinsel
Pag sieht aus wie eine andere Welt. Karge Felsen, kaum Vegetation, Schafe überall. Wer zum ersten Mal über die Brücke im Süden fährt, traut seinen Augen nicht: Die Landschaft erinnert an Island oder den Mond, nicht an die Adria. Genau das macht den Reiz aus. Radfahren auf Pag bedeutet Wind, Weite und eine Stille, die man auf den populäreren Inseln vergeblich sucht. Im Süden der Insel ist das Terrain überraschend flach – perfekt für entspannte Touren. Die nördliche Hälfte Richtung Novalja wird hügeliger, bietet dafür aber Zugang zu Buchten, die kein Reiseführer kennt.
Radverleih gibt es in Novalja (ab 12 € Trekkingrad, 35 € E-Bike) und in Pag-Stadt. Außerhalb dieser Orte ist die Infrastruktur dünn – Wasser und Proviant unbedingt einpacken, denn auf weiten Strecken gibt es schlicht nichts.

Die Mondinsel (43 km)
Passender Name für eine Tour, die durch die charakteristischste Landschaft der gesamten Adria führt. Die Mondinsel-Route führt von Dinjiška nach Kolan – durch kahle Karstlandschaft, vorbei an Schafherden und endlosen Trockenmauern, die seit Generationen die Weideflächen markieren.
Jede Kurve fühlt sich wie ein neues Kapitel an. Mal öffnet sich der Blick aufs Meer, mal verschwindet die Straße in einer Senke zwischen weißen Felsen. Mittag in Kolan: Hier wird der berühmte Pager Käse (Paški sir) produziert – ein Hartkäse aus der Milch der Pager Schafe, die sich von Salbei und Kräutern ernähren. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo Radtour und Käseverkostung sich organisch verbinden. Die Käserei Gligora bietet Führungen mit Verkostung, und wer ein Stück Käse in der Trikottasche mitnehmen will, wird nicht die letzte Person sein, die das tut.
Eckdaten:
- Distanz: 43 km
- Höhenmeter: 410 hm
- Schwierigkeit: Mittel
- Besonderheit: Kaum Schatten – im Sommer unbedingt vor 8 Uhr starten
- Fährverbindung: Brücke im Süden oder Fähre Prizna–Žigljen (15 Min, halbstündlich)
Novalja – Lun Olivenhaine
Die Halbinsel Lun im äußersten Norden von Pag beherbergt uralte Olivenbäume – manche über 1.500 Jahre alt, knorrig und windgepeitscht. Die Tour von Novalja nach Lun ist flach, kurz (20 km hin und zurück) und perfekt für Familien oder einen entspannten Nachmittag. Am Ziel wartet der Olivengarten von Lun, ein Freiluftmuseum zwischen den ältesten Bäumen. Wer will, fährt danach noch zur Bucht Dudići zum Schwimmen – glasklares Wasser, keine Liegen, keine Musik, nur Steine und Meer.
Hvar: Lavendel und Steigungen
Hvar ist die anspruchsvollste der populären Inseln. Schmal und lang gestreckt, mit einem Bergrücken, der sich durch die gesamte Inselmitte zieht. Anstiege von 10–15 % sind keine Seltenheit. Dafür belohnt Hvar mit einer Schönheit, die ihresgleichen sucht: Lavendelfelder im Frühsommer, verfallene Steinmauern zwischen Weinreben, versteckte Buchten an der wilden Südküste. Radverleih konzentriert sich auf Hvar-Stadt und Stari Grad. Für die steilen Touren ins Hinterland sind E-Bikes fast Pflicht – die gibt es ab 50 € pro Tag bei Hvar Adventure oder direkt im Hafen.
Erreichbar ist Hvar per Katamaran von Split nach Hvar-Stadt (1 Stunde, kein Fahrradtransport auf dem Katamaran) oder per Autofähre von Split nach Stari Grad (2 Stunden, Fahrrad problemlos möglich). Im Sommer fährt auch eine Fähre von Drvenik auf dem Festland nach Sućuraj am Ostende der Insel – ideal für Radfahrer, die die gesamte Insel von Ost nach West durchqueren wollen.

Hvar-Stadt – Stari Grad (25 km)
Die Verbindung zwischen den beiden Hauptorten bietet zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse. Die direkte Route über den Hügel ist kurz, aber brutal: 600 Höhenmeter auf 25 Kilometern, mit Passagen, die auch geübte Radfahrer zum Schieben zwingen. Die Belohnung oben: Ein Panorama über die gesamte Starigrader Ebene, die seit 2.400 Jahren ununterbrochen landwirtschaftlich genutzt wird – UNESCO-Welterbe. Die Alternativroute über die Küstenstraße ist länger (40 km), dafür flacher und mit Badebuchten zum Abkühlen.
Im Juni blüht der Lavendel in den Feldern oberhalb von Stari Grad. Der Duft ist so intensiv, dass man ihn bereits riecht, bevor die violetten Felder in Sicht kommen. Die Farben sind surreal, besonders in der Morgensonne. Wer im Hochsommer kommt, findet getrockneten Lavendel an jeder Ecke – als Souvenir oder Moskitoschutz.
Tipp: Stari Grad hat den größeren Fährhafen mit Autofähre nach Split. Clevere Planung: Fähre Split → Stari Grad, radeln nach Hvar-Stadt, Katamaran zurück nach Split (Rad vorher in Stari Grad deponieren oder abends ohne Rad zurück).
Jelsa – Zavala (30 km)
Von der Nordküste zur Südküste über die Inselmitte – eine der atmosphärischsten Kurztouren, die Kroatien zu bieten hat. Die Straße windet sich durch Kiefernwälder und Weinberge, vorbei an aufgegebenen Gehöften. Dann fällt sie steil nach Zavala ab, und plötzlich liegt da unten eine der schönsten Buchten der Insel: kristallklar, ruhig, ohne Hotels. Baden, Mittagessen in der einzigen Konoba (Ivan Dolac hat exzellenten Plavac Mali), dann entweder der steile Aufstieg zurück oder ein Wassertaxi nach Jelsa – die entspanntere Variante.
Brač: Der Gipfel der Adria
Brač hat den Vidova Gora – mit 778 Metern der höchste Punkt aller Adriainseln. Für Radfahrer ist die Auffahrt die Königsdisziplin: steil, lang, erbarmungslos im Sommer. Aber die Insel bietet auch gemäßigtere Routen durch Olivenhaine und die berühmten Steinbrüche, aus denen der weiße Kalkstein für den Diokletianpalast in Split und das Weiße Haus in Washington stammt.
Fährverbindung: Split–Supetar (Autofähre, 50 Minuten, stündlich im Sommer). Radverleih in Supetar und Bol, E-Bikes ab 45 € pro Tag. Die Insel hat ein ordentliches Straßennetz, allerdings sind Nebenstrecken oft in mäßigem Zustand – Gravelbereifung ist kein Fehler.

Bol – Vidova Gora – Nerežišća (35 km)
Von Bol, bekannt für den berühmten Strand Zlatni Rat, zum Gipfel und weiter nach Nerežišća. 800 Höhenmeter auf 12 Kilometern – nichts für Anfänger, nichts für heiße Tage. Die Straße steigt gleichmäßig an, bevor die letzten drei Kilometer mit Steigungen bis 14 % aufwarten. Oben angekommen, das Panorama: Zlatni Rat als weiße Landzunge 778 Meter unter dir, die gesamte Südküste von Hvar gegenüber, bei klarer Sicht die Umrisse Italiens am Horizont.
Die Abfahrt nach Nerežišća ist lang und gleichmäßig – purer Genuss auf frischen Beinen. Von dort Verbindung nach Supetar (Fähre nach Split) oder Rückkehr nach Bol über die Küstenstraße.
Supetar-Rundtour (40 km)
Moderatere Alternative für alle, die Brač ohne Gipfelsturm erleben wollen. Vom Fährhafen Supetar durch das Inselinnere nach Milna – ein verschlafener Fischerhafen mit einer der schönsten Promenaden der Insel. Die Route führt durch Olivenhaine, an Steinbrüchen vorbei und durch Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Weniger Höhenmeter als die Vidova-Gora-Tour, dafür mehr Gelegenheiten zum Anhalten: Olivenöl verkosten, in Milna baden, Fischsuppe in einer Hafenkonoba essen.
Korčula: Wein und Geschichte
Korčula-Stadt ist ein Miniatur-Dubrovnik – Türme, Stadtmauern, fischgrätenartig angelegte Gassen. Aber die wahren Schätze liegen im Inneren: Weingüter, die den seltenen Grk keltern, Olivenölproduzenten mit Qualität auf Weltklasseniveau, verschlafene Dörfer, die kein Touristenbus ansteuert. Die Insel ist hügelig, aber nicht so brutal wie Hvar oder Brač – die meisten Anstiege bleiben unter 8 %.
Erreichbar per Fähre von Orebić auf der Halbinsel Pelješac (15 Minuten, Fahrrad kein Problem) oder per Katamaran/Fähre von Split nach Vela Luka. Radverleih in Korčula-Stadt bei Korčula Outdoor ab 20 € (Trekkingrad) oder 50 € (E-Bike). Schwierigkeit insgesamt moderat, die Küstenstraßen sind in gutem Zustand.

Korčula – Lumbarda – Račišće (50 km)
Rundtour durch den Ostteil der Insel, die alles vereint, was Korčula ausmacht. Von der historischen Altstadt nach Lumbarda – der einzige Ort auf Korčula mit Sandstrand, umgeben von Weingütern. Hier wächst der Grk, ein autochthoner Weißwein, der ausschließlich in den sandigen Böden von Lumbarda gedeiht. Verkostung bei Bire oder Zure ist fast Pflicht, aber danach den Rücktransport organisieren.
Weiter die Küste entlang nach Račišće, einem Fischerdorf, das so authentisch ist, wie Korčula-Stadt fotogen. Zurück geht es über das Inselinnere durch Weinberge und Olivenhaine.
Eckdaten:
- Distanz: 50 km
- Höhenmeter: 600 hm
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
- Highlight: Sandstrand Lumbarda + Weinverkostung
- Beste Zeit: Mai–Juni (Weinblüte) oder September–Oktober (Weinlese)
Vela Luka – Korčula-Stadt (45 km)
Die Ost-West-Querung der Insel. Start in Vela Luka (Fährhafen für die Verbindung nach Split), Ziel ist Korčula-Stadt am anderen Ende. Die Route führt durch das landwirtschaftliche Herz der Insel – Weinberge, Olivenhaine, Orte wie Blato und Smokvica, wo das Dorfleben noch im Rhythmus der Erntesaison funktioniert. Unterwegs in Smokvica unbedingt den Pošip probieren – ein Weißwein, der international Preise gewinnt und hier an der Quelle 3 € pro Glas kostet.
Ugljan und Pašman: Zwei Inseln, eine Tour
Nur 15 Minuten Fähre von Zadar. Ugljan und Pašman sind über eine Brücke bei Ždrelac verbunden und bieten zusammen perfekte Tagestouren – sanft genug für Einsteiger, abwechslungsreich genug für Genießer. Das Terrain ist überwiegend flach bis hügelig, der Verkehr minimal, und die Aussichten auf die Kornati-Inseln begleiten dich fast den ganzen Tag. Radverleih in Preko auf Ugljan, E-Bikes ab 35 € pro Tag. Auf Pašman ist die Infrastruktur dünner, deshalb Rad besser auf Ugljan oder in Zadar ausleihen.
Die Fähre Zadar–Preko verkehrt im Sommer halbstündlich, außerhalb der Saison stündlich. Fahrräder kosten einen symbolischen Aufpreis von 2 € und werden priorisiert verladen. Am anderen Ende, in Tkon auf Pašman, geht die Fähre nach Biograd – von dort Bus oder Rad zurück nach Zadar.

Die Doppelinseltour (49 km)
Die Insel Ugljan und Pašman Route ist ein Klassiker unter den Inseltouren. Fähre von Zadar nach Preko auf Ugljan, dann über beide Inseln, Rückfähre von Tkon auf Pašman nach Biograd. Die Route führt durch Olivenhaine, vorbei an romanischen Kirchen und kleinen Häfen, in denen bunte Fischerboote schaukeln.
Das Terrain ist sanft, die Distanzen machbar, die Aussichten auf die Kornaten-Inseln durchgehend spektakulär. An klaren Tagen sieht man die kahlen Klippen der Kornati-Inseln wie eine Fata Morgana am Horizont. Besonders schön: der Abschnitt entlang der Ostküste von Pašman, wo die Straße direkt am Meer verläuft und die Luft nach Pinien und Salz riecht. Eine der besten Einsteiger-Touren überhaupt.
Logistik:
- Fähre Zadar–Preko: Mehrmals täglich, 15 Minuten, ca. 3 € p.P. + 2 € Fahrrad
- Fähre Tkon–Biograd: Stündlich, 25 Minuten
- Bus Biograd–Zadar: Regelmäßig, 30 Minuten, ca. 5 €
Murter: Klein aber oho
Murter ist über eine Drehbrücke bei Tisno mit dem Festland verbunden – die Brücke öffnet sich zweimal täglich für Segelboote, ein Schauspiel für sich. Die Insel misst nur 18 km², aber was ihr an Größe fehlt, macht sie durch Aussichten wett: Die Kornati-Inseln liegen so nah, dass man meint, hinüberschwimmen zu können. Vier Ortschaften teilen sich die Insel – Murter, Betina, Jezera und Tisno –, jede mit eigenem Charakter. Radverleih in Murter-Ort und Tisno, Tagespreise ab 12 € für einfache Räder.
Die Insel ist klein genug, um sie an einem Vormittag zu umrunden, aber es lohnt sich, langsam zu fahren. Betina mit seiner jahrhundertealten Holzbootsbau-Tradition, die Buchten an der Westküste, der Aussichtspunkt Radučka Škrila – all das braucht Zeit, nicht Kilometer.

Von Vodice zum Zauber Murters (43 km)
Die Route ab Vodice startet auf dem Festland und führt über die Brücke auf die Insel. Zunächst entlang der Küste von Vodice nach Tisno, dann über die Brücke und eine Rundtour durch alle vier Ortschaften. Mehrere Aussichtspunkte bieten Panoramen auf die Kornaten, die man sonst nur vom Boot aus kennt.
Das Highlight: der Sonnenuntergang von der Westküste, wenn sich das Licht über die vorgelagerten Inseln legt. Wer die Tour nachmittags fährt, kann den Abend in einer der Konoben in Jezera ausklingen lassen – frischer Fisch direkt vom Boot. Flach genug für Familien, abwechslungsreich genug für Genießer.
Praktische Tipps fürs Inselradeln
Fährfahrt mit Fahrrad
Fahrräder sind auf allen kroatischen Fähren der Jadrolinija erlaubt. Die Kosten für das Fahrrad betragen je nach Strecke 2–5 € zusätzlich zum Personenticket. Auf den schnellen Katamaranen (Krilo, TP Line) sind Fahrräder nicht immer erlaubt oder auf wenige Plätze begrenzt – vorab prüfen.
So funktioniert’s:
- Fahrradticket am Schalter kaufen – online sind Fahrradtickets oft nicht buchbar
- Zur separaten Fahrrad-Warteschlange gehen (meist links vom Hauptbereich, mit Schild markiert)
- Räder werden vor den Autos geladen, du bist also einer der Ersten an Bord
- Beim Ausladen: Räder kommen zuerst runter, dann die Fahrzeuge
Im Sommer unverzichtbar: Bei beliebten Strecken wie Split–Stari Grad oder Zadar–Preko füllen sich die Fahrradplätze an Wochenenden schnell. Mindestens 45 Minuten vor Abfahrt am Hafen sein. An Freitagen und Sonntagen im Juli/August lieber eine Fähre früher einplanen.
Radverleih auf den Inseln
Die meisten touristischen Inseln haben Verleihstationen in den Hauptorten. Qualität und Preisniveau variieren stark – von der rostigen Hollandrad-Ruine für 8 € bis zum Carbon-Rennrad für 80 € pro Tag.
Orientierung:
| Radtyp | Tagespreis | Geeignet für |
|---|---|---|
| City-/Trekkingrad | 10–20 € | Flache Küstentouren, Ortserkundung |
| E-Bike | 35–60 € | Steile Inseln (Hvar, Brač, Korčula) |
| Mountainbike | 25–40 € | Offroad-Strecken, Schotterstraßen |
| Rennrad | 50–80 € | Ambitionierte Anstiege (Vidova Gora) |
Für anspruchsvolle Touren auf Brač oder Hvar besser eigenes Rad mitbringen oder hochwertigen Verleih im Voraus buchen. Die 15-€-Räder an der Strandpromenade sind für ernsthafte Touren schlicht ungeeignet – schlecht gewartete Bremsen und durchgefahrene Reifen auf Serpentinen sind kein Spaß.
Wasser und Verpflegung
Inseln haben weniger Infrastruktur als das Festland. Zwischen zwei Dörfern können 20 Kilometer ohne einen einzigen Laden liegen. Planung ist hier nicht optional, sondern überlebenswichtig bei 35 Grad.
- Mindestens 2 Liter Wasser mitnehmen, auf Pag und Brač eher 3 Liter
- Snacks einpacken – Energieriegel, Trockenobst, Nüsse
- Dorfbrunnen haben meist Trinkwasser (Aufschrift „Pitka voda” bestätigt Trinkwasserqualität)
- Im Sommer: Spätestens um 7 Uhr starten, zwischen 12 und 16 Uhr Pause machen
- Sonnencreme mit LSF 50 und Kopfbedeckung sind Pflicht, nicht Kür
Beste Jahreszeit
April–Mai: Wildblumen überall, angenehme Temperaturen um 20–25 Grad. Manche Radverleih-Stationen haben noch nicht geöffnet, dafür gehören die Straßen dir allein. Fähren fahren seltener.
Juni: Die beste Zeit. Warm, aber nicht brutal. Lavendel blüht auf Hvar, Weinberge auf Korčula stehen in voller Pracht. Fähren verkehren häufig, Radverleih ist gut verfügbar, Buchten noch nicht überfüllt.
Juli–August: Nur für Frühaufsteher. Ab 10 Uhr wird es auf den schattenlosen Inselstraßen erbarmungslos. Fähren voll, Radverleih ausgebucht, Preise auf dem Höhepunkt. Wer es trotzdem versucht: Start um 6 Uhr, Tour bis 10 Uhr, Strand bis 17 Uhr, zweite Etappe am Abend.
September–Oktober: Perfekt für Genießer. Die Hitze ist gebrochen, das Meer noch warm genug zum Baden. Weinlese auf Korčula und Hvar bringt Leben in die Dörfer. Ruhigere Fähren, niedrigere Preise, goldenes Licht.
Welche Insel für welchen Radfahrer?
Für Einsteiger und Familien: Ugljan/Pašman – sanftes Terrain, kurze Fähre, ein entspannter Tag ohne Risiko. Die Rundtour ist in jedem Tempo machbar, Badebuchten liegen am Weg.
Für ambitionierte Rennradfahrer: Brač mit Vidova Gora – der ultimative Adriaaufstieg, 778 Höhenmeter mit Panorama, das man sich verdienen muss.
Für Genussradler: Korčula – Wein, Geschichte, moderate Anstiege, und abends Fischgerichte in der Altstadt, während die Sonne hinter der Halbinsel Pelješac versinkt.
Für Abenteurer: Pag – Mondlandschaft, kaum Touristen, Wind in den Haaren, Käse am Wegesrand.
Für Kulturhungrige: Hvar – Lavendel, UNESCO-Welterbe, Renaissance-Theater, und die steilsten Anstiege als Zugabe.
Egal welche Insel: Das Rad ist das beste Transportmittel, um Kroatiens Inseln wirklich zu erleben. Keine Parkplatzsuche in überfüllten Dörfern, keine Mietwagenkosten, keine verpassten Aussichtspunkte. Stattdessen der Duft von Rosmarin am Straßenrand, das Rauschen der Brandung unter der Klippe, und die Gewissheit, dass jeder Meter selbst erfahren wurde.