Radfahren ab Zadar: Inseln, Hinterland und stille Wege 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 27 Oct, 2025
Inhalt
20 Minuten Fähre, und du bist auf einer anderen Welt. Die Inseln vor Zadar – Ugljan, Pašman, Dugi Otok – sind wie gemacht fürs Radfahren: kaum Autos, überschaubare Distanzen, und nach jeder Steigung wartet ein Blick aufs Meer, der die Mühe rechtfertigt.
Aber auch das Festland hat es in sich. Das Hinterland der Ravni Kotari ist eine endlose Ebene aus Weinbergen und Steindörfern, in der du mehr Schafen begegnest als Menschen. Und Zadar selbst? Eine Altstadt auf einer Halbinsel, die Meeresorgel, der Sonnengruß – perfekter Start und perfektes Ziel.
Was Zadar als Radrevier besonders macht: Die Vielfalt auf engstem Raum. Morgens Inselhopping mit Fährüberfahrt und mediterranem Flair, nachmittags eine Gravel-Tour durch staubtrockene Karstlandschaft, abends ein Sonnenuntergang an der Meeresorgel. Kaum eine andere Stadt an der Adria bietet diese Bandbreite innerhalb einer Tagesreichweite. Dazu kommt die Infrastruktur: Zadar hat einen internationalen Flughafen, gute Busverbindungen und mehrere Fährlinien – du erreichst dein Rad-Abenteuer schnell und unkompliziert.

Die Inselrouten
Die vorgelagerten Inseln sind das Herzstück des Radfahrens ab Zadar. Flach sind sie nicht – wer das glaubt, hat sich von der Karte täuschen lassen. Aber die Anstiege sind kurz, die Abfahrten belohnen mit Panoramen, und die Infrastruktur ist perfekt für Tagestouren: kleine Konobas in jedem Dorf, Trinkwasserbrunnen an den Kirchen, und das beruhigende Wissen, dass die nächste Fähre zurück nach Zadar nie weiter als ein paar Kilometer entfernt ist.
Ugljan und Pasman: Der Klassiker
Die Tour, die jeder macht – und die trotzdem fantastisch ist. Mit der Fähre von Zadar nach Preko, dann über die Inselbrücke nach Pašman, zurück mit der Fähre ab Tkon. Unterwegs: Olivenhaine, Pinienwälder, Fischerdörfer, und immer wieder dieser Blick auf die Kornaten am Horizont.
49 Kilometer, 760 Höhenmeter – klingt nach viel, verteilt sich aber auf den ganzen Tag. Technisch nicht schwer, aber unterschätze die Hügel nicht. Die Inseln sind steiler als sie aussehen. Von Preko aus geht es zunächst an der Ostküste entlang, mit Blick zurück auf Zadar. Dann windet sich die Straße durch den Mittelteil von Ugljan, vorbei an jahrhundertealten Olivenhainen – manche Bäume sollen über tausend Jahre alt sein. In Sutomišćica lohnt ein kurzer Stopp an der Bucht, bevor es weiter Richtung Kali geht.
Was die Route besonders macht: Du kommst durch Dörfer wie Kali, wo der Fischfang noch Tradition ist, nicht Folklore. Die Männer reparieren Netze, die Frauen verkaufen den Fang am Straßenrand. In Preko gibt es eine der ältesten Kirchen Dalmatiens, und die Konobas servieren Fisch, der morgens noch im Meer war. Die Brücke zwischen den beiden Inseln bei Ždrelac ist ein Erlebnis für sich – das Wasser strömt durch die enge Meerenge mit überraschender Kraft, und die Brücke vibriert leicht unter den Füßen. Auf Pašman ändert sich die Landschaft subtil: mehr Macchia, weniger Oliven, und die Westseite der Insel zeigt das offene Meer mit den Kornaten-Silhouetten. Besonders die Strecke zwischen Kraj und Tkon gehört zu den schönsten Küstenstraßen, die Dalmatien zu bieten hat – schmale Asphaltbänder, die sich an Klippen entlangschmiegen, mit kleinen Buchten, die zum spontanen Bad einladen.
Die GPX-Datei für die Navigation – auf der Insel ist es leicht, falsch abzubiegen, besonders an den unmarkierten Kreuzungen im Inselinneren.

Die umgekehrte Richtung: Tkon nach Preko
Gleiche Strecke, andere Perspektive. Du fährst mit der Fähre nach Tkon und arbeitest dich nordwärts nach Preko vor. Der Vorteil: Die letzten Kilometer führen sanft entlang der Küste, mit Zadar als Kulisse. Die Abendlichtstimmung auf der Rückfahrt ist unbezahlbar.
Aber es gibt noch einen praktischen Grund für diese Richtung: Die Fähre nach Tkon fährt von Biograd na Moru, nicht von Zadar – das bedeutet, du kannst die Tour mit einem Ausflug nach Biograd kombinieren. Die kleine Hafenstadt ist deutlich ruhiger als Zadar, hat einen hübschen Altstadtkern und einige der besten Fischrestaurants der Region. Außerdem startest du so mit den anspruchsvolleren Abschnitten auf Pašman, solange die Beine noch frisch sind, und rollst nachmittags entspannt über die flacheren Passagen auf Ugljan aus. Die Fähre von Preko zurück nach Zadar geht häufiger als die Tkon-Verbindung, was dir am Ende des Tages mehr Flexibilität gibt.
Fertige Route mit allen Stopps.
Dugi Otok: Für alle, die mehr wollen
Wer nach dem Ugljan-Pašman-Klassiker noch nicht genug hat, nimmt die Fähre nach Dugi Otok – die “lange Insel” ganz draußen vor Zadar. Die Überfahrt dauert rund 75 Minuten, und schon auf dem Schiff merkst du den Unterschied: Das Meer wird tiefer, die Farbe wechselt von Türkis zu Kobaltblau, und die Insel am Horizont wirkt wilder als alles, was du bisher gesehen hast.
Dugi Otok ist kein Anfängerterrain. Die Straße zieht sich über 45 Kilometer die gesamte Insellänge, von Božava im Norden bis zum Naturpark Telašćica im Süden. Die Höhenmeter summieren sich auf über 800, und die Infrastruktur ist dünn – zwischen den Dörfern gibt es oft nichts außer Macchia und Fels. Dafür erreichst du Orte wie den Leuchtturm Veli Rat mit seinem unverkennbaren Gelb, die Bucht Sakarun mit ihrem karibisch-weißen Sand, und den Salzsee im Naturpark, der wärmer ist als das umgebende Meer. Nimm genug Wasser mit (mindestens 3 Liter im Sommer), denn Nachfüllmöglichkeiten gibt es nur in den wenigen Dörfern. Und plane die Rückfähre genau – die letzte geht früher, als man denkt.

Das Hinterland
Wer nur die Küste kennt, kennt die Hälfte von Dalmatien. Das Hinterland rund um Zadar ist eine eigene Welt: flacher, trockener, stiller. Die Ravni Kotari – wörtlich “flache Felder” – erstrecken sich vom Stadtrand bis an den Fuß des Velebit-Gebirges, durchzogen von Feldwegen, gesäumt von Steinmauern, die niemand mehr pflegt, und überwölbt von einem Himmel, der hier weiter scheint als an der Küste. Für Gravel-Bikes ist die Gegend ein Paradies; für Rennräder funktionieren die Hauptstraßen, und selbst mit dem Trekkingrad findest du genug asphaltierte Nebenwege.
Ravni Kotari: Stille Weite auf zwei Rädern
Das Gegenteil der Küste. Die Ravni Kotari sind eine Ebene, die sich von Zadar bis zum Velebit-Gebirge erstreckt – Weinberge, Olivenhaine, Steindörfer, endlose Horizonte. Hier gibt es keine Touristen, keine Souvenirläden, keine Restaurants mit englischer Speisekarte. Nur Landschaft und Ruhe.
Die große Runde – 97 Kilometer, 600 Höhenmeter – führt durch eine Welt, die die meisten Kroatien-Besucher nie sehen. Du startest in Zadar, fährst durch die historischen Gassen hinaus aufs Land, und kehrst abends zurück, mit dem Gefühl, ein echtes Abenteuer erlebt zu haben. Die Strecke führt über Benkovac, das kleine Städtchen mit einer trotzigen Burgruine, vorbei an Islam Grčki mit seinen traditionellen Steinhäusern und weiter durch die endlosen Olivenhaine bei Polača, wo die Überreste einer frühchristlichen Basilika einsam in der Landschaft stehen.
Wer es noch ausgedehnter mag: Die Straßen der Ravni Kotari umfassen 114 Kilometer und nehmen sich die gesamte Ebene vor, von den Küstenhügeln bis fast an den Fuß des Velebit. Das ist eine echte Tagestour, für die du konditionell vorbereitet sein solltest – nicht wegen der Steigungen, die halten sich in Grenzen, sondern wegen der schieren Distanz und der Tatsache, dass es unterwegs kaum Schatten gibt. Pack Sonnenschutz ein und fülle die Flaschen in jedem Dorf nach.

Von der Küste ins Karst
70 Kilometer, die zeigen, wie schnell sich Dalmatien verändert. Du startest am Meer, mediterran und grün. Mit jedem Kilometer ins Landesinnere wird das Gelände karger, steiniger, weiter. Am Ende fährst du durch eine Karstlandschaft, die aussieht wie der Mond – nur mit mehr Schafen.
Diese Tour ist anspruchsvoll: 870 Höhenmeter bergauf, Nebenstraßen, auf denen es kein Handynetz gibt. Die Route zum Offline-Navigieren ist hier nicht optional, sondern Pflicht. Was die Tour so besonders macht, ist der Kontrast innerhalb weniger Stunden: Morgens trittst du noch durch Pinienhaine und riechst Salz in der Luft, mittags fährst du durch karge Hochflächen, wo der Wind über die Felsen pfeift, und am Nachmittag erreichst du winzige Dörfer, in denen die Zeit vor Jahrzehnten stehengeblieben scheint. In manchen dieser Orte wirst du der einzige Besucher der Woche sein – die Leute winken, bieten Wasser an, und wundern sich, was dich hergeführt hat.
Die Rückfahrt? Entweder dieselbe Strecke bergab (Stille Wege nach Zadar), oder du organisierst einen Transfer – die Busse ins Hinterland fahren selten, und ein Taxi ab Benkovac nach Zadar kostet rund 40-50 Euro.

Zwischen Salz und Stein
Eine Tour, die den meisten entgeht, und die genau deshalb so lohnenswert ist. 59 Kilometer zwischen historischen Salzgewinnungsorten und den Kalksteinfelsen des Hinterlandes – eine Route, die Geschichte und Geologie verbindet. Du passierst Nin, die älteste königliche Stadt Kroatiens, wo schon im 11. Jahrhundert Könige gekrönt wurden und bis heute Salz auf traditionelle Weise gewonnen wird. Die Salzgärten von Nin sind ein Anblick für sich: geometrische Becken, in denen das Meerwasser langsam verdunstet und eine weiße Kruste hinterlässt. Danach führt die Strecke ins steinige Hinterland, wo die Landschaft rauer wird und jedes Dorf seine eigene Geschichte erzählt. Die Höhenmeter halten sich mit rund 500 in Grenzen, und die Mischung aus Küste und Hinterland macht diese Tour zu einer der abwechslungsreichsten rund um Zadar.

Die wandelnden Landschaften
Eine 45-Kilometer-Tour, die ihren Namen verdient: Die Route der wandelnden Landschaften wechselt ständig zwischen Terrain-Typen. Von der Küstenebene geht es über sanfte Hügel in bewaldete Täler und wieder hinaus auf offene Felder. Was diese Tour perfekt für einen halben Tag macht: die moderate Länge, die überschaubaren 400 Höhenmeter und die Tatsache, dass du regelmäßig an Dörfern vorbeikommst, in denen du Wasser nachfüllen oder einen Kaffee trinken kannst. Wer zum ersten Mal das Hinterland erkunden will, ohne gleich eine Ganztagestour zu machen, liegt hier goldrichtig. Die Route eignet sich auch hervorragend als Einstieg, um herauszufinden, ob einem das Hinterland zusagt, bevor man sich an die 97- oder 114-Kilometer-Runden wagt.

Gravel oder Rennrad? Die Radwahl für Zadar
Die Frage, die sich vor jeder Tour stellt: Welches Rad passt? Die Antwort hängt davon ab, wo du hin willst. Für die Inseln reicht im Prinzip jedes Rad mit Gangschaltung – die Straßen sind asphaltiert, die Strecken überschaubar. Ein Trekkingrad mit etwas breiteren Reifen (32-35mm) ist die vielseitigste Wahl, weil du damit auch die unbefestigten Abschnitte zwischen den Buchten mitnehmen kannst, ohne durchgeschüttelt zu werden.
Im Hinterland sieht die Sache anders aus. Die schönsten Strecken der Ravni Kotari laufen über Schotterwege, Feldpfade und holprige Nebenstraßen, die seit dem Jugoslawien-Zeitalter keinen neuen Belag gesehen haben. Hier ist ein Gravelbike die beste Wahl – breit genug für Schotter, schnell genug für die asphaltierten Verbindungsstücke. Wer nur Asphalt fahren will, kommt auch mit dem Rennrad zurecht, verpasst aber die eigentlich interessanten Abschnitte. Für die anspruchsvollen Hinterland-Touren mit über 70 Kilometern kann ein E-Bike Sinn machen, besonders wenn du nachmittags noch Energie für den Rückweg brauchst. Die Verleihstationen in Zadar haben mittlerweile auch E-Gravelbikes im Programm – nicht billig (ab 50 Euro pro Tag), aber eine Überlegung wert, wenn du das Hinterland ohne Trainingsvorbereitung erkunden willst.

Bevor du losfährst
Fähren und Logistik
Die Verbindung Zadar-Preko läuft mehrmals täglich, 20 Minuten Überfahrt, Fahrräder werden mitgenommen. Die Rückfahrt ab Tkon ist eine andere Linie – prüfe die Zeiten bei Jadrolinija. Im Sommer die letzte Fähre nicht zu knapp kalkulieren; die können voll werden. Der Fahrradtransport kostet in der Saison 2026 voraussichtlich rund 2-3 Euro pro Überfahrt – ein Klacks im Vergleich zu dem, was du dafür bekommst. An Wochenenden im Juli und August bilden sich am Fährhafen in Zadar lange Schlangen, besonders für die Rückfahrt am späten Nachmittag. Plane einen Puffer von mindestens 30 Minuten ein, oder nimm eine frühere Fähre als nötig. Wichtig: Die Fähre nach Dugi Otok fährt nur 2-3 Mal täglich, in der Nebensaison teils nur einmal. Die Abfahrtszeiten findest du auf jadrolinija.hr – dort kannst du 2026 auch online reservieren, was bei Radtransport empfehlenswert ist.

Fahrradverleih in Zadar
Mehrere Verleiher in der Altstadt und am Hafen bieten alles vom einfachen Citybike bis zum hochwertigen Gravelbike. E-Bikes sind für die Inseltouren sinnvoll – mehr Höhenmeter als erwartet. Preise für die Saison 2026: 15-25 Euro pro Tag für Trekkingräder, 30-40 Euro für Gravelbikes, 35-50 Euro für E-Bikes. Reserviere im Sommer mindestens eine Woche voraus, besonders für E-Bikes – die sind zuerst weg. Die meisten Verleiher bieten auch Helme, Schlösser und Reparatursets inklusive an. Frag beim Abholen nach den aktuellen Fährzeiten und lokalen Tipps – die Verleihteams kennen die Region besser als jeder Reiseführer und geben gerne Empfehlungen für Konobas und Badebuchten unterwegs. Manche Verleiher bieten gegen Aufpreis auch GPS-Geräte mit vorinstallierten Routen – praktisch, aber nicht nötig, wenn du die GPX-Dateien aufs Handy lädst.
Was ins Gepäck gehört
Die Sonne in Norddalmatien ist ab Mai gnadenlos, besonders im Hinterland, wo es keinen Schatten gibt. Sonnencreme mit mindestens LSF 50, eine Kopfbedeckung unter dem Helm und eine Sonnenbrille sind Pflicht. Mindestens zwei Trinkflaschen (insgesamt 1,5 Liter) für die Inseltouren, drei Liter für Hinterland-Runden. Ein leichtes Regencape wiegt nichts und rettet den Tag, wenn die Bora plötzlich Wolken über den Velebit schiebt. Flickzeug, ein Multitool und eine Ersatzschlauch gehören sowieso ins Trikot – der nächste Fahrradladen ist auf den Inseln weit weg. Und: eine wasserdichte Hülle fürs Handy. Nicht wegen Regen, sondern weil du unterwegs garantiert an Buchten vorbeikommst, in denen du baden willst.

Übernachten: Basis oder Inselhopping
In Zadar selbst gibt es Hotels und Apartments in der Altstadt oder bei Borik nördlich davon. Die Altstadt ist atmosphärischer, aber die Gassen sind eng und das Rad muss sicher untergebracht werden – frag bei der Buchung nach Fahrradabstellmöglichkeiten. Borik hat mehr Platz, liegt direkt am Meer und ist nur 15 Minuten Radfahrt vom Fährhafen entfernt. Hotels wie das Falkensteiner Club Funimation oder das Aparthotel Niko haben Fahrradkeller und Werkzeugecken für kleine Reparaturen.
Auf den Inseln findest du einfache Pensionen in Preko und Tkon – perfekt, wenn du zwei Tage für die Inseln einplanst. In Preko lohnt sich eine Unterkunft direkt am Hafen, weil du morgens aufstehst und sofort losradeln kannst. Tkon ist ruhiger, fast verschlafen, und hat einen kleinen Strand direkt neben dem Fähranleger. Kukljica auf Ugljan ist ein Geheimtipp: ein winziges Fischerdorf mit drei, vier Ferienwohnungen und einer Konoba, in der du den besten gegrillten Fisch der Insel bekommst.
Wer es aktiver mag, kann auch in Nin übernachten, 15 Kilometer nördlich von Zadar. Die kleine Stadt hat einen fantastischen Sandstrand, Salinen und eine romanische Kirche, die als “kleinste Kathedrale der Welt” vermarktet wird. Von Nin aus startest du perfekt in die Zwischen Salz und Stein-Tour, ohne erst durch Zadar navigieren zu müssen.

Essen nach der Tour
Auf den Inseln
Kleine Konobas in den Dörfern. Fisch vom lokalen Fischer, Olivenöl aus eigenem Anbau, Wein vom Nachbarn. Deutlich günstiger und authentischer als in Zadar. Die Konoba in Kukljica ist berühmt für ihren Fisch; in Neviđane gibt es exzellenten Oktopus unter der Peka – dem gusseisernen Deckel, unter dem das Gericht stundenlang über Glut schmort. In Kali solltest du Sardellen probieren, gesalzen und in Olivenöl eingelegt, eine Spezialität, die es so nur hier gibt. Die Preise auf den Inseln sind erfreulich moderat: Ein komplettes Fischmenü mit Salat und Hauswein kostet selten mehr als 20-25 Euro pro Person. Die meisten Konobas haben keine Karte – der Wirt erzählt dir, was es heute gibt, und du nickst. Es gibt immer Fisch, immer Salat, immer selbstgebackenes Brot. Mehr braucht es nicht.
In Zadar
Die Restaurants in der Altstadt sind touristisch, aber nicht schlecht. Für das authentische Erlebnis: Die Markthalle am Morgen, frischer Fisch, eine Flasche Wein – Picknick am Meer. Die Markthalle liegt direkt am Fährhafen und öffnet früh. Wer nach der Tour ein Restauranterlebnis sucht, sollte die Seitenstraßen hinter der Kathedrale erkunden: Dort verstecken sich kleine Lokale, die von den Einheimischen frequentiert werden. Bruschetta mit Thunfisch-Tataki, gegrillter Wolfsbarsch mit Mangold, Pašticada vom Rind – die Küche in Zadar ist besser als ihr Ruf und kostet einen Bruchteil von Dubrovnik. Tipp: Meide die Riva-Promenade zum Abendessen und geh stattdessen in die Varoš-Gassen westlich der Kathedrale.
Im Hinterland
Rustikale Gasthäuser mit Lamm, Peka und lokalen Weinen. Die Konoba in Nadin ist ein Geheimtipp – eine Stunde von Zadar entfernt, aber die Fahrt lohnt sich. Das Hinterland-Essen unterscheidet sich deutlich von der Küche an der Küste: Hier dominiert Fleisch statt Fisch. Lamm vom Spieß, das stundenlang über Holzkohle gedreht wurde, ist das Standardgericht – und es ist fantastisch. Dazu gibt es Gemüse aus dem eigenen Garten, Kartoffeln unter der Peka und literweise Wein aus der Karaffe. Die Preise im Hinterland sind die niedrigsten in ganz Dalmatien: Ein opulentes Essen für zwei Personen mit Wein kostet selten mehr als 30-35 Euro. Allerdings haben die meisten Gasthäuser keine festen Öffnungszeiten – ruf vorher an oder frag bei deinem Unterkunftsvermieter nach.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren?
April bis Juni oder September und Oktober. Im Frühling ist alles grün, die Inseln noch ruhig, die Temperaturen angenehm. Ab Mitte April liegen die Tageswerte bei 18-22 Grad, warm genug fürs Trikot, kühl genug für lange Anstiege. Die Wildblumen auf den Inseln sind im April und Mai ein Traum – violetter Lavendel, gelber Ginster, rote Mohnblumen am Straßenrand. Im Herbst ist das Meer noch warm genug zum Baden nach der Tour, die Olivenernte läuft, und es gibt Weinfeste in den Dörfern. September ist der perfekte Monat: noch 25-28 Grad, das Meer hat 24 Grad, die Sommertouristen sind weg, und die Fähren sind halb leer.
Juli und August funktionieren, aber es ist heiß (35 Grad und mehr) und die Fähren sind voll. Wenn du im Hochsommer fährst: Starte vor 7 Uhr morgens, fahr auf die Inseln statt aufs Festland (Meereswind kühlt), und plan eine lange Siesta ein. Zwischen 12 und 16 Uhr hat auf dem Rad niemand etwas verloren – das ist die Zeit für Strand, Schatten und kaltes Bier. Dafür sind die Abendstunden golden: Ab 17 Uhr sinkt die Hitze, das Licht wird weich, und du hast die Straßen fast für dich allein.
Der Winter? Mild, aber unberechenbar. Die Bora kann tagelang blasen und macht Radfahren unmöglich. Wenn du Glück hast: 15 Grad, Sonne, leere Straßen. Wenn nicht: Regen und Sturmwarnung. Zwischen Dezember und Februar ist Radfahren in der Region ein Glücksspiel, das du nur gewinnen kannst, wenn du flexibel bist und das Wetter jeden Morgen neu bewertest.

Touren kombinieren: Was du sonst noch erleben kannst
Die Altstadt
Die Meeresorgel spielt Musik durch die Wellen. Der Sonnengruß leuchtet bei Sonnenuntergang. Die romanischen Kirchen gehören zu den ältesten Dalmatiens. Hitchcock sagte, Zadar habe den schönsten Sonnenuntergang der Welt – er hatte recht. Nimm dir mindestens einen Nachmittag Zeit, um die Altstadt zu Fuß zu erkunden: Die Kalelarga, die Hauptstraße, führt vom antiken Forum mit dem Säulenstumpf des Augustus-Tempels bis zur Volksplatz mit dem Renaissance-Rathaus. Die Kathedrale der Heiligen Anastasia hat einen Glockenturm, den du besteigen kannst – der Blick über die Dächer und den Hafen ist das Schwitzen wert. Mehr dazu: Zadar Sehenswürdigkeiten
Nationalparks in Reichweite
Krka ist 45 Minuten entfernt, Paklenica eine Stunde, die Kornaten erreichst du per Boot von den Inseln. Ein Radtag, ein Nationalpark-Tag, ein Strandtag – die perfekte Zadar-Woche. Der Krka-Nationalpark mit seinen Travertin-Wasserfällen ist das offensichtliche Ziel, aber die wenigsten wissen, dass man auch das Umland des Parks mit dem Rad erkunden kann. Die Karstlandschaft zwischen Skradin und Drniš ist ideal für eine Gravel-Tour, und die kleine Stadt Drniš ist berühmt für ihren Pršut – den luftgetrockneten Schinken, der hier seit Jahrhunderten nach dem gleichen Rezept hergestellt wird. Paklenica am Fuß des Velebit bietet neben Kletterrouten auch Wanderwege durch eine dramatische Schlucht, die sich perfekt als Ruhetag zwischen zwei Radtouren eignet.
Strände zum Abkühlen
Nin nördlich von Zadar hat einen langen Sandstrand mit Heilschlamm – den “Königinnenstrand”, der angeblich Hautprobleme heilt (ob das stimmt, sei dahingestellt, aber der Strand ist fantastisch). Sakarun auf Dugi Otok sieht aus wie die Karibik – weißer Sand, flaches Wasser, Pinienhaine als natürlicher Sonnenschutz. Kolovare ist der Stadtstrand von Zadar, fußläufig von der Altstadt – nicht der schönste, aber nach einer langen Tour willst du sowieso nur noch ins Wasser fallen. Zaton nördlich der Stadt hat einen flachen Sandstrand, der besonders für Familien geeignet ist, und in Petrčane gibt es Felsbuchten mit kristallklarem Wasser, in denen du nach dem Radfahren perfekt schnorcheln kannst.

Routenübersicht: Alle Touren auf einen Blick
| Route | Distanz | Höhenmeter | Schwierigkeit | Typ |
|---|---|---|---|---|
| Ugljan und Pašman | 49 km | 760 hm | Mittel | Insel |
| Route des Blauen Horizonts | 49 km | 760 hm | Mittel | Insel |
| Zwischen Salz und Stein | 59 km | 500 hm | Mittel | Küste/Hinterland |
| Wandelnde Landschaften | 45 km | 400 hm | Leicht-Mittel | Hinterland |
| Reise jenseits der Küste | 70 km | 870 hm | Schwer | Hinterland |
| Stille Wege nach Zadar | 70 km | 870 hm | Schwer | Hinterland |
| Zadars Hinterland | 97 km | 600 hm | Schwer | Hinterland |
| Ravni Kotari Komplett | 114 km | 700 hm | Sehr schwer | Hinterland |