Splits Hinterland: Cetina, Imotski & Dalmatinska Zagora (2026)
- Redaktionsteam
- Dalmatien , Geheimtipps
- 16 Nov, 2025
Inhalt
Hinter Split erhebt sich das Mosor-Gebirge wie eine Mauer. Dahinter liegt die Dalmatinska Zagora – wörtlich “hinter den Bergen” – eine Region, die so anders ist als die Küste, dass sie ein eigenes Land sein könnte. Karstlandschaften, die aussehen wie der Mond. Flüsse, die in Schluchten verschwinden. Seen, so blau und rot, dass sie unwirklich wirken. Und Dörfer, in denen die Ritter noch leben – zumindest einmal im Jahr.
Während sich Touristen an der Riva drängeln und für ein Foto am Diokletianpalast anstehen, liegt eine halbe Stunde landeinwärts eine Welt, die kaum jemand kennt. Die Zagora war jahrhundertelang das Rückgrat Dalmatiens – hier kamen die Kämpfer, die Bauern, die Geschichten her. Heute entvölkert sich die Region langsam, aber genau das macht sie so reizvoll: leere Straßen, verfallene Steinmauern, Konobas, in denen der Wirt noch selbst kocht.

Die Cetina: Dalmatiens wilder Fluss
Die Cetina ist kein gewöhnlicher Fluss. Sie entspringt in den Bergen bei Vrlika, fließt durch Canyons und Schluchten, und mündet bei Omiš ins Meer. Auf ihrem Weg durchquert sie einige der spektakulärsten Landschaften Kroatiens – und bietet alles von Rafting bis Badebuchten. Was die Cetina besonders macht: Sie durchschneidet den gesamten dalmatinischen Karst von Ost nach West, und an jeder Biegung ändert sich der Charakter. Oben bei der Quelle fließt sie ruhig durch grüne Wiesen, in der Mitte tobt sie durch enge Schluchten, und bei Omiš öffnet sie sich theatralisch zum Meer hin. Kein anderer Fluss in Kroatien bietet auf so kurzer Strecke so viel Abwechslung.
Das Auge der Erde bei Vrlika
Das “Auge der Erde” (Vrilo Cetine) ist eine Karstquelle, aus der das türkisfarbene Wasser sprudelt. Der Ort ist mystisch: ein tiefes, rundes Becken, umgeben von Felsen und Wald, das Wasser so klar, dass du bis auf den Grund siehst (und der ist tief – Taucher haben über 100 Meter gemessen, ohne den Boden zu finden). Die Quelle gehört zu den tiefsten Karstquellen Europas, und bis heute kennt niemand die exakte Tiefe. Ein Pfad führt vom Parkplatz in etwa zehn Minuten zum Becken hinunter, vorbei an einem kleinen Kirchlein. Morgens früh, wenn die ersten Sonnenstrahlen ins Becken fallen, leuchtet das Wasser in einem unwirklichen Türkis – ein Anblick, der jede Mühe der Anfahrt rechtfertigt.
Rund um die Quelle breitet sich das obere Cetina-Tal aus, eine sanfte, grüne Landschaft mit Weiden, kleinen Weilern und alten Wassermühlen. Die Gegend steht unter Naturschutz und ist kaum erschlossen – keine Souvenirshops, kein Café, nur Natur. Im Frühling blühen hier wilde Orchideen, im Herbst verfärben sich die Pappeln entlang des Flusses golden.

- Lage: 3 km von Vrlika, ausgeschildert
- Zugang: Kostenlos, kleiner Parkplatz (ca. 20 Stellplätze)
- Tipp: Komm früh morgens, wenn das Licht ins Wasser fällt – ab Mittag sind die Farben weniger intensiv
- Badeverbot: Im Quellbecken selbst ist Baden nicht erlaubt, flussabwärts aber schon
Wer diese Gegend mit dem Rad erkunden will, findet mit der Quelle des Lebens eine 35-km-Route durch das grüne Tal der oberen Cetina. Vorbei an Wassermühlen, durch Dörfer, die vom Tourismus unberührt geblieben sind, mit einem Anstieg, der sich auch für Genussradler bewältigen lässt. Die Strecke führt über ruhige Nebenstraßen und Feldwege – GPX-Datei inklusive, was auf den kaum beschilderten Wegen Gold wert ist.
Die Schlucht
Zwischen Trilj und Omiš hat sich die Cetina tief in den Karst gefressen. Die Schlucht ist stellenweise 200 Meter tief, die Wände senkrecht, der Fluss unten türkis. Die Straße von Zadvarje nach Šestanovac folgt dem Rand – eine der spektakulärsten Strecken Dalmatiens, die aber erstaunlich wenige Touristen kennen. An mehreren Stellen gibt es improvisierte Aussichtspunkte, wo du direkt in den Canyon hinunterblicken kannst.
Rafting in der Cetina:
- Start meist in Penšići oder Radmanove Mlinice
- Dauer: 3-4 Stunden
- Schwierigkeit: Leicht bis mittel (Wildwasser Klasse II-III)
- Preis: 40-60 € pro Person (2026, inkl. Ausrüstung und Transport)
- Beste Zeit: Mai-September
- Anbieter: Adventure Dalmatia, Active365, Croatia Rafting – alle holen dich in Split ab
Wer lieber selbst paddelt: Kajak-Verleihe gibt es in Omiš und Trilj. Für Anfänger empfiehlt sich der Abschnitt unterhalb von Trilj – breiter, ruhiger, mit sandigen Ufern zum Pausieren.
Radmanove Mlinice
Am unteren Ende der Schlucht liegt dieses ehemalige Mühlen-Ensemble, heute ein Restaurant mit Geschichte. Steingebäude unter uralten Platanen, der Fluss rauscht wenige Meter entfernt vorbei, auf dem Teller: Forelle aus dem Fluss, Lamm aus den Bergen. Die Mühlen stammen aus dem 17. Jahrhundert und mahlten Getreide für die umliegenden Dörfer, bis sie in den 1960ern stillgelegt wurden. Heute stehen restaurierte Mühlräder neben den Terrassen des Restaurants – ein perfekter Stopp nach dem Rafting, aber auch ein Ziel für sich. Reservierung am Wochenende empfohlen, besonders im Juli und August.

Klis: Die uneinnehmbare Festung
Klis verdient mehr als einen Nebensatz. Die Festung thront auf einem Felsvorsprung zwischen Split und Sinj, genau dort, wo der einzige Pass durch das Mosor-Gebirge führt. Wer Klis kontrollierte, kontrollierte den Zugang zum Hinterland – das wussten schon die Illyrer vor über 2.000 Jahren.

Die Geschichte von Klis liest sich wie ein Actionfilm. Über Jahrhunderte wechselte die Festung zwischen kroatischen Königen, ungarischen Herrschern und venezianischen Händlern. Ihren berühmtesten Moment erlebte sie im 16. Jahrhundert, als eine Handvoll kroatischer Uskoken-Kämpfer die Burg über 25 Jahre gegen das osmanische Heer verteidigte. Dreimal wurde Klis belagert, dreimal hielt es stand – erst 1537 fiel die Festung durch Verrat. Noch heute gilt Klis als Symbol des kroatischen Widerstands.
Game-of-Thrones-Fans kennen die Festung als Meereen: Die Szenen mit den gekreuzigten Sklaven am Eingang wurden hier gedreht. Im Inneren findest du ein kleines Museum, Kanonen aus verschiedenen Epochen und den besten 360-Grad-Blick der Region – Split, die Inseln, das Mosor-Massiv, die Zagora, alles auf einmal.
- Lage: 15 km von Split, Bus Nr. 22 ab Sucidar (30 Min.)
- Eintritt: ca. 8 € (Ermäßigung für Kinder und Studenten)
- Öffnungszeiten: April-Sept. 9-19 Uhr, Okt.-März 9-16 Uhr
- Tipp: Kombinier den Besuch mit Mittagessen im Dorf unterhalb der Festung. Die Konobas hier machen janjetina na ražnju (Spießbratenlamm) über offenem Feuer – die Spezialität, für die Klis in ganz Dalmatien bekannt ist. Drei, vier Restaurants reihen sich an der Hauptstraße, alle mit Terrasse und Blick auf die Burg.
Imotski: Die Stadt der bunten Seen
Imotski liegt ganz im Süden der Zagora, fast an der bosnischen Grenze. Die Stadt selbst ist nett – Festung, Altstadt, gute Restaurants – aber die Stars sind zwei Seen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Anfahrt über die Autobahn A1 dauert von Split knapp 90 Minuten, über die alte Straße durch Sinj etwas mehr als zwei Stunden, dafür mit deutlich mehr Landschaft.
Modro Jezero (Blauer See)
Ein Kratersee im wahrsten Sinne: 220 Meter tief, eingefasst von senkrechten Felswänden, das Wasser so blau, dass es gephotoshoppt wirkt. Im Sommer sinkt der Wasserspiegel so weit, dass am Boden Fußball gespielt wird – eine Tradition seit 1925. Das Spiel ist inzwischen legendär: NK Imotski gegen eine Gastmannschaft, auf einem Spielfeld, das den Rest des Jahres unter Wasser steht. Termine werden kurzfristig bekannt gegeben, je nach Wasserstand.

Vom Aussichtspunkt am oberen Rand hast du den besten Blick. Ein steiler, felsiger Pfad führt hinunter zum Wasser – machbar, aber nicht für jeden. Flip-Flops sind keine Option, feste Schuhe Pflicht. Unten angekommen: klares, kaltes Wasser, Schwimmen erlaubt, aber keinerlei Infrastruktur. Kein Kiosk, keine Umkleidekabine, kein Rettungsschwimmer.
- Lage: Direkt am Stadtrand von Imotski, zu Fuß in 10 Minuten
- Zugang: Aussichtspunkt oben kostenlos, Abstieg zum Wasser möglich (20-30 Min., steil)
- Baden: Ja, auf eigene Gefahr
- Beste Zeit: Frühjahr für den höchsten Wasserstand, Sommer für das intensivste Blau
Crveno Jezero (Roter See)
Der dramatischere der beiden: 530 Meter tief, die Wände färben sich bei Sonnenlicht rot (daher der Name), und von oben siehst du nur einen Bruchteil des Wassers. Der See gilt als einer der tiefsten Karstseen der Welt. Anders als beim Blauen See gibt es hier keinen Abstieg – die Wände sind zu steil, zu brüchig. Du stehst am Rand und schaust in einen Abgrund, der so tief ist, dass das Wasser unten fast schwarz wirkt. Geologen vermuten, dass ein Höhlensystem den Roten See mit dem Blauen verbindet, bewiesen ist das aber nicht.
- Lage: 2 km vom Blauen See, ausgeschildert
- Zugang: Nur Aussichtspunkt, kein Abstieg möglich
- Tipp: Am besten vormittags, wenn die Sonne auf die roten Felsen scheint – nachmittags liegt der See im Schatten
Festung Topana
Über Imotski thront die Ruine einer venezianischen Festung. Der Aufstieg dauert 15 Minuten, die Aussicht auf beide Seen und die umliegenden Berge lohnt sich. Im Sommer finden hier manchmal Konzerte und Theateraufführungen statt. Die Mauern wurden im 10. Jahrhundert errichtet und über die Jahrhunderte von Kroaten, Osmanen und Venezianern erweitert – jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen.
Sinj: Wo die Ritter leben
Sinj ist die größte Stadt der Zagora – was nicht viel heißt, etwa 12.000 Einwohner – und berühmt für die Sinjska Alka, ein Ritterturnier, das seit 1715 jährlich stattfindet. Reiter in historischen Kostümen versuchen, mit Lanzen einen eisernen Ring (Alka) zu treffen, während die ganze Stadt feiert. Das Turnier erinnert an den Sieg einer kleinen Garnison über eine osmanische Übermacht im Jahr 1715 – 700 Verteidiger gegen 60.000 Angreifer, ein Kampf, den niemand für gewinnbar hielt.

Die Stadt selbst hat eine kompakte Altstadt mit Steinhäusern, breiten Plätzen und einer Atmosphäre, die an ein italienisches Bergstädtchen erinnert. Aber Sinj ist tiefer in der Geschichte verwurzelt, als der erste Eindruck vermuten lässt. Die Festung Kamičak oberhalb der Stadt, die Franziskanerkirche mit dem wundertätigen Marienbild, die alten Gassen – alles erzählt von Belagerungen, Glaubenskämpfen und einem Stolz, der in der Zagora bis heute spürbar ist.
Die Alka erleben
- Datum: Erstes August-Wochenende, Hauptturnier am Sonntag
- Tickets: Tribünenplätze ab ca. 20 €, Stehplätze kostenlos (früh kommen!)
- Tipp: Komm am Freitag oder Samstag zur Probe – Bara und Čoja heißen die Vorturniere, weniger Menschenmassen, gleiche Atmosphäre
- UNESCO: Die Alka ist seit 2010 immaterielles Weltkulturerbe
- Unterkunft: In Sinj selbst gibt es wenige Hotels, Airbnb-Wohnungen sind die bessere Wahl. Alternativ: in Split übernachten und morgens hinfahren
Außerhalb der Alka-Saison
Sinj lohnt sich auch ohne Turnier. Das Cetinska Krajina Museum zeigt die Geschichte der Region mit archäologischen Funden, Volkskunst und Waffen aus den Türkenkriegen. Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche ist der wichtigste Wallfahrtsort Dalmatiens – das Marienbild soll 1715 die Stadt vor den Osmanen gerettet haben. Jeden Montag findet Markt statt: Schafskäse aus der Zagora, Honig von den Bergwiesen, getrocknete Feigen, Prosciutto. Lokale Produkte, keine Touristenware.
Kamešnica
Der Berg südlich von Sinj (1.809 m) ist ein beliebtes Wanderziel für Einheimische. Im Winter wird hier Ski gefahren (ein kleines Skigebiet mit zwei Liften), im Sommer wanderst du durch alpine Wiesen mit Blick bis zum Meer. Die Vegetation wechselt schnell: unten Macchia und Steineichen, oben Gras und nackte Felsen. Der Gipfel belohnt mit einem Panorama, das an klaren Tagen von den Kornaten bis nach Bosnien reicht.
Zagvozd und die Bergdörfer am Biokovo
Südlich der Hauptstraße nach Imotski, am Nordhang des Biokovo-Massivs, liegen Dörfer, die selbst viele Kroaten nicht auf der Karte finden würden. Zagvozd ist das größte davon – ein paar hundert Einwohner, eine Kirche, eine Konoba, und ringsum Steinmauern, die sich in Terrassen den Berg hinaufziehen. Hier wurde bis in die 1960er Wein und Tabak angebaut, dann zogen die Menschen weg. Die Terrassen blieben, von Feigenbäumen und Macchia überwuchert.
Rastovac, Župa und Šestanovac sind ähnlich verschlafen. In Šestanovac gibt es eine überraschend gute Konoba – die Konoba Kaštil – mit Peka und Grillgerichten auf einer Terrasse unter Weinreben. Die Wirtin kocht nach Familienrezepten, die Portionen sind groß, die Rechnung bescheiden. Von Zagvozd aus führen Feldwege hinauf in Richtung Biokovo, wo du nach einer Stunde Fußmarsch in einer Einsamkeit stehst, die es an der Küste nicht gibt.
Wein aus Kaštela und dem Cetina-Tal
Was viele nicht wissen: Das Hinterland von Split hat eine Weinbautradition, die älter ist als die meisten europäischen Weinregionen. In Kaštela, der langgestreckten Gemeinde zwischen Split und Trogir, wächst die autochthone Rebsorte Crljenak Kaštelanski – genetisch identisch mit dem kalifornischen Zinfandel. DNA-Analysen haben das 2001 bewiesen, und seitdem gibt es ein neues Interesse an den alten Reben, die in verwilderten Gärten und zwischen Apartmenthäusern überlebt haben.
Im Cetina-Tal, besonders um Trilj und Sinj, wird Vranac angebaut – ein kräftiger Rotwein, der gut zum Lammfleisch der Region passt. Die Weingüter sind klein, oft Familienbetriebe mit wenigen tausend Flaschen pro Jahr. Verkostungen sind möglich, aber nicht standardisiert – am besten fragst du in einer Konoba nach einer Empfehlung. In Kaštela Stari lohnt ein Besuch bei der Kellerei Putalj, die Crljenak in kleinen Mengen produziert und gerne Besucher empfängt.
Essen in der Zagora
Die Küche ist deftig, ehrlich und ohne Schnörkel. Das Meer ist weit weg, also gibt es Lamm statt Fisch, Peka statt Brudet. Olivenöl wird sparsam eingesetzt, Butter kommt selten vor – die Zagora kocht mit Schweineschmalz und Holzkohle.
Spezialitäten der Region
- Janjetina ispod peke: Lamm unter der Eisenglocke, langsam gegart mit Kartoffeln und Gemüse – die absolute Nummer eins. Muss mindestens drei Stunden vorher bestellt werden.
- Soparnik: Dünner Teigfladen mit Mangold, Olivenöl und Knoblauch. Stammt aus dem Cetina-Tal, seit 2007 geschütztes Kulturerbe.
- Arambaši: Kohlrouladen, gefüllt mit Hackfleisch und Reis, Spezialität von Sinj. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept.
- Orehnjača: Walnuss-Strudel, besonders in der Weihnachtszeit.
- Travarica: Kräuterschnaps, der in jeder Konoba als Willkommensgetränk kommt – ablehnen wäre unhöflich.
Konobas und Restaurants
Konoba Stina (Trilj): Lamm vom eigenen Hof, Blick auf den Fluss. Keine Speisekarte – der Wirt sagt dir, was es heute gibt. Reservierung nötig.
Konoba Peka (Sinj): Der Name ist Programm. Alles kommt unter die Eisenglocke: Kalb, Oktopus, Kartoffeln. Rustikal, laut, gut.
Radmanove Mlinice (bei Omiš): Forelle und Ambiente in der Schlucht. Touristisch bekannter als andere, aber zu Recht – der Ort ist einzigartig.
Villa Rustica (Imotski): Gehobener, aber authentisch. Probier die gefüllten Paprika und den lokalen Wein.
Konoba Kaštil (Šestanovac): Versteckt im Bergdorf, aber die Peka hier konkurriert mit allem, was Sinj zu bieten hat. Frag nach dem Soparnik als Vorspeise.
Mit dem Rad durch die Zagora
Die Zagora ist hügelig, aber nicht unfahrbar. Die Straßen sind leer, die Anstiege moderat (mit ein paar steilen Ausnahmen), und die Aussichten belohnen jeden Schweißtropfen. Für Gravelbikes ist das Terrain ideal: Feldwege, Schotterpisten, verlassene Straßen, die seit den 1980ern kein Asphaltwerk mehr gesehen haben.
Von der Küste ins Hinterland: Hinter der Küste – 68 km von Split nach Brela, aber nicht an der Küste entlang, sondern durch die Berge. Karstlandschaften, verlassene Dörfer, Panoramen, die du von der Magistrale aus nie siehst. Die Route überquert den Mosor-Kamm und führt durch die Zagora, bevor sie bei Brela wieder ans Meer stößt – mit einem Abstieg, der die Mühe des Anstiegs vergessen lässt.
Cetina-Schlucht erkunden: Die Cetina-Schlucht Radtour führt auf 62 km von Split in die Schlucht und zurück. Anspruchsvoll, besonders der Anstieg bei Zadvarje, aber mit Stopps zum Baden im Fluss machbar. Wer weniger Kilometer will: Die Cetina-Tal Panoramatour bietet auf 49 km das volle Schlucht-Erlebnis mit konstantem Blick auf den Fluss und die Berge.
Radverleih: In Split gibt es mehrere E-Bike- und Gravelbike-Verleiher (Rapha Pop-Up im Sommer am Marjan, Split Bike Tours an der Riva). Eigenes Rad ist besser, Leihrad funktioniert aber für Tagestouren.
Praktisches: Hinkommen und Herumkommen
Transport von Split
Die Zagora ist Autoland. Öffentliche Busse fahren zwar nach Sinj (stündlich, 40 Min., ca. 5 €) und Imotski (3-4x täglich, 2 Std., ca. 10 €), aber für die Dörfer, Quellen und Aussichtspunkte brauchst du ein Fahrzeug. Mietwagen ab Split Flughafen kosten im Sommer ab 30-40 €/Tag – buche früh, im Juli wird es knapp.
| Ziel | Entfernung | Fahrzeit | Straße |
|---|---|---|---|
| Klis | 15 km | 20 Min. | D1 durch den Pass |
| Sinj | 35 km | 40 Min. | D1 über Klis |
| Trilj | 50 km | 50 Min. | D1 über Sinj |
| Cetina-Quelle | 80 km | 1,5 Std. | D1 über Sinj, dann D60 |
| Imotski | 90 km | 1,5 Std. | A1 Autobahn (Maut ca. 5 €) |
| Zagvozd | 70 km | 1 Std. | A1, Ausfahrt Šestanovac |
Bus Nr. 22 nach Klis: Fährt ab Sucidar in Split, hält direkt unterhalb der Festung. Alle 30-60 Minuten, Fahrt dauert 30 Minuten. Die günstigste Art, Klis zu besuchen.
Beste Reisezeit
Frühling (April-Mai): Grüne Wiesen, volle Wasserfälle, angenehme Temperaturen um 20°C. Die beste Zeit für Radtouren und Wanderungen. Der Blaue See hat seinen höchsten Wasserstand.
Sommer (Juni-August): Heiß, oft über 35°C, trockener als an der Küste, aber die Hitze staut sich in den Karstmulden. Perfekt für Rafting (das kühle Flusswasser rettet den Tag), weniger gut zum Wandern. Die Sinjska Alka Anfang August ist Pflichttermin.
Herbst (September-Oktober): Weinlese in Kaštela und im Cetina-Tal, Traubenfeste, goldenes Licht auf den Karsthügeln. Temperaturen um 20-25°C, die perfekte Reisezeit für alle, die Hitze nicht mögen.
Winter (November-März): Kalt, manchmal Schnee in den Bergen, Nebel in den Senken. Die Festung Klis im Nebel ist mystisch. Wenig los, manche Konobas geschlossen – aber wer Einsamkeit sucht, findet sie hier.
Unterkunft
Wenig Hotels, viel Authentizität. Die Zagora ist kein Hotelland:
- Agrotourismus: Bauernhöfe bei Sinj und im Cetina-Tal bieten Zimmer und Verpflegung. Einfach, aber echt.
- Ferienwohnungen: In Sinj, Imotski und Trilj über Booking.com buchbar. Preise im Sommer: 40-70 €/Nacht.
- Basis Split: Alles ist als Tagesausflug machbar – Klis in 20 Minuten, Sinj in 40, selbst Imotski unter zwei Stunden.
Drei Tagesausflüge von Split
Variante 1: Cetina komplett (ganzer Tag)
Morgens zur Quelle bei Vrlika (1,5 Std. Fahrt, 1 Std. vor Ort) → Weiter nach Trilj, Mittagessen in der Konoba Stina → Nachmittags Rafting in der Schlucht (3-4 Std.) → Abends in Omiš am Meer, Abendessen auf der Riva. Rückfahrt nach Split: 40 Minuten.
Variante 2: Imotski und Seen (halber Tag)
Fahrt nach Imotski über die A1 (1,5 Std.) → Blauer See (1 Std., bei Mut Abstieg zum Wasser) → Roter See (30 Min.) → Festung Topana (30 Min.) → Mittagessen in der Villa Rustica → Zurück über Sinj für einen Kaffee auf dem Hauptplatz.
Variante 3: Klis, Sinj und Kamešnica (ganzer Tag)
Bus oder Auto nach Klis (Festung, 2 Std.) → Weiterfahrt nach Sinj (Altstadt, Museum, 2 Std.) → Mittagessen: Peka mit Lammfleisch → Nachmittags Auffahrt Richtung Kamešnica, kurze Wanderung (1-2 Std.) → Zurück über die alte Straße, Halt in Dugopolje für einen Kaffee.
Was die Zagora ausmacht
Die Zagora ist Dalmatien ohne Filter. Keine Strandliegen, keine Cocktailbars, keine Kreuzfahrtschiffe. Stattdessen: Landschaft, Geschichte und Essen, wie es vor fünfzig Jahren war. Die Menschen hier sind anders als an der Küste – direkter, rauer, gastfreundlicher auf eine Art, die keine Gegenleistung erwartet. Wenn du in einer Konoba sitzt und der Wirt dir einen Travarica einschenkt, den er selbst destilliert hat, dann bist du in der echten Zagora angekommen.
Nimm dir mindestens einen Tag Zeit für die Cetina – Quelle, Schlucht, Rafting. Mit zwei Tagen kannst du Imotski und die Seen dazunehmen. Und wenn du Anfang August in der Nähe bist: Die Sinjska Alka ist eines der authentischsten Feste Europas. Keine Touristen-Show, sondern echte Tradition – seit über 300 Jahren, getragen von einer Gemeinschaft, die ihren Stolz nie verloren hat.
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