Međimurje: Kroatiens grüner Norden zwischen Mur und Drau 2026
- Redaktionsteam
- Regionen , Kontinentales Kroatien
- 07 Mar, 2026
Inhalt
Ganz im Norden Kroatiens, eingeklemmt zwischen Ungarn und Slowenien, liegt eine Region, die so gar nicht zum Rest des Landes passen will. Međimurje — das Land zwischen den Flüssen Mura und Drau — ist grün, hügelig und überraschend mitteleuropäisch. Hier sprechen manche älteren Leute noch ein wenig Ungarisch, die Küche schmeckt nach Österreich-Ungarn, und die Weinberge könnten genauso gut in der Steiermark liegen.

Die Region ist winzig — gerade mal 730 Quadratkilometer, Kroatiens kleinste Gespanschaft. Aber in dieser Kompaktheit steckt erstaunlich viel: Thermalbäder, die zu den besten des Landes gehören, Weinberge mit autochthonen Sorten, barocke Schlösser und eine Gastfreundschaft, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint. Für die meisten Kroatien-Touristen ist Međimurje unsichtbar. Genau das macht es interessant.
Čakovec: Zrinski-Stadt mit Charakter
Čakovec ist mit 27.000 Einwohnern die größte Stadt der Region — und eine der unterschätztesten Kroatiens. Die Altstadt ist kompakt und hübsch, dominiert vom Renaissance-Schloss der Familie Zrinski, die im 16. und 17. Jahrhundert zu den mächtigsten Adelsfamilien Kroatiens gehörte. Die Zrinskis — oder Zrinyis, wie sie auf Ungarisch heißen — waren keine gewöhnlichen Adligen. Nikola Šubić Zrinski wurde 1566 zum Nationalhelden, als er mit einer kleinen Garnison die osmanische Armee unter Sultan Süleyman dem Prächtigen bei der Belagerung von Szigetvár aufhielt. Er fiel im Kampf, aber sein Ausfall aus der belagerten Festung wurde zum Symbol kroatischen und ungarischen Widerstands. Sein Urenkel Petar Zrinski versuchte hundert Jahre später gemeinsam mit Fran Krsto Frankopan, Kroatien von der habsburgischen Herrschaft zu befreien — und bezahlte 1671 in Wiener Neustadt mit dem Kopf. Beide gelten heute als kroatische Nationalhelden, ihre Hinrichtung als eines der tragischsten Ereignisse der kroatischen Geschichte.

Das Schloss, das die Zrinskis im 16. Jahrhundert zur prachtvollen Festung ausbauten, beherbergt heute das Museum von Međimurje — eine überraschend gute Sammlung, die von der Urgeschichte über die Römerzeit bis zur Gegenwart reicht. Besonders sehenswert ist die Abteilung über die Zrinski-Dynastie: Waffen, Dokumente, Porträts und die detaillierte Geschichte einer Familie, die Kroatiens Schicksal über Jahrhunderte mitbestimmte. Der Eintritt kostet um die 4 Euro, und man sollte mindestens eine Stunde einplanen.
Um das Schloss herum erstreckt sich der Perivoj Zrinskih, der Schlosspark — eine großzügige Grünanlage mit alten Bäumen, Blumenbeeten und Spazierwegen. Im Frühling, wenn die Magnolien und Kastanien blühen, ist der Park besonders schön. Familien mit Kindern finden hier Spielplätze und genug Platz zum Herumtoben. Im Sommer finden auf dem Schlossgelände Konzerte und Veranstaltungen statt, darunter das Zrinski-Festival, das Geschichte mit Kultur und Live-Musik verbindet.
Die Fußgängerzone führt vom Schloss zum Hauptplatz Trg kralja Tomislava, gesäumt von Cafés und Restaurants. Die Atmosphäre ist entspannt, fast dörflich — hier kennt jeder jeden, die Touristen kann man an einer Hand abzählen. Samstags findet auf dem Marktplatz ein Bauernmarkt statt, auf dem es alles gibt: Gemüse, Käse, Honig, hausgemachte Würste und den lokalen Wein. Wer die Altstadt genauer erkunden will, stößt auf hübsche Barockhäuser, die Kirche des Heiligen Nikolaus mit ihrem markanten Turm und immer wieder auf Spuren der Zrinski-Geschichte. Čakovec ist keine Stadt, die man in einer Stunde abhakt — sie erschließt sich langsam, bei einem Kaffee auf dem Hauptplatz, beim Schlendern durch Nebenstraßen, in denen die Zeit stehengeblieben scheint.
Weinberge und Weinkeller: Das Pušipel-Land
Međimurje ist Weinland, und das seit Jahrhunderten. Die Hügel im Westen der Region, besonders um Štrigova, Sveti Urban und Železna Gora, sind mit Reben bedeckt, die Weinkeller tief in die Hänge gegraben. Die Hauptsorte heißt Pušipel — eine autochthone weiße Traube, die ausschließlich in Međimurje vorkommt und nirgends sonst auf der Welt angebaut wird. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom deutschen “Bouvier” ab, aber die Sorte hat sich über Generationen so eigenständig entwickelt, dass sie genetisch als einzigartig gilt. Der Wein ist frisch, fruchtig, mit dezenter Säure und einer blumigen Note, die an Akazienblüten erinnert — perfekt zu den lokalen Gerichten, aber auch solo auf einer Terrasse mit Blick auf die Hügel ein Genuss.

Neben Pušipel gedeihen hier auch andere Sorten hervorragend: Graševina (Welschriesling), Chardonnay, Sauvignon Blanc und Muškat žuti (Gelber Muskateller). Die roten Weine spielen eine kleinere Rolle, aber ein guter Pinot Noir aus Međimurje kann durchaus überraschen. Was die Weine dieser Region auszeichnet, ist das Klima: warme, sonnige Tage, kühle Nächte durch die Flussnähe und Böden, die von Lehm bis Mergel reichen. Die Kombination ergibt Weine mit klarer Frucht und guter Säurestruktur — elegant statt schwer.
Die Weinstraße von Međimurje (Međimurska vinska cesta) verbindet dutzende Weingüter, von kleinen Familienbetrieben mit fünf Hektar Rebfläche bis zu größeren Kellereien, die auch exportieren. Die meisten bieten Verkostungen an — oft sitzt du im Keller des Winzers, umgeben von Fässern und dem leicht modrigen Duft alter Steinmauern, und probierst dich durch das Sortiment. Käse und Schinken gibt es dazu, manchmal auch warme Gerichte. Reservierung ist bei den kleineren Betrieben ratsam, bei den größeren wie Cmrečnjak oder Štampar kann man oft auch spontan vorbeikommen.
Weingüter, die einen Besuch lohnen:
- Vinarija Cmrečnjak (Štrigova) — einer der bekanntesten Produzenten, moderner Ansatz mit Edelstahltanks und Barrique, exzellenter Pušipel und ein bemerkenswerter Sauvignon Blanc. Die Terrasse mit Blick über die Weinberge ist einer der schönsten Plätze der Region.
- Vinarija Lovrec (Gornji Hrašćan) — traditioneller Familienbetrieb in dritter Generation, authentische Atmosphäre, und der Hausherr erzählt gern Geschichten zu jedem Wein.
- Vinarija Dvanajščak (Sveti Urban) — kleines Weingut mit Panoramablick, das seinen Pušipel biodynamisch anbaut.
- Vinarija Štampar (Sveti Urban) — einer der Pioniere des modernen Weinbaus in Međimurje, mehrfach prämiert, mit einer beeindruckenden Kellerei in einem renovierten Bauernhof.
Das Weinfest in Štrigova (September) ist der Höhepunkt des Weinjahres. Die Weinkeller öffnen ihre Türen, auf den Straßen und Plätzen wird Musik gespielt, und der neue Jahrgang wird verkostet. Die Atmosphäre ist familiär — hier feiern Einheimische, nicht Touristen. Wer Ende September oder Anfang Oktober anreist, erlebt die Region in ihrer besten Phase: die Weinlese ist in vollem Gang, die Hügel leuchten in Gold und Rot, und der Duft von frisch gepresstem Traubenmost liegt in der Luft.
Terme Sveti Martin: Thermalwasser aus der Tiefe
Wer in Kroatien an Thermen denkt, denkt meist an Istrien oder Slavonien. Aber die Terme Sveti Martin im äußersten Norden von Međimurje, direkt an der slowenischen Grenze, wurde mehrfach zum besten Spa Kroatiens gewählt — und das zu Recht. Was 2004 als kleines Thermalbad begann, ist heute ein moderner Wellness-Komplex, der Familien, Paare und Wellnessreisende gleichermaßen anspricht.

Das Herzstück ist das Thermalwasser, das aus über 1.600 Metern Tiefe gefördert wird und mit einer konstanten Temperatur von 33 Grad Celsius an die Oberfläche kommt. Es ist reich an Mineralien — Kalzium, Magnesium, Hydrogenkarbonat — und gilt als besonders wohltuend bei Gelenkbeschwerden, Rheuma und Hautkrankheiten. Die Becken sind sowohl drinnen als auch draußen angelegt, sodass man auch im Winter unter freiem Himmel im warmen Wasser liegen kann, während der Dampf in die kalte Luft aufsteigt.
Für Familien gibt es den Aquapark mit Wasserrutschen, Wellenbecken und Kinderpools — groß genug, um einen ganzen Tag damit zu füllen. Die Saunalandschaft umfasst ein gutes Dutzend verschiedener Saunen und Dampfbäder: von der klassischen finnischen Sauna über Infrarotkabinen bis zur Eishöhle für die Mutigen. Der Wellnessbereich bietet Massagen, Kosmetikbehandlungen und Spezialprogramme, die man am besten vorab bucht, da sie in der Hochsaison schnell ausgebucht sind. Wer den Golfschläger mitbringt, findet direkt nebenan den einzigen 18-Loch-Golfplatz Nordkroatiens.
Der besondere Reiz liegt in der Lage: Die Therme grenzt direkt an die Mura, den Grenzfluss zu Slowenien. Von den Außenpools schaut man auf den Fluss, die Auwälder und die Hügel dahinter — eine Aussicht, die nichts mit dem typischen Thermenblick auf Betonwände zu tun hat. Wer mehrere Tage bleibt, bucht im angeschlossenen LifeClass Hotel (4 Sterne, faire Preise) und pendelt zwischen Pool, Sauna und Restaurant, ohne jemals das Gelände verlassen zu müssen.
Praktische Infos:
- Tageseintritt Therme: ab 20 EUR (Kinder ab 12 EUR)
- Aquapark Tageskarte: ab 25 EUR
- Öffnungszeiten: täglich 9—22 Uhr (saisonal verlängert)
- Hotel: ab 80 EUR/Nacht im Doppelzimmer inkl. Frühstück und Thermaleintritt
- Adresse: Ulica Kapelščak 8, Sveti Martin na Muri
Međimurska gibanica und andere Sünden: Die Küche
Die Küche von Međimurje ist ein Erbe der k.u.k.-Monarchie: deftig, süß, kalorienreich. Hier kocht man, wie vor hundert Jahren gekocht wurde — nur dass heute die Zutaten aus dem eigenen Garten kommen statt vom Markt. Die Gerichte tragen Namen, die weder kroatisch noch deutsch noch ungarisch klingen, sondern irgendwas dazwischen — genau wie die Region selbst.

Das unbestrittene Nationalgericht ist die Međimurska gibanica — und “Nationalgericht” ist nicht übertrieben, denn sie steht seit 2022 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes Kroatiens. Diese Schichttorte ist ein architektonisches Meisterwerk der Backkunst: Zwischen dünne Lagen von Blätterteig kommen abwechselnd Schichten aus Quark (turoš), gemahlenem Mohn, geriebenen Äpfeln und gehackten Walnüssen. Jede Schicht wird einzeln vorbereitet, dann wird alles aufgeschichtet und langsam gebacken, bis die Oberfläche goldbraun wird und der Duft das ganze Haus füllt. Das Ergebnis ist süß, reichhaltig und unwiderstehlich — warm serviert, mit einem Glas Pušipel daneben, ist es eines der besten Dinge, die du in Kroatien essen kannst. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept, und die Diskussionen darüber, wer die beste gibanica macht, sind endlos.
Neben der gibanica lohnt sich die Purica s mlincima — Truthahn mit mlinci, jenen dünnen, getrockneten Teigfladen, die in der Bratensauce aufgeweicht werden und eine Textur annehmen, die irgendwo zwischen Pasta und Pfannkuchen liegt. Das Gericht ist ein Festessen, traditionell zu Weihnachten und Ostern serviert, aber in guten Restaurants das ganze Jahr über zu haben. Der Truthahn wird langsam im Ofen gebraten, oft stundenlang, bis das Fleisch zart ist und die Haut knusprig. Die mlinci saugen den gesamten Bratensaft auf — ein einfaches Prinzip, aber in der Ausführung genial.
Štruklji mit Quarkfüllung (turoš štruklji) sind eine weitere Spezialität: Teigröllchen, gefüllt mit frischem Hüttenkäse und Sauerrahm, entweder gekocht oder gebacken. Die gekochte Variante ist leichter, die gebackene hat eine knusprige Kruste und mehr Charakter. Dazu kommen Gerichte wie Zlijevka (Buchweizenkuchen mit Quark), Gulaš mit Paprika, der hier etwas anders schmeckt als in Ungarn oder Wien, und hausgemachte Würste (kobasice), die im Herbst frisch hergestellt und über Buchenholz geräuchert werden.
Wo die Küche am besten schmeckt:
- Terasa Mala Hiža (Mačkovec) — traditionelle Küche in modernem Ambiente, Panoramablick auf die Weinberge, eine der besten Adressen der Region
- Restoran Fontana (Čakovec) — gehobener, aber immer noch authentisch, gute Weinkarte mit lokalen Tropfen
- Seosko Gospodarstvo Jelić (Goričan) — Agriturismo mit allem aus eigener Produktion, vom Brot bis zum Schnaps
Auf dem Rad durch die Mura-Auen und Weinberge
Die sanften Hügel und flachen Flusstäler von Međimurje sind wie geschaffen fürs Radfahren. Anders als an der kroatischen Küste, wo steile Berge und Hitze den Radler fordern, rollt man hier durch eine Landschaft, die an Mitteleuropa erinnert: Feldwege zwischen Maisfeldern, schmale Asphaltstraßen durch verschlafene Dörfer, Weinberge mit moderaten Steigungen und die weiten Auen der Mura und Drau. Autos begegnen einem kaum — die meisten Straßen außerhalb von Čakovec wirken wie Privatwege.
Die 52-km-Pušipel-Rundtour durch die Weinberge von Međimurje ist eine der schönsten Genusstouren Kroatiens. Ab Čakovec geht es durch die Hügellandschaft von Štrigova, vorbei an Weingütern, durch Dörfer mit barocken Kirchen, mit rund 700 Höhenmetern — anspruchsvoll genug für ein gutes Training, aber machbar für jeden halbwegs fitten Radfahrer. Die Route führt an mehreren Weingütern vorbei, perfekt für Stopps und Verkostungen (in Maßen, wenn du noch fahren willst). GPX-Datei gibt es zum Download, Offline-Navigation inklusive.
Wer es gemütlicher mag, nimmt den Mura-Radweg, der dem Grenzfluss zu Slowenien folgt. Hier ist das Terrain fast völlig flach, die Strecke führt durch Auwälder und Feuchtgebiete, vorbei an alten Mühlen und Fischerhütten. Von Sveti Martin na Muri flussabwärts bis zur Mündung in die Drau sind es rund 30 Kilometer, die man entspannt in zwei bis drei Stunden schafft — mit genug Zeit für Fotostopps und eine Rast am Flussufer. E-Bikes kann man in Sveti Martin und Čakovec ausleihen, Tourenräder ebenfalls. Der Mura-Radweg ist auch der kroatische Abschnitt des europäischen Fernradwegs EuroVelo 13 (Iron Curtain Trail), der entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Norwegen bis zur Türkei führt.
Die Mura-Drau-Biosphäre: Natur zwischen zwei Flüssen
Seit 2012 ist das Gebiet entlang der Flüsse Mura und Drau als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt — ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet, das sich von Österreich über Slowenien, Ungarn und Kroatien bis nach Serbien erstreckt. Es ist eines der letzten großen Flusssysteme Mitteleuropas, das noch weitgehend natürlich fließt, mit Altarmen, Kiesbänken, Auwäldern und Überschwemmungswiesen, die im Frühjahr unter Wasser stehen und im Sommer zu blühenden Wiesen werden.
Für Naturbeobachter ist diese Landschaft ein Paradies. In den Auwäldern und Feuchtgebieten der Mura brüten Graureiher, Kormorane und Weißstörche. Eisvögel blitzen über das Wasser, Seeadler kreisen über den Altarmen, und mit etwas Geduld lassen sich Biber beobachten, die in den letzten Jahren in die Region zurückgekehrt sind. Im Frühjahr und Herbst rasten tausende Zugvögel an den Flüssen — Gänse, Enten, Limikolen. Die besten Beobachtungspunkte liegen bei Domašinec und bei der Mündung der Mura in die Drau, wo die beiden Flüsse ein weitläufiges Delta bilden.
Wer die Flusslandschaft erleben will, ohne sich in die Wildnis zu schlagen, findet markierte Wanderwege und Lehrpfade entlang beider Flüsse. Die Gemeinde Sveti Martin hat einen Naturlehrpfad eingerichtet, der durch die Mura-Auen führt und auf Infotafeln die Ökologie der Auenlandschaft erklärt. Geführte Kanutouren auf der Mura sind eine weitere Möglichkeit — das ruhige Wasser macht den Fluss auch für Anfänger geeignet. Die Touren starten meist in Sveti Martin und dauern drei bis vier Stunden, mit Stopps an Kiesbänken und unter alten Weiden.
Die Dörfer: Zeitreise in eine andere Welt
Međimurje besteht aus Dörfern. Kleine Siedlungen, oft nur ein paar hundert Einwohner, mit Kirchen, die viel zu groß für die Gemeinde wirken, und Häusern, die Geschichten erzählen. Die Architektur ist typisch für die pannonische Tiefebene: lang gestreckte Höfe, Giebel zur Straße, Gärten dahinter.
Štrigova
Das Zentrum der Weinregion, malerisch in die Hügel geschmiegt. Die Kirche St. Hieronymus thront über dem Dorf, die Weinkeller verteilen sich über die umliegenden Hänge. Im Herbst, wenn die Trauben gelesen werden, ist das Dorf voller Aktivität.
Nedelišće
Ein unscheinbares Dorf — bis du die Kirche St. Maria betrittst. Die barocke Ausstattung ist überwältigend, die Fresken prächtig, der Altar golden. Eines der bestgehüteten Geheimnisse sakraler Kunst in Kroatien.
Sveti Juraj na Bregu
Noch ein Weinort, noch mehr Keller, noch mehr Ausblicke. Der Ort ist bekannt für das Kirchweihfest im April, bei dem das ganze Dorf feiert und jeder Keller offen steht.
Praktisches
Anreise
Von Zagreb sind es 90 Kilometer, etwa eine Stunde Fahrt. Die Autobahn A4 bringt dich bis Varaždin, von dort geht es weiter nach Čakovec. Von Wien sind es 300 Kilometer (3 Stunden), von Graz 150 Kilometer (1,5 Stunden) — die Grenzübergänge sind seit dem Schengen-Beitritt Kroatiens 2023 ohne Kontrollen.
| Von | Nach | Entfernung | Fahrzeit |
|---|---|---|---|
| Zagreb | Čakovec | 90 km | 1 h |
| Varaždin | Čakovec | 15 km | 15 min |
| Graz | Čakovec | 150 km | 1,5 h |
| Wien | Čakovec | 300 km | 3 h |
Ohne Auto ist Međimurje machbar, aber umständlich. Es gibt Busse von Zagreb und Varaždin, aber innerhalb der Region bist du auf Taxis oder Mietwagen angewiesen. Wer mit dem Rad anreist, kann ab Varaždin auf ruhigen Nebenstraßen nach Čakovec fahren — die 15 Kilometer durch flaches Land sind in einer halben Stunde geschafft.
Beste Reisezeit
Der Frühling (April-Mai) ist grün und blühend, perfekt zum Radfahren und Wandern. Im Sommer wird es heiß, aber die Thermalbäder bieten Abkühlung. Der Herbst (September-Oktober) ist die Weinlesezeit mit Festen in allen Dörfern — die schönste Zeit für Genießer. Im Winter ist es kalt und ruhig, ideal für Thermenbesuche und deftige Küche am Kamin.
Unterkunft
Hotels gibt es wenige — Međimurje ist Agriturismusland. Die Unterkünfte sind authentisch: Pensionen bei Winzerfamilien, Zimmer auf Bauernhöfen, Apartments in alten Häusern.
Empfehlungen:
- Terme Sveti Martin — 4-Sterne-Hotel, modern, direkt an der Therme
- Hotel & Restoran Fontana (Čakovec) — zentral, solide Mittelklasse
- Vinski Dvor Cmrečnjak (Štrigova) — Übernachtung beim Winzer, mitten in den Weinbergen
Preise: 50-80 EUR für Doppelzimmer mit Frühstück, an der Therme etwas mehr.
Das Wichtigste
Međimurje ist das Kroatien, das niemand erwartet: grün statt blau, Wein statt Meer, Gibanica statt Fisch. Die Region ist perfekt für einen Zwischenstopp auf dem Weg zur Küste oder als eigenständiges Ziel für ein langes Wochenende. Zwei Tage reichen für die Highlights: Čakovec, ein Weingut, die Therme. Vier bis fünf Tage, um die Region wirklich zu erkunden — mit dem Rad durch die Hügel, von Keller zu Keller, von Dorf zu Dorf.
Pack das Fahrrad ein (oder leih dir eines), bring Appetit mit, und lass dich überraschen. Međimurje ist einer der letzten Orte in Kroatien, wo du das echte Landleben erlebst — bevor die Influencer es entdecken.
Mehr vom kroatischen Inland: Zagreb Sehenswürdigkeiten | Slawonien Guide | Moslavina Guide