Restaurants in Zadar: Wo du wirklich gut isst (2026)
- Redaktionsteam
- Kulinarik , Dalmatien , Staedte
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Zadar hat ein Problem, das kein Problem ist: Die Stadt wird kulinarisch unterschätzt. Während Split und Dubrovnik in jedem Foodie-Blog auftauchen, fliegt Zadar unter dem Radar. Gut so. Denn wer hier isst, zahlt weniger, sitzt ruhiger und bekommt oft das bessere Essen.
Die Gastro-Szene der Stadt lebt von einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite stehen Restaurants wie Foša, die internationale Aufmerksamkeit bekommen haben. Auf der anderen Seite gibt es Konobas, in denen der Wirt morgens selbst auf dem Fischmarkt einkauft und abends kocht, was er gefunden hat. Dazwischen: Weinbars, die dalmatinische Tropfen ausschenken, die es in Deutschland nie zu kaufen gibt, ein Fischmarkt, der zu den besten an der Adria gehört, und eine Likörtradition, die älter ist als die meisten europäischen Staaten.
Hier ist, was du wissen musst – sortiert nicht nach Sternen oder Bewertungen, sondern danach, was sich wirklich lohnt.
Restaurant Foša: Fine Dining im Festungsgraben

Foša liegt dort, wo früher Kanonen standen. Das Restaurant befindet sich im ehemaligen Graben der Stadtfestung, direkt am Wasser, mit Blick auf den kleinen Hafen Foša – der eigentlich gar kein richtiger Hafen ist, sondern ein schmaler Kanal, der sich zwischen den Festungsmauern hindurchzwängt. Im Sommer sitzt du auf der Terrasse wenige Meter über der Wasseroberfläche, Fischerboote schaukeln im Hintergrund, und die Stadtmauer ragt hinter dir auf. Atmosphärischer geht es an der gesamten kroatischen Küste kaum.
Die Küche ist modern dalmatinisch. Fisch und Meeresfrüchte dominieren, aber nicht als rustikale Grillplatte, sondern als durchdachte Gerichte mit französischem Einfluss. Das Tagesmenü wechselt je nach Fang: Wenn der Fischer morgens Zahnbrasse bringt, steht abends Zahnbrasse auf der Karte. Thunfisch-Tartar mit Kapern und Zitrusgel, gegrillter Steinbutt auf Mangoldrisotto, Jakobsmuscheln mit schwarzem Trüffel aus Istrien – die Qualität der Zutaten macht den Unterschied, nicht die Komplexität der Zubereitung.
Rechne mit 45-70 Euro pro Person für ein Abendessen mit Wein. Das ist für kroatische Verhältnisse gehoben, für das Niveau aber angemessen. Reservieren ist zwischen Juni und September Pflicht, am besten zwei bis drei Tage im Voraus. Frag nach einem Tisch auf der Terrasse – der Innenraum ist in Ordnung, aber die Terrasse ist der Grund, warum man hierherkommt. Im Frühling und Herbst bekommst du oft spontan einen Platz, und die Abende ohne Touristenmassen sind ohnehin die schöneren.
Ein Tipp, den die meisten Guides nicht erwähnen: Foša hat mittags ein deutlich günstigeres Angebot. Dieselbe Küche, dieselbe Terrasse, aber Hauptgerichte ab 18-25 Euro statt der Abendpreise. Wer das Budget schonen will, ohne auf Qualität zu verzichten, kommt zum Lunch.
Pet Bunara: Wo Zadar sich selbst feiert
Der Name bedeutet “Fünf Brunnen” – benannt nach dem gleichnamigen Platz, einem der schönsten in der Altstadt. Pet Bunara versteht sich als gehobenes Restaurant mit dalmatinischen Wurzeln, und das Konzept geht auf. Die Karte liest sich wie eine Liebeserklärung an die Region: Pašker Käse als Vorspeise, Lamm von der Insel Pag, Fisch aus dem Velebit-Kanal, Wein von der Halbinsel Pelješac.
Was Pet Bunara von anderen gehobenen Restaurants unterscheidet, ist die Ernsthaftigkeit, mit der hier regionale Produkte behandelt werden. Der Pršut kommt nicht “aus Dalmatien”, sondern aus einem bestimmten Dorf. Das Olivenöl hat einen Namen und eine Geschichte. Das ist kein Marketing, sondern Überzeugung – der Küchenchef kennt seine Lieferanten persönlich.
Die Preise liegen zwischen Foša und den Konobas: 30-50 Euro pro Person für ein vollständiges Abendessen mit Wein. Die Weinkarte ist bemerkenswert gut sortiert, mit Schwerpunkt auf dalmatinischen Sorten wie Plavac Mali und Pošip, die in Deutschland kaum jemand kennt. Lass dich beraten – das Personal weiß, was zu welchem Gericht passt, und drängt nicht zum teuersten Tropfen.
Reservierung empfohlen, besonders an Wochenenden. Der Innenhof im Sommer ist wunderschön, aber die Plätze sind begrenzt.
Kaštel: Eleganz mit Geschichte
Kaštel sitzt in einem restaurierten Gebäude nahe dem Forum Romanum und verbindet Geschichte mit zeitgenössischer Küche. Das Interieur mischt alte Steinmauern mit modernem Design – keine Kitsch-Rustikalität, sondern geschmackvolle Reduktion. Im Sommer verlagert sich alles nach draußen auf die Steinterrasse, die abends in warmem Licht leuchtet.
Die Küche bewegt sich zwischen Innovation und Tradition. Hier findest du Oktopus-Carpaccio neben klassischem Buzara, Thunfisch in Sesamkruste neben einfach gegrillter Dorade. Das Degustationsmenü (ab 55 Euro pro Person) ist der beste Weg, die Bandbreite kennenzulernen – fünf Gänge, jeder mit passendem Wein. Einzelne Hauptgerichte liegen bei 20-35 Euro.
Kaštel funktioniert sowohl für besondere Anlässe als auch für ein gehobenes Abendessen ohne Steifheit. Die Bedienung ist aufmerksam ohne aufdringlich zu sein, und die Weinberatung gehört zu den besten in der Stadt. Wer sich für dalmatinische Weine interessiert, kann hier an einem Abend mehr lernen als bei drei Weinproben.
Konoba Stomorica: Wie Großmutter kochen würde (wenn sie gut kochen könnte)

Jetzt wird es ernst. Stomorica ist das, wofür man nach Dalmatien reist: eine Konoba, in der das Essen wichtiger ist als das Dekor. Die Einrichtung ist schlicht – Holztische, Steinwände, ein paar alte Fotos. Aber was aus der Küche kommt, hat Substanz.
Die Spezialität ist Peka, und hier wird sie richtig gemacht. Keine Touristenversion mit lauwarmer Kartoffel und trockenem Fleisch, sondern Lamm oder Oktopus, stundenlang unter der Glocke gegart, bis das Fleisch auseinanderfällt und die Kartoffeln eine goldbraune Kruste haben. Bestellen musst du die Peka mindestens drei Stunden im Voraus, besser am Vortag. Das ist kein Zeichen von Unflexibilität, sondern von Ehrlichkeit – gute Peka braucht Zeit, und wer das nicht akzeptiert, bekommt stattdessen eben gegrillten Fisch, der auch hervorragend ist.
Die Preise sind fair: Hauptgerichte zwischen 12 und 22 Euro, eine Flasche lokaler Hauswein für 12-15 Euro. Peka für zwei Personen kostet um die 35-40 Euro – geteilt wird bei Peka sowieso immer. Das Brot ist hausgemacht, die Vorspeisen (Pršut, Käse, Sardinen in Olivenöl) sind so gut, dass man aufpassen muss, sich nicht schon davor sattzuessen.
Stomorica liegt etwas versteckt in einer Seitengasse der Altstadt, fernab der Haupttouristenströme. Das Publikum ist gemischt: Einheimische, die hier seit Jahren essen, und Touristen, die es über Mundpropaganda gefunden haben. Reservierung empfohlen, vor allem für die Terrasse im hinteren Hof.
Konoba Skoblar: Fisch ohne Firlefanz
Skoblar ist das Gegenmodell zu allem, was in Touristenlokalen schiefläuft. Keine laminierte Speisekarte mit Fotos, kein Anschlepper vor der Tür, keine Pizza neben dem Fisch. Hier gibt es Fisch und Meeresfrüchte, zubereitet auf die Art, wie es an der dalmatinischen Küste seit Generationen gemacht wird: gegrillt, mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie. Fertig.
Die Karte ist kurz, und das ist Absicht. Was frisch ist, wird serviert. Was nicht frisch ist, gibt es nicht. Wenn du Glück hast, steht Scampi-Buzara drauf – Scampi in einer Sauce aus Weißwein, Tomaten und Knoblauch, mit viel Brot zum Auftunken. Die Fischplatte für zwei ist generös und ein guter Einstieg, wenn du nicht weißt, was du nehmen sollst. Die Muscheln sind fast immer ausgezeichnet.
Preislich bewegt sich Skoblar im typischen Konoba-Bereich: 15-25 Euro für Hauptgerichte, Fisch wird nach Gewicht abgerechnet (typisch kroatisch, gewöhn dich dran – frag vorher nach dem Kilopreis). Eine komplette Mahlzeit mit Wein und Vorspeise landet bei 25-35 Euro pro Person.
Die Lage ist leicht abseits der üblichen Touristenpfade, was ein Vorteil ist. Wer den Weg hierher findet, hat die Touri-Fallen schon hinter sich gelassen.
Bruschetta: Der Name täuscht
Trotz des italienischen Namens ist Bruschetta ein durch und durch dalmatinisches Lokal. Die Küche deckt eine breite Palette ab – von Pasta über Risotto bis zu gegrilltem Fisch und Fleisch – und macht alles auf einem Niveau, das überrascht, wenn man den unscheinbaren Eingang sieht. Die Bruschetta-Variationen als Vorspeise sind tatsächlich einen Versuch wert, aber der eigentliche Star ist das schwarze Risotto, das hier mit einer Intensität kommt, die man selten findet.
Das Restaurant ist bei Einheimischen beliebt, was immer ein gutes Zeichen ist. Mittags kommen Büroangestellte für das Tagesmenü (8-12 Euro für Suppe, Hauptgang und Beilage), abends wird es gemütlicher. Die Terrasse in der Gasse ist im Sommer der bessere Platz, drinnen kann es eng werden.
Preise für Hauptgerichte am Abend: 12-20 Euro. Reservierung ist nur an Sommerabenden nötig, sonst reicht Vorbeikommen.
2Ribara: Zwei Fischer und eine Idee

Der Name ist Programm: “2 Fischer”. Das Konzept ist simpel und funktioniert. 2Ribara kauft direkt von Fischern, die morgens im Zadarer Kanal fischen, und serviert den Fang wenige Stunden später. Die Karte wechselt täglich, manchmal gibt es mittags andere Gerichte als abends, je nachdem was das Meer hergegeben hat.
Das Lokal selbst ist klein und modern, ohne den rustikalen Konoba-Charme, aber auch ohne die Sterilität mancher Neueröffnungen. Die Atmosphäre ist entspannt, das Personal jung und enthusiastisch. Hier bestellt man keine bestimmte Fischart, sondern fragt: “Was ist heute gut?” – und bekommt eine ehrliche Antwort.
Spezialitäten sind rohes und mariniertes Fischgerichte: Ceviche-Variationen mit Zitrusfrüchten, Tartar mit Kapern und Olivenöl, Carpaccio vom Wolfsbarsch. Wer lieber Warmes will, bekommt gegrillten Fisch in Perfektion – ohne Schnörkel, dafür mit einer Qualität, die den Preis rechtfertigt. Und der liegt bei 18-30 Euro für Hauptgerichte, frischer Tagesfisch nach Gewicht ab 50 Euro pro Kilo.
Reservierung ist ratsam, besonders abends und am Wochenende. Das Lokal hat nicht viele Tische, und es hat sich herumgesprochen.
Kornat: Institution am Hafen
Kornat gibt es seit Jahrzehnten, und man merkt es – im besten Sinne. Das Restaurant am Hafen hat die Phase überstanden, in der jedes zweite Lokal in Zadar zur “modernen Brasserie” werden wollte, und ist einfach geblieben, was es ist: ein solides Fischrestaurant mit zuverlässiger Qualität.
Die Stärke von Kornat liegt in der Konstanz. Der gegrillte Fisch schmeckt im März genauso gut wie im August. Die Muschelsuppe ist jedes Mal cremig und intensiv. Der Brodet (dalmatinischer Fischeintopf) gehört zu den besten in der Stadt. Nichts ist aufregend neu, aber alles ist gut gemacht.
Die Lage am Hafen bedeutet: Du sitzt mit Blick aufs Wasser und die gegenüberliegenden Festungsmauern. Touristisch? Ja, die Lage zieht Besucher an. Aber die Qualität ist kein Zufall – Kornat hat einen Ruf zu verlieren und weiß das. Preise: 15-28 Euro für Hauptgerichte, gehobene Meeresfrüchteplatten ab 40 Euro für zwei Personen. Reservierung in der Hochsaison sinnvoll, im Frühling und Herbst meist nicht nötig.
Der Fischmarkt: Zadars kulinarisches Herz
Vergiss für einen Moment die Restaurants und geh morgens auf den Fischmarkt. Er liegt am Rand der Altstadt, nahe dem Volksplatz, in einer offenen Halle mit steinernem Boden und dem Geruch von Salz und Meer. Ab sechs Uhr morgens breiten die Fischer ihren Fang aus: Dorade, Wolfsbarsch, Sardinen, Scampi, Tintenfisch, manchmal Thunfisch, im Frühling Steinbutt.
Das Besondere am Zadarer Fischmarkt ist seine Größe im Verhältnis zur Stadt. Zadar hat 75.000 Einwohner, aber einen Fischmarkt, der eine Großstadt versorgen könnte. Der Grund: Die Gewässer vor Zadar, der Velebit-Kanal und die Kornaten, gehören zu den fischreichsten der Adria. Die Nähe zu den Inseln Ugljan und Pašman, wo viele Fischer leben, sorgt dafür, dass der Fang schnell an Land kommt.
Selbst wenn du nicht kochst, lohnt sich der Besuch. Neben der Fischhalle verkaufen Händler eingelegte Sardinen, getrockneten Oktopus, Olivenöl von den Inseln und Käse von Pag. Ein Glas Maraschino-Likör gibt es manchmal auch, obwohl das offiziell nicht zur Frühstückszeit gehört.
Praktisch: Dienstag bis Samstag, 6:00-13:00 Uhr. Sonntag und Montag ist wenig los. Wer frischen Fisch kaufen und im Apartment zubereiten will, sollte vor 9:00 Uhr da sein – die besten Stücke gehen zuerst.
Pazar: Der grüne Markt

Direkt neben dem Fischmarkt liegt der Pazar, Zadars Obst- und Gemüsemarkt. Hier kaufen die Restaurants ein, die etwas auf sich halten. Tomaten aus dem Hinterland von Ravni Kotari, die so schmecken, wie Tomaten schmecken sollten. Feigen im Spätsommer, so reif, dass sie auf dem Heimweg aufplatzen. Kirschen im Juni. Wassermelonen im Juli, die man am Klang erkennt, wenn der Händler draufklopft.
Der Pazar ist kein Instagram-Markt mit arrangierten Auslagen, sondern ein Arbeitsmarkt, auf dem Bäuerinnen aus den umliegenden Dörfern ihre Ernte verkaufen. Das Gemüse sieht nicht perfekt aus, aber es schmeckt besser als alles, was du im Supermarkt findest. Kräuter – Rosmarin, Salbei, Thymian – kosten fast nichts und duften so intensiv, dass du sie auch als Mitbringsel einpacken kannst.
Zwischen den Ständen findest du manchmal eine Bäuerin, die hausgemachten Likör oder Grappa verkauft. Nicht immer legal, immer gut. Und wenn du freundlich fragst, bekommst du eine Kostprobe.
Wer eine Ferienwohnung hat und selbst kochen will, kommt hier täglich vorbei. Die Kombination aus Fischmarkt und Pazar macht Zadar zu einer der besten Städte an der Küste für Selbstversorger. Ein komplettes Abendessen für vier – frischer Fisch, Gemüse, Brot, Wein – kostet am Markt weniger als ein einziger Hauptgang im Restaurant.
Sunset Drinks: Bars am Meer
Das Greeting to the Sun, Nikola Bašićs zweites Kunstwerk neben der Meeresorgel, ist gleichzeitig ein inoffizieller Treffpunkt für den Sundowner. Die in den Boden eingelassenen Solarzellen leuchten nach Sonnenuntergang in wechselnden Farben, und drumherum hat sich eine kleine Bar-Szene entwickelt. Kein festes Lokal, sondern mobile Bars und Stände, die Cocktails und lokalen Wein ausschenken.
Wer es lieber mit festem Dach will: Die Bars entlang der Riva, der Hafenpromenade, bieten Sonnenuntergangsblick mit Kaffee, Aperol Spritz oder lokalen Cocktails. Die Preise sind hier touristisch (Cocktails 8-12 Euro), aber für das Panorama zahlt man eben mit.
Besser und authentischer trinkst du in den Weinbars der Altstadt. Die dalmatinische Weinszene hat sich in den letzten zehn Jahren massiv entwickelt, und Zadar hat das mitbekommen. Kleine Bars mit handgeschriebenen Karten bieten Weine von den Inseln und aus dem Hinterland: Pošip von Korčula, Debit aus Ravni Kotari, Plavac Mali von Pelješac. Ein Glas kostet 3-5 Euro, eine Flasche lokalen Wein 15-25 Euro – deutlich weniger als in Split oder Dubrovnik.
Wer nach Weinen sucht, die es nur hier gibt, sollte nach Debit fragen. Diese autochthone Rebsorte wächst fast ausschließlich im Zadar-Hinterland und ergibt frische, leichte Weißweine, die perfekt zu Fisch passen. Die meisten Touristen kennen Pošip und Malvazija, aber Debit ist das bestgehütete Geheimnis der Region.
Maraschino: Zadars flüssiges Erbe
Keine Geschichte über Essen und Trinken in Zadar ist vollständig ohne Maraschino. Der Likör aus Marasca-Kirschen wird hier seit dem 16. Jahrhundert hergestellt und war einst so begehrt, dass europäische Königshäuser ihn bestellten. Napoleon trank ihn, die Habsburger tranken ihn, und Alfred Hitchcock soll sich während seines Zadar-Besuchs eine Flasche mitgenommen haben.
Die Marasca-Kirsche wächst vor allem in der Region um Zadar und auf den vorgelagerten Inseln. Sie ist kleiner und saurer als normale Kirschen, mit einem intensiven, leicht bitteren Aroma, das sich perfekt für Likör eignet. Die Destillerie Maraska, 1779 gegründet, ist der bekannteste Produzent und bietet Führungen an (Di-Sa, 10:00-16:00, Eintritt 8 Euro inklusive Verkostung). Aber es gibt auch kleinere Hersteller auf den Inseln, deren Produkte du auf dem Markt oder in spezialisierten Geschäften findest.
Maraschino trinkt man pur, leicht gekühlt, als Digestif nach dem Essen. Oder als Zutat in Cocktails – die besseren Bars in Zadar mixen ihn in Sours und Spritzes. Als Mitbringsel schlägt eine Flasche Maraschino jedes Olivenöl und jeden Lavendelbeutel.
In den Konditoreien der Altstadt findest du außerdem Maraschino-Pralinen, Maraschino-Kuchen und sogar Maraschino-Marmelade. Die Kirsche ist hier nicht nur Zutat, sondern Identität.
Wo Einheimische essen (und wo nicht)

Die wichtigste Regel in Zadar – und eigentlich überall an der kroatischen Küste – lautet: Meide die Restaurants direkt an der Hauptpromenade mit Fotos auf der Speisekarte und einem Kellner, der dich von der Straße hereinwinkt. Das sind keine Restaurants, sondern Touristenfallen, die von der Lage leben und nicht vom Essen.
Einheimische essen in den Seitengassen. Je weiter du dich vom Volksplatz und der Kalelarga (der Hauptstraße der Altstadt) entfernst, desto besser werden die Chancen auf ein ehrliches Essen. Gute Zeichen: handgeschriebene Tageskarte, keine Fotos auf der Speisekarte, Einheimische am Nachbartisch, der Wirt spricht hauptsächlich Kroatisch.
Besonders aufpassen solltest du bei Fischgerichten. In Touristenlokalen wird Fisch manchmal aufgetaut statt frisch serviert – bei ähnlichen Preisen. Frag ruhig, ob der Fisch frisch ist (“Je li riba svježa?”). In guten Restaurants ist das eine Selbstverständlichkeit, in schlechten eine entlarvende Frage.
Ein weiterer Tipp: Mittags essen wie die Kroaten. Viele Restaurants bieten ein “Marenda” an – eine Art Tagesmenü zwischen 11:00 und 14:00 Uhr, mit Suppe, Hauptgang und Getränk für 8-12 Euro. Das ist kein Sparmenü, sondern eine kroatische Tradition. Arbeiter, Handwerker und Geschäftsleute essen hier. Die Portionen sind groß, die Qualität ehrlich. Manche der besten Mahlzeiten in Zadar bekommt man nicht abends beim Candlelight-Dinner, sondern mittags zwischen Bauarbeitern.
Praktische Tipps für Zadar-Foodies
Reservierung: In der Hochsaison (Juli-August) unbedingt reservieren, vor allem für Foša, Pet Bunara und 2Ribara. Per Telefon funktioniert besser als per E-Mail – die meisten Restaurants antworten nicht auf E-Mails. Ein paar Brocken Kroatisch helfen, aber Englisch wird überall verstanden.
Bezahlung: Kroatien nutzt seit 2023 den Euro. Kartenzahlung funktioniert fast überall, aber kleinere Konobas und Marktstände nehmen nur Bargeld. Hab immer etwas Bargeld dabei.
Trinkgeld: 10-15% sind üblich und angemessen, aber kein Muss. In Konobas, wo der Wirt selbst kocht und bedient, wird Trinkgeld besonders geschätzt. Runde einfach großzügig auf.
Beste Jahreszeit zum Essen: Mai, Juni und September. Im Hochsommer ist es voll und heiß, im Winter haben manche Lokale geschlossen. Der Frühling bringt Spargel, frische Artischocken und die ersten Erdbeeren. Der Herbst bringt Feigen, Granatäpfel und den neuen Wein.
Allergien und Unverträglichkeiten: “Imam alergiju na…” (Ich bin allergisch gegen…) ist ein nützlicher Satz. Die meisten Restaurants sind mittlerweile sensibilisiert, aber in traditionellen Konobas wird großzügig mit Knoblauch, Olivenöl und Mehl gearbeitet. Glutenfrei oder vegan ist in Zadar möglich, aber nicht einfach – frag immer nach.
Zadar kulinarisch entdecken: Touren und Erlebnisse
Wer die Stadt systematisch durchessen will, hat mehrere Möglichkeiten. Geführte Food-Touren starten auf dem Volksplatz und führen durch die Altstadt, mit Stopps an Konobas, Märkten und Weinbars. Typische Dauer: drei bis vier Stunden, Kosten 50-70 Euro pro Person inklusive aller Verkostungen. Das lohnt sich vor allem am Anfang des Urlaubs, um die Stadt kulinarisch zu orientieren.
Alternativ kannst du deine eigene Tour zusammenstellen: Morgens auf den Fischmarkt, mittags Marenda in einer Konoba, nachmittags Maraschino-Verkostung bei Maraska, abends Fine Dining bei Foša oder Pet Bunara. Ein kulinarischer Tag in Zadar kostet je nach Anspruch zwischen 40 und 120 Euro – und ist jeden Cent wert.
Wer über Zadar hinaus will: Das Hinterland von Ravni Kotari, nur 20-30 Minuten mit dem Auto entfernt, ist eine eigene kulinarische Welt. Olivenöl-Produzenten, Weinberge, Bauernhöfe mit Lamm am Spieß. Mehrere Anbieter organisieren Halbtagestouren (ab 60 Euro) mit Verkostungen und Besuchen bei lokalen Produzenten. Wer mit dem Rad unterwegs sein will, findet bei ridescouts eine 70-Kilometer-Tour durch die Ravni Kotari, die an Weingütern und Olivenhainen vorbeiführt – Verkostungen inklusive, wenn man zur richtigen Zeit anhält.
Was Zadar von anderen Küstenstädten unterscheidet
Zadar hat etwas, das Split und Dubrovnik verloren haben: Normalität. Die Altstadt ist kein Freilichtmuseum, sondern ein Viertel, in dem Menschen leben, Kinder zur Schule gehen und Wäsche über der Gasse hängt. Das prägt auch die Gastro-Szene. Restaurants hier kochen nicht primär für Touristen, sondern für Stammgäste, die jede Woche wiederkommen. Wenn das Essen schlecht wäre, wüssten es alle am nächsten Tag.
Diese Authentizität hat einen Preis: weniger Auswahl bei internationaler Küche. Wer Sushi oder thailändisch essen will, ist in Zadar falsch. Aber wer dalmatinische Küche in ihrer ehrlichsten Form sucht – fangfrischen Fisch, langsam gegarte Peka, Wein von der Insel nebenan – findet in Zadar eines der besten Gesamtpakete an der kroatischen Küste.
Dazu kommt der Preisvorteil. Im Vergleich zu Dubrovnik zahlst du in Zadar etwa 30-40% weniger für vergleichbare Qualität. Im Vergleich zu Split sind es immer noch 15-20% weniger. Die Zeiten, in denen Zadar ein Schnäppchen war, sind zwar vorbei, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nach wie vor.
Mehr zur dalmatinischen Küche und ihren regionalen Unterschieden findest du in unserem Guide zur kroatischen Küche. Wer gezielt nach Fischrestaurants an der gesamten Küste sucht, wird in unserer Übersicht der besten Fischrestaurants fündig. Und wer in Zadar nicht nur essen, sondern auch sehen und erleben will: unser Zadar Sehenswürdigkeiten-Guide hat alles, was du brauchst. Für Ausflüge in die Umgebung – Kornaten, Nin, Plitvice – schau in unsere Tagesausflüge ab Zadar.