Fähre ab Dubrovnik: Mljet, Korčula und Elafiti-Inseln (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Dubrovnik hat kein Hinterland, in das man sich zurückziehen kann. Hinter der Stadt steigen die Berge steil an, die Grenze zu Bosnien-Herzegowina liegt keine 15 Minuten entfernt. Was Dubrovnik stattdessen hat: ein Archipel vor der Haustür. Mljet mit seinen Salzseen und Pinienwäldern, Korčula mit der mittelalterlichen Altstadt, die Elafiti-Inseln mit ihren stillen Buchten. Drei völlig verschiedene Welten, alle per Boot erreichbar. Und genau hier wird es für viele Urlauber unübersichtlich: Jadrolinija, Kapetan Luka, G&V Line, Katamarane, Autofähren, verschiedene Häfen auf den Inseln – wer soll da durchblicken? Dieser Guide bringt Ordnung ins Chaos. Für jede Verbindung erklären wir, was fährt, was es kostet und ob sich die Fahrt als Tagesausflug lohnt oder ob du besser übernachtest.

Der Hafen Gruž: Dein Startpunkt für alles
Bevor es um die einzelnen Verbindungen geht, musst du wissen, wo du überhaupt an Bord gehst. Alle Fähren und Katamarane ab Dubrovnik legen im Hafen Gruž ab – nicht in der Altstadt. Gruž liegt etwa 3 Kilometer nordwestlich der Altstadt in einer geschützten Bucht. Hier findest du das Fährterminal, die Ticketschalter von Jadrolinija und den Busbahnhof direkt nebeneinander. Es ist auch der Hafen, in dem die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen, was morgens zwischen 8 und 10 Uhr für ziemliches Gewusel sorgt.
Vom Pile-Tor (Haupteingang zur Altstadt) erreichst du Gruž mit dem Stadtbus Linie 1A oder 1B in etwa 10 Minuten. Die Busse fahren alle 10-15 Minuten, ein Einzelticket kostet ca. 2 Euro am Automaten oder beim Fahrer. Wer aus Lapad oder Babin Kuk kommt, ist sogar näher dran – manche Hotels liegen fußläufig zum Hafen.
Parken in Gruž ist machbar, aber im Sommer nervenaufreibend. Direkt am Fährterminal gibt es einen bewachten Parkplatz mit ca. 8-12 Euro Tagesgebühr. Im August ist der ab dem frühen Morgen voll. Weiter oben Richtung Lapad findest du entlang der Straße kostenpflichtige Stellplätze, und private Anbieter in der Nähe verlangen ähnliche Preise. Wer nur einen Tagesausflug macht und kein Auto auf die Insel mitnimmt, ist mit dem Bus definitiv besser beraten.
Am Terminal selbst gibt es einen kleinen Wartebereich, eine Bäckerei, Toiletten und einen Kiosk. Die Ticketschalter von Jadrolinija öffnen in der Regel eine Stunde vor der ersten Abfahrt. Im Hochsommer bilden sich dort Schlangen – wer online gebucht hat, geht an allen vorbei.
Dubrovnik nach Mljet: Der Weg zum Nationalpark
Mljet ist die Insel, die Dubrovnik-Besucher am häufigsten unterschätzen. Viele machen einen schnellen Tagesausflug zum Nationalpark, laufen einmal um den Großen See, machen ein Foto vom Benediktinerkloster und sitzen um 16 Uhr wieder im Katamaran. Das funktioniert – aber Mljet verdient mehr als das. Die Westseite der Insel ist einer der stillsten Orte an der gesamten kroatischen Adria. Trotzdem: Auch für einen Tagesausflug lohnt sich die Fahrt, und die Verbindungen sind besser als ihr Ruf.
Jadrolinija Katamaran Nona Ana
Die wichtigste Verbindung ist der Jadrolinija-Katamaran Nona Ana, der von Dubrovnik über Šipan (Elafiti) nach Sobra und Polače auf Mljet fährt. Je nach Saison gibt es eine oder zwei Abfahrten pro Tag. Im Sommer typischerweise morgens gegen 9 Uhr, mit einer zweiten Verbindung am Nachmittag. Die Fahrt nach Sobra dauert etwa 1,5 Stunden, nach Polače knapp 2 Stunden.
Preise 2026 (Richtwerte, einfache Fahrt):
| Ticket | Preis (ca.) |
|---|---|
| Erwachsener | 15–20 € |
| Kind (3–12 J.) | 8–10 € |
| Kind unter 3 | kostenlos |
| Fahrrad | 5–8 € Aufpreis |
| Gepäck | im Preis enthalten |
Aktuelle Fahrpläne und Preise stehen auf jadrolinija.hr – die Seite hat eine englische Version, Preise sind in Euro ausgewiesen. Online-Buchung ist möglich und im Juli/August dringend empfohlen. Der Katamaran hat begrenzte Kapazität, und Mljet ist als Tagesausflugs-Ziel extrem beliebt. An Spitzentagen – typischerweise Dienstag bis Donnerstag, wenn die Kreuzfahrtschiffe in Dubrovnik liegen – sind die Morgenverbindungen eine Woche vorher schon ausverkauft.

G&V Line als Alternative
G&V Line (gfromo.hr) betreibt ebenfalls Katamarane nach Mljet, die Linie heißt oft „Krilo Star” oder ähnlich. Die Route führt meist von Dubrovnik nach Polače, manchmal mit Zwischenstopp auf Korčula oder den Elafiti-Inseln. Die Fahrzeit liegt bei 1,5–2 Stunden, die Preise sind vergleichbar mit Jadrolinija, manchmal ein paar Euro günstiger. G&V Line hat den Vorteil, dass die Katamarane häufig etwas weniger überfüllt sind als die Jadrolinija-Verbindungen – einfach weil weniger Touristen den Anbieter kennen. Die Schiffe sind modern und klimatisiert, auf dem Oberdeck gibt es Außenplätze mit Meerblick.
Fahrpläne erscheinen meistens im März oder April für die Sommersaison. Ein Blick auf die Website lohnt sich ab Frühjahr, da sich Zeiten und Routen jährlich leicht verändern.
Sobra oder Polače – wo aussteigen?
Das ist die entscheidende Frage, und die Antwort hängt davon ab, was du auf Mljet vorhast.
Polače liegt an der Nordwestspitze der Insel, direkt am Eingang zum Nationalpark. Von der Anlegestelle sind es 5 Minuten zu Fuß zum Ticketschalter des Parks und zum Shuttle, der dich zum Großen und Kleinen See bringt. Wer einen Tagesausflug zum Nationalpark plant, steigt in Polače aus – alles andere wäre ein Umweg. Das Dorf selbst ist winzig: ein paar Restaurants, eine Unterkunft, antike römische Ruinen am Hafen. Die Atmosphäre ist verschlafen und wunderschön.
Sobra ist der Haupthafen der Insel und liegt an der Ostseite, deutlich weiter vom Nationalpark entfernt (ca. 30 Minuten Fahrt oder Busfahrt). Sobra macht Sinn, wenn du auf der Ostseite der Insel übernachtest, ein Fahrrad mithast und die Insel auf eigene Faust erkunden willst, oder wenn dein Katamaran schlicht nur Sobra anfährt. Von Sobra aus fährt ein lokaler Bus zum Nationalpark – der Fahrplan ist auf die Katamaran-Ankünfte abgestimmt, aber in der Praxis wartest du manchmal 20-30 Minuten.
Kurzfassung: Tagesausflug zum Nationalpark = Polače. Übernachtung auf der Ostseite oder Insel-Erkundung = Sobra.
Das Problem mit dem Auto
Eine direkte Autofähre von Dubrovnik nach Mljet existiert nicht. Das überrascht viele Reisende, ist aber logisch: Mljet ist eine kleine Insel mit kaum Infrastruktur für Massenverkehr. Wer trotzdem ein Auto auf die Insel bringen will, hat zwei Umwege:
Option 1: Fahre von Dubrovnik nach Norden auf der Küstenstraße (oder Autobahn) nach Ploče und nimm dort die Jadrolinija-Autofähre nach Trpanj auf der Halbinsel Pelješac. Von Trpanj fährst du über Pelješac nach Orebić und setzt mit der kurzen Autofähre nach Dominče auf Korčula über. Von Korčula gibt es wiederum eine Fähre nach Mljet. Das klingt absurd – und ist es auch, wenn Mljet dein einziges Ziel ist. Als Teil einer Inselhüpf-Tour über Pelješac und Korčula ergibt es dagegen durchaus Sinn.
Option 2: Fahre nach Prapratno auf Pelješac (ca. 2 Stunden von Dubrovnik) und nimm die Autofähre nach Sobra auf Mljet. Diese Linie fährt allerdings nicht täglich und hat nur wenige Abfahrten. Prüfe den aktuellen Fahrplan auf jadrolinija.hr.
Unsere ehrliche Empfehlung: Verzichte aufs Auto. Mljet ist 37 Kilometer lang und hat eine einzige Hauptstraße. Im Nationalpark sind Autos ohnehin nicht erlaubt. Für die Ostseite der Insel reicht ein Fahrrad oder der lokale Minibus. Wer unbedingt mobil sein will, leiht sich vor Ort einen Roller – die Vermieter warten praktischerweise direkt an den Fährhäfen.
Dubrovnik nach Korčula: Mittelalter auf dem Wasser
Korčula ist das genaue Gegenteil von Mljet – hier geht es um Architektur, Geschichte und abendliches Flanieren durch Gassen, die so eng sind, dass du die Hauswände auf beiden Seiten berühren kannst. Die Altstadt von Korčula thront auf einer Halbinsel, von Wasser umgeben, und erinnert an ein Dubrovnik im Miniaturformat, nur ohne die Kreuzfahrtschiff-Massen. Die Fährverbindungen sind gut, und ein Tagesausflug ist machbar – aber eng.
Jadrolinija Katamaran nach Korčula Stadt
Der schnellste Weg: Der Jadrolinija-Katamaran fährt von Dubrovnik nach Korčula Stadt mit Zwischenstopps auf Mljet (Polače/Sobra) und manchmal Hvar. Die reine Fahrtzeit nach Korčula beträgt etwa 2 bis 2,5 Stunden, abhängig von der Route und den Zwischenstopps. Im Sommer gibt es eine morgendliche Verbindung gegen 8-9 Uhr und eine Rückfahrt am späten Nachmittag gegen 16-17 Uhr.
Preise 2026 (Richtwerte):
| Ticket | Preis (ca.) |
|---|---|
| Erwachsener (einfach) | 18–25 € |
| Kind (3–12 J.) | 10–13 € |
| Fahrrad | 5–8 € Aufpreis |
Das Timing für einen Tagesausflug funktioniert, ist aber knapp: Du kommst gegen 11 Uhr an und musst um 16 Uhr wieder am Hafen stehen. Fünf Stunden für Korčula Stadt reichen, um die Altstadt zu erkunden, die Kathedrale zu besichtigen, im Marco Polo Museum vorbeizuschauen (ob er wirklich hier geboren wurde, streiten Historiker bis heute) und an der Uferpromenade zu Mittag zu essen. Für die Strände der Insel oder die Weinberge im Inland bleibt bei einem Tagesausflug keine Zeit.
Kapetan Luka als Alternative
Kapetan Luka (kapfromo.hr) betreibt unter dem Namen „Krilo” ebenfalls Katamaranverbindungen, die Dubrovnik mit Korčula verbinden. Die Route führt oft über Mljet und weiter nach Hvar und Split – eine durchgehende Küstenlinie von Süd nach Nord. Für die Strecke Dubrovnik–Korčula sind die Preise ähnlich wie bei Jadrolinija, manchmal sogar identisch. Der Vorteil: Kapetan Luka bietet manchmal andere Abfahrtszeiten, sodass du die Verbindungen kombinieren kannst – morgens mit dem einen Anbieter hin, nachmittags mit dem anderen zurück.
Die Online-Buchung ist unkompliziert und läuft über die Website. In der Hochsaison lohnt sich die Reservierung mindestens 3-5 Tage vorher, besonders für die Rückfahrt am Nachmittag, die oft voller ist als die Hinfahrt.

Die Autofähre über Orebić – der klügere Weg mit Fahrzeug
Wer ein Auto hat und nach Korčula will, sollte nicht den Katamaran nehmen (der nimmt ohnehin keine Autos mit), sondern die Autofähre Orebić–Dominče. Dominče ist der kleine Fährhafen von Korčula Stadt, nur 3 Kilometer vom Zentrum entfernt.
So geht’s: Von Dubrovnik fährst du die Küstenstraße Richtung Norden, bei Ston zweigst du auf die Halbinsel Pelješac ab und folgst der Straße bis nach Orebić an der Westspitze. Die gesamte Fahrt dauert etwa 2 bis 2,5 Stunden, je nach Verkehr und Pausen – die Strecke über Pelješac ist landschaftlich spektakulär, mit Weinbergen, Zypressen und Ausblicken auf Korčula, die immer näher rückt.
Die Fähre Orebić–Dominče fährt das ganze Jahr über, im Sommer alle 30-60 Minuten. Die Überfahrt dauert lächerliche 15 Minuten. Tickets kaufst du am Schalter in Orebić oder online bei jadrolinija.hr. Ein PKW mit Fahrer kostet ca. 25-35 Euro, Fußgänger zahlen 3-4 Euro.
Vorteil dieser Route: Du bist flexibel, unabhängig von festen Katamaranzeiten und kannst auf dem Hin- oder Rückweg Ston besuchen – die Austern dort gehören zu den besten in Europa, und die mittelalterliche Stadtmauer (die zweitlängste Europas nach der Chinesischen… nein, wir zählen die nicht mit) lohnt einen Stopp.
Wer die Fahrt über Pelješac mit dem Rad machen will, findet bei ridescouts eine 33-Kilometer-Tour von Ston durch das Salzgewinnungsgebiet mit GPS-Track – eine der schönsten kurzen Radtouren in ganz Süddalmatien.
Die Elafiti-Inseln: Dubrovniks grüne Oase nebenan
Die Elafiti sind das Geheimnis, das in Dubrovnik eigentlich keines mehr ist. Drei bewohnte Inseln – Koločep, Lopud und Šipan – liegen wie auf einer Schnur aufgereiht nordwestlich der Stadt. Keine Autos (auf Koločep und Lopud), keine Hotels im Massentourismus-Stil, keine Souvenirshops mit Dubrovnik-Kühlschrankmagneten. Dafür Pinien bis ans Wasser, leere Strände um die Mittagszeit und Restaurants, in denen der Fisch morgens noch im Meer war.
Jadrolinija Lokalboote: Die Nahverkehrsfähren
Die Jadrolinija-Lokallinie verbindet Dubrovnik (Gruž) mit allen drei Inseln. Die Route verläuft als Rundkurs: Dubrovnik → Koločep → Lopud → Šipan (Šipanska Luka oder Suđurađ) und zurück. Im Sommer fahren mehrere Boote pro Tag, typischerweise 3-5 Abfahrten in jede Richtung. Die Fahrtzeit bis Koločep beträgt ca. 20-25 Minuten, bis Lopud 40-50 Minuten und bis Šipan etwa eine Stunde.
Preise 2026 (Richtwerte):
| Ziel | Preis einfach (ca.) |
|---|---|
| Koločep | 5–7 € |
| Lopud | 6–8 € |
| Šipan | 7–9 € |
| Kinder (3–12) | ca. halber Preis |
Die Tickets kaufst du am Jadrolinija-Schalter in Gruž oder online. Im Hochsommer ist die 9-Uhr-Fähre nach Lopud regelmäßig voll – wer sicher mitfahren will, kauft das Ticket am Vorabend oder online. Die Boote sind keine schnellen Katamarane, sondern gemächliche Personenfähren, auf denen du auf dem offenen Deck stehen und den Blick auf Dubrovnik genießen kannst, wie es langsam kleiner wird.
Ausflugsboote ab dem Altstadthafen
Neben den regulären Fährlinien gibt es im Sommer zahlreiche Ausflugsboote, die direkt vom kleinen Hafen der Altstadt (Alter Hafen, Stara Luka) ablegen. Diese Touren werden von verschiedenen Anbietern organisiert und kombinieren meistens alle drei Elafiti-Inseln in einem Tagestrip: 1-2 Stunden auf jeder Insel, Mittagessen inklusive (auf dem Boot oder in einer Konoba auf Šipan), Schwimmpausen in einsamen Buchten. Preise für die Ganztagestouren liegen bei 40-60 Euro pro Person, mit Mittag bei 60-80 Euro.
Diese organisierten Touren haben den Vorteil, dass du dich um nichts kümmern musst – und den Nachteil, dass du in einer Gruppe von 20-50 Leuten über die Inseln geführt wirst und an jedem Stopp eine feste Zeit hast. Wer Koločep in 45 Minuten „erledigen” will, ist hier richtig. Wer sich in eine Bucht legen und drei Stunden nichts tun will, nimmt besser die Linienfähre.
Welche Insel für welchen Typ?
Das ist die Frage, die uns am häufigsten erreicht. Alle drei Inseln sind schön, aber sie bedienen völlig verschiedene Bedürfnisse.
Koločep (Kalamota) ist die kleinste und nächste Insel, nur 20 Minuten von Dubrovnik. Keine Autos, keine Straßen im eigentlichen Sinn – nur Wege durch Pinienwald und Zitronenhaine. Die Insel hat zwei Siedlungen (Gornje Čelo und Donje Čelo) und einen wunderbaren Kiesstrand direkt neben dem Fähranleger in Donje Čelo, wo das Wasser so klar ist, dass du den Meeresboden auf fünf Meter Tiefe siehst. Koločep ist perfekt für einen halben Tag: morgens rüberfahren, schwimmen, in der einzigen Strandbar einen Eiskaffee trinken, mittags zurück. Die Insel lässt sich in einer Stunde komplett umrunden, der Weg führt durch Wald mit Meerblick.

Lopud ist der Publikumsliebling, und das aus gutem Grund: Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel liegt Šunj, einer der wenigen echten Sandstrände in Dalmatien. Der Spaziergang vom Fähranleger über die Insel bis zum Strand dauert 20-25 Minuten durch einen Wald, der nach Pinien und Rosmarin duftet. Oder du nimmst den Golfcart-Shuttle für ein paar Euro. Šunj selbst ist eine flach abfallende Bucht mit feinem Sand, perfekt für Familien mit kleinen Kindern. Im August wird es dort voll – richtig voll. Ab 11 Uhr sind die guten Plätze belegt. Der Trick: Nimm die erste Fähre (oft gegen 7 oder 8 Uhr), sei als einer der Ersten am Strand, und wenn gegen Mittag die Tagesausflügler einfallen, hast du dein Handtuch schon längst ausgebreitet. Auf der Fährhafen-Seite der Insel gibt es zwei bis drei hervorragende Restaurants direkt am Wasser, wo du abends frischen Fisch unter Palmen isst.
Šipan ist die größte und ruhigste der drei Inseln. Hier kommen deutlich weniger Touristen hin, und genau das ist der Punkt. Šipan hat zwei Siedlungen: Šipanska Luka (wo die Fähre anlegt) und Suđurađ am anderen Ende der Insel, erreichbar über eine Straße durch Olivenhaine und vorbei an verlassenen Sommerhäusern des alten Ragusaner Adels. Šipan ist perfekt für Leute, die einen ganzen Tag ohne Plan verbringen wollen – auf einer Bank im Schatten sitzen, ins Wasser springen, in einer Konoba Hummer essen, wieder ins Wasser springen. Allerdings: Die Fährfrequenz nach Šipan ist geringer als zu den anderen Inseln. Schau vorher den Fahrplan an, damit du nicht stundenlang auf die Rückfahrt wartest. Oder übernachte auf der Insel – es gibt kleine Pensionen und Apartments, die im Sommer schnell ausgebucht sind.
Buchungstipps und Timing für alle Verbindungen
Die Fährverbindungen ab Dubrovnik funktionieren grundsätzlich gut, aber die Hochsaison (Mitte Juni bis Mitte September) bringt alles an seine Grenzen. Hier sind die wichtigsten Regeln, die dir Stress ersparen:
Online buchen, so früh wie möglich. Jadrolinija hat ein Online-Buchungssystem, das zwar nicht das hübscheste ist, aber funktioniert. Kapetan Luka und G&V Line ebenfalls. Für die Verbindungen nach Mljet und Korčula gilt: Im Juli und August mindestens eine Woche vorher buchen, besser zwei. Die Kapazitäten der Katamarane sind begrenzt (150-300 Passagiere), und wenn drei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig in Dubrovnik liegen, werden die Tagesausflügler die Plätze schnell füllen. Für die Elafiti-Lokalboote reicht es meistens, am Vorabend zu buchen – aber die Morgenverbindung nach Lopud im August ist oft schon am Abend vorher ausverkauft.
Die Rückfahrt nicht vergessen. Ein Fehler, den erstaunlich viele machen: Sie buchen den Katamaran nach Korčula, aber nicht zurück. Im Hochsommer sitzt du dann nachmittags auf Korčula und die Rückfahrt ist ausgebucht. Immer Hin- und Rückfahrt gleichzeitig buchen. Das gilt besonders für Mljet und Korčula, wo es pro Tag nur ein bis zwei Verbindungen gibt.
Ankunft am Hafen: 30 Minuten vorher. Bei Katamaranen reichen 20-30 Minuten, bei Autofähren solltest du eine Stunde vorher da sein. Das Boarding beginnt ca. 15 Minuten vor Abfahrt, und das Personal ist streng mit dem Zeitplan – wer 5 Minuten zu spät kommt, schaut dem Katamaran hinterher.
Seekrankheit einplanen. Die Strecke nach Korčula und Mljet führt über offenes Meer, und bei Südwind (Jugo) oder der Bora kann es auf den Katamaranen ordentlich schaukeln. Wer empfindlich ist, sollte Reisetabletten einpacken und einen Platz in der Mitte des Schiffes wählen, wo die Bewegung am geringsten ist. Die Elafiti-Strecke ist dagegen fast immer ruhig, weil die Inseln als Wellenbrecher wirken.
Was du auf Katamaranen und Fähren mitnehmen kannst
Katamarane nehmen ausschließlich Fußgänger mit Gepäck mit. Koffer und Rucksäcke verstaust du im Gepäckraum unter Deck, Handgepäck nimmst du mit an deinen Sitzplatz. Die meisten Anbieter erlauben einen großen Koffer plus Handgepäck pro Person ohne Aufpreis. Fahrräder sind bei vorheriger Anmeldung möglich (5-8 Euro Aufpreis), aber die Plätze sind stark begrenzt – manchmal nur 5-10 Fahrradstellplätze pro Fahrt. Im Sommer sind Fahrradplätze auf der Mljet-Strecke oft Wochen vorher ausgebucht.
Die Jadrolinija-Lokalboote zu den Elafiti-Inseln sind toleranter. Hier kannst du auch sperrigeres Gepäck mitnehmen, und Fahrräder sind in der Regel kein Problem (trotzdem vorher ankündigen). Auf Koločep und Lopud gibt es allerdings keine asphaltierten Straßen für Fahrräder – ein MTB oder Gravelbike macht Sinn, ein Rennrad eher nicht.
Haustiere sind auf allen Verbindungen erlaubt, müssen aber angeleint sein oder in einer Transportbox reisen. Kleine Hunde und Katzen fahren teilweise kostenlos, für größere Hunde wird eine Gebühr fällig (ca. 3-5 Euro).
Organisierte Inseltouren: Topena und andere Anbieter
Wer sich um Fahrpläne, Tickets und Transfers nicht kümmern will, kann eine organisierte Inseltour buchen. Anbieter wie Topena und diverse lokale Agenturen in Dubrovnik bieten Ganztagesausflüge an, die verschiedene Inseln kombinieren. Typische Pakete umfassen die „Three Islands Tour” (Koločep, Lopud, Šipan), Mljet-Tagesausflüge mit Nationalpark-Eintritt oder Korčula-Ausflüge mit Weinprobe.
Die Preise liegen bei 50-90 Euro pro Person, je nach Programm, und beinhalten meistens Bootstransfer, einen englisch- oder deutschsprachigen Guide und Mittagessen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kein Stress mit der Logistik, alles ist vororganisiert. Der Nachteil ebenso: Du bist an feste Zeiten gebunden und verbringst einen guten Teil des Tages auf dem Boot statt auf den Inseln. Für die Elafiti-Inseln funktioniert das Format gut, weil die Inseln nah beieinander liegen. Für Mljet oder Korčula ist ein organisierter Tagesausflug oft gehetzt – besser selbst buchen und den eigenen Rhythmus bestimmen.
Die ideale Kombination: Inselhüpfen ab Dubrovnik
Wer mehrere Tage in Dubrovnik hat und die Inseln nicht nur abhaken, sondern erleben will, kann die Verbindungen geschickt kombinieren. Eine Route, die gut funktioniert:
Tag 1: Elafiti-Inseln. Morgens mit der Fähre nach Lopud, Strand Šunj genießen, nachmittags eine Stunde auf Koločep, abends zurück nach Dubrovnik. Die kurzen Distanzen machen diesen Tagesausflug entspannt und machbar.
Tag 2: Mljet. Früher Katamaran nach Polače, direkt zum Nationalpark, um die Seen wandern, im Großen See schwimmen (ja, das ist erlaubt und fantastisch), Mittagessen in Polače, mit dem Nachmittagskatamaran zurück.
Tag 3: Korčula über Land und Wasser. Mietwagen nehmen, über Ston und Pelješac nach Orebić fahren, die kurze Fähre nach Korčula, Altstadt erkunden, auf dem Rückweg in Ston Austern essen. Wer diese Route mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen will: ridescouts bietet eine 38-Kilometer-Tour südlich von Dubrovnik durch das Konavle-Tal an, die sich als Warm-up-Tag vor dem Inselprogramm eignet.
Wer es noch ambitionierter mag, kann Dubrovnik als Basis für eine einwöchige Inselhüpf-Tour nutzen: Dubrovnik → Mljet (2 Nächte) → Korčula (2 Nächte) → Hvar → Split. Die Katamaranlinien von Jadrolinija und Kapetan Luka verbinden alle diese Inseln, und mit etwas Planung lässt sich die Route als One-Way-Trip gestalten, bei dem du in Dubrovnik startest und in Split landest (oder umgekehrt).
Fahrpläne prüfen: Die offiziellen Quellen
Fahrpläne ändern sich jedes Jahr, manchmal sogar innerhalb der Saison. Verlasse dich nicht auf Angaben aus Reiseführern oder Blogposts (auch diesem hier) – prüfe immer die offiziellen Websites kurz vor deiner Reise:
- Jadrolinija: jadrolinija.hr – der größte Anbieter, betreibt Katamarane und Autofähren
- Kapetan Luka (Krilo): kapfromo.hr – Katamaranverbindungen entlang der dalmatinischen Küste
- G&V Line: gvline.hr – alternative Katamaranlinien, besonders nach Mljet
Die Sommerfahrpläne werden in der Regel zwischen Februar und April veröffentlicht. Wenn du im Mai oder Juni reist, sind die Fahrpläne normalerweise schon online. Für Juli und August buche so früh wie möglich – wer bis eine Woche vorher wartet, hat bei den beliebten Mljet-Verbindungen oft das Nachsehen.
Wer lieber telefonisch bucht oder Fragen hat: Der Jadrolinija-Schalter in Gruž ist täglich besetzt und das Personal spricht Englisch. Bei Buchungsproblemen online ist der Schalter vor Ort oft die schnellste Lösung.