Fähre Zadar nach Ugljan und Pašman: Fahrplan, Preise und Tipps (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Wer in Zadar steht und auf die Inseln vor der Küste schaut, sieht Ugljan so nah, dass man meinen könnte, rüberschwimmen zu können. Tatsächlich trennen dich nur 3 Kilometer Wasser und eine Viertelstunde Fährfahrt von einer anderen Welt: weniger Autos, weniger Menschen, dafür Olivenhaine, Pinienwälder und Buchten, in denen du vormittags noch allein bist. Die Fähre von Zadar nach Ugljan gehört zu den kürzesten und frequentiertesten Verbindungen an der kroatischen Adria. Trotzdem gibt es genug Stolperfallen – falscher Hafen, falsche Linie, kein Ticket fürs Auto. Dieser Guide klärt alles.

Zwei Inseln, zwei Fährhäfen, ein System
Ugljan und Pašman sind Schwesterinseln, verbunden durch eine kurze Brücke bei Ždrelac. Für Reisende bedeutet das: Du kannst auf Ugljan ankommen und über Pašman wieder zurückfahren – oder umgekehrt. Das eröffnet Möglichkeiten, die viele Touristen gar nicht auf dem Schirm haben.
Die zwei Hauptverbindungen:
| Route | Dauer | Frequenz (Sommer) | Auto möglich? |
|---|---|---|---|
| Zadar – Preko (Ugljan) | 15-20 Min | alle 30-60 Min | Ja |
| Zadar – Tkon (Pašman) | ca. 30 Min | 6-10x täglich | Ja |
Beide Linien betreibt Jadrolinija, die staatliche Fährgesellschaft. Dazu kommen im Sommer einzelne Katamaranverbindungen für Fußgänger, die aber weniger relevant sind, weil die Autofähren ohnehin ständig fahren. Offizielle Fahrpläne findest du auf jadrolinija.hr – dort sind auch saisonale Änderungen eingetragen, die sich fast jedes Jahr leicht verschieben.
Die Linie Zadar–Preko ist die mit Abstand beliebtere. Im Hochsommer fährt hier alle 30 Minuten eine Fähre, teilweise sogar häufiger. Die Verbindung nach Tkon ist weniger frequentiert, aber dafür strategisch interessant: Wer mit dem Auto eine Rundtour über beide Inseln machen will, fährt nach Preko hin und ab Tkon zurück. Oder umgekehrt – was im August sogar schlauer sein kann, weil die Schlange in Tkon kürzer ist als in Zadar-Gaženica.
Was die Überfahrt kostet (Preise 2026)
Kroatien hat seit 2023 den Euro, und seitdem sind die Fährpreise für deutsche Urlauber angenehm transparent. Kein Umrechnen mehr, keine Münzen, die du am Ende der Reise nicht loswirst. Die Preise bei Jadrolinija sind im europäischen Vergleich sehr moderat – gerade die kurze Strecke nach Ugljan ist fast schon lächerlich günstig.
Richtwerte für 2026 (Zadar–Preko und Zadar–Tkon):
| Ticket | Preis (ca.) |
|---|---|
| Fußgänger (Erwachsener) | 3–4 € |
| Kind (3–12 Jahre) | 1,50–2 € |
| Kind unter 3 | kostenlos |
| PKW bis 5 m + Fahrer | 25–30 € |
| PKW über 5 m + Fahrer | 30–38 € |
| Wohnmobil bis 6 m | 35–45 € |
| Wohnmobil über 6 m | 50–65 € |
| Motorrad | 8–12 € |
| Fahrrad | 4–5 € |
| Haustier | 2–3 € |
Achtung: Die Preise variieren leicht zwischen Vor-, Haupt- und Nachsaison. Jadrolinija passt die Tarife fast jedes Jahr an – die aktuellen Preise stehen auf jadrolinija.hr. Der Fahrer ist beim Autoticket immer inklusive. Beifahrer kaufen separate Fußgängertickets. Ein Paar mit Kleinwagen zahlt für die einfache Fahrt Zadar–Preko also rund 30–35 Euro – für 15 Minuten Überfahrt fühlt sich das erst mal nach viel an, aber günstiger kommst du auf keine kroatische Insel.
Rückfahrttickets gibt es auch, die sparen aber nur minimal. Wer die Rundtour plant (Preko hin, Tkon zurück), kauft ohnehin zwei Einzeltickets für verschiedene Strecken.
Gaženica oder alter Hafen? Der Fehler, den fast alle machen
Das ist der Punkt, an dem die meisten Urlauber ins Schwitzen kommen. Zadar hat zwei Häfen, und wenn du am falschen stehst, fährt deine Fähre ohne dich.
Der neue Hafen: Gaženica

Seit 2015 legen alle Autofähren am neuen Fährterminal in Gaženica ab, etwa 3 Kilometer südöstlich der Altstadt. Das ist ein moderner Hafen mit großen Wartebereichen, Ticketschaltern und einem riesigen Parkplatz. Wenn du dein Auto mitnimmst, musst du hierher. Ohne Ausnahme.
Gaženica erreichst du über die Hauptstraße Richtung Süden (ausgeschildert als “Trajektna luka” oder “Ferry port”). Vom Stadtzentrum sind es mit dem Auto 5-10 Minuten, je nach Verkehr. In der Hochsaison kann die Zufahrt aber verstopft sein – plane im August eher 15-20 Minuten ein. Vor dem Terminal gibt es einen bewachten Parkplatz, falls du dein Auto in Zadar lassen und als Fußgänger übersetzen willst. Die Tagesgebühr liegt bei ca. 8-12 Euro, im Sommer etwas mehr. Es gibt auch private Parkplätze in der Umgebung, die günstiger sind – einfach auf Google Maps nach “parking Gaženica” suchen.
Tipp für Autofahrer: Stell dich in die richtige Spur ein. Die Fähren nach Preko und Tkon haben getrennte Wartebereiche. Schilder weisen den Weg, aber im Trubel kann man die leicht übersehen. Frag im Zweifel das Personal – die Mitarbeiter dort sind den täglichen Touristen-Ansturm gewohnt.
Der alte Hafen: Altstadt-Anleger
Der alte Stadthafen liegt direkt an der Altstadt, an der Uferpromenade Obala kneza Branimira. Hier legen Katamarane und Passagierfähren an – also Schnellboote nur für Fußgänger, ohne Autos. Im Sommer gibt es einzelne Katamaranverbindungen nach Preko und zu anderen Inseln. Der alte Hafen ist bequemer, wenn du ohne Auto unterwegs bist und in der Altstadt wohnst – du gehst einfach zur Promenade und steigst ein.
Parken am alten Hafen ist allerdings ein Albtraum. Die wenigen Stellplätze an der Uferpromenade kosten im Sommer 3-4 Euro pro Stunde und sind ab 8 Uhr morgens belegt. Wer hier parken will, sollte auf die Parkgarage Jazine oder den Parkplatz am Einkaufszentrum City Galleria ausweichen – von dort sind es 10-15 Minuten zu Fuß zum Anleger.
Die goldene Regel: Auto mitnehmen = Gaženica. Nur als Fußgänger = alter Hafen (Katamaran) oder auch Gaženica (Autofähre nimmt natürlich auch Fußgänger mit). Im Zweifel gehst du nach Gaženica, denn die Autofähren fahren häufiger und nehmen jeden mit.
Was du mitnehmen kannst – und was nicht
Normaler PKW
Kein Problem. Du fährst auf die Fähre, stellst den Motor ab, ziehst die Handbremse und gehst aufs Oberdeck. Bei der Ankunft in Preko fährst du einfach runter. Die Fähren nach Ugljan sind Ro-Ro-Fähren (Roll-on/Roll-off), also keine Kräne, keine Rampen, kein Stress. Beachte nur die Fahrzeuglänge: Bis 5 Meter sind die Standardpreise, darüber wird es teurer. Die meisten Mietwagen in Kroatien sind Kleinwagen oder Kompaktklasse und fallen unter 5 Meter.
Falls du in Zadar erst ein Auto mieten willst, um es mit auf die Insel zu nehmen: Prüfe vorher, ob dein Mietvertrag die Fährüberfahrt erlaubt. Die meisten großen Anbieter wie Sixt, Europcar oder lokale Vermieter erlauben es, aber manche schließen Inseln explizit aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht bei einem lokalen Anbieter, der Inselfahrten ausdrücklich gestattet.
Wohnmobil und Campervan
Geht auch, aber mit Einschränkungen. Die Fähren nach Preko haben begrenzte Kapazität für große Fahrzeuge. Wohnmobile bis 6 Meter Länge sind unproblematisch. Alles darüber kann – je nach Fähre – zum Problem werden. Im Hochsommer kann es passieren, dass Wohnmobile auf eine spätere Fähre verwiesen werden, weil der Platz nicht reicht. Tipp: Früh am Morgen fahren (erste Fähre ab 5:30 oder 6:00 Uhr) oder außerhalb der Stoßzeiten zwischen 10 und 14 Uhr.
Auf Ugljan und Pašman selbst gibt es einige kleinere Campingplätze, die Stellplätze für Wohnmobile haben. Die Straßen auf den Inseln sind aber teilweise eng – mit einem Fahrzeug über 7 Meter wird es in den Dörfern sportlich.
Fahrrad

Perfekt. Räder werden auf dem Autodeck zwischen den Fahrzeugen abgestellt. Bei Jadrolinija brauchst du ein separates Fahrradticket (ca. 4-5 €), das du am Schalter kaufst – online geht das meist nicht. Die Kapazität für Räder auf den Ugljan-Fähren ist großzügig, Engpässe gibt es praktisch nie. Radfahrer dürfen vor den Autos an Bord und kommen bei der Ankunft als Letzte runter. Eine detaillierte Anleitung zur Fahrradmitnahme auf kroatischen Fähren haben wir separat zusammengestellt.
Haustiere
Hunde und Katzen dürfen mit auf die Fähre. Du brauchst einen gültigen EU-Heimtierausweis mit Tollwutimpfung und Mikrochip. Auf dem Oberdeck gibt es Außenbereiche, in denen Hunde an der Leine erlaubt sind. Im Innenraum sind Tiere oft nicht gestattet – bei 15 Minuten Überfahrt ist das aber kein Problem. Für das Tier wird ein kleiner Aufpreis fällig (2-3 €). Mehr zum Thema haben wir im Artikel mit Hund nach Kroatien zusammengefasst.
Preko: Ankommen auf Ugljan
Die Fähre aus Zadar legt in Preko an, dem zweitgrößten Ort auf Ugljan. Beim Anlegen siehst du links den kleinen Hafen mit Fischerbooten, rechts die Uferpromenade mit Cafés und Restaurants. Preko ist kein Postkartenort wie Rovinj oder Hvar – es ist ein lebendiges, unaufgeregtes Küstendorf, in dem Fischer morgens ihren Fang verkaufen und abends die Einheimischen auf der Riva sitzen.
Was dich in Preko erwartet:
Strände: Drei Strände erreichst du zu Fuß vom Fähranleger. Der Stadtstrand Jaz liegt 5 Minuten östlich, ist kieselig und hat eine Beach-Bar. In der entgegengesetzten Richtung, Richtung Kali, gibt es ruhigere Buchten zwischen Felsen und Pinien. Keiner davon ist ein Sandstrand – das ist auf Ugljan generell Fehlanzeige. Dafür ist das Wasser glasklar und die Einstiege sind unkompliziert.
Festung St. Michael: Oberhalb von Preko thront die Festung Sv. Mihovil auf einem 265 Meter hohen Hügel. Der Aufstieg dauert gut 40 Minuten und belohnt mit einem 360-Grad-Panorama: Zadar auf der einen Seite, die Kornaten am Horizont auf der anderen. Im Sommer gibt es hier oben gelegentlich Kulturveranstaltungen. Am besten am späten Nachmittag hochgehen, wenn die Hitze nachlässt und das Licht über dem Meer golden wird.
Fahrradverleih: In Preko und im Nachbarort Kali gibt es mehrere kleine Vermieter, die Mountainbikes und E-Bikes verleihen. Die Preise liegen bei 15-25 € pro Tag für ein normales Rad, E-Bikes ab 35-40 €. Vorher reservieren ist im Juli und August ratsam – die Bestände sind begrenzt.
Essen: Die Konoba Roko am Hafen serviert frischen Fisch und hausgemachte Pasta zu vernünftigen Preisen. Wer es einfacher mag, findet an der Promenade Pizza und Cevapcici. Ein Minimarkt für Grundversorgung ist ebenfalls vorhanden, aber die Auswahl ist überschaubar – größere Einkäufe besser in Zadar erledigen.
Tkon: Das Tor zu Pašman
Tkon liegt am südöstlichen Ende von Pašman und ist der zweite Fährhafen im Insel-Duo. Die Verbindung Zadar–Tkon dauert etwas länger als nach Preko (ca. 30 Minuten) und fährt seltener – im Sommer 6-10 Mal täglich, in der Nebensaison nur 3-5 Mal.
Tkon selbst ist klein, ruhig und hat genau die richtige Menge an Infrastruktur: ein paar Konobas, einen Minimarkt, eine Tankstelle, einen Kiesstrand. Der Ort ist kein Reiseziel an sich, sondern vor allem ein Knotenpunkt. Von hier aus erreichst du die Dörfer auf Pašman – Pašman-Ort, Neviđane, Mrljane – und über die Brücke bei Ždrelac die Insel Ugljan.
Was viele nicht wissen: Tkon liegt nur etwa 5 Kilometer Luftlinie von Biograd na Moru auf dem Festland entfernt. Es gibt keine Brücke dorthin (auch wenn immer wieder darüber diskutiert wird), aber die räumliche Nähe zum Festland gibt dir eine Vorstellung davon, wie dicht diese Inseln an der Küste liegen.
Das Benediktinerkloster Sv. Kuzma i Damjan aus dem 12. Jahrhundert liegt knapp 2 Kilometer außerhalb von Tkon und ist einen kurzen Spaziergang wert. Keine großen Touristenmassen, keine Eintrittsgebühr, nur alte Steine und Stille.
Die Brücke Ugljan–Pašman: Zwei Inseln, eine Tour
Bei Ždrelac, am südöstlichen Ende Ugljans, überquert eine kurze Straßenbrücke den schmalen Kanal nach Pašman. Die Brücke ist gebührenfrei und für alle Fahrzeuge befahrbar. Das bedeutet: Du kannst eine Rundtour machen, ohne zweimal die gleiche Strecke zu fahren.
Die klassische Route mit Auto:
- Fähre Zadar-Gaženica → Preko (Ugljan)
- Die Küstenstraße entlang nach Süden über Kali, Kukljica bis Ždrelac
- Brücke nach Pašman überqueren
- Pašman Richtung Süden durchfahren über Pašman-Ort, Neviđane bis Tkon
- Fähre Tkon → Zadar-Gaženica zurück
Die Strecke Preko–Tkon ist etwa 40 Kilometer lang und dauert mit dem Auto vielleicht eine Stunde – wenn du nicht anhältst. Aber du wirst anhalten. Immer wieder. An der Bucht bei Kukljica, am Aussichtspunkt oberhalb von Ždrelac, an der Konoba in Neviđane, an dem Strand, der so einladend aussieht, dass du nicht vorbeifahren kannst.
Wer die gleiche Strecke mit dem Rad fährt, erlebt beide Inseln noch intensiver. Die 49-Kilometer-Route von Preko nach Tkon führt durch Olivenhaine, über Küstensträßchen und durch verschlafene Dörfer, die seit Jahrhunderten kaum verändert wirken. Mit 760 Höhenmetern ist das kein Sonntagsspaziergang, aber die Anstiege sind nie lang, und nach jeder Steigung wartet eine Abfahrt mit Meerblick. Am Ende rollst du in Tkon aus, setzt dich ans Wasser und wartest auf die Fähre zurück – mit dem befriedigenden Gefühl, zwei Inseln aus eigener Kraft durchquert zu haben.
Buchen oder einfach hinfahren?
Das hängt davon ab, ob du ein Auto mitnimmst oder nicht.
Als Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer: Einfach hinfahren. Die Fähren nach Preko sind groß genug, dass Passagiere ohne Auto praktisch immer mitgenommen werden. Tickets kaufst du am Schalter in Gaženica oder am Automaten. Im Sommer gibt es manchmal leichte Verzögerungen, aber du musst selten länger als eine Fähre warten. Online-Buchung lohnt sich für Fußgänger auf dieser Strecke nicht.
Mit Auto: Hier wird es im Hochsommer tricky. Die Fähren nach Preko haben Platz für ca. 40-60 Autos (variiert je nach Schiff). An einem Augustsamstag, wenn halb Zadar auf die Inseln will, kann es passieren, dass du zwei oder drei Fähren abwarten musst. Die Wartezeit kann dann 1-2 Stunden betragen.
Jadrolinija bietet für manche Strecken eine Online-Reservierung auf jadrolinija.hr an. Ob das für die Kurzstrecke Zadar–Preko verfügbar ist, ändert sich saisonal – prüfe die Website am besten 2-3 Wochen vor deiner Reise. Falls Online-Buchung möglich ist: Nutze sie. Falls nicht, bleibt dir nur früh kommen.
Der Profi-Tipp für August: Weiche auf die Tkon-Fähre aus. Die Strecke Zadar–Tkon ist weniger überlaufen, weil die meisten Touristen nach Preko wollen. Von Tkon fährst du über die Brücke genauso nach Ugljan – nur halt andersrum. Oder nimm die erste Fähre morgens um 6 Uhr. Die ist fast nie voll.
August-Chaos: Was du wirklich erwarten musst
Reden wir Klartext. Im Juli und August ist die Fähre Zadar–Preko eine der meistgenutzten Verbindungen in ganz Kroatien. Nicht, weil Ugljan ein Top-Touristenziel wäre, sondern weil viele Einheimische aus Zadar dort Ferienhäuser haben und am Wochenende rüberfahren. Dazu kommen Tagesausflügler und Urlauber mit Mietautos.
Was das bedeutet:
- Freitagnachmittag Richtung Inseln: Voll. Wirklich voll. Wartezeiten von 1-3 Stunden mit Auto sind keine Seltenheit.
- Sonntagabend zurück nach Zadar: Gleiches Spiel in die andere Richtung.
- Unter der Woche und morgens: Deutlich entspannter. Wer um 8 Uhr in Gaženica steht, kommt fast immer auf die nächste Fähre.
Strategien, die funktionieren:
- Nimm die erste oder letzte Fähre des Tages – die Extremzeiten sind am leersten
- Fahr unter der Woche statt am Wochenende
- Nutze Tkon statt Preko als Ausweichroute
- Komm als Fußgänger und leih dir auf der Insel ein Rad oder einen Roller
- Wenn du ein Auto brauchst, park es in Zadar und nimm die Fähre ohne – auf Ugljan und Pašman kommt man gut ohne Mietwagen zurecht
Im Juni und September ist die Situation deutlich entspannter. Die Fähren fahren fast genauso häufig wie im Hochsommer, aber die Warteschlangen fehlen. Mai und Oktober sind ideal für Tagesausflüge – weniger Betrieb, angenehme Temperaturen, alles geöffnet.
Tagesausflug oder übernachten?
Beide Inseln lassen sich gut als Tagesausflug von Zadar erkunden. Die Fähre nach Preko dauert nur 15 Minuten, die letzte Fähre zurück fährt je nach Saison um 22 oder 23 Uhr. Du hast also den ganzen Tag.

Tagesausflug macht Sinn, wenn:
- Du nur ein paar Strände und einen Ort sehen willst
- Du in Zadar übernachtest und die Insel als Abwechslung einbauen willst
- Du kein Gepäck mitschleppen willst
Übernachten lohnt sich, wenn:
- Du beide Inseln in Ruhe erkunden willst
- Du die Abendstimmung und die Morgenstille auf einer kroatischen Insel erleben willst (der größte Unterschied zum Festland)
- Du per Rad die gesamte Strecke von Preko nach Tkon fahren willst
- Du im August bist und dir die Fähren-Schlange am Abend sparen willst
Unterkünfte auf Ugljan und Pašman sind deutlich günstiger als in Zadar. Ein Apartment mit Meerblick bekommst du in Kukljica oder Kali für 50-80 Euro pro Nacht – in Zadar zahlst du für Vergleichbares das Doppelte. Die meisten Vermieter findest du auf Booking.com; auf den Inseln gibt es kaum große Hotels, die Unterkunftslandschaft besteht aus privaten Apartments und kleinen Pensionen.
Organisierte Ausflüge ab Zadar
Wer sich um nichts kümmern will, kann Ugljan und Pašman auch im Rahmen einer organisierten Tour besuchen. Topena bietet Ganztagesausflüge ab Zadar an, die den Fährtransfer, Inselführung und oft auch Mittagessen in einer Konoba beinhalten. Solche Touren kosten typischerweise 50-80 Euro pro Person und richten sich vor allem an Urlauber, die kein Auto haben und trotzdem beide Inseln sehen wollen.
Der Vorteil: Kein Stress mit Fährtickets, kein Navigieren auf unbekannten Inselstraßen. Der Nachteil: Du bist an den Zeitplan der Gruppe gebunden und verpasst die spontanen Momente – die Bucht, in der du eigentlich eine Stunde schwimmen wolltest, die Konoba, in der du gerne länger geblieben wärst.
Mit dem Auto auf den Inseln: Brauche ich das wirklich?
Die ehrliche Antwort: Nur, wenn du sehr bequem unterwegs sein willst oder mit kleinen Kindern reist. Ugljan und Pašman sind klein genug, um sie mit dem Fahrrad oder Roller zu erkunden. Die Hauptstraße von Preko nach Tkon ist gut ausgebaut, die Nebenstraßen zu den Buchten sind kurz. Roller mieten kostet auf der Insel ab ca. 30-40 Euro pro Tag und ist eine flexible Alternative zum eigenen Auto.
Wenn du trotzdem das Auto mitnimmst, bedenke: Die Straßen auf Ugljan und Pašman sind schmal. In den Dörfern wird es eng, besonders in Kali, dem größten Fischerort Kroatiens (gemessen an der Flottengröße). Parkplätze gibt es an den Stränden, aber die sind im Sommer schnell belegt. Entlang der Hauptstraße gibt es keine Mautgebühren oder Sonderregeln – du fährst einfach.
Tankmöglichkeiten existieren, aber verlasse dich nicht darauf, an jeder Ecke eine Tankstelle zu finden. In Preko und Tkon gibt es Zapfsäulen, dazwischen nicht. Volltanken vor der Fähre in Zadar ist die sicherste Strategie.
Mit dem Rad über beide Inseln
Für Radfahrer sind Ugljan und Pašman ein Traum. Die Distanzen sind überschaubar, die Landschaft wechselt alle paar Kilometer zwischen Olivenhainen, Pinienwäldern und Küstenabschnitten, und der Verkehr ist – von der Hauptstraße abgesehen – minimal.
Die naheliegendste Tour: Fähre nach Preko, dann die gesamte Küste entlang nach Süden, über die Brücke nach Pašman und weiter bis Tkon. Von dort mit der Fähre zurück nach Zadar. Die komplette Strecke über beide Inseln misst rund 49 Kilometer und überwindet 760 Höhenmeter – die Hügel sind kurz, aber knackig. Wer ein E-Bike hat, lacht darüber. Mit einem normalen Trekkingrad solltest du 4-5 Stunden Fahrzeit einplanen, mit Badepausen und Einkehr eher einen ganzen Tag.
Wer lieber nur eine Insel radelt, macht auf Ugljan eine Rundtour: Preko – Kali – Kukljica und über die Hügelstraße zurück. Das sind gut 20 Kilometer und reicht für einen entspannten Vormittag. Unsere Übersicht zu Radtouren ab Zadar beschreibt die Routen im Detail.
Praktische Infos auf einen Blick
Fährtickets kaufen:
- Am Schalter in Gaženica (Bargeld und Karte)
- An den Ticketautomaten im Terminal
- Online auf jadrolinija.hr (nur für manche Strecken und nur Autotickets)
- Am Schalter in Preko und Tkon für die Rückfahrt
Fahrplan prüfen:
- Aktueller Fahrplan immer auf jadrolinija.hr
- Im Sommer (Juni–September): Zadar–Preko ca. alle 30–60 Minuten
- In der Nebensaison: alle 1–2 Stunden
- Erste Fähre oft gegen 5:30–6:00 Uhr, letzte gegen 22:00–23:00 Uhr
Was an Bord gibt es:
- Auf den kurzen Ugljan-Fähren: Außendeck, Innenraum mit Sitzplätzen, WC. Kein Café, keine Verpflegung – bei 15 Minuten Fahrt auch nicht nötig
- Auf der längeren Tkon-Fähre: Ähnlich, manchmal ein kleiner Kiosk
Internet und Netz:
- Auf beiden Inseln funktioniert kroatisches Mobilfunknetz ohne Probleme (EU-Roaming inklusive für Deutsche)
- WLAN in den meisten Unterkünften und Cafés
Geld:
- Kroatien hat den Euro seit 2023
- Kartenzahlung in den meisten Restaurants und Geschäften möglich, aber nimm für kleine Konobas und Marktverkäufer etwas Bargeld mit
- Geldautomaten gibt es in Preko, nicht überall auf den Inseln
Was die meisten Reiseführer nicht erwähnen
Ugljan wird oft als “Zadars Vorgarten” bezeichnet – und das ist halb Kompliment, halb Beleidigung. Die Insel ist kein glamouröses Reiseziel wie Hvar oder Dubrovnik. Hier gibt es keine Designer-Boutiquen, keine Champagner-Bars, keine Instagram-Hotspots. Was es gibt: echtes kroatisches Inselleben. Fischer, die morgens um vier rausfahren. Alte Damen, die auf Steinmauern sitzen und den Abend beobachten. Olivenöl, das der Nachbar in der Garage presst.
Pašman ist noch ruhiger. Auf der Westseite der Insel, die dem offenen Meer zugewandt ist, findest du Buchten, die du allein hast – auch im August. Der Küstenwanderweg zwischen Pašman-Ort und Neviđane gehört zu den unterschätzten Strecken an der Adria: 8 Kilometer entlang der Küste, durch duftende Macchia, mit Blick auf die Kornaten.
Die Kombination aus kurzer Fähre, günstigen Unterkünften, wenig Rummel und der Möglichkeit, zwei Inseln in einer Tour zu verbinden, macht Ugljan und Pašman zu einem der besten Geheimtipps für alle, die das authentische Kroatien suchen – ohne stundenlange Fährfahrten und ohne den Trubel der bekannten Inseln. Dass die Fähre ab Zadar so häufig und günstig fährt, macht die Sache nur besser.