Radfahren ab Zadar: Inseln, Hinterland und stille Wege 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 27 Oct, 2025
Inhalt
20 Minuten Fähre, und du bist auf einer anderen Welt. Die Inseln vor Zadar – Ugljan, Pašman, Dugi Otok – sind wie gemacht fürs Radfahren: kaum Autos, überschaubare Distanzen, und nach jeder Steigung wartet ein Blick aufs Meer, der die Mühe rechtfertigt.
Aber auch das Festland hat es in sich. Das Hinterland der Ravni Kotari ist eine endlose Ebene aus Weinbergen und Steindörfern, in der du mehr Schafen begegnest als Menschen. Und Zadar selbst? Eine Altstadt auf einer Halbinsel, die Meeresorgel, der Sonnengruß – perfekter Start und perfektes Ziel.

Die Inselrouten
Ugljan → Pašman: Der Klassiker
Die Tour, die jeder macht – und die trotzdem fantastisch ist. Mit der Fähre von Zadar nach Preko, dann über die Inselbrücke nach Pašman, zurück mit der Fähre ab Tkon. Unterwegs: Olivenhaine, Pinienwälder, Fischerdörfer, und immer wieder dieser Blick auf die Kornaten am Horizont.
49 Kilometer, 760 Höhenmeter – klingt nach viel, verteilt sich aber auf den ganzen Tag. Technisch nicht schwer, aber unterschätze die Hügel nicht. Die Inseln sind steiler als sie aussehen.
Was die Route besonders macht: Du kommst durch Dörfer wie Kali, wo der Fischfang noch Tradition ist, nicht Folklore. Die Männer reparieren Netze, die Frauen verkaufen den Fang am Straßenrand. In Preko gibt es eine der ältesten Kirchen Dalmatiens, und die Konobas servieren Fisch, der morgens noch im Meer war.
Die GPX-Datei für die Navigation – auf der Insel ist es leicht, falsch abzubiegen.

Die umgekehrte Richtung: Tkon → Preko
Gleiche Strecke, andere Perspektive. Du fährst mit der Fähre nach Tkon und arbeitest dich nordwärts nach Preko vor. Der Vorteil: Die letzten Kilometer führen sanft entlang der Küste, mit Zadar als Kulisse. Die Abendlichtstimmung auf der Rückfahrt ist unbezahlbar.
Fertige Route mit allen Stopps.
Das Hinterland
Ravni Kotari: 97 km durch die Stille
Das Gegenteil der Küste. Die Ravni Kotari sind eine Ebene, die sich von Zadar bis zum Velebit-Gebirge erstreckt – Weinberge, Olivenhaine, Steindörfer, endlose Horizonte. Hier gibt es keine Touristen, keine Souvenirläden, keine Restaurants mit englischer Speisekarte. Nur Landschaft und Ruhe.
Die große Runde – 97 Kilometer, 600 Höhenmeter – führt durch eine Welt, die die meisten Kroatien-Besucher nie sehen. Du startest in Zadar, fährst durch die historischen Gassen hinaus aufs Land, und kehrst abends zurück, mit dem Gefühl, ein echtes Abenteuer erlebt zu haben.

Für Abenteurer: Von der Küste ins Karst
70 Kilometer, die zeigen, wie schnell sich Dalmatien verändert. Du startest am Meer, mediterran und grün. Mit jedem Kilometer ins Landesinnere wird das Gelände karger, steiniger, weiter. Am Ende fährst du durch eine Karstlandschaft, die aussieht wie der Mond – nur mit mehr Schafen.
Diese Tour ist anspruchsvoll: 870 Höhenmeter bergauf, Nebenstraßen, auf denen es kein Handynetz gibt. Die Route zum Offline-Navigieren ist hier nicht optional, sondern Pflicht.
Die Rückfahrt? Entweder dieselbe Strecke bergab (Stille Wege nach Zadar), oder du organisierst einen Transfer – die Busse ins Hinterland fahren selten.
Bevor du losfährst
Fähren: Die Verbindung Zadar-Preko läuft mehrmals täglich, 20 Minuten Überfahrt, Fahrräder werden mitgenommen. Die Rückfahrt ab Tkon ist eine andere Linie – prüfe die Zeiten bei Jadrolinija. Im Sommer die letzte Fähre nicht zu knapp kalkulieren; die können voll werden.
Räder mieten: Mehrere Verleiher in der Altstadt und am Hafen. E-Bikes sind für die Inseltouren sinnvoll – mehr Höhenmeter als erwartet. Preise: 15-25€ für Trekking, 35-50€ für E-Bikes. Reserviere im Sommer voraus.
Übernachten: In Zadar selbst gibt es Hotels und Apartments in der Altstadt oder bei Borik nördlich davon. Auf den Inseln findest du einfache Pensionen in Preko und Tkon – perfekt, wenn du zwei Tage für die Inseln einplanst.

Essen nach der Tour
Auf den Inseln: Kleine Konobas in den Dörfern. Fisch vom lokalen Fischer, Olivenöl aus eigenem Anbau, Wein vom Nachbarn. Deutlich günstiger und authentischer als in Zadar. Die Konoba in Kukljica ist berühmt für ihren Fisch; in Neviđane gibt es exzellenten Oktopus.
In Zadar: Die Restaurants in der Altstadt sind touristisch, aber nicht schlecht. Für das authentische Erlebnis: Die Markthalle am Morgen, frischer Fisch, eine Flasche Wein – Picknick am Meer.
Im Hinterland: Rustikale Gasthäuser mit Lamm, Peka und lokalen Weinen. Die Konoba in Nadin ist ein Geheimtipp – eine Stunde von Zadar entfernt, aber die Fahrt lohnt sich.
Die beste Zeit?
April bis Juni oder September/Oktober. Im Frühling ist alles grün, die Inseln noch ruhig, die Temperaturen angenehm. Im Herbst ist das Meer noch warm genug zum Baden nach der Tour, die Olivenernte läuft, und es gibt Weinfeste in den Dörfern.
Juli und August funktionieren, aber es ist heiß (35°C+) und die Fähren sind voll. Wenn du im Hochsommer fährst: Starte früh, fahr auf die Inseln statt aufs Festland (Meereswind kühlt), und plan eine lange Siesta ein.
Der Winter? Mild, aber unberechenbar. Die Bora kann tagelang blasen und macht Radfahren unmöglich. Wenn du Glück hast: 15°C, Sonne, leere Straßen. Wenn nicht: Regen und Sturmwarnung.
Mit was kombinieren?
Die Altstadt: Die Meeresorgel spielt Musik durch die Wellen. Der Sonnengruß leuchtet bei Sonnenuntergang. Die romanischen Kirchen gehören zu den ältesten Dalmatiens. Hitchcock sagte, Zadar habe den schönsten Sonnenuntergang der Welt – er hatte recht. Mehr: Zadar Sehenswürdigkeiten
Nationalparks: Krka ist 45 Minuten entfernt, Paklenica eine Stunde, die Kornaten erreichst du per Boot von den Inseln. Ein Radtag, ein Nationalpark-Tag, ein Strandtag – die perfekte Zadar-Woche.
Strände: Nin nördlich von Zadar hat einen langen Sandstrand mit Heilschlamm. Sakarun auf Dugi Otok sieht aus wie die Karibik. Kolovare ist der Stadtstrand, fußläufig von der Altstadt – nicht schön, aber praktisch nach einer langen Tour.