Šibenik Sehenswürdigkeiten: UNESCO-Stadt ohne Massentourismus (2026) (2026)
- Redaktionsteam
- Dalmatien , Staedte
- 08 Oct, 2025
Inhalt
Šibenik ist die Stadt, die Touristen auf dem Weg nach Split oder Dubrovnik übersehen – und genau das macht sie interessant. Keine Kreuzfahrtschiffe, keine Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten, keine Souvenir-Industrie, die alles überwuchert. Stattdessen: Eine UNESCO-Kathedrale, die Kennern den Atem raubt, vier Festungen mit Panoramablick, und eine Altstadt, in der noch echte Menschen leben.

Warum Šibenik?
Šibenik hat etwas, das Dubrovnik und Split längst verloren haben: Authentizität. Die Gassen der Altstadt sind nicht auf Hochglanz poliert, die Restaurants servieren nicht alle dasselbe Touristenmenü, und du kannst morgens einen Kaffee trinken, ohne dich durch Kreuzfahrt-Gruppen zu kämpfen.
Dabei hat die Stadt Sehenswürdigkeiten, die es mit den großen Namen aufnehmen können. Die Kathedrale des Heiligen Jakob ist ein Meisterwerk der Renaissance und UNESCO-Welterbe – vollständig aus Stein gebaut, ohne Holz, ohne Ziegel. Die Festung St. Nikolaus schützte jahrhundertelang den Eingang zum Kanal und ist ebenfalls Welterbe. Und wer Game of Thrones gesehen hat, erkennt die Festung St. Johannes als Kulisse wieder.
Was Šibenik ausmacht:
- UNESCO-Kathedrale: Einzigartige Steinbauweise ohne Holz oder Ziegel
- Vier historische Festungen mit Panoramablick
- Game-of-Thrones-Drehort (Braavos)
- Tor zum Krka Nationalpark (20 Minuten entfernt)
- Echte dalmatinische Atmosphäre ohne Massentourismus
Die Kathedrale des Heiligen Jakob
Die Kathedrale (Katedrala sv. Jakova) ist der Hauptgrund, nach Šibenik zu kommen – und sie wird dich nicht enttäuschen. Der Bau dauerte über 100 Jahre (1431-1536) und ist ein einzigartiges Experiment: Die gesamte Struktur besteht aus ineinander verzahnten Steinblöcken, ganz ohne Holz oder Mörtel. Eine Technik, die es sonst nirgendwo gibt.
Von außen fällt sofort der Fries mit 71 Porträtköpfen auf, der um die Apsis läuft. Die Gesichter zeigen Bürger von Šibenik aus dem 15. Jahrhundert – Händler, Bauern, Geistliche, sogar ein paar Gauner, wenn man den Legenden glaubt. Jeder Kopf ist individuell, keiner gleicht dem anderen.
Im Inneren: Ein Tonnengewölbe aus Stein, das unmöglich erscheint. Kein Holzgerüst, keine Balken – purer Stein, der sich 32 Meter in die Höhe wölbt. Die Akustik ist spektakulär und wird regelmäßig für Konzerte genutzt.
Besucherinfo:
- Eintritt: Frei (Spenden willkommen)
- Öffnungszeiten: Täglich, außer während Gottesdiensten
- Besichtigung: 30-45 Minuten
- Tipp: Morgens kommen, wenn das Licht durch die Rosette fällt

Die vier Festungen
Šibenik wurde jahrhundertelang von allen Seiten bedroht – Osmanen, Venezianer, Ungarn, Piraten. Die Antwort: vier Festungen, die die Stadt von allen Seiten schützen. Heute sind sie die besten Aussichtspunkte der Region.
Festung St. Michael (Tvrđava sv. Mihovila)
Die älteste und am besten erhaltene Festung thront direkt über der Altstadt. Der Aufstieg durch enge Gassen ist steil, aber die Aussicht ist es wert: 360-Grad-Panorama über die Stadt, den Kanal, die Inseln und das Hinterland.
Im Sommer finden hier Konzerte statt – das Open-Air-Theater fasst 1.000 Zuschauer, und die Kulisse ist unschlagbar. Wenn du zur richtigen Zeit da bist, check das Programm.
Praktisch:
- Eintritt: 6 €
- Öffnungszeiten: April-Oktober täglich, Winter eingeschränkt
- Aufstieg: 15 Minuten von der Kathedrale
Festung Barone
Weniger bekannt, aber genauso spektakulär. Die Festung wurde erst im 17. Jahrhundert gebaut und bietet einen anderen Blickwinkel auf die Stadt. Weniger Touristen, mehr Ruhe, und an klaren Tagen siehst du bis zum Kornati-Archipel.
Tipp: Perfekt für Sonnenuntergang – du bist praktisch allein.
Festung St. Johannes (Tvrđava sv. Ivana)
Die höchste der vier Festungen (115 m) und Game-of-Thrones-Drehort: Hier wurden Szenen aus Braavos gedreht, der Stadt der Faceless Men. Der Aufstieg ist anstrengend (steile Treppen, im Sommer heiß), aber die Aussicht ist die beste in ganz Šibenik.
Praktisch:
- Eintritt: 6 €
- Aufstieg: 30 Minuten von der Altstadt
- Tipp: Wasser mitnehmen, oben gibt es nichts
Festung St. Nikolaus (Tvrđava sv. Nikole)
Die einzige Festung, die nicht auf einem Hügel, sondern im Meer liegt – direkt am Eingang zum Kanal von Šibenik. Gebaut im 16. Jahrhundert, um die osmanische Flotte abzuwehren, und seit 2017 UNESCO-Welterbe.
Die Festung ist per Boot erreichbar (Touren ab Hafen Šibenik) oder zu Fuß über einen Küstenweg. Von innen weniger spektakulär als von außen, aber die Lage ist einmalig.

Die Altstadt
Šibeniks Altstadt ist kompakt und zu Fuß erkundbar. Die Gassen sind verwinkelt, steil und voller Überraschungen – kleine Plätze, versteckte Kirchen, Restaurants in Innenhöfen. Anders als in Dubrovnik gibt es hier keine “Hauptstraße” für Touristen, du entdeckst selbst.
Highlights:
Platz der Republik Kroatien (Trg Republike Hrvatske)
Der Hauptplatz, direkt vor der Kathedrale. Cafés unter Sonnenschirmen, Blick auf das Meisterwerk von Juraj Dalmatinac, und abends der Treffpunkt der Stadt.
Loggia und Rathaus
Die venezianische Loggia neben der Kathedrale ist heute ein Café – Espresso trinken, wo früher der Stadtrat tagte.
Kirche St. Barbara
Klein, aber mit einem Museum voller Kirchenkunst aus fünf Jahrhunderten. Für Kunstinteressierte ein Muss.
Mittelalterlicher Garten des Klosters St. Laurentius
Ein versteckter Garten mitten in der Altstadt – Ruhe, Schatten, und ein Gefühl wie im Mittelalter.

Essen und Trinken
Šibenik ist keine Gourmetstadt, aber das Essen ist ehrlich, gut und günstiger als in Split oder Dubrovnik. Die dalmatinische Küche dominiert: Fisch, Meeresfrüchte, Lammfleisch, und die unvermeidlichen schwarzen Risottos mit Tintenfischtinte.
Empfehlungen:
Pelegrini
Das beste Restaurant der Stadt, direkt neben der Kathedrale. Gehobene dalmatinische Küche, Michelin-empfohlen, aber keine gestelzten Teller – ehrliche Qualität. Reservieren!
Konoba Gorica
Versteckt in einer Seitengasse, bekannt für Fisch und Meeresfrüchte. Keine Karte – der Wirt erzählt, was es gibt.
Gradska Viječnica
Im alten Rathaus, unter den Arkaden. Gute Pasta, faire Preise, und du sitzt mit Blick auf die Kathedrale.
Azimut
Modern, jung, mit Craft Beer und kreativen Tapas. Für alle, die mal keine traditionelle Konoba wollen.
Nützliche Infos
Anreise
- Mit dem Auto: Autobahn A1, Ausfahrt Šibenik. Vom Flughafen Split 45 Minuten.
- Mit dem Bus: Regelmäßige Verbindungen von Split (1 Stunde), Zadar (1 Stunde), Dubrovnik (5 Stunden).
- Mit dem Boot: Fähren zu den Kornati-Inseln starten vom Hafen.
Parken
Parken in der Altstadt ist unmöglich – die Gassen sind zu eng. Es gibt mehrere Parkplätze am Rand:
- Parkplatz Vrulje: Am nächsten zur Altstadt, teuer im Sommer
- Parkplatz Baldekin: Weiter, aber günstiger
- Straßenparkplätze: Entlang der Uferpromenade, Zone 1-2
Beste Reisezeit
- Mai/Juni: Angenehme Temperaturen, wenig Touristen
- September/Oktober: Perfekt – warm, aber nicht heiß, leere Festungen
- Juli/August: Heiß und voller, aber Sommerfestivals beleben die Stadt
- Winter: Ruhig, kühl, manche Restaurants geschlossen
Wie viel Zeit einplanen?
Ein voller Tag reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wer entspannt erkunden will, bleibt zwei Tage – dann schaffst du auch die Festungen ohne Hetze und hast Zeit für ein Restaurant-Abendessen mit Blick aufs Meer.
Ausflüge ab Šibenik
Krka Nationalpark
Nur 20 Minuten entfernt liegt die Krka – und sie macht Plitvice ernsthafte Konkurrenz. Die Wasserfälle Skradinski Buk und Roški Slap sind spektakulär, und du kannst im kristallklaren Wasser baden (am Skradinski Buk nur eingeschränkt).
Mehr dazu: Krka Nationalpark – Skradin oder Lozovac?
Das Hinterland der Krka ist auch mit dem Rad ein Erlebnis: Eine Tour von Skradin durch Weinberge und Karstfelder erschließt die natürlichen und kulturellen Schätze des Parks abseits der Touristenpfade.
Kornati-Inseln
Das Inselarchipel vor der Küste besteht aus 89 Inseln, die meisten unbewohnt. Bootstouren starten täglich vom Hafen Šibenik und führen durch eine surreale Landschaft aus kargen Felsen und türkisem Wasser.
Primošten
Malerisches Fischerdorf auf einer Halbinsel, 25 km südlich. Fotogene Silhouette, gute Strände, exzellente Weinberge (Babić-Rotwein). Perfekt für einen halben Tag.
Trogir
UNESCO-Altstadt auf einer Insel, 45 km Richtung Split. Romanische Kathedrale, venezianische Paläste, verwinkelte Gassen – und kompakter als Split.
Radtour ins Hinterland
Das Hinterland hinter Šibenik ist Gravel-Paradies: Karstfelder, verlassene Dörfer, Weinberge und Straßen, auf denen du stundenlang keinem Auto begegnest. Von Drniš durch die Karstlandschaft bis nach Split führt eine spektakuläre 74km-Route – fast nur bergab, mit Blick auf die Berge und am Ende die Adria.

Kurz gesagt
Šibenik ist nicht Dubrovnik – und das ist sein größter Vorteil. Keine Kreuzfahrtschiffe, keine Schlangen, keine überteuerten Restaurants. Stattdessen eine UNESCO-Kathedrale, die architektonisch einzigartig ist, Festungen mit Panoramablick, und eine Altstadt, die noch nach echtem Dalmatien riecht.
Wer die Touristenmassen satt hat, aber trotzdem Kultur und Geschichte sucht, ist hier richtig. Und der Krka Nationalpark liegt praktisch vor der Haustür.
Mehr zur Region: Krka Nationalpark | Radtouren am Krka