Trogir Sehenswürdigkeiten: Die kompakteste UNESCO-Stadt Dalmatiens (2026) (2026)
- Redaktionsteam
- Dalmatien , Staedte
- 19 Oct, 2025
Inhalt
Trogir ist die Antwort auf die Frage: Was passiert, wenn 2.300 Jahre Geschichte auf eine Insel passen, die kleiner ist als zwei Fußballfelder? Du bekommst eine der am besten erhaltenen romanisch-gotischen Städte Europas, UNESCO-Welterbe seit 1997, und eine Altstadt, in der du dich innerhalb von zehn Minuten komplett verläufst.

Was Trogir besonders macht
Split hat den Diokletianpalast, Dubrovnik die Stadtmauern – Trogir hat… alles auf einmal. Die winzige Insel (kaum 500 Meter lang) ist vollgestopft mit Kirchen, Palästen, Türmen und Gassen, die sich seit dem Mittelalter nicht verändert haben. Hier trifft griechische Stadtplanung auf römische Grundmauern, venezianische Architektur und habsburgische Ordnung.
Was Trogir von anderen dalmatinischen Städten unterscheidet:
- Kompaktheit: Du kannst alles in zwei Stunden sehen – oder dich tagelang verlieren
- Erhaltungszustand: Kaum moderne Eingriffe, authentische Substanz
- Lage: Zwischen Split und Flughafen – perfekt für Ankunfts- oder Abreisetag
- Atmosphäre: Ruhiger als Split, ohne die Massen von Dubrovnik
Die Kathedrale St. Laurentius
Das Herzstück Trogirs – und eine der schönsten romanischen Kirchen an der Adria. Der Bau begann 1213 und dauerte mehrere Jahrhunderte, was erklärt, warum sich Romanik, Gotik und Renaissance so nahtlos verbinden.
Der Star ist das Radovan-Portal (1240): Ein Meisterwerk mittelalterlicher Steinmetzkunst, das biblische Szenen, Alltagsbilder und fantastische Kreaturen in einem monumentalen Torbogen vereint. Die Figuren von Adam und Eva auf den Löwen sind ikonisch – und überraschend ausdrucksstark für das 13. Jahrhundert.
Im Inneren: Die Kapelle des seligen Johannes von Trogir (Ivan Orsini), ein Juwel der Renaissance. Die Skulpturen von Niccolò Fiorentino und Ivan Duknović gehören zu den besten in ganz Dalmatien.
Praktisch:
- Eintritt Kathedrale: Frei
- Eintritt Kapelle + Schatzkammer: 4 €
- Glockenturm: 3 € (Aufstieg lohnt sich für den Blick)
- Öffnungszeiten: Variiert, meist 8-19 Uhr im Sommer

Der Glockenturm
47 Meter hoch, 120 Stufen, und die beste Aussicht auf Trogir. Der Turm wurde über 200 Jahre hinweg erbaut – die unteren Stockwerke romanisch, die oberen gotisch, die Spitze Renaissance. Von oben siehst du das komplette Labyrinth der Altstadt, den Kanal, die Insel Čiovo und die Berge des Festlands.
Tipp: Der Aufstieg ist eng und steil. Nicht für Klaustrophobiker, aber machbar für alle mit normaler Kondition.
Der Hauptplatz (Trg Ivana Pavla II)
Der zentrale Platz Trogirs, benannt nach Johannes Paul II., der 1998 hier eine Messe feierte. Auf engstem Raum: die Kathedrale, die Stadtloggia, der Uhrenturm und das Rathaus. Im Sommer stehen hier die Tische der Cafés, und abends wird der Platz zur Bühne für Konzerte und Festivals.
Die Stadtloggia (Gradska Lođa) war jahrhundertelang das politische Zentrum Trogirs – hier wurden Urteile gesprochen, Verträge geschlossen und Neuigkeiten verkündet. Heute ist sie ein offener Pavillon mit Reliefs von Mestrović.
Der Kamerlengo-Turm
Die massive Festung am westlichen Ende der Insel wurde im 15. Jahrhundert von den Venezianern gebaut, um den Hafen zu schützen. Heute ist sie die Sommerarena Trogirs: Konzerte, Theater und Filmvorführungen unter freiem Himmel, mit der Altstadt als Kulisse.
Praktisch:
- Eintritt: 4 €
- Öffnungszeiten: April-Oktober täglich
- Tipp: Bei Sonnenuntergang kommen, auf den Turm steigen, und die Farben über der Adria genießen

Die Gassen und Paläste
Trogirs Altstadt besteht aus einem Gewirr von Gassen, die zwischen steinernen Palästen verlaufen. Viele davon sind privat, aber einige sind zugänglich:
Cipiko-Palast
Der größte und prächtigste Palast Trogirs, direkt gegenüber der Kathedrale. Die gotische Fassade mit dem berühmten Fenster (drei Öffnungen mit Säulen) ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren gibt es gelegentlich Ausstellungen.
Lucić-Palast
Versteckt in einer Seitengasse, beherbergt er das Stadtmuseum. Die Sammlung reicht von griechischen Fragmenten bis zu Barockgemälden – Trogirs Geschichte in Objekten.
Romanisches Haus
Eines der ältesten erhaltenen Wohnhäuser an der Adria. Die schlichte Fassade täuscht über das Alter hinweg: Das Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Die Uferpromenade (Riva)
Die Riva verläuft entlang der Südseite der Insel und ist Trogirs Wohnzimmer. Cafés, Palmen, Blick aufs Wasser und die Yachten im Hafen. Hier trifft man sich zum Kaffee, zum Aperitif und zum Sehen und Gesehen werden.
Am östlichen Ende liegt der Fischmarkt – morgens das beste Spektakel der Stadt. Fischer verkaufen ihren Fang direkt vom Boot, Hausfrauen feilschen, und du bekommst einen Einblick ins echte dalmatinische Leben.
Essen und Trinken
Trogir hat überraschend gute Restaurants für seine Größe – die Nähe zu Split und der Wohlstand der Segler-Touristen haben das kulinarische Niveau gehoben.
Konoba TRS
Versteckt in einer Gasse, lokal beliebt. Gegrillter Fisch, hausgemachte Pasta, und Wein aus der Region. Keine Speisekarte – der Wirt erklärt, was es gibt.
Alka
Direkt an der Riva, touristischer, aber zuverlässig gut. Meeresfrüchte, Pizza, und Blick aufs Wasser.
Konoba Tragurium
Gehobene dalmatinische Küche in einem historischen Gewölbe. Reservieren empfohlen.
Capo
Café am Hauptplatz, perfekt für Leute-Beobachtung. Der Espresso ist gut, die Position unschlagbar.
Nützliche Infos
Anreise
- Von Split: 30 km, ca. 30 Minuten mit dem Auto oder Bus (Linie 37)
- Vom Flughafen Split: 7 km, ca. 10 Minuten – perfekt für Ankunfts- oder Abreisetag
- Mit dem Boot: Fähren von Split und den Inseln
Parken
Der Altstadtkern ist autofrei, aber es gibt mehrere Parkplätze am Festland (direkt vor der Brücke):
- Parkplatz am Stadion: Groß, günstig
- Parkplatz an der Riva: Teurer, aber näher
- Straßenparkplätze: Zone 1-3, je nach Entfernung
Tipp: Im Sommer früh kommen oder etwas weiter parken. Die Insel ist winzig, aber die Parkplätze sind es auch.
Wie viel Zeit einplanen?
- 2-3 Stunden: Für die Highlights (Kathedrale, Turm, ein Kaffee)
- Halber Tag: Für entspanntes Erkunden mit Mittagessen
- Voller Tag: Wenn du auch Strände oder die Insel Čiovo einbeziehst
Beste Reisezeit
- Mai/Juni: Perfekt – warm, aber nicht überfüllt
- September: Mein Favorit – weniger Touristen, warmes Meer
- Juli/August: Heiß und voll, aber Festival-Stimmung am Abend
- Nebensaison: Ruhig, manche Restaurants geschlossen

Ausflüge und Kombinationen
Trogir + Split
Die klassische Kombination. Vormittags Trogir (solange es kühl ist), nachmittags Split mit Diokletianpalast und Riva. Oder umgekehrt, wenn du abends in Trogir essen willst.
Trogir + Strände
Die Insel Čiovo (über eine Brücke erreichbar) hat mehrere gute Strände. Okrug Gornji ist der bekannteste – Kies, klares Wasser, Strandbars. Weniger überlaufen: Die Buchten an der Südküste von Čiovo.
Trogir + Radtour
Die Gegend um Trogir ist flach und gut zum Radfahren. Von Split aus führt ein Küstenweg direkt nach Trogir – oder du fährst weiter die Küste entlang nach Primošten und Šibenik. Wer es sportlicher mag: Die große Tour von Poreč nach Pula zeigt, wie spektakulär Küstentouren in Kroatien sein können – ähnliche Landschaften, ähnlicher Charme.
Trogir + Krka
Der Nationalpark Krka ist 50 km entfernt – eine gute Kombination für einen vollen Tag. Morgens Trogir, mittags zu den Wasserfällen, abends zurück.
Übernachten in Trogir
Trogir hat weniger Hotels als Split, aber einige Perlen:
Palace Derossi
Boutiquehotel in einem venezianischen Palast. Wenige Zimmer, perfekte Lage am Hauptplatz.
Hotel Pasike
Familiengeführt, mitten in der Altstadt. Einfach, aber gemütlich.
Aparthotels auf Čiovo
Günstigere Alternative mit Pool und Strand. Fußweg nach Trogir über die Brücke.
Am Ende
Trogir ist das, was passiert, wenn Jahrhunderte Geschichte keine Platzprobleme kennen. Alles ist eng, verworren, übereinandergeschichtet – und genau das macht den Reiz aus. Für einen Halbtagesausflug ab Split ist Trogir perfekt, aber wer bleibt, entdeckt mehr: versteckte Innenhöfe, verlassene Kirchen, Restaurants ohne Touristen.
Die Nähe zum Flughafen macht Trogir außerdem ideal für den ersten oder letzten Tag in Kroatien. Statt im Transit zu warten, kannst du durch 2.300 Jahre Geschichte spazieren – und danach immer noch pünktlich am Gate sein.
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