Mljet: Die grünste Insel Kroatiens mit Nationalpark-Seen 2026
Inhalt
Mljet ist das Gegenteil von allem, was du von kroatischen Inseln erwartest. Keine Clubs, keine Promenaden voller Souvenirläden, kaum Hotels. Stattdessen: 90 Prozent Wald, zwei Salzseen mitten auf der Insel, ein Benediktinerkloster auf einer Insel im See, und eine Ruhe, die fast unwirklich ist. Mljet ist Kroatien für Menschen, die genug von Kroatien haben.

Warum Mljet besonders ist
Die Insel liegt zwischen Korčula und Dubrovnik, etwa 30 Kilometer vor der Küste. Der westliche Teil ist seit 1960 Nationalpark – einer der ältesten im Mittelmeerraum. Die Seen (Veliko und Malo Jezero – Großer und Kleiner See) sind eigentlich Meerwasser, das durch einen schmalen Kanal mit der offenen Adria verbunden ist. Das Wasser ist wärmer als das Meer, ruhiger, und schwimmt sich wie in einem riesigen Naturbad.
Der Rest der Insel ist bewaldet und dünn besiedelt. Ein paar Dörfer, ein paar Restaurants, viel Stille. Wer Party will, nimmt die falsche Fähre.
Der Nationalpark
Der Nationalpark nimmt das westliche Drittel der Insel ein. Eintritt kostet 20-25 € (je nach Saison), dafür bekommst du Zugang zu den Seen, den Wanderwegen und dem Boot zur Klosterinsel.

Veliko Jezero (Großer See)
Der größere der beiden Seen ist 145 Hektar groß und bis zu 46 Meter tief. Das Wasser ist smaragdgrün und warm – im Sommer bis zu 28 Grad. Du kannst schwimmen, Kajak fahren oder einfach am Ufer liegen.
In der Mitte des Sees liegt die Insel Sveta Marija mit einem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert. Ein Boot bringt dich alle 30 Minuten hinüber (im Parkticket enthalten). Das Kloster beherbergt heute ein Restaurant – du kannst zwischen romanischen Mauern Fisch essen.
Malo Jezero (Kleiner See)
Der kleinere See ist durch einen schmalen Kanal mit dem großen verbunden. Hier gibt es einen Badestrand und einen Kajakverleih. Der Kanal selbst ist ein Erlebnis: Das Wasser strömt je nach Tide mal in die eine, mal in die andere Richtung durch den engen Durchlass.
Wandern im Nationalpark
Montokuc (253m): Der höchste Punkt des Nationalparks. Etwa 1 Stunde Aufstieg von Mali Most (Kleine Brücke), oben 360-Grad-Blick über beide Seen und die offene Adria. Früh morgens oder abends, mittags ist es zu heiß.
Uferweg Veliko Jezero: 9 km rund um den Großen See. Flach, schattig, perfekt für Familien. Dauert 2-3 Stunden ohne Badestopps.
Küstenpfad zum Odysseus-Höhle: Außerhalb des Nationalparks, an der Südküste bei Babino Polje. Der Legende nach strandete Odysseus hier und verbrachte sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso. Die Höhle ist eindrucksvoll, der Weg steil.
Die Dörfer
Mljet hat keine Städte, nur Dörfer. Das größte – Babino Polje – hat 300 Einwohner. Die Atmosphäre ist entsprechend: ruhig, ländlich, entschleunigt.
Pomena
Das touristische Zentrum (was auf Mljet wenig heißt). Hier legt die Fähre aus Dubrovnik an, hier gibt es ein paar Hotels und den Haupteingang zum Nationalpark. Restaurants am Hafen servieren frischen Fisch.
Unterkunft-Tipp: Hotel Odisej – das einzige größere Hotel der Insel, direkt am Wasser, solide Mittelklasse.
Polače
Der andere Fährhafen, etwas östlicher. Hier stehen die Ruinen eines römischen Palastes – nicht spektakulär, aber atmosphärisch. Weniger touristisch als Pomena.
Sobra
Der größte Hafen der Insel, an der Nordküste. Fähren aus Dubrovnik und Pelješac halten hier. Wenig zu sehen, aber gute Konobas.
Babino Polje
Das eigentliche Dorfzentrum im Landesinneren. Hier leben die Mljeter ihr Alltagsleben fern von Touristen. Ein paar Geschäfte, eine Kirche, nicht viel mehr.
Strände auf Mljet
Mljet hat keine Sandstrände, aber wunderschöne Fels- und Kiesbuchten. Das Wasser ist überall kristallklar.

Die besten Badestellen
Soline (bei Babino Polje): Große geschützte Bucht mit heilendem Schlamm. Ja, Menschen schmieren sich hier mit Schlamm ein – angeblich gut für die Haut.
Sutmiholjska: Kleine Bucht mit Kies, flaches Wasser, perfekt für Kinder.
Blace: Abgelegen, nur zu Fuß erreichbar. Weiße Kiesel, türkises Wasser, fast immer leer.
Die Seen: Streng genommen keine Strände, aber die besten Badestellen der Insel. Das Wasser in Veliko und Malo Jezero ist wärmer und ruhiger als im Meer.
Essen auf Mljet
Die Küche ist einfach und gut: Fisch, Lamm, selbstgemachte Pasta, lokaler Wein. Restaurants gibt es wenige, Qualität ist kein Problem.
Konoba Ankora (Pomena): Direkt am Hafen, frischer Fisch vom Grill, faire Preise.
Stermasi (bei Soline): Familiengeführte Konoba abseits der Touristenrouten. Das Lamm kommt vom eigenen Hof.
Melita (Klosterinsel): Im ehemaligen Kloster, teurer, aber einzigartige Atmosphäre. Reservieren!
Tipp: Probier den Mljet-Wein – die Insel hat ihre eigenen Rebsorten.
Praktisches
Anreise
Fähre ab Dubrovnik: Katamaran (Jadrolinija oder Kapetan Luka) nach Sobra, Polače oder Pomena. Fahrzeit 1,5-2 Stunden. Im Sommer mehrmals täglich, im Winter reduziert.
Fähre ab Pelješac: Von Prapratno (Pelješac) nach Sobra. Kürzer, aber du musst erst nach Pelješac kommen.
Mit Auto: Möglich auf der Autofähre, aber nicht nötig. Die Insel ist 37 km lang, Roller oder Fahrrad reichen. Mietwagen gibt es am Hafen.
Entfernungen auf der Insel
Mljet ist 37 km lang, aber die meisten interessanten Orte liegen im westlichen Drittel. Die einzige Hauptstraße verbindet alle Dörfer – verlaufen ist unmöglich.
| Von | Nach | Entfernung | Mit Rad |
|---|---|---|---|
| Pomena | Polače | 5 km | 20 min |
| Polače | Babino Polje | 10 km | 40 min |
| Pomena | Sobra | 20 km | 1,5 h |
| Nationalpark-Eingang | Klosterinsel | 3 km | Boot inklusive |
Fortbewegung
Fahrrad: Ideal für die Insel. Leihräder am Hafen in Pomena und Polače. Im Nationalpark gibt es asphaltierte Wege.
Roller: Für die ganze Insel die beste Wahl. Miete ab 30 €/Tag.
Boot: Kajaks im Nationalpark mietbar. Auch Bootsausflüge um die Insel möglich.
Beste Reisezeit
Mai-Juni: Perfekt. Grün, warm, leer. Die Seen sind schon warm genug zum Schwimmen.
Juli-August: Heiß und voller (für Mljet-Verhältnisse). Mittags im Wald bleiben.
September-Oktober: Warm, ruhig, die beste Zeit. Herbstfarben im Wald.
Winter: Fähren fahren seltener, viele Restaurants geschlossen. Für Einsamkeitssuchende ideal.
Unterkunft
Hotels gibt es fast keine – Mljet ist Apartment-Territorium. Buche früh für den Sommer.
Hotel Odisej (Pomena): Das einzige “echte” Hotel. 157 Zimmer, Pool, direkt am Meer. Solide Mittelklasse.
Apartments: In allen Dörfern verfügbar. Babino Polje für Einsamkeit, Pomena/Polače für Nationalpark-Nähe.
Camping: Offizieller Campingplatz in Ropa bei Babino Polje. Basic, aber funktional.
Odysseus und die Nymphe
Der Legende nach strandete Odysseus auf Mljet und verbrachte sieben Jahre in der Höhle der Nymphe Kalypso. Die Odysseus-Höhle an der Südküste ist der angebliche Ort. Die Geschichte stammt aus Homers Odyssee, und mehrere Inseln im Mittelmeer beanspruchen sie für sich – aber Mljet hat immerhin die Höhle.
Die Höhle selbst ist beeindruckend: Ein großes Loch im Boden öffnet sich zum Meer. Bei ruhigem Wasser kannst du hineinschwimmen. Der Weg dorthin führt durch Macchia und über Felsen – feste Schuhe und Wasser mitnehmen.
Das Wichtigste
Mljet ist für Menschen, die genug von überlaufenen Inseln haben. Kein Nachtleben, keine Shoppingmeilen, kaum Unterhaltung außer Natur. Dafür: Schwimmen in warmen Salzseen, Wandern durch den ältesten Nationalpark der Adria, Essen in Konobas, die noch nie ein Influencer fotografiert hat.
Nimm dir mindestens zwei Tage Zeit. Ein Tagesausflug von Dubrovnik ist möglich, aber du verpasst das Beste: die Abende, wenn die Tagestouristen weg sind und die Insel dir gehört.
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