Murter Geheimtipps 2026: 12 Orte, die nur Einheimische kennen
- Redaktionsteam
- Inseln , Geheimtipps
- 23 Dec, 2025
Inhalt
Murter ist keine Geheimtipp-Insel mehr – dafür kennen zu viele die Kornati-Touren und den Strand Slanica. Aber die wirklich guten Ecken? Die kennen nur die Einheimischen und Wiederholungstäter. Hier sind die Orte, die du in keinem Reiseführer findest.
Die versteckten Buchten
Koromašna: Für Leute, die wirklich allein sein wollen

Die meisten Touristen haben von dieser Bucht noch nie gehört – und das soll so bleiben. Koromašna liegt im Nordwesten der Insel, der Zugang ist nur zu Fuß (20 Minuten Wanderung) oder mit dem Boot möglich. Keine Straße, kein Parkplatz, kein Hinweisschild.
Was dich erwartet: eine Felsenbucht, glasklares Wasser, absolute Stille. Im Hochsommer vielleicht fünf andere Menschen, außerhalb der Saison niemand. Der Meeresboden ist in fünf Metern Tiefe sichtbar. Bring alles mit – Wasser, Essen, Sonnenschutz. Hier gibt es nichts außer Natur.
So kommst du hin: Parke beim Campingplatz Kosirina und folge dem Pfad Richtung Nordwesten. Nach der ersten Bucht geht’s weiter – Koromašna ist die übernächste. GPS-Koordinaten helfen, der Weg ist nicht markiert.
Čigrađa: Der Geheimtipp mit Infrastruktur
Čigrađa ist der Kompromiss für alle, die versteckte Buchten mögen, aber nicht auf ein kaltes Getränk verzichten wollen. Die kleine Bucht nördlich von Murter-Stadt hat sandigen Untergrund (selten auf Murter!), windgeschütztes Wasser und ein kleines Restaurant, das Getränke und einfache Gerichte serviert.
Das Besondere: Die Bucht ist flach genug für Kinder, aber die Unterwasserwelt ist fantastisch zum Schnorcheln. Zwischen den Felsen tummeln sich Fische, die du an den überfüllten Stränden nie siehst.
Der Trick: Der Schotterweg schreckt viele ab. Wer ihn nimmt, wird belohnt. Mit dem Kajak oder SUP von Murter-Stadt aus ist Čigrađa in 20 Minuten erreichbar – noch schöner als mit dem Auto.
Die Buchten hinter Kosirina
Kosirina selbst ist kein Geheimtipp mehr – der Campingplatz hat den Strand bekannt gemacht. Aber links und rechts von Kosirina liegen kleinere Buchten, die zu Fuß erreichbar sind und selbst im August leer bleiben. Keine Namen, keine Schilder – einfach den Küstenpfaden folgen und schauen, was kommt.
Essen wie die Einheimischen
Konoba Kanata: Das Restaurant ohne Speisekarte

Bei Konoba Kanata in Betina gibt es keine Speisekarte. Der Koch kommt an deinen Tisch, fragt was du magst und was nicht, und serviert dann, was an diesem Tag frisch ist. Klingt riskant? Ist es nicht. In 15 Jahren hat sich noch niemand beschwert.
Die Terrasse liegt unter alten Olivenbäumen, mit Blick auf den historischen Hafen von Betina und die alten Holzboote. Das Essen ist dalmatinische Küche ohne Schnickschnack – aber perfekt zubereitet. Rechne mit 25-40 € pro Person, je nachdem was der Tag bringt.
Wichtig: Reservieren. Immer. Besonders im Sommer.
Konoba Pjero: Wo Einheimische feiern
Konoba Pjero wird von einem Ehepaar geführt, das jeden Gast wie einen alten Freund behandelt. Die Speisekarte ist kurz, weil nur das draufsteht, was sie wirklich gut können: Schwertfisch, Lammkoteletts, hausgemachte Pommes. Klingt simpel, schmeckt außergewöhnlich.
Das Restaurant ist schwer zu finden – frag einen Einheimischen, die kennen es alle. Die Preise liegen zwischen 5 und 20 Euro pro Gericht. Im August sitzen hier mehr Kroaten als Touristen, was alles sagt.
Fischmarkt Murter-Stadt: Morgens um 7
Wer wirklich frischen Fisch will, kommt morgens zum kleinen Fischmarkt am Hafen. Die Fischer verkaufen ihren Nachtfang direkt vom Boot – Sardinen, Makrelen, manchmal Oktopus oder Seebrasse. Preise wie vor 20 Jahren, Qualität wie nirgendwo anders.
Tipp: Sardinen kaufen, zurück ins Apartment, auf dem Grill brutzeln. Mit einem Glas Pošip schmeckt das besser als jedes Restaurant.
Kultur abseits der Touristenpfade
Betina: Ein ganzes Dorf als Geheimtipp

Die meisten Touristen übernachten in Murter-Stadt und fahren höchstens einmal zum Museum nach Betina. Ein Fehler. Betina selbst ist der Geheimtipp – ein Dorf, das seit dem 18. Jahrhundert vom Bootsbau lebt und sich kaum verändert hat.
Abends, wenn die Tagestouristen weg sind, verwandelt sich der Hafen. Einheimische sitzen vor den Bars, Kinder spielen auf der Promenade, Bootsbauer arbeiten an ihren Projekten. Im Hafen liegen 46 historische Holzboote – eine Freiluftausstellung, die nichts kostet und jeden Abend anders aussieht.
Das Muzej Betinske Drvene Brodogradnje (Museum des Holzschiffbaus) hat 2018 den Silletto Award als bestes europäisches Museum für Community-Engagement gewonnen. Kein verstaubtes Heimatmuseum, sondern lebendige Geschichten von Fischern und Bootsbauern. Der Eintritt lohnt sich.
Die Tunnel von Raduč
Auf dem höchsten Punkt der Insel (125 m) stehen die Überreste einer Militäranlage aus den 1930er Jahren. Was die meisten nicht wissen: Unter dem Gipfel verläuft ein 310 Meter langes Tunnelsystem, das in den Fels gehauen wurde.
Mit einer Taschenlampe kannst du die Tunnel erkunden – im Sommer eine willkommene Abkühlung. Die Anlage stammt aus der Zeit des Königreichs Jugoslawien und wurde später im Zweiten Weltkrieg genutzt. Kein offizielles Museum, keine Eintrittsgebühr – nur Geschichte zum Anfassen.
Kombination: Wandere zum Sonnenuntergang auf den Raduč, erkunde die Tunnel, und genieße dann die Aussicht auf die Kornaten im Abendlicht.
Colentum: Schnorcheln über der Antike

Die meisten Besucher von Colentum bleiben an Land und schauen sich die römischen Ruinen an. Der eigentliche Schatz liegt im Wasser: Ein Teil der antiken Stadt Colentum ist vor 2.000 Jahren im Meer versunken. Mit Schnorchel und Taucherbrille kannst du über Mauern, Amphoren-Fragmente und versunkene Strukturen schwimmen.
Das Wasser ist flach und ruhig – auch für Anfänger geeignet. Ein surreales Erlebnis, das es so an wenigen Orten der Welt gibt. Der Strand ist kostenlos zugänglich, nur der Multimedia-Guide (Augmented Reality) kostet extra.
Wann hingehen: Früh morgens oder spätnachmittags. Mittags ist das Licht zu grell für gute Unterwassersicht.
Aktivitäten für Insider
Kajak zu den Kornaten
Die großen Touristenboote fahren zu den Kornaten und legen an den immer gleichen Buchten an. Mit dem Kajak erreichst du Inseln und Buchten, die kein Ausflugsschiff ansteuert. Die nächsten Kornati-Inseln sind nur wenige Kilometer von Murter entfernt – für erfahrene Paddler ein Halbtagesausflug.
Wichtig: Die Strömungen zwischen den Inseln können stark sein. Nur bei ruhigem Wetter und mit Erfahrung. Kajaks können in Murter-Stadt und Jezera gemietet werden.
Die Insel mit dem Rad erkunden
Murter ist klein genug, um an einem Tag alle vier Dörfer mit dem Rad zu verbinden. Die Straßen sind ruhig, die Steigungen moderat, die Aussichten spektakulär. Wer nicht nur die Insel sehen will, findet im Hinterland noch mehr:
Die Von Vodice zum Zauber Murters Tour führt auf 43 Kilometern von Vodice über die Brücke nach Tisno und zeigt die ganze Vielfalt der Region – Fischerdörfer am Festland, die entspannte Inselatmosphäre, versteckte Buchten zum Baden zwischendurch.
Wer es landschaftlich dramatischer mag: Weg zum Panorama bringt dich auf 46 Kilometern zum Kamenjak-Aussichtspunkt über dem Vrana-See. Von oben siehst du den größten Süßwassersee Kroatiens, die Kornaten am Horizont und verstehst, warum diese Ecke Dalmatiens so besonders ist.
Nachtangeln mit Einheimischen
Frag in den Konobas oder am Hafen – manchmal nehmen Fischer Touristen mit zum Nachtangeln. Keine offizielle Tour, keine Buchungswebsite, einfach fragen. Was du fängst, wird am nächsten Tag gegrillt. Ein Erlebnis, das kein Geld der Welt kaufen kann, aber manchmal passiert es einfach.
Die beste Zeit für Geheimtipps
Juni: Der perfekte Monat
Im Juni ist Murter warm genug zum Baden, aber noch nicht überlaufen. Die Strände sind zur Hälfte gefüllt, die Restaurants haben Zeit für dich, die Preise sind niedriger als im Hochsommer. Die Einheimischen haben noch Geduld mit Touristen.
September: Die ruhige Alternative
Nach dem 1. September leert sich die Insel spürbar. Das Wasser ist noch warm vom Sommer, die Tage lang genug für Ausflüge, aber der Stress ist weg. Viele Restaurants und Strände sind noch offen, die Stimmung entspannter.
Winter: Für Hartgesottene
Im Winter leben auf Murter nur die Einheimischen. Viele Restaurants haben geschlossen, der Strand ist zu kalt zum Baden. Aber: Die Wanderwege sind leer, die Preise minimal, und du erlebst dalmatinisches Dorfleben pur. Nichts für Strandurlaub, aber perfekt für Ruhesuchende.
Was du vermeiden solltest
Slanica im August: Der bekannteste Strand der Insel ist im Hochsommer überfüllt. Handtuch an Handtuch, Musik aus allen Richtungen, Schlange an der Strandbar. Komm früh morgens (vor 9 Uhr) oder weiche auf andere Strände aus.
Die Brücke zur Stoßzeit: Die Zugbrücke bei Tisno öffnet täglich um 9 und 18 Uhr für Boote – dann staut sich der Verkehr. Plan deine Ankunft nicht auf diese Zeiten.
Nur Murter-Stadt: Die meisten Touristen bleiben im größten Ort und verpassen Betina, Jezera und die ruhigen Ecken der Insel. Murter ist klein genug, um alles zu sehen – nutze das.
Mehr zu Murter: Der komplette Murter-Guide mit allen Stränden, Restaurants und praktischen Infos.
Für Familien: Warum Murter perfekt für Kinder ist – inklusive der besten familienfreundlichen Strände.