Radfahren auf Kroatiens Inseln: Die 10 besten Insel-Touren (2026)
- Redaktionsteam
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- 06 Nov, 2025
Inhalt
Kroatiens Inseln sind wie gemacht fürs Radfahren. Wenig Verkehr, spektakuläre Küstenstraßen, Dörfer, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Die Herausforderung: Die meisten Inseln sind hügelig bis bergig. Aber genau das macht den Reiz aus – jeder Anstieg belohnt mit Panorama.

Welche Inseln eignen sich zum Radfahren?
Nicht alle Inseln sind gleich gut geeignet. Die Unterschiede sind enorm.
Ideal für Radfahrer:
- Krk (gute Infrastruktur, Brücke zum Festland)
- Pag (flacher als erwartet, spektakuläre Mondlandschaft)
- Murter (klein, aber fein, Brücke zum Festland)
- Ugljan/Pašman (flach, kurze Fähre von Zadar)
Anspruchsvoll, aber lohnend:
- Hvar (steil, aber wunderschön, Lavendelfelder)
- Korčula (hügelig, Weingüter im Inneren)
- Brač (Vidova Gora als Königsetappe)
- Cres/Lošinj (lang, wild, wenig Touristen)
Nur für Experten:
- Vis (steil, schlechte Straßen im Inneren)
- Lastovo (extrem hügelig, kaum Infrastruktur)
Krk: Die zugänglichste Insel
Krk ist per Brücke erreichbar – kein Fährticket, keine Wartezeiten. Die Insel bietet alles: Küstenradwege, Hinterland-Anstiege, Weindörfer.

Von Malinska zum Klippenzauber Vrbniks (44 km)
Die Königstour der Insel. Start an der touristischen Westküste in Malinska, Ziel ist Vrbnik – ein Dorf auf einer Klippe über dem Meer, berühmt für seinen Žlahtina-Wein.
Die Route führt durch das Inselinnere, vorbei an Olivenhainen und alten Steinmauern. Der letzte Kilometer nach Vrbnik ist steil – aber die Ankunft unvergesslich. Espresso auf der Klippe, unter dir das Meer, dazu ein Glas von dem Wein, der nur hier wächst.
Eckdaten:
- Distanz: 44 km
- Höhenmeter: 500 hm
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
- Untergrund: Überwiegend Asphalt, einige Schotterpassagen
Rundtour Baška – Stara Baška
Kürzere Alternative für einen halben Tag. Von Baška (Südküste) nach Stara Baška über Bergstraßen mit Blick auf den berühmten Kiesstrand und die vorgelagerten Inseln. 25 km, 400 hm, spektakuläre Aussichten.
Pag: Die Mondinsel
Pag sieht aus wie eine andere Welt. Karge Felsen, kaum Vegetation, Schafe überall. Die Insel ist überraschend flach im Süden – perfekt für entspanntes Radfahren.

Die Mondinsel (43 km)
Passender Name. Die Mondinsel-Route führt von Dinjiška nach Kolan – durch die charakteristische Karstlandschaft, vorbei an Schafherden und Trockenmauern.
Die Landschaft ist so karg, dass sich jede Kurve wie ein neues Kapitel anfühlt. Mittag in Kolan: Hier wird der Pager Käse (Paški sir) gemacht. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo Radtour und Käseverkostung sich organisch verbinden.
Eckdaten:
- Distanz: 43 km
- Höhenmeter: 410 hm
- Schwierigkeit: Mittel
- Besonderheit: Kaum Schatten – früh starten im Sommer
Novalja – Lun Olivenhaine
Die Halbinsel Lun im Norden von Pag beherbergt uralte Olivenbäume – manche über 1000 Jahre alt. Die Tour von Novalja nach Lun ist flach, kurz (20 km hin und zurück) und perfekt für Familien oder einen entspannten Nachmittag.
Hvar: Lavendel und Steigungen
Hvar ist anspruchsvoll. Die Insel ist schmal und lang, die Straßen führen oft über den Bergrücken. Aber wer die Anstiege schafft, wird mit Lavendelfeldern und Adriablick belohnt.

Hvar-Stadt – Stari Grad (25 km)
Die Verbindung zwischen den beiden Hauptorten. Die direkte Route über den Hügel ist kurz, aber steil (600 hm auf 25 km). Alternativ die Küstenstraße: Länger (40 km), aber flacher und mit mehr Badebuchten.
Im Juni blüht der Lavendel in den Feldern oberhalb von Stari Grad. Der Duft ist betörend, die Farben surreal. Wer im Sommer kommt, findet getrockneten Lavendel an jeder Ecke.
Tipp: Stari Grad hat den größeren Fährhafen (Verbindung nach Split). Tour planen: Split → Stari Grad, radeln nach Hvar-Stadt, Katamaran zurück nach Split.
Jelsa – Zavala (30 km)
Von der Nordküste zur Südküste über die Inselmitte. Die Straße windet sich durch Kiefernwälder und Weinberge, bevor sie steil nach Zavala abfällt. Unten: Eine der schönsten und unberührtesten Buchten der Insel. Baden, Mittagessen in der einzigen Konoba, Aufstieg zurück oder Wassertaxi nach Jelsa.
Brač: Der Gipfel der Adria
Brač hat den Vidova Gora – mit 778 Metern der höchste Punkt aller Adriainseln. Die Auffahrt ist die Königsdisziplin für ambitionierte Radfahrer.

Bol – Vidova Gora – Nerežišća (35 km)
Von Bol (berühmter Strand Zlatni Rat) zum Gipfel und weiter nach Nerežišća. 800 Höhenmeter auf 12 Kilometern bis oben – nichts für Anfänger. Aber die Aussicht: Zlatni Rat von oben, die gesamte Südküste, bei klarer Sicht bis nach Italien.
Die Abfahrt nach Nerežišća ist lang und gleichmäßig. Von dort Verbindung nach Supetar (Fähre nach Split) oder Rückkehr nach Bol.
Supetar-Rundtour (40 km)
Moderatere Alternative. Vom Fährhafen Supetar durch das Inselinnere nach Milna und zurück. Weniger Höhenmeter, mehr Olivenhaine und Steindörfer. Badepause in Milna.
Korčula: Wein und Geschichte
Korčula-Stadt ist ein Miniatur-Dubrovnik. Aber die wahren Schätze liegen im Inneren: Weingüter, Olivenölproduzenten, verschlafene Dörfer.

Korčula – Lumbarda – Račišće (50 km)
Rundtour durch den Ostteil der Insel. Von Korčula-Stadt nach Lumbarda (Sandstrand, Weingüter), weiter die Küste entlang nach Račišće und zurück über das Inselinnere.
Die Weingüter rund um Lumbarda keltern Grk und Plavac Mali. Verkostung ist fast Pflicht – aber dann lieber Rücktransport organisieren.
Eckdaten:
- Distanz: 50 km
- Höhenmeter: 600 hm
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
- Highlight: Sandstrand Lumbarda
Vela Luka – Korčula-Stadt (45 km)
Die Ost-West-Querung der Insel. Start in Vela Luka (Fährhafen für Verbindung nach Split), Ziel ist Korčula-Stadt. Die Route führt durch das landwirtschaftliche Herz der Insel – Weinberge, Oliven, kaum Touristen.
Ugljan und Pašman: Zwei Inseln, eine Tour
Nur 15 Minuten Fähre von Zadar. Die beiden Inseln sind über eine Brücke verbunden und bieten zusammen perfekte Tagestouren.

Die Doppelinseltour (49 km)
Die Insel Ugljan und Pašman Route ist ein Klassiker. Fähre von Zadar nach Preko (Ugljan), dann über beide Inseln, Rückfähre von Tkon (Pašman) nach Biograd.
Das Terrain ist sanft, die Distanzen machbar, die Aussichten auf die Kornaten-Inseln spektakulär. Eine der besten Einsteiger-Touren für Inselradeln.
Logistik:
- Fähre Zadar-Preko: Mehrmals täglich, 15 Minuten
- Fähre Tkon-Biograd: Stündlich, 25 Minuten
- Bus Biograd-Zadar: Regelmäßig, 30 Minuten
Murter: Klein aber oho
Murter ist über eine Drehbrücke mit dem Festland verbunden. Die Insel ist klein (nur 18 km²), aber die Aussichten auf den Kornati-Nationalpark sind unschlagbar.

Von Vodice zum Zauber Murters (43 km)
Die Route startet auf dem Festland in Vodice und führt über die Brücke auf die Insel. Rundtour durch alle vier Ortschaften, mit Panoramablick auf die Kornaten von mehreren Punkten.
Das Highlight: Der Sonnenuntergang von der Westküste über die vorgelagerten Inseln.
Praktische Tipps fürs Inselradeln
Fährfahrt mit Rad
Fahrräder sind auf allen kroatischen Fähren erlaubt. Kosten: 20-40 Kuna (3-5 €) zusätzlich zum Personenticket.
So funktioniert’s:
- Fahrradticket am Schalter kaufen (nicht online)
- Zur Fahrrad-Warteschlange (meist links vom Hauptbereich)
- Räder werden zuerst geladen
- Ausladen: Räder zuerst runter
Wichtig im Sommer: Bei beliebten Strecken (Split-Hvar, Zadar-Ugljan) füllen sich die Fahrradplätze schnell. Früh am Hafen sein.
Radverleih auf Inseln
Die meisten touristischen Inseln haben Verleih in den Hauptorten. Qualität variiert stark.
Tipp: Für anspruchsvolle Touren (Brač, Hvar) besser eigenes Rad mitbringen oder hochwertigen Verleih im Voraus buchen. Die 15€-Räder an der Strandpromenade sind für ernsthafte Touren ungeeignet.
E-Bikes sind auf allen Inseln im Vormarsch. Preise: 40-60 € pro Tag. Auf steilen Inseln wie Hvar oder Brač Gold wert.
Wasser und Verpflegung
Inseln haben weniger Infrastruktur als das Festland. Planen ist wichtiger.
- Mindestens 2 Liter Wasser mitnehmen
- Snacks einpacken – die nächste Konoba kann weit sein
- Dorfbrunnen haben meist Trinkwasser
- Im Sommer: Früh starten, Mittagshitze meiden
Beste Jahreszeit
Mai-Juni: Ideal. Nicht zu heiß, Lavendel blüht (Hvar), wenig Touristen.
Juli-August: Nur für Frühaufsteher. Ab 10 Uhr wird es auf den schattenlosen Inselstraßen brutal. Fähren voll, Radverleih ausgebucht.
September-Oktober: Perfekt. Wärme ohne Hitze, Weinlese auf Korčula und Hvar, ruhigere Fähren.
Meine Empfehlung
Für Einsteiger: Ugljan/Pašman – flach, kurze Fähre, machbar an einem Tag.
Für Ambitionierte: Brač mit Vidova Gora – der ultimative Adriaaufstieg.
Für Genießer: Korčula – Wein, Geschichte, moderate Anstiege.
Für Abenteurer: Pag – Mondlandschaft, kaum Touristen, völlig anders.
Egal welche Insel: Das Rad ist das beste Transportmittel, um Kroatiens Inseln wirklich zu erleben. Keine Parkplatzsuche, keine Mietwagenkosten, keine verpassten Aussichtspunkte. Nur du, das Rad und die Insel.