Radtouren in der Kvarner-Bucht: Inseln, Berge und Bären (2026)
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Kvarner
- 31 Dec, 2025
Inhalt
Die Kvarner-Bucht ist Kroatiens unterschätzte Ecke. Während alle nach Istrien oder Dalmatien fahren, liegt hier ein Radrevier, das es in sich hat: Die Insel Krk mit ihrem berühmten Žlahtina-Wein, das Velebit-Gebirge mit seinen wilden Wäldern und ein Bärenschutzgebiet, das du mit dem Rad erreichst. Dazu Strände, die noch nicht überlaufen sind.

Warum Kvarner?
Die Kvarner-Bucht liegt zwischen Istrien und Dalmatien – geografisch und charakterlich. Hier treffen mediterrane Küste und alpine Berge aufeinander. Die Insel Krk ist per Brücke erreichbar (einzigartig in Kroatien), das Velebit-Gebirge steigt direkt hinter der Küste auf 1.700 Meter, und die Bora – der berüchtigte Fallwind – macht die Region zu einem Ort mit Charakter.
Was dich erwartet:
- Die Insel Krk: Per Brücke erreichbar, Weinberge, mittelalterliche Städte auf Klippen
- Das Velebit-Gebirge: Wilder als alles andere an der Küste, Wölfe und Bären inklusive
- Senj und die Uskoken: Eine Stadt mit Geschichte und dem stärksten Wind Europas
- Weniger Touristen als in Istrien oder Dalmatien
Die beste Jahreszeit
Mai bis Juni: Ideal. Die Temperaturen liegen bei 22-28°C, Krk ist noch nicht überlaufen, und die Bergwiesen am Velebit blühen.
September: Perfekt. Weinlese auf Krk, warmes Meer, stabile Wetterlage. Die Bora ist seltener als im Winter.
Juli und August: Heiß an der Küste, aber die Berge bieten Abkühlung. Auf Krk wird es voll – früh starten!
Achtung Bora: Der Nordostwind kann jederzeit auftreten, besonders im Winter und Frühjahr. Bei Bora-Warnung (Sturmböen bis 200 km/h an der Küste!) ist Radfahren gefährlich. Wettervorhersage checken!

Die Insel Krk: Von Malinska nach Vrbnik
Die klassische Krk-Tour führt von Malinska im Westen nach Vrbnik im Osten – und wieder zurück. Dazwischen: das grüne Inselinnere mit Weinbergen und Olivenhainen, traditionelle Steindörfer und am Ende ein Städtchen, das dramatisch auf einer Klippe über dem Meer thront.
Vrbnik ist der Ort, an dem der Žlahtina-Wein wächst – ein frischer Weißwein, den es nur hier gibt. Die Reben stehen in der salzigen Meeresluft, die engen Gassen des Ortes sind die schmalsten Kroatiens (eine ist nur 43 cm breit!), und die Aussicht von der Klippe ist spektakulär.
Die Route verlässt Malinska über ruhige Landstraßen, steigt sanft ins Inselinnere auf und führt durch eine Landschaft, die mediterraner nicht sein könnte: Trockenmauern, Feigenbäume, verlassene Steinhäuser. In Vrbnik angekommen, hast du dir ein Glas Žlahtina verdient – am besten auf der Terrasse mit Blick aufs Meer.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 44 km (Rundkurs)
- Höhenmeter: 600 m rauf, 600 m runter
- Dauer: 4 Stunden
- Untergrund: Asphalt und befestigte Wege
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll
Die Höhenmeter sind nicht zu unterschätzen – Krk ist hügeliger als es aussieht. Ein E-Bike macht die Tour entspannter, ein normales Trekkingrad reicht aber aus. Für die Orientierung durch die Weinberge ist ein GPS-Track praktisch – die kleinen Wege sind nicht immer ausgeschildert.
Vom Meer zu den Bären: Senj nach Kuterevo
Das ist die Tour für Abenteurer: Von der Küste bei Senj hinauf ins Velebit-Gebirge, durch Wälder und Bergwiesen bis zum Bärenschutzgebiet Kuterevo. Eine Strecke, die in wenigen Stunden zwei Welten verbindet.
Senj ist eine Stadt mit Geschichte – hier lebten die Uskoken, Piraten-Krieger, die im 16. Jahrhundert das Mittelmeer unsicher machten. Die Festung Nehaj über der Stadt zeugt davon. Hier weht die Bora am stärksten in ganz Europa – an Sturmtagen werden Autos umgeworfen.
Von Senj geht es steil bergauf. Die Küste verschwindet, Eichen- und Buchenwälder übernehmen, die Luft wird kühler. Nach zwei Stunden Aufstieg erreichst du Kuterevo – ein Dorf, das für sein Bärenrefugium bekannt ist. Hier werden verwaiste Braunbären aufgezogen, die nicht mehr in die Wildnis zurückkönnen. Du kannst das Refugium besuchen und die Bären aus nächster Nähe sehen.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 41 km
- Höhenmeter: 1.340 m rauf, 810 m runter
- Dauer: 5 Stunden
- Untergrund: Asphalt und Gravel
- Schwierigkeit: Sehr anspruchsvoll
Das ist keine Tour für Anfänger. Der Aufstieg ist lang und steil, die Infrastruktur unterwegs minimal. Nimm genug Wasser und Verpflegung mit. Die Belohnung: Eine Landschaft, die wilder ist als alles andere an der kroatischen Küste. Wer sich die Strecke als GPX herunterladen will, findet dort auch Hinweise zu Wasserstellen und Einkehrmöglichkeiten.

Der Nationalpark Risnjak: Grüne Wälder über dem Meer
Zwischen der Küste und dem kontinentalen Kroatien liegt der Gorski Kotar – ein Mittelgebirge, das dichter bewaldet ist als jede andere Region des Landes. Mittendrin: der Nationalpark Risnjak, Heimat von Luchsen, Bären und Wölfen.
Die Tour startet in Crni Lug, einem Dorf am Rand des Nationalparks, und führt auf Waldwegen durch dichte Buchen- und Tannenwälder. Die Luft ist frisch, die Wege sind weich, und du begegnest mehr Rehen als Menschen. Zwischendurch öffnen sich Lichtungen mit Ausblicken auf die Berge – und bei klarer Sicht bis zur Küste.
Das ist kein Küstenradfahren – hier bist du in den Bergen, auch wenn das Meer nur eine Stunde entfernt ist. Die Wälder sind dicht, die Stille ist tief, und die Natur hat etwas Ursprüngliches, das du sonst in Kroatien selten findest.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 40 km (Rundkurs)
- Höhenmeter: 870 m rauf, 870 m runter
- Dauer: 4 Stunden
- Untergrund: Waldwege und Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
Ein Mountainbike ist Pflicht – die Waldwege sind teilweise rau. Nimm Mückenspray mit (im Wald kann es schwül werden) und eine Jacke (auch im Sommer ist es hier kühler als an der Küste). Die komplette Route mit Offline-Karte findest du zum Download.

Für die Planung
Anreise
Nach Krk: Von Rijeka über die Krk-Brücke (mautfrei seit 2020). Alternativ Fähre von Crikvenica nach Šilo.
Nach Senj: Auf der Küstenstraße von Rijeka (45 km) oder von Zadar (90 km).
Zum Risnjak: Von Rijeka nach Crni Lug (30 km). Der Nationalpark liegt direkt an der Straße nach Zagreb.
Fahrradverleih
Auf Krk gibt es Verleiher in Malinska und Krk-Stadt. In Senj und am Risnjak ist das Angebot begrenzt – am besten eigenes Rad mitbringen oder in Rijeka mieten.
Unterkünfte
Auf Krk: Hotels und Apartments in Malinska, Krk-Stadt, Baška. In Vrbnik gibt es kleine Pensionen mit Charakter.
Am Velebit: In Senj einige Hotels. In Kuterevo einfache Privatunterkünfte (Sobe).
Am Risnjak: Berghütten im Nationalpark, Hotels in Delnice (10 km).
Essen
Auf Krk: Fisch und Meeresfrüchte, dazu Žlahtina-Wein. Die Surlice (handgemachte Pasta) sind eine lokale Spezialität.
In Senj: Fischrestaurants am Hafen. Die Preise sind günstiger als auf den Inseln.
Im Gorski Kotar: Wild, Pilze, Forelle. Deftige Bergküche, die wärmt.
Kombinationen
Mit Opatija und Rijeka
Die eleganten Villen von Opatija und die lebhafte Stadt Rijeka sind perfekte Ausgangspunkte für Touren in der Region. Von Opatija ist Krk in 45 Minuten erreichbar, der Risnjak in 30 Minuten.
Mit den Inseln Cres und Lošinj
Die wilden Nachbarinseln von Krk sind per Fähre erreichbar und noch ursprünglicher. Cres hat eine der letzten Gänsegeier-Kolonien Europas, Lošinj ist bekannt für Delfine.
Mit den Plitvicer Seen
Der Nationalpark liegt nur 90 Minuten vom Gorski Kotar entfernt. Kombiniere Radfahren am Risnjak mit einem Besuch der Wasserfälle.
Was bleibt
Die Kvarner-Bucht ist das Kroatien, das die meisten übersehen. Hier treffen Meer und Berge aufeinander, hier wachsen Wein und Wälder nebeneinander, hier leben noch Bären und Wölfe. Mit dem Rad erlebst du diese Kontraste am intensivsten – vom Klippenstädtchen Vrbnik bis zum Bärenrefugium Kuterevo.
Mehr zur Region: Kvarner-Bucht Guide