Radfahren mit Kindern in Kroatien: Die 15 besten Familientouren (2026)
- Redaktionsteam
- Aktivitäten
- 20 Dec, 2025
Inhalt
Kroatien ist hügelig. Das schreckt Familien ab. Zu Unrecht. Denn zwischen den Bergen verstecken sich flache Täler, autofreie Bahntrassen und Inselstraßen, auf denen selbst Sechsjährige problemlos radeln können. Man muss nur wissen, wo.

Das Wichtigste für Familien
Bevor wir zu den Routen kommen: Ein paar Grundlagen fürs Radfahren mit Kindern in Kroatien.
Helm: Keine Pflicht, aber dringend empfohlen. Verleiher stellen meist Helme.
Sonnenschutz: Die adriatische Sonne ist brutal. Sonnencreme, Caps, genug Wasser.
Tempo: Kinder radeln langsamer. Plane halbe Erwachsenen-Distanz.
Pausen: Alle 5-8 km Stopp mit Highlight (Strand, Eisdiele, Spielplatz).
Verkehr: Hauptstraßen meiden. Küstenstraßen sind oft eng ohne Radweg.
Beste Zeit: Mai-Juni, September. Im Hochsommer wird es zu heiß.
Istrien: Paradies für Familienradeln
Istrien hat die beste Infrastruktur für Radfahrer in Kroatien. Ausgeschilderte Wege, E-Bike-Verleih überall, familienfreundliche Unterkünfte.
Parenzana: Der Klassiker (beliebige Länge)
Die ehemalige Schmalspurbahn von Triest nach Poreč ist heute ein Radweg. Der kroatische Abschnitt (Grožnjan – Poreč) ist perfekt für Familien: Autofreie Trasse, moderate Steigung (es geht tendenziell bergab Richtung Küste), Tunnel und Viadukte als Highlights.

Für Familien empfohlen:
- Grožnjan – Livade: 12 km, leicht bergab, Trüffel-Stopp in Livade
- Livade – Vižinada: 8 km, flach, durch Weinberge
- Vižinada – Poreč: 15 km, bergab zur Küste
Die gesamte Strecke (35 km) ist mit geübten Kindern ab 8 Jahren machbar. Jüngere Kinder: Teilstrecken.
Tipp: In Livade gibt es ein Restaurant mit Trüffel-Menü – auch für Kinder spannend, wenn sie das erste Mal echte Trüffel probieren.
Poreč Dorfrunde (17 km)
Die Poreč Dorfrunde ist eine der kürzesten Routen bei ridescouts und perfekt für Familien. Von Poreč ins nahe Hinterland, durch Olivenhaine und kleine Dörfer, zurück an die Küste.
Eckdaten:
- Distanz: 17 km
- Höhenmeter: ca. 150 hm (sanfte Hügel)
- Untergrund: Meist Asphalt, kurze Schotterabschnitte
- Highlights: Dorfbrunnen, Olivenhaine, Badestopp am Ende
Medulin – Kap Kamenjak (15 km)
Im Süden Istriens, rund um Pula. Das Kap Kamenjak ist Naturschutzgebiet mit felsigen Buchten und klarem Wasser.
Die Route von Medulin zum Kap ist flach und familienfreundlich. Am Kap: Baden in den Buchten, Klippen erkunden (Vorsicht mit kleinen Kindern), Safari-Bar für Erfrischungen.
Hinweis: Im Sommer voll. Früh morgens starten.
Kvarner: Inseln für Familien
Die Kvarner-Bucht hat familienfreundliche Inseln mit moderater Topographie.
Krk: Malinska – Njivice (12 km)
Der Nordwesten der Insel Krk ist relativ flach. Die Strecke von Malinska nach Njivice verläuft teilweise auf einem Radweg parallel zur Straße.

Für Familien:
- Flacher Küstenabschnitt
- Mehrere Strände zum Zwischenstopp
- Eisdiele in Njivice als Ziel
- Gleiche Strecke zurück oder Bus
Cres: Cres-Stadt Umrundung (8 km)
Die Umrundung des Hafens von Cres-Stadt ist kurz und einfach. Flacher Weg am Wasser, Fischerboote beobachten, Mittagessen am Hafen.
Für längere Touren ist Cres zu hügelig für Familien mit kleinen Kindern.
Dalmatien: Die flachen Abschnitte
Dalmatien ist bergig. Aber es gibt Ausnahmen.
Nin – Zaton (10 km)
Nördlich von Zadar liegt die Lagune von Nin. Der Radweg führt am Wasser entlang, vorbei an Salinen und Sandstränden.
Highlights für Kinder:
- Sandstrände (selten in Kroatien!)
- Flamingos in den Salinen (Frühling/Herbst)
- Therapeutischer Schlamm (ja, Kinder lieben es, sich einzuschmieren)
- Nin selbst: Kleinste Kathedrale der Welt

Vransko Jezero (15 km)
Der größte See Kroatiens, zwischen Zadar und Šibenik. Der Radweg am Westufer ist flach und autofrei.
Die Strecke von Pakoštane nach Vrana verläuft direkt am Wasser. Vögel beobachten (Reiher, Kormorane, im Winter sogar Flamingos), baden im See, Picknick am Ufer.
Tipp: Vogelbeobachtungsturm am Nordende des Sees – Fernglas mitnehmen.
Neretva-Delta (beliebige Länge)
Das Mündungsdelta der Neretva bei Ploče ist flach wie Holland. Kanäle, Mandarinenhaine, Fischerhütten – eine völlig andere Landschaft als der Rest Dalmatiens.
Radwege gibt es nicht offiziell, aber die Nebenstraßen sind verkehrsarm. Am besten mit lokalem Guide oder ausreichend Ortskenntnis.
Zadar-Inseln: Ugljan für Familien
Die Inseln vor Zadar sind familienfreundlich: Kurze Fähre, flache Strecken, wenig Verkehr.
Ugljan: Preko – Kali (10 km)
Vom Fährhafen Preko geht es auf der Inselstraße nach Kali. Die Strecke ist asphaltiert, wenig befahren, mit Blick auf Zadar.
In Kali: Fischerhafen, einfache Restaurants, Strand zum Baden.

Logistik:
- Fähre Zadar-Preko: 15 Minuten, mehrmals stündlich
- Fahrräder ohne Aufpreis
- Rückfahrt von Kali mit Bus zum Hafen Preko
Pašman: Inselquerung (8 km)
Von der Fähre in Tkon nach Neviđane auf der anderen Seite. Kurz, flach, mit Strandabschluss.
Slavonien: Flaches Hinterland
Der flachste Teil Kroatiens ist auch der am wenigsten touristische. Für Familien, die etwas anderes suchen.
Kopački Rit Umrundung (20 km)
Das Sumpfgebiet an der Donau-Drau-Mündung ist Naturparadies. Die Dammwege sind flach und autofrei.
Für Familien:
- Flaches Terrain
- Wildtierbeobachtung (Reiher, Störche, Hirsche)
- Bootsfahrt durch den Sumpf als Ergänzung
- Besucherzentrum mit Ausstellung

Baranja Weinroute (25 km)
Durch die Weinberge der Baranja, nördlich von Osijek. Sanfte Hügel, Weingüter (Traubensaft für die Kinder), traditionelle Dörfer.
Plitvice-Region: Abseits der Massen
Die Plitvicer Seen selbst sind kein Radgebiet. Aber die Umgebung hat familientaugliche Strecken.
Mrežnica-Tal (15 km)
Der Fluss Mrežnica fließt durch eine grüne Schlucht mit Badestellen. Die Straße parallel zum Fluss ist verkehrsarm und flach.
Start in Duga Resa, Fahrt flussaufwärts, Baden an einer der vielen Badestellen, Picknick, Rückfahrt.
Praktische Tipps
Fahrräder: Mitnehmen oder leihen?
Mitnehmen: Besser bei längeren Aufenthalten (ab 1 Woche), wenn die Kinder eigene Räder gewohnt sind, oder wenn spezielle Größen nötig.
Leihen: Praktischer für kürzere Aufenthalte. Kindersitze, Anhänger und Kinderräder gibt es in den meisten touristischen Orten.
Kosten Verleih:
- Kinderrad: 10-15 €/Tag
- Anhänger: 15-20 €/Tag
- Kindersitz: 5-10 €/Tag
- Familien-Package oft günstiger
Transport
Fähren: Fahrräder immer erlaubt, geringe Zusatzkosten (3-5 €).
Busse: Fahrradmitnahme möglich, aber nur wenige Stellplätze. Im Sommer früh buchen oder fragen.
Züge: Fahrräder erlaubt auf allen Strecken. Kapazität begrenzt.
Unterkünfte mit Fahrrad-Fokus
Manche Unterkünfte sind auf Radfahrer eingestellt:
- Sichere Fahrradabstellräume
- Werkzeug und Pumpe vorhanden
- Frühstück ab 6 Uhr für frühe Starts
- Kartenmaterial für Umgebung
In Istrien ist das Standard, in Dalmatien seltener. Vorher anfragen.
Notfall-Kit
Was auf Familientouren dabei sein sollte:
- Erste-Hilfe-Set
- Sonnencreme (hoher Faktor)
- Insektenspray
- Ersatzschlauch + Pumpe
- Snacks (mehr als geplant)
- Wasser (2 Liter pro Kind)
- Kopfbedeckung
Die Top 5 für Familien
- Parenzana (Istrien) – Der Klassiker: autofrei, bergab, Tunnel
- Nin-Lagune (Zadar) – Sandstrände, Flamingos, flach
- Ugljan (Zadar-Inseln) – Kurze Fähre, wenig Verkehr, Meer
- Poreč Dorfrunde (Istrien) – Kurz, sanft, Belohnung am Ende
- Kopački Rit (Slavonien) – Natur pur, Wildtiere, flach
Was alle gemeinsam haben: Kein Verkehr, machbare Distanzen, Highlights für Kinder unterwegs.
Unser Fazit
Kroatien ist mit Kindern machbar – aber nicht überall. Die Küstenstraßen sind zu gefährlich, die Berge zu steil. Doch die Ausnahmen sind fantastisch: Die Parenzana, die Lagunen bei Nin und Vransko Jezero, die kleinen Inseln bei Zadar.
Der Schlüssel: Kurze Etappen, viele Pausen, klares Ziel mit Belohnung (Strand, Eis, Spielplatz). Kinder messen nicht in Kilometern, sondern in Erlebnissen. Kroatien liefert beides – wenn man weiß, wo.