Fotografieren in Kroatien: Die 20 besten Fotospots und Aussichtspunkte 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitäten , Reisetipps
- 18 Oct, 2025
Inhalt
Kroatien ist ein Land, das für die Kamera gemacht scheint: türkisfarbenes Wasser gegen weiße Steinküsten, mittelalterliche Städte vor dramatischen Bergen, Wasserfälle, die durch grüne Schluchten stürzen. Jede Jahreszeit bringt neue Motive, jede Region ihren eigenen Charakter. Hier sind die Orte, die Fotografen nicht verpassen sollten – mit praktischen Tipps für die besten Aufnahmen.

Dalmatien
Dubrovnik – Die Stadtmauern
Die Altstadt von Dubrovnik ist fotogen aus jedem Winkel, aber die besten Aufnahmen entstehen von den Stadtmauern selbst. Der Rundgang bietet Perspektiven auf die terrakottafarbenen Dächer, das blaue Meer, die dramatischen Küstenfelsen.

Beste Zeit: Früher Morgen (direkt nach Öffnung um 8 Uhr) für weiches Licht und wenige Menschen. Oder spätnachmittags, wenn die Sonne die Dächer in Goldtöne taucht. Die Mittagsstunden sind zu kontrastreich und überfüllt.
Der Geheimtipp: Vom Fort Minčeta (höchster Punkt der Mauer) hast du den kompletten Überblick. Aber der beste Moment ist, wenn du die Nordseite erreichst und die Altstadt gegen das Meer fotografieren kannst.
Praktisches:
- Eintritt: 35€
- Stativ technisch erlaubt, aber auf den engen Wegen problematisch
- Drohnen verboten
Srđ-Berg über Dubrovnik
Für das klassische Postkartenmotiv musst du hoch hinaus. Die Seilbahn auf den Srđ-Berg bietet den ikonischen Blick auf die komplette Altstadt, die vorgelagerte Insel Lokrum und die Elafiti-Inseln in der Ferne.
Beste Zeit: Sonnenuntergang, wenn die Stadt im warmen Licht liegt und die Lichter angehen. Bleib nach Sonnenuntergang für die blaue Stunde – die beleuchtete Altstadt gegen den dunkelblauen Himmel ist spektakulär.
Der Geheimtipp: Die Aussichtsplattform ist überfüllt. Geh ein paar Meter den Weg hinauf zur Festung – weniger Menschen, ähnlicher Blick.
Praktisches:
- Seilbahn: 27€ (return), letzte Fahrt je nach Saison
- Alternativ: Autofahrt (kostenlos) oder Wanderung (ca. 1,5h)
- Stativ möglich und empfohlen für Nachtaufnahmen
Stiniva-Bucht (Vis)
Eine der meistfotografierten Buchten Kroatiens – und das zu Recht. Der schmale Felsspalt öffnet sich zu einem perfekten Kiesstrand, umrahmt von hohen Klippen. Das türkisfarbene Wasser kontrastiert dramatisch mit dem weißen Stein.

Beste Zeit: Vormittags, wenn die Sonne in die Bucht scheint und das Wasser leuchtet. Nachmittags liegt die Bucht im Schatten der Klippen.
Der Geheimtipp: Die Standardperspektive ist von oben, vom Parkplatz aus. Aber die besten Bilder entstehen vom Wasser aus – schwimm oder paddle hinaus und fotografier zurück zum Strand.
Praktisches:
- Anreise per Boot oder zu Fuß (steiler Abstieg, 20-30 Min)
- Drohnen in der Bucht oft störend für andere Besucher (bitte Rücksicht)
Zlatni Rat (Brač)
Das “Goldene Horn” ist Kroatiens berühmtester Strand – eine Landzunge, die je nach Wind und Strömung ihre Form verändert. Von oben (Drohne oder Hügel) ist das Motiv unverwechselbar.
Beste Zeit: Früher Morgen für ruhiges Wasser und wenige Menschen. Oder spätnachmittags, wenn die Kiesel golden leuchten.
Der Geheimtipp: Die meisten Fotos zeigen den Strand von der östlichen Seite. Aber die westliche Perspektive (mit dem Vidova Gora-Berg im Hintergrund) ist oft interessanter.
Praktisches:
- Für Luftaufnahmen: Vidova Gora (778m) ist mit dem Auto erreichbar und bietet den ultimativen Überblick
- Drohnenflug über dem Strand ist theoretisch erlaubt, aber sei diskret
Zadar – Meeresorgel bei Sonnenuntergang
Alfred Hitchcock sagte, Zadar habe den schönsten Sonnenuntergang der Welt. Die Meeresorgel (Morske orgulje) – Stufen, durch die das Meer Musik macht – ist der perfekte Vordergrund.

Beste Zeit: Die Stunde vor Sonnenuntergang. Die Menschen, die auf den Stufen sitzen, werden zu Silhouetten gegen den orangefarbenen Himmel.
Der Geheimtipp: Gleich neben der Meeresorgel ist der “Gruß an die Sonne” – eine Kreisfläche mit Solarpanelen, die abends leuchten. Kombinier beide Motive für einzigartige Bilder.
Istrien
Rovinj – Die farbige Altstadt
Rovinj ist Kroatiens fotogenste Kleinstadt: bunte Häuser drängen sich auf einer Halbinsel, überragt von der Kirche der heiligen Euphemia. Die Kombination aus venezianischer Architektur und adriatischem Licht ist unwiderstehlich.

Beste Zeit: Sonnenaufgang, wenn das warme Licht die Ostseite der Stadt trifft und die Fischerboote im Hafen noch still liegen.
Der Geheimtipp: Der klassische Blick ist vom Südhafen. Aber der Aussichtspunkt am Punta Corrente-Park (südlich der Stadt) bietet einen ungewöhnlicheren Winkel – die Stadt gegen die Inseln im Hintergrund.
Praktisches:
- Für Luftaufnahmen: Der Hügel oberhalb der Stadt (Richtung Monkodonja) ist erreichbar
- In der Altstadt selbst: Die engen Gassen sind schwierig zu fotografieren, aber charaktervoll
Motovun – Das Hügeldorf im Nebel
Motovun thront auf einem Hügel über dem Mirna-Tal. Im Herbst und Winter füllt Nebel das Tal, und die Stadt scheint über den Wolken zu schweben – ein surreales Motiv.
Beste Zeit: Herbstmorgen (September-November), wenn Bodennebel wahrscheinlich ist. Oder ganzjährig bei Sonnenuntergang, wenn die Hügel im goldenen Licht liegen.
Der Geheimtipp: Fahr auf die Straße nach Livade und halt an einem der Aussichtspunkte. Der Blick zurück auf Motovun, umgeben von Weinbergen und Wäldern, ist oft besser als die Nähe.
Praktisches:
- Für Nebelfotos: Komm früh, der Nebel löst sich oft bis 10 Uhr auf
- Im Sommer ist Nebel selten
Kap Kamenjak
Die südlichste Spitze Istriens: zerklüftete Felsen, versteckte Buchten, wildes Meer. Ein Paradies für Landschaftsfotografen, die Küstenlinien und Felsformationen suchen.

Beste Zeit: Sonnenuntergang, wenn das Licht die Klippen in warme Farben taucht. Oder bei Sturm, wenn die Wellen gegen die Felsen brechen.
Der Geheimtipp: Abseits der Hauptwege gibt es dutzende versteckte Buchten. Nimm dir Zeit zum Erkunden – die besten Motive findest du nicht auf Google Maps.
Nationalparks
Plitvice – Die Seen im Morgennebel
Plitvice ist das meistfotografierte Naturmotiv Kroatiens. Die Herausforderung: einzigartige Bilder machen, die nicht wie millionen andere aussehen.

Beste Zeit: Sonnenaufgang – aber die Tore öffnen erst um 7/8 Uhr. Nimm die erste Einlasszeit und geh direkt zu den unteren Seen, wo Nebel am wahrscheinlichsten ist. Herbst (Oktober-November) für Laubfärbung.
Der Geheimtipp: Die oberen Seen sind weniger überlaufen und fotografisch ebenso interessant. Der Große Wasserfall (Veliki Slap) ist ikonisch, aber die kleineren Kaskaden bieten mehr Variationsmöglichkeiten.
Praktisches:
- Stativ erlaubt, aber auf den Holzstegen im Weg
- Lange Belichtungen (für seidiges Wasser) am besten früh oder spät, wenn weniger Menschen
- ND-Filter empfohlen
Krka – Skradinski Buk
Der große Wasserfall der Krka ist dramatisch und zugänglich. Aber Achtung: In der Hochsaison ist der Bereich überfüllt.
Beste Zeit: Früher Morgen (erste Einlasszeit) oder später Nachmittag. Im Frühjahr, wenn der Wasserstand hoch ist.
Der Geheimtipp: Die Holzstege führen direkt an den Wasserfall. Aber die interessantesten Kompositionen entstehen von den seitlichen Aussichtspunkten – weniger offensichtlich, weniger Menschen im Bild.
Mljet – Die Klosterinsel
Der Nationalpark Mljet ist weniger überlaufen als Plitvice oder Krka. Der große See (Veliko jezero) mit dem Benediktinerkloster auf der Insel in der Mitte ist ein mystisches Motiv.

Beste Zeit: Früher Morgen, wenn der See spiegelglatt ist und das Kloster sich reflektiert. Oder spätnachmittags, wenn das Licht weich wird.
Der Geheimtipp: Leih dir ein Kajak und paddle um die Klosterinsel. Die Perspektive vom Wasser ist einzigartig.
Kvarner und Inseln
Lubenice (Cres)
Eines der dramatischsten Dörfer Kroatiens: ein paar Steinhäuser auf einer 378m hohen Klippe, darunter eine versteckte Bucht. Der Kontrast zwischen dem verlassenen Dorf und der wilden Landschaft ist fotografisch unwiderstehlich.
Beste Zeit: Sonnenuntergang, wenn die Klippen in Orangetönen leuchten. Die Sonne geht über dem Meer unter, das Dorf wird zur Silhouette.
Der Geheimtipp: Der Abstieg zum Strand (ca. 45 Min) bietet Perspektiven zurück aufs Dorf, die von oben nicht möglich sind.
Opatija – Die Lungomare-Promenade
Opatija ist habsburgische Eleganz am Meer: historische Villen, Parks, eine 12km lange Küstenpromenade. Weniger dramatisch als andere Orte, aber mit eigenem, nostalgischem Charme.
Beste Zeit: Früher Morgen für ruhige Szenen. Oder abends, wenn die Laternen die Promenade beleuchten.
Unbekannte Perlen
Telašćica-Naturpark (Dugi Otok)
Eine Bucht wie ein Fjord, umrahmt von 160m hohen Klippen. Auf der Landseite ein Salzsee, auf der Meerseite dramatische Steilwände.
Beste Zeit: Sonnenuntergang an den Klippen – das Licht auf dem weißen Stein ist spektakulär.
Rastoke (bei Slunj)
Ein Dorf, das zwischen Wasserfällen gebaut wurde. Die Mühlen und Häuser stehen auf Felsen zwischen den Kaskaden des Flusses Slunjčica. Ein surreales Motiv.

Beste Zeit: Früher Morgen, wenn Nebel über dem Wasser liegt. Oder nach Regen, wenn die Wasserfälle kraftvoll sind.
Ston – Die Mauer und die Salinen
Die Mauer von Ston ist die längste in Europa (nach der Chinesischen). Der Blick von oben auf die weißen Salzbecken ist grafisch und ungewöhnlich.
Beste Zeit: Spätnachmittags, wenn die Salinen in warmen Farben leuchten. Der Aufstieg auf die Mauer dauert ca. 1 Stunde.
Fotoausrüstung für Kroatien
Was mitnehmen
Objektive:
- Weitwinkel (16-35mm) für Landschaften, Architektur, Innenräume
- Telezoom (70-200mm) für Details, komprimierte Perspektiven
- Eventuell Makro für Natur-Details
Filter:
- Polfilter: Unverzichtbar für das türkisfarbene Wasser
- ND-Filter: Für Langzeitbelichtungen an Wasserfällen
Stativ:
- Leicht, aber stabil
- Wichtig für Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtungen
- Auf Holzstegen und Mauern manchmal problematisch
Sonstiges:
- Ersatzakkus (Hitze frisst Akkuleistung)
- Reinigungstuch (Salzwasser-Spritzer)
- Regenschutz (Sommergewitter sind häufig)
Drohnen
Drohnenflug ist in Kroatien reguliert. Die Regeln kurz:
- Registrierung: Erforderlich für Drohnen über 250g
- Verbotszonen: Nationalparks, Flughäfen, Militär, dicht besiedelte Gebiete
- Genehmigung: Für kommerzielle Nutzung nötig
In der Praxis: Viele fliegen ohne Genehmigung, aber das Risiko (Strafe, Beschlagnahmung) besteht. In touristischen Hotspots ist Diskretion wichtig – niemand will eine Drohne über dem Kopf.
Praktische Tipps
Licht
Das mediterrane Licht ist intensiv. Mittagssonne ist für die meisten Motive zu hart – goldene Stunde (Sonnenauf-/-untergang) und blaue Stunde sind deine Freunde. Im Sommer bedeutet das: Früh aufstehen oder lange wach bleiben.
Menschen im Bild
Die touristischen Hotspots sind voll. Strategien:
- Früh kommen (erste Einlasszeit)
- Langzeitbelichtungen (Menschen verschwinden)
- Menschen als Teil der Szene akzeptieren
- Nebensaison wählen (Mai, September, Oktober)
Respekt
Fotografieren ist kein Freifahrtschein. Respektiere:
- Privateigentum
- Religiöse Stätten
- Menschen, die nicht fotografiert werden wollen
- Naturschutzregeln
Fazit
Kroatien ist ein Paradies für Fotografen – aber die besten Bilder entstehen nicht an den offensichtlichen Spots zur üblichen Zeit. Steh früh auf. Bleib nach Sonnenuntergang. Geh abseits der ausgetretenen Pfade. Und nimm dir Zeit: Die perfekte Lichtsituation kann Minuten dauern oder Stunden – wer wartet, wird belohnt.
Die Technik ist sekundär. Was zählt, ist das Sehen: die Linien, die Farben, das Licht, den Moment. Kroatien liefert die Motive – du musst sie nur finden.
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