Nin: Königsstadt, Sandstrände & heilender Schlamm 2026
- Redaktionsteam
- Dalmatien , Reisetipps
- 21 Oct, 2025
Inhalt
Nin ist einer dieser Orte, die mehr Geschichte in sich tragen, als ihre Größe vermuten lässt. Diese winzige Stadt auf einer Insel – verbunden mit dem Festland durch zwei Steinbrücken – war einst die Hauptstadt des kroatischen Königreichs. Hier wurden Könige gekrönt, hier stand die älteste kroatische Kirche, hier wurde die glagolitische Schrift gepflegt. Heute ist Nin ein verschlafenes Städtchen mit 1.500 Einwohnern, umgeben von Salzwiesen, Sandstränden und Heilschlamm.

Warum Nin?
Die meisten Touristen fahren an Nin vorbei – die Autobahn führt direkt nach Zadar, nur 17 Kilometer südlich. Das ist ein Fehler. Nin bietet, was Zadar nicht hat: Sandstrände (selten in Kroatien!), Ruhe, und eine Geschichte, die jede dalmatinische Stadt in den Schatten stellt.
Nin war das religiöse und politische Zentrum Kroatiens im frühen Mittelalter. Sieben kroatische Könige wurden hier gekrönt, darunter Tomislav, der erste König. Die Stadt hatte einen Bischofssitz, bevor Zagreb existierte. Erst die Osmanen-Bedrohung im 16. Jahrhundert beendete Nins Bedeutung – die Venezianer sprengten die Stadt lieber, als sie den Türken zu überlassen.
Was übrig blieb, ist ein Ort, der seine Größe nicht aus Monumenten zieht, sondern aus der Stille zwischen den Steinen.
Die Highlights
Die kleinste Kathedrale der Welt
Die Kirche des Heiligen Kreuzes (Sveti Križ) gilt als die kleinste Kathedrale der Welt – nur 36 Quadratmeter groß. Gebaut im 9. Jahrhundert, ist sie eines der ältesten kroatischen Bauwerke. Die Form ist ungewöhnlich: ein griechisches Kreuz mit einer Kuppel, die so konstruiert ist, dass das Licht an bestimmten Tagen (Frühlingsanfang, Sommeranfang) exakt durch die Fenster fällt – ein Kalender in Stein.

Die Kirche ist frei zugänglich, aber oft verschlossen. Frag im Tourismusbüro nach Öffnungszeiten oder einer Führung.
Statue von Grgur Ninski
Die mächtige Bronzestatue des Bischofs Grgur Ninski (Gregor von Nin) steht vor der nördlichen Stadtmauer. Geschaffen von Ivan Meštrović, Kroatiens berühmtestem Bildhauer, zeigt sie den Bischof, der im 10. Jahrhundert dafür kämpfte, dass in kroatischen Kirchen Kroatisch statt Latein gesprochen werden durfte – ein früher Kämpfer für Nationalsprache und Identität.
Der große Zeh: Die Legende sagt, dass das Berühren seines linken großen Zehs Glück bringt. Der Zeh glänzt golden – Millionen von Händen haben ihn poliert.
Die Salzwiesen
Nin ist für sein Salz bekannt – seit der Römerzeit wird hier Meersalz gewonnen. Die Salzwiesen (Solana Nin) liegen am Stadtrand und können besichtigt werden. Im Sommer schimmern die Becken rosa und weiß, der Geruch nach Salz und Meer liegt in der Luft.

Besuch: Kleine Führungen erklären die traditionelle Salzgewinnung. Im Shop kannst du das “Blume des Salzes” kaufen – die oberste, feinste Schicht, die von Hand abgeschöpft wird.
Archäologisches Museum
Das Museum zeigt Funde aus Nins glorreicher Vergangenheit: Schmuck, Waffen, Alltagsgegenstände der kroatischen Könige. Das Highlight ist ein originalgetreuer Nachbau eines altkroatischen Schiffes – die Art von Boot, mit der die frühen Kroaten die Adria befuhren.
Eintritt: Ca. 3-4 € Öffnungszeiten: Täglich im Sommer, eingeschränkt im Winter
Die Strände – Nins Geheimwaffe
Nin hat etwas, das in Kroatien selten ist: echte Sandstrände. Keine Kieselstrände mit Sand-Patches, sondern lange, flache Sandstrände mit türkisem Wasser und sanftem Einstieg – perfekt für Familien.
Kraljičina Plaža (Königinnenstrand)
Der berühmteste Strand Nins, benannt nach einer kroatischen Königin, die hier angeblich gebadet haben soll. 3 Kilometer weißer Sand, flaches Wasser, das sich schnell erwärmt, und der berühmte Heilschlamm am Strand.

Heilschlamm: Im flachen Wasser findest du Stellen mit dunklem, stinkendem Schlamm. Er soll gegen Rheuma, Arthritis und Hautprobleme helfen. Trag ihn auf, lass ihn in der Sonne trocknen, wasch ihn ab – fertig. Ob es wirkt? Die Einheimischen schwören darauf.
Infrastruktur:
- Parkplatz vorhanden (ca. 1 €/Stunde im Sommer)
- Strandbars und Restaurants
- Liegestuhl + Schirm ca. 10-15 €/Tag
- Duschen und Toiletten
Tipp: Der Strand ist lang – lauf 10 Minuten vom Haupteingang weg, und du hast Platz für dich allein.
Ždrijac
Stadtnaher Strand, zu Fuß von der Altstadt erreichbar. Kleiner als Kraljičina, aber praktisch für ein schnelles Bad zwischen Sightseeing.
Sabunike und Privlaka
Die Nachbarorte haben ebenfalls Sandstrände – weniger bekannt, weniger Infrastruktur, aber ruhiger.
Kitesurfen – Nins Sportszene
Die Lagune vor Nin ist eines der besten Kitesurfgebiete Kroatiens. Der flache, sandige Boden, der konstante Wind (Bura und Maestral) und das warme Wasser machen es ideal für Anfänger und Fortgeschrittene.
Surfschulen:
- Kitesurfing Nin
- Windchaser
- Preise: Anfängerkurse ab ca. 100-150 € für 3 Stunden
Beste Zeit: Mai-September, wenn die Winde berechenbar sind
Praktische Infos
Anreise
Von Zadar: 17 km, ca. 20 Minuten mit dem Auto. Bus möglich, aber unpraktisch.
Von Zagreb: Ca. 280 km, gut 3 Stunden über die Autobahn.
Flughafen: Zadar Airport ist 20 Minuten entfernt.
Parken
Im Sommer ist Parken schwierig. Die Altstadt ist autofrei. Parkplätze:
- Am Strand Kraljičina (gebührenpflichtig)
- Am Festland vor den Brücken (kostenlos, aber weit)
- Tipp: Früh kommen oder spät – mittags ist alles voll
Unterkunft
Nin hat keine großen Hotels – Unterkünfte sind private Apartments und Pensionen. Das ist Teil des Charmes: keine Bettenburgen, keine Touristenmassen.
Empfehlungen:
- In der Altstadt: Romantisch, aber wenig Auswahl
- Bei Kraljičina Plaža: Praktisch für Strandurlauber
- Privlaka/Sabunike: Ruhiger, günstiger, eigenes Auto nötig
Preise: Apartments ab ca. 50-80 € pro Nacht im Sommer.
Beste Reisezeit
Juni & September: Perfekt. Warm genug für den Strand, entspannt am Wasser.
Juli & August: Voll, besonders an Wochenenden (viele Tagesausflügler aus Zadar).
Mai & Oktober: Zu kühl zum Baden, aber schön zum Erkunden.
Essen & Trinken
Nin ist klein – die Auswahl ist begrenzt, aber solide. Fisch und Meeresfrüchte dominieren.
Empfehlungen:
- Konoba Branimir: Traditionelle dalmatinische Küche, guter Fisch
- Zrinski: Direkt am Wasser, toller Sonnenuntergang
- Restaurant Lorenzo: Gehobener, aber nicht überteuert
Lokale Spezialität: “Ninski šokol” – geräucherter Schweinenacken, eine lokale Delikatesse.
Tagesausflug oder mehr?
Nin lohnt sich als Tagesausflug von Zadar – die Altstadt ist in 2-3 Stunden gesehen, danach ab an den Strand. Aber wenn du Ruhe suchst und Sandstrände liebst, ist ein längerer Aufenthalt (3-5 Nächte) eine gute Alternative zum trubeligen Zadar.
Nin ist der Ort für Leute, die Kroatien ohne Massen wollen. Keine Instagram-Hotspots, keine Kreuzfahrtschiffe, keine überfüllten Plätze. Nur Geschichte, Sand und das flache, warme Wasser der Lagune.
Kombinationen
Nin + Radtour durch die Ravni Kotari
Nin ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Erkundung des dalmatinischen Hinterlandes. Die Straßen der Ravni Kotari führen auf 114 km durch die fruchtbare Ebene zwischen Küste und Velebit – vorbei an Olivenhainen, Weinbergen und verschlafenen Dörfern bis nach Benkovac und zurück. Eine Tagestour für Rennradfahrer, die das authentische Dalmatien abseits der Strände erleben wollen.
Nin + Zadar
Die logische Kombination. Morgens Zadar (Meeresorgel, Altstadt), nachmittags Nin (Strand, Sonnenuntergang). Oder umgekehrt.
Nin + Nationalpark Paklenica
Paklenica liegt 45 Minuten nördlich – eine der besten Schluchten Kroatiens zum Wandern und Klettern. Morgens wandern, nachmittags in Nins Heilschlamm regenerieren.
Nin + Kornati-Inseln
Bootstouren zu den Kornaten starten von Zadar – kombiniere einen Tag auf dem Wasser mit einem Strandtag in Nin.
Meine Einschätzung
Nin ist der Ort, den Kroatien-Kenner empfehlen, wenn du nach “echtem Dalmatien” fragst. Hier gibt es keine Discos, keine Hotelketten, keine Massen. Hier gibt es eine winzige Königsstadt auf einer Insel, Sandstrände mit heilendem Schlamm, Sonnenuntergänge über den Salzwiesen und die Stille, die du in Dubrovnik oder Split nicht mehr findest.
Pack die Badesachen ein, vergiss den Sonnenschutz nicht, und fahr die 17 Kilometer von Zadar. Es lohnt sich.
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