Nationalpark Mljet: Die grünste Insel der Adria (2026)
- Redaktionsteam
- Nationalparks , Inseln , Dalmatien
- 05 Nov, 2025
Inhalt
Mljet ist die Insel, die Odysseus verzauberte – wenn man der Legende glaubt, verbrachte er hier sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso. Heute verzaubert Mljet andere: Die Insel ist zu zwei Dritteln von dichtem Wald bedeckt, zwei Salzseen liegen in ihrem Inneren, und ein Benediktinerkloster steht auf einer Insel im See. Mljet ist das Gegenprogramm zur touristischen Adriaküste – still, grün und zeitlos.

Die Insel der Superlative
Mljet ist nicht irgendeine grüne Insel. Sie ist die grünste. 90% sind mit Wald bedeckt, vor allem Aleppo-Kiefern und immergrüne Eichen. Die Luft riecht nach Harz und Salz, das Licht filtert durch die Baumkronen, und abseits der wenigen Orte hört man nichts außer Vögeln und dem Wind.
Der westliche Teil der Insel ist seit 1960 Nationalpark – einer der ältesten Kroatiens. Hier liegen die beiden Seen, das Kloster und die meisten Wanderwege. Der östliche Teil ist wilder und weniger besucht, mit kleinen Fischerdörfern und einsamen Buchten.
Die zwei Seen
Die Seen von Mljet sind eigentlich keine Seen. Es sind Meeresbuchten, die durch schmale Kanäle mit der offenen Adria verbunden sind. Das Wasser ist salzig, aber durch die geringe Verbindung zum Meer wärmer und ruhiger. Schwimmen in den Seen fühlt sich anders an – das Wasser trägt mehr, die Temperatur ist angenehmer, und Wellen gibt es praktisch nicht.
Veliko Jezero (Großer See): Der größere der beiden, bis zu 46 Meter tief, mit der Klosterinsel Sveta Marija in der Mitte.
Malo Jezero (Kleiner See): Flacher, wärmer, mit einem Kanal (Soline) verbunden, durch den Meerestiere ein- und ausschwimmen.
Die Klosterinsel – Herz des Parks

Mitten im Großen See liegt eine Insel, und auf dieser Insel steht ein Kloster aus dem 12. Jahrhundert. Die Benediktiner wählten diesen Ort für ihre Abgeschiedenheit – man kommt nur per Boot hin. Heute fahren kleine Elektrofähren im 15-Minuten-Takt über den See, und das ehemalige Kloster ist ein Restaurant.
Die Kirche ist noch original: romanische Mauern, ein kleiner Kreuzgang, Grabsteine von Mönchen. Die Atmosphäre ist kontemplativ, auch wenn im Sommer Touristen durch die Gänge strömen. Wer früh kommt oder zum Sonnenuntergang, hat die Insel fast für sich.
Tipp: Das Restaurant im Kloster ist teuer und mittelmäßig. Besser: Picknick mitbringen, auf den Stufen am Wasser essen.
Wandern auf Mljet
Der Nationalpark ist ein Wanderparadies. Gut markierte Wege führen um die Seen, durch die Wälder und zu Aussichtspunkten, von denen man die gesamte Insel überblickt.
Die besten Wanderungen
Rund um die Seen (12 km, 3-4 Stunden): Der Klassiker. Der Weg führt komplett um beide Seen, durch Pinienwald und vorbei an Badestellen. Flach und einfach, für alle Fitnesslevel machbar. Im Sommer früh starten – die Mittagshitze ist heftig.

Montokuc (253 m, 2-3 Stunden): Der höchste Punkt im Nationalpark. Der Aufstieg führt durch dichten Wald, oben öffnet sich der Blick über die Seen, die Insel und das offene Meer. Bei klarer Sicht sieht man bis nach Italien.
Zum Odysseus-Höhle (5 km, 2 Stunden): An der Südküste, außerhalb des Nationalparks, liegt die Höhle, in der Odysseus gelegen haben soll. Der Weg führt über steinige Pfade, die Höhle selbst ist mehr Bucht als Höhle – aber die Aussicht über die Klippen ist spektakulär.
Rad fahren im Park
Fahrräder können an den Parkeingängen gemietet werden (ca. 10 €/Stunde oder 30 €/Tag). Die Wege um die Seen sind asphaltiert und flach – perfekt für entspanntes Radeln mit Badepausen.
Route-Tipp: Vom Eingang Polače zum Mali Most (Kanal zwischen den Seen), dann rund um den Kleinen See, zurück über den Großen See mit Fährüberfahrt zur Klosterinsel.
Baden in Mljet
Das Wasser in den Seen ist wärmer als im Meer und absolut klar. Überall um die Seen gibt es Einstiege – von Felsen, Holzstegen oder kleinen Buchten.
Die besten Badestellen
Mali Most (Kleine Brücke): Der Kanal zwischen den Seen – hier kann man auf der Brücke stehen und in den starken Strom springen, der zwischen den Seen fließt. Vorsicht: Die Strömung ist kräftig, nur für gute Schwimmer.
Soline-Bucht: Am Eingang zum Meer, mit Schlickboden, der angeblich heilend wirkt. Das Wasser ist sehr flach und warm – ideal für Kinder.
An der Klosterinsel: Direkt neben dem Anleger kann man von den Felsen ins tiefe, klare Wasser springen.
Außerhalb des Parks: Die Buchten an der Süd- und Ostküste (Saplunara, Okuklje) haben Sandstrände und sind weniger besucht.
Praktische Informationen
Anreise nach Mljet
Per Fähre ab Dubrovnik: Die schnellste Verbindung. Der Katamaran von Jadrolinija braucht 1,5-2 Stunden nach Polače (Nationalpark-Eingang) oder Sobra (Mitte der Insel). Im Sommer täglich, in der Nebensaison weniger.
Per Fähre ab Korčula: Kürzer (45 Min nach Pomena), aber weniger Verbindungen.
Per Autofähre ab Prapratno (Pelješac): Für alle, die ein Auto mitbringen wollen. Die Fähre fährt nach Sobra, von dort 15 km zum Nationalpark.
Eintritt und Tickets
| Zeitraum | Erwachsene | Kinder 7-18 | Kinder unter 7 |
|---|---|---|---|
| Juni-September | 22 € | 7 € | Frei |
| April-Mai, Oktober | 18 € | 5 € | Frei |
| November-März | 10 € | 3 € | Frei |
Das Ticket beinhaltet die Fährfahrt zur Klosterinsel. Tickets am Eingang (Pomena, Polače) oder online.
Wo übernachten?
Die meisten Besucher kommen als Tagesausflug von Dubrovnik oder Korčula. Wer länger bleibt, hat die Insel abends fast für sich.
Im Nationalpark:
- Hotel Odisej (Pomena): Das einzige Hotel im Park, solider 3-Sterne-Standard, tolle Lage
- Private Apartments: In Pomena und Polače, über Booking.com buchbar
Außerhalb des Parks:
- Goveđari: Das größte Dorf, Unterkünfte und Restaurants
- Sobra: Am Fährhafen, praktisch für An- und Abreise
- Saplunara: Abgelegen, mit Sandstrand, für Ruhe-Suchende
Essen auf Mljet
Die Restaurants sind begrenzt, aber was es gibt, ist gut – vor allem Meeresfrüchte.
- Konoba Ankora (Pomena): Direkt am Hafen, frischer Fisch
- Restaurant Melita (Klosterinsel): Im Klostergebäude, teuer, aber atmosphärisch
- Konoba Galija (Polače): Familiengeführt, hausgemachte Pasta
- Stermasi (Sobra): Beste Küche außerhalb des Parks
Tipp: Für längere Aufenthalte eigenen Proviant mitbringen – die Auswahl ist begrenzt und die Preise hoch.
Der Osten der Insel
Der Nationalpark umfasst nur den Westen. Der Osten ist weniger besucht und wilder – perfekt für einen zweiten Tag.
Saplunara
Der einzige Sandstrand der Insel liegt ganz im Osten. Zwei Buchten, feiner Sand, türkises Wasser. Die Anfahrt ist umständlich (30 km Straße, teils unbefestigt), aber die Belohnung ist ein Strand, den man sich meist mit wenigen anderen teilt.
Odysseus-Höhle
An der Südküste, nur per Boot oder zu Fuß erreichbar. Die “Höhle” ist eigentlich eine eingestürzte Felsendecke mit Meerzugang – man kann hineinspringen und durch einen Unterwasserkanal ins Meer schwimmen.
Die Dörfer
Babino Polje, Blato, Korita – kleine Dörfer mit alten Steinhäusern, Gemüsegärten und einer Handvoll Bewohner. Hier lebt Mljet noch wie vor 50 Jahren.
Beste Reisezeit
Mai-Juni: Grün, mild, Wildblumen, wenig Touristen. Ideal für Wanderer.
Juli-August: Warm bis heiß, beste Badezeit, aber voller (relativ gesehen – Mljet bleibt ruhig). Fähren rechtzeitig buchen.
September: Perfekt. Warmes Wasser, goldenes Licht, leere Wege.
Nebensaison: Der Park ist ganzjährig geöffnet, aber Restaurants und Hotels schließen oft im Winter.
Was Mljet besonders macht
Mljet ist keine Insel für Action. Es gibt keine Wassersportanlagen, keine Clubs, keine Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn. Mljet ist für Menschen, die Natur wollen – echte, unberührte Natur. Die Pinien, die Seen, das Kloster. Das Gefühl, auf einer Insel zu sein, die sich in Jahrhunderten kaum verändert hat. Odysseus verbrachte hier sieben Jahre – und man versteht, warum er nicht weg wollte.