Wandern auf Murter: Küstenpfade, Aussichtspunkte & Geheimwege 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitäten , Inseln
- 18 Nov, 2025
Inhalt
Murter ist keine Wanderinsel im klassischen Sinn – kein Velebit, keine Gipfeltouren über 1000 Meter. Aber genau das macht den Reiz aus. Hier wanderst du durch mediterrane Macchia, entlang wilder Küsten und zu Aussichtspunkten, von denen du die Kornaten zählen kannst. Alles in Flip-Flop-Entfernung zum nächsten Strand.
Die Insel ist klein (18 km², 42 km Küste), aber überraschend abwechslungsreich. Olivenhaine, Steineichenwälder, Felsklippen, versteckte Buchten – und mittendrin ein Hügel mit verlassenen Militärtunneln aus der Zwischenkriegszeit.
Raduč: Der Klassiker mit Tunnelsystem

Der Raduč ist mit 125 Metern der höchste Punkt der Insel. Kein Alpengipfel, aber die Aussicht ist spektakulär: Du siehst die gesamte Murter-See, die Kornati-Inseln bis zum Horizont, das Velebit-Gebirge auf dem Festland, und bei klarem Wetter bis nach Zadar.
Der Aufstieg
Der markierte Weg beginnt beim Friedhof von Murter-Stadt. Folge der Straße bergauf, bis du die ersten Wegweiser siehst. Der Pfad führt durch dichte Macchia – Rosmarin, Salbei, wilde Kräuter, deren Duft im Sommer betäubend ist. Im Frühling blühen hier Orchideen und Alpenveilchen.
Nach etwa 30 Minuten lichtet sich die Vegetation, und du erreichst die ersten Überreste der Militäranlage. Betonbunker, Beobachtungsposten, zerfallene Mauern – die Anlage stammt aus den 1930er Jahren, als das Königreich Jugoslawien hier einen Stützpunkt errichtete.
| Detail | Info |
|---|---|
| Startpunkt | Friedhof Murter-Stadt |
| Distanz | ca. 4 km (hin und zurück) |
| Höhenmeter | ca. 100 m |
| Dauer | 1-1,5 Stunden |
| Schwierigkeit | Leicht |
Die Tunnel erkunden
Das eigentliche Highlight liegt unter der Erde: Ein 310 Meter langes Tunnelsystem, das in den Fels gehauen wurde. Die Gänge sind begehbar, aber dunkel – bring eine Taschenlampe mit. Im Sommer ist es drinnen angenehm kühl, während draußen 35 Grad herrschen.
Die Tunnel dienten als Munitionslager und Schutzräume. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie von verschiedenen Seiten genutzt, danach verfielen sie. Heute sind sie frei zugänglich – kein Museum, keine Eintrittsgebühr, nur roher Beton und Geschichte.
Tipp: Geh zum Sonnenuntergang hoch. Die Kornaten im Abendlicht, das Meer in Gold und Rosa – dafür lohnt sich jeder Schweißtropfen. Nach Einbruch der Dunkelheit siehst du die Lichter von Zadar am Horizont.
Küstenwanderung: Murter-Stadt nach Čigrađa

Diese Wanderung folgt der Nordküste der Insel, vorbei an Felsformationen, kleinen Buchten und durch duftende Pinienwälder. Das Ziel ist die versteckte Bucht Čigrađa – einer der schönsten Badeplätze der Insel.
Die Route
Starte am Hafen von Murter-Stadt und folge der Küstenstraße nach Norden. Nach dem letzten Haus beginnt ein Schotterweg, der sich durch Olivenhaine schlängelt. Die Aussicht öffnet sich: Links das türkise Meer, rechts die kargen Hügel der Insel.
Der Weg ist nicht immer markiert, aber die Küste ist dein Wegweiser. Du passierst mehrere kleine Buchten – perfekt für eine Abkühlung zwischendurch. Nach etwa 45 Minuten erreichst du Čigrađa: eine windgeschützte Bucht mit sandigem Grund, kristallklarem Wasser und einem kleinen Restaurant für Getränke.
| Detail | Info |
|---|---|
| Startpunkt | Hafen Murter-Stadt |
| Distanz | ca. 5 km (eine Richtung) |
| Höhenmeter | minimal |
| Dauer | 1-1,5 Stunden |
| Schwierigkeit | Leicht |
Variante: Wer nicht denselben Weg zurück will, kann von Čigrađa aus über den Innenweg zurück nach Murter-Stadt laufen – durch Olivenhaine und an alten Steinmauern vorbei. Macht eine schöne Rundtour von etwa 3 Stunden.
Von Betina nach Kosirina: Durch die Wildnis
Diese Tour führt dich in den unberührten Nordosten der Insel. Keine Touristenmassen, keine Strandbar – nur Macchia, Felsen und das Rauschen des Meeres.
Die Route
Starte im Bootsbauerdorf Betina und folge der Straße Richtung Norden. Nach dem Ortsausgang beginnt ein Feldweg, der durch dichten Buschwald führt. Die Vegetation ist hier ursprünglicher als im Westen der Insel – Steineichen, Wacholder, wilde Feigen.
Nach etwa einer Stunde erreichst du den Campingplatz Kosirina und dahinter den gleichnamigen Strand. Aber das eigentliche Ziel liegt weiter: Folge dem Küstenpfad nach links, und du erreichst mehrere namenlose Buchten, die selbst im Hochsommer leer sind.
Die Rückwanderung kannst du über den Höhenweg machen – von oben siehst du die gesamte Nordküste und die vorgelagerten Inseln.
| Detail | Info |
|---|---|
| Startpunkt | Betina Hafen |
| Distanz | ca. 8 km (Rundtour) |
| Höhenmeter | ca. 80 m |
| Dauer | 2,5-3 Stunden |
| Schwierigkeit | Leicht bis mittel |
Inselumrundung: Für Ausdauernde

Die komplette Umrundung der Insel ist möglich – aber anspruchsvoll. Nicht wegen der Höhenmeter, sondern wegen der Distanz und der teilweise weglosen Abschnitte.
Was dich erwartet
Die Küstenlinie von Murter ist 42 km lang. Nicht alles davon ist begehbar – manche Abschnitte führen über privates Grundstück oder enden an unpassierbaren Felsen. Die realistische Wanderroute ist etwa 25-30 km lang und kombiniert Küstenpfade, Feldwege und kurze Straßenabschnitte.
Du kommst durch alle vier Dörfer (Murter-Stadt, Betina, Jezera, Tisno), an den wichtigsten Stränden vorbei, und siehst die Insel von allen Seiten. Der Sonnenaufgang über dem Festland, die Mittagssonne über den Kornaten, der Sonnenuntergang hinter Tisno – alles an einem Tag.
| Detail | Info |
|---|---|
| Distanz | ca. 25-30 km |
| Höhenmeter | ca. 400 m (kumuliert) |
| Dauer | 7-9 Stunden |
| Schwierigkeit | Anspruchsvoll (Länge) |
Wichtig: Nimm genug Wasser mit (mindestens 3 Liter im Sommer), starte früh morgens, und plane Pausen in den Dörfern ein. Die Tour ist nichts für heiße Augusttage – besser im Frühjahr oder Herbst.
Vransko jezero: Tagesausflug ins Hinterland
Wer nach mehr Wandermöglichkeiten sucht, findet sie auf dem Festland. Der Naturpark Vransko jezero liegt nur 20 Autominuten von Murter entfernt und bietet Wanderwege durch eine völlig andere Landschaft.
Kamenjak-Aussichtspunkt
Der bekannteste Wanderweg im Park führt zum Kamenjak (308 m) – dem höchsten Punkt über dem Vrana-See. Von oben siehst du den größten Süßwassersee Kroatiens, dahinter die Kornaten und die glitzernde Adria. An klaren Tagen reicht der Blick bis zu den Inseln Dugi Otok und Pag.
Der Aufstieg dauert etwa 45 Minuten vom Parkplatz aus. Der Weg ist gut markiert und auch für Familien geeignet. Oben gibt es einen Aussichtsturm und Informationstafeln zur Vogelwelt des Sees.
Praktische Tipps
Beste Jahreszeit
Frühling (April-Mai): Die beste Zeit zum Wandern. Angenehme Temperaturen, blühende Macchia, grüne Landschaft. Das Meer ist noch kühl, aber zum Wandern perfekt.
Herbst (September-Oktober): Zweite ideale Zeit. Die Sommerhitze ist vorbei, das Meer noch warm genug für ein Bad nach der Wanderung. Weniger Touristen, ruhigere Wege.
Sommer (Juni-August): Möglich, aber nur früh morgens oder abends. Mittags ist es zu heiß – 35-40 Grad plus pralle Sonne auf schattenlosem Gelände. Der Raduč zum Sonnenuntergang ist eine Ausnahme.
Winter (November-März): Wanderbar, aber kühl und manchmal regnerisch. Die Bora kann heftig blasen. Dafür hast du die Wege komplett für dich allein.
Was du brauchst
- Festes Schuhwerk: Die Wege sind steinig, teilweise rutschig. Trekkingsandalen gehen, Flip-Flops nicht.
- Wasser: Mindestens 1,5 Liter pro Person, im Sommer mehr. Es gibt keine Quellen unterwegs.
- Sonnenschutz: Hut, Creme, Brille. Die mediterrane Sonne ist brutal.
- Taschenlampe: Für die Tunnel auf dem Raduč.
- Badesachen: Viele Wanderungen enden an Buchten – Abkühlung inklusive.
Navigation
Die Wege auf Murter sind nicht durchgehend markiert. Eine Offline-Karte (Maps.me, Komoot, oder ähnliches) ist hilfreich. GPS-Koordinaten für die wichtigsten Punkte:
- Raduč-Gipfel: 43.8178°N, 15.5847°E
- Čigrađa-Bucht: 43.8289°N, 15.5901°E
- Kosirina-Strand: 43.8356°N, 15.6012°E
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