E-Bike in Kroatien: Verleih, Touren und die besten Strecken für Elektrofahrräder (2026)
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- 29 Dec, 2025
Inhalt
E-Bikes haben Kroatien erobert. Was vor fünf Jahren noch Exotenware war, gehört heute zum Standardangebot jedes ambitionierten Fahrradverleihs. Der Grund ist simpel: Kroatiens Topographie ist anspruchsvoll. Küstenstraßen mit 12% Steigung, Hinterland-Anstiege zu Bergdörfern, Inseln mit mehr Höhenmetern als Flachland – mit Motor wird aus Quälerei Genuss.

Lohnt sich ein E-Bike in Kroatien?
Klare Antwort: Ja, besonders in diesen Situationen.
Auf den Inseln: Hvar, Brač, Korčula – alle haben steile Anstiege zu Aussichtspunkten und Dörfern im Landesinneren. Mit E-Bike erreichst du Orte, die ohne Motor Schwerstarbeit wären.
Im Hinterland: Das dalmatinische und istrische Hinterland ist hügelig bis bergig. E-Bikes machen Tagestouren von 60-80 km auch für Gelegenheitsradler machbar.
Bei Hitze: Im Sommer schont der Motor die Kräfte. Du schwitzt weniger, trinkst weniger, kommst weiter.
Mit unterschiedlich fitten Partnern: Klassisches Szenario – einer trainiert, einer nicht. E-Bike gleicht aus und verhindert Diskussionen am Berg.
Wo E-Bikes weniger Sinn machen: Auf flachen Küstenradwegen (Parenzana, Teile der dalmatinischen Küste) reicht ein normales Rad. Hier zahlst du Motor-Aufpreis für Unterstützung, die du nicht brauchst.
Preise und Verleih
Die Preise haben sich eingependelt. Erwarte diese Richtwerte:
| Zeitraum | Preis (E-Mountainbike) | Preis (E-Trekkingrad) |
|---|---|---|
| 4 Stunden | 25-35 € | 20-30 € |
| 1 Tag | 40-60 € | 35-50 € |
| 3 Tage | 100-150 € | 90-130 € |
| 1 Woche | 200-300 € | 180-250 € |
Städtische E-Bikes (City-Pedelecs) sind günstiger, aber selten sinnvoll – Kroatiens interessante Strecken verlangen Mountainbike- oder Trekking-Bereifung.

Verleih in Istrien
Istrien hat die dichteste E-Bike-Infrastruktur Kroatiens. Fast jeder größere Ort bietet Verleih.
Poreč: Mehrere Anbieter in der Altstadt und an Hotels. Parenzana-Strecke direkt vor der Tür.
Rovinj: Hochpreisiger, aber gute Qualität. Ideal für Touren ins Hinterland (Bale, Žminj).
Pula: Günstigere Preise als an der Westküste. Kap Kamenjak und Medulin gut erreichbar.
Motovun: Spezialisierte Anbieter für Hinterland-Touren. Oft kombiniert mit Trüffel-Erlebnis.
Verleih in Dalmatien
Split: Große Auswahl, vor allem rund um den Hafen und in Strandnähe. Für Touren ins Hinterland vorher reservieren.
Zadar: Wachsendes Angebot. Gut für Ausflüge in die Ravni Kotari und auf die Inseln (Fähre nach Ugljan).
Dubrovnik: Teuer, aber vorhanden. Die meisten Verleiher konzentrieren sich auf Cavtat und Konavle-Tal.
Omiš: Spezialisiert auf Cetina-Tal-Touren. Oft geführte E-Bike-Ausflüge im Paket.
Verleih auf Inseln
Hvar: Mehrere Anbieter in Hvar-Stadt und Stari Grad. Reservierung im Sommer unbedingt nötig.
Brač: Verleih in Bol und Supetar. Ideal für Tour zum Vidova Gora (höchster Inselpunkt der Adria).
Korčula: Kleineres Angebot, aber ausreichend. Fokus auf Weingüter im Inselinneren.
Krk: Gut erschlossen, Verleih in fast jedem Ort. Perfekt für Vrbnik und die Weingärten.
Geführte E-Bike-Touren
Wer nicht selbst planen will, bucht geführte Touren. Die Vorteile: Lokales Wissen, technischer Support, oft inklusive Verpflegung.

Istrien
Trüffel & E-Bike: Halbtagestouren kombinieren Radfahren durch Eichenwälder mit Trüffelsuche und anschließendem Essen. Ab 80 € pro Person, Saison September-November.
Parenzana Plus: Die alte Bahntrasse mit E-Bike, erweitert um Abstecher zu Aussichtspunkten und Dörfern, die vom normalen Radweg aus nicht erreichbar sind. Ganztagestouren ab 60 €.
Weinberg-Touren: Durch die Hügel rund um Motovun und Buje, mit Stopps bei Weingütern. Meist nachmittags, 4-5 Stunden, ab 70 € inklusive Verkostung.
Wer lieber selbst plant: ridescouts bietet GPS-Tracks für alle Istrien-Routen – einfach runterladen und losfahren.
Dalmatien
Cetina-Tal: Geführte Touren ab Omiš durch die Schlucht, oft kombiniert mit Badepause. Ab 50 € für halben Tag.
Split Hinterland: Ganztagestouren ins Mosor-Gebirge oder zur Cetina-Quelle. Ab 80 € mit Mittagessen in Konoba.
Zadar Inseln: E-Bike auf der Fähre nach Ugljan, geführte Runde über beide Inseln (Ugljan und Pašman), Rückfahrt mit anderer Fähre. Ab 70 € inklusive Fährtickets.
Die Insel Ugljan und Pašman Tour (49 km) ist auch ohne Guide machbar – mit E-Bike selbst für Anfänger schaffbar.
Dubrovnik-Region
Konavle-Tal: Die grüne Oase südlich von Dubrovnik. Geführte Touren besuchen Wassermühlen, Weingüter und traditionelle Dörfer. Ab 90 € für halben Tag.
Ston und Pelješac: Längere Tour zur Austerngegend und den Salzfeldern. Ganztag ab 120 €.
Für Selbstfahrer: Die Konavle Tal Tour (38 km) ist eine der besten E-Bike-Strecken der Region – Hügel, Weinberge, wenig Verkehr.
Die besten E-Bike-Strecken
E-Bikes brillieren dort, wo normale Räder kämpfen: Bei Anstiegen, auf längeren Distanzen, in hügeligem Terrain.

Istrien: Geschmack Istriens (56 km)
Rundtour ab Poreč durch das Hinterland. Ohne Motor anstrengend, mit E-Bike ein Genuss. Die Geschmack Istriens Route verbindet Olivenölproduzenten, Weingüter und traditionelle Konobas.
Die Steigungen sind moderat (ca. 600 hm auf 56 km), aber kontinuierlich. Genau das Profil, bei dem E-Bikes ihre Stärke ausspielen: Kein Krampf am Berg, mehr Energie fürs Genießen.
Kvarner: Von Malinska zum Klippenzauber Vrbniks (44 km)
Krk-Insel pur. Die Strecke führt von der Westküste quer über die Insel nach Vrbnik – jenem Weindorf, das auf einer Klippe über dem Meer thront. Mit normalem Rad eine Herausforderung, mit E-Bike ein Vergnügen.
Die Route endet mit Blick aufs Meer und einem Glas Žlahtina – dem Weißwein, der nur hier wächst.
Dalmatien: Zwischen Mauern und Salz (33 km)
Die Halbinsel Pelješac mit E-Bike. Start an den Mauern von Ston (zweitlängste Befestigungsanlage der Welt nach der Chinesischen Mauer), Ziel bei den Salzfeldern, die seit 4000 Jahren betrieben werden.
Die Zwischen Mauern und Salz Tour ist kurz genug für einen halben Tag und vielfältig genug, um nicht langweilig zu werden.
Plitvice-Region: Von den Seen zu den Wassermühlen (39 km)
Die Plitvicer Seen kennt jeder – aber das Umland? Kaum einer. Mit E-Bike lässt sich die Region jenseits der Touristenmassen erkunden. Die Von den Seen zu den Wassermühlen Route führt zu traditionellen Mühlen, durch Wälder und Dörfer, die vom Massentourismus unberührt geblieben sind.
Akku-Reichweite: Was ist realistisch?
Die Frage aller E-Bike-Neulinge: Wie weit komme ich?
Kurze Antwort: 60-100 km, je nach Unterstützungsstufe und Terrain.
Längere Antwort: Es hängt ab von:
- Akkugröße (meist 500-625 Wh)
- Gewählter Unterstützungsstufe (Eco, Tour, Sport, Turbo)
- Höhenmetern
- Fahrergewicht
- Gegenwind
Für kroatische Verhältnisse (hügelig, oft warm):
- Eco-Modus: 80-100 km
- Tour-Modus: 60-80 km
- Sport-Modus: 40-60 km
- Turbo-Modus: 25-40 km
Tipp: In der Ebene Eco, am Berg Sport oder Turbo. So holst du das Maximum raus.

Laden unterwegs
Ladestationen sind in Kroatien noch rar. Aber:
- Die meisten Restaurants und Cafés erlauben das Laden (fragen!)
- Hotels und Apartments oft mit Steckdose auf Balkon/Terrasse
- Vollladung dauert 4-5 Stunden
- Schnelllader (2 Stunden auf 80%) nur bei spezialisierten Verleihern
Praktischer Tipp: Ladegerät immer mitnehmen. Während des Mittagessens 1-2 Stunden laden gibt dir 20-30 km extra Reichweite.
Transport: E-Bike und Fähre
E-Bikes dürfen auf alle kroatischen Fähren. Die Regeln sind dieselben wie für normale Räder.
Kosten: 20-40 Kuna (3-5 €) pro Fahrrad, unabhängig von Motor.
Boarding: Fahrräder werden zuerst geladen, an der Seite oder vorne. Einfach in der Fahrrad-Schlange anstellen.
Tipp: Bei beliebten Strecken (Split-Hvar, Zadar-Ugljan) in der Hochsaison früh am Hafen sein. Die Fahrradplätze sind begrenzt.
Beliebte E-Bike-Fährkombinationen:
- Zadar → Ugljan → Pašman → Biograd (verschiedene Fähren)
- Split → Supetar (Brač) → Mountainbike zum Vidova Gora
- Orebić → Korčula → Weingüter-Tour
Tipps für E-Bike-Anfänger
Falls du zum ersten Mal mit E-Bike unterwegs bist:
Bremsen: E-Bikes sind schwerer als normale Räder. Bremswege sind länger, besonders bergab. Früher bremsen als gewohnt.
Kurven: Das höhere Gewicht verändert das Kurvenverhalten. In den ersten Kilometern vorsichtig tasten.
Geschwindigkeit: Die Motorunterstützung endet bei 25 km/h. Bergab bist du genauso schnell (oder langsam) wie mit normalem Rad.
Reichweiten-Angst: Normal am Anfang. Mit der Zeit lernst du, den Akku einzuschätzen. Im Zweifelsfall früh auf Eco wechseln.
Helm: In Kroatien keine Pflicht, aber dringend empfohlen. E-Bikes erreichen höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten.
Zusammengefasst
E-Bikes machen Kroatien für alle zugänglich – nicht nur für trainierte Radsportler. Die Infrastruktur ist da: Verleih in allen touristischen Regionen, geführte Touren für Bequeme, GPS-Routen für Selbstständige.
Die beste Kombination? Leihrad vor Ort, GPS-Track aufs Handy, und los. Mit Motor wird aus dem steilen Anstieg nach Motovun ein Genuss statt Qual. Und am Ende bleibt mehr Energie fürs Wesentliche: Die Aussicht, das Essen, den Wein.
Nur eines noch: Auch mit Motor gilt Vorsicht auf Schotterpisten. Der Akku schiebt dich zwar bergauf – aber bergab auf losem Untergrund ist er keine Hilfe.