Schnorcheln in Kroatien: Die besten Spots an der Adria 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Dalmatien
- 07 Nov, 2025
Inhalt
Die Adria vor Kroatien ist ein Traum für Schnorchler: Sichtweiten von 30 Metern und mehr, Wassertemperaturen bis 26°C im Sommer, und eine Unterwasserwelt, die vom Seepferdchen bis zur Muräne alles bietet. Dazu kommen versunkene Wracks, Unterwasserhöhlen und Felsformationen, die aussehen wie von einem anderen Planeten. Maske auf, Kopf unter Wasser – und du bist in einer anderen Welt.

Warum Schnorcheln in Kroatien?
Die Adria ist kein tropisches Meer – keine bunten Korallen, keine Clownfische. Aber sie hat etwas, das viele tropische Gewässer nicht haben: Kristallklares Wasser mit Sichtweiten, die dich vergessen lassen, dass du in Europa bist. Die Felsenküste mit ihren Buchten, Höhlen und Grotten schafft Lebensräume für eine überraschende Vielfalt an Meereslebewesen.
Was du sehen kannst:
- Fische: Goldbrassen, Meerbarben, Lippfische, Muränen, Tintenfische, Oktopusse
- Seeigel: Überall an felsigen Küsten (Vorsicht beim Betreten!)
- Seesterne: Rot, orange, violett – versteckt zwischen Felsen
- Seepferdchen: Selten, aber möglich in Seegraswiesen
- Schnecken und Muscheln: Tritonshörner, Bohrmuscheln, Jakobsmuscheln
- Krebse: Langusten, Einsiedlerkrebse, Garnelen
Die besten Schnorchelspots
Kap Kamenjak (Istrien)
Das Naturschutzgebiet an der Südspitze Istriens ist der beste Schnorchelspot der nördlichen Adria. Die Halbinsel ist durchzogen von Buchten mit Felsformationen, die unter Wasser weitergehen – Höhlen, Überhänge, Tunnel. Das Wasser ist fast immer klar, und die Vielfalt an Fischen ist beeindruckend.
Beste Spots:
- Bucht Polje: Flach, sandig, perfekt für Anfänger
- Bucht Pinižule: Steile Felsen, tiefes Wasser, für Erfahrene
- Die Klippen an der Südspitze: Spektakulär, aber nur bei ruhiger See
Anfahrt: Von Pula ca. 30 Minuten. Eintritt ins Naturschutzgebiet ca. 5 € pro Auto.

Kornati-Inseln (Dalmatien)
Das Inselarchipel vor der Küste von Zadar besteht aus 89 Inseln – die meisten unbewohnt, viele ohne Vegetation, alle umgeben von kristallklarem Wasser. Die Kornaten sind ein Nationalpark, und das Meer ist entsprechend geschützt. Hier siehst du Fische, die anderswo längst weggefischt sind.
Beste Spots:
- Lavsa: Geschützte Bucht mit Sandgrund und Seegras
- Ravni Žakan: Steilküste mit Höhlen
- Mana: Beeindruckende Klippen über und unter Wasser
Wichtig: Die Kornaten erreichst du nur per Boot. Tagestouren starten ab Zadar, Šibenik oder Murter.
Vis (Dalmatien)
Die Insel Vis war bis 1989 militärisches Sperrgebiet – keine Touristen, keine Bebauung, keine Überfischung. Das Ergebnis: Eine der am besten erhaltenen Unterwasserlandschaften der Adria. Die berühmte Blaue Grotte ist nur der Anfang.
Beste Spots:
- Stiniva: Die berühmte Bucht mit türkisem Wasser
- Blaue Grotte (Modra Špilja): Schnorcheln nicht erlaubt, aber davor schon
- Grüne Grotte (Zelena Špilja): Hier kannst du rein – und es ist magisch
- Bucht Srebrna: “Silberne Bucht” – der Name sagt alles
Anfahrt: Fähre von Split nach Vis (2,5 Stunden) oder Speedboot (1 Stunde).
Hvar und Pakleni-Inseln
Die Inselgruppe vor Hvar ist ein Schnorchel-Paradies: kleine Buchten, klares Wasser, wenig Touristen (zumindest abseits der Hauptstrände). Die Pakleni-Inseln sind per Taxiboot von Hvar-Stadt erreichbar.
Beste Spots:
- Palmižana: Pinienwald bis ans Wasser, Seegras, viele Fische
- Jerolim: FKK-Strand mit exzellentem Schnorcheln
- Zdrilca-Kanal: Der Kanal zwischen den Inseln – Strömung bringt Nährstoffe und Fische
Tipp: Miete ein kleines Boot und erkunde die Buchten auf eigene Faust.

Mljet (Süddalmatien)
Der Nationalpark Mljet ist bekannt für seine Salzwasserseen – aber die Küste der Insel bietet exzellentes Schnorcheln. Besonders die Südküste mit ihren Höhlen und Felsenformationen ist spektakulär.
Beste Spots:
- Saplunara: Sandstrand mit Seegras – hier leben Seepferdchen
- Die Südküste: Felsig, wild, nur per Boot erreichbar
- Odysseus-Höhle: Schnorcheln am Eingang möglich
Lokrum (bei Dubrovnik)
Die Insel vor Dubrovnik ist in 15 Minuten per Fähre erreichbar und bietet überraschend gutes Schnorcheln – überraschend, weil Dubrovnik so touristisch ist. Die Felsküste von Lokrum hat klares Wasser und eine Vielfalt, die du so nah an einer Großstadt nicht erwarten würdest.
Beste Spots:
- Toter See (Mrtvo More): Natürliches Felsbecken mit Zugang zum Meer
- Die Ostküste: Felsig, steil, nur zu Fuß erreichbar
Wann ist die beste Zeit?
| Monat | Wassertemperatur | Sicht | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Mai | 18-20°C | Sehr gut | ⭐⭐⭐⭐ |
| Juni | 21-24°C | Sehr gut | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Juli | 24-26°C | Gut | ⭐⭐⭐⭐ |
| August | 25-27°C | Gut | ⭐⭐⭐⭐ |
| September | 23-25°C | Sehr gut | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Oktober | 20-22°C | Sehr gut | ⭐⭐⭐⭐ |
Mein Favorit: September. Das Wasser ist noch warm (24°C), die Sicht ist exzellent (kein Plankton mehr vom Sommer), und die Strände sind leer.
Zu beachten: Im Juli und August kann die Sicht durch Planktonblüten eingeschränkt sein – besonders nach Stürmen.
Was du mitnehmen solltest
Must-have:
- Maske: Gut sitzend, mit Neopren-Band (normales Gummi rutscht)
- Schnorchel: Mit Spritzschutz und Ausblasventil
- Flossen: Optional, aber sie machen einen Unterschied
- Wasserschuhe oder Neoprensocken: Die Felsen sind scharf, die Seeigel schärfer
- Sonnenschutz: Rücken und Waden verbrennen schneller, als du denkst
- Unterwasserkamera: GoPro oder wasserdichte Handyhülle
Gut zu haben:
- Neoprenanzug (kurz): Wenn das Wasser unter 22°C ist oder du länger drin bleibst
- Tauchflagge/Boje: Für Bootsverkehr und längere Ausflüge
- Wasserfeste Tasche: Für Wertsachen am Strand
Sicherheitstipps
Seeigel: Sie sind überall auf felsigem Grund. Tritt nie barfuß auf Felsen im Wasser. Wenn du dich stichst: Stacheln mit Pinzette entfernen, desinfizieren. Im Zweifelsfall zum Arzt.
Strömungen: An der offenen Küste und in Kanälen zwischen Inseln können starke Strömungen auftreten. Informiere dich vorher, schwimm nie gegen die Strömung, sondern parallel zum Ufer.
Boote: Schnorcheln in Hafennähe oder Fahrwässern ist gefährlich. Die Bootsfahrer sehen dich nicht. Nutz eine Boje oder bleib in Strandnähe.
Quallen: Kommen vor, sind aber selten gefährlich. Die häufigste Art (Ohrenqualle) brennt kaum. Bei Nesselkontakt: Mit Salzwasser abspülen (kein Süßwasser!), Essig hilft.
Allein schnorcheln: Nicht empfohlen. Immer zu zweit, immer in Sichtweite.

Schnorcheln mit Kindern
Kroatien ist perfekt für Schnorchel-Anfänger und Kinder:
- Viele flache Buchten mit sandigem Grund
- Warmes Wasser im Sommer (bis 27°C)
- Viel zu entdecken auch in Ufernähe
Beste Spots für Familien:
- Kap Kamenjak (Bucht Polje)
- Saplunara auf Mljet
- Die Strände um Makarska (flach, sandig)
Tipps:
- Schwimmweste für Nichtschwimmer
- Wasserschuhe sind Pflicht (Seeigel!)
- Kurze Sessions (Kinder kühlen schneller aus)
- Sonnenschutz am Rücken nicht vergessen
Schnorcheln vs. Tauchen
Schnorcheln zeigt dir viel, aber nicht alles. Ab 10 Meter Tiefe wird es interessanter: Höhlen, Wracks, Langusten, Muränen. Wenn du mehr willst, probier einen Schnuppertauchkurs – gibt es in jedem größeren Küstenort.
Mehr dazu: Tauchen in Kroatien
Kombinationen
Schnorcheln + Bootstour
Die meisten Inseltouren (Kornaten, Pakleni, Elaphiten) beinhalten Schnorchelpausen. Perfekt, um mehrere Spots an einem Tag zu sehen.
Schnorcheln + Radtour
Wer die Küste auch über Wasser erleben will: Die Tour von Split nach Brela führt an einigen der besten Schnorchelspots der Makarska-Riviera vorbei. Morgens radeln, mittags schnorcheln, abends am Strand liegen.
Schnorcheln + Kajakfahren
Seekajak-Touren bringen dich in Buchten, die du zu Fuß nicht erreichst. Paddelst du hin, schnorchelst du, paddelst zurück. Anbieter gibt es in Dubrovnik, Split, Hvar und Istrien.
Ausrüstung kaufen oder mieten?
Kaufen: Wenn du öfter schnorchelst. Eine gute Maske (30-50 €) und ein Schnorchel (15-25 €) halten Jahre und passen besser als Leihausrüstung.
Mieten: An fast jedem größeren Strand möglich. Qualität variiert stark – prüf die Maske auf Kratzer und den Schnorchel auf Risse.
Tipp: Eigene Maske, Schnorchel leihen. Die Maske muss perfekt sitzen, der Schnorchel ist weniger kritisch.
Kurz gesagt
Schnorcheln in Kroatien ist kein Kompromiss – es ist ein echtes Erlebnis. Die Sichtweiten sind besser als in vielen tropischen Gewässern, die Wassertemperaturen angenehm, und die Vielfalt unter Wasser überrascht selbst erfahrene Schnorchler. Dazu kommt: Du brauchst keine Bootsstunden, keine teure Ausrüstung, keine Zertifikate – nur Maske, Schnorchel und eine der zahllosen Buchten, die dieses Land zu bieten hat.
Pack die Maske ein. Das Abenteuer beginnt, sobald du den Kopf unter Wasser steckst.
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