Inselhopping Kroatien 2026: Routen, Fähren & Geheimtipps
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 17 Dec, 2025
Inhalt
Kroatien hat über 1.200 Inseln. Davon sind 47 bewohnt, und ein Dutzend lohnt sich wirklich. Das Problem: Die meisten Besucher schaffen nur eine – Hvar, wenn sie trendy sein wollen, Krk, wenn sie mit dem Auto kommen. Dabei ist Inselhopping in Kroatien überraschend einfach.
Die Fähren fahren regelmäßig, die Distanzen sind kurz, und jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Dieser Guide erklärt, wie du das Beste herausholst.
Inselhopping-Grundlagen
Mit oder ohne Auto?
Ohne Auto: Flexibler, günstiger, entspannter. Die Katamarane (Personenfähren) fahren häufiger und sind schneller. Auf den Inseln kommst du mit Bus, Roller oder zu Fuß klar.
Mit Auto: Praktisch für größere Inseln (Krk, Cres, Brač), wo öffentliche Verkehrsmittel dünn sind. Aber: Autofähren sind teurer, seltener, und im Sommer oft ausgebucht.
Meine Empfehlung: Ohne Auto starten, auf größeren Inseln einen Roller mieten (15–30 €/Tag). Die Freiheit ist fast die gleiche, der Stress deutlich geringer.
Fährtypen
Katamarane (Personenfähren): Schnell (1–2 Stunden statt 2–4), nur Passagiere, keine Autos. Klimatisiert, bequem, etwas teurer.
Trajekt (Autofähren): Langsamer, günstiger, transportiert Autos und Passagiere. Offene Decks, Salzluft, Meerblick – das klassische Fährerlebnis.
Jadrolinija: Die staatliche Fährgesellschaft. Fährt überall hin, zuverlässig, günstig.
Kapetan Luka/Krilo: Private Katamaran-Betreiber. Schneller, moderner, teurer. Verbinden die beliebten Inseln.

Buchung und Tickets
Katamarane: Im Sommer unbedingt vorbuchen. Besonders Split–Hvar und Split–Vis sind schnell ausverkauft. Online auf jadrolinija.hr oder krfryhrcatlines.hr.
Autofähren: Für Fußpassagiere oft ohne Buchung möglich (einfach zum Hafen). Mit Auto im Sommer: mindestens 1–2 Wochen vorher buchen.
Preise (ungefähre Richtwerte 2026):
| Strecke | Katamaran | Autofähre (nur Passagier) | Mit Auto |
|---|---|---|---|
| Split → Hvar | 15–20 € | 8 € | 40–50 € |
| Split → Vis | 15–20 € | 10 € | 50–60 € |
| Hvar → Korčula | 12–15 € | – | – |
| Dubrovnik → Korčula | 15–20 € | 10 € | 45–55 € |
Die besten Inselhopping-Routen
Route 1: Der Klassiker (Split → Hvar → Vis)
Die meistgefragte Route – aus gutem Grund. Hvar für Glamour, Vis für Authentizität.
Dauer: 5–7 Tage Schwierigkeit: Einfach (gute Verbindungen)
Tag 1–2: Hvar
Katamaran ab Split (1 Stunde). Hvar-Stadt ist Instagram-Kroatien: Yachten im Hafen, Cocktails auf der Piazza, Festung mit Sonnenuntergang. Für viele zu touristisch, für andere genau richtig.
Was tun:
- Festung Fortica (Abendblick)
- Bootsausflug zu den Pakleni-Inseln (Badebuchen)
- Weingut-Tour im Inselinneren (Stari Grad)
Übernachtung: Hvar-Stadt ist teuer. Günstiger: Stari Grad (ruhiger, authentischer).
Tag 3–4: Vis
Fähre oder Katamaran ab Hvar (ca. 1 Stunde). Vis ist das Gegenteil von Hvar: ruhig, ursprünglich, fast verschlafen. Die Insel war bis 1989 Militärsperrgebiet – der Tourismus kam spät.
Was tun:
- Vis-Stadt (alter Fischerhafen, keine Hektik)
- Komiža (Fischerdorf, Ausgangspunkt für Blaue Grotte)
- Stiniva-Bucht (zu Fuß oder per Boot, einer der schönsten Strände Europas)
Übernachtung: Vis-Stadt oder Komiža – beides entspannt.
Tag 5: Zurück nach Split
Katamaran direkt von Vis nach Split (2,5 Stunden).

Route 2: Südalmatien-Inseln (Split → Korčula → Mljet → Dubrovnik)
Für alle, die nach Dubrovnik weiter wollen. Drei völlig unterschiedliche Inseln auf dem Weg.
Dauer: 7–10 Tage Schwierigkeit: Mittel (Fähren seltener)
Tag 1–2: Korčula
Ab Split mit Katamaran (2,5 Stunden) oder Autofähre über Pelješac (komplizierter). Korčula-Stadt sieht aus wie ein Mini-Dubrovnik – befestigte Altstadt auf einer Halbinsel, aber ohne die Massen.
Was tun:
- Altstadt erkunden (Marco-Polo-Haus, Kathedrale)
- Weintour (Grk und Pošip, lokale Rebsorten)
- Strand Pupnatska Luka (versteckte Bucht im Süden)
Tag 3–4: Mljet
Katamaran ab Korčula (45 Min.) oder Fähre. Mljet ist die grünste Insel Kroatiens – zwei Drittel sind Nationalpark. Perfekt für Naturliebhaber.
Was tun:
- Nationalpark-Seen (Veliko und Malo Jezero)
- Kloster auf der Insel im See (ja, eine Insel in einem See auf einer Insel)
- Kayaken oder Radfahren im Park
- Odysseus-Höhle (der Legende nach war Odysseus hier gestrandet)
Übernachtung: Pomena (am Park) oder Polače.
Tag 5–6: Weiter nach Dubrovnik
Katamaran ab Mljet nach Dubrovnik (1,5 Stunden). Oder Ausflug nach Dubrovnik und zurück.

Route 3: Kvarner-Inseln (Rijeka → Cres → Lošinj → Krk)
Die Alternative zu Dalmatien. Weniger überlaufen, wild, ursprünglich.
Dauer: 7–10 Tage Schwierigkeit: Mit Auto am einfachsten
Tag 1–3: Cres
Fähre ab Brestova oder Rijeka. Cres ist die zweitgrößte Insel Kroatiens und fühlt sich an wie ein eigenes Land. Karst im Norden, Wald im Süden, überall Stille.
Was tun:
- Cres-Stadt (kleine Altstadt, Fischerhafen)
- Lubenice (Dorf auf der Klippe, Bucht darunter – spektakulär)
- Gänsegeier-Reservat (die Insel beherbergt eine der letzten Populationen)
Tag 4–5: Lošinj
Brücke von Cres (kein Fähre nötig). Lošinj ist grüner und touristischer als Cres, aber immer noch entspannt.
Was tun:
- Mali Lošinj (größte Stadt, schöner Hafen)
- Čikat-Bucht (Kiefernwald, Strände)
- Delfin-Beobachtung (Lošinj hat eine residente Population)
Tag 6–7: Krk
Fähre ab Valbiska (Cres) nach Merag (Krk) oder Brücke vom Festland. Krk ist die touristischste Kvarner-Insel, aber auch die vielfältigste.
Was tun:
- Vrbnik (Weindorf auf der Klippe)
- Baška (Strand Vela Plaza, einer der schönsten Sandstrände)
- Krk-Stadt (Altstadt, Kathedrale)
Route 4: Zadar-Inseln (Zadar → Ugljan → Pašman → Dugi Otok)
Weniger bekannt, weniger Touristen, authentisch.
Dauer: 5–7 Tage Schwierigkeit: Einfach (häufige Verbindungen)
Tag 1–2: Ugljan und Pašman
Fähre ab Zadar nach Preko (Ugljan, 25 Min.). Ugljan ist so nah an Zadar, dass Einheimische sie als Vorort nutzen. Trotzdem: ruhige Dörfer, Olivenhaine, wenig Touristen.
Pašman ist über eine Brücke mit Ugljan verbunden. Noch ruhiger, noch leerer.
Tag 3–5: Dugi Otok
Fähre ab Zadar (1,5–2 Stunden). “Die lange Insel” – schmal und gestreckt, mit dem spektakulären Telašćica-Naturpark im Süden.
Was tun:
- Sakarun (vielleicht der schönste Sandstrand Kroatiens)
- Telašćica-Naturpark (Steilklippen, Salzsee)
- Sali (Fischerdorf, Ausgangspunkt für Kornati-Bootstouren)

Praktische Tipps
Gepäck
Weniger ist mehr. Auf Katamaranen ist der Gepäckraum begrenzt. Ein Rucksack statt Koffer macht alles einfacher – Treppen am Hafen, Kopfsteinpflaster in den Gassen, Roller-Transport.
Unterkünfte
Vorbuchen im Sommer: Besonders auf kleinen Inseln (Vis, Mljet) gibt es wenige Unterkünfte. Im August kann alles ausgebucht sein.
Ferienwohnungen statt Hotels: Auf den meisten Inseln gibt es kaum Hotels. Apartments und Zimmer bei Einheimischen sind Standard – und oft besser.
Am Hafen nach Zimmern fragen: In der Nebensaison stehen Vermieter oft am Hafen und bieten “Sobe” (Zimmer) an. Spontan und günstig.
Essen
Fischrestaurants auf den Inseln sind teurer als auf dem Festland – Fisch muss per Boot geliefert werden (ironisch, aber wahr). Konobas im Hinterland sind günstiger.
Geld
Auf kleinen Inseln gibt es oft nur einen Geldautomaten. Manche Restaurants und Vermieter nehmen nur Bargeld. Genug mitnehmen.
Transport auf den Inseln
Roller: Die beste Option für kleine/mittlere Inseln. 15–30 €/Tag, kein Führerschein nötig für unter 50ccm.
Fahrrad: Auf flachen Inseln (Ugljan, Pašman) super. Auf bergigen (Hvar, Vis) nur für Sportliche.
Bus: Existiert auf größeren Inseln (Krk, Brač, Hvar), aber selten und langsam.
Taxi: Teuer. Auf kleinen Inseln manchmal die einzige Option.
Wann ist die beste Zeit?
Mai–Juni: Perfekt. Fähren fahren häufig, aber nicht überfüllt. Wetter stabil.
September: Ebenfalls ideal. Wärmeres Meer als im Juni, weniger Familien.
Juli–August: Voll, teuer, Fähren ausgebucht. Für Inselhopping nicht empfohlen.
April/Oktober: Viele Fährverbindungen reduziert, manche Restaurants geschlossen. Nur für Abenteuerlustige.
Geheimtipps: Die übersehenen Inseln
Šolta
Zwischen Split und Brač, aber kaum besucht. Eine Fährstunde von Split, perfekt für einen Tagesausflug oder ruhige Tage.
Lastovo
Die abgelegenste bewohnte Insel Kroatiens. Keine Autos, kaum Touristen, Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung. Fähre ab Korčula oder Split (lang, aber lohnenswert).
Prvić
Vor Šibenik, winzig, autofrei. Zwei Dörfer, ein paar Restaurants, absolute Ruhe. Fähre ab Šibenik.
Silba
Zwischen Zadar und Lošinj, komplett autofrei. Sandstrände, Ruhe, nichts los – genau das ist der Punkt.

Beispiel-Budgets
Budget-Inselhopping (1 Woche)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Fähren (3–4 Strecken) | 40–60 € |
| Unterkunft (einfaches Zimmer) | 200–300 € |
| Essen (selbst kochen + einfache Konobas) | 150–200 € |
| Rollermiete (3 Tage) | 60–90 € |
| Gesamt pro Person | 450–650 € |
Komfort-Inselhopping (1 Woche)
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Fähren (3–4 Strecken) | 50–80 € |
| Unterkunft (gute Apartments) | 400–600 € |
| Essen (Restaurants) | 300–400 € |
| Rollermiete + Bootsausflüge | 150–200 € |
| Gesamt pro Person | 900–1.280 € |
Fazit
Inselhopping in Kroatien ist einfacher und günstiger als die meisten denken. Die Fähren fahren, die Inseln sind nah, und jede hat ihren eigenen Charakter. Der Schlüssel: nicht zu viel auf einmal. Drei Inseln in einer Woche sind perfekt, fünf sind Stress.
Die beste Kombination für Erstbesucher: Split als Basis, dann Hvar (für Lebhaftigkeit) und Vis (für Ruhe). Wer mehr Zeit hat: Korčula und Mljet auf dem Weg nach Dubrovnik.
Und für alle, die es abseits der Massen mögen: Die Kvarner-Inseln (Cres, Lošinj) und die Zadar-Inseln (Dugi Otok) sind noch echte Geheimtipps.