Kroatien günstig 2026: Spartipps, Budget-Unterkünfte & Geheimtipps
- Redaktionsteam
- Reisetipps
- 17 Dec, 2025
Inhalt
Kroatien hat den Ruf, teuer zu sein. Dubrovnik im August, Hvar am Wochenende, Restaurants auf der Riva – ja, das kostet. Aber das ist nicht das ganze Bild. Wer weiß, wo man sucht, wann man fährt und was man meidet, erlebt Kroatien für einen Bruchteil der üblichen Kosten.
Dieser Guide ist für alle, die mehr Urlaub für weniger Geld wollen.
Die größten Kostenfallen – und wie du sie vermeidest
Unterkunft im August
Das teuerste Einzelelement. Ein Apartment, das im Juni 60 € kostet, wird im August für 180 € angeboten. Die Lösung ist simpel: nicht im August fahren. Mai, Juni, September bieten dasselbe Kroatien – minus die Preisexplosion.
Restaurants in der ersten Reihe
Jedes Restaurant mit Meerblick ist 30–50 % teurer als eines in der Nebenstraße. Der Fisch ist derselbe, die Köche oft auch. Geh eine Gasse weiter.
Touristenfallen in Altstädten
Dubrovniks Stradun, Splits Riva, Rovins Hafen – hier zahlt man für die Lage, nicht die Qualität. Frag Einheimische, wo sie essen (Spoiler: nicht dort).
Mietwagen an Flughäfen
Flughafen-Stationen berechnen mehr als Stadtstationen. Nimm den Bus in die Stadt und miete dort – spart 20–40 %.
Fähren im letzten Moment
Autofähren im Sommer sind teuer und ausgebucht. Fußpassagiere auf Katamaranen zahlen weniger und sind flexibler. Auf den Inseln einen Roller mieten statt Auto übersetzen.

Günstige Unterkünfte
Camping: Die günstigste Option
Kroatien ist Camping-Land. Über 500 Campingplätze, viele direkt am Meer, die meisten mit guter Infrastruktur.
Kosten: 15–40 €/Nacht für zwei Personen mit Zelt
Die besten Budget-Camps:
- Camp Slapić (bei Slunj, nahe Plitvice) – 15–20 €, Fluss, Wasserfälle
- Camp Straško (Insel Pag) – 20–30 €, Strand, wenig Touristen
- Camp Baldarin (Cres) – 15–25 €, ruhig, Naturstrand
- Camp Adriatic (Primošten) – 25–35 €, Top-Lage, gute Infrastruktur
Spartipp: “Mini-Camps” (kleine, familienbetriebene Plätze) sind günstiger als große Resort-Camps. Weniger Pools, mehr Charme.
Hostels
Kroatien hat ein gutes Hostel-Netz, besonders in Split, Dubrovnik und Zagreb.
Kosten: 15–30 € pro Nacht im Schlafsaal, 40–70 € für Doppelzimmer
Empfehlenswerte Hostels:
- Hostel Goli & Bosi (Split) – Zentral, sauber, sozial
- Old Town Hostel (Dubrovnik) – In der Altstadt, günstig für Dubrovnik
- Swanky Hostel (Zagreb) – Modern, gute Atmosphäre
- Hostel Mediteran (Zadar) – Nahe Altstadt, familiär
Privatunterkünfte (“Sobe”)
Das Schild “Sobe” (Zimmer) oder “Apartmani” hängt überall. Zimmer bei Einheimischen sind oft günstiger als Online-Buchungen – und persönlicher.
Kosten: 25–50 € pro Nacht für ein Doppelzimmer
So funktioniert’s:
- Am Hafen stehen oft Vermieter mit Schildern
- In Dörfern einfach fragen
- Verhandeln ist üblich (besonders bei mehreren Nächten)
Vorteil: Kein Booking-Aufschlag, manchmal Frühstück inklusive, lokale Tipps gratis.
Airbnb-Tricks
- Länger buchen: Wochenrabatte (7 Nächte) sparen 10–20 %
- Außerhalb des Zentrums: 2 km vom Zentrum entfernt kostet halb so viel
- Im Voraus buchen: Last-Minute ist in Kroatien teurer, nicht günstiger
- Direkt anfragen: Manche Gastgeber bieten Rabatt bei Direktbuchung (spart ihnen die Gebühr)

Günstig essen
Selbst kochen
Die günstigste Option. Kroatiens Supermärkte (Konzum, Spar, Lidl) haben gute Auswahl, lokale Märkte noch bessere Qualität.
Was kaufen:
- Brot (2–3 €)
- Käse aus Pag (10–15 €/kg, aber exzellent)
- Pršut (Schinken, 20–30 €/kg – teuer, aber wenig reicht)
- Obst vom Markt (Pfirsiche, Feigen, Wassermelonen)
- Wein (gute Flasche ab 5–8 €)
Spartipp: Ferienwohnung mit Küche buchen. Ein Frühstück selbst zu machen spart 5–10 € pro Person täglich.
Bakeries (Pekara)
Kroatische Bäckereien verkaufen mehr als Brot: Burek (gefüllte Teigtaschen), Pizza-Stücke, Sandwiches. Alles für 2–4 €.
Die Klassiker:
- Burek – Blätterteig mit Fleisch, Käse oder Spinat (1,50–3 €)
- Kroasan – Croissant mit Nutella oder Marmelade (1–2 €)
- Pizza-Stück – überall erhältlich (2–3 €)
Konobas im Hinterland
Die touristischen Restaurants an der Küste sind teuer. Die Konobas (traditionelle Gaststätten) im Hinterland nicht. 5–10 km landeinwärts kostet dasselbe Essen die Hälfte.
Was bestellen:
- Ćevapčići – Gegrillte Hackfleischröllchen (8–12 €)
- Peka – Fleisch oder Oktopus unter der Glocke (muss vorbestellt werden, 15–20 €/Person)
- Riba na žaru – Gegrillter Fisch (Preis nach Gewicht, aber oft günstiger als am Meer)
Street Food
- Ćevapi – Die schnelle Variante: im Fladenbrot, 4–6 €
- Pommes + Ćevapi – Das kroatische Fast Food, 5–7 €
- Lignje (frittierte Calamari) – An Strandständen, 8–10 €
Wo Einheimische essen
Frag in deiner Unterkunft, wo die Gastgeber selbst essen. Sie kennen die Lokale, die gut und günstig sind – und zeigen sie Gästen, die fragen.
Kostenlose Aktivitäten
Strände
Kroatiens Strände sind kostenlos. Keine Eintrittsgebühren, keine verpflichtenden Liegestühle. Handtuch mitbringen, fertig.
Ausnahme: Manche Beach Clubs verlangen Eintritt oder Mindestverzehr. Einfach weiter zum nächsten freien Strand.
Wandern
Alle Nationalparks kosten Eintritt – aber die Naturparks und wilden Gebiete nicht.
Kostenlos wandern:
- Marjan-Hügel (Split) – Stadtnah, Meerblick, kostenlos
- Biokovo außerhalb des Parks – Die Berge sind groß, der Park klein
- Učka (Istrien) – Aussicht auf die Kvarner-Bucht, kein Eintritt
- Velebit-Wege – Viele Wanderungen kostenlos (nur Paklenica hat Eintritt)
Altstädte erkunden
Dubrovnik, Split, Zadar, Trogir – die Altstädte kosten nichts. Man kann stundenlang durch Gassen laufen, Kirchen besuchen (meist kostenlos), an der Promenade sitzen.
Sonnenuntergänge
Die besten Sonnenuntergänge kosten nichts:
- Zadar Meeresorgel – Hitchcock soll ihn den schönsten der Welt genannt haben
- Dubrovnik Stadtmauer (der Mauer-Eintritt kostet, aber Buža-Klippen sind frei)
- Rovinj Kirchberg – Sv. Eufemija-Kirche
- Split Marjan – Von den Aussichtspunkten

Schnorcheln
Ausrüstung kaufen (10–20 €) und selbst losziehen. Die besten Stellen sind oft die einfachen Felsstrände.
Günstig reisen
Bus statt Flug
FlixBus und Croatia Bus verbinden deutsche Städte mit Zagreb, Split, Rijeka. Dauert lang (12–20 Stunden), kostet aber nur 30–60 € one-way.
Mitfahrgelegenheiten
BlaBlaCar funktioniert in Kroatien. Zagreb–Split für 10–15 €, Zagreb–Dubrovnik für 20–25 €.
Fähren clever nutzen
- Fußpassagier statt Auto: Spart 30–50 € pro Strecke
- Jadrolinija statt Privatfähren: Die staatliche Linie ist günstiger
- Nachtfähren: Split–Dubrovnik über Nacht spart eine Hotelübernachtung
Öffentliche Verkehrsmittel
Innerhalb der Städte: Busse sind günstig (1,50–2 €). In Split und Zagreb gibt es Tageskarten (4–5 €).
Zwischen Städten: Busse sind günstiger als Züge (und fahren öfter).
Trampen
Funktioniert in Kroatien noch. Besonders auf Inseln und im Hinterland sind Einheimische hilfsbereit. Wie immer: auf dein Gefühl hören.
Die günstigsten Regionen
Slavonien
Der Osten Kroatiens ist die günstigste Region. Keine Küste, wenig Touristen, dafür authentisches Kroatien.
- Unterkunft: 30–50 €/Nacht
- Essen: Große Portionen, kleine Preise
- Was tun: Kopacki Rit (Naturpark), Osijek, Weinregion
Lika (Plitvice-Umgebung)
Abseits der Küste, aber nah an Plitvice. Pensionen kosten hier die Hälfte der Küstenpreise.
Nord-Dalmatien (abseits Zadar)
Die kleinen Orte zwischen Zadar und Šibenik sind günstiger als die Städte. Primošten, Murter, Vodice – weniger bekannt, weniger teuer.
Istrien im Hinterland
Die Küste (Rovinj, Poreč) ist teuer. Das Hinterland (Motovun, Buzet, Labin) nicht. 20 km landeinwärts, 40 % günstiger.
Die teuersten Fehler
Im August nach Dubrovnik
Das teuerste Szenario. Ein durchschnittliches Apartment kostet 200 € aufwärts, Restaurants verlangen Höchstpreise, und die Massen machen alles anstrengend.
Alternative: September oder Oktober. Halbe Preise, besseres Erlebnis.
Täglich im Restaurant essen
Drei Mahlzeiten täglich auswärts summieren sich auf 50–80 € pro Person. Selbst kochen + eine Restaurantmahlzeit: 20–30 €.
Organisierte Touren für alles
Geführte Touren zu den Plitvicer Seen ab Split: 100 € aufwärts. Selbst mit Bus hinfahren: 20 € + 40 € Eintritt = 60 €.
Jeden Tag Strandliege mieten
Zwei Liegen + Schirm: 20–40 € pro Tag. Ein großes Handtuch und ein Klapp-Sonnenschirm (einmal kaufen): 30 € für die ganze Reise.

Budget-Beispiel: 1 Woche für unter 500 €
So kann eine günstige Woche aussehen (pro Person):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Anreise (FlixBus hin/zurück) | 80 € |
| Camping (6 Nächte) | 90 € |
| Essen (Selbstversorgung + 2x Restaurant) | 120 € |
| Aktivitäten (1x Nationalpark, Rest kostenlos) | 40 € |
| Transport vor Ort (Busse) | 30 € |
| Diverses (Souvenirs, Snacks) | 40 € |
| Gesamt | 400 € |
Mit Hostels statt Camping: ca. 550 €. Mit Ferienwohnung zu zweit: ca. 450 € pro Person.
Spartipps von Kennern
-
Wasser auffüllen: Leitungswasser ist überall trinkbar. Flaschen nachfüllen statt kaufen.
-
Lokale Märkte: Obst, Gemüse, Käse vom Markt ist besser und günstiger als im Supermarkt.
-
Happy Hour nutzen: Viele Bars haben nachmittags reduzierte Preise.
-
Studentenausweis mitnehmen: Ermäßigungen in Museen, Nationalparks, manchmal Fähren.
-
Nebensaison wählen: Mai, Juni, September. Alles offen, Preise moderat.
-
Ferienhaus mit Gruppe teilen: Ein Haus für 6 Personen ist pro Kopf günstiger als Einzelzimmer.
-
Kroatische Apps nutzen: Konzum-App für Supermarkt-Rabatte, Bolt statt Taxi.
-
Fisch selbst kaufen: Auf dem Fischmarkt kaufen, in der Ferienwohnung grillen. Spart 70 % gegenüber Restaurant.
Fazit
Kroatien muss nicht teuer sein. Die Durchschnittskosten sind hoch, weil die meisten im August kommen, auf der Riva essen und in Dubrovnik übernachten. Wer diese drei Faktoren ändert, erlebt dasselbe Land für die Hälfte.
Die Formel ist einfach: Nebensaison + Selbstversorgung + abseits der Hotspots. Camping statt Hotel, Konoba statt Riva-Restaurant, Slavonien oder Hinterland statt Dubrovnik-Altstadt.
Kroatien für unter 50 € am Tag ist absolut machbar – mit Strand, Sonnenuntergang und allem, was dazugehört.