Mit dem E-Auto nach Kroatien: Ladestationen, Reichweite und Tipps 2026
- Redaktionsteam
- Reisetipps
- 25 Dec, 2025
Inhalt
Kroatien mit dem Elektroauto – geht das überhaupt? Die kurze Antwort: Ja, und zwar besser als viele denken. Das Ladenetz ist in den letzten Jahren massiv gewachsen, die Autobahnen sind gut versorgt, und selbst auf den Inseln findest du mittlerweile Ladepunkte. Aber es gibt ein paar Dinge, die du wissen solltest, bevor du losfährst.

Das Wichtigste vorab
Die gute Nachricht: Die kroatischen Autobahnen A1 (Zagreb–Split–Dubrovnik) und A3 (Grenze–Zagreb) haben alle 50-80 km Schnellladestationen mit mindestens 50 kW, oft 150 kW oder mehr. Du kommst definitiv durch.
Die Herausforderung: Abseits der Hauptrouten wird es dünner. In Istrien und an der Küste kein Problem, aber im Hinterland oder auf kleinen Inseln solltest du vorausplanen.
Die Preise: Günstiger als in Deutschland. Rechne mit 0,30-0,50 €/kWh am Schnelllader, teilweise deutlich weniger an AC-Stationen.
Die Anreise: Von Deutschland nach Kroatien
Die meisten deutschen Touristen fahren über Österreich und Slowenien. Die typischen Routen:
Route 1: München – Zagreb – Split/Dubrovnik
- Distanz: ca. 1.100 km bis Split, 1.400 km bis Dubrovnik
- Ladestopps: 4-6 je nach Fahrzeug (400 km Reichweite)
- Empfohlene Stopps: Salzburg, Ljubljana, Zagreb, Rastplatz Vrpolje (A3), Raststätte Zir (A1)
Route 2: München – Villach – Rijeka – Istrien/Dalmatien
- Distanz: ca. 550 km bis Rijeka, 750 km bis Split
- Ladestopps: 2-4
- Empfohlene Stopps: Villach, Postojna (Slowenien), Rijeka
Tipp: Die Strecke durch Slowenien ist gut ausgebaut. Ionity hat Stationen an der A1 Ljubljana–Koper, und Petrol (slowenischer Tankstellenbetreiber) betreibt ein dichtes Netz.

Ladestationen in Kroatien: Die wichtigsten Anbieter
HEP (Hrvatska Elektroprivreda)
Der staatliche Energieversorger betreibt das größte Netz unter der Marke ELEN. Über 500 Ladepunkte im ganzen Land, davon viele Schnelllader an Autobahnen und in Städten.
- App: ELEN
- Bezahlung: App, Kreditkarte, RFID-Karten (EnBW, Shell Recharge)
- Preise: 0,30-0,45 €/kWh
- Besonderheit: An manchen Standorten noch kostenlos (wird seltener)
Ionity
Das europäische Schnellladenetz hat Stationen an den wichtigsten Autobahnrastplätzen. 350 kW Ladeleistung, wenn dein Auto das kann.
- Standorte: A1 bei Zagreb, Zadar, Split; A3 bei Slavonski Brod
- Preise: 0,39 €/kWh mit Ionity Passport, 0,79 €/kWh ohne
- Tipp: Mit ADAC-Mitgliedschaft günstiger
Tesla Supercharger
Auch für Nicht-Tesla inzwischen nutzbar:
- Standorte: Zagreb, Split, Zadar, Rijeka, Pula, Dubrovnik
- Preise: Variable, meist 0,40-0,55 €/kWh für Fremdmarken
- Tipp: Tesla-App herunterladen, auch ohne Tesla nutzbar
Petrol & INA
Die großen Tankstellenketten haben aufgerüstet:
- INA: Schnelllader an vielen Tankstellen, 50-150 kW
- Petrol: Besonders in Slowenien und Nordkroatien stark vertreten
Die Apps, die du brauchst
Muss:
- ELEN – für das HEP-Netz (größtes Netz)
- Plugshare – Übersicht aller Ladestationen, Nutzerbewertungen
- EnBW Mobility+ – funktioniert an den meisten Ladepunkten
Gut zu haben:
- Tesla App – auch für Nicht-Tesla an Superchargern
- Shell Recharge – gute Abdeckung
- ABRP (A Better Route Planner) – plant die Ladestopps automatisch
Tipp: Lade dir die Apps VOR der Reise herunter und registriere dich. Am Ladepunkt in der Pampa willst du nicht erst deine Kreditkarte verifizieren.
Laden an der Küste und auf Inseln
Istrien
Bestens versorgt. Pula, Rovinj, Poreč, Umag – überall Ladestationen. Auch in kleineren Orten wie Motovun oder Grožnjan findest du mittlerweile Ladepunkte, oft sogar kostenlos bei Hotels oder Restaurants.
Kvarner (Rijeka, Krk, Cres)
Rijeka hat mehrere Schnelllader. Auf Krk gibt es Stationen in Krk-Stadt, Malinska und Baška. Cres und Lošinj sind schwieriger – hier besser vollgeladen ankommen.
Dalmatien
Die Küste ist gut versorgt: Zadar, Šibenik, Split, Makarska, Dubrovnik – alles kein Problem. Im Hinterland wird es dünner. Wer nach Knin, Sinj oder ins Velebit-Gebirge will, sollte mit vollem Akku starten.
Inseln mit Fähre
- Brač: Ladestationen in Supetar und Bol
- Hvar: Ladestationen in Hvar-Stadt und Stari Grad
- Korčula: Ladestationen in Korčula-Stadt
- Vis, Lastovo, Mljet: Kritisch – vorher recherchieren oder vollgeladen anreisen

Was du wissen solltest
1. Reichweite großzügig planen
In den Bergen frisst die Klimaanlage mehr als gedacht, und steile Anstiege kosten Reichweite. Plane immer einen Puffer von 20% ein.
2. Langsam laden ist oft kostenlos
Viele Hotels, Restaurants und Supermärkte (besonders Lidl!) haben kostenlose Ladestationen. 11 kW AC – über Nacht voll, und es kostet nichts.
3. Nicht an Sehenswürdigkeiten parken und laden
Die wenigen Ladepunkte in touristischen Hotspots sind oft besetzt. Lade lieber abseits, wo es ruhiger ist.
4. Adapter mitnehmen
Die meisten öffentlichen Stationen haben Typ-2-Stecker, aber ein CEE-Adapter (Campingsteckdose) kann auf Campingplätzen oder in Ferienwohnungen nützlich sein.
5. Belegungszeiten checken
An beliebten Stationen (Split Waterfront, Dubrovnik Altstadt) kann es eng werden. Plugshare zeigt Live-Belegung.
Kosten: Was kostet eine Kroatien-Reise mit E-Auto?
Rechenbeispiel München – Split (1.100 km):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Maut Österreich (Vignette 10 Tage) | 11,50 € |
| Maut Slowenien (Vignette 7 Tage) | 15,00 € |
| Maut Kroatien (ca. 450 km) | ~25 € |
| Strom (ca. 200 kWh, 0,40 €/kWh) | ~80 € |
| Gesamt (einfache Strecke) | ~130 € |
Zum Vergleich: Mit einem Benziner (7 l/100 km, 1,80 €/l) wären es allein ~140 € Sprit plus Maut.
Die Ersparnis ist real – vor allem wenn du an kostenlosen Stationen lädst oder zu Hause vor der Abfahrt vollgeladen startest.
Die besten Ladestopps an der A1
Die A1 ist Kroatiens wichtigste Autobahn und verbindet Zagreb mit Dalmatien. Hier die besten Ladepunkte:
| Station | km ab Zagreb | Ladeleistung | Anbieter |
|---|---|---|---|
| Lučko (Zagreb) | 0 | 150 kW | Ionity |
| Desinić | 85 | 50 kW | HEP ELEN |
| Zir | 215 | 150 kW | Ionity |
| Vrpolje | 290 | 50 kW | HEP ELEN |
| Zadar | 285 | 150 kW | Tesla SC, HEP |
| Šibenik | 350 | 50 kW | HEP ELEN |
| Split | 410 | 150 kW | Tesla SC, Ionity |
Fähren mit E-Auto
Auf die kroatischen Fähren (Jadrolinija) darfst du mit dem E-Auto – kein Problem. Aber:
- Akku nicht unter 20% – manche Reedereien verlangen das aus Sicherheitsgründen
- Kein Laden auf der Fähre – logisch, aber gut zu wissen
- Frühzeitig reservieren – im Sommer sind die Fähren nach Brač, Hvar und Korčula schnell voll
Unterm Strich
Kroatien mit dem E-Auto ist 2026 kein Abenteuer mehr, sondern machbar und angenehm. Die Autobahnen sind bestens versorgt, die Küste hat genug Ladepunkte, und die Preise sind fair. Die einzige echte Planung brauchst du für Trips ins Hinterland oder auf kleine Inseln.
Mein Tipp: Lade die Apps vorher runter, plane deine Route mit ABRP, und genieß die entspannte Anreise – ohne Tankstellen-Stopp, dafür mit Kaffee-Pause, während das Auto lädt.
Mehr zur Anreise: Mit dem Auto nach Kroatien