Kroatien mit Kindern: Strände, Tipps & Familienurlaub (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps
- 26 Dec, 2025
Inhalt
Vor zehn Jahren kam ich mit meinem deutschen Mann nach Kroatien zurück. Inzwischen haben wir zwei Kinder (6 und 9), und ich kenne jeden kinderfreundlichen Strand zwischen Istrien und Dubrovnik.
Hier ist, was ich anderen Eltern sage – ohne Beschönigung.
Die Wahrheit über kroatische Strände
Erstes, was du wissen musst: Kroatien hat kaum Sandstrände. Der typische Strand ist Kies, Felsen oder Betonplatten. Für Erwachsene kein Problem, für Kleinkinder manchmal schon.
Was das bedeutet:
- Badeschuhe sind Pflicht, keine Option
- Sandburgen bauen wird schwierig
- Das Wasser ist dafür kristallklar (kein Matsch, kein Aufwirbeln)
- Liegestühle und Schatten oft kostenpflichtig
Die gute Nachricht: Es gibt Ausnahmen. Und selbst die Kiesstrände funktionieren, wenn du vorbereitet bist.

Die besten Strände für Familien
Sandstrände (echte!)
Rajska Plaža, Lopar (Rab) – Der “Paradiesstrand” trägt seinen Namen zurecht. Zwei Kilometer feiner Sand, flaches Wasser, das sich schnell erwärmt. Perfekt für Kleinkinder.
Sakarun, Dugi Otok – Karibik-Feeling in Kroatien. Türkises Wasser, weißer Sand, Pinienwald als Schattenspender. Anreise per Fähre, aber die Mühe lohnt sich.
Nin, bei Zadar – Der “Königsstrand” ist breit, sandig und flach. Bonuspunkt: Der heilende Schlamm dahinter beschäftigt Kinder stundenlang (und ist tatsächlich gut für die Haut).
Bijeca, Medulin (Istrien) – Der beste Sandstrand Istriens, direkt neben einem Campingplatz. Infrastruktur vorhanden, Wasserrutsche inklusive.
Flache Kiesstrände (kinderfreundlich)
Baška, Krk – Langer Kieselstrand mit flachem Einstieg. Im Sommer voll, aber mit guter Infrastruktur. Berge im Hintergrund machen das Foto.
Zlatni Rat, Bol (Brač) – Kroatiens berühmtester Strand funktioniert auch für Kinder. Der Kies ist fein, das Wasser an den Rändern flach, der Pinienwald spendet Schatten.

Brela, Makarska Riviera – Mehrere kleine Buchten mit flachem Einstieg. Weniger spektakulär als Zlatni Rat, dafür familienfreundlicher.
Betonplatten (ernsthaft nutzbar!)
Klingt ungemütlich, ist es aber nicht immer. Viele kroatische “Betonstrände” sind durchdacht angelegt: Leitern ins Wasser, Platz für Handtücher, manchmal kleine Buchten dazwischen.
Für wen geeignet: Ältere Kinder, die schwimmen können. Das Wasser ist sofort tief, der Einstieg per Leiter.
Wo: Die meisten Orte in Istrien und der Kvarner-Bucht.
Die beste Region für Familien
Istrien: Am praktischsten
Istrien ist näher an Deutschland (5 Stunden von München), hat die beste Infrastruktur und viele kinderfreundliche Campingplätze mit Pool und Animation.
Vorteile: Kurze Anreise, gute Autobahnen, deutschsprachiges Personal, Aquaparks (Aquacolors Poreč, Istralandia) Nachteile: Die Strände sind oft Beton oder Felsen, weniger spektakuläre Landschaft
Meine Empfehlung: Medulin für Strandurlaub, Rovinj für Kultur, Poreč für All-Inclusive-Familien.
Kvarner (Insel Rab): Die Sandstrand-Option
Rab hat die besten natürlichen Sandstrände Kroatiens. Lopar im Norden ist auf Familien ausgerichtet: flaches Wasser, Sand, Liegen, Cafés.
Vorteile: Echter Sand, warmes Wasser, familienorientiert Nachteile: Fähre nötig (30 Minuten), weniger Abwechslung für Eltern
Dalmatien: Die spektakuläre Variante
Die Strände sind schöner, die Anreise länger, die Preise höher. Für Familien mit älteren Kindern oder mehreren Wochen Zeit perfekt.
Vorteile: Spektakuläre Landschaft, bessere Strände, mehr Ausflugsziele Nachteile: 7-10 Stunden Fahrt, voller im Sommer, teurer
Murter: Der Familien-Geheimtipp in Dalmatien

Die meisten Dalmatien-Urlauber fahren an Murter vorbei, ohne zu wissen, was sie verpassen. Die kleine Insel bei Šibenik ist wie gemacht für Familien – und hat einen entscheidenden Vorteil: keine Fähre. Eine Brücke verbindet Murter mit dem Festland. Kein Warten, keine Extrakosten, kein Stress mit seekranken Kindern.
Der Strand Slanica ist der Familienstrand schlechthin: flaches Wasser, das sich langsam vertieft, Pinienwald für natürlichen Schatten, Wasserrutsche für die Kleinen, Tretboote und SUP-Verleih für die Größeren. Drumherum Restaurants und Strandbar – ihr müsst nicht ständig packen und fahren.
Das Fischerdorf Jezera ist noch ruhiger: eine geschützte Bucht, in der das Wasser fast immer spiegelglatt ist. Perfekt für Kleinkinder, die im flachen Wasser planschen wollen. Keine Animation, keine Partymeile – nur Familien und Rentner, die ihre Ruhe wollen.
Das Highlight für neugierige Kinder: Bei Colentum könnt ihr über 2.000 Jahre alte römische Ruinen schnorcheln. Ja, wirklich – antike Mauern im flachen Wasser, gut sichtbar mit Taucherbrille. Meine Kinder reden heute noch davon. Der Multimedia-Guide zeigt per Augmented Reality, wie die Gebäude einmal aussahen.
Von Murter starten auch die Bootstouren zu den Kornati-Inseln – ein Tagesausflug, den ältere Kinder nie vergessen werden. 89 Inseln, türkises Wasser, Badestopps in einsamen Buchten.
Vorteile: Keine Fähre, familienfreundliche Strände, günstiger als Hvar/Brač, authentisch dalmatinisch Nachteile: Kein Sand (Kies und Felsen), Slanica im August überfüllt
Meine Empfehlung: Apartment in Murter-Stadt oder Jezera, Juni oder September. Den kompletten Murter-Guide findest du hier.
Was du wissen solltest
Was ihr unbedingt einpacken müsst
- Badeschuhe – Für jeden. Wirklich für jeden.
- Strandmuschel oder Sonnenschirm – Schatten ist selten und oft kostenpflichtig
- Luftmatratze/Schwimmflügel – Auswahl vor Ort ist beschränkt
- Sonnencreme 50+ – Die Sonne ist brutal, unterschätzt sie nicht
- Kühlbox – Strandrestaurants sind teuer, Picknick spart Geld
Unterkunft mit Kindern
Apartments sind oft besser als Hotels: eigene Küche, mehr Platz, Waschmaschine, günstigere Preise. In Kroatien ist das Apartment-Angebot riesig.

Campingplätze sind erstaunlich hochwertig: Pool, Animation, Restaurant, direkter Strandzugang. Preis-Leistung oft unschlagbar.
Hotels mit Kinderclub: In größeren Resorts (Valamar, Plava Laguna) gibt es Animation, Pools und Kinderbetreuung. Teurer, aber entspannter für Eltern.
Essen mit Kindern
Die kroatische Küche ist kinderfreundlich: Pizza, Pasta, Pommes gibt es überall. Die typischen Gerichte (gegrilltes Fleisch, Fisch, Cevapcici) schmecken den meisten Kindern.
Preise: Ein Kinderessen im Restaurant kostet 5-10 €, ein Familienabendessen zu viert 50-80 €. Im Supermarkt einkaufen spart erheblich.
Tipp: Die besten Konobas (traditionelle Restaurants) haben keine Kinderkarte – dafür aber Portionen, die man teilen kann.
Autofahrt mit Kindern
Die Fahrt kann lang werden. Meine Strategien:
- Nachtfahrt: Abfahrt um 3 Uhr morgens, Kinder schlafen bis zur Grenze
- Zwischenstopp: Ljubljana oder Bled in Slowenien sind auf halber Strecke
- Pausen einplanen: Alle 2 Stunden, auch wenn die Kinder nicht fragen
- Autobahn-Rastplätze in Österreich und Slowenien haben oft Spielplätze
Ausflüge mit Kindern
Nationalparks
Krka: Baden unter Wasserfällen begeistert jedes Kind. Die Wege sind kinderwagentauglich, die Bootsfahrt zur Klosterinsel ein Abenteuer.
Plitvice: Länger und anstrengender, aber spektakulär. Für Kinder ab 5-6 Jahren machbar, jüngere brauchen eine Trage. Kinderwagen geht theoretisch, ist aber mühsam.
Städte
Split: Der Diokletianpalast ist wie eine Zeitreise. Kinder lieben die Gassen, die Festungsmauern, das Gewimmel. Am Marjan-Hügel gibt es einen kleinen Zoo.
Dubrovnik: Die Stadtmauer ist heiß und anstrengend für kleine Kinder. Besser: Lokrum-Insel mit Pfauen, Salzsee und Platz zum Toben.
Zadar: Die Meeresorgel macht Musik mit den Wellen – Kinder sind fasziniert. Der “Gruß an die Sonne” leuchtet nachts bunt.
Aquaparks
- Aquacolors Poreč: Der größte in Kroatien, Rutschen für alle Altersgruppen
- Istralandia bei Novigrad: Etwas kompakter, kürzere Wartezeiten an den Rutschen
- Solaris Aquapark bei Šibenik: Teil des Resorts, gut für Tagesbesucher
Was man besser lassen sollte
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August: Zu heiß, zu voll, zu teuer. Juni oder September sind besser.
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Dubrovnik als Basis: Für Familien unpraktisch – hohe Preise, wenig Strand, zu viele Stufen für Kinderwagen.
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Nur Strand planen: Kinder brauchen Abwechslung. Tagesausflug nach drei Strandtagen.
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Ohne Badeschuhe kommen: Ich kann es nicht oft genug sagen. Felsen, Seeigel, heißer Kies – Badeschuhe!
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Mittags am Strand: Zwischen 12 und 15 Uhr brennt die Sonne erbarmungslos. Siesta ist keine Faulheit, sondern Überlebensstrategie.
Mein ehrliches Fazit
Kroatien ist gut für Familien – aber nicht perfekt. Die Sandstrand-Erwartung wird oft enttäuscht, die Sommerhitze unterschätzt, die Preise unterschätzt.
Was Kroatien bietet: kristallklares Wasser, sichere Strände ohne Strömungen, familienfreundliche Kultur, kurze Anreise aus Deutschland.
Für den ersten Kroatien-Urlaub mit Kindern: Istrien oder Rab im Juni oder September. Apartment mit Pool, Auto dabei, nicht zu viel vornehmen.
Wir kommen jedes Jahr wieder. Die Kinder würden nirgendwo anders hinwollen.