Radtouren am Krka Nationalpark: Die schönsten Strecken 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 23 Oct, 2025
Inhalt
Der Krka Nationalpark zieht jährlich Hunderttausende Besucher an – die meisten sehen nur den Skradinski Buk und fahren weiter. Was kaum jemand weiß: Das Hinterland rund um die Krka gehört zu den besten Radrevieren Dalmatiens. Karstfelder, verlassene Dörfer, Olivenhaine und Straßen, auf denen du stundenlang keinem Auto begegnest.

Warum Radfahren am Krka Nationalpark?
Die meisten Touristen konzentrieren sich auf die Wasserfälle selbst. Das bedeutet: Sobald du ein paar Kilometer ins Landesinnere fährst, hast du die Landschaft praktisch für dich allein. Die Region zwischen Drniš, Knin und der Küste bei Šibenik ist durchzogen von asphaltierten Nebenstraßen und Schotterwegen, die durch eine Landschaft führen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Was dich erwartet:
- Karstfelder mit Trockenmauern, so weit das Auge reicht
- Verlassene Steindörfer, die langsam von der Natur zurückerobert werden
- Olivenhaine und Weinberge in geschützten Tälern
- Panoramablicke auf das Velebit-Gebirge und die Adria
- Temperaturen, die im Hinterland oft 5-10°C kühler sind als an der Küste
Die beste Jahreszeit fürs Radfahren
April bis Juni: Ideale Bedingungen. Die Temperaturen liegen zwischen 18-28°C, die Landschaft ist grün, und die Straßen sind leer. Im Mai blühen die Wildblumen.
September bis Oktober: Mein persönlicher Favorit. Die Sommerhitze ist vorbei, die Weinlese läuft, und das Licht am späten Nachmittag ist perfekt für Fotos. Weniger Touristen als im Frühling.
Juli und August: Machbar, aber nur für Hartgesottene. Temperaturen über 35°C, kaum Schatten, und du brauchst mindestens 3 Liter Wasser pro Tour. Starte vor 7 Uhr morgens oder nach 17 Uhr.
Winter: Möglich, aber unberechenbar. Die Bora kann aus dem Nichts kommen und macht Radfahren unmöglich. Dafür hast du die Straßen komplett für dich.

Was du einpacken solltest
Das Hinterland der Krka ist dünn besiedelt. Zwischen den Dörfern gibt es keine Cafés, keine Tankstellen, keine Supermärkte. Pack entsprechend:
Unverzichtbar:
- Mindestens 2 Liter Wasser (im Sommer 3+)
- Energieriegel oder Nüsse für unterwegs
- Sonnenschutz (LSF 50, Kopfbedeckung)
- Ersatzschlauch und Mini-Pumpe
- Offline-Karten (Handyempfang ist lückenhaft)
- Bargeld (Kartenzahlung in Dorfkonobas selten möglich)
Empfohlen:
- Gravel- oder Trekkingbereifung (viele Schotterwege)
- Windweste (die Bora kommt ohne Vorwarnung)
- Badesachen (für spontane Stopps an der Küste)
Radtouren im Krka-Hinterland
Vom dalmatinischen Hinterland zur Küste
Eine meiner Lieblingsrouten führt von Drniš nach Split und verbindet zwei Welten: das raue Hinterland und die mediterrane Küste. Die Strecke startet in Drniš, einer Stadt, die für ihre Tradition und die Nähe zum Nationalpark Krka bekannt ist.
Von dort führt die Route durch sanfte Hügel, Karstfelder und malerische Dörfer. Allmählich geht es hinunter Richtung Meer, mit herrlichen Ausblicken auf das Mosor- und Kozjak-Gebirge. Das Ziel ist Split – eine UNESCO-Welterbestadt, berühmt für den Diokletianspalast und ihre lebhafte Atmosphäre.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 74 km
- Höhenmeter: 870 m rauf, 1.170 m runter (Nettoabfahrt!)
- Dauer: 5-6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
Wer nicht selbst planen will: Bei ridescouts gibt’s diese Route als fertigen GPX-Track mit detaillierter PDF-Beschreibung – inklusive Tipps für Pausen und die besten Fotospots.

Von der Küste ins Land des Pršut
Die umgekehrte Variante: Von der Adria ins Herz des dalmatinischen Hinterlandes. Diese Tour startet in Biograd na Moru und führt dich weg vom Meer, durch Olivenhaine und kleine Dörfer, bis das Gelände ansteigt und sich die Landschaft wandelt – vom mediterranen Grün zu den typischen Karstflächen des Landesinneren.
Der Höhepunkt erwartet dich bei der Ankunft in Drniš, einer Stadt, die nicht nur für ihre Landschaft bekannt ist, sondern auch für eine der berühmtesten Delikatessen Kroatiens: den Drniški Pršut. Das trockene Klima, die klaren Bergwinde und die Karstlandschaft schaffen ideale Bedingungen für die Herstellung dieses Schinkens. Viele Familienbetriebe pflegen bis heute traditionelle Methoden, die über Generationen überliefert wurden.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 77 km
- Höhenmeter: 960 m rauf, 680 m runter
- Dauer: 5-6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
Unterwegs kommst du auch am Naturpark Vransko-See vorbei – Kroatiens größtem See und einem Paradies für Vogelbeobachter. Ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt Kamenjak lohnt sich für das Panorama.
Eine fertige Route mit GPX-Datei und Guide findest du bei ridescouts – perfekt, wenn du dich auf’s Fahren konzentrieren willst statt auf’s Navigieren.
Die Juwelen der Krka
Wer direkt am Nationalpark starten will: Diese Tour beginnt in Skradin, dem charmanten Städtchen am Eingang zum Park, und führt durch die Karstlandschaft entlang der Krka bis zur Insel Visovac im gleichnamigen See.
Die Route erschließt die natürlichen und kulturellen Schätze des Parks auf ruhigen Straßen durch Weinberge und mediterrane Vegetation. Unterwegs passierst du die berühmten Wasserfälle – den Skradinski Buk und den Roški Slap – und hast die Möglichkeit, das Franziskanerkloster auf der Insel Visovac zu besuchen.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 37 km
- Höhenmeter: 670 m rauf, 620 m runter
- Dauer: 4 Stunden
- Untergrund: Asphalt und befestigte Wege
- Schwierigkeit: Mittel
Die Navigation durch die Karstlandschaft ist ohne Track nicht trivial – hier gibt’s die Route zum Download, inklusive der besten Aussichtspunkte.
Praktische Tipps für die Region
Anreise mit dem Rad
Mit dem Auto: Die A1 (Zagreb-Split) hat Ausfahrten bei Šibenik und Drniš. Parkplätze findest du in beiden Städten problemlos. Von dort startest du direkt in die Touren.
Mit dem Bus: Flixbus und lokale Linien fahren nach Šibenik. Fahrradmitnahme ist möglich, aber Plätze sind begrenzt – vorher anfragen.
Mit der Fähre: Von Ancona (Italien) nach Split, dann weiter mit dem Zug oder Bus nach Šibenik/Drniš.
Unterkünfte für Radfahrer
In Drniš und Šibenik findest du Hotels und Apartments. Für echtes Hinterland-Feeling empfehle ich Agrartourismus-Betriebe (Agroturizam) in den Dörfern – einfache Zimmer, aber authentisches Essen und Gastgeber, die die Region kennen.
Essen und Trinken
Die Konobas im Hinterland servieren das, was die Region am besten kann:
- Drniški Pršut – der lokale Schinken, luftgetrocknet in der Bora
- Janjetina – Lamm vom Grill oder unter der Peka
- Hausgemachte Pasta mit Lammragout
- Lokaler Wein aus der Knin-Region
Preise in den Dorfkonobas: 15-25 € für ein vollständiges Essen mit Wein. Deutlich günstiger als an der Küste.

Was du kombinieren kannst
Krka Nationalpark besuchen
Natürlich solltest du auch die Wasserfälle sehen. Mein Tipp: Fahr morgens eine kürzere Radrunde (30-40 km), dann nachmittags in den Park, wenn die Reisegruppen weg sind. Oder umgekehrt: Früh in den Park, nachmittags auf’s Rad, wenn die Hitze nachlässt.
Mehr zum optimalen Parkbesuch: Krka Nationalpark – Skradin oder Lozovac?
Šibenik erkunden
Die Altstadt von Šibenik ist UNESCO-Welterbe und bei weitem nicht so touristisch wie Dubrovnik oder Split. Die Kathedrale des Heiligen Jakob ist ein Meisterwerk der Renaissance. Nach einer langen Radtour perfekt für einen entspannten Stadtbummel.
Baden an der Küste
Nach einer staubigen Gravel-Tour gibt es nichts Besseres als ein Bad im Meer. Die Strände bei Primošten und Rogoznica sind 30-40 Minuten von Drniš entfernt und leerer als die Stadtstrände von Šibenik.
Was bleibt
Das Hinterland der Krka ist einer dieser Orte, die noch nicht auf dem Radar der meisten Radtouristen sind. Die Kombination aus spektakulärer Karstlandschaft, leeren Straßen und authentischer dalmatinischer Kultur macht es zu einem der besten Radreviere Kroatiens. Dazu kommt: Die Nähe zu den Wasserfällen und zur Küste ermöglicht es, Aktivurlaub mit klassischem Sightseeing zu verbinden.
Pack dein Gravelbike ein, lad dir eine Route runter, und entdecke ein Dalmatien jenseits der Küstenstraße.
Mehr zum Nationalpark selbst: Krka – Skradin oder Lozovac?