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Cres und Lošinj: Delfine, Gänsegeier und unberührte Natur (2026)

Cres und Lošinj: Delfine, Gänsegeier und unberührte Natur (2026)

Cres und Lošinj sind eigentlich zwei Inseln, durch einen schmalen Kanal bei Osor getrennt, der von einer Drehbrücke überquert wird. Gemeinsam bilden sie die längste Inselkette der Adria – 85 Kilometer von Nord nach Süd, wild und dünn besiedelt. Hier leben mehr Gänsegeier als Touristen, schwimmen Delfine in den Buchten, und manche Strände sind nur zu Fuß erreichbar.

Hafen von Mali Lošinj

Warum Cres und Lošinj?

Diese Inseln sind das Gegenprogramm zu den Touristenzentren der Küste. Keine Bettenburgen, keine Partymeilen, keine überfüllten Strände. Stattdessen:

  • Natur: Unberührte Wälder, Karstlandschaften, seltene Tierarten
  • Delfine: Eine der größten Adriapopulationen lebt hier
  • Ruhe: Deutlich weniger Touristen als auf Krk oder Rab
  • Heilklima: Lošinj ist seit dem 19. Jahrhundert als Kurort bekannt

Cres: Die wilde Insel

Cres ist die größere der beiden Inseln und die wildere. Der Norden ist bewaldet, der Süden kahl und karstüberzogen. Die Bevölkerung konzentriert sich auf wenige Orte, dazwischen liegt Weite.

Cres-Stadt

Die Hauptstadt der Insel ist ein venezianisches Kleinod am Westufer. Pastellfarbene Häuser, ein kleiner Hafen, Cafés unter Platanen. Hier macht der Tourismus Station, aber in Maßen – Cres-Stadt hat 3000 Einwohner und strahlt Beschaulichkeit aus.

Cres-Stadt Hafen

Lubenice

Das spektakulärste Dorf Kroatiens. 378 Meter über dem Meer, auf einer Felsklippe, mit Blick bis zum Horizont. Im Dorf leben noch ein paar Dutzend Menschen, die Häuser sind steinern und alt, die Atmosphäre unwirklich. Der Abstieg zum Strand (Sveti Ivan) dauert 30 Minuten und 1500 Stufen – die Belohnung ist einer der schönsten Strände der Adria.

Praktisches:

  • Anfahrt: Schotterpiste, für normale Autos fahrbar
  • Abstieg zum Strand: 30 Min hinunter, 45 Min hinauf
  • Tipp: Wasser mitnehmen, kein Schatten am Strand

Beli und die Gänsegeier

Im Norden der Insel liegt Beli, ein winziges Dorf mit großer Bedeutung: Hier betreibt eine Organisation ein Rettungszentrum für Gänsegeier. Die riesigen Vögel waren fast ausgestorben, heute leben wieder über 80 Brutpaare auf Cres – die größte Kolonie der Adria.

Das Ökozentrum Caput Insulae bietet Führungen und zeigt verletzte Vögel in Freigehegen. Wer Glück hat, sieht die Geier auch in freier Wildbahn – ihre Spannweite von fast drei Metern ist unübersehbar.

Vransko Jezero

Ein Süßwassersee mitten auf der Insel, gespeist von unterirdischen Quellen. Das Wasser ist trinkbar und versorgt die gesamte Insel. Der See liegt unter dem Meeresspiegel, trotzdem ist er nicht salzig – eines der hydrologischen Rätsel der Adria.

Lošinj: Die duftende Insel

Lošinj ist kleiner, wärmer und aromatischer. Die Insel ist bekannt für ihr Mikroklima und die vielen Heilpflanzen, die hier wachsen. Im 19. Jahrhundert schickten österreichische Ärzte ihre Patienten hierher – die salzige Luft und die ätherischen Öle sollten Atemwegserkrankungen heilen.

Mali Lošinj

Die größte Stadt beider Inseln liegt in einer tiefen Bucht, geschützt vor Wind und Wellen. Der Hafen ist malerisch, die Riva gesäumt von Cafés, die Altstadt ein Gewirr aus Gassen und Plätzen. Mali Lošinj ist touristisch, aber nicht überlaufen – die Atmosphäre ist entspannt und familienfreundlich.

Bucht von Mali Lošinj

Veli Lošinj

Das kleinere, ruhigere Pendant. Ein Fischerdorf mit Hafen, bunten Häusern und dem Geruch nach Rosmarin und Lavendel. Der Duftgarten oberhalb des Ortes zeigt die aromatischen Pflanzen, die Lošinj berühmt gemacht haben.

Čikat-Bucht

Südwestlich von Mali Lošinj erstreckt sich die Čikat-Bucht – die touristische Infrastruktur der Insel. Mehrere Hotels, Strände mit Liegestühlen und Pinienwald bis ans Wasser. Für Familien ideal, für Individualisten etwas zu organisiert.

Delfine beobachten

In den Gewässern um Lošinj lebt eine Population von etwa 180 Großen Tümmlern. Die Blue World Organization erforscht und schützt sie seit 1987 und bietet Ausfahrten an, bei denen die Chancen gut stehen, Delfine zu sehen.

Blue World Marine Research Centre

Das Zentrum in Veli Lošinj informiert über Delfine, Meeresschildkröten und den Schutz der Adria. Für Kinder gibt es Workshops, für Erwachsene Vorträge. Die Bootstouren zur Delfinbeobachtung starten von Mali Lošinj.

Praktisches:

  • Dauer: 2-3 Stunden
  • Kosten: Ab 50 € pro Person
  • Beste Zeit: Früher Morgen oder später Nachmittag
  • Garantie: Keine – Delfine sind wild, nicht dressiert

Strände auf Cres und Lošinj

Die Strände hier sind naturbelassen, oft abgelegen und selten überfüllt.

Sveti Ivan (Lubenice)

Der legendäre Strand unter dem Klippendorf. Kiesel, kristallklares Wasser, keine Infrastruktur. Der Abstieg ist schweißtreibend, die Belohnung paradiesisch.

Čikat-Buchten

Mehrere kleine Kiesbuchten im Pinienwald bei Mali Lošinj. Schattig, gepflegt, familienfreundlich.

Valun

Ein Fischerdorf mit kleinem Kiesstrand auf Cres. Weniger bekannt, mehr Ruhe.

Martinšćica

Große Bucht auf Cres mit flachem Wasser, gut für Familien.

Osor: Die historische Verbindung

Wo die beiden Inseln fast zusammenstoßen, liegt Osor – eine Stadt, die einst 20.000 Einwohner hatte und heute 70 zählt. Die Römer gruben hier einen Kanal durch, der Cres von Lošinj trennt. Eine Drehbrücke öffnet zweimal täglich für Boote.

Was von der Größe blieb

Römische Mauern, romanische Kirchen, ein kleines Archäologiemuseum. Die Stille ist überwältigend für einen Ort, der einmal ein Bischofssitz war. Im Sommer finden in der Kathedrale Konzerte statt – die Akustik ist legendär.

Aktivitäten

Wandern

Beide Inseln haben markierte Wanderwege:

  • Lubenice – Sveti Ivan: Der Klassiker, 1,5 Stunden gesamt
  • Tramuntana-Pfad (Cres): Durch den Nordwald, mehrere Varianten
  • Lošinj-Rundweg: Küstenpfad, 4-5 Stunden

Radfahren

Die Inseln sind hügelig, aber fahrbar. Wer die Kondition mitbringt, findet wenig Verkehr und spektakuläre Landschaften. Die Route Im Herzen des grünen Waldes führt durch die Wälder des Kvarner-Hinterlandes, auch erreichbar ab Cres.

Tauchen und Schnorcheln

Die Unterwasserwelt ist vielfältig: Korallen, Fische, Höhlen. Mehrere Tauchbasen bieten Ausfahrten an.

Praktische Tipps

Anreise

Fähre von Krk (Valbiska – Merag): Die schnellste Verbindung, 20 Minuten, häufig.

Fähre von Rijeka: Täglich, 2-3 Stunden, hält in Cres-Stadt.

Katamaran von Zadar/Pula: Im Sommer direkt.

Herumkommen

Auto empfohlen: Die Inseln sind lang, ÖPNV selten. Fähre zwischen den Inseln: Nicht nötig – die Brücke bei Osor verbindet sie.

Beste Reisezeit

Mai-Juni: Wildblumen, milde Temperaturen, leere Strände. Juli-August: Warm, Delfine aktiv, Konzerte in Osor. September: Ideal. Warmes Meer, weniger Touristen.

Übernachten

  • Mali Lošinj: Größtes Angebot, touristische Infrastruktur
  • Cres-Stadt: Ruhiger, historischer Charme
  • Veli Lošinj: Romantisch, klein
  • Lubenice/Beli: Sehr begrenzt, für Abenteurer

Was Cres und Lošinj besonders macht

Diese Inseln sind für Menschen, die nicht nur am Strand liegen wollen. Die Natur fordert: Steile Abstiege, karge Landschaften, wenig Infrastruktur. Aber sie belohnt auch: Delfine in der Morgensonne, Gänsegeier über den Klippen, Strände, die man sich mit niemandem teilt. Cres und Lošinj sind das authentische Kroatien – wild, still und schön.

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