Die 10 romantischsten Orte in Kroatien für Paare (2026)
- Redaktionsteam
- Top 10 , Reisetipps
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Kroatien ist nicht nur für Familien und Rucksacktouristen – die Adriaküste kann auch verdammt romantisch sein. Jahrhundertealte Steinstädte, versteckte Buchten, in denen man stundenlang niemanden sieht, Sonnenuntergänge, die selbst Alfred Hitchcock ins Schwärmen brachten. Dazu eine Küche, die aus einfachen Zutaten Großes macht, und Weine, die langsam ihren Weg in die internationalen Bestenlisten finden. Für Paare, die mehr suchen als nur einen Strand mit Liegen, haben wir zehn Orte ausgewählt, die Romantik auf ganz unterschiedliche Weise definieren – von der stillen Insel bis zum glamourösen Hafen, vom mittelalterlichen Bergdorf bis zur Habsburger Riviera.
1. Rovinj – Die romantischste Stadt Istriens

Rovinj ist gemacht für Verliebte. Die Altstadt drängt sich auf einer Halbinsel ins Meer, bunte Häuser stapeln sich den Hügel hinauf zur Kirche St. Euphemia, deren Glockenturm die gesamte Westküste Istriens überragt. Abends, wenn die Sonne hinter den vorgelagerten Inseln versinkt und die Straßenlaternen angehen, verwandelt sich Rovinj in eine Filmkulisse, die kein Set-Designer besser hinbekommen würde. Die Reflexionen auf dem Wasser, die warmen Farben der Fassaden, der Geruch von gegrilltem Fisch aus den Restaurants – das alles verschmilzt zu einer Atmosphäre, die selbst Paare zum Händchenhalten bringt, die das sonst nicht tun.
Die engen Gassen sind autofreie Kopfsteinpflaster-Labyrinthe, in denen man sich absichtlich verlaufen sollte. Hinter jeder Ecke warten kleine Galerien, Schmuckateliers und Weinbars, die ihre Türen bis spät in die Nacht offen halten. Die Grisia, Rovinjs berühmte Kunststraße, führt steil bergauf und wird jeden Sommer zur Open-Air-Galerie. Weniger bekannt, aber mindestens so schön: die Felsküste südlich der Altstadt, wo man auf flachen Steinplatten liegt, ins türkisfarbene Wasser gleitet und danach in einer der versteckten Bars einen Aperitif trinkt.

Die Restaurants an der Wasserfront servieren frischen Fisch bei Kerzenschein – das Puntulina hat Tische, die buchstäblich über dem Meer schweben, und die Kombination aus istrischem Olivenöl, fangfrischem Wolfsbarsch und einem Glas Malvasia ist schwer zu toppen. Wer es gehobener mag, reserviert im Monte (ein Michelin-Stern), wo Küchenchef Danijel Đekić istrische Traditionen mit modernen Techniken verbindet. Zum Übernachten lohnt sich das Hotel Lone, ein Designhotel im Wald von Zlatni Rt mit Infinity-Pool und Meerblick – oder, für mehr Charakter, eines der kleinen Heritage-Apartments direkt in der Altstadt, wo man morgens vom Möwengeschrei geweckt wird und das Meer durch die Fensterläden schimmert.
Romantik-Faktor: Leute heiraten hier – das sagt eigentlich alles. Die Standesamtliche Trauung auf der Kirchenmauer mit Blick auf den Archipel ist legendär.
2. Hvar-Stadt – Glamour trifft auf Lavendelduft

Hvar ist die Insel der Schönen und Reichen, aber auch der Geschichte, der Lavendelfelder und der versteckten Konobas. Die Hauptstadt kombiniert venezianische Eleganz mit mediterranem Nachtleben auf eine Art, die es sonst nirgends an der Adria gibt. Man kann durch Renaissance-Paläste und über den ältesten öffentlichen Theaterplatz Europas schlendern, im nächsten Moment Cocktails am Yachthafen trinken und dabei Boote beobachten, die mehr kosten als ein Haus.
Die Festung Fortica (Španjola) über der Stadt liefert den vielleicht besten Sonnenuntergang der gesamten Adria. Der Aufstieg dauert zwanzig Minuten über steile Stufen – oben angekommen breitet sich die Altstadt unter einem aus, dahinter der Hafen, und am Horizont die Silhouetten der Pakleni-Inseln, die in der Abendsonne violett schimmern. Es gibt dort oben eine kleine Bar, die Getränke serviert, während die Sonne ins Meer fällt. Weiter unten, in den Gassen der Altstadt, warten Weinbars mit lokalen Tropfen von Plavac Mali und Restaurants mit weißen Tischdecken und Fischgerichten, die den Tag perfekt abschließen.

Das Gariful am Hafen gilt als beste Adresse für gehobene Fischküche – die gegrillte Zahnbrasse mit Kapern und Olivenöl ist legendär. Für den Sunset-Drink geht man ins Hula Hula, eine Institution mit DJ und Meerblick, oder ins ruhigere Falko oberhalb der Stadt. Übernachten? Das Adriana Hvar Spa Hotel liegt direkt am Hafen mit Rooftop-Pool, während das Riva Hvar Yacht Harbour Hotel venezianisches Flair mit modernem Komfort verbindet. Wer Ruhe sucht, weicht ins Hinterland aus: Stari Grad, der ältere und ruhigere Ort im Westen der Insel, hat UNESCO-geschützte Felder und Steinhäuser, die seit Jahrhunderten kaum verändert wurden.
Insider-Tipp: Im Juni blüht der Lavendel auf den Hügeln zwischen Velo Grablje und Brusje. Eine Wanderung durch die lila Felder, gefolgt von einem Mittagessen in einer Konoba mit hausgemachtem Ziegenkäse – das ist Hvars romantischste Seite, abseits vom Glamour.
3. Korčula-Stadt – Wie Dubrovnik, nur für zwei

Korčula wird oft als Mini-Dubrovnik bezeichnet, und der Vergleich trifft es ziemlich genau: Stadtmauern, Türme, eine kompakte Altstadt auf einer Halbinsel. Aber wo Dubrovnik von Kreuzfahrtschiffen überrollt wird und man sich durch Menschenmassen schieben muss, bewahrt Korčula seinen intimen Charme. Die Gassen sind eng und verwinkelt, nach einem Fischgräten-Muster angelegt, das angeblich den Wind optimal durch die Stadt lenkt. Die Terrassen der Restaurants sind klein, persönlich, und abends sitzt man oft neben dem Koch, der nach der Schicht sein eigenes Glas Wein trinkt.
Die Stadt liegt an der Ostspitze der gleichnamigen Insel, die außerdem für Wein, Oliven und einsame Buchten bekannt ist. Die lokale Rebsorte Grk wächst nur hier, auf den sandigen Böden bei Lumbarda – ein trockener, mineralischer Weißwein mit leichtem Bittermandelton, der perfekt zu gegrilltem Fisch passt. Die Weingüter sind klein und familiär, eine Verkostung bei Bire oder Zure fühlt sich an wie ein Besuch bei Freunden, nicht wie ein touristisches Programm. Nach der Verkostung fährt man zum Strand Przina bei Lumbarda, wo feiner Sand statt der üblichen Kiesel auf einen wartet.

Zum Abendessen reserviert man in der Konoba Mate (traditionelle dalmatinische Küche in einem Garten voller Zitronenbäume) oder im LD Restaurant direkt an der Stadtmauer, wo moderne kroatische Küche mit Meerblick serviert wird. Übernachten lässt es sich hervorragend im Lešić Dimitri Palace, einem der besten Boutique-Hotels Kroatiens, untergebracht in fünf restaurierten Steinhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Jede Suite ist einem Reiseziel Marco Polos gewidmet – der Legende nach wurde der berühmte Entdecker hier geboren.
Geheimtipp: Der kleine Strand Pupnat an der Südküste der Insel ist über eine schmale Straße durch Pinienwälder erreichbar. Fast nie überlaufen, kristallklares Wasser, eine einfache Strandbar – perfekt für einen Nachmittag, an dem die Welt nur aus euch beiden besteht.
4. Motovun – Trüffel, Nebel und Rotwein

Motovun thront auf einem Hügel über dem Mirna-Tal, und an Herbstmorgen, wenn der Nebel in den Tälern liegt und nur die Kirchturmspitze herausragt, fühlt man sich nicht an die Adria versetzt, sondern in die Toskana – nur wilder, ursprünglicher, weniger inszeniert. Die mittelalterliche Festungsstadt hat keine tausend Einwohner, dafür aber Weingüter, Trüffelrestaurants und eine Aussicht von der Stadtmauer, die einem den Atem nimmt. Im Herbst zieht der Duft von weißen Trüffeln durch die Gassen, und auf dem jährlichen Motovun Film Festival verwandelt sich der Marktplatz in ein Open-Air-Kino unter den Sternen.
Die Romantik hier ist eine andere als an der Küste – keine Strandbars, keine Partymeilen, kein Glamour. Stattdessen: Wanderungen durch Weinberge, deren Reben im Oktober golden leuchten. Trüffelsuche mit ausgebildeten Hunden, bei der man durch feuchte Eichenwälder stapft und am Ende vielleicht einen weißen Trüffel in der Hand hält, der pro Kilo mehr wert ist als Gold. Und abends mehrgängige Menüs bei Kerzenschein, bei denen Trüffel auf Pasta, auf Eiern, auf Rindfleisch, manchmal sogar auf Eis landet.

Das Restaurant Mondo in der Altstadt serviert Trüffel-Kreationen auf Spitzenniveau – die hausgemachten Fuži mit frisch gehobeltem weißen Trüffel sind ein Gericht, das man nicht vergisst. Außerhalb der Stadtmauern liegt die Konoba Dorjana im Tal, wo Mama noch selbst kocht und die Portionen so üppig sind, dass man danach nur noch schlafen will. Zum Übernachten empfiehlt sich das Hotel Kaštel direkt auf dem Hügel mit Panoramablick, oder für etwas Besonderes das Meneghetti Wine Hotel bei Bale – ein Relais & Châteaux-Weingut mit eigenem Olivenhain, Pool und einer Weinauswahl, die den gesamten Abend füllen kann.
Kombinieren mit: Grožnjan, das Künstlerdorf mit Jazzfestivals und Ateliers in jeder Gasse. Oprtalj, das fast verlassene Bergdorf mit einer Aussicht, die man mit niemandem teilen muss. Und die istrische Weinstraße, auf der man Malvasia und Teran direkt beim Winzer verkostet.
5. Vis – Die Insel am Ende der Welt

Vis war bis 1989 militärisches Sperrgebiet der jugoslawischen Armee, und diese Jahrzehnte der Isolation haben die Insel vor der Entwicklung bewahrt, die den Rest der dalmatinischen Küste verändert hat. Es gibt keine großen Hotels, keine Bettenburgen, keine Strandpromenaden mit Souvenirläden. Stattdessen: zwei kleine Städte – Vis und Komiža – mit Steinhäusern, die direkt am Wasser stehen, Fischerboote, die morgens auslaufen, und Buchten, in denen man tagelang niemanden trifft. Die Anreise dauert zwei Stunden mit der Fähre ab Split, und genau diese Distanz filtert die Massen heraus.
Die Stiniva-Bucht, eingerahmt von hundert Meter hohen Felswänden mit einem schmalen Durchgang zum Meer, wurde zur schönsten Bucht Europas gewählt – und wer dort war, versteht warum. Der Abstieg über einen steilen Pfad dauert zwanzig Minuten, belohnt aber mit einem Kieselstrand und Wasser so klar, dass man die Fische auf dem Grund zählen kann. Auf der Nachbarinsel Biševo liegt die Blaue Grotte, die man bei tiefstehender Sonne besuchen sollte, wenn das Licht durch eine Unterwasseröffnung fällt und das Innere der Höhle in überirdisches Blau taucht.
Die Restaurants auf Vis setzen auf absolute Frische: Im Pojoda in Vis-Stadt sitzt man im Garten zwischen Zitronenbäumen und bekommt Fisch, der morgens noch im Meer war. In Komiža serviert das Konoba Jastožera Hummer in einem ehemaligen Hummerbecken direkt am Hafen – rustikaler geht es nicht. Zum Übernachten eignet sich das Hotel San Giorgio in Vis-Stadt, ein liebevoll restauriertes Steinhaus, oder eines der privaten Apartments mit Meerblick in Komiža, wo man abends auf der Terrasse sitzt und das Meer rauschen hört, während am Horizont die letzten Fischerboote heimkehren.
Wichtig: Vis ist nichts für Partygänger. Hier ist es ruhig, manchmal sehr ruhig – und genau das macht den Reiz aus. Ein Ort zum Ankommen, Runterkommen, Zueinanderfinden.
6. Dubrovniks Elafiti-Inseln – Stille vor den Toren der Stadt

Dubrovnik selbst ist magisch, aber auch überlaufen – an Sommertagen schieben sich bis zu zehntausend Kreuzfahrttouristen durch die Stradun. Die Lösung für Paare, die das Flair der Region ohne die Massen wollen: Die Elafiti-Inseln, nur dreißig Minuten mit der Linien-Fähre entfernt. Lopud, Šipan und Koločep sind autofrei, kaum bebaut und im Schatten ihrer berühmten Nachbarin fast vergessen – was sie umso reizvoller macht.
Lopud hat mit der Bucht Šunj einen der wenigen Sandstrände Süddalmatiens: feiner Sand, flaches türkises Wasser, eingerahmt von Pinien und verfallenen Renaissance-Villen, die an vergangenen Glanz erinnern. Man erreicht den Strand in fünfzehn Minuten zu Fuß vom Hafen und hat – außerhalb der Hochsaison – gute Chancen, ihn fast für sich zu haben. Šipan ist die größte der drei Inseln, mit Olivenhainen, Weingärten und zwei kleinen Orten, zwischen denen man durch Zypressen-Alleen wandert. Koločep ist die kleinste und intimste: ein Dorf, eine Bucht, dichter Wald und das Gefühl, auf einer Insel gestrandet zu sein, wo die Zeit stehengeblieben ist.

Auf Lopud übernachtet man im Lafodia Sea Resort (Pool, Spa, Meerblick) oder günstiger in einem der familiären Apartments direkt am Hafen. Zum Essen geht man ins Obala, das frischen Fisch und hausgemachte Pasta auf einer Terrasse über dem Wasser serviert. Von Šipan lohnt sich ein Besuch im Bowa Beach Club, einem versteckten Restaurant, das man nur per Boot erreicht – die Muscheln in Weißwein mit Blick auf die offene Adria sind ein Erlebnis, das man nicht vergisst.
Tagesausflug-Option: Morgens mit der Fähre von Dubrovnik nach Lopud, Strand und Mittagessen, nachmittags weiter nach Šipan für ein Abendessen im Olivenhain, abends zurück. Die Fähre fährt mehrmals täglich, Tickets kosten wenige Euro.
7. Ston und die Pelješac-Halbinsel – Austern, Wein und Festungsmauern

Ston ist berühmt für zwei Dinge: Die längste Festungsmauer Europas (5,5 Kilometer, oft als zweitlängste der Welt nach der Chinesischen Mauer bezeichnet) und die Austern aus der Bucht von Mali Ston, die zu den besten im Mittelmeerraum zählen. Beides lässt sich wunderbar romantisch kombinieren: Morgens die Mauer erklimmen, über die Bucht und die Salinen schauen, den Schweiß abwischen – und mittags bei einem Teller fangfrischer Austern mit einem Glas Pošip die Anstrengung belohnen.
Die Pelješac-Halbinsel, an deren Eingang Ston liegt, ist Kroatiens bedeutendste Weinregion. Die Straße nach Orebić schlängelt sich durch steile Weinberge, in denen Dingač und Postup angebaut werden – kraftvolle Rotweine aus der Plavac-Mali-Traube, die an steilen Südhängen mit Blick auf die Adria reift. Die Weingüter bieten Verkostungen an, die selten länger als eine Stunde dauern, aber den gesamten Nachmittag verändern. Bei Grgić (ja, Mike Grgich, der in Kalifornien den berühmten Chardonnay-Sieg beim Pariser Weinwettbewerb 1976 feierte) schmeckt man Weltklasse-Pošip in einer unprätentiösen Kellerei. Bei Matuško verkostet man Dingač in einem Weinkeller, der in den Fels gehauen wurde.

In Mali Ston ist die Kapetanova Kuća die Institution für Austern und Muscheln – seit Generationen in Familienbesitz, das Lokal liegt direkt an der Bucht, und wer die Meeresfrüchte-Platte für zwei bestellt, bekommt Austern, Muscheln, Scampi und gegrillten Fisch, serviert mit nichts als Olivenöl, Zitrone und frischem Brot. In Orebić, am westlichen Ende der Halbinsel, lohnt sich das Hotel Korkyra mit Blick auf Korčula – perfekt, um den Tag bei einem Sundowner auf der Terrasse ausklingen zu lassen, während die Fähren zwischen den Inseln kreuzen.
Wer die Halbinsel aktiv erleben will: Die Zwischen Mauern und Salz Route verbindet auf 33 Kilometern Ston, Mali Ston und die historischen Salzgewinnungsanlagen – eine gemütliche Radtour durch Landschaft, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
8. Lovran – Habsburger Charme an der Opatija-Riviera

Während die Welt nach Dubrovnik und Split rennt, bewahrt die Opatija-Riviera ihren k.u.k.-Charme, als hätte jemand vergessen, die Uhr weiterzustellen. Lovran liegt südlich des bekannteren Opatija, ist aber intimer, ruhiger und auf eine altmodische Art elegant, die man heute selten findet. Belle-Époque-Villen mit schmiedeeisernen Balkonen säumen die Küste, die Uferpromenade Lungomare führt zwölf Kilometer am Meer entlang, und im Herbst duftet die gesamte Stadt nach Maroni, wenn das berühmte Marunada-Festival die Kastanien aus den Wäldern des Učka-Gebirges feiert.
Die Villen aus der Kaiserzeit, in denen einst der österreichisch-ungarische Adel seine Sommer verbrachte, sind heute Hotels und Apartments – man schläft in Räumen mit Stuckdecken und Parkettböden, die Geschichte atmen. Die Restaurants der Riviera servieren Kvarner-Küche, eine Mischung aus italienischen, österreichischen und slawischen Einflüssen: Scampi aus dem Golf von Kvarner, Lamm aus dem Hinterland der Učka, Wildgerichte im Herbst, und dazu Weine aus den Hügeln über Opatija.

Das Draga di Lovrana, versteckt in einem Dorf oberhalb der Stadt, ist eines der besten Restaurants der Region – gehobene Küche in einer restaurierten Villa mit Terrasse über dem Meer, wo das Menü sich nach dem richtet, was Markt und Meer hergeben. Bodenständiger, aber genauso empfehlenswert: das Najade in Volosko, dem Fischerdorf zwischen Lovran und Opatija, wo man auf einer Terrasse über dem Hafen sitzt und zusieht, wie die Fischerboote anlegen. Zum Übernachten eignet sich die Villa Astra in Lovran (Boutique-Hotel in einer restaurierten Villa mit Meerblick) oder das Hotel Bevanda in Volosko (modernes Design, Gourmet-Restaurant, direkter Meerzugang).
Herbst-Geheimtipp: Ende Oktober und im November verwandelt sich Lovran ins Maronen-Paradies. Die Restaurants bieten spezielle Maroni-Menüs an – Maronensuppe, Maronen-Gnocchi, Maronenkuchen – und die Wälder der Učka leuchten in allen Rottönen. Eine der romantischsten Jahreszeiten an der Adria.
9. Mljet – Die grüne Insel mit dem Kloster im See

Mljet ist zu zwei Dritteln Nationalpark: dichte Aleppokiefern-Wälder, zwei miteinander verbundene Salzwasserseen, und auf einer Insel im Großen See ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, das man per Boot erreicht. Die Legende sagt, Odysseus habe hier sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso verbracht – und wer die Insel betritt, versteht, warum er nicht gehen wollte. Die meisten Besucher kommen nur für einen Tagesausflug von Dubrovnik oder Korčula, verbringen drei Stunden im Park und fahren wieder. Wer bleibt, hat abends die Seen, die Wälder und die Buchten fast für sich allein.
Die Romantik auf Mljet ist naturverbunden und ungeschminkt. Morgens fährt man mit dem Kajak über den spiegelglatten Großen See zum Kloster, trinkt dort einen Kaffee auf der Terrasse und paddelt zurück, bevor die Tagesausflügler ankommen. Mittags radelt man auf ruhigen Waldwegen zur Bucht Saplunara im Südosten der Insel – einer der wenigen Sandstrände Süddalmatiens, umgeben von Kiefern, mit einer einfachen Konoba, die gegrillten Fisch und Salat serviert. Abends sitzt man in Pomena oder Polače auf einer Restaurantterrasse und schaut zu, wie die Sonne hinter den bewaldeten Hügeln versinkt.
Zum Essen geht man in die Konoba Ankora in Pomena (frischer Fisch, deftiger Eintopf, hausgemachter Wein) oder zur Konoba Stermasi in Babino Polje im Inselinneren, wo die Peka – Fleisch oder Oktopus unter einer Eisenglocke langsam gegart – mindestens zwei Stunden vor Ankunft bestellt werden muss, aber jede Minute Warten wert ist. Übernachtung: Das Hotel Odisej in Pomena ist die einzige größere Unterkunft und liegt direkt am See. Stimmungsvoller sind die privaten Apartments in Polače, dem kleinen Hafen im Norden, wo zwischen den Häusern Ruinen eines römischen Palastes stehen.
Anreise: Fähre ab Dubrovnik (1,5 Stunden) oder Katamaran ab Korčula (1 Stunde). In der Saison fahren auch Schnellboote ab Split.
10. Zadar – Sonnenuntergang mit eigenem Soundtrack

Alfred Hitchcock nannte den Sonnenuntergang in Zadar den schönsten der Welt, und wer einmal an der Westspitze der Altstadt gesessen hat, während die Meeresorgel spielt und die Sonne das Meer in flüssiges Gold verwandelt, versteht, was er meinte. Die Meeresorgel ist eine architektonische Installation unter den Marmorstufen der Uferpromenade: Das Meer drückt Luft durch 35 Röhren unterschiedlicher Länge und erzeugt dabei melancholische, immer wechselnde Akkorde. Daneben liegt der Gruß an die Sonne – ein Kreis aus dreihundert Solarzellen, der tagsüber Energie speichert und nach Einbruch der Dunkelheit in rhythmischen Farbspielen leuchtet. Kitschig? Vielleicht ein bisschen. Romantisch? Ohne jeden Zweifel.
Aber Zadar ist weit mehr als sein Sonnenuntergang. Die Altstadt, auf einer Halbinsel gelegen, versammelt zweitausend Jahre Geschichte auf engem Raum: das Römische Forum aus dem 1. Jahrhundert, die Rundkirche des Heiligen Donatus aus dem 9. Jahrhundert, venezianische Paläste, österreichische Festungsanlagen. Die Gassen sind weniger poliert als in Dubrovnik, dafür lebendiger – hier wohnen noch Menschen, trocknen Wäsche über den Balkonen, und die Konobas kochen für Einheimische, nicht nur für Touristen. In den Nebenstraßen findet man Weinstuben und Craft-Beer-Bars, die erst um Mitternacht voll werden.

Zum Abendessen reserviert man in der Konoba Pet Bunara (traditionelle dalmatinische Küche in einem gotischen Palast), im Foša direkt am kleinen Hafen (gehobene Fischküche in einem ehemaligen Festungsgraben) oder – für ein besonderes Erlebnis – im Kaštel im gleichnamigen Boutique-Hotel, wo man auf der Terrasse über dem Meer speist. Zum Übernachten ist das Hotel Bastion erste Wahl: ein umgebautes mittelalterliches Lagerhaus mit Spa und Meerblick, direkt an der Stadtmauer. Günstiger und charmanter: das Art Hotel Kalelarga in der gleichnamigen Hauptgasse der Altstadt, wo man morgens durch die Fußgängerzone zum nächsten Café schlendert.
Mehr als ein Abend: Zadar verdient mindestens zwei, drei Nächte. Die Inseln des Zadar-Archipels – Dugi Otok mit dem Naturpark Telašćica, Ugljan als ruhige Fahrrad-Insel, das winzige Iž mit seinen versteckten Buchten – sind per Fähre erreichbar und bieten Tagesausflüge, die den Aufenthalt perfekt ergänzen.
Wann am romantischsten? Die beste Reisezeit für Paare

Die Hochsaison im Juli und August ist für Paare paradoxerweise die schlechteste Zeit: Die Strände sind überfüllt, die Preise auf dem Höhepunkt, die Restaurants ausgebucht, und die Hitze drückt. Wer Romantik sucht, reist in der Vor- oder Nachsaison – und wird mit leeren Buchten, mildem Licht und einer Atmosphäre belohnt, die der Adriaküste ihren eigentlichen Zauber zurückgibt.
Mai und Juni sind ideal: Die Natur ist grün, das Meer bereits warm genug zum Schwimmen, die Touristenmassen noch nicht angekommen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 24 bis 28 Grad, die Abende sind lang und mild, und die Restaurants haben ihre besten Mitarbeiter und frischesten Zutaten. September und Oktober bieten goldenes Licht, Weinlese auf Pelješac und in Istrien, Trüffelsaison im istrischen Hinterland und Wassertemperaturen um 23 Grad – warm genug für ausgedehnte Badeausflüge. In Istrien kommt ab Ende Oktober die Maronensaison dazu, in Dalmatien die Olivenernte.
Unterkünfte für Paare: Heritage Hotels in historischen Altstädten (Split, Korčula, Šibenik) bieten Charme und kurze Wege zu Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Agrotourismus-Betriebe in Istrien und auf Pelješac verbinden Weinberge und Olivenhaine mit komfortablen Zimmern und mehrgängigen Abendessen auf der Terrasse. Und wer es ganz privat will: Ein Ferienhaus mit Pool im Hinterland, wo abends niemand außer den Grillen zu hören ist, kann die romantischste Option von allen sein.
Kroatien ist kein Geheimtipp mehr – aber die wirklich romantischen Orte, die versteckten Buchten und die intimen Konobas, die findet man abseits der Kreuzfahrtrouten. Man muss nur wissen, wo man sucht. Und vielleicht eine Fähre mehr nehmen als geplant.