Fähren im Kvarner: Cres, Rab, Krk und Lošinj erreichen (2026)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Kvarner
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Wer die Kvarner-Inseln besuchen will, steht vor einer überraschend komplexen Frage: Wie komme ich eigentlich rüber? Krk hat eine Brücke, Cres und Rab brauchen Fähren, Lošinj erreicht man über Cres – und wer alle vier kombinieren will, muss ein bisschen planen. Die gute Nachricht: Im Kvarner ist fast alles unkomplizierter als in Dalmatien. Keine Online-Buchungen nötig, kurze Überfahrten, günstige Preise. Die schlechte Nachricht: Im Hochsommer steht man trotzdem in der Schlange, und wenn die Bora bläst, fährt gar nichts.
Dieser Guide erklärt alle Fährverbindungen der Kvarner Bucht mit aktuellen Preisen für 2026, Fahrplänen und den Tricks, die man als Erstbesucher nicht kennt.
Krk: Die Insel mit der Brücke
Fangen wir mit der einfachsten Insel an. Krk braucht keine Fähre – seit 1980 verbindet die Krk-Brücke das Festland mit der Insel. Die Brücke war bei ihrer Eröffnung der weltweit längste Betonbogen über Wasser (390 Meter Spannweite) und ist bis heute kostenlos befahrbar. Im Gegensatz zu manchen Gerüchten, die im Internet kursieren: Es gibt keine Maut auf der Krk-Brücke. Die wurde 2020 endgültig abgeschafft.

Die Brücke liegt an der Autobahn A1/E65, gut erreichbar aus Richtung Rijeka. Von der Mautstelle Krk-Most bis zur Stadt Krk sind es noch etwa 25 Kilometer. Rechne mit 30 Minuten Fahrzeit über die Insel, im Juli und August auch mal mit 45 Minuten, wenn sich der Verkehr staut. Das Nadelöhr ist nicht die Brücke selbst, sondern die zweispurige Straße dahinter. Die Krk-Brücke wird bei extremer Bora (Windgeschwindigkeiten über 100 km/h) für den Verkehr gesperrt – das passiert pro Jahr etwa 5-10 Mal, fast ausschließlich im Winter. Im Sommer ist die Brücke praktisch immer offen.
Warum ist die Brücke für einen Fähren-Guide relevant? Weil Krk der Ausgangspunkt für die Weiterfahrt nach Cres ist. Wer von Deutschland kommt und nach Cres will, hat zwei Optionen: Entweder die Fähre ab Brestova (Festland) oder den Weg über Krk mit der Fähre Valbiska–Merag. Je nachdem, woher du kommst und wohin auf Cres du willst, ist eine der beiden Routen deutlich schneller.
Brestova–Porozina: Die Hauptverbindung nach Cres
Die meistgenutzte Fähre nach Cres verkehrt zwischen Brestova auf dem Festland (Halbinsel Istrien, südlich von Labin) und Porozina im Norden von Cres. Die Strecke wird von Jadrolinija betrieben und ist die Standardroute für alle, die aus Richtung Istrien, Rijeka oder vom slowenischen Grenzübergang kommen.
Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten – so kurz, dass man kaum Zeit hat, sich an Deck hinzusetzen. Die Fähre fährt über den Kvarnerić-Kanal, der an dieser Stelle nur wenige Kilometer breit ist. Bei klarem Wetter sieht man die gegenüberliegende Küste schon vom Parkplatz in Brestova aus.
Fahrplan und Frequenz
Im Hochsommer (Juli–August) fährt die Fähre Brestova–Porozina alle 30 bis 60 Minuten, teilweise bis zu 14 Abfahrten am Tag. In der Vorsaison (Mai–Juni) und Nachsaison (September–Oktober) sind es 8-10 Abfahrten täglich. Im Winter reduziert sich der Fahrplan auf 4-6 Verbindungen. Der aktuelle Fahrplan steht auf jadrolinija.hr und ändert sich saisonal – unbedingt vor der Reise prüfen.
Die erste Fähre legt gegen 5:00 Uhr morgens ab, die letzte je nach Saison zwischen 21:00 und 23:00 Uhr. Eine Reservierung ist nicht möglich und nicht nötig: Man fährt zum Hafen, stellt sich in die Schlange, kauft das Ticket am Schalter und fährt auf die nächste verfügbare Fähre.
Preise 2026
| Kategorie | Preis (einfach) |
|---|---|
| Fußgänger | 3-4 € |
| Fahrrad + Person | 6-8 € |
| PKW bis 5m + Fahrer | 20-28 € |
| PKW über 5m + Fahrer | 28-35 € |
| Wohnmobil bis 7m | 35-50 € |
| Wohnmobil über 7m | 50-70 € |
| Motorrad + Fahrer | 12-18 € |
| Jeder weitere Passagier | 3-4 € |
Die Preise variieren saisonal: In der Hauptsaison (1. Juli bis 31. August) zahlst du den höchsten Tarif, in der Vor- und Nachsaison etwa 20 Prozent weniger. Kinder unter 3 fahren kostenlos, Kinder von 3 bis 12 Jahren zahlen den halben Passagierpreis. Bezahlt wird am Schalter in Brestova – Bargeld und Karte werden akzeptiert.
Was erwartet dich in Brestova?
Brestova ist kein Ort, sondern ein Fähranleger. Es gibt einen Parkplatz, einen Ticketschalter, ein kleines Café und eine Toilette – mehr nicht. Die Zufahrt erfolgt über eine kurvige Straße von der Küstenstraße bei Labin herunter. Im Sommer staut sich die Schlange manchmal bis zur Hauptstraße hoch. Die Wartezeit kann an Samstagen im Juli/August 60 bis 90 Minuten betragen, an normalen Wochentagen in der Hochsaison 20-40 Minuten. Außerhalb der Hochsaison wartest du selten länger als eine Fähre.
Tipp: Wer am Samstag in der Hochsaison übersetzt, sollte entweder sehr früh (vor 7:00 Uhr) oder spät (nach 18:00 Uhr) fahren. Der größte Andrang herrscht zwischen 9:00 und 14:00 Uhr, wenn die Wochenwechsler aus den Ferienwohnungen an- und abreisen. Unter der Woche ist die Lage deutlich entspannter.

Valbiska (Krk)–Merag (Cres): Über Krk nach Cres
Die zweite Fähre nach Cres startet auf der Insel Krk. Von Valbiska an der Westküste von Krk geht es nach Merag an der Ostküste von Cres. Auch diese Linie betreibt Jadrolinija. Die Überfahrt dauert ebenfalls nur 20 Minuten und überquert den schmalen Vela-Vrata-Kanal.
Diese Route ist die bessere Wahl, wenn du:
- Aus Richtung Zagreb oder Slowenien über die Autobahn A6 kommst (dann bist du ohnehin bei Krk)
- Krk und Cres auf einer Reise kombinieren willst
- Die Wartezeiten in Brestova umgehen möchtest (Valbiska ist oft weniger überlaufen)
Fahrplan
Im Sommer verkehrt die Fähre 10-12 Mal täglich, im Winter 5-6 Mal. Die Taktung ist ähnlich wie bei Brestova–Porozina, mit Abfahrten zwischen 5:30 und 22:00 Uhr in der Hauptsaison. Auch hier gilt: keine Reservierung, kein Vorverkauf, einfach hinfahren und anstellen. Der aktuelle Plan ist auf jadrolinija.hr abrufbar.
Preise 2026
Die Preise auf dieser Linie sind nahezu identisch mit Brestova–Porozina. Ein PKW mit Fahrer kostet 20-28 € (einfache Fahrt, je nach Saison), ein Fußgänger 3-4 €. Wohnmobile bis 7 Meter Länge zahlen 35-50 €. Jadrolinija berechnet auf den kurzen Kvarner-Linien einheitliche Tarife, sodass die Preistabelle oben auch hier gilt.
Valbiska: Hafen und Umgebung
Valbiska liegt etwa 8 Kilometer südwestlich der Stadt Krk und ist über eine gut ausgebaute Straße erreichbar. Der Hafen ist kleiner als ein typischer Fährhafen – ein Anleger, ein Tickethäuschen, ein paar Parkplätze. Die Warteschlange bildet sich entlang der Zufahrtsstraße. Wer mit dem Auto wartet, kann die Zeit nutzen und die nahe gelegene Bucht Soline besuchen, bekannt für ihren heilenden Schlamm (5 Minuten Fahrt). Aber Vorsicht: Wenn du den Platz in der Schlange verlässt, musst du dich hinten wieder anstellen.

Stinica–Mišnjak: Die Fähre nach Rab
Die Insel Rab erreicht man am schnellsten über die Fährlinie Stinica–Mišnjak, betrieben von Rapska Plovidba. Stinica liegt am Festland, an der Küstenstraße (Jadranska Magistrala) zwischen Senj und Jablanac. Mišnjak ist der südlichste Punkt der Insel Rab.
Überfahrtsdauer: circa 15 Minuten. Die kürzeste Fährverbindung im Kvarner. Man sieht Rab quasi vor sich liegen, wenn man in Stinica am Anleger steht. Die Fähre überquert den Velebitski-Kanal, mit dem imposanten Velebit-Gebirge als Kulisse im Rücken – einer der dramatischsten Fährhäfen Kroatiens.
Fahrplan und Frequenz
Im Hochsommer fährt die Fähre alle 45-60 Minuten, mit bis zu 12 Abfahrten pro Tag. In der Nebensaison sind es 6-8 Verbindungen. Der Fahrplan ändert sich je nach Nachfrage – an Wochenenden werden oft Zusatzfähren eingesetzt. Die aktuellen Zeiten stehen auf rapska-plovidba.hr.
Eine Alternative ist die Linie Jablanac–Mišnjak, ebenfalls kurz (ca. 15 Minuten), aber seltener bedient. Jablanac liegt etwas nördlich von Stinica, direkt an der Magistrale. In der Praxis wählen die meisten Reisenden Stinica, weil dort häufiger Fähren fahren und die Zufahrt unkomplizierter ist.
Preise 2026
| Kategorie | Preis (einfach) |
|---|---|
| Fußgänger | 2-3 € |
| Fahrrad + Person | 5-7 € |
| PKW bis 5m + Fahrer | 18-25 € |
| PKW über 5m + Fahrer | 25-32 € |
| Wohnmobil bis 7m | 30-45 € |
| Wohnmobil über 7m | 45-65 € |
| Motorrad + Fahrer | 10-16 € |
Die Preise von Rapska Plovidba liegen leicht unter denen von Jadrolinija. Bezahlt wird am Schalter in Stinica, Kartenzahlung ist möglich, Bargeld schadet aber nie – an der Küstenstraße gibt es wenige Geldautomaten.
Das Bora-Problem
Hier wird es ernst. Die Fähre Stinica–Mišnjak überquert den Velebitski-Kanal, einen der windigsten Stellen der gesamten Adria. Die Bora – ein kalter, böiger Fallwind vom Velebit – erreicht hier regelmäßig Geschwindigkeiten von 100-150 km/h, in Extremfällen über 200 km/h. Bei starker Bora wird die Fähre eingestellt. Das kann im Winter tagelang dauern, aber auch im Frühling und Herbst kommt es vor. Selbst im Sommer gibt es gelegentlich Bora-Episoden, die den Betrieb für einige Stunden unterbrechen.
Was tun, wenn die Fähre ausfällt? Die wichtigste Ausweichroute führt über die Insel Pag: Von der Küstenstraße über die Pag-Brücke (kostenlos, immer offen) nach Novalja, dann mit der Fähre Novalja–Rab-Stadt. Diese Route ist länger, aber weniger windanfällig, weil die Pag-Brücke im Lee des Velebit liegt. Allerdings gibt es auf dieser Strecke keinen Autodienst – nur Katamaranverbindungen für Passagiere.
Die zweite Option: Abwarten. Die Bora kommt in Schüben. Oft beruhigt sich der Wind nach ein paar Stunden, und die Fähre nimmt den Betrieb wieder auf. In Stinica gibt es allerdings kaum Infrastruktur zum Warten – kein Hotel, kein richtiges Restaurant. Wer befürchtet, dass der Wind dreht, sollte in Senj (20 Minuten nördlich) ein Zimmer nehmen und den Wetterbericht verfolgen.

Katamarane ab Rijeka: Schnell zu den Inseln
Neben den Autofähren betreibt Jadrolinija Katamaranlinien ab Rijeka, die Cres, Mali Lošinj und Rab ohne Auto verbinden. Diese Schnellboote sind die beste Option für Fußgänger und Radfahrer, die direkt von der Stadt aus auf die Inseln wollen.
Rijeka–Cres–Mali Lošinj
Der Katamaran fährt im Sommer 1-2 Mal täglich von Rijeka über Cres-Stadt nach Mali Lošinj. Die Fahrzeit beträgt etwa 1 Stunde 15 Minuten bis Cres-Stadt und 2 Stunden 15 Minuten bis Mali Lošinj. Im Winter gibt es nur eine Verbindung pro Tag, manchmal nur jeden zweiten Tag.
Der Katamaran legt am Passagierhafen von Rijeka ab – nicht am großen Industriehafen, sondern am Riva-Kai im Stadtzentrum, direkt an der Uferpromenade. Von dort erreicht man den Korzo (Fußgängerzone) in zwei Minuten zu Fuß. In Cres und Mali Lošinj legt der Katamaran jeweils direkt im Stadthafen an – perfekt, wenn die Unterkunft im Zentrum liegt.
Preise (ungefähr):
- Rijeka–Cres-Stadt: 8-12 € pro Person
- Rijeka–Mali Lošinj: 12-18 € pro Person
- Fahrrad: 5-8 € Aufpreis (Plätze begrenzt, früh am Anleger sein)
- Kein Autotransport möglich
Rijeka–Rab
Die Katamaranverbindung Rijeka–Rab führt über mehrere Zwischenstopps (manchmal Cres, manchmal Novalja auf Pag) und dauert je nach Route 2-3 Stunden. Im Sommer fährt der Katamaran 3-5 Mal pro Woche, im Winter seltener. Die Verbindung ist für Tagesausflügler attraktiv, die morgens hin und abends zurück wollen – wenn der Fahrplan das hergibt.
Der Preis für die Strecke Rijeka–Rab liegt bei etwa 15-22 € pro Person (einfach). Tickets kauft man am Schalter in Rijeka oder online über jadrolinija.hr. Beim Katamaran ist eine Online-Buchung sinnvoller als bei den Autofähren, weil die Plätze tatsächlich begrenzt sind – die Katamarane fassen nur 150-300 Passagiere.
Wohnmobil, Fahrrad, Kajak: Sonderfälle auf den Fähren
Wohnmobile und Campervans
Alle Autofähren im Kvarner nehmen Wohnmobile an, aber mit Einschränkungen. Der Preis richtet sich nach der Fahrzeuglänge, und bei großen Wohnmobilen über 8 Meter kann es auf den kleineren Fähren (besonders Valbiska–Merag) eng werden. Die Fähren auf der Linie Brestova–Porozina haben in der Regel mehr Platz, weil dort größere Schiffe eingesetzt werden.
Wer mit einem Wohnmobil über 7 Meter unterwegs ist, sollte nicht am Samstag in der Hochsaison übersetzen wollen. Die Fähren werden nach dem Tetris-Prinzip beladen: Große Fahrzeuge kommen zuletzt, und wenn der Platz knapp wird, müssen die Großen auf die nächste Fähre warten. An einem vollen Samstag kann das zwei oder drei Fähren bedeuten – also 2-3 Stunden Wartezeit. Unter der Woche ist es in der Regel kein Problem.
Auf den Katamaranen ab Rijeka sind Wohnmobile nicht erlaubt. Wer mit dem Campervan auf die Inseln will, muss die Autofähren nehmen.
Fahrräder auf den Fähren
Fahrräder sind auf allen Kvarner-Fähren willkommen und günstig. Auf den Autofähren (Brestova–Porozina, Valbiska–Merag, Stinica–Mišnjak) zahlt man 3-5 € für das Rad, dazu den Fußgängerpreis für sich selbst. Keine Reservierung nötig, keine Platzbeschränkung – die Räder werden neben den Autos auf dem Fahrzeugdeck abgestellt.
Auf den Katamaranen ist es etwas anders: Fahrräder werden im Gepäckraum unter Deck verstaut, und die Plätze sind begrenzt. In der Hochsaison kann es vorkommen, dass der Katamaran keine Fahrräder mehr annimmt, weil der Stauraum voll ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte 30 Minuten vor Abfahrt am Anleger sein und sein Rad direkt am Gepäckeingang abstellen.
Die Kvarner-Inseln eignen sich hervorragend zum Radfahren – Krk hat gut ausgebaute Radwege, Cres bietet einsame Straßen durch die Tramuntana-Wälder, und Rab hat kurze Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten. Wer Krk mit dem Rad erkunden will, findet bei ridescouts eine 44-Kilometer-Tour von Malinska nach Vrbnik, die durch Weinberge und Olivenhaine ins mittelalterliche Vrbnik führt – das Dorf thront auf einer 50 Meter hohen Klippe über dem Meer und ist berühmt für seinen Žlahtina-Wein. GPX-Datei gibt es inklusive.
Kajaks und SUPs
Aufblasbare Kajaks und SUPs kann man in einer Tasche verpackt auf allen Fähren und Katamaranen mitnehmen – das zählt als Gepäck. Hardshell-Kajaks sind auf den Autofähren kein Problem (auf dem Dachträger des Autos), aber auf den Katamaranen nicht erlaubt.

Inselhopping im Kvarner: Die beste Strategie
Das Schöne am Kvarner: Die Inseln liegen nah beieinander, und mit ein bisschen Planung lässt sich eine Rundtour fahren, bei der man nicht den gleichen Weg zurück nehmen muss. Hier sind die drei besten Inselhopping-Routen.
Route 1: Krk → Cres → Lošinj (und zurück)
Die klassische Kombination. Du fährst über die Krk-Brücke nach Krk, erkundest die Insel (Krk-Stadt, Vrbnik, Baška), nimmst dann die Fähre Valbiska–Merag nach Cres. Auf Cres fährst du von Merag nach Süden durch die ganze Insel – 60 Kilometer durch eine Landschaft, die von dichten Wäldern über Karstflächen bis zu nacktem Fels wechselt. In Osor überquerst du die Drehbrücke nach Lošinj (die Brücke öffnet sich zweimal täglich für Schiffe, manchmal muss man 20 Minuten warten). Von Mali Lošinj gibt es Katamarane zurück nach Rijeka.
Diese Route dauert gemütlich 3-5 Tage. Wer es eilig hat, schafft sie auch in zwei Tagen, verpasst dann aber das Beste: die Einsamkeit der Cres-Innenseite, die versteckten Buchten an der Westküste, die Gänsegeier über der Klippe von Beli.
Route 2: Festland → Cres → Lošinj → Zadar
Für Abenteurer mit Richtung Süden. Du nimmst die Fähre Brestova–Porozina nach Cres, fährst die Insel komplett ab, weiter über Lošinj. Von Mali Lošinj gibt es in der Sommersaison Katamaranverbindungen weiter nach Zadar (via Silba und Ilovik) – eine spektakuläre Route durch die vorgelagerten Inseln. Achtung: Diese Verbindung fährt nicht täglich und nicht mit Auto. Du brauchst entweder ein Fahrrad oder bist zu Fuß unterwegs. Die Fahrzeit Mali Lošinj–Zadar beträgt etwa 3,5 Stunden.
Route 3: Rab + Pag kombinieren
Rab und Pag liegen nebeneinander, lassen sich aber nur bedingt kombinieren. Es gibt eine Katamaranverbindung Novalja (Pag)–Rab, die im Sommer ein paar Mal pro Woche fährt. Eine Autofähre zwischen den beiden Inseln existiert nicht. Wer mit dem Auto beide Inseln besuchen will, muss zurück aufs Festland und jeweils separat anfahren: Rab über Stinica–Mišnjak, Pag über die Pag-Brücke (kostenlos, rund um die Uhr geöffnet) oder die Fähre Prizna–Žigljen.
Die Fähre Prizna–Žigljen ist die südliche Zufahrt nach Pag und wird ebenfalls von Jadrolinija betrieben. Die Überfahrt dauert 15 Minuten, die Preise sind vergleichbar mit den anderen kurzen Kvarner-Linien (PKW + Fahrer ca. 20-25 €). Prizna liegt an der Magistrale, etwa 30 Minuten südlich von Stinica – wer also Rab und Pag verbinden will, fährt von Mišnjak (Rab) zurück nach Stinica, dann die Küste entlang nach Prizna und rüber nach Pag. Machbar an einem Tag, aber nicht gerade entspannt.
Tipps gegen lange Wartezeiten
Im Juli und August sind die Kvarner-Fähren voll, besonders an Samstagen (Wechseltag der Ferienwohnungen). Hier ein paar Strategien, die funktionieren:
Früh oder spät fahren. Die Stoßzeiten sind 9:00-14:00 Uhr. Vor 7:00 Uhr oder nach 18:00 Uhr ist es deutlich leerer. Die allerfrüheste Fähre (5:00 oder 5:30 Uhr) ist oft fast leer – wer nicht ausschlafen muss, gewinnt Stunden.
Samstage meiden. Wenn es irgendwie geht, nicht am Samstag übersetzen. Sonntage sind schon deutlich ruhiger, unter der Woche kaum Wartezeit. Wer den Check-in in der Ferienwohnung auf Freitag oder Sonntag legen kann, spart sich enormen Stress.
Valbiska statt Brestova. Wer nach Cres will und aus Norden kommt, hat oft die Wahl zwischen den beiden Fährhäfen. Valbiska ist tendenziell weniger überlaufen, weil viele Touristen den direkten Weg über Brestova nehmen. Der Umweg über Krk dauert nur 20 Minuten länger.
Motorrad oder Fahrrad statt Auto. Zweiräder werden auf den Fähren bevorzugt eingeladen, weil sie weniger Platz brauchen. Wer mit dem Motorrad oder Fahrrad unterwegs ist, wartet selten länger als eine Fähre.
Kein Stress. Die Wartezeit in Brestova oder Stinica ist ärgerlich, aber kein Drama. Die Fähren fahren häufig, und selbst an den schlimmsten Tagen wartet man selten länger als 90 Minuten. Mittagessen im Auto, Buch lesen, die Aussicht genießen – es gibt schlimmere Orte zum Warten als die kroatische Küste.
Praktische Infos auf einen Blick
Alle Fährverbindungen im Kvarner
| Route | Betreiber | Dauer | Auto? | Frequenz (Sommer) |
|---|---|---|---|---|
| Brestova–Porozina (Cres) | Jadrolinija | 20 Min. | Ja | alle 30-60 Min. |
| Valbiska (Krk)–Merag (Cres) | Jadrolinija | 20 Min. | Ja | 10-12x täglich |
| Stinica–Mišnjak (Rab) | Rapska Plovidba | 15 Min. | Ja | alle 45-60 Min. |
| Jablanac–Mišnjak (Rab) | Rapska Plovidba | 15 Min. | Ja | 4-6x täglich |
| Prizna–Žigljen (Pag) | Jadrolinija | 15 Min. | Ja | alle 30-60 Min. |
| Rijeka–Cres–Mali Lošinj | Jadrolinija | 1:15-2:15 Std. | Nein | 1-2x täglich |
| Rijeka–Rab | Jadrolinija | 2-3 Std. | Nein | 3-5x wöchentlich |
Wichtige Links
- Jadrolinija (Hauptbetreiber): jadrolinija.hr – Fahrpläne, Preise, Online-Tickets für Katamarane
- Rapska Plovidba (Fähre nach Rab): rapska-plovidba.hr – Fahrplan Stinica–Mišnjak
- Krk-Brücke Verkehrsinfo: hak.hr – Sperrungen bei Bora
Bezahlung
Alle Fährhäfen akzeptieren Kartenzahlung (Visa, Mastercard). Bargeld ist trotzdem ratsam als Backup – besonders an kleineren Anlegern wie Stinica, wo die Technik manchmal streikt. Seit 2023 zahlt Kroatien mit dem Euro, also keine Umrechnung nötig.
Fahrräder und E-Bikes
E-Bikes werden auf allen Fähren und Katamaranen wie normale Fahrräder behandelt – kein Aufpreis, keine besonderen Regeln. Der Akku muss nicht abgenommen werden. Wer auf den Inseln radfahren will, sollte genug Ladung mitbringen: Auf Cres gibt es außerhalb von Cres-Stadt kaum Lademöglichkeiten, auf Rab sieht es etwas besser aus.

Wann am besten übersetzen?
Die Kvarner-Fähren fahren ganzjährig, aber die Erfahrung unterscheidet sich je nach Saison erheblich. Im Juni und September hast du das beste Verhältnis: Genug Verbindungen, warmes Wetter, aber keine absurden Wartezeiten. Die Fähren sind halb voll, die Inseln belebt genug für geöffnete Restaurants, aber leer genug für einsame Buchten.
Im Juli und August musst du mit Wartezeiten rechnen und hast weniger Flexibilität. Dafür sind alle Katamaranlinien aktiv, auch die seltenen Verbindungen wie Mali Lošinj–Zadar.
Im Oktober bis April sind viele Katamaranlinien eingestellt. Die Autofähren fahren zwar ganzjährig, aber seltener, und die Bora sorgt öfter für Ausfälle. Dafür hast du die Inseln fast für dich allein – und die Fähre garantiert auch.
Wer die Kvarner-Inseln zum ersten Mal besucht, ist mit der zweiten Junihälfte oder der ersten Septemberhälfte am besten beraten. Warm genug zum Baden, ruhig genug zum Genießen, und die Fähren fahren wie am Schnürchen.
Weiterführende Guides
Mehr zu den einzelnen Inseln und der Region:
- Kvarner Bucht: Wo die Berge das Meer treffen – der komplette Regionsguide
- Cres und Lošinj: Delfine, Gänsegeier und unberührte Natur – alles über die wilden Kvarner-Inseln
- Die schönsten Strände der Kvarner Bucht – Badeplätze von Krk bis Rab
- Radtouren in der Kvarner Bucht – die besten Routen mit dem Fahrrad