FKK in Kroatien: Die besten Naturistenstrände & Camps 2026
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 07 Mar, 2026
Inhalt
Kroatien und FKK – das ist eine Liebesgeschichte, die älter ist als die meisten europäischen Naturistenverbände. Was in den 1930er Jahren mit einem britischen König auf Rab begann und in den 1960ern durch jugoslawische Pragmatik zum Massenphänomen wurde, ist heute Teil der kroatischen Identität. Über 30 offizielle Naturistencamps, Dutzende ausgewiesene FKK-Strände und unzählige wilde Buchten machen die Adriaküste zum vielleicht besten Ort in Europa, um ohne Textil ins Wasser zu gehen.

Geschichte des FKK in Kroatien
Kroatiens Verbindung zum Naturismus hat royale Wurzeln. Im Sommer 1936 besuchte der britische König Edward VIII. mit Wallis Simpson die Insel Rab. Der Legende nach fragte er den damaligen Bürgermeister, ob er nackt im Meer baden dürfe – und erhielt die Antwort: „Eure Majestät, in Rab ist alles erlaubt.” Was folgte, war das wahrscheinlich berühmteste FKK-Bad der Geschichte. Edward VIII. stieg in der Bucht von Kandalora unbekleidet ins Wasser und machte Rab damit zum Geburtsort des organisierten Naturismus in Kroatien. Bis heute feiert die Insel dieses Ereignis, und die Bucht trägt den Beinamen „Königsstrand”.
Das jugoslawische Regime erkannte in den 1960er Jahren, dass sich mit Naturismus Devisen verdienen ließen. Während der Westen den nackten Körper noch moralisierte, öffnete Tito pragmatisch die Küste. 1961 wurde Koversada bei Vrsar als erstes offizielles Naturistenzentrum Europas eröffnet – ein Meilenstein, der Kroatien auf die Weltkarte des FKK setzte. Die Deutschen, Österreicher und Niederländer strömten, und eine ganze Tourismusindustrie entstand.
In den folgenden Jahrzehnten baute Jugoslawien systematisch weitere Anlagen auf: Valalta bei Rovinj, Solaris in Lanterna, Baldarin auf Cres. Die Camps wurden zu kleinen Städten mit eigener Infrastruktur – Restaurants, Sportanlagen, Geschäfte, alles nutzbar ohne ein einziges Kleidungsstück. Selbst nach dem Zerfall Jugoslawiens und dem Krieg in den 1990ern blieb die Naturismustradition erhalten. Heute ist Kroatien Mitglied der International Naturist Federation und vermarktet sein FKK-Angebot aktiv – eine Haltung, die in Europa ihresgleichen sucht.
Warum Kroatien für FKK?
Die kroatische Küste ist wie geschaffen für Naturismus: über 1.200 Inseln, tausende versteckte Buchten, kristallklares Wasser und ein Klima, das von Mai bis Oktober das Nacktsein nicht nur ermöglicht, sondern regelrecht einlädt. Dazu kommt eine Tradition der Toleranz. Die jugoslawische Pragmatik hat sich gehalten – FKK ist kein Tabu, sondern ein normaler Teil der Strandkultur. In vielen Küstenorten gibt es seit Jahrzehnten die stille Übereinkunft, dass bestimmte Buchten den Naturisten gehören, und niemand stellt das infrage.
Praktisch gesehen bietet Kroatien etwas, was die meisten FKK-Destinationen nicht können: Vielfalt. Vom hochorganisierten Mega-Resort mit 120 Hektar Fläche bis zur einsamen Felsbucht, in der du den ganzen Tag keinen Menschen siehst. Von familienfreundlichen Camps mit Animation bis zu abgelegenen Inseln, auf denen sich höchstens ein Taxiboot-Skipper blicken lässt. Diese Bandbreite macht Kroatien zum Ziel Nummer eins für Naturisten aus ganz Europa.
Die besten FKK-Strände und Resorts
Koversada (Vrsar, Istrien)

Koversada ist nicht einfach ein Strand – es ist eine eigene Welt. Seit 1961 steht dieses 120 Hektar große Resort bei Vrsar für organisierten Naturismus auf höchstem Niveau. Über eine Brücke erreichst du die vorgelagerte Insel, auf der sich Felsplateaus und schattige Pinienhaine abwechseln. Das Wasser ist glasklar, der Einstieg über Felsen und betonierte Liegeflächen mit Leitern gelöst. An der Westseite gibt es einige Kiesabschnitte, die bei Familien mit kleineren Kindern beliebt sind.
Die Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen: mehrere Restaurants, Bars direkt am Wasser, Supermärkte, Tennisplätze, Beachvolleyball, ein eigener kleiner Hafen für Bootsausflüge. Hier kannst du tagelang nackt sein, ohne je einen textilen Bereich zu betreten. Die Atmosphäre ist entspannt, international, mit einem hohen Anteil an Stammgästen, die seit Jahrzehnten kommen. Campingstellplätze beginnen bei etwa 30 bis 50 Euro pro Nacht je nach Saison, Apartments und Mobilheime liegen höher.
Was Koversada besonders macht: die historische Dimension. Du badest an einem Ort, der die Naturismusbewegung in Europa mitbegründet hat. Das spürt man – in der Selbstverständlichkeit, mit der hier Nacktheit gelebt wird, und in der Gelassenheit der Gäste.
Valalta (Rovinj, Istrien)
Valalta liegt nördlich von Rovinj und ist Koversadas direkter Konkurrent – jünger, moderner, mit mehr Fokus auf Familien und Aktivitäten. Das Resort erstreckt sich über einen langen Küstenabschnitt mit einem Mix aus Felsbuchten, Kiesstrand und angelegten Liegeflächen unter Pinien. Der hauseigene Aquapark ist ein großes Plus für Familien: Rutschen und Pools, alles textilfreie Zone.
Valalta organisiert regelmäßig Naturisten-Sportevents – Beachvolleyball-Turniere, Laufwettbewerbe, Wassergymnastik. Es gibt FKK-Bootsausflüge zu den vorgelagerten Inseln, einen Tauchclub und ein gut sortiertes Wellnessangebot. Die Stellplätze sind großzügig parzelliert, viele davon direkt am Meer. Abends herrscht im Hafenbereich eine angenehm mediterrane Atmosphäre mit Live-Musik und guter Küche.
Im Vergleich zu Koversada wirkt Valalta weniger wie ein historisches Denkmal und mehr wie ein zeitgemäßes Urlaubsresort – nur eben ohne Kleidung. Wer den Komfort eines modernen Campingplatzes mit konsequenter FKK-Philosophie verbinden will, ist hier richtig.
Monsena (Rovinj, Istrien)
Monsena liegt in einer bewaldeten Bucht südwestlich von Rovinj und bietet das Gegenprogramm zu den Mega-Resorts. Hier ist alles eine Nummer kleiner, ruhiger, intimer. Die Anlage liegt zwischen Pinien und Eichen direkt am Wasser, der Strand besteht aus Felsplatten und kleinen Kiesbuchten. Die Stille ist das eigentliche Luxusgut – morgens hörst du nur Zikaden und Wellen.
Die Infrastruktur beschränkt sich auf das Wesentliche: ein Restaurant, ein kleiner Laden, gepflegte Sanitäranlagen. Wer abends mehr will, spaziert in 20 Minuten nach Rovinj – eines der schönsten Städtchen Istriens. Monsena zieht vor allem Paare und ältere Gäste an, die Ruhe suchen und auf Aquapark-Trubel verzichten können. Die Atmosphäre ist fast meditativ, besonders in der Vor- und Nachsaison.
Bunculuka (Baška, Krk)
Die Insel Krk ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und daher bequem mit dem Auto erreichbar. Der FKK-Strand von Bunculuka gehört zu den landschaftlich schönsten in ganz Kroatien. Eine geschützte Kiesbucht, umgeben von steilen, bewaldeten Hängen, mit Blick auf das offene Meer. Das Wasser ist kristallklar, der Einstieg flach genug für Kinder, die Bucht durch die umliegenden Felsen vor Wind geschützt.
Vom gleichnamigen Campingplatz – einem der bestbewerteten FKK-Camps an der Adria – sind es zehn Minuten zu Fuß hinunter zum Strand. Dort gibt es eine Strandbar, Liegen zum Mieten und schattige Plätze unter Bäumen. Der Campingplatz selbst bietet moderne Sanitäranlagen, einen Pool und ein Restaurant. In der Hochsaison wird es voll, aber die Stimmung bleibt gelassen. Baška selbst hat einen der beeindruckendsten Textilstrände der Kvarner-Region – wer Abwechslung braucht, findet sie direkt nebenan.
Sahara Beach (Lopar, Rab)

Der wahrscheinlich spektakulärste FKK-Strand Kroatiens liegt auf der Halbinsel Lopar der Insel Rab. Sahara Beach ist ein seltenes Phänomen an der Adria: feiner, fast weißer Sand, türkises Wasser, dahinter Dünen und Macchia-Bewuchs. Das fühlt sich eher nach Karibik an als nach Adria. Erreichbar ist der Strand nur zu Fuß – ein rund 30-minütiger Weg durch Kiefernwald – oder per Taxiboot von Lopar aus.
Genau diese Abgeschiedenheit macht den Reiz aus. Am Sahara Beach gibt es keine Bars, keine Liegen, keine Infrastruktur. Du bringst alles mit, was du brauchst: Wasser, Essen, Sonnenschutz. Dafür bekommst du einen der schönsten Strände Europas fast für dich allein, zumindest außerhalb der absoluten Hochsaison. Die FKK-Nutzung ist etabliert, aber nicht exklusiv – am einen Ende des Strandes sind Textil-Gäste, am anderen Naturisten. Die Atmosphäre ist friedlich und unkompliziert.
Kandalora (Rab)
Die Bucht, in der 1936 König Edward VIII. nackt badete, ist bis heute ein Pilgerort für FKK-Enthusiasten. Kandalora liegt an der Westküste der Halbinsel Frkanj, geschützt von dichten Kiefernwäldern. Der kleine Kieselstrand fällt sanft ins Wasser ab, die Bucht ist ruhig, das Wasser warm. Es gibt einen FKK-Campingplatz in der Nähe, aber kein großes Resort – hier dominiert das Gefühl von Geschichte und Einfachheit.
Was Kandalora von anderen FKK-Stränden unterscheidet, ist die Symbolkraft. Hier begann alles. Eine kleine Gedenktafel erinnert an den königlichen Besuch, und regelmäßig veranstaltet Rab „Nackt-Schwimmen” zu Ehren von Edward VIII. Die Bucht selbst ist nicht groß, vielleicht 50 Meter breit, aber die Atmosphäre ist besonders – getragen von der Tradition und der Ruhe des Ortes.
Nugal (Makarska)
Nugal ist kein offizieller FKK-Strand – aber er funktioniert seit Jahren als einer. Die Bucht liegt zwischen Makarska und Tučepi, eingeklemmt zwischen hundert Meter hohen Klippen des Biokovo-Gebirges. Der Abstieg dauert 20 Minuten über einen steilen, felsigen Pfad. Unten angekommen: grober Kiesel, türkises Wasser, eine Atmosphäre, die zwischen wild-romantisch und leicht verwegen changiert.

Nugal hat keine Infrastruktur – kein Strandbar, keine Liegen, kein Schatten außer dem, den die Felswand am Nachmittag wirft. In der Hochsaison mischen sich hier FKK-Gäste mit textilen Badegästen, was meistens ohne Probleme funktioniert. Früh morgens oder im September hast du gute Chancen auf die Bucht für dich allein. Der Rückweg bergauf ist anstrengend, vor allem in der Mittagshitze – nimm genug Wasser mit.
Pakleni-Inseln und Jerolim (Hvar)
Die Pakleni-Inseln vor Hvar-Stadt sind ein Archipel aus einem Dutzend kleiner Inseln, von denen mehrere eine lange FKK-Tradition haben. Die bekannteste ist Jerolim – eine flache, pinienbestandene Insel, die komplett als FKK-Zone gilt. Taxiboote fahren im Sommer alle 30 Minuten von Hvar-Stadt und brauchen etwa zehn Minuten. An der Anlegestelle gibt es eine kleine Bar mit Getränken und Snacks, den Rest der Insel teilst du mit Eidechsen und Kiefernduft.

Die Strände auf Jerolim bestehen aus flachen Felsplatten und kleinen Kiesbuchten, das Wasser ist außergewöhnlich klar. Die Insel ist klein genug, um sie in 20 Minuten zu umrunden, aber groß genug, um ein ruhiges Plätzchen zu finden. Auf den Nachbarinseln Stipanska und Marinkovac gibt es weitere FKK-Buchten, die sich mit etwas Bootsgeschick oder per Kajak erreichen lassen. Die Kombination aus Inselhopping und FKK macht die Pakleni-Inseln einzigartig an der kroatischen Küste.
Weitere FKK-Strände
Lokrum (Dubrovnik): Die Insel vor Dubrovnik hat einen inoffiziellen FKK-Bereich an der felsigen Ostküste. Fähre von Dubrovnik in 15 Minuten, dann 20 Minuten zu Fuß durch botanische Gärten. Die Kulisse mit Blick auf die Elafiti-Inseln ist filmreif.
Proizd (Korčula): Eine winzige Insel vor Vela Luka, berühmt für ihre weißen Felsplatten, die wie polierter Marmor aussehen. Taxiboot von Vela Luka, FKK toleriert und üblich. Das Wasser gehört zum klarsten an der gesamten Adria.
Baldarin (Cres): FKK-Campingplatz und Strand an der ruhigen Ostküste von Cres. Naturbelassen, familienfreundlich, kein Massentourismus. Die Bucht ist von Kiefernwald umgeben, der natürlichen Schatten spendet.
Solaris (Lanterna, Istrien): Modernes FKK-Resort mit Pool, Wellness und gehobenem Komfort. Wer nicht auf Camping steht, findet hier klimatisierte Apartments und Mobilheime. Der Strand ist gepflegt, mit betonierten Liegeflächen und Leitern ins Wasser.
Wilde Buchten – Die Geheimtipps
Abseits der offiziellen Strände gibt es hunderte Buchten, in denen FKK praktiziert wird – toleriert, solange man respektvoll ist. Die Faustregel: Je schwerer erreichbar, desto wahrscheinlicher ist Nacktheit akzeptiert.
Kap Kamenjak (Istrien): Die Südspitze der istrischen Halbinsel ist ein Naturpark mit Dutzenden kleinen Buchten. Mehrere davon sind etablierte FKK-Plätze – keine Beschilderung, aber seit Jahren Konsens unter den Besuchern.
Vis: Die am weitesten vom Festland entfernte bewohnte Insel hat abgelegene Buchten an fast jeder Küste. Fast überall wird FKK toleriert, besonders an der schwer zugänglichen Südseite.
Mljet: Die wilde Südküste ist nur per Boot erreichbar und bietet einsame Felsbuchten, in denen du den ganzen Tag keinem Menschen begegnest.
Kornati-Inseln: Unbewohnte Inseln mit einsamen Kiessstränden. Wer mit eigenem Boot oder per Charteryacht kommt, findet absolute Privatsphäre.
Dugi Otok: Die versteckten Buchten im Süden der Insel, besonders rund um den Naturpark Telašćica, sind FKK-freundlich und atemberaubend schön.
FKK-Camping in Kroatien
Kroatien hat über 30 Naturistencamps – mehr als jedes andere Land am Mittelmeer. Die Bandbreite reicht vom einfachen Stellplatz unter Bäumen bis zum Luxusresort mit eigenem Aquapark. Was sie alle gemeinsam haben: Am Strand und Pool wird Nacktheit nicht nur geduldet, sondern erwartet.
Die besten FKK-Campingplätze
| Camp | Region | Typ | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Koversada | Istrien | Mega-Resort | Größtes FKK-Camp Europas |
| Valalta | Istrien | Großes Resort | Aquapark, Familien |
| Solaris | Istrien | Modern | Wellness, gehoben |
| Baldarin | Cres | Mittelgroß | Naturbelassen, ruhig |
| Bunculuka | Krk | Mittelgroß | Toller Strand |
| Kandalora | Rab | Klein | Historisch, familiär |
| Politin | Dalmatien | Klein | Abgelegen, naturnah |
| Nudist Camp Vrboska | Hvar | Klein | Olivenhain, charmant |
Viele reguläre Campingplätze haben zusätzlich separate FKK-Bereiche – eigene Strandabschnitte oder abgetrennte Stellplatzzonen. Das ist eine gute Option für gemischte Gruppen, bei denen nicht alle FKK praktizieren wollen. Auf der Insel Krk, auf Rab und entlang der istrischen Küste findest du diese Kombination besonders häufig.
Was erwartet dich im FKK-Camp?
Die wichtigste Regel: Am Strand und Pool ist Nacktheit Pflicht – in den meisten Camps wird das höflich, aber bestimmt durchgesetzt. In Restaurants und Geschäften ist leichte Kleidung erwünscht oder erforderlich, ein Pareo oder Shorts reichen. FKK-Camps sind ausdrücklich keine Swinger-Clubs und keine Party-Locations. Die Klientel besteht überwiegend aus Familien mit Kindern, Paaren und älteren Stammgästen. Die Atmosphäre ist relaxter als auf den meisten Textil-Campingplätzen – weniger Lärm, weniger Alkohol, mehr Gelassenheit.
Preislich liegen FKK-Camps auf dem Niveau vergleichbarer Textil-Plätze, manchmal etwas darüber. Für einen Stellplatz mit Strom zahlst du je nach Saison und Lage zwischen 25 und 60 Euro pro Nacht. Mobilheime und Apartments beginnen bei etwa 80 Euro.
Regeln und Etikette
FKK in Kroatien funktioniert nach ungeschriebenen, aber universell verstandenen Regeln. Wer sie kennt, hat nirgendwo Probleme.
Offizielle FKK-Zonen: An ausgewiesenen Stränden und in Camps ist Nacktheit die Norm. Du ziehst dich am Eingang zum Strandbereich aus und kleidest dich erst wieder an, wenn du den Bereich verlässt. Es gibt keine Diskussion, keine schiefen Blicke – es ist schlicht der Standard. Wer in einem FKK-Bereich Badekleidung trägt, fällt eher auf als jemand ohne.
Tolerierte Zonen: An vielen wilden Buchten hat sich FKK über Jahre etabliert, ohne dass es Schilder gibt. Hier gilt: Beobachte erst, bevor du dich ausziehst. Wenn andere nackt sind, bist du willkommen. Wenn nicht, respektiere das. An gemischten Stränden halten FKK-Gäste und Textil-Gäste in der Regel natürlichen Abstand zueinander – das funktioniert fast immer ohne Worte.
Fotografieren: Das ist der größte Faux-Pas, den du begehen kannst. Fotos von anderen Gästen sind absolut tabu – ohne Ausnahme und ohne Einschränkung. Selfies am Strand? Nur, wenn du sicher bist, dass niemand anderes drauf ist. In vielen Camps gibt es dazu explizite Regeln, und die Community reagiert empfindlich auf Verstöße. Im Zeitalter von Smartphones gilt besondere Sensibilität: Schon das Herumhantieren mit dem Handy in Strandnähe kann missverstanden werden.
Handtuch: Immer unterlegen – auf Liegen, Bänken, Stühlen, im Restaurant. Das ist nicht nur Hygiene, sondern Grundregel Nummer eins der FKK-Etikette. Ein großes Handtuch gehört zur Grundausstattung wie der Sonnenschutz.
Sexuelles Verhalten: FKK ist nicht sexuell. Erregung oder anzügliches Verhalten führt zum sofortigen Platzverweis. Die Camps haben dafür null Toleranz, und die Stammgäste sorgen selbst dafür, dass die Atmosphäre respektvoll bleibt. Wer mit falschen Erwartungen kommt, wird schnell eines Besseren belehrt.
In Städten und Dörfern: Nacktheit ist dort, wo sie nicht hingehört, verboten. In der Altstadt von Dubrovnik, auf dem Markt von Split oder im Hafen von Rovinj trägst du Kleidung. Die Polizei ist an den Stränden entspannt, aber abseits der Strandbereiche hört die Toleranz auf.
FKK für Einsteiger
Du überlegst, es zum ersten Mal auszuprobieren? Kroatien ist der denkbar beste Ort dafür. Die Akzeptanz ist hoch, die Infrastruktur professionell, und die Atmosphäre so unaufgeregt, dass du dich innerhalb einer Stunde fragst, warum du nicht schon früher nackt gebadet hast.
Fang mit einer wilden Bucht an. Wenn dir ein großes Resort zu viel Commitment ist, such dir eine abgelegene Bucht – Kap Kamenjak in Istrien, eine der Buchten auf Vis, oder Nugal bei Makarska. Dort bist du unter dir, vielleicht mit ein paar Gleichgesinnten, und kannst dich in deinem eigenen Tempo an das Gefühl gewöhnen. Der Vorteil: Kein Druck, keine Regeln, kein Aufwand. Wenn es sich nicht richtig anfühlt, ziehst du einfach wieder was an.
Der erste Gang zum Wasser ist der schwerste. Danach wird es mit jeder Minute normaler. Das berichten praktisch alle FKK-Neulinge. Die Selbstbewusstheit verschwindet schnell, weil du merkst: Niemand schaut, niemand urteilt. In einem FKK-Camp oder am Strand sind alle im selben Zustand, und der Blick wandert genauso unbeteiligt über nackte Körper wie an einem Textilstrand über Badehosen.
Sonnenschutz nicht vergessen. Das ist kein Scherz – Körperstellen, die normalerweise nie der Sonne ausgesetzt sind, verbrennen in Minuten. Creme alles ein, wirklich alles. Und wiederhole das regelmäßig. Hut und Sonnenbrille gehören dazu, auch Wasserschuhe sind an felsigen Stränden und wegen der Seeigel sinnvoll.
Was du wirklich brauchst: Ein großes Handtuch (zum Draufsitzen, nicht zum Verstecken), Sonnenschutz mit hohem Faktor, Wasser, und das war es. Lass die Unsicherheit zu Hause. In FKK-Camps sind alle Körpertypen und Altersgruppen vertreten – der muskulöse 25-Jährige genauso wie die 70-jährige Rentnerin. Genau das ist der Punkt: Körper sind Körper, und die Vielfalt macht das Ganze normal.
Für Paare: FKK-Urlaub kann die Beziehung entspannen. Klingt nach Klischee, stimmt aber oft. Wer gemeinsam die Kleidung ablegt, legt häufig auch einen Teil der Alltagsspannung ab. Viele FKK-Camps berichten, dass Paare im mittleren Alter ihre größte Gästegruppe sind.
Für Familien: Kinder haben mit FKK meistens überhaupt kein Problem – die Befangenheit kommt erst mit dem Alter. In FKK-Camps spielen Kinder nackt im Pool und am Strand, und das ist so normal wie Sandburgen bauen. Wenn du Bedenken hast: Schau dir Valalta oder Koversada an, wo Familien seit Jahrzehnten die Kernzielgruppe sind.
FKK + Aktivurlaub kombinieren
Wer zwischen Strandtagen etwas Bewegung sucht: Istrien ist ideal für Radtouren. Die Istrischen Horizonte starten direkt in der Nähe von Vrsar – also vor der Haustür von Koversada und Valalta. 87 km durch Olivenhaine und über Hügel mit Blick auf mittelalterliche Dörfer, bevor du abends wieder am FKK-Strand liegst. Wer es kürzer mag, nimmt die Küstenstrecke von Poreč nach Savudrija – 49 km entlang der Westküste, perfekt kombinierbar mit einem FKK-Aufenthalt in Lanterna oder Solaris.
Auf der Insel Krk lässt sich der FKK-Tag in Bunculuka mit einer Radtour von Malinska zum Klippenzauber Vrbniks verbinden – 44 km durch Weinberge und Olivenhaine mit einem der besten Ausblicke der Kvarner-Region.
Beste Reisezeit für FKK
Mai bis Juni: Warm genug zum Nacktbaden, die Strände noch angenehm leer, die Camps nicht ausgebucht. Das Wasser hat bereits 20 bis 22 Grad – erfrischend, aber nicht kalt. Die Preise liegen deutlich unter denen der Hauptsaison, und die Vegetation ist saftig grün.
Juli und August: Hochsaison. Perfektes Badewetter mit Wassertemperaturen um 25 Grad, aber volle Camps und volle Strände. Wer in dieser Zeit nach Koversada oder Valalta will, sollte Monate im Voraus buchen. Wilde Buchten bieten in dieser Phase eine willkommene Alternative zu den überfüllten Resorts.
September: Für viele Stammgäste der beste Monat. Das Wasser ist noch warm vom Sommer, die Luft angenehm, die Massen sind weg. Die Preise sinken, die Camps sind zur Hälfte leer, und das Licht hat diese goldene Qualität, die den kroatischen Herbst auszeichnet. Die meisten Camps bleiben bis Anfang oder Mitte Oktober geöffnet.
Rechtliches
FKK ist in Kroatien legal, solange du dich an einem ausgewiesenen FKK-Strand, in einem FKK-Camp oder an einem wilden Strand befindest, wo es niemanden stört. Verboten ist öffentliche Nacktheit in Städten, Dörfern, an Textilstränden in unmittelbarer Nähe zu anderen Badegästen und in der Öffentlichkeit außerhalb von Strandbereichen.
Die Polizei ist pragmatisch. An einem einsamen Strand wird sich kein Beamter für deine Badebekleidung – oder deren Abwesenheit – interessieren. In der Altstadt von Dubrovnik oder am Hafen von Split wirst du allerdings ein Problem bekommen. Der gesunde Menschenverstand ist hier der beste Ratgeber.
Unterm Strich
Kroatien ist das FKK-Paradies, das es seit fast 90 Jahren ist – nur mit besserem Wein, schöneren Camps und mehr Auswahl als je zuvor. Ob du ein großes Resort mit allem Komfort suchst, einen historischen Strand, auf dem ein König nackt badete, oder eine einsame Bucht, in der dich nur die Möwen sehen: Hier findest du alles.
Die kroatische Küste ist tolerant, die Strände sind spektakulär, und das Gefühl, nackt im kristallklaren Wasser zu schwimmen, während die Sonne auf die Felsen scheint, ist eines der besten, die du in Europa haben kannst. Pack das Handtuch ein. Den Rest kannst du zu Hause lassen.
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