Strände an der Makarska Riviera: Alle Buchten von Brela bis Gradac 2026
Inhalt
Wer Strände an der Makarska Riviera sucht, findet hier keine Enttäuschung. 60 Kilometer Küste zwischen Brela und Gradac, dahinter das Biokovo-Gebirge als permanente Kulisse – und davor ein Strand nach dem anderen. Feiner weißer Kies, Wasser so klar, dass man vom Ufer aus Seeigel in drei Metern Tiefe zählen kann, und Pinien, die bis an die Wasserlinie reichen. Das ist keine Übertreibung, das ist der Normalzustand zwischen Juni und Oktober.
Aber die Makarska Riviera ist nicht ein einziger langer Strand. Sie ist ein Flickenteppich aus völlig unterschiedlichen Buchten, Strandabschnitten und versteckten Felsnischen. Der Hauptstrand von Makarska hat Liegen, Bars und DJ-Sets ab 16 Uhr. Nugal, keine zwanzig Minuten zu Fuß entfernt, hat gar nichts außer Felsen und Stille. Brelas Punta Rata ist weltberühmt und entsprechend besucht. Der Strand von Zivogosce kennt außerhalb Kroatiens niemand. Genau diese Bandbreite macht die Riviera so besonders – für jeden Strandtyp gibt es den richtigen Abschnitt.

Wassertemperaturen und beste Reisezeit
Die Adria an der Makarska Riviera gehört zu den wärmsten Abschnitten der kroatischen Küste. Das Biokovo-Gebirge schirmt die Küste vor Nordwinden ab und schafft ein eigenes Mikroklima, das die Wassertemperaturen nach oben drückt.
| Monat | Wassertemperatur | Badebedingungen |
|---|---|---|
| Mai | 17-19 °C | Erfrischend, für Hartgesottene |
| Juni | 21-23 °C | Angenehm, Saison beginnt |
| Juli | 24-26 °C | Perfekt, manchmal über 26 °C |
| August | 25-27 °C | Wärmster Monat, selten unter 25 °C |
| September | 23-25 °C | Ideal – warm, weniger Touristen |
| Oktober | 20-22 °C | Noch möglich, Abende kühler |
Beste Zeit für Strandurlaub: Mitte Juni bis Mitte September. Wer Menschenmassen meiden will, kommt Anfang Juni oder ab Mitte September – das Wasser ist dann immer noch warm genug, und die Strände fühlen sich wie in einer anderen Welt an.
Die Wasserqualität ist durchgehend exzellent. Makarska, Brela, Baska Voda und Tucepi tragen regelmäßig die Blaue Flagge. Das Wasser ist so sauber, dass man an ruhigen Tagen den Grund in sechs, sieben Metern Tiefe erkennt. Die Kiesstrände tragen dazu bei: Anders als Sandstrände wirbelt der Kies kaum Sediment auf, das Wasser bleibt auch bei Wind klar.
Makarska: Hauptstrand und die wilde Seite
Makarska Hauptstrand (Gradska Plaza)
Der Hauptstrand von Makarska erstreckt sich über fast zwei Kilometer westlich der Altstadt. Feiner weißer Kies, flach abfallend, dahinter die berühmte Palmenpromenade – das ist der Strand, den man auf Postkarten sieht. Für Familien mit kleinen Kindern ist er ideal: Das Wasser wird langsam tief, und innerhalb von zwei Minuten sind Cafés, Eisdielen und Toiletten erreichbar. Rettungsschwimmer sind im Sommer den ganzen Tag präsent.
Die Infrastruktur lässt keine Wünsche offen. Liegestühle und Sonnenschirme kosten im Sommer zwischen 30 und 50 Kuna pro Set, je nach Strandabschnitt. Mehrere Beach-Bars servieren Cocktails, Bier und gegrillten Fisch. Duschen und Umkleidekabinen stehen kostenlos zur Verfügung. Der Nachteil ist offensichtlich: Im Juli und August wird es eng. Wer nach 10 Uhr kommt, sucht lange nach einem freien Platz. Der westlichste Abschnitt Richtung Halbinsel Osejava ist tendenziell ruhiger, weil die meisten Hotelgäste den östlichen Teil bevorzugen.
Parken: Die Parkplätze direkt am Strand sind im Sommer ab 9 Uhr voll. Besser ist der große Parkplatz oberhalb des Ortes an der Hauptstraße D8 (3-5 Minuten Fußweg). Im Hochsommer kostet Parken 10-15 Kuna pro Stunde, Tageskarten gibt es selten.
Strandtyp: Feiner weißer Kies, teilweise mit Betonplatten am Uferrand. Flacher Einstieg.
Nugal – Die wilde Bucht
Nugal ist das exakte Gegenteil des Hauptstrands und liegt nur einen kurzen Fußmarsch östlich des Stadtzentrums, unterhalb des Wegs nach Tucepi. Diese Bucht zwischen hohen Felswänden ist offiziell ein FKK-Strand, aber in der Praxis kommen alle, die Ruhe und unberührte Natur suchen. Es gibt keine Liegen, keine Bar, kein Schirmchen – nur Felsen, Kies und das klarste Wasser der gesamten Riviera.
Der Zugang ist der Filter: Ein steiler, steiniger Pfad führt vom Parkplatz an der Hauptstraße in etwa 15 bis 20 Minuten hinunter zur Bucht. Festes Schuhwerk ist Pflicht, Flip-Flops sind eine Einladung zum Umknicken. Genau deshalb bleibt der Strand selbst im August überschaubar. Wer den Abstieg schafft, wird belohnt: Das Wasser schimmert in einem Türkis, das auf Fotos nach Photoshop aussieht, aber echt ist. Schnorcheln direkt an den Felsrändern zeigt Seeigel, kleine Fische und gelegentlich Oktopusse.
Wichtig: Wasser und Proviant mitbringen. Es gibt keine Versorgung an der Bucht. Im Hochsommer unbedingt früh kommen – der schmale Kiesstreifen füllt sich trotz des schwierigen Zugangs bis Mittag. Zurück geht es bergauf, also Energie einplanen.
Strandtyp: Grober Kies und Felsen, kein flacher Einstieg. Nicht für kleine Kinder geeignet.
Brela: Punta Rata und die sechs Kilometer Küste
Punta Rata – Der berühmteste Strand der Riviera
Punta Rata in Brela taucht in jeder Liste der schönsten Strände Kroatiens auf, und das zu Recht. Weißer Kies, der stellenweise fast wie Sand wirkt, Pinienbäume direkt am Wasser, die natürlichen Schatten spenden, und im Wasser der Kamen Brela – ein markanter Fels mit einer kleinen Pinie auf der Spitze, der zum inoffiziellen Symbol der gesamten Makarska Riviera geworden ist.

Was Punta Rata von vielen anderen kroatischen Stränden unterscheidet: Die Pinien reichen tatsächlich bis ans Ufer. Man kann seinen Platz unter den Bäumen ausbreiten, ohne einen Sonnenschirm mieten zu müssen. Das spart nicht nur Geld, sondern schafft eine Atmosphäre, die kein Betonstrand reproduzieren kann – das Rauschen der Nadeln im Wind, der Harzduft, die gesprenkelten Schatten auf dem Kies.
Der Strand hat Blaue-Flagge-Status und alle Einrichtungen: Duschen, Toiletten, Rettungsschwimmer im Sommer, eine Strandbar am südlichen Ende. Die Kiesbank fällt sanft ins Wasser ab, und für ein Stück kann man gut stehen – ideal für Familien. Allerdings wird es im Juli und August zwischen 11 und 16 Uhr voll. Die meisten Besucher kommen aus den Hotels in Brela und den Tagesgästen aus Split, die den einstündigen Ausflug machen.
Parken: In Brela ist Parken grundsätzlich ein Problem. Der Parkplatz nahe Punta Rata ist winzig und im Sommer ab 9 Uhr belegt. Am Ortseingang von Brela gibt es einen größeren Parkplatz (10 Minuten Fußweg). Wer mit dem Bus von Makarska kommt (15 Minuten, alle 30 Minuten im Sommer), umgeht das Problem komplett.
Strandtyp: Feiner weißer Kies, teils sandig. Flacher bis mittlerer Einstieg. Natürlicher Schatten durch Pinien.
Soline und die nördlichen Buchten
Soline liegt nördlich von Punta Rata und wird von den meisten Touristen schlicht übersehen. Der Strand ist etwas schmaler, die Kiesel etwas gröber, aber das Wasser ist identisch klar. Der entscheidende Unterschied: Es ist deutlich ruhiger. Wo an Punta Rata die Handtücher Kante an Kante liegen, hat man in Soline selbst Anfang August Platz zum Atmen.
Die Küste von Brela erstreckt sich insgesamt über sechs Kilometer, unterbrochen von Felsvorsprüngen, die kleine Buchten bilden. Wer den Küstenweg nach Norden spaziert, findet immer wieder versteckte Ecken. Die meisten sind über Trampelpfade durch den Pinienwald erreichbar und haben kaum Infrastruktur – genau das macht den Reiz aus. Badeschuhe sind hier empfehlenswert, weil der Untergrund felsiger ist als am Hauptstrand.
Entlang dieses Küstenwegs versteht man, warum Brela für viele der schönste Ort an der gesamten dalmatinischen Küste ist. Die Kombination aus Pinienwald, weißem Kies, türkisem Wasser und dem Biokovo-Massiv, das hinter allem aufragt, ist in dieser Dichte einzigartig. Mehr zu den besten Stränden Dalmatiens gibt es im ausführlichen Strandguide für Dalmatien.
Strandtyp: Mittlerer bis grober Kies, stellenweise Fels. Wenig Infrastruktur, viel Natur.
Baska Voda: Der ruhige Nachbar mit den besseren Parkplätzen
Nikolina
Baska Voda liegt nur drei Kilometer südlich von Brela, aber der Unterschied in der Touristendichte ist spürbar. Der Hauptstrand Nikolina ist ein breiter Kiesstrand mit flachem Einstieg, eingefasst von einer Promenade mit Restaurants, Cafés und kleinen Läden. Die Atmosphäre ist familienorientiert und entspannt – keine laute Partymusik, keine aufdringlichen Verkäufer, sondern Kinder, die im flachen Wasser planschen, und Eltern, die unter Pinien lesen.
Nikolina hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Punta Rata: Die Parkplatzsituation ist besser. Es gibt einen großen öffentlichen Parkplatz am Ortseingang, von dem man in fünf Minuten am Strand ist. Im Hochsommer wird auch der voll, aber deutlich später als in Brela. Die Infrastruktur am Strand ist komplett: Liegen, Schirme, Duschen, Toiletten, Tretbootverleih, kleiner Spielplatz am Rand. Der Kies ist fein und hell, das Wasser flach – perfekt für Kinder, die noch nicht schwimmen können. Rettungsschwimmer sind im Sommer von 9 bis 18 Uhr vor Ort.
Die Promenade von Baska Voda ist abends besonders schön. Während Makarska an manchen Abenden zu laut und Brela zu ruhig sein kann, trifft Baska Voda eine angenehme Mitte. Familien schlendern am Wasser entlang, die Restaurants servieren frischen Fisch zu vernünftigen Preisen (günstiger als in Makarska), und der Sonnenuntergang hinter der Insel Hvar ist von der Promenade aus spektakulär.
Strandtyp: Feiner weißer Kies, flacher Einstieg. Volle Infrastruktur. Familienfreundlich.
Ikovac und die östlichen Buchten
Östlich des Hauptstrands, Richtung Promajna, liegt der Strand Ikovac – ein schmaler, naturbelassener Kiesabschnitt, der vom Pinienwald eingerahmt wird. Hier ist es deutlich ruhiger als am Nikolina-Strand, weil die meisten Touristen nicht so weit spazieren. Die Infrastruktur beschränkt sich auf eine kleine Strandbar, die Getränke und einfache Snacks verkauft. Liegen gibt es keine, der Schatten kommt von den Bäumen.
Ikovac ist der Kompromiss zwischen dem organisierten Nikolina und der wilden Natur von Nugal. Man hat Versorgung in der Nähe, aber nicht die Betriebsamkeit eines durchorganisierten Strands. Das Wasser ist hier besonders klar, weil weniger Menschen es aufwirbeln. Für Schnorchler interessant: Am östlichen Ende des Strands gibt es Felsformationen unter Wasser, an denen sich kleine Fischschwärme sammeln.
Von Baska Voda aus führt ein Küstenweg weiter nach Promajna, einem noch kleineren Ort mit einem eigenen kleinen Strand. Promajna liegt auf einer leichten Anhöhe über dem Meer und bietet von oben einen der besten Ausblicke auf die Riviera. Der Strand selbst ist klein, aber wegen der wenigen Besucher reizvoll. Wer ein Auto hat und in Baska Voda wohnt, sollte mindestens einen Nachmittag in Promajna einplanen.
Strandtyp: Mittlerer Kies, naturbelassen. Wenig Infrastruktur. Für ruhesuchende Paare und Schnorchler.
Tucepi: Eleganz am Kiesstrand
Dracevica – Der Hauptstrand
Tucepi liegt zwischen Makarska und Podgora und hat sich in den letzten Jahren zu einem der gehobeneren Orte der Riviera entwickelt. Der Hauptstrand Dracevica erstreckt sich über fast drei Kilometer und ist einer der längsten zusammenhängenden Strände der Region. Feiner weißer Kies, Pinienwald als Hintergrund, und das Biokovo-Massiv, das hier besonders steil und dramatisch aufragt.
Was Tucepi auszeichnet, ist die Mischung aus Qualität und Ruhe. Die Hotels sind etwas gehobener als in Baska Voda, die Restaurants am Strand servieren nicht nur Pizza und Cevapcici, sondern auch frischen Steinbutt und Hummer. Trotzdem ist der Ort nie so überlaufen wie Makarska selbst. Der Strand hat alle Einrichtungen – Liegen, Schirme, Duschen, Rettungsschwimmer –, aber die Verteilung auf drei Kilometer macht den Unterschied. Auch im August hat man hier morgens Platz.
Der östliche Teil des Strands, näher am Campingplatz, ist tendenziell jünger und lebhafter. Der westliche Teil, Richtung Makarska, ist ruhiger und wird von Familien bevorzugt. In der Mitte liegt die Strandbar “Dalmacija”, die abends Live-Musik bietet – angenehmer Hintergrundklang, keine Techno-Party.
Parken: Tucepi hat mehrere Parkplätze entlang der Hauptstraße oberhalb des Strands. Die Wege hinunter sind kurz (3-5 Minuten). Parken ist günstiger als in Makarska, etwa 8-12 Kuna pro Stunde im Sommer.
Strandtyp: Feiner weißer Kies, flacher Einstieg. Volle Infrastruktur. Gut für Familien und Paare.
Kamena – Die ruhige Alternative
Südlich von Dracevica, hinter einem kleinen Felsvorsprung, liegt Kamena – ein schmaler, felsiger Strandabschnitt, der fast nur von Einheimischen besucht wird. Keine Liegen, keine Bar, kein Schirm. Nur Felsen, kristallklares Wasser und Ruhe. Der Zugang führt über einen kurzen Pfad vom Parkplatz an der Straße nach Podgora.
Kamena ist kein Strand für den ganzen Tag. Man kommt zum Schwimmen und Schnorcheln, trocknet auf den warmen Felsen und geht wieder. Aber genau das macht den Reiz aus: eine halbe Stunde im Wasser vor Kamena ersetzt Stunden am überfüllten Hauptstrand. Die Unterwasserwelt ist hier besonders reich, weil die Felsen Lebensraum für Seeigel, Krabben und kleine Fische bieten. Badeschuhe sind nicht optional, sondern Pflicht – sowohl auf den Felsen als auch im Wasser gibt es Seeigel.
Strandtyp: Fels und grober Kies, kein flacher Einstieg. Für erfahrene Schwimmer und Schnorchler.
Podgora: Promenade mit Charakter
Podgora liegt acht Kilometer südlich von Makarska und ist der Ort, den die Stammgäste für sich entdeckt haben. Wer zum dritten oder vierten Mal an die Riviera kommt und die Hauptorte kennt, landet irgendwann in Podgora – und bleibt. Der Ort hat eine lange, schattige Promenade entlang des Wassers, gesäumt von alten Pinien und Tamarisken, die den Küstenweg in einen grünen Tunnel verwandeln.
Der Hauptstrand von Podgora ist ein typischer Riviera-Kiesstrand: weiß, flach, sauber, mit allen Einrichtungen. Was ihn von den Stränden in Makarska oder Brela unterscheidet, ist die Atmosphäre. Podgora ist ruhiger, das Publikum älter, die Musik leiser. Die Liegestühle stehen nicht so dicht, die Beach-Bar serviert kroatischen Wein statt Frozen Cocktails. Für Familien mit älteren Kindern oder Paare, die Entspannung suchen, ist Podgora oft die bessere Wahl als die bekannteren Orte.
Südlich des Hauptstrands erstreckt sich die Promenade weiter Richtung Drasnice, einem winzigen Ort, der kaum auf Karten auftaucht. Dort gibt es kleine, wilde Buchten zwischen den Felsen, die man nur über die Promenade oder kurze Trampelpfade erreicht. Im Hochsommer stehen dort keine zwanzig Leute am gesamten Strandabschnitt. Drasnice selbst hat ein paar Privatzimmer und eine Konoba, die fangfrischen Fisch serviert – mehr nicht, und mehr braucht es nicht.
Ein besonderes Detail: Auf dem Hügel über Podgora steht das Flügeldenkmal (Galeb), eine überlebensgroße Möwenskulptur aus weißem Stein, die an die Partisanen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Der kurze Aufstieg lohnt sich nicht für die Geschichte, sondern für den Ausblick: die gesamte Riviera von Brela bis Gradac, mit dem Biokovo als Hintergrund. Fotografen kommen zum Sonnenuntergang.
Parken: Entlang der Hauptstraße gibt es mehrere kleine Parkplätze. Weniger Stress als in Makarska oder Brela.
Strandtyp: Feiner bis mittlerer Kies, flacher Einstieg. Moderate Infrastruktur. Ruhig.
Gradac: Der längste Strand der Riviera
Am südlichen Ende der Makarska Riviera liegt Gradac – und hier findet man den mit fast vier Kilometern längsten Strand der gesamten Region. Gradac ist der Ort, der auf dem Weg nach Dubrovnik von den meisten Autofahrern durchrauscht wird, weil sie ihn für zu klein oder unbedeutend halten. Ein Fehler.

Der Strand von Gradac hat etwas, das die nördlicheren Orte nicht bieten: Weite. Während Punta Rata und der Makarska-Hauptstrand im Sommer Handtuch an Handtuch liegen, kann man in Gradac auch im August einen ruhigen Platz finden. Der Kies ist etwas gröber als in Brela, aber das Wasser ist genauso klar. Alte Pinien und Tamarisken säumen den Strand und spenden natürlichen Schatten über weite Strecken.
Gradac hat eine funktionierende, aber nicht aufdringliche Infrastruktur. Drei oder vier Strandbars verteilen sich über die Länge, dazu Duschen und Toiletten an mehreren Stellen. Liegestühle kann man mieten, muss man aber nicht – unter den Bäumen ist genug Platz für eigene Handtücher und Matten. Der Ort selbst ist klein und authentisch. Die Restaurants kochen dalmatinisch und günstig, die Unterkünfte sind Privatzimmer und kleine Pensionen statt großer Hotelketten. Wer Kroatien sucht, wie es vor zwanzig Jahren war, findet es am ehesten hier.
Was Gradac von den anderen Riviera-Orten abhebt: Die Sonnenuntergänge. Während die nördlicheren Strände nach Westen auf die offene See blicken, hat man von Gradac aus die Inseln Hvar und Korcula im Blickfeld. Wenn die Sonne hinter diesen Inseln versinkt und den Himmel in Orange und Rosa taucht, versteht man, warum manche Stammgäste seit dreißig Jahren wiederkommen.
Parken: Kein Problem. Kostenlose Parkplätze am Ortsrand, von dort 3-5 Minuten zum Strand. Selbst im Hochsommer findet man einen Platz.
Strandtyp: Mittlerer bis grober Kies, flacher Einstieg. Moderate Infrastruktur. Natürlicher Schatten. Sehr familienfreundlich.
Zivogosce: Das Dorf zwischen Bergen und Meer
Zivogosce liegt zwischen Podgora und Gradac und besteht eigentlich aus drei kleinen Ortsteilen, die sich an den Hang über dem Meer klammern. Den meisten Urlaubern sagt der Name nichts, und genau das ist sein Kapital. Die Strände von Zivogosce sind klein, naturbelassen und selbst im Hochsommer nicht überfüllt.
Der Hauptstrand ist ein schmaler Kiesstreifen, der von einer kleinen Promenade begleitet wird. Ein paar Restaurants, eine Strandbar, ein Minimarkt – das war es. Kinder spielen im flachen Wasser, Einheimische sitzen unter den Bäumen und spielen Karten, und das Biokovo-Gebirge ragt direkt hinter den Häusern auf, so nah und steil, dass es fast bedrohlich wirkt.
Was Zivogosce besonders macht, sind die kleinen Buchten südlich und nördlich des Ortszentrums. Sie sind über kurze Trampelpfade erreichbar und bieten das, was viele an der Riviera suchen, aber in den größeren Orten nicht finden: echte Einsamkeit am Meer. An einem normalen Sommertag teilt man sich diese Buchten mit fünf, vielleicht zehn anderen Menschen. Das Wasser ist hier so klar wie überall an der Riviera, der Einstieg felsiger, die Atmosphäre wilder.
Zivogosce ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen ins Biokovo. Mehrere Pfade führen vom Ort aus in die Berge, darunter einer der ältesten Aufstiege zum Gipfel Sveti Jure. Wer morgens wandert und nachmittags am Strand liegt, bekommt hier beides auf kürzestem Weg. Den Skywalk am Biokovo erreicht man von hier aus in etwa 40 Autominuten über die Bergstraße.
Strandtyp: Feiner bis mittlerer Kies, teils felsig. Minimale Infrastruktur. Für Ruhesuchende und Naturliebhaber.
Strandtypen im Vergleich
| Strand | Typ | Einstieg | Infrastruktur | Masse (Aug.) | Familien |
|---|---|---|---|---|---|
| Makarska Hauptstrand | Feiner Kies | Flach | Voll | Hoch | Sehr gut |
| Nugal | Fels/Kies | Steil | Keine | Mittel | Nein |
| Punta Rata (Brela) | Feiner Kies | Flach | Voll | Hoch | Sehr gut |
| Soline (Brela) | Mittlerer Kies | Mittel | Wenig | Niedrig | Bedingt |
| Nikolina (Baska Voda) | Feiner Kies | Flach | Voll | Mittel | Sehr gut |
| Ikovac (Baska Voda) | Mittlerer Kies | Mittel | Wenig | Niedrig | Bedingt |
| Dracevica (Tucepi) | Feiner Kies | Flach | Voll | Mittel | Sehr gut |
| Kamena (Tucepi) | Fels | Steil | Keine | Niedrig | Nein |
| Podgora | Feiner Kies | Flach | Mittel | Niedrig | Gut |
| Gradac | Mittlerer Kies | Flach | Mittel | Niedrig | Sehr gut |
| Zivogosce | Kies/Fels | Mittel | Wenig | Sehr niedrig | Bedingt |
Praktische Tipps für Strandtage an der Makarska Riviera
Badeschuhe sind kein Luxus
An den meisten Stränden der Riviera ist der Untergrund Kies – mal feiner, mal gröber. Badeschuhe machen den Unterschied zwischen bequemem Baden und schmerzenden Füßen. Besonders an den felsigen Buchten wie Nugal, Kamena oder den wilden Abschnitten bei Zivogosce sind sie unverzichtbar. Seeigel kommen vor allem an felsigen Stellen vor. Wer auf einen tritt, verbringt den Rest des Urlaubs mit Nadeln im Fuß statt am Strand.
Schatten finden
An vielen Riviera-Stränden spenden Pinien natürlichen Schatten – ein enormer Vorteil gegenüber den betonierten Stränden weiter nördlich. Brela, Gradac und Tucepi sind dafür am besten. An Stränden ohne Bäume (Teile des Makarska-Hauptstrands, Nugal) braucht man entweder einen gemieteten Schirm oder den eigenen.
Anreise und Parken
Die Makarska Riviera liegt an der Küstenstraße D8, die von Split nach Dubrovnik führt. Die Autobahn A1 hat eine Abfahrt bei Vrgorac/Makarska, von dort sind es noch 25 Minuten bis zur Küste. Im Sommer staut es sich regelmäßig auf dem letzten Stück – besonders samstags, wenn die Wochenend-Touristen aus Zagreb ankommen.
Parken ist an der gesamten Riviera im Hochsommer eine Herausforderung. In Makarska und Brela wird es ab 9-10 Uhr eng, in den kleineren Orten wie Baska Voda, Podgora und Gradac ist die Situation entspannter. Ein allgemeiner Tipp: Wer früh kommt oder spät geht, hat keine Probleme. Die Masse kommt zwischen 10 und 17 Uhr.
Die Riviera mit dem Rad erkunden
Die Küstenstraße zwischen den Orten ist gut ausgebaut, aber eng und im Sommer stark befahren – nicht ideal zum Radfahren. Das Hinterland ist eine andere Geschichte: Wer ein Rad dabei hat, kann die Dörfer oberhalb der Küste erkunden, die noch völlig untouristisch sind. Die Hinter der Küste Route führt auf 68 km von Split durch das Hinterland der Riviera bis nach Brela – abseits der Küstenstraße, durch Karstlandschaften und Dörfer, die sich seit Generationen kaum verändert haben.
Wer es kürzer mag: Die Verstecktes Hinterland Tour führt dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung, von Brela nach Split. Beide Routen bieten Panoramablicke auf die Riviera von oben – eine Perspektive, die man vom Strand aus nie bekommt.
Mehr zur gesamten Makarska Riviera mit Unterkünften, Restaurants und Ausflügen ins Hinterland gibt es im separaten Reiseführer.
Tagesausflüge von der Riviera
Die Makarska Riviera ist nicht nur Strand. Das Biokovo-Gebirge mit seinem berühmten Skywalk liegt direkt hinter der Küste – ein Tagesausflug, der den Strandurlaub um eine völlig andere Dimension erweitert. 1228 Meter über dem Meer auf einer gläsernen Plattform stehen, während unten die Strände liegen, an denen man gestern gebadet hat: Das vergisst man nicht.
Wer einen Bootsausflug machen will, kann von Makarska aus Tagestouren zur Insel Brac buchen. Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten und bringt einen zum berühmten Zlatni Rat – dem “Goldenen Horn”, das seine Form je nach Strömung verändert. Von Gradac aus starten im Sommer Boote nach Hvar. Beide Ausflüge lassen sich gut mit einem Strandtag kombinieren: morgens Boot, nachmittags zurück an den eigenen Strand.