Schnorcheln auf Hvar: Die Pakleni-Inseln und die besten Unterwasser-Spots 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Dalmatien , Inseln
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Das Wasser um Hvar gehört zum Klarsten, was die Adria zu bieten hat. Sichtweiten von 25 bis 40 Metern, Temperaturen, die im Sommer die 25-Grad-Marke knacken, und eine Küstenlinie, die sich nicht entscheiden kann zwischen schroffen Klippen, versteckten Buchten und vorgelagerten Inselchen. Wer hier mit Maske und Schnorchel ins Wasser gleitet, taucht in eine Welt ein, die überraschend lebendig ist – auch wenn die Adria keine tropischen Riffe hat.
Die Pakleni-Inseln (Paklinski otoci) direkt vor Hvar Stadt sind der offensichtliche Hotspot, aber nicht der einzige. Die Südküste der Insel mit ihren schwer zugänglichen Buchten, das ruhige Wasser vor Milna im Norden und die bizarre Unterwassergeografie vor Sveta Nedjelja machen Hvar zu einem der vielseitigsten Schnorchelreviere in ganz Kroatien.
Was dich unter Wasser erwartet

Die Adria vor Hvar ist kein Korallenriff – und das ist auch gar nicht nötig. Die Unterwasserwelt hier hat ihren eigenen Charakter, geprägt von Felsformationen, Seegraswiesen und einem überraschenden Artenreichtum, den viele Besucher nicht erwarten. Direkt unter der Wasseroberfläche beginnen die Posidonia-Wiesen, die das Rückgrat des Ökosystems bilden: dichte, grüne Bänder aus Neptungras, die den Meeresgrund bedecken und Kinderstuben für Dutzende Fischarten sind. Zwischen den Halmen huschen Lippfische in schillernden Grün- und Blautönen, Meerbarben wühlen mit ihren Barteln im Sand, und wer genau hinsieht, entdeckt Seepferdchen, die sich an den Grashalmen festhalten.
An den Felsen wird es spannender. Goldbrassen patrouillieren in kleinen Gruppen entlang der Kanten, Mönchsfische stehen reglos in Spalten, und Oktopusse – die eigentlichen Stars der Adria – verraten sich durch kleine Muschelhalden vor ihren Höhlen. Ein Oktopus, der sich von dir beobachtet fühlt, wechselt innerhalb von Sekunden seine Farbe und Textur, verschmilzt mit dem Fels und ist plötzlich unsichtbar. Es ist jedes Mal faszinierend, egal wie oft man es sieht. Muränen verstecken sich in tieferen Spalten und zeigen gelegentlich ihren Kopf – bedrohlich aussehend, aber harmlos, solange man sie in Ruhe lässt.
Was du regelmäßig sehen wirst:
- Seeigel (Diadema und Steinseeigel) – überall an felsigen Küsten, vor allem in flacherem Wasser
- Oktopusse – in Felsspalten, oft an der Muschelansammlung vor ihrem Versteck erkennbar
- Goldbrassen und Zahnbrassen – in Schwärmen an Felsabbrüchen
- Lippfische – bunt schillernd über Seegraswiesen
- Seesterne – rot und orange auf Felsgründen
- Nacktschnecken – winzig, farbintensiv, schwer zu finden, aber spektakulär
Wer Glück hat, trifft auf Barrakudaschwärme (ja, die gibt es auch in der Adria), Adlerrochen über sandigen Flecken oder sogar eine Meeresschildkröte – die Unechte Karettschildkröte ist im süddalmatinischen Archipel keine Seltenheit mehr.
Pakleni-Inseln: Das Schnorchelrevier direkt vor der Haustür
Die Pakleni-Inseln liegen nur zehn bis zwanzig Bootsminuten von Hvars Hafen entfernt und sind der Grund, warum Schnorchler immer wieder auf diese Insel zurückkommen. Der Archipel besteht aus etwa zwanzig Inseln und Felsen, die meisten unbewohnt, alle umgeben von Wasser, das selbst an trüben Tagen noch eine Sicht von 15 Metern bietet. Die Inseln heißen offiziell Paklinski otoci – das „Pakleni” kommt nicht von „Hölle” (pakao), sondern von „paklina”, dem Harz, mit dem Fischer hier einst ihre Boote abdichteten.
Palmižana – der Klassiker

Palmižana auf der Insel Sveti Klement ist die bekannteste der Pakleni-Inseln und gleichzeitig die am besten erreichbare. Wassertaxis fahren ab Hvar Stadt im Zehn-Minuten-Takt, und die Überfahrt dauert kaum eine Viertelstunde. Der Hauptstrand – eine von Pinien beschattete Bucht mit Kieselgrund – ist hübsch, aber zum Schnorcheln nicht ideal. Die wirklich guten Spots liegen links und rechts davon an den Felsküsten.
Schwimm von der Hauptbucht nach Osten entlang der Felsen: Nach hundert Metern fallen die Felsen unter Wasser steil ab, und du blickst plötzlich über eine Kante in vier bis sechs Meter Tiefe. Hier wimmelt es von Fischen. Goldbrassen ziehen in Schwärmen vorbei, Lippfische putzen sich an Reinigungsstationen, und in den Spalten sitzen Steinseeigel wie schwarze Stachelkugeln. Weiter östlich, wo die Bucht sich öffnet und der Meeresgrund sandiger wird, wachsen ausgedehnte Posidonia-Wiesen. Zwischen den Halmen liegen die Kinderstuben der Küstenfische – winzige, fast transparente Jungfische, die sich im Seegras verstecken.
Praktisch: Palmižana hat zwei Restaurants direkt am Strand (Toto’s ist das bekanntere, reservieren im Juli und August), Toiletten und einen kleinen Laden. Liegen kosten zwischen 100 und 200 Kuna pro Tag, je nach Saison. Wer nicht auf den überlaufenen Hauptstrand will, folgt dem Pfad durch den Pinienwald Richtung Westen – nach zehn Minuten kommt eine ruhigere Bucht mit besserem Schnorchelterrain und weniger Menschen.
Marinkovac – wilder, leerer, besser
Marinkovac liegt nördlich von Sveti Klement und ist deutlich weniger besucht. Die Insel hat keine festen Restaurants, nur gelegentlich ein Strandbar-Boot im Sommer. Dafür hat sie etwas, das Palmižana fehlt: Ruhe und unberührte Unterwasserlandschaften. Die Nordseite von Marinkovac – die dem offenen Meer zugewandte Seite – hat steil abfallende Felsen, die unter Wasser in Überhänge und kleine Höhlen übergehen. Hier ist die Sicht oft noch besser als in den geschützten Buchten, weil die Strömung frisches, klares Wasser bringt.
Die berühmteste Bucht auf Marinkovac ist Stipanska, eine fast kreisrunde Bucht mit flachem Einstieg und sandigen Flecken zwischen den Felsen. Für Anfänger ideal, weil das Wasser ruhig ist und der Grund langsam abfällt. In zwei bis drei Metern Tiefe liegen große Felsblöcke, die mit Schwämmen und Algen bewachsen sind – darunter verstecken sich regelmäßig Oktopusse. An der rechten Seite der Bucht, wo die Felsen steiler werden, hängen Seeanemonen von den Überhängen, und in den Morgen- und Abendstunden kommen Schwärme von Meerbarben zum Fressen an die flachen Stellen.
Wer ein Kajak mietet – was in Hvar Stadt problemlos geht – kann Marinkovac in einer halben Stunde erreichen und die Insel in eigenem Tempo umrunden. Die Kombination aus Paddeln und Schnorcheln gehört zu den schönsten Aktivitäten, die man rund um Hvar machen kann.
Jerolim – die FKK-Insel mit Überraschungen unter Wasser
Jerolim ist die nächstgelegene Pakleni-Insel, nur fünf Minuten mit dem Wassertaxi von Hvar. Die Insel ist als FKK-Strand bekannt, aber die Unterwasserwelt interessiert sich nicht für Badebekleidung. Die Südseite von Jerolim hat flache Felsplatten, die ins Wasser führen und unter der Oberfläche terrassenförmig abfallen. Auf diesen Terrassen wachsen Algenpolster, zwischen denen sich Einsiedlerkrebse und kleine Krabben bewegen. Die Sicht ist hier fast immer ausgezeichnet, weil die Bucht nach Süden offen ist und die Strömung das Wasser ständig erneuert.
Ein besonderer Spot liegt an der Westspitze von Jerolim: Hier fallen die Felsen abrupt auf sechs bis acht Meter ab, und der Grund ist übersät mit großen Steinen, zwischen denen Langusten leben. Du wirst sie nicht immer sehen – sie sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber tief in den Spalten – aber ihre langen Fühler, die aus dem Dunklen ragen, verraten sie manchmal. In den Abendstunden, wenn die Sonne tief steht und das Licht schräg ins Wasser fällt, ist dieser Spot besonders fotogen.
Die Südküste: Buchten, die man sich verdienen muss

Die Südküste von Hvar ist das Gegenstück zu den leicht erreichbaren Pakleni-Inseln. Hier gibt es keine Wassertaxis, keine Strandliegen, oft nicht mal einen Weg hinunter. Genau deshalb ist das Schnorcheln hier anders: Die Buchten sind weniger besucht, das Wasser ungestört, und die Unterwasserwelt hat mehr Zeit zum Wachsen.
Dubovica – die fotogenste Bucht der Insel
Dubovica liegt etwa acht Kilometer östlich von Hvar Stadt an der Südküste und ist über eine steile, unbefestigte Straße erreichbar. Der Abstieg zur Bucht dauert zehn Minuten zu Fuß, und spätestens wenn du den ersten Blick auf das türkise Wasser wirfst, weißt du, dass sich der Weg gelohnt hat. Die Bucht ist halbmondförmig, eingerahmt von hellen Felswänden, und das Wasser schimmert in drei verschiedenen Blautönen – je nachdem, ob der Grund sandig, felsig oder von Seegras bewachsen ist.
Zum Schnorcheln schwimmst du von der Mitte der Bucht nach links (Osten), wo die Felsen steiler werden. Hier beginnt ein Unterwasserriff, das sich hundert Meter entlang der Küste zieht. In zwei bis vier Metern Tiefe wechseln sich Felsblöcke und Sandkanäle ab, bewachsen mit orangefarbenen Schwämmen und grünen Algenpolstern. Zahnbrassen und Goldbrassen sind hier allgegenwärtig, und mit etwas Geduld entdeckst du auch Tintenfische, die sich knapp über dem Sandgrund fortbewegen – ihre Farbwechsel sind subtiler als die der Oktopusse, aber nicht weniger beeindruckend.
Achtung: Dubovica hat im Sommer eine kleine Strandbar, die Getränke und einfaches Essen verkauft. Trotzdem: Wasser und Sonnenschutz selbst mitbringen. Es gibt keinen Schatten am Strand selbst, nur an den Felsen am Rand.
Milna – Hvars ruhiger Norden
Milna an der Nordküste ist das Gegenprogramm zu den dramatischen Südküstenbuchten. Die Bucht ist breit, der Einstieg flach, das Wasser ruhig. Für Familien mit Kindern ist Milna wahrscheinlich der beste Schnorchelspot auf Hvar, weil der Grund sanft abfällt und es wenige Seeigel gibt – die sind an der Südküste und den Pakleni-Inseln deutlich zahlreicher. Dafür hat Milna ausgedehnte Sandflecken zwischen den Felsen, auf denen sich Plattfische und Rochen tarnen. Wer sehr langsam und aufmerksam über den Sandgrund schwimmt, entdeckt manchmal einen Zitterrochen, der sich eingegraben hat – erkennbar nur an der leichten Erhebung und den Augen, die aus dem Sand ragen.
Die Felsküste links der Bucht bietet klassisches Felsschnorcheln mit Seeigeln, Lippfischen und Mönchsfischen. An ruhigen Morgen, bevor die Boote kommen, ist die Sicht hier außergewöhnlich – das Wasser steht fast still, und du siehst jeden Stein auf dem Grund in vier bis fünf Metern Tiefe mit messerscharfer Klarheit.
Sveta Nedjelja – unter den Klippen
Sveta Nedjelja ist ein winziges Dorf an der Südküste, direkt unter einer 600 Meter hohen Felswand. Der Zugang ist nur über eine einzige, enge Straße von Oben möglich, die sich in Serpentinen den Berg hinunterschlängelt. Unten angekommen wartet ein Kieselstrand mit kristallklarem Wasser und einer Unterwasserlandschaft, die es in sich hat. Die Klippen setzen sich unter Wasser fort: steile Felswände, die auf zehn Meter und mehr abfallen, durchzogen von Rissen und Spalten, in denen sich Lebewesen versammeln.
Für erfahrene Schnorchler, die gerne über tiefem Wasser schwimmen, ist Sveta Nedjelja spektakulär. Der Blick über die Felskante in die blauschwarze Tiefe hat etwas Ehrfurchteinflößendes. An den Wänden wachsen farbige Schwämme – gelb, orange, violett –, und zwischen den Felsvorsprüngen stehen oft Schwärme von Meerbrassen. Oktopusse sind hier besonders häufig, weil die zerklüftete Felswand ihnen unzählige Verstecke bietet. Gelegentlich ziehen auch größere Fische vorbei – Bernsteinmakrelen (Amberjacks), die im offenen Wasser jagen und sich manchmal neugierig Schnorchlern nähern.
Tipp: Im Dorf gibt es eine kleine Weinkellerei (Zlatan Otok), die Verkostungen anbietet. Die Kombination aus Schnorcheln am Morgen und Weinprobe am Nachmittag ist einer der besten halben Tage, die man auf Hvar verbringen kann.
Stiniva – von der Wasserseite
Die Bucht Stiniva an der Südküste von Vis wird oft als schönster Strand Kroatiens genannt, aber Hvar hat einen eigenen Stiniva-Moment: Die Höhlenbucht westlich von Sveta Nedjelja, die nur vom Wasser aus zugänglich ist. Wer ein Boot oder Kajak hat, kann in die enge Felsspalte hineinpaddeln und findet dahinter eine geschützte Bucht mit smaragdgrünem Wasser über hellem Kiesgrund. Das Schnorcheln hier ist unwirklich – das Licht fällt durch die enge Öffnung und erzeugt unter Wasser Lichtspiele, die an eine Kathedrale erinnern. Die Fischwelt ist nicht außergewöhnlich, aber die Atmosphäre macht alles wett.
Ausrüstung und Verleih in Hvar Stadt

In Hvar Stadt gibt es mehrere Verleihe für Schnorchelausrüstung, und die Qualität ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. An der Riva (Hafenpromenade) stehen mehrere Stände, die Sets aus Maske, Schnorchel und Flossen ab etwa 15 Euro pro Tag vermieten. Wer länger als drei Tage mietet, bekommt meist Rabatt. Die Qualität variiert: Teure Masken (Cressi, Mares) bei spezialisierten Tauchshops sind grundsätzlich besser als die günstigen Sets an den Touristenständen, wo die Masken oft schlecht sitzen und die Flossen zu steif oder zu weich sind.
Hvar Dive Center am westlichen Ende des Hafens ist die erste Adresse für hochwertiges Equipment. Neben Tauchausrüstung vermieten sie auch Schnorchelsets mit Premiummasken und bieten geführte Schnorcheltouren an – mehr dazu weiter unten. Im östlichen Teil der Altstadt, nahe dem Loggia-Platz, gibt es einen weiteren Sportladen, der Schnorchelausrüstung verkauft (nicht vermietet). Wenn du dein eigenes Set kaufen willst statt zu mieten, bekommst du hier eine Maske plus Schnorchel für 30 bis 50 Euro und Flossen für 20 bis 35 Euro. Auf die gesamte Urlaubswoche gerechnet ist das oft günstiger als tägliches Mieten und du hast Ausrüstung, die wirklich passt.
Was du wirklich brauchst:
- Maske mit gehärtetem Glas: Billige Masken beschlagen schnell und lassen Wasser rein. Eine Maske für 25–40 Euro hält Jahre.
- Schnorchel mit Spritzschutz: Verhindert, dass bei Wellengang Wasser in den Schnorchel schwappt. Das Ventil unten ist ebenfalls praktisch.
- Kurze Flossen: Lange Tauchflossen bremsen beim Schnorcheln mehr als sie helfen. Kurze, flexible Flossen sind ideal.
- Neoprenanzug oder Rashguard: Auch bei 25 Grad Wassertemperatur kühlt man nach einer Stunde aus. Ein dünner 2mm-Neopren verlängert die Schnorchelzeit erheblich und schützt vor Quallenkontakt.
- Wasserdichte Handyhülle oder GoPro: Unterwasserfotos machen ohne Equipment funktioniert nicht. Eine gute wasserdichte Hülle kostet ab 15 Euro und reicht für Schnorcheltiefe.
Geführte Schnorcheltouren
Wer die besten Spots nicht selbst suchen will oder sich im offenen Wasser unsicher fühlt, bucht eine geführte Tour. Mehrere Anbieter in Hvar Stadt fahren täglich zu den Pakleni-Inseln und zur Südküste, und die Guides kennen nicht nur die Spots, sondern auch die Tiere – sie zeigen dir Oktopusse, die du alleine nie gefunden hättest, und erklären, was du siehst.
Typische Halbtages-Tour (3–4 Stunden):
- Abfahrt morgens um 9 Uhr oder nachmittags um 14 Uhr ab Hvar Hafen
- Zwei bis drei Schnorchelstops an den Pakleni-Inseln
- Equipment inklusive (Maske, Schnorchel, Flossen, manchmal Neopren)
- Preis: 40 bis 70 Euro pro Person, Kinder oft 50 % Rabatt
- Kleine Gruppen (maximal 8–12 Personen)
Ganztages-Tour (6–7 Stunden):
- Fährt weiter zur Südküste (Dubovica, Sveta Nedjelja)
- Mittagspause an einer der Buchten oder in einem Restaurant
- Preis: 80 bis 120 Euro pro Person inklusive Lunch
- Oft mit Speedboot, was mehr Spots in kürzerer Zeit ermöglicht
Die Touren sind ihr Geld wert, besonders die Ganztagestouren, die Spots anfahren, die ohne eigenes Boot schwer erreichbar sind. Die Morgentour hat den Vorteil des ruhigeren Wassers und der besseren Sicht; die Nachmittagstour bietet oft das schönere Licht für Unterwasserfotos, wenn die Sonne tief steht.
Wassertemperatur und beste Schnorchelzeit
| Monat | Wassertemperatur | Sicht | Schnorcheln? |
|---|---|---|---|
| April | 14–16 °C | Sehr gut (30m+) | Nur mit Neopren |
| Mai | 17–20 °C | Ausgezeichnet | Mit dünnem Neopren angenehm |
| Juni | 21–24 °C | Sehr gut | Perfekt – warm genug, noch nicht überlaufen |
| Juli | 24–26 °C | Gut (15–25m) | Hochsaison, warm, mehr Boote |
| August | 25–27 °C | Gut | Wärmster Monat, voll, teilweise trüber durch Bootsverkehr |
| September | 23–25 °C | Sehr gut | Bester Monat – warm, ruhig, klare Sicht |
| Oktober | 19–22 °C | Ausgezeichnet | Noch möglich, mit Neopren bis Ende des Monats |
September und Juni sind die besten Monate, ohne Kompromisse. Das Wasser ist warm genug für stundenlanges Schnorcheln ohne dicken Neopren, die Sicht ist hervorragend, und die Buchten sind nicht von Ausflugsbooten verstopft. Im Juli und August ist das Wasser zwar wärmer, aber der massive Bootsverkehr rund um die Pakleni-Inseln trübt das Wasser manchmal ein und schränkt die Sicht auf 10 bis 15 Meter ein – immer noch gut, aber nicht vergleichbar mit der Klarheit im Frühsommer.
Beste Tageszeit: Früh morgens, zwischen 7 und 10 Uhr. Die See ist in den Morgenstunden fast immer ruhig, die Sicht am besten, und die Fische sind aktiver. Abends, ab 17 Uhr, kommt eine zweite gute Phase – das Licht wird warm und golden, und manche Arten, die sich tagsüber verstecken, kommen zum Vorschein. Mittags, bei senkrechter Sonne und maximaler UV-Belastung, ist keine gute Zeit zum Schnorcheln: Die Schatten verschwinden, die Fische ziehen sich in tiefere Zonen zurück, und du holst dir einen Sonnenbrand auf dem Rücken, ohne es zu merken.
Sicherheit beim Schnorcheln auf Hvar

Seeigel – das häufigste Problem
Seeigel sind allgegenwärtig an Hvars Felsküste, und ein Tritt auf ihre Stacheln ist die häufigste Verletzung bei Schnorchlern. Die schwarzen Diadema-Seeigel sitzen bevorzugt in flachem Wasser auf Felsplatten, genau dort, wo man ein- und aussteigt. Ihre Stacheln brechen leicht ab und bleiben in der Haut stecken, was höllisch schmerzt. Die gute Nachricht: Die Stacheln lösen sich nach einigen Tagen von selbst auf. Trotzdem solltest du Badeschuhe tragen – immer, ohne Ausnahme. Feste Neoprenschuhe sind besser als dünne Aquaschuhe, weil die Stacheln durch weiche Sohlen durchgehen. Mehr über den Umgang mit Seeigeln und anderen Meeresbewohnern findest du in unserem Guide zu Quallen und Seeigeln in Kroatien.
Strömungen und Wellengang
Die Gewässer um die Pakleni-Inseln sind größtenteils geschützt und strömungsarm – ein Grund, warum sie so beliebt sind. An der offenen Südküste sieht das anders aus. Vor Sveta Nedjelja und an den Klippen zwischen Dubovica und Zavala können Strömungen auftreten, besonders wenn der Jugo (Südwind) weht. Faustregel: Wenn an der Oberfläche Schaumkronen zu sehen sind, bleib in der Bucht. Schwimme nie alleine an der offenen Küste, und halte dich immer in Ufernähe. Die Strömung zieht selten von der Küste weg, aber sie kann dich parallel zur Küste verdriften, sodass der Rückweg plötzlich gegen die Strömung führt.
Sonnenschutz
Der Rücken, die Waden und der Nacken sind beim Schnorcheln der Sonne ausgesetzt, ohne dass du es merkst – das Wasser kühlt die Haut, und du spürst die Verbrennung erst abends. Trage entweder einen Rashguard oder einen Neoprenanzug, oder creme dich mit wasserfestem Sonnenschutz (mindestens LSF 50) ein – alle 90 Minuten nachlegen, auch bei „wasserfesten” Produkten. Rifffreundlicher Sonnenschutz ohne Oxybenzon und Octinoxat ist mittlerweile in vielen Geschäften auf Hvar erhältlich und schont die Unterwasserwelt, die du dir gerade anschaust.
Boote und Jetskis
In den Sommermonaten sind die Gewässer um Hvar voller Motorboote, Segelboote und Jetskis. Bleib in der Nähe der Küste und der Buchten, wo Boote nicht fahren dürfen. Wenn du in offeneres Wasser schwimmst, nimm eine Boje mit – eine aufblasbare Schnorchelboje in Signalorange kostet kaum zehn Euro und macht dich für Bootsführer sichtbar. Ohne Boje bist du mit deinem Schnorchel an der Oberfläche praktisch unsichtbar, besonders bei Gegenlicht.
Anreise nach Hvar
Hvar ist eine Insel, also führt kein Weg am Boot vorbei. Die Hauptverbindung läuft über Jadrolinija, die staatliche Fährgesellschaft. Die Autofähre verkehrt von Split nach Stari Grad (Nordseite von Hvar) und braucht etwa zwei Stunden. Von Stari Grad sind es dann noch 20 Minuten mit dem Auto oder Bus nach Hvar Stadt. Schneller geht es mit dem Katamaran von Split direkt nach Hvar Stadt – nur eine Stunde Fahrzeit, aber ohne Auto.
Im Sommer fahren auch Katamarane von Dubrovnik, Korčula und Bol (Brač) nach Hvar. Tickets lassen sich online auf der Jadrolinija-Website reservieren, was im Juli und August dringend empfohlen wird – die Fähren sind dann regelmäßig ausgebucht.
Auf der Insel selbst ist ein Auto nützlich, um die Südküstenbuchten zu erreichen, aber nicht zwingend notwendig. Für die Pakleni-Inseln brauchst du kein Auto, nur das Wassertaxi ab Hvar Hafen. Roller sind eine beliebte und günstige Alternative – ab etwa 35 Euro pro Tag mietbar in Hvar Stadt.
Zwischen den Schnorchel-Sessions: Hvars Lavendelfelder per Rad
Hvar ist nicht nur Wasser. Wer zwischen den Schnorcheltagen einen Vormittag an Land verbringen will, sollte ins Inselinnere fahren, wo sich von Mitte Juni bis Mitte Juli die Lavendelfelder violett färben. Die Gegend um Velo Grablje und Brusje – karge Hügel, Steinmauern, verlassene Dörfer – ist wie aus einer anderen Zeit. Mit dem Fahrrad lässt sich das entspannt als Halbtagesausflug machen, und der Kontrast zum morgendlichen Schnorcheln könnte größer nicht sein: statt Unterwasserstille das Zirpen der Grillen, statt Meersalz der Duft von Lavendel. Alles über die Felder, die Ernte und die besten Routen beschreibt unser Lavendel-Guide für Hvar.
Schnorchelspots im Vergleich
| Spot | Erreichbarkeit | Schwierigkeit | Highlights | Familien? |
|---|---|---|---|---|
| Palmižana | Wassertaxi (15 min) | Leicht | Posidonia-Wiesen, Goldbrassen, Restaurants | Ja |
| Marinkovac | Kajak oder Boot | Mittel | Oktopusse, Höhlen, wenig Touristen | Bedingt |
| Jerolim | Wassertaxi (5 min) | Leicht | Felsterrassen, Langusten, Abendlicht | Ja |
| Dubovica | Auto + 10 min Fußweg | Leicht–Mittel | Unterwasserriff, türkises Wasser | Ja |
| Milna | Auto oder Bus | Leicht | Sandgrund, Plattfische, ruhig | Ja |
| Sveta Nedjelja | Auto (enge Straße) | Mittel–Schwer | Steilwände, Schwämme, Tiefblick | Nein |
| Stiniva (Hvar) | Nur per Boot | Mittel | Lichtspiele, Höhlenatmosphäre | Nein |
Was du sonst noch wissen solltest
Schnorchelausrüstung darf im Handgepäck ins Flugzeug – Masken und Schnorchel sind kein Problem, Flossen passen allerdings selten ins Handgepäck und gehören in den Koffer. Wer mit dem Auto über die Fähre kommt, hat natürlich kein Platzproblem.
Die Posidonia-Wiesen, durch die du beim Schnorcheln schwimmst, stehen unter strengem Schutz. Auf keinen Fall Seegras ausreißen oder auf dem Meeresgrund stehen – auch wenn es verlockend ist, sich kurz auszuruhen. Die Wiesen wachsen nur wenige Zentimeter pro Jahr und sind Lebensraum für Hunderte Arten. Das gilt auch für Seeigel: Sie sehen aus wie Hindernisse, sind aber Teil des Ökosystems und dürfen nicht gesammelt oder zerstört werden.
Wer nach dem Schnorcheln auf Hvar noch mehr Unterwasserwelt in Kroatien erleben will, findet in unserem Schnorchel-Guide für ganz Kroatien die besten Spots von Istrien bis Dubrovnik – darunter das Kap Kamenjak, die Kornati-Inseln und die Blaue Grotte auf Biševo. Und wer Hvar insgesamt erkunden will, nicht nur unter Wasser, dem empfehlen wir unseren Hvar-Inselguide mit allem von Festung bis Nachtleben.
Das Meer um Hvar verändert sich mit der Tageszeit, der Jahreszeit und dem Wetter. An einem ruhigen Septembermorgen, wenn du alleine in einer Bucht auf Marinkovac im Wasser liegst und unter dir ein Oktopus seine Farben wechselt, verstehst du, warum Menschen seit Jahrtausenden an diese Küste kommen. Kein Korallenriff nötig.