Fähre Split – Brač 2026: Fahrplan, Preise und Tipps für Supetar & Bol
- Redaktionsteam
- Reisetipps
- 15 Mar, 2026
Inhalt
Brač liegt so nah an Split, dass man die Kirchentürme von Supetar bei klarem Wetter vom Hafen aus sehen kann. 50 Minuten mit der Autofähre, fertig. Trotzdem sorgt die Überfahrt jedes Jahr für Stress, verpasste Verbindungen und hitzige Diskussionen am Hafenpier – weil kaum jemand vorher die richtigen Fragen stellt. Welche Fähre? Welcher Hafen auf der Insel? Auto mitnehmen oder nicht? Und muss ich im August tatsächlich Wochen im Voraus buchen?
Hier steht alles, was du wissen musst, bevor du an Bord gehst. Zwei Routen, zwei Reedereien, eine vergessene Alternative aus dem Süden – und die Frage, ob sich Zlatni Rat als Tagesausflug lohnt.
Zwei Routen, zwei verschiedene Welten
Der entscheidende Punkt, den viele übersehen: Es gibt nicht die eine Fähre nach Brač. Es gibt zwei grundverschiedene Verbindungen, und welche du nimmst, bestimmt, wo du auf der Insel ankommst, was du bezahlst und ob du dein Auto mitnehmen kannst.
| Route | Betreiber | Dauer | Auto? | Häufigkeit (Sommer) |
|---|---|---|---|---|
| Split → Supetar | Jadrolinija | 50 Min. | Ja | 10-14x täglich |
| Split → Bol | Kapetan Luka | 50-60 Min. | Nein | 3-5x täglich |
Split–Supetar ist die Hauptverbindung. Jadrolinija setzt große Autofähren ein, die Platz für Hunderte Passagiere und rund 100 Fahrzeuge bieten. Supetar liegt an der Nordküste von Brač, direkt gegenüber von Split. Wer mit Auto kommt oder die gesamte Insel erkunden will, nimmt diese Route.
Split–Bol ist die direkte Verbindung zum berühmten Zlatni Rat. Kapetan Luka (unter der Marke Krilo) fährt mit schnellen Katamaranen, die nur Passagiere befördern – kein Auto, kein Wohnmobil, kein Motorrad. Dafür landest du direkt in Bol an der Südküste, statt erst 40 Minuten über die Insel fahren zu müssen.
Die Wahl klingt einfach, hat aber Konsequenzen. Wer mit dem Katamaran nach Bol fährt und dann doch Supetar, Pučišća oder die Nordküste sehen will, sitzt ohne Fahrzeug fest. Und wer mit der Autofähre in Supetar ankommt und nur nach Bol zum Strand will, hat eine 35-Kilometer-Fahrt quer über die Insel vor sich.

Jadrolinija: Die Autofähre nach Supetar
Die Route Split–Supetar ist die meistbefahrene Fährverbindung Kroatiens. Im Hochsommer legen bis zu 14 Fähren täglich ab, im Winter immer noch 5 bis 7. Die Überfahrt dauert exakt 50 Minuten – kurz genug, um an Deck zu bleiben und die Aussicht zu genießen, lang genug für einen Kaffee in der Bordcafeteria.
Die Fähren sind groß, stabil und auch bei Wellengang angenehm. An Bord gibt es Sitzplätze drinnen und draußen, eine Cafeteria mit Espresso für 1,50 Euro und Sandwiches für 3 Euro, und auf den neueren Schiffen auch Steckdosen zum Laden. Das Autodeck liegt im Bauch des Schiffes und ist während der Fahrt nicht zugänglich – nimm also alles mit nach oben, was du unterwegs brauchst.
Beim Ablegen gleitest du an der Skyline von Split vorbei, siehst den Marjan-Hügel mit seinen Kiefernwäldern, und bei klarer Sicht auch die Inseln Šolta und Čiovo. Auf der rechten Seite (in Fahrtrichtung) hast du den besten Blick. Nach rund 30 Minuten taucht Supetar auf: ein Fischerdorf mit barocken Kirchtürmen, bunten Häusern und einem erstaunlich großen Hafen für einen so kleinen Ort.
Preise 2026 (Jadrolinija Split–Supetar)
Die Preise basieren auf den aktuellen Tarifen von jadrolinija.hr und können sich saisonal leicht ändern. Alle Angaben sind einfache Fahrt.
| Kategorie | Preis (einfach) |
|---|---|
| Erwachsener (Fußgänger) | 4–6 € |
| Kind (3–12 Jahre) | 2–3 € |
| Kind unter 3 | kostenlos |
| PKW bis 5m + Fahrer | 30–40 € |
| PKW über 5m + Fahrer | 40–50 € |
| Wohnmobil bis 7m | 55–75 € |
| Wohnmobil über 7m | 75–100 € |
| Motorrad + Fahrer | 15–22 € |
| Fahrrad + Radfahrer | 7–10 € |
Die große Preisspanne erklärt sich durch die Saisonunterschiede. Im Juni zahlst du am unteren Rand, im August am oberen. Beifahrer im Auto kaufen separate Passagiertickets. Eine Familie mit zwei Erwachsenen, einem Kind und einem Mittelklassewagen zahlt im Hochsommer also rund 50 Euro für die einfache Fahrt nach Supetar.
Rückfahrt direkt mitbuchen. Hin- und Rückfahrt zusammen zu kaufen spart nicht unbedingt Geld, aber es sichert den Platz. Wer nur ein Ticket für die Hinfahrt hat und am Sonntagnachmittag im August zurückwill, steht möglicherweise vor ausgebuchten Fähren.
Kapetan Luka: Katamaran direkt nach Bol
Wer Zlatni Rat will und kein Auto braucht, nimmt den Katamaran von Kapetan Luka (Marke Krilo). Die Schnellboote fahren von Split direkt nach Bol – kein Umweg über Supetar, kein Busfahren auf der Insel, kein Stress. Du steigst am Hafen von Split ein und eine Stunde später am Hafen von Bol aus, fünf Gehminuten vom Zentrum entfernt.
Kapetan Luka setzt moderne, klimatisierte Katamarane mit Außendeck ein. Die Fahrt ist komfortabel, auch wenn Katamarane bei stärkerem Wellengang naturgemäß mehr schaukeln als die großen Jadrolinija-Fähren. Wer zu Seekrankheit neigt, setzt sich nach hinten in die Mitte – dort ist die Bewegung am geringsten.
Die Verbindung läuft nicht ganzjährig. Von Juni bis September fahren 3 bis 5 Katamarane täglich, im Mai und Oktober reduziert sich das auf 1 bis 2 Fahrten. Im Winter gibt es die Direktverbindung Split–Bol nicht – dann musst du über Supetar fahren und von dort mit dem Bus nach Bol weiter.
Preise 2026 (Kapetan Luka Split–Bol)
Aktuelle Tarife auf kapfromo.hr. Nur Passagiere, keine Fahrzeuge.
| Kategorie | Preis (einfach) |
|---|---|
| Erwachsener | 12–16 € |
| Kind (3–12 Jahre) | 6–8 € |
| Kind unter 3 | kostenlos |
| Fahrrad | 5–8 € Aufpreis |
| Surfbrett/sperriges Gepäck | 5–10 € Aufpreis |
Katamarane sind teurer als die Autofähre nach Supetar, aber du sparst dir den Bus oder Mietwagen auf der Insel. Die Rechnung geht vor allem für Paare und Alleinreisende auf, die direkt nach Bol wollen. Für eine Familie mit Kindern, die auch den Rest der Insel sehen will, ist die Autofähre plus eigenes Auto oft günstiger.
Gepäck: Ein großer Koffer und Handgepäck sind im Preis enthalten. Das Gepäck wird beim Einsteigen am Pier abgegeben und im Unterdeck verstaut – du bekommst es in Bol am Anleger zurück. Fahrräder müssen vorher angemeldet werden, die Plätze sind begrenzt (meist 10 bis 15 pro Fahrt).

Supetar oder Bol – welchen Hafen wählen?
Die Antwort hängt nicht davon ab, welcher Hafen “besser” ist, sondern davon, was du auf Brač vorhast.
Nimm die Fähre nach Supetar, wenn du:
- Ein Auto, Wohnmobil oder Motorrad mitnimmst
- In Supetar, Milna, Pučišća oder Postira übernachtest
- Die ganze Insel erkunden willst (Vidova Gora, Steinmetzdorf Pučišća, Olivenhaine bei Škrip)
- Flexibel bleiben möchtest und verschiedene Strände anfahren willst
- Im Winter reist, wenn der Katamaran nach Bol nicht fährt
Nimm den Katamaran nach Bol, wenn du:
- Kein Auto brauchst und direkt zum Zlatni Rat willst
- In Bol übernachtest und zu Fuß oder mit dem Leihrad alles erreichst
- Einen Tagesausflug zum Strand planst
- Kein Fahrzeug mitnimmst und dir die Busfahrt von Supetar nach Bol sparen willst
Supetar liegt an der Nordküste, Bol an der Südküste. Dazwischen liegen 35 Kilometer Bergstraße über den Inselrücken – das dauert mit dem Auto 35 bis 40 Minuten, mit dem Bus eine knappe Stunde. Wer in Bol übernachtet und mit der Autofähre nach Supetar fährt, verliert also gut zwei Stunden am Tag nur für die Inselquerung (hin und zurück). Das lohnt sich nur, wenn du ein Auto hast und ohnehin die Insel erkunden willst.
Umgekehrt gilt: Wer mit dem Katamaran in Bol ankommt und dann nach Pučišća an der Nordostküste will, steht ohne Fahrzeug ziemlich blöd da. Der Bus fährt selten, Taxis gibt es kaum, und die Entfernung ist mit dem Rad ambitioniert (hügelig, kein Radweg). In dem Fall ist die Autofähre nach Supetar die bessere Wahl – auch wenn du eigentlich “nur nach Bol” wolltest.
Brauchst du ein Auto auf Brač?
Eine Frage, die sich jeder stellt und die keine pauschale Antwort hat. Hier die ehrliche Einschätzung.
Ja, ein Auto macht Sinn, wenn du die gesamte Insel sehen willst. Brač hat 395 Quadratkilometer, 22 Orte und eine Küstenlinie, die sich auf über 100 Kilometer erstreckt. Manche der schönsten Buchten – Lovračina bei Postira, Farska bei Bol, die Strände rund um Milna – sind ohne Auto praktisch unerreichbar. Auch der Vidova Gora, der mit 778 Metern höchste Gipfel aller kroatischen Inseln, liegt abseits der Busrouten. Ein eigenes Fahrzeug gibt dir die Freiheit, morgens um sieben an einem leeren Strand zu stehen, während die Tagesausflügler noch im Bett liegen.
Nein, ein Auto brauchst du nicht, wenn du nur in Bol oder Supetar bleibst. Beide Orte sind fußläufig, der Strand ist jeweils zu Fuß erreichbar, und Restaurants, Geschäfte und Unterkünfte liegen alle kompakt beieinander. In Bol fährt ein Bummelzug vom Hafen zum Zlatni Rat (im Sommer alle 20 Minuten, ca. 3 Euro), und die Strandpromenade ist angenehm zum Spazieren. In Supetar hast du den Stadtstrand direkt am Hafen – so nah, dass du theoretisch von der Fähre ins Wasser springen könntest.
Mietwagen ab Split-Airport: Wer direkt am Flughafen Split ein Auto übernehmen und dann zur Fähre fahren will, findet bei Pop Car ein verlässliches familiengeführtes Unternehmen ohne versteckte Gebühren – mit Standorten am Flughafen Split, Zadar und Zagreb. Das Auto fährt man zur Fähre, parkt auf dem Autodeck, und hat auf Brač volle Freiheit. Anfragen auch per Mail: popcarzadar@gmail.com. Auf der Insel selbst gibt es in Supetar und Bol lokale Verleihanbieter – ein Kleinwagen kostet im Sommer ab 40 Euro pro Tag. Roller gibt es ab 30 Euro pro Tag und sind auf den schmalen Inselstraßen oft praktischer als ein Auto.
Parken: In Supetar gibt es einen großen öffentlichen Parkplatz direkt am Fährhafen (5–10 €/Tag im Sommer). In Bol ist Parken im Hochsommer ein Kampf – der zentrale Parkplatz oberhalb des Ortes ist ab 10 Uhr voll, und am Zlatni Rat gibt es keinen Parkplatz direkt am Strand. Wer mit dem Auto nach Bol kommt, parkt am besten am Ortseingang und geht die letzten 15 Minuten zu Fuß oder nimmt den Bummelzug.
Am Hafen von Split: Wo hin, wie früh, wo parken?
Der Hafen von Split erstreckt sich über die gesamte Länge der Riva-Promenade und ist in verschiedene Zonen aufgeteilt. Beim ersten Mal kann das verwirrend sein – hier die Orientierung.
Autofähren nach Supetar (Jadrolinija): Die großen Fähren legen im westlichen Teil des Hafens ab, bei den Gates 1 bis 6. Wenn du mit dem Auto kommst, folgst du der Beschilderung “Trajektna luka” (Fährhafen). Es gibt Aufstellspuren, in denen du dich mit dem Auto einreihst. Die Crew prüft die Tickets am Eingang zur Aufstellspur – halte dein ausgedrucktes oder digitales Ticket bereit.
Katamarane nach Bol (Kapetan Luka): Die Katamarane legen am östlichen Ende des Hafens ab, bei den Gates 10 bis 12. Von der Altstadt aus gehst du die Riva entlang Richtung Osten. Die Anleger erkennst du an den kleineren, schmaleren Schiffen. Gepäck gibst du direkt am Pier ab.
Wie früh am Hafen sein? Für den Katamaran reichen 30 Minuten vor Abfahrt, im August besser 45 Minuten – es gibt keine Sitzplatznummern, wer zuerst kommt, hat die Wahl. Für die Autofähre gilt: Mindestens 60 Minuten vor Abfahrt in der Aufstellspur stehen. Im Hochsommer lieber 90 Minuten, besonders bei der ersten Morgenfahrt und der letzten Nachmittagsfahrt. Die Fähren werden in der Reihenfolge der Ankunft beladen, und wer zu spät kommt, fährt nicht mit.
Parken in Split während der Fähre: Wenn du dein Auto in Split stehen lassen und nur als Fußgänger nach Brač fahren willst, gibt es mehrere Optionen. Der Parkplatz am Westhafen (nahe dem Busbahnhof) kostet 15–20 Euro pro Tag. Günstiger sind die Parkplätze am Poljud-Stadion oder in der Spinut-Bucht (8–12 €/Tag), allerdings brauchst du von dort einen Bus oder ein Taxi zum Hafen (10 Minuten). Manche Hotels in Split bieten auch Parken für Tagesausflügler an – einfach vorher fragen.

Buchen: Wann Pflicht, wann spontan?
Das hängt von der Saison ab und davon, ob du ein Auto mitnimmst. Die Kurzversion: Im Hochsommer mit Auto ist Buchen Pflicht, als Fußgänger in der Nebensaison reicht spontan.
Mit Auto (Jadrolinija nach Supetar)
Juli und August: Mindestens eine Woche vorher buchen, besser zwei. Die letzte Juliwoche und die erste Augustwoche sind die kritischsten – da sind Fähren teilweise drei Wochen im Voraus ausgebucht. Freitag und Samstag sind schlimmer als Dienstag oder Mittwoch. Wer spontan am Hafen auftaucht, riskiert stundenlanges Warten oder gar nicht mitzukommen. Die Warteliste funktioniert nach dem Prinzip “Restplätze nach Einreihen” – das heißt: Du stellst dich in die Spur, wartest, und wenn nach dem letzten gebuchten Fahrzeug noch Platz ist, darfst du an Bord. Im August ist darauf kein Verlass.
Juni und September: Drei bis fünf Tage vorher buchen reicht normalerweise. An Wochenenden kann es knapp werden, unter der Woche bekommst du fast immer noch Plätze. Ausnahme: Feiertage und Brückentage – Fronleichnam im Juni und der kroatische Unabhängigkeitstag am 8. Oktober ziehen kurzfristigen Ansturm an.
Nebensaison und Winter: Kein Problem. Kauf dein Ticket am Schalter im Hafen oder online am Vorabend. Die Fähren sind selten mehr als halbvoll, und die Aufstellspuren bleiben übersichtlich.
Ohne Auto (Katamaran oder Fußgänger auf der Autofähre)
Als Fußgänger auf der Jadrolinija-Fähre brauchst du im Grunde nie vorher zu buchen. Die großen Schiffe haben Platz für mehrere Hundert Passagiere, und die sind selbst im August selten alle belegt. Einfach am Schalter kaufen und an Bord gehen.
Für den Katamaran nach Bol sieht es anders aus. Die Schnellboote haben nur 150 bis 300 Plätze. Im Juli und August sind die morgendlichen Abfahrten (9 bis 11 Uhr) oft einen Tag vorher ausgebucht. Abendverbindungen haben meist noch Restplätze. Unser Rat: Im Hochsommer mindestens am Vortag online buchen, in der Nebensaison reicht spontan.
Wo buchen:
- jadrolinija.hr – Autofähren, Website auf Deutsch verfügbar
- kapfromo.hr – Katamarane Kapetan Luka/Krilo
- Direct Ferries – Vergleichsportal für alle Anbieter
Buche direkt bei der Reederei. Vergleichsportale sind nützlich zum Preischeck, schlagen aber oft 2 bis 3 Euro pro Ticket auf. Bei Stornierungen oder Umbuchungen ist der direkte Draht zur Reederei einfacher.
Was darf mit an Bord?
Auf der Autofähre (Jadrolinija): PKW bis zu einer Länge von 5 Metern fallen in die Standardkategorie. Größere SUVs und Kombis (5–6 m) zahlen einen Aufschlag. Wohnmobile bis 7 Meter sind kein Problem, darüber wird es eng – die Crew entscheidet je nach Auslastung. Anhänger und Wohnwagen sind erlaubt und werden separat bepreist. Motorräder haben eigene Stellplätze an der Seite des Autodecks.
Fahrräder: Auf der Autofähre unkompliziert – du stellst dein Rad ins Autodeck und befestigst es an den vorgesehenen Halterungen. Auf dem Katamaran müssen Fahrräder vorher angemeldet werden, die Plätze sind auf 10 bis 15 pro Fahrt begrenzt. E-Bikes mit schwerem Akku werden manchmal abgelehnt; informiere dich vorher beim Betreiber.
Surfbretter und Kajaks: Auf dem Katamaran gegen Aufpreis (5–10 €) möglich, Anmeldung erforderlich. Auf der Autofähre kein Problem, solange das Brett ins oder aufs Auto passt.
Haustiere: Hunde und Katzen dürfen mit. Auf der Autofähre bleiben sie im Auto oder an der Leine auf dem Außendeck – unter Deck und in den Innenräumen sind sie nicht erlaubt. Auf dem Katamaran müssen kleine Hunde in einer Transportbox reisen, größere Hunde bleiben an der Leine auf dem Außendeck. EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung ist Pflicht.
Campervans: Kastenwagen und ausgebaute Transporter bis 7 Meter passen problemlos auf die Jadrolinija-Fähren. Fahrzeuge über 7 Meter sollten vorher bei der Reederei angemeldet werden. Auf dem Katamaran: keine Chance – nur Passagiere.
Die vergessene Route: Makarska–Sumartin
Es gibt eine dritte Möglichkeit, nach Brač zu kommen, die kaum ein Tourist auf dem Schirm hat: die Fähre von Makarska nach Sumartin an der Ostspitze der Insel. Jadrolinija bedient diese Strecke ganzjährig, im Sommer mit 4 bis 6 Fahrten täglich.
Die Überfahrt dauert nur 60 Minuten. Der Hafen von Makarska liegt direkt an der Küstenstraße, kein Vergleich mit dem Labyrinth in Split. Parkplätze sind reichlich vorhanden, Wartezeiten selbst im August kurz. Die Preise liegen auf dem Niveau der Split–Supetar-Route, manchmal sogar etwas darunter.
Wann ist Makarska–Sumartin die beste Wahl? Wenn du aus Richtung Süden kommst – von der Makarska-Riviera, von Dubrovnik, oder wenn du die Autobahn A1 an der Ausfahrt Vrgorac verlässt. Statt den Umweg nach Split zu fahren (60 km Küstenstraße, im Sommer zähflüssig), nimmst du einfach die Fähre von Makarska. Von Sumartin sind es dann 30 Minuten nach Bol und 45 Minuten nach Supetar. Die Route Makarska–Sumartin ist auch die Rettung, wenn Split–Supetar ausgebucht ist. Die meisten Touristen kennen diese Verbindung nicht, was sie angenehm leer macht.
Tagesausflug zum Zlatni Rat – realistisch?
Kurze Antwort: Ja, machbar. Ob es sich lohnt, ist eine andere Frage.
Der Plan sieht so aus: Morgens den Katamaran von Split nach Bol nehmen (Abfahrt gegen 9 Uhr, Ankunft 10 Uhr), den Tag am Zlatni Rat verbringen, abends den letzten Katamaran zurück nehmen (Abfahrt gegen 17 oder 18 Uhr je nach Fahrplan). Das ergibt 6 bis 7 Stunden am Strand – genug für einen entspannten Badetag.
Was dafür spricht: Du sparst dir eine Übernachtung auf der Insel, und die Hin- und Rückfahrt mit dem Katamaran ist unkompliziert. Vom Hafen in Bol zum Zlatni Rat sind es 2 Kilometer zu Fuß (25 Minuten) oder eine kurze Fahrt mit dem Bummelzug. Außerdem macht dir ein fester Rückfahrttermin keinen Druck – du weißt, wann du gehen musst, und vermeidest das abendliche “Noch eine Stunde am Strand”-Syndrom, das jeden Tagesplan zerstört.
Was dagegen spricht: Der Zlatni Rat ist vormittags am schönsten und nachmittags am vollsten. Wenn du um 10 Uhr ankommst, hast du zwar früh genug einen guten Platz, aber die magische Morgenstimmung verpasst du. Außerdem ist der Strand im Hochsommer ab Mittag so voll, dass der Genussfaktor rapide sinkt. Und für einen Besuch des Inselinneren – Vidova Gora, Pučišća, die alten Olivenhaine – reicht ein Tag schlicht nicht aus.
Tagesausflug mit der Autofähre über Supetar: Theoretisch auch möglich, aber weniger sinnvoll. Die Fahrt von Supetar nach Bol dauert 40 Minuten mit dem Auto, was die effektive Strandzeit verkürzt. Mit dem Bus sind es sogar 50 bis 60 Minuten, und die Verbindungen passen nicht immer zu den Fährzeiten. Wer keinen Mietwagen hat, nimmt besser den Katamaran direkt.
Brač mit dem Rad erkunden

Brač eignet sich hervorragend zum Radfahren – die Insel hat moderate Höhenunterschiede (abgesehen vom Vidova Gora), wenig Verkehr abseits der Hauptstraßen und Landschaften, die zwischen Olivenhainen, Kiefernwäldern und nacktem Karstfelsen wechseln. Wer sein eigenes Rad auf der Fähre mitnimmt oder vor Ort eines leiht, erlebt die Insel auf eine Art, die Autofahrer und Strandlieger nicht kennen.
Die Straße von Supetar nach Bol über den Inselrücken ist eine klassische Radtour mit grandioser Aussicht, aber auch einigen knackigen Anstiegen. Gemütlicher sind die Küstenstraßen an der Nordseite, etwa von Supetar nach Postira und weiter nach Pučišća – flacher, ruhiger und mit Badebuchten am Weg. Wer Gravel-Pisten mag, findet im Inselinneren zahlreiche unbefestigte Wege durch aufgegebene Dörfer und Macchia-Landschaft, wo man stundenlang niemandem begegnet.
Wer generell mit dem Gedanken spielt, Dalmatien auf dem Rad zu entdecken: Eine 68-Kilometer-Tour von Split über die Cetina-Schlucht bis Brela verbindet Küste und Hinterland auf spektakuläre Weise – perfekt als Ergänzung zu ein paar Strandtagen auf Brač.
Praktische Tipps, die dir keiner erzählt
Bora-Wind im Winter: Die Bora ist ein kalter Fallwind, der von den Bergen herab über die Adria fegt. Katamarane fallen bei Bora regelmäßig aus, die großen Jadrolinija-Fähren fahren meistens trotzdem. Wer im Frühjahr oder Herbst reist, sollte einen Puffertag einplanen, falls die Verbindung ausfällt. Den Wetterbericht für den Kanal von Brač findest du bei der kroatischen Seewetterbehörde unter meteo.hr.
Seekrankheit: Die Strecke Split–Supetar verläuft in geschütztem Gewässer und ist selbst bei Wind ruhig. Der Katamaran nach Bol fährt um die Südwestspitze von Brač herum und kann bei Maestral oder Jugo deutlich schaukeln. Wer empfindlich ist, nimmt die Autofähre nach Supetar und fährt von dort mit dem Bus nach Bol – die Straße über die Insel ist zwar kurvig, aber seekrankheitsfrei.
Essen an Bord: Auf der Jadrolinija-Fähre gibt es eine Cafeteria mit akzeptablem Angebot. Der Katamaran hat nur einen kleinen Kiosk mit Getränken und Snacks. Wer empfindlich auf Preise reagiert: Am Hafen von Split gibt es einen Konzum-Supermarkt (nahe dem Busbahnhof), wo du dir Proviant kaufen kannst.
Rückfahrt am Sonntag: Der schlimmste Tag, um Brač zu verlassen. Alle Wochenendausflügler und abreisenden Urlauber drängen gleichzeitig auf die Fähren. Wer kann, fährt Sonntagmorgen statt Sonntagnachmittag zurück – oder weicht auf Montag aus. Die Autofähren um 14 bis 17 Uhr am Sonntag im August sind regelmäßig hoffnungslos überfüllt, selbst mit Reservierung solltest du früh in der Spur stehen.
Haustier vergessen? Der EU-Heimtierausweis muss bei jeder Überfahrt vorgezeigt werden. Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage alt und noch gültig sein. Ohne Ausweis kommst du nicht an Bord. Tierärzte auf Brač gibt es in Supetar und Bol, aber die Öffnungszeiten sind eingeschränkt – im Notfall hilft die Tierarztpraxis in Supetar (Montag bis Freitag, Vormittag).
Zusammenfassung: Welche Fähre für wen?
| Du willst… | Nimm… | Preis (2 Erw.) | Dauer |
|---|---|---|---|
| Mit Auto nach Brač | Jadrolinija Split→Supetar | ca. 45–55 € | 50 Min. |
| Direkt nach Bol/Zlatni Rat | Katamaran Split→Bol | ca. 24–32 € | 50–60 Min. |
| Günstig als Fußgänger | Jadrolinija Split→Supetar | ca. 8–12 € | 50 Min. |
| Aus dem Süden kommen | Jadrolinija Makarska→Sumartin | ca. 8–12 € | 60 Min. |
| Tagesausflug Zlatni Rat | Katamaran Split→Bol (hin & zurück) | ca. 48–64 € | je 50–60 Min. |
Brač ist die am einfachsten erreichbare Insel Dalmatiens. 50 Minuten Fähre, und du bist da. Die größte Fehlerquelle ist nicht die Überfahrt selbst, sondern die falsche Wahl: falscher Hafen, kein gebuchtes Ticket, Auto auf einer Insel, auf der man keines braucht – oder kein Auto, obwohl man über die Insel fahren möchte. Wer diese Entscheidungen vor der Reise trifft, hat auf der Fähre nur noch eines zu tun: an Deck stehen, aufs Meer schauen und sich auf den Urlaub freuen.