Craft Beer in Kroatien: Die besten Brauereien und Taprooms 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitäten , Reisetipps
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Mal ehrlich: Wer an Kroatien denkt, denkt an türkises Wasser, Cevapcici und – Bier? Eher an Ožujsko aus der Dose am Strand. Das goldene Zeug, das überall gleich schmeckt und seinen Job macht, wenn es kalt genug ist. Karlovačko, gleiche Kategorie. Funktionsbier. Niemand fliegt wegen der Biere nach Kroatien.
Sollte man aber. Denn seit gut zehn Jahren braut sich da etwas zusammen – im wörtlichsten Sinne. Eine Handvoll Verrückter hat angefangen, in Garagen und Kellern zu experimentieren, und daraus ist eine Szene geworden, die dich umhaut. Nicht wegen der Größe (es sind vielleicht 60 aktive Mikrobrauereien im ganzen Land), sondern wegen der Qualität. Kroatische Craft-Biere räumen internationale Preise ab. Varionica hat bei den World Beer Awards in London Doppelgold geholt. Zmajska exportiert nach Deutschland und Österreich. Garden Brewery liefert in über 30 Länder.

Und das Beste: Die Szene ist noch so klein, dass du die Brauer persönlich triffst. Kein anonymer Industriebetrieb, kein Marketing-Bullshit. Sondern Leute, die dir beim dritten Bier erzählen, warum sie ihren IT-Job gekündigt haben, um Hopfen zu kochen. Diese Geschichten – und diese Biere – sind der eigentliche Grund, warum du in Zagreb einen Abend in den Taprooms verbringen solltest, statt zum dritten Mal über den Ban-Jelačić-Platz zu schlendern.
Zagreb: Hier schlägt das Herz der Szene
Zagreb ist das unbestrittene Epizentrum. Hier hat alles angefangen, hier gibt es die meisten Brauereien, die besten Taprooms und eine Community, die sich regelmäßig trifft, verkostet und leidenschaftlich über Hopfensorten streitet. An einem einzigen Abend kannst du dich durch fünf, sechs verschiedene Locations trinken – von der ehemaligen Fabrikhalle mit DJ-Set bis zum gemütlichen Kellerloch mit acht Zapfhähnen.

Was Zagreb als Craft-Beer-Stadt besonders macht: Die Brauereien liegen verteilt über die ganze Stadt und ihre Vororte, aber die Taprooms und Bars konzentrieren sich auf einen überschaubaren Bereich in der Innenstadt. Du brauchst kein Taxi, du brauchst bequeme Schuhe. Die Tkalčićeva, Zagrebs berühmte Barstraße, hat inzwischen mehrere Locations mit ordentlicher Craft-Auswahl. Aber die wirklich guten Spots liegen etwas abseits – dort, wo Einheimische hingehen und nicht Touristen, die nach dem dritten Selfie im Museum für zerbrochene Beziehungen noch ein Bier brauchen.
Die Szene lebt von einem Grundsatz, den mir ein Brauer mal so erklärt hat: “In Kroatien trinkt jeder Bier. Wir wollen, dass sie gutes Bier trinken.” Klingt simpel, ist aber eine Revolution in einem Land, das jahrzehntelang von zwei Großbrauereien dominiert wurde.
Die Brauereien, die du kennen musst
Zmajska Pivovara – Der Drache, der alles angefangen hat
Zmajska (der Name bedeutet “Drachenbrauerei”) ist die Grande Dame der kroatischen Craft-Szene. 2013 gegründet, als die meisten Kroaten noch nicht mal wussten, was ein IPA ist. Die Brauerei hat sich selbst als “Prva hrvatska craft pivovara” – erste kroatische Craft-Brauerei – positioniert, und auch wenn andere das bestreiten, ist der Einfluss unbestreitbar.

Die Brauerei sitzt in Zaprešić, einem Vorort westlich von Zagreb, aber ihre Biere findest du in fast jedem besseren Supermarkt des Landes. Das Pale Ale ist der Einstiegsklassiker – hopfig-fruchtig, zugänglich, das Bier, das schon tausende Kroaten vom Industrielager zum Craft konvertiert hat. Der Porter ist das Gegenstück: dunkel, röstig, mit Schoko- und Kaffeenoten, ein Bier für Abende, an denen du eigentlich Wein trinken wolltest, aber dann doch zum Porter greifst. Die verschiedenen IPA-Varianten (klassisch, West Coast, Hazy) rotieren, und die saisonalen Spezialitäten sind oft innerhalb von Tagen ausverkauft.
Was Zmajska von vielen anderen unterscheidet: Sie haben den Sprung vom Garagenprojekt zum professionellen Betrieb geschafft, ohne die Seele zu verlieren. Die Brauer experimentieren immer noch, probieren neue Hopfensorten, arbeiten mit Kollegen aus ganz Europa zusammen. Gleichzeitig stimmt die Konstanz – du weißt, was du bekommst, und es ist immer gut.
Brauereibesuch: Führungen durch die Produktion in Zaprešić gibt es nach Voranmeldung. 15 Euro pro Person, inklusive Verkostung von 4-5 Bieren direkt vom Tank. Die Tour dauert etwa 90 Minuten und endet im kleinen Verkostungsraum, wo du auch Biere kaufen kannst, die es im Handel nicht gibt. Am besten per E-Mail oder Instagram anfragen – die Website (zmajskapivovara.hr) hat ein Kontaktformular.
Garden Brewery – Wo Beats auf Bier treffen
Garden Brewery ist ein Unikat. Gegründet von den Machern des legendären Garden Festivals in Zadar (das Festival, das elektronische Musik nach Kroatien gebracht hat), verbindet die Brauerei zwei Welten: Club-Kultur und Braukunst. Das klingt nach Marketing-Gag, ist es aber nicht. Die Biere sind ernst gemeint, die Qualität auf internationalem Niveau, und der Export geht inzwischen in über 30 Länder.
Der Taproom an der Slavonska avenija 22f ist einer der coolsten Orte in ganz Zagreb. Eine ehemalige Industriehalle, umgebaut zu einem riesigen Raum mit Glasatrium, langen Holztischen, offener Küche und direktem Blick auf die blitzenden Braukessel. Im Sommer öffnet der große Garten – Bierbänke unter Lichterketten, Food Trucks, DJ-Sets am Wochenende. Unter der Woche ist es entspannter, dann sitzt du mit deinem Bier zwischen Einheimischen, die nach der Arbeit vorbeikommen.
Die Bierpalette ist breiter als bei den meisten: Vom klassischen Lager (untypisch für Craft, aber hier exzellent gemacht – sauber, knackig, ein Bier, das beweist, dass gutes Lager Handwerk braucht) über den fruchtigen Citrus IPA bis zum cremigen Oatmeal Stout ist alles dabei. Besonders spannend sind die Collaboration Brews – regelmäßige Kooperationen mit internationalen Brauereien, die es oft nur im Taproom gibt. Die Küche serviert solides Streetfood: Burger, Pulled Pork, Tacos. Nicht spektakulär, aber genau richtig zum Bier.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag ab 16 Uhr. Keine Reservierung nötig, außer für größere Gruppen. Am Freitag- und Samstagabend wird es voll – komm früh oder sei geduldig.
Varionica – Die stillen Perfektionisten
Varionica fliegt unter dem Radar, und das ist Absicht. Kein riesiger Taproom, kein Instagram-Hype, keine DJ-Sets. Stattdessen: besessene Fokussierung auf das Bier. Der Name spielt auf “Variation” an, und genau das passiert hier: Jeder Sud ist ein Experiment, jede Charge anders. Die Brauer testen Hopfenkombinationen, spielen mit Malzsorten, reifen Biere in Whisky- und Weinfässern.
Die Mühe zahlt sich aus. Bei den World Beer Awards in London hat Varionica Doppelgold für ihr Pale Ale gewonnen – quasi der Oscar der Bierwelt. Das Pale Ale ist tatsächlich außergewöhnlich: balanciert, komplex, mit einer Fruchtigkeit, die nicht aufgesetzt wirkt. Die Wheat Beers nach deutscher Art sind überraschend authentisch (und ich sage das als jemand, der bayerische Weizenbiere für den Goldstandard hält). Die Barrel-Aged-Serie ist für Enthusiasten: stark, komplex, limitiert, schnell ausverkauft.
Varionica-Biere findest du in spezialisierten Shops in Zagreb und in einigen ausgewählten Bars. Die Brauerei selbst liegt im Industriegebiet und bietet gelegentlich Events an – folg ihnen auf Instagram für Ankündigungen.
Nova Runda – Immer eine neue Runde
“Neue Runde” – der Name ist Programm. Nova Runda braut in einem Tempo, das andere Brauereien schwindelig macht. Kleine Chargen, schnelle Rotation, ständige Experimente. Was funktioniert, kommt wieder. Was nicht funktioniert, war trotzdem eine Erfahrung, aus der man lernt.
Die Brauer sind jung, international vernetzt, ständig auf Festivals und Collaboration Brews mit Brauereien aus ganz Europa. Ihre Double Dry Hopped IPAs sind intensiv hopfig – wer Hopfenbomben liebt, ist hier richtig. Die Sours mit verschiedenen Früchten (oft wild fermentiert, was ihnen eine Komplexität gibt, die industrielle Sours nicht haben) sind ein Highlight. Und die Imperial Stouts – dick, stark, komplex – gehören zu den besten im Land.
Der Taproom in der Čulinečka 2b im Industriegebiet Žitnjak ist bewusst minimalistisch: ein paar Tische, die Braukessel im Hintergrund, kein Schnickschnack. Wer herkommt, kommt wegen des Bieres. Und das ist auch gut so.
LAB Split – Das Bier-Labor an der Küste
Dalmatien ist Weinland. Split ist Weinstadt. Und mittendrin steht LAB – ein trotziges Statement, dass auch an der Adria Platz für gutes Bier ist. “LAB” steht für Labor, und das Konzept ist entsprechend: Experimentieren, Testen, Entwickeln. Die Brauer nehmen sich die Freiheit, Dinge auszuprobieren, die in einer traditionellen Brauerei undenkbar wären.

Der Taproom in der Tončićeva 6 liegt fußläufig zum Diokletianpalast – perfekt für einen Stopp zwischen Sightseeing und Abendessen. Der Raum ist klein, die Atmosphäre dicht, und die Biere überraschen jeden, der hier nur ein Standard-Lager erwartet. Das Blonde ist leicht und erfrischend, gemacht für den dalmatinischen Sommer, wenn die Temperaturen über 35 Grad klettern und du etwas brauchst, das dich kühlt, ohne dich umzuhauen. Das American Pale Ale bringt fruchtig-hopfige Aromen, die gegen die mediterrane Abendsonne getrunken besonders gut schmecken. Das Dunkel ist ein malzbetontes dunkles Lager, unerwartet an der Küste, aber genau deshalb gut.
LAB hat etwas geschafft, was nicht selbstverständlich ist: Einheimische Spliter trinken hier, nicht nur Touristen. An einem Samstagabend hörst du an den Tischen genauso viel Kroatisch wie Englisch oder Deutsch. Das ist das beste Qualitätssiegel, das eine Craft-Brauerei in einer touristischen Stadt bekommen kann.
Öffnungszeiten: Täglich ab 17 Uhr (im Sommer manchmal schon ab 15 Uhr). Kein Essen, aber du kannst von nebenan bestellen.
Pulfer Brewery – Explosive Experimente
Der Name bedeutet “Pulver”, und Pulfer meint das ernst. Diese Brauerei aus Zagreb/Sisak ist die wildeste im Land: NEIPAs mit Doppelhopfung, Sours mit exotischen Früchten (Passionsfrucht, Guave, Yuzu), Imperial Stouts mit Kaffee und Schokolade von lokalen Röstereien, Lager mit Hopfensorten, die niemand kennt. Die Qualität schwankt – bei so vielen Experimenten unvermeidlich –, aber wenn Pulfer trifft, dann richtig. Ihre besten Biere gehören zu den aufregendsten, die du in Kroatien findest.
San Servolo – Der Altmeister aus Istrien
In Buje, ganz im Norden Istriens, braut San Servolo seit 2007 – lange bevor “Craft Beer” in Kroatien ein Begriff war. Die Brauerei ist anders als die Zagreber Szene: weniger hip, weniger experimentell, dafür verwurzelt in der österreichisch-ungarischen Biertradition der Region. Das Premium Pils ist sauber und hopfig, wie ein gutes Pilsner sein sollte. Das Tamno (dunkel) ist malzig und weich. Und der Star ist die Medica – ein mit istrischem Honig gebrautes Bier, süßlich-komplex, das es so nirgendwo anders gibt.
Die Brauerei bietet Führungen mit Verkostung an (12 Euro pro Person). Kombinier den Besuch mit einer Tour durch Istriens Hinterland – Motovun, Grožnjan, Trüffel, Olivenöl und zum Abschluss ein Honigbier in Buje. Ein perfekter Tag.
Die besten Taprooms und Bars
Craft Room (Zagreb, Opatovina 35)
Die erste reine Craft-Beer-Bar Kroatiens, eröffnet 2014 in der Oberstadt. Zwölf Zapfhähne mit wechselnder Auswahl, dazu eine solide Flaschenkarte. Die Barkeeper wissen, was sie tun – frag nach einer Empfehlung und du bekommst keine generische Antwort, sondern ein Bier, das zu deinem Geschmack passt. Täglich ab 12 Uhr geöffnet. Ein halber Liter Craft kostet hier zwischen 4,50 und 6 Euro, je nach Brauerei und Stil. Am Nachmittag ist es ruhig genug für ein Gespräch, abends wird es gesellig.
Tolkien’s House (Zagreb, Varšavska 9)
Ja, Tolkien-Thema. Hobbits an den Wänden, Mittelerde-Dekor, der ganze Wahnsinn. Klingt nach Touristenfalle, ist aber eine der besten Bierauswahlen der Stadt: über 20 Zapfhähne, starke belgische Auswahl und solide kroatische Craft-Biere. Die Atmosphäre ist einzigartig – du trinkst dein IPA unter einem Gandalf-Poster und es fühlt sich irgendwie richtig an. Die Preise sind fair: 0,4l Craft für 4-5 Euro.
Pivnica Mali Medo (Zagreb, Tkalčićeva 36)
Kein Craft im engeren Sinne, aber eine Institution seit 1994. Eigene Brauerei, traditionelle Rezepte, uriges Ambiente mit Holzvertäfelung und Biergarten im Sommer. Hausbiere vom Fass, deftige kroatische Küche dazu. Mali Medo zeigt, dass gutes Bier in Kroatien keine neue Erfindung ist – hier wurde schon gebraut, als die Craft-Szene noch in den Windeln lag.
Brewbites (Split, Mihovilova širina 1)
Craft Beer trifft Streetfood in Split. Acht Zapfhähne, meist kroatische Craft-Biere aus Zagreb und Dalmatien, dazu ordentliche Burger und Tacos. Kein Ort für eine feierliche Bierverkostung, sondern für einen lockeren Abend mit Freunden. Die wechselnde Auswahl sorgt dafür, dass du bei jedem Besuch etwas Neues findest.
Bier-Events und Festivals
Zagreb Beer Fest
Das größte Craft-Beer-Festival des Landes, üblicherweise im April oder Mai. Über 30 Brauereien schenken aus – kroatische und internationale –, dazu Live-Musik und Food Trucks. Der Eintritt liegt bei 10-15 Euro und inkludiert oft ein Verkostungsglas. Für Craft-Fans ist das ein Pflichttermin: Du probierst an einem Wochenende mehr kroatische Biere als in zwei Wochen Urlaub. Viele Brauereien bringen Sondersude mit, die es nur hier gibt. Die Stimmung ist entspannt, die Crowd gemischt (von Biernerd bis neugierigem Tourist), und abends wird es ausgelassen. Infos und Tickets auf zagrebbeerfest.com.
Croatia Craft Beer Festival
Kleiner, intimer, oft in Split oder an der dalmatinischen Küste. Fokus auf lokale Brauereien und neue Releases. Weniger Trubel als in Zagreb, dafür mehr Möglichkeit, mit den Brauern ins Gespräch zu kommen. Termine variieren – check die Instagram-Kanäle der kroatischen Brauereien.
Tap Takeovers und Beer Weeks
Die Taprooms in Zagreb veranstalten regelmäßig Tap Takeovers: Ein Abend, alle Zapfhähne von einer einzigen Brauerei. Manchmal kommen die Brauer persönlich, stellen ihre Biere vor, beantworten Fragen. Dazu gibt es Beer Weeks, bei denen teilnehmende Bars Sonderangebote und besondere Biere anbieten. Alles über Social Media angekündigt – folg den Brauereien und Bars auf Instagram, das ist der verlässlichste Kanal.
Rab Island Craft Beer Festival
Eine Überraschung: Paradise Beach auf der Insel Rab veranstaltet ein eigenes Craft-Beer-Festival. Strand, Bier, entspannte Atmosphäre – wer im Sommer auf den Kvarner-Inseln ist, sollte das auf dem Schirm haben.
Wo du Craft Beer kaufen kannst
Spezialisierte Shops
Craft Beer Shop Zagreb (Ilica 46): Der erste spezialisierte Biershop des Landes und immer noch der beste. Riesige Auswahl an kroatischen und internationalen Craft-Bieren, vom lokalen Pale Ale bis zum seltenen belgischen Import. Die Leute hinter dem Tresen wissen, wovon sie reden, und beraten dich gern. Preise für kroatische Craft-Biere liegen bei 3-5 Euro pro 0,33l/0,5l Dose oder Flasche, Importe können teurer sein.
SuperCraft (Zagreb): Kleiner, aber sorgfältig kuratiert. Fokus auf kroatische Brauereien und limitierte Releases. Wenn du gezielt nach Varionica Barrel-Aged oder Pulfer-Spezialitäten suchst, wirst du hier eher fündig als im Supermarkt.
Supermärkte
Die großen Ketten – Konzum, Kaufland, Spar, Müller – haben inzwischen Craft-Beer-Regale. Die Auswahl ist begrenzt (meistens Zmajska, Garden, Nova Runda), aber die Preise sind etwas günstiger als in den Spezialshops. Für den Strand reicht das, für eine ernsthafte Verkostung eher nicht. In den Konzum-Filialen in Zagreb und Split ist die Auswahl tendenziell besser als auf den Inseln.
Direkt von der Brauerei
Mehrere Brauereien verkaufen über ihre Websites oder im Taproom. Das ist oft der einzige Weg an limitierte Sude zu kommen. Lieferung innerhalb Kroatiens funktioniert meistens problemlos. Nach Deutschland wird es komplizierter – Alkoholsteuer, Versandkosten, das Übliche. Kauf lieber vor Ort und nimm ein paar Dosen im Koffer mit.
Preise: Was kostet der Spaß?
Craft Beer in Kroatien ist günstiger als in Deutschland, aber teurer als das Industriezeug. Hier die Orientierung:
| Was | Preis |
|---|---|
| Craft Beer (0,4l) in Bar/Taproom | 4–6 € |
| Craft Beer (0,5l) in Bar/Taproom | 5–7 € |
| Craft Beer (0,33l Dose) im Shop | 2,50–4 € |
| Craft Beer (0,5l Dose) im Shop | 3,50–5,50 € |
| Industriebier (0,5l) in Bar | 2–3 € |
| Brauereibesuch mit Verkostung | 12–20 € |
| Festival-Eintritt | 10–15 € |
Im Vergleich: Ein 0,5l Ožujsko kostet in der Bar 2,50 Euro, ein 0,5l IPA von Zmajska 5-6 Euro. Der Aufpreis lohnt sich, aber das Budget solltest du im Blick behalten, wenn du einen Taproom-Crawl planst. Drei, vier Craft-Biere in verschiedenen Bars – da bist du schnell bei 25-30 Euro für den Abend, ohne Essen.
Bier trifft kroatische Küche
Vergiss die Regel “zu Fisch nur Wein”. Kroatische Küche und Craft Beer harmonieren fantastisch, wenn du die richtigen Kombinationen findest.
IPA und Ćevapi mit scharfer Ajvar: Die Bitterkeit des Hopfens schneidet durch die Würze und das Fett des Fleisches. Klingt ungewöhnlich, funktioniert besser als jedes Lager. Bestell ein West Coast IPA von Zmajska dazu und du weißt, was ich meine.
Stout und Schokoladenkuchen: Die Röstnoten des dunklen Bieres spielen mit Kakao und Zucker. Nach dem Essen als Dessert-Begleitung ein Garden Oatmeal Stout – besser als Espresso.
Weizenbier und gegrillter Fisch: Leichtigkeit und Fruchtigkeit des Weizens passen perfekt zu einem frischen Branzino vom Grill. Varionica braut ein Weizen, das hier Wunder wirkt.
Sour und Paški Sir: Saure Biere mit ihrer Säure schneiden durch den fettigen, intensiven Schafskäse von der Insel Pag. Eine Nova Runda Sour mit Passionsfrucht zum gereiften Paški Sir – das ist eine Geschmacksexplosion, die du nicht vergisst.
Einige Restaurants in Zagreb und Split haben begonnen, Craft Beer auf die Karte zu nehmen und sogar Food Pairings anzubieten. Frag nach – oft gibt es mehr als nur die Industriestandards, auch wenn es nicht auf der Karte steht.
Der Taproom-Crawl durch Zagreb: Ein Abend, fünf Stationen
Wer einen Abend Zeit hat und Zagrebs Craft-Szene kennenlernen will, hier ein erprobter Rundgang:
17:00 – Garden Brewery Taproom: Start im Industriegebiet mit einem leichten Lager oder Citrus IPA. Die Atmosphäre ist nachmittags entspannt, der Garten perfekt zum Ankommen. Nimm den Bus 268 von der Innenstadt oder ein Bolt-Taxi (etwa 5 Euro).
18:30 – Craft Room: Zurück in die Oberstadt. Hier probierst du dich durch die Zapfhähne, lässt dich beraten, entdeckst vielleicht eine Brauerei, die du noch nicht kanntest.
20:00 – Tolkien’s House: Weiter zur Varšavska, belgisches Bier oder ein kräftigeres kroatisches IPA. Die Mittelerde-Deko wirkt nach dem dritten Bier noch besser.
21:30 – Pivnica Mali Medo: Die Tkalčićeva runter, ein Hausbier und was Deftiges zu essen. Hier erdest du dich wieder.
23:00 – Nova Runda Taproom oder eine spontane Bar: Wenn du noch stehst, ab ins Žitnjak-Industriegebiet für einen Absacker direkt an den Kesseln. Oder du bleibst auf der Tkalčićeva und findest selbst etwas – Zagreb ist nachts großzügig.
Praktische Tipps
Alkoholgesetze
- Mindestalter: 18 Jahre (wird kontrolliert, besonders in Clubs)
- Öffentliches Trinken: Offiziell verboten, in der Praxis toleriert – außer du machst Ärger
- Autofahren: 0,5 Promille Grenze (für Fahranfänger unter 24: 0,0)
- Taxis sind günstig (Bolt und Uber funktionieren in Zagreb und Split einwandfrei)
Beste Reisezeit für Bierfreunde
Craft Beer trinkt man ganzjährig, aber die Saison hat ihre Höhepunkte:
- Frühling (April/Mai): Zagreb Beer Fest – der absolute Pflichttermin. Dazu Brauerei-Events, neue Frühlingssude, perfektes Wetter für Biergärten.
- Sommer (Juni–August): Terrassen-Saison. Bier am Meer in Split, Festivals auf den Inseln, Session IPAs und leichte Blondes gegen die Hitze.
- Herbst (September/Oktober): Die spannendste Zeit für Biernerds. Neue Releases, die ersten Stouts und Porters kommen raus, Ernte-Biere mit frischem Hopfen.
- Winter (November–März): Imperial Stout Season. Barrel-Aged-Biere, Weihnachtssude, die Taprooms sind gemütlich und weniger touristisch.
Bier im Koffer mitnehmen
Dosen sind leichter und bruchsicherer als Flaschen. Die meisten kroatischen Craft-Brauereien füllen in 0,33l oder 0,5l Dosen ab. Im Aufgabegepäck kein Problem (bis zur Alkohol-Freimenge von 5 Litern innerhalb der EU). Im Handgepäck geht natürlich nichts – außer du kaufst nach der Sicherheitskontrolle am Flughafen, aber die Auswahl dort ist miserabel.
Warum das alles mehr als Bier ist
Die kroatische Craft-Beer-Szene erzählt eine größere Geschichte. Es geht um eine Generation, die sich nicht damit abfinden will, dass “gut genug” gut genug ist. Die gleichen Leute, die IPAs in Zagreb brauen, machen Naturwein in Istrien, eröffnen Specialty-Coffee-Bars in Split, starten Restaurants mit lokalen Produkten statt importiertem Einheitsfraß.
Die Szene ist noch fragil. Die meisten Brauereien sind klein, die Margen gering, der Markt begrenzt. Einige Pioniere haben aufgegeben, andere kämpfen mit steigenden Rohstoffpreisen und der Dominanz der Industriebrauereien im Einzelhandel. Was du als Besucher tun kannst: Trink lokales Craft Beer. Kauf es in den Shops, bestell es in den Bars, besuch die Brauereien. Jeder Liter hilft.
Und wenn du einen Brauer triffst: Hör zu. Die Geschichten sind oft besser als das Bier. Und das Bier ist verdammt gut.
Živjeli!
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