Parken in Pula: Zonen, Preise und Geheimtipps für 2026
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Istrien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Wer mit dem Auto nach Pula fährt, kennt das Gefühl: Du biegst um die letzte Kurve, die Arena taucht zwischen den Häusern auf – und dann beginnt die Suche. Parkplatzsuche in einer Stadt, die sich seit der Römerzeit nicht wesentlich verbreitert hat, deren Straßen für Pferdewagen dimensioniert wurden und die im Sommer mehr Besucher anzieht als sie Einwohner hat. Die gute Nachricht: Pula hat sein Parkproblem erkannt und ein durchdachtes Zonensystem eingeführt. Wer die Regeln kennt, zahlt weniger, steht näher dran und vermeidet die berüchtigten Strafzettel der städtischen Parkraumüberwachung.
Dieser Guide erklärt alles, was du zum Parken in Pula wissen musst – von der Farbcodierung der Zonen über die günstigsten Garagen bis zu Stellen, an denen du kostenlos stehst und trotzdem in zehn Minuten an der Arena bist.
Das Zonensystem: Farben, die dein Portemonnaie kennen sollte
Pula unterteilt seine Parkflächen in drei Zonen, farblich markiert durch die Schilder am Straßenrand und die Linien auf dem Asphalt. Das Prinzip ist simpel: Je näher am Zentrum, desto teurer. Was nicht sofort offensichtlich ist: Die Zonen gelten nur zu bestimmten Zeiten, und außerhalb der Gebührenpflicht kannst du in vielen Bereichen kostenlos stehen. Die Zeiten variieren saisonal, also lies die Schilder genau – oder noch besser, merk dir die folgenden Angaben.
Zone 0 – Rot (Stadtkern)
Die rote Zone umfasst die Straßen direkt rund um die Arena, das Forum und die Hafenpromenade. Hier zu parken ist teuer und auf kurze Zeitfenster beschränkt – maximal zwei Stunden in der Hochsaison. Die Stadt will hier Rotation erzwingen, damit möglichst viele Besucher einen Platz bekommen. In der Praxis heißt das: Zone 0 eignet sich für einen schnellen Abstecher ins Zentrum, nicht für einen ganzen Strandtag.
Preise Zone 0 (Hochsaison Juni–September):
| Zeitraum | Preis pro Stunde | Max. Parkdauer |
|---|---|---|
| Mo–Sa 7:00–22:00 | 1,60 € | 2 Stunden |
| So und Feiertage | 1,20 € | 3 Stunden |
| 22:00–7:00 | kostenlos | unbegrenzt |
In der Nebensaison (Oktober–Mai) sinken die Preise auf etwa 1,00–1,20 € pro Stunde, und die Maximaldauer wird oft auf drei Stunden erhöht. Die genauen saisonalen Anpassungen werden jährlich von der Stadtverwaltung festgelegt – aktuelle Preise hängen an den Parkautomaten und auf der Website der Pula Parking d.o.o.
Zone 1 – Gelb (Innenstadtrand)
Die gelbe Zone bildet einen Ring um den Stadtkern. Hier parkst du günstiger und länger als in der roten Zone, bist aber immer noch fußläufig zu den meisten Sehenswürdigkeiten. Für die Arena brauchst du von den gelben Plätzen an der Flanatička oder der Istarska ulica etwa 5–8 Minuten zu Fuß. Das ist der Sweet Spot für die meisten Tagesbesucher: bezahlbar, verfügbar, nah genug.
Preise Zone 1 (Hochsaison):
| Zeitraum | Preis pro Stunde | Max. Parkdauer |
|---|---|---|
| Mo–Sa 7:00–22:00 | 1,00 € | 3 Stunden |
| So und Feiertage | 0,80 € | 4 Stunden |
| 22:00–7:00 | kostenlos | unbegrenzt |
Viele Urlauber unterschätzen, wie viel Geld sie sparen, wenn sie statt der roten einfach die gelbe Zone ansteuern. Bei einem Dreistundenbesuch an der Arena sparst du gut zwei Euro – klingt wenig, summiert sich aber über eine Woche. Und du findest hier deutlich leichter einen Platz, besonders im Juli und August, wenn die rote Zone ab 9 Uhr morgens hoffnungslos überfüllt ist.
Zone 2 – Grün (Außenbezirke)
Die grüne Zone umfasst die Wohngebiete weiter vom Zentrum entfernt – Veruda, Stoja, das Gebiet um die Universität und die Vororte im Norden. Hier ist Parken entweder sehr günstig oder in manchen Bereichen kostenlos, je nach genauer Lage. Die grüne Zone ist perfekt, wenn du in Pula übernachtest und dein Auto für den Tag stehen lässt, oder wenn du die etwas längeren Fußwege (15–20 Minuten ins Zentrum) nicht scheust.
Preise Zone 2 (Hochsaison):
| Zeitraum | Preis pro Stunde | Max. Parkdauer |
|---|---|---|
| Mo–Sa 7:00–21:00 | 0,50 € | unbegrenzt |
| So und Feiertage | kostenlos | unbegrenzt |
| 21:00–7:00 | kostenlos | unbegrenzt |
Die grüne Zone ist auch die klügste Wahl, wenn du abends in Pula essen gehst: Ab 21 Uhr kostenlos, und nach dem Dinner bist du in wenigen Minuten zurück am Auto, ohne dich durch die chaotische Einbahnstraßenführung der Innenstadt quälen zu müssen.

Parken an der Arena: Der heißeste Spot der Stadt
Die Arena ist der Grund, warum die meisten Besucher nach Pula kommen, und entsprechend umkämpft sind die Parkplätze in ihrer Umgebung. Direkt an der Arena gibt es einen größeren Parkplatz auf der Nordseite, der zur roten Zone gehört. Im Sommer ist er ab 9:30 Uhr voll, im Hochsommer manchmal schon um 8 Uhr. Wer hier parken will, muss früh dran sein – oder abends kommen, wenn die Tagesbesucher abziehen.
Die bessere Strategie: Parke in der gelben Zone südöstlich der Arena, etwa entlang der Ulica Sergijevaca oder in den Seitenstraßen der Castropola. Von dort sind es drei bis fünf Gehminuten, du zahlst weniger und findest fast immer einen Platz. Noch besser ist der Parkplatz am Marktgelände (Tržnica), der nur wenige Hundert Meter nordwestlich der Arena liegt. Dort ist die Frequenz hoch, aber die Fluktuation ebenfalls – es wird ständig ein Platz frei.
Ein Trick, den Einheimische nutzen: Die Amfiteatar-Straße (Amfiteatarska ulica), die nördlich an der Arena vorbeiführt, hat auf der gegenüberliegenden Seite einige wenige gelbe Parkplätze, die Touristen oft übersehen, weil sie gebannt auf die Arena starren und nicht nach links schauen. Sie sind schnell weg, aber einen Versuch ist es wert.
Wenn du die Arena abends besuchst – etwa für ein Konzert oder das Filmfestival – parkst du am besten in der grünen Zone und gehst 15 Minuten zu Fuß. Nach 22 Uhr ist sowieso alles kostenlos, und du vermeidest das Verkehrschaos rund um die Arena nach Veranstaltungsende. Wer schon mal versucht hat, nach einem Konzert mit 5000 anderen Besuchern gleichzeitig aus der roten Zone rauszufahren, weiß, warum sich der kleine Spaziergang lohnt.
Parkgaragen und überdachte Parkplätze
Straßenparkplätze haben ihre Grenzen – im Sommer buchstäblich. Pula bietet mehrere Parkgaragen, die zwar etwas teurer sind, aber dafür Schatten, Sicherheit und garantierte Verfügbarkeit bieten. Dein Auto steht nicht stundenlang in der istrischen Sonne, was allein schon den Aufpreis wert ist, wenn du am Abend nicht in ein aufgeheiztes Fahrzeug steigen willst.
Garaža Karolina
Die Karolina-Garage ist die größte und bekannteste Garage in Pula. Sie liegt südwestlich der Arena, nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, und bietet rund 400 Stellplätze auf mehreren Ebenen. Die Einfahrt befindet sich an der Riva, der Uferpromenade – du kannst sie kaum verfehlen. Die Garage ist 24 Stunden am Tag geöffnet, sieben Tage die Woche, was sie besonders für Veranstaltungsbesucher am Abend attraktiv macht.
Preise Garaža Karolina (Stand 2025/2026):
| Dauer | Preis |
|---|---|
| 1 Stunde | 1,80 € |
| 2 Stunden | 3,20 € |
| 3 Stunden | 4,50 € |
| Tagesticket (max.) | 12,00 € |
| Nacht (20:00–8:00) | 5,00 € |
Die Karolina hat den Vorteil, dass du nach dem Parken direkt an der Uferpromenade stehst und in beiden Richtungen zu den Sehenswürdigkeiten laufen kannst: links zur Arena, rechts zum Forum. Im Sommer ist die Garage klimatisiert – ein kleiner Luxus, der beim Bezahlen am Automaten etwas weniger wehtut. Die Belegung wird teils digital angezeigt, aber verlasse dich nicht darauf: Im Juli und August solltest du vor 10 Uhr dort sein.
Parkplatz am Forum
Der Parkplatz am Forum (Forumski parking) ist kleiner und nicht überdacht, liegt aber strategisch perfekt zwischen dem Augustustempel und dem Kommunalpalast. Er hat nur rund 50 Plätze und gehört zur roten Zone. Der Vorteil: Du stehst buchstäblich neben dem antiken Tempel und bist in einer Minute beim Trgić-Markt. Der Nachteil: 50 Plätze für eine der meistbesuchten Stellen der Stadt – hier brauchst du Glück oder sehr frühes Aufstehen.
Wer das Forum besuchen will und keinen Platz am Forumski parking bekommt, nimmt die Seitenstraßen nördlich des Forums. Die Kandlerova ulica und die Sergijevaca haben gelbe Zonen-Plätze, von denen du in zwei Minuten am Augustustempel stehst. Dieser Bereich ist erstaunlich oft frei, weil die meisten Autofahrer stur den Schildern zum Forum folgen, statt einmal rechts abzubiegen.
Weitere Garagen und überwachte Plätze
Neben der Karolina gibt es den Parkplatz Portarata nahe dem Sergierbogen (Slavoluk Sergijevaca), der etwa 100 Plätze bietet und ebenfalls zentral liegt. Die Preise liegen zwischen Zone 0 und der Karolina-Garage. Der Parkplatz Giardini am gleichnamigen Park ist eine weitere Option im Zentrum, besonders beliebt bei Familien, weil der Park einen Spielplatz hat – die Kinder können sich austoben, während du das Parkticket am Automaten löst.
Im Sommer eröffnen gelegentlich auch temporäre Parkflächen auf Brachland am Stadtrand. Diese sind nicht immer offiziell ausgeschildert, aber erkennbar an den improvisierten Absperrungen und dem Einweiser, der dich einwinkt. Die Preise sind Verhandlungssache – rechne mit 5–10 € für den ganzen Tag. Vorsicht: Prüfe, ob der Parkwächter tatsächlich offiziell ist. Im Zweifelsfall ist die grüne Zone sicherer.

Kostenlos parken in Pula – geht das?
Ja, aber mit Einschränkungen. Komplett kostenlose Parkplätze im Stadtzentrum gibt es tagsüber in der Hochsaison praktisch nicht. Abseits des Zentrums sieht die Lage anders aus. Wer bereit ist, 15–20 Minuten zu laufen, kann an mehreren Stellen kostenlos parken und trotzdem problemlos die Innenstadt erreichen.
Die beste kostenlose Option ist das Gebiet rund um den Lungomare-Weg im Süden Pulas, zwischen Stoja und Verudela. Hier gibt es entlang der Straße zahlreiche unbefestigte Parkflächen ohne Parkscheinpflicht. Du parkst zwischen Pinien, gehst zehn Minuten zum Strand und bist mit dem Bus in zehn weiteren Minuten im Zentrum. Im Sommer nutzen das vor allem Einheimische, die ihre Autos dort den ganzen Tag stehen lassen und mit dem Rad in die Stadt fahren.
Ein weiterer Tipp: Die Šijana-Wälder nordwestlich der Stadt haben entlang der Zufahrtsstraßen kostenlose Parkbuchten. Von dort fährt die Buslinie 1 in regelmäßigen Abständen ins Zentrum (Fahrzeit etwa 12 Minuten). Das ist die Park-and-Ride-Variante für Pula – nicht offiziell so benannt, aber in der Praxis genau das.
Am Wochenende und an Feiertagen sind viele Zone-2-Plätze kostenlos. Und generell gilt: Zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens ist Parken in allen Zonen gebührenfrei. Wer also einen Abendspaziergang durch Pula plant, kann direkt an der Arena parken, ohne einen Cent zu zahlen.
Sonntags gelten reduzierte Tarife oder Gratisparken in den Zonen 1 und 2 – ein Detail, das viele Urlauber nicht kennen. Wer seinen Ausflug auf den Sonntag legt, spart das Parkgeld und kann es stattdessen in eine Kugel Eis an der Riva investieren.
Parken für Verudela und die Strände im Süden
Verudela, die Halbinsel südlich des Zentrums, ist Pulas Badeparadies. Hier liegen Strände wie Ambrela, Havajska und die felsigen Buchten am Kap Verudela. Die meisten Hotels der Stadt stehen hier, und im Sommer strömen Tausende an die Küste. Das Parkproblem ist entsprechend real.

Der Hauptparkplatz Verudela liegt am Ende der Verudela-Straße und bietet etwa 300 Stellplätze. Im Sommer wird hier eine Tagesgebühr erhoben, die je nach Jahr zwischen 5 und 8 Euro liegt. Der Platz ist unbefestigt und schattenlos – bring Sonnenschutz fürs Auto mit (eine silberne Windschutzscheibenabdeckung macht einen enormen Unterschied, wenn du nach vier Stunden Strand zurückkommst). Ab Juli ist der Parkplatz gegen Mittag voll; wer nach 11 Uhr kommt, fährt Kreise.
Die klügere Alternative: Park dein Auto an einer der Seitenstraßen der Verudela-Zufahrt, wo es kostenlose Plätze gibt, und gehe die letzten 500 Meter zu Fuß. Die Straßen sind gesäumt von Pinien, der Spaziergang ist angenehm, und du sparst dir die Parkgebühr und den Stress. Besonders die Ulica Verudela und die kleine Straße zum Hotel Park bieten oft freie Plätze, die von Strandbesuchern übersehen werden, weil sie am Navi-Zielpunkt vorbeifahren.
Für den Strand Stoja westlich des Zentrums gibt es einen eigenen Parkplatz am Ende der Stoja-Halbinsel. Die Situation ist ähnlich wie in Verudela: gebührenpflichtig im Sommer, voll ab Mittag. Stoja hat allerdings den Vorteil, dass entlang des Zufahrtswegs mehr kostenlose Straßenparkplätze verfügbar sind – die Halbinsel ist weniger dicht bebaut als Verudela. Wer den Campingplatz Stoja besucht, kann dort gegen Gebühr parken und hat direkten Strandzugang.
Bezahlen: Automaten, Apps und die richtige Münze
Am Parkautomaten in Pula bezahlst du in Euro (seit Kroatiens Euro-Einführung 2023). Die Automaten akzeptieren Münzen und teilweise Kreditkarten – aber verlasse dich nicht auf die Kartenfunktion, besonders bei älteren Modellen. Einige Automaten nehmen nur Münzen, und wer ohne Kleingeld dasteht, hat ein Problem. Sorge dafür, dass du immer ein paar Euro-Münzen im Auto hast.
Die modernere Alternative: Parken per App. In Pula funktionieren mehrere Systeme:
EasyPark ist die am weitesten verbreitete Park-App in Kroatien und funktioniert in Pula zuverlässig. Du gibst dein Kennzeichen und die Zonennummer ein, startest die Parkzeit und stoppst sie, wenn du gehst – abgerechnet wird minutengenau. Kein Suchen nach Kleingeld, kein Zurückrennen zum Automaten, wenn die Zeit abläuft. Die App berechnet einen kleinen Aufschlag (etwa 10–15 % auf den Grundpreis), aber die Bequemlichkeit ist es wert, besonders wenn du nicht weißt, wie lange du bleibst.
mParking ist das kroatische System, das per SMS funktioniert. Du sendest eine SMS mit deinem Kennzeichen an die auf dem Parkautomaten angegebene Nummer und erhältst eine Bestätigung. Die Kosten werden über deine Handyrechnung abgerechnet. Der Vorteil: Du brauchst keine App herunterzuladen. Der Nachteil: Du brauchst eine kroatische oder roamingfähige SIM-Karte, und die SMS-Bestätigung kommt manchmal mit Verzögerung – was nervös machen kann, wenn der Parkwächter gerade seine Runde macht.
Tipp: Richte dir EasyPark schon vor der Reise ein, inklusive Zahlungsmittel und Kennzeichen. Dann musst du in Pula nur noch die Zone auswählen und starten. Das spart am ersten Tag mindestens zehn Minuten Fummelei am Automaten.
Die Parkscheine aus dem Automaten musst du sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen. Bei App-Zahlung ist das nicht nötig – die Kontrolleure scannen dein Kennzeichen elektronisch. Trotzdem gilt: Stelle sicher, dass dein Kennzeichen in der App korrekt eingegeben ist. Ein Zahlendreher, und du hast trotz Bezahlung einen Strafzettel.
Strafzettel und kroatische Parkregeln
Pulas Parkraumüberwacher sind effizient und konsequent. Falschparken wird mit Bußgeldern geahndet, die je nach Verstoß zwischen 40 und 130 Euro liegen. Besonders häufige Vergehen bei Touristen: abgelaufene Parkzeit (40 €), Parken in der falschen Zone ohne Ticket (65 €) und Parken in Halteverbotszonen oder auf Behindertenparkplätzen ohne Berechtigung (130 € aufwärts, plus Abschleppgefahr).
Was viele nicht wissen: In Kroatien gilt eine Kulanzfrist von 8 Minuten nach Ablauf der bezahlten Parkzeit. Wenn dein Ticket um 14:00 Uhr abläuft und der Kontrolleur um 14:06 Uhr vorbeikommt, bekommst du keinen Strafzettel. Ab 14:09 Uhr allerdings schon. Diese Frist ist gesetzlich geregelt, aber rechne nicht damit – sie ist ein Puffer, keine Einladung zum Überziehen.
Ein häufiger Fehler: Touristen parken auf den gelb-weißen Markierungen vor Einfahrten oder an Bushaltestellen, weil sie die kroatischen Schilder nicht lesen können. Die Regel ist einfach: Gelbe Bordsteinmarkierungen bedeuten absolutes Halteverbot. Weiße Markierungen bedeuten eingeschränktes Parken (nur mit gültigem Ticket). Keine Markierung heißt nicht automatisch, dass du parken darfst – achte auf die Beschilderung.
Wenn du einen Strafzettel bekommst, zahle ihn innerhalb von 8 Tagen. Dann gilt ein reduzierter Satz – oft die Hälfte. Nach 8 Tagen steigt der Betrag, und nach 30 Tagen wird die Sache an ein Inkassounternehmen übergeben. Kroatische Bußgelder sind auch in Deutschland und Österreich vollstreckbar (EU-Abkommen), also ignoriere sie nicht. Mehr zu den allgemeinen Verkehrsregeln in Kroatien findest du in unserem separaten Guide.
Saisonale Unterschiede: Sommer vs. Nebensaison
Der Unterschied zwischen Parken in Pula im Juli und Parken in Pula im November ist wie Tag und Nacht. Im Sommer herrscht Ausnahmezustand: Jeder freie Quadratmeter wird zugeparkt, die Preise sind am höchsten, die Kontrollen am strengsten. In der Nebensaison verwandelt sich die Stadt in ein Parkparadies – du findest Plätze direkt an der Arena, zahlst die Hälfte und wirst selten kontrolliert.
Hochsaison (15. Juni – 15. September): Alle Zonen gebührenpflichtig, Höchstpreise, maximale Kontrolldichte. Der Parkplatz an der Arena ist ab Vormittag voll, die Karolina-Garage ab Mittag. Kostenlose Plätze in Strandnähe existieren praktisch nicht. Der Busverkehr wird verstärkt, was die Park-and-Ride-Option attraktiver macht.
Übergangssaison (April–Mai, Oktober): Gebühren gelten, aber die Preise sind niedriger, die Parkdauer oft unbegrenzt, und es gibt fast immer freie Plätze. Die beste Zeit für Pula-Besucher, die stressfrei parken wollen. Das Wetter ist warm genug für Sightseeing, die Strände sind leer, und du findest einen Platz in der gelben Zone, ohne zehn Runden um den Block zu drehen.
Nebensaison (November–März): Viele Zonen sind kostenfrei oder die Gebühren werden nicht erhoben. Parkautomaten sind teilweise außer Betrieb. Du parkst direkt an der Arena und zahlst nichts. Die Garagen sind geöffnet, aber nahezu leer. Der einzige Nachteil: Einige Strände und deren Parkplätze sind im Winter gesperrt.
Wer seine Reise flexibel planen kann, profitiert enorm von der Nebensaison. Nicht nur beim Parken – die Sehenswürdigkeiten in Pula sind ohne die Menschenmassen im Sommer ein völlig anderes Erlebnis.
Park and Ride: Pulas informelles System
Pula hat kein offizielles Park-and-Ride-System mit dedizierten Parkplätzen und Busanbindung, wie man es aus deutschen Großstädten kennt. Aber die Stadt hat etwas, das in der Praxis ähnlich funktioniert: günstige oder kostenlose Parkplätze am Stadtrand mit guter Busanbindung ins Zentrum.
Die effektivsten Park-and-Ride-Kombination ist der Bereich rund um das Einkaufszentrum Max City im Nordosten Pulas. Dort gibt es einen riesigen, kostenlosen Parkplatz, und die Buslinie 2a fährt von dort direkt in die Innenstadt. Die Fahrzeit beträgt etwa 15 Minuten, der Bus kommt alle 20–30 Minuten. Du parkst kostenlos, fährst entspannt ins Zentrum und vermeidest die gesamte Innenstadtproblematik. Im Sommer nutzen das erstaunlich wenige Touristen – die meisten fahren stur Richtung Arena und stehen dann im Stau.
Eine zweite Option ist der Bereich um den Busbahnhof (Autobusni kolodvor) im Nordosten des Zentrums. Die Parkplätze dort gehören zur grünen Zone und sind günstig. Von dort läufst du in etwa zwölf Minuten zur Arena oder nimmst den Stadtbus. Der Busbahnhof selbst hat ebenfalls Parkflächen, die als Kurzzeitparkplätze ausgeschildert sind – nicht ideal für einen ganzen Tag, aber für einen halben Tag durchaus praktikabel.
Mit dem Mietwagen in Pula: Besondere Tipps
Viele Urlauber landen am Flughafen Pula und nehmen dort einen Mietwagen. Das ist grundsätzlich die beste Art, Istrien zu erkunden – die Halbinsel ist perfekt für Roadtrips, und ohne Auto verpasst du die schönsten Dörfer im Hinterland. Beim Parken in Pula selbst gelten für Mietwagen dieselben Regeln wie für alle anderen Fahrzeuge.
Ein wichtiger Hinweis: Überprüfe, ob dein Mietwagen eine elektronische Vignette oder ein ENC-Gerät (elektronische Mautbox) hat. Das ist fürs Parken in Pula irrelevant, aber für die Autobahnfahrt nach Pula entscheidend. Manche Vermieter legen das ENC-Gerät bei, andere nicht – frage bei der Abholung explizit danach.
Wenn du noch keinen Mietwagen gebucht hast: Vergleiche die Angebote über Plattformen wie Check24 oder billiger-mietwagen.de. In der Hochsaison sind die Preise in Pula deutlich höher als in der Nebensaison – manchmal das Doppelte. Frühbuchen lohnt sich massiv. Mehr Tipps dazu in unserem Mietwagen-Guide für Kroatien.
Achte beim Parken des Mietwagens besonders auf Kratzer und Schäden: In den engen Altstadtstraßen Pulas ist ein Streifer an der Bordsteinkante schnell passiert. Fotografiere den Wagen bei Übernahme und Rückgabe von allen Seiten, inklusive Felgen und Dachkanten. Die kroatischen Straßen sind gut, aber die Parkmanöver in den schmalen Gassen der Altstadt fordern auch geübte Fahrer heraus.
Wo parken für welches Ziel?
Hier eine schnelle Übersicht der besten Parkoptionen für die häufigsten Ziele in Pula:
Arena (Amphitheater): Erste Wahl: Garaža Karolina (5 Min. Fußweg). Alternative: Gelbe Zone Flanatička ulica (7 Min.). Abends: Grüne Zone südlich, kostenlos ab 22 Uhr.
Forum und Augustustempel: Erste Wahl: Forumski Parking (direkt daneben, aber nur 50 Plätze). Alternative: Kandlerova ulica, gelbe Zone (2 Min. Fußweg).
Kathedrale und Altstadt: Erste Wahl: Parkplatz Portarata am Sergierbogen. Alternative: Seitenstraßen der De Villestraße, gelbe Zone.
Strände Verudela: Erste Wahl: Hauptparkplatz Verudela (gebührenpflichtig). Alternative: Kostenlose Straßenplätze an der Ulica Verudela, 500 m Fußweg.
Strand Stoja: Erste Wahl: Parkplatz Stoja am Campingplatz. Alternative: Straßenparkplätze entlang der Stoja-Zufahrt.
Hafen (Fähre nach Zadar/Inseln): Erste Wahl: Parkplätze am Hafen, rote Zone (teuer, aber praktisch mit Gepäck). Alternative: Karolina-Garage, wenn du das Auto mehrere Tage stehen lässt.
Markt (Tržnica): Erste Wahl: Parkplatz direkt am Markt, rote Zone. Alternative: Gelbe Zone in den Seitenstraßen nördlich.
Elektroautos laden und parken
Pula hat sein Ladenetz in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. An mehreren Parkplätzen gibt es Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die teilweise mit kostenlosen Parkplätzen kombiniert sind – du lädst dein Auto und parkst während des Ladevorgangs gratis.
Die wichtigsten Ladestationen befinden sich am Parkplatz nahe dem Busbahnhof, an der Karolina-Garage (zwei Schnellladeplätze), und am Einkaufszentrum Max City (vier Ladeplätze). Die Ladepunkte werden von HEP (dem kroatischen Energieversorger) und ELEN betrieben. Bezahlt wird per App (ELEN App oder Plugsurfing). Die Ladepreise liegen bei etwa 0,35–0,45 €/kWh für Wechselstrom und 0,50–0,60 €/kWh für Schnellladung.
Wichtig: Die kostenlosen Parkplätze an Ladestationen gelten nur während des aktiven Ladevorgangs. Wer sein vollgeladenes Auto stundenlang auf dem Ladeplatz stehen lässt, riskiert einen Strafzettel – und den Unmut anderer E-Auto-Fahrer.
Fahrrad als Parkalternative
Wer in Pula übernachtet und das Parkproblem komplett umgehen will, steigt aufs Fahrrad. Die Stadt ist überschaubar groß – von Verudela ins Zentrum sind es nur 4 Kilometer, von Stoja etwa 3. Die meisten Hotels bieten Fahrräder zum Verleih an, und in der Innenstadt gibt es Abstellplätze nahe aller Sehenswürdigkeiten.
Pula ist keine perfekte Fahrradstadt – es gibt wenige separate Radwege, und der Verkehr im Zentrum ist im Sommer dicht. Aber auf den Nebenstraßen und dem Lungomare-Weg entlang der Küste fährt es sich entspannt. Wer es sportlicher mag, kann von Pula aus die Küste nach Süden erkunden: Die Halbinsel Kap Kamenjak ist ein Traum für Radfahrer, mit einsamen Buchten und Schotterwegen durch duftende Macchia. Auf ridescouts gibt es eine 49 km lange Küstenroute ab Pula, die an versteckten Badebuchten und römischen Ruinen vorbeiführt – mit GPX-Datei fürs Navi.
Häufige Fehler beim Parken in Pula
Aus jahrelanger Beobachtung und Gesprächen mit der Touristeninformation: Das sind die häufigsten Fehler, die Besucher machen – und wie du sie vermeidest.
Fehler 1: In der roten Zone parken und den ganzen Tag am Strand verbringen. Die rote Zone hat eine Maximalparkdauer. Wer diese überschreitet, bekommt einen Strafzettel, auch wenn er bezahlt hat. Die Kontrolleure kommen zweimal, notieren sich dein Kennzeichen und vergleichen die Zeiten.
Fehler 2: Den Parkschein nicht sichtbar hinterlegen. Der Schein muss von außen lesbar hinter der Windschutzscheibe liegen. Ein Schein auf dem Armaturenbrett reicht nicht, wenn er verdeckt oder unleserlich ist. Im Zweifelsfall bekommst du einen Strafzettel, den du dann anfechten musst – möglich, aber mühsam im Urlaub.
Fehler 3: Auf dem Gehweg parken, “weil alle anderen das auch machen.” Ja, manche Einheimische parken kreativ. Als Fahrzeughalter mit ausländischem Kennzeichen fällst du aber sofort auf und wirst bevorzugt kontrolliert. Spar dir das Bußgeld.
Fehler 4: Die App-Zahlung vergessen zu stoppen. EasyPark rechnet minutengenau ab. Wer vergisst, die Parkzeit zu beenden, zahlt weiter – auch wenn das Auto längst am Strand in Verudela steht. Stelle dir einen Wecker oder nutze die Timer-Funktion der App.
Fehler 5: Im Sommer ohne Alternativplan kommen. Wenn der Parkplatz an der Arena voll ist und die Karolina auch, brauchst du einen Plan B. Kenne mindestens zwei Backup-Optionen (gelbe Zone + Park and Ride), bevor du losfährst. Nichts ist frustrierender als 30 Minuten im Kreis zu fahren, während die Familie im Auto mault.
Praktische Infos auf einen Blick
| Info | Detail |
|---|---|
| Parkzonen | Zone 0 (rot), Zone 1 (gelb), Zone 2 (grün) |
| Gebührenzeiten Sommer | Mo–Sa 7:00–22:00, Sonntag reduziert |
| Gebührenzeiten Winter | Mo–Fr 7:00–20:00, Wochenende oft kostenlos |
| Zahlungsmittel | Münzen, teilweise Karte, EasyPark-App, mParking (SMS) |
| Größte Garage | Garaža Karolina (~400 Plätze, 24h) |
| Kostenlos parken | Zone 2 abends/Wochenende, Stadtrand, Max City |
| Strafzettel | 40–130 €, Frühzahlerrabatt innerhalb 8 Tagen |
| Kulanzzeit | 8 Minuten nach Ablauf |
| Betreiber | Pula Parking d.o.o. |
Wer seinen Aufenthalt in Pula plant, sollte das Parken nicht dem Zufall überlassen. Fünf Minuten Vorbereitung – die EasyPark-App installieren, die Zonenkarte studieren, einen Plan B für den Strandtag festlegen – ersparen Stunden Frust und dutzende Euro Bußgeld. Pula ist eine Stadt, die man zu Fuß erlebt: Die Arena, das Forum, die Gassen der Altstadt, die Uferpromenade – all das liegt eng beieinander und lässt sich wunderbar erlaufen. Das Auto ist nur das Mittel, um hinzukommen. Wo du es dann abstellst, entscheidet darüber, ob der Tag entspannt oder genervt beginnt.
Alle Infos zu Pulas Sehenswürdigkeiten findest du in unserem ausführlichen Pula-Guide.