Die 10 besten Aussichtspunkte in Kroatien (2026)
- Redaktionsteam
- Top 10 , Reisetipps
- 07 Mar, 2026
Inhalt
Kroatien ist vertikal. Die Küste steigt abrupt zu Bergen an, Inseln ragen aus dem Meer, Festungen thronen über Städten. Nirgendwo sonst in Europa wechselt die Landschaft auf so engem Raum zwischen kargen Gipfeln, dichten Kiefernwäldern und türkisem Wasser. Wer nur am Strand liegt, verpasst die Hälfte – denn erst von oben zeigt sich, wie dramatisch dieses Land eigentlich ist. Von gläsernen Plattformen über Abgründen bis zu mittelalterlichen Mauern, auf denen man eine ganze Stadt überblickt: Hier sind die zehn Orte, an denen Kroatien einem den Atem raubt.

1. Biokovo Skywalk – Glasplattform über dem Abgrund (1228 m)
Es gibt Aussichtspunkte, bei denen man sich fragt, ob die Ingenieure verrückt geworden sind. Der Biokovo Skywalk gehört dazu. Eine hufeisenförmige Glasplattform ragt zwölf Meter über den Felskamm hinaus, darunter geht es 500 Meter senkrecht in die Tiefe. Die Makarska Riviera liegt unter den Füßen wie eine Miniaturlandschaft, die Inseln Brac und Hvar schwimmen im Dunst, und an besonders klaren Tagen zeichnet sich die italienische Küste als dünne Linie am Horizont ab.

Das Gefühl, auf Glas über dem Nichts zu stehen, ist schwer in Worte zu fassen. Manche Besucher brauchen ein paar Minuten, bevor sie sich bis zur Spitze trauen. Andere können nicht genug kriegen und stehen dort zwanzig Minuten, während sich das Licht über der Adria verändert. Besonders eindrucksvoll ist der Moment, wenn morgens die Sonne hinter dem Gebirge aufgeht und die Küste in goldenes Licht taucht – dann leuchten die weißen Kiesstrände unten wie helle Streifen zwischen dem Grün der Kiefern und dem Blau des Meeres.
Der Skywalk liegt im Naturpark Biokovo auf 1228 Metern Höhe. Die Zufahrt erfolgt über eine einspurige Bergstraße ab Makarska, 23 Kilometer mit über hundert Kurven. Die Straße ist gut asphaltiert, aber eng – bei Gegenverkehr muss einer rückwärts fahren. Direkt am Skywalk gibt es einen kleinen Parkplatz, der im Sommer ab 9 Uhr voll ist. Der Eintritt in den Naturpark kostet 2026 etwa 10 Euro pro Person, dazu kommen 5 Euro für die Parkgebühr. Die Glasplattform selbst ist im Parkeintritt enthalten.
Wer mit dem Rad die Region erkundet, kennt die Serpentinen zum Biokovo vielleicht schon von einer anderen Seite: Die 68 km lange Küstentour von Split nach Brela führt am Fuß des Gebirges entlang und bietet von unten einen Vorgeschmack auf die Dimensionen, die man oben am Skywalk dann in vollem Umfang begreift.
2. Sveti Jure – Dalmatiens Dach (1762 m)
Nur wenige Kilometer Luftlinie vom Skywalk entfernt, aber fast 500 Höhenmeter weiter oben, liegt der Gipfel des Sveti Jure. Der höchste Punkt des Biokovo-Massivs ist mit dem Auto erreichbar, was ihn einzigartig macht: 1762 Meter über dem Meeresspiegel, und man steht neben seinem Wagen. Eine kleine Kapelle, dem Heiligen Georg geweiht, duckt sich zwischen die Felsen, und rundherum öffnet sich ein Panorama, das an einem klaren Tag mehrere hundert Kilometer weit reicht.

Von hier sieht man die gesamte dalmatinische Küste als schmalen Streifen zwischen Bergen und Meer, die Inseln wie aufgereihte Perlen, und bei guter Sicht die schneebedeckten Gipfel der bosnischen Berge im Osten. Oft bilden sich unterhalb des Gipfels Wolken, sodass man auf ein weißes Meer blickt, aus dem einzelne Inseln und Bergspitzen herausragen – ein surrealer Anblick, der sich besonders in den frühen Morgenstunden zeigt.
Die Zufahrt erfolgt über dieselbe Bergstraße wie zum Skywalk, allerdings geht es dann weiter auf einer noch schmaleren, unbefestigten Piste. Insgesamt sind es 30 Kilometer Serpentinen ab Makarska mit einem Höhenunterschied von 1762 Metern. Bei Bora-Wind wird die Straße gesperrt – das ist kein Vorschlag, sondern eine Notwendigkeit, denn die Böen erreichen hier oben Orkanstärke. Am besten kommt man in den frühen Morgenstunden, bevor die thermische Konvektion Wolken über den Gipfel schiebt. Parkplätze gibt es auf einer kleinen Freifläche direkt unter dem Gipfel, ohne Gebühr. Im Hochsommer kann es trotz der Höhe in der Sonne warm werden, aber im Schatten pfeift fast immer ein kalter Wind – eine leichte Jacke gehört ins Gepäck.
3. Vidova Gora – Die Krone der Adriainseln (778 m)
Brač ist die größte Insel Mitteldalmatiens, und ihr höchster Punkt, der Vidova Gora, hält einen Rekord: 778 Meter – kein anderer Inselgipfel der gesamten Adria reicht höher. Was diesen Aussichtspunkt besonders macht, ist das Motiv, das sich unter einem ausbreitet: der berühmte Strand Zlatni Rat, der wie eine weiße Zunge ins türkise Wasser ragt, dahinter die Insel Hvar als langgezogene Silhouette, und am Horizont das offene Meer mit der Insel Vis als letztem Punkt vor dem Nichts.

Der Anblick ist so ikonisch, dass er auf zahllosen Postkarten und Reiseführern prangt – aber kein Foto wird dem gerecht, was man hier oben empfindet. Die Stille, der Wind, der durch das Karstgestein pfeift, der Geruch von wildem Rosmarin und Thymian zwischen den Steinen. Auf dem Gipfel steht ein Sendeturm und eine schlichte Bank, sonst nichts. Die Landschaft um den Berg ist karg und steinig, typisch dalmatinischer Karst, durchsetzt mit niedrigen Büschen und gelbem Gras im Sommer.
Wer hierher will, nimmt zunächst die Fähre von Split nach Supetar (etwa eine Stunde, mehrmals täglich). Von dort fährt man mit dem Auto über Nerežišća und dann Bol, bevor eine asphaltierte Bergstraße in gut 20 Minuten zum Gipfelparkplatz führt. Die Parkplätze sind kostenlos und selten voll. Die sportlichere Alternative ist die Wanderung von Bol aus, die über einen markierten Pfad in zweieinhalb bis drei Stunden zum Gipfel führt – steil, schattenlos, aber landschaftlich großartig. Wasser und Sonnenschutz sind zwingend, denn auf dem gesamten Weg gibt es keinen Schatten und keine Einkehrmöglichkeit. Die beste Tageszeit ist der frühe Morgen, wenn das Licht noch flach einfällt und die Farben des Meeres am intensivsten leuchten.
4. Srđ – Dubrovniks Balkon (412 m)
Kein Dubrovnik-Besuch ist vollständig, ohne einmal auf dem Srđ gestanden zu haben. Dieser kahle, 412 Meter hohe Hügel direkt hinter der Altstadt liefert den Blick, der Dubrovnik weltberühmt gemacht hat: die kompakte Altstadt mit ihren terrakottafarbenen Dächern, eingefasst von gewaltigen Mauern, davor das türkise Meer, dahinter die bewaldete Insel Lokrum. Rechts erstrecken sich die Elafiti-Inseln als grüne Tupfer im Blau, links schlängelt sich die Küste Richtung Montenegro.

Die Seilbahn bringt einen in vier Minuten nach oben – die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis, weil sich die Stadt unter den Füßen immer weiter ausbreitet. Oben angekommen wartet die Festung Imperial, ein napoleonisches Fort aus dem 19. Jahrhundert, das heute ein Museum über den Kroatienkrieg beherbergt. Die Ausstellung ist bedrückend und eindrucksvoll zugleich, denn von genau dieser Stelle aus wurde die Stadt 1991/92 belagert und beschossen. Wer nach dem Museumsbesuch wieder auf die Terrasse tritt und die wiederaufgebaute Stadt in der Sonne glitzern sieht, versteht, was Widerstandskraft bedeutet.
Die Seilbahn kostet 2026 etwa 27 Euro retour für Erwachsene, Kinder zahlen die Hälfte. Die Talstation liegt im Stadtteil Ploče, etwa zehn Gehminuten vom Stadttor Ploče. Alternativ kann man zu Fuß aufsteigen – der Serpentinenweg durch die Macchia dauert anderthalb Stunden und ist besonders im Sommer schweißtreibend, weil die Sonne auf den freien Hang brennt. Oben gibt es ein Restaurant mit Panoramaterrasse, in dem die Preise erwartungsgemäß über dem Stadtniveau liegen, das Erlebnis aber seinen Preis wert ist. Die beste Zeit für Fotos ist kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Altstadt in warmes Licht getaucht wird und die Schatten die Konturen der Mauern betonen. Abends lohnt sich die Nachtfahrt mit der Seilbahn: Die beleuchtete Altstadt und die Reflexionen auf dem Wasser sind magisch.
5. Marjan – Splits grüne Lunge (178 m)
Nur 178 Meter hoch, aber was für ein Panorama. Der Marjan-Hügel ist das Naherholungsgebiet der Spliter – ein dicht bewaldeter Kiefernhügel, der sich wie ein grüner Finger ins Meer schiebt und die Stadt auf drei Seiten mit Ausblicken versorgt. Was den Marjan besonders macht: Man braucht kein Auto, keine Seilbahn und kein Ticket. Dreißig Minuten zu Fuß vom Diokletianspalast, und man steht auf dem Gipfel.

Entlang des Kamms gibt es gleich mehrere Aussichtspunkte, und jeder zeigt ein anderes Gesicht der Stadt. Von der Südseite blickt man auf die Riva-Promenade, den Hafen und die Inseln Brac, Hvar und Šolta. Von der Nordseite öffnet sich der Blick auf die Bucht von Kaštela, den Flughafen und die Berge des Mosor-Massivs. Vom westlichsten Punkt sieht man nichts als offenes Meer und den Leuchtturm am Kap. Der Weg über den Kamm führt durch duftenden Kiefernwald, vorbei an kleinen Kapellen aus dem 15. Jahrhundert und an Felswänden, an denen Kletterer trainieren. Man trifft Jogger, Hundebesitzer, Familien mit Kindern – der Marjan gehört den Einheimischen, und das merkt man.
Der Aufstieg beginnt am westlichen Ende der Altstadt, im Viertel Varoš. Steinerne Treppen führen steil nach oben, im Schatten der Kiefern ist es selbst im Hochsommer angenehm. Alternativ kann man vom Stadtstrand Kašjuni auf der Südseite starten, wo es auch einen kleinen Parkplatz gibt (kostenlos, aber schnell voll). Der Marjan hat keinen Eintritt und ist rund um die Uhr zugänglich. Die schönste Zeit ist der späte Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und Split golden leuchtet, oder der frühe Morgen, wenn man den Hügel fast für sich allein hat. Nach dem Abstieg wartet der Strand Kašjuni als perfekte Abkühlung – einer der schönsten Stadtstrände Kroatiens, mit kristallklarem Wasser und Blick auf die Halbinsel Čiovo.
6. Velebit – Wo die Wildnis beginnt
Das Velebit-Gebirge ist das längste und wildeste Gebirge Kroatiens, ein über 140 Kilometer langer Gebirgszug, der die Adriaküste von der Hochebene der Lika trennt. Hier gibt es keine Seilbahnen und keine Glasplattformen – nur Felsen, Wind und Aussichten, die man sich verdienen muss. Dafür belohnt der Velebit mit einer Einsamkeit und Dramatik, die in Europa ihresgleichen sucht.
Zavižan – Die höchste Wetterstation (1676 m)

Auf dem Zavižan steht die höchste permanent bemannte Wetterstation Kroatiens, ein kleines Steingebäude auf einem windumtosten Karstplateau. Rundherum erstrecken sich die endlosen Karstfelder des Nördlichen Velebit, durchzogen von Dolinen und bewachsen mit verkrüppelten Kiefern, die der Bora-Wind in bizarre Formen gebogen hat. Nach Westen fällt der Blick über bewaldete Hänge hinunter zur Adria und den vorgelagerten Inseln Rab, Pag und Krk. Nach Osten öffnet sich die weite Ebene der Lika, mit dem Gacka-Tal als grünem Band in der Tiefe.
Die Zufahrt erfolgt über die Bergstraße von Krasno aus, die in gut einer Stunde zum Parkplatz unterhalb des Gipfels führt (Nationalpark-Eintritt ca. 8 Euro, Parkgebühr ca. 5 Euro). In der Berghütte Zavižan kann man übernachten und Essen bekommen – Reservierung in der Saison dringend empfohlen, denn die Hütte hat nur wenige Betten. Der Aufstieg vom Parkplatz zum Gipfel dauert etwa 20 Minuten und ist auch für weniger geübte Wanderer machbar. Die beste Jahreszeit ist von Juni bis September, wenn die Bergstraße schneefrei und die Hütte geöffnet ist.
Premužićeva Staza – Der Höhenweg der Superlative
Der berühmteste Höhenweg des Balkans wurde in den 1930er-Jahren vom Ingenieur Ante Premužić angelegt – ein 57 Kilometer langer Pfad, der ohne nennenswerte Höhenunterschiede entlang des Velebit-Kamms verläuft. Links das Meer, rechts die Lika – diese Doppelperspektive begleitet einen über Stunden. Der Weg selbst ist ein Kunstwerk aus Trockensteinmauern, in den Fels gehauenen Stufen und Aussichtsterrassen, die an den exponiertesten Stellen angelegt wurden.

Man muss nicht die gesamte Strecke gehen, um in den Genuss der Aussichten zu kommen. Ein beliebter Tagesabschnitt führt von Zavižan nach Rossijevo Sklonište (etwa 15 Kilometer, 5-6 Stunden), mit ständigen Panoramen und mehreren Wasserquellen entlang des Weges. Der Einstieg von Starigrad-Paklenica im Süden ist ebenfalls populär, führt aber zunächst über einen steilen Aufstieg von Meereshöhe auf den Kamm. Wichtig: Der Velebit ist kein Ort für Unvorbereitete. Wetterwechsel kommen schnell, Mobilfunkempfang gibt es oft nicht, und zwischen den Berghütten liegen mehrstündige Abschnitte ohne Infrastruktur. Feste Bergschuhe, Regenkleidung und genug Wasser sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.
Wer den Velebit vom Sattel aus erleben will statt zu Fuß: Die Route “Wo Berge das Meer treffen” führt auf 48 Kilometern durch das Velebit-Vorland mit Blick auf die Bergkette – eine Alternative für alle, die die Dimensionen des Gebirges spüren wollen, ohne tagelang durch die Wildnis zu wandern.
7. Učka – Istriens Wächter (1396 m)
Der Vojak, Istriens höchster Punkt, steht am östlichen Rand der Halbinsel wie ein Wächter über der Kvarner-Bucht. Auf dem Gipfel ragt ein steinerner Aussichtsturm aus dem 19. Jahrhundert empor, und wer die enge Wendeltreppe hinaufklettert, wird mit einem der weitesten Panoramen Kroatiens belohnt: Im Westen breitet sich die gesamte istrische Halbinsel aus wie eine detaillierte Landkarte, mit den roten Dächern der Küstenstädte, den grünen Hügeln des Hinterlands und den Trüffelwäldern im Mirna-Tal. Im Osten liegt die Kvarner-Bucht mit den Inseln Cres und Krk, und an besonders klaren Tagen – meist nach einem Regenschauer oder bei kräftiger Bora – zeichnen sich die Julischen Alpen am nördlichen Horizont ab.

Die gängigste Anfahrt führt über den Poklon-Pass (922 m), den man sowohl von der Küstenseite (ab Opatija, ca. 30 Minuten) als auch vom Landesinneren (ab Lupoglav) erreicht. Vom Pass aus wandert man in anderthalb bis zwei Stunden zum Gipfel, über einen gut markierten Pfad durch Buchenwald, der im Herbst in Gold- und Rottönen leuchtet. Es gibt auch eine Schotterstraße, die bis fast zum Gipfel führt – für Mountainbiker und robuste Fahrzeuge geeignet, aber offiziell für den normalen PKW-Verkehr gesperrt. Am Poklon gibt es ein Restaurant mit herzhafter istrischer Küche, perfekt für die Einkehr nach dem Abstieg.
Der Eintritt in den Naturpark Učka kostet ca. 5 Euro, Parkplätze am Poklon-Pass sind kostenlos und ausreichend vorhanden. Die beste Tageszeit hängt davon ab, was man sehen will: Morgens ist die Sicht am klarsten und die Chance auf Alpenblick am größten. Nachmittags liegt die istrische Küste im warmen Licht, und die vorgelagerten Inseln werfen lange Schatten aufs Wasser. Bei Rennradfahrern gilt die Učka übrigens als Kultanstieg – knapp 1000 Höhenmeter ab Opatija, mit gleichmäßiger Steigung und freiem Blick auf die Kvarner-Bucht ab der Baumgrenze.
8. Festung Klis – Game of Thrones mit echtem Hintergrund (360 m)
Klis ist mehr als ein Drehort. Diese Festung, die sich über einen schmalen Bergkamm zehn Kilometer nordöstlich von Split erstreckt, war über 2000 Jahre lang ein strategischer Schlüsselpunkt – von den Illyrern über die Römer und die Osmanen bis zu den Venezianern. Der Blick von den Mauern erklärt sofort, warum: Unter der Festung öffnet sich das gesamte Split-Becken wie ein Amphitheater, mit der Stadt, der Bucht von Kaštela, den Inseln und dem Mosor-Gebirge im Hintergrund.

Dass die Serie Game of Thrones hier die Stadt Meereen drehte, passt perfekt – die karge Karstlandschaft und die massiven Mauern erzeugen eine Atmosphäre, die zwischen Mittelalter und Fantasy schwebt. Aber die echte Geschichte ist mindestens so dramatisch: Im 16. Jahrhundert verteidigten die Uskoken, kroatische Freiheitskämpfer, die Festung über 25 Jahre lang gegen das Osmanische Reich. Die Eroberungsspuren sind noch heute sichtbar, und eine kleine Ausstellung im Inneren der Festung erzählt diese Geschichte anschaulich.
Die Anfahrt von Split dauert mit dem Auto etwa 20 Minuten über die Straße nach Sinj. Es gibt einen Parkplatz direkt unterhalb der Festung (kostenlos), von dem aus man in fünf Minuten zum Eingang geht. Der Eintritt beträgt 2026 etwa 10 Euro für Erwachsene, Kinder zahlen die Hälfte. Für den Besuch sollte man mindestens eine Stunde einplanen, weil sich die Festung über mehrere Ebenen und Höfe erstreckt. Die beste Tageszeit für Fotos ist der Nachmittag, wenn die Sonne im Westen steht und Split von vorn beleuchtet. Ein lokaler Tipp: Direkt neben dem Parkplatz gibt es mehrere Restaurants, die auf Lamm am Spieß spezialisiert sind – Klis ist dafür in ganz Dalmatien berühmt.
9. Plitvice Vidikovac – Das Postkartenmotiv
Die Plitvicer Seen kennt jeder, aber es gibt einen bestimmten Punkt, von dem aus sie so aussehen, wie man sie von Postkarten und Instagram kennt: den Vidikovac, den offiziellen Aussichtspunkt am oberen Rand der unteren Seen. Von dieser Plattform, die sich an den Felsrand schmiegt, überblickt man die Travertinterrassen, über die sich das Wasser in Dutzenden von Kaskaden ergießt, den Veliki Slap (den großen Wasserfall mit 78 Metern der höchste Kroatiens) und die Holzstege, die sich wie Fäden zwischen den Seen hindurchschlängeln.

Was den Vidikovac von anderen Aussichtspunkten unterscheidet, ist die Kombination aus Höhe und Nähe. Man ist nicht weit weg vom Geschehen – das Rauschen der Wasserfälle dringt deutlich herauf, manchmal sieht man den Sprühnebel im Sonnenlicht glitzern. Im Herbst, wenn die Buchen und Ahornbäume sich verfärben, wird das Panorama noch eindrucksvoller: Gold, Rot und Grün rahmen das türkise Wasser ein, und an nebeligen Morgen schwebt Dunst über den Seen wie in einem Gemälde aus der Romantik.
Der Vidikovac liegt im Bereich des Eingangs 1 (Ulaz 1), der ganz im Süden des Nationalparks liegt. Die Eintrittspreise sind 2026 saisonabhängig und liegen zwischen 10 Euro (Winter) und 40 Euro (Juli/August) für Erwachsene. Tickets sollte man unbedingt online im Voraus kaufen, denn der Park limitiert die tägliche Besucherzahl, und im Sommer sind beliebte Zeitfenster oft Wochen vorher ausgebucht. Parkplätze gibt es an beiden Eingängen (ca. 7 Euro pro Tag). Die beste Tageszeit für den Vidikovac ist der frühe Morgen – nicht nur wegen des Lichts, sondern auch weil dann die wenigsten Besucher unterwegs sind. Im Juni und September hat man die besten Chancen auf gutes Wetter bei moderatem Andrang.
Wer nach dem Parkbesuch noch Energie hat: Die Gegend um Plitvice ist auch auf dem Rad großartig. Die Route “Von den Seen zu den Wassermühlen” führt auf 39 Kilometern durch die Lika-Landschaft, vorbei an den berühmten Wassermühlen von Rastoke und durch Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
10. Stadtmauern Dubrovnik – Zwei Kilometer über den Dächern
Zum Schluss der Klassiker, und das aus gutem Grund. Dubrovniks Stadtmauern sind nicht einfach eine Sehenswürdigkeit, sie sind die Sehenswürdigkeit. Zwei Kilometer begehbare Mauern, bis zu 25 Meter hoch und 6 Meter breit, umschließen die gesamte Altstadt. Der Rundgang dauert anderthalb bis zwei Stunden und ist ein einziger, ununterbrochener Panoramablick – auf die Stadt von oben, auf das Meer, auf die Insel Lokrum und auf die Berghänge des Srđ.

Was diesen Aussichtspunkt so besonders macht, ist die Intimität. Man blickt direkt in die Gassen der Altstadt, sieht die Wäsche auf den Leinen, die Katzen auf den Dächern, die Restaurantterrassen in den Innenhöfen. Auf der Meerseite prallt die Brandung gegen die Felsen, und man kann von oben in das kristallklare Wasser schauen, in dem Schwimmer und Kajakfahrer winzig klein erscheinen. Der Abschnitt im Norden der Mauer bietet den besten Blick auf den Hafen und die Festung Revelin, während die Südseite mit dem Panorama auf Lokrum und die offene Adria glänzt. Im Westen, bei der Festung Bokar, hat man den ikonischen Blick auf die Festung Lovrijenac auf ihrem Felsen – ein Motiv, das man aus Tausenden von Fotos kennt und das trotzdem jedes Mal wieder überrascht.
Der Eintritt auf die Mauern kostet 2026 etwa 35 Euro für Erwachsene – nicht billig, aber jeden Cent wert. Kinder unter 5 Jahren haben freien Eintritt. Es gibt zwei Zugänge: den Haupteingang beim Pile-Tor (hier ist die Schlange am längsten) und einen weniger bekannten Zugang bei der Festung Sveti Ivan im Hafen (kürzer anstehen, gleicher Preis). Die goldene Regel lautet: Früh kommen. Die Mauern öffnen je nach Saison zwischen 8 und 9 Uhr morgens, und die erste Stunde ist am angenehmsten – weniger Menschen, kühlere Temperaturen, weiches Morgenlicht. Im Hochsommer sollte man den Rundgang nach 11 Uhr meiden, denn die Mauern sind schattenlos, der Stein reflektiert die Hitze, und bei 35 Grad im Schatten (den es nicht gibt) wird der Spaziergang zur Tortur. Wasser mitnehmen ist Pflicht, unterwegs gibt es nur eine einzige Bar mit überteuerten Getränken.
Und dann gibt es noch diese Orte…
Zehn Plätze reichen nicht, um Kroatiens Aussichten gerecht zu werden. Ein paar weitere, die es knapp nicht in die Liste geschafft haben, aber eine Reise wert sind:
Die Burg Trsat über Rijeka bietet ein weites Panorama über die Kvarner-Bucht, den Hafen und die vorgelagerten Inseln. Der Eintritt ist frei, und in der Burg selbst finden im Sommer Konzerte und Ausstellungen statt. In Motovun in Istrien umrundet man die Stadtmauer eines Bergdorfs mit Blick über das Mirna-Tal – besonders magisch an Herbstmorgen, wenn Nebel im Tal hängt und nur die Kirchturmspitzen herausragen. Die Kornati-Inseln von Murter aus gesehen, vom Hügel Vršina, sind ein Kaleidoskop aus Blau und Braun, das man aus keinem Bildband kennt, weil es einfach keiner so wirklich fotografieren kann. Und dann natürlich Zadar bei Sonnenuntergang, an der Meeresorgel sitzend, wo Alfred Hitchcock einmal den schönsten Sonnenuntergang der Welt gesehen haben soll – keine erhöhte Aussicht, aber ein Panorama, das man nicht vergisst.
Den richtigen Moment erwischen
Wer spektakuläre Aussichtsfotos machen will, sollte ein paar Dinge über Licht und Wetter wissen, die den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Bild ausmachen.
Die Goldene Stunde – die erste und letzte Stunde mit Tageslicht – taucht alles in warmes, weiches Licht und erzeugt lange Schatten, die Landschaften Tiefe verleihen. Für Küstenpanoramen, bei denen die Sonne über dem Meer steht, ist der Abend ideal, weil das Licht von vorn kommt und die Landschaft dramatisch beleuchtet. Die Blaue Stunde, also die dreißig Minuten vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang, eignet sich besonders für beleuchtete Städte wie Dubrovnik oder Split, weil der Himmel noch Restlicht hat und die Straßenbeleuchtung bereits leuchtet.
Beim Wetter gilt eine einfache Regel: Nach dem Regen ist die Luft am klarsten. Die Sicht reicht dann am weitesten, und Berge, die sonst im Dunst verschwinden, erscheinen zum Greifen nah. Teilweise bewölkter Himmel schlägt wolkenlosen Himmel fast immer, weil dramatische Wolkenformationen jedem Panorama mehr Spannung verleihen als reines Blau. Für Bergaussichtspunkte wie Biokovo oder Učka lohnt es sich, die Wettervorhersage mehrere Tage im Voraus zu beobachten und den klarsten Tag zu wählen. Ein Polfilter auf der Kamera reduziert Reflexionen auf dem Wasser und macht den Himmel satter. Und wer auf Berggipfeln fotografiert, sollte auch im Sommer eine warme Schicht dabei haben – auf 1500 Metern Höhe kann es morgens empfindlich kalt sein, und wer auf den perfekten Moment wartet, steht oft länger als geplant.