Parken auf Hvar: Wo du dein Auto abstellen kannst (und ob du eins brauchst)
- Redaktionsteam
- Reisetipps , Dalmatien
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Hvar klingt traumhaft – bis du mit dem Auto auf der Fähre stehst und dir überlegst, wo du das Ding eigentlich hinstellen sollst. Die Insel ist 68 Kilometer lang, hat genau eine richtige Hauptstraße, und in Hvar Stadt herrschen Verhältnisse, die jeden Parkplatzsucher in den Wahnsinn treiben. Im Juli und August kannst du um 11 Uhr morgens aufhören zu suchen. Da ist alles voll. Nicht fast voll – voll.
Aber bevor du verzweifelst: Es gibt Lösungen. Die meisten Besucher machen nur einen Fehler – sie denken, sie brauchen das Auto unbedingt in Hvar Stadt. Tun sie nicht. Wer das versteht, hat schon die halbe Miete gespart. Und den restlichen Stress dazu.
Brauchst du überhaupt ein Auto auf Hvar?
Das ist die Frage, die du dir stellen solltest, bevor du 50 Euro für die Autofähre ausgibst. Die ehrliche Antwort hängt davon ab, was du vorhast.
Wenn du nur Hvar Stadt besuchst: Nein. Definitiv nicht. Die Altstadt ist eine Fußgängerzone, die Strände erreichst du zu Fuß oder mit dem Taxiboot, und die besten Restaurants liegen alle im Zentrum oder an der Uferpromenade. Ein Auto ist hier kein Vorteil, sondern ein Problem, das du den ganzen Urlaub mit dir herumschleppst. Die Katamarane von Split bringen dich direkt in den Hafen von Hvar – ohne Auto, ohne Parkplatzsuche, ohne Stress.
Wenn du die Insel erkunden willst: Dann ja, dann lohnt sich ein fahrbarer Untersatz. Stari Grad, Jelsa, Vrboska, die Lavendelfelder bei Velo Grablje, die einsamen Buchten im Süden – das alles erreichst du ohne Auto nur mit viel Aufwand und noch mehr Geduld. Die Busverbindungen auf Hvar existieren, aber der Fahrplan ist dünn. Zwischen Stari Grad und Hvar Stadt fahren im Sommer vielleicht zehn Busse am Tag, nach Jelsa noch weniger. Wer spontan die Insel entdecken will, braucht eigene Räder.
Die clevere Zwischenlösung: Kein Auto mitnehmen, sondern einen Roller auf der Insel leihen. Dazu gleich mehr – das ist für die meisten Besucher tatsächlich die beste Option.

Hvar Stadt: Parken als Extremsport
Hvar Stadt wurde nicht für Autos gebaut. Die Gassen in der Altstadt sind so eng, dass zwei Fußgänger gerade so aneinander vorbeikommen. Die Uferpromenade ist seit Jahren autofrei, der zentrale Platz Pjaca sowieso. Dein Auto muss also irgendwo außerhalb stehen. Die Frage ist nur: wo?
Der Hauptparkplatz oberhalb der Stadt
Der offizielle Parkplatz liegt oberhalb von Hvar Stadt, an der Zufahrtsstraße, die sich in Serpentinen den Hügel hinunterschlängelt. Er fasst geschätzt 200 bis 300 Fahrzeuge und ist die naheliegendste Option – was bedeutet, dass ihn alle ansteuern. Im Hochsommer ist er spätestens um 10 Uhr morgens voll. An besonders heißen Augusttagen, wenn zusätzlich Yachttouristen und Tagesausflügler von den Kreuzfahrtschiffen kommen, kann es schon um 9 Uhr eng werden.
Die Preise sind gesalzen: 3 bis 5 Euro pro Stunde im Sommer, je nach Bereich und ob du einen schattigen Platz erwischst (Spoiler: die schattigen Plätze sind immer zuerst weg). Ein ganzer Tag kann dich 30 bis 50 Euro kosten, wenn du nicht aufpasst. Bezahlt wird am Automaten oder per App. Manche Bereiche haben eine Höchstparkdauer von drei Stunden – das reicht für einen schnellen Altstadtbesuch, aber nicht für einen entspannten Strandtag.
Von hier läufst du in etwa 10 bis 15 Minuten hinunter zum Hafen. Der Weg ist steil, im Sommer heiß, und auf dem Rückweg bergauf verflucht man jede Treppe. Nimm Wasser mit und trage vernünftige Schuhe – in Flip-Flops auf den unebenen Steintreppen ist es eine Frage der Zeit, bis du ausrutschst.
Parkplatz nahe der Busstation
An der Bushaltestelle in Hvar Stadt gibt es einige wenige Stellplätze. Dieser Bereich ist etwas günstiger als der Hauptparkplatz und liegt näher am Hafen, aber die Kapazität ist minimal. Wir reden von vielleicht 30 bis 40 Plätzen, die morgens als Erstes vergeben sind. Wer hier einen Platz ergattert, hat Glück gehabt – planen sollte man damit nicht.
Seitenstraßen auf der Zufahrtsstraße
Entlang der Straße, die von der Hauptstraße nach Hvar Stadt abbiegt, gibt es vereinzelt kostenlose Parkbuchten und wilde Parkstreifen am Straßenrand. Die Einheimischen kennen diese Stellen, Touristen finden sie eher zufällig. Das Problem: Auch diese Plätze sind im Sommer schnell vergeben, und bei einigen ist unklar, ob das Parken tatsächlich erlaubt ist. Ein Schild mit “Zabranjen pristup” oder ein gelb gestrichener Bordstein bedeutet: Finger weg. Die kroatische Polizei auf Hvar ist bekannt dafür, regelmäßig Strafzettel zu verteilen – und abgeschleppte Fahrzeuge sind im Sommer keine Seltenheit.
Apartmentparkplatz: Frag vor der Buchung
Der wichtigste Tipp, den dir die meisten Reiseführer verschweigen: Frag deinen Gastgeber nach einem Parkplatz, bevor du buchst. Viele Apartments und Pensionen auf Hvar haben eigene Stellplätze oder Garagen, die im Preis inbegriffen sind oder gegen einen Aufpreis von 10 bis 15 Euro pro Tag angeboten werden. Auf Booking.com und Airbnb steht das oft irgendwo im Kleingedruckten unter “Ausstattung” – aber nicht immer. Schreib dem Gastgeber direkt eine Nachricht und frag konkret: “Haben Sie einen Parkplatz, und ist er garantiert?” Denn “Parkplatz verfügbar” kann auch heißen: “Irgendwo in der Nähe gibt es einen öffentlichen Parkplatz.” Das ist nicht dasselbe.
Wer ein Apartment mit gesichertem Parkplatz bucht, hat die Hälfte aller Parkprobleme auf Hvar gelöst. Und glaub mir, an einem brütend heißen Augustnachmittag, wenn du entspannt vom Strand zurückkommst und dein Auto im Schatten steht statt auf einem überfüllten Parkplatz in der prallen Sonne – da weißt du, dass die 15 Euro gut investiert waren.

Stari Grad: Die entspannte Alternative
Stari Grad ist der Ort auf Hvar, den die meisten Touristen nur vom Fährterminal kennen. Die Autofähre von Split legt hier an, und die meisten steigen ins Auto und fahren direkt weiter nach Hvar Stadt. Das ist ein Fehler – aus mehreren Gründen, und einer davon ist das Parken.
In Stari Grad findest du fast immer einen Parkplatz. Direkt am Fährhafen gibt es einen großen, kostenlosen Parkplatz, der selbst im Hochsommer selten komplett voll ist. Weitere kostenlose Plätze liegen entlang der Zufahrtsstraßen und am Ortsrand. Im Zentrum selbst gibt es einige gebührenpflichtige Zonen, aber die Preise liegen deutlich unter denen in Hvar Stadt – rechne mit 1 bis 2 Euro pro Stunde.
Stari Grad ist ohnehin eine Überraschung für alle, die nur Hvar Stadt auf dem Schirm haben. Die Stadt ist eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen in Europa, gegründet von griechischen Kolonisten im 4. Jahrhundert v. Chr. Die Altstadt hat verwinkelte Gassen, eine schöne Uferpromenade und Restaurants, in denen du für die Hälfte dessen isst, was du in Hvar Stadt bezahlen würdest. Die berühmte Stari Grad Plain – die antike Agrarlandschaft, die zum UNESCO-Welterbe gehört – beginnt direkt hinter der Stadt.
Die strategische Überlegung dahinter: Stari Grad als Basis wählen, das Auto dort stehen lassen und mit dem Bus oder Roller nach Hvar Stadt fahren. Der Bus braucht 20 bis 30 Minuten und kostet ein paar Euro. Oder du mietest für den Tag einen Roller – die Strecke ist wunderschön, führt durch das Inselinnere mit Blick auf Olivenhaine und Weinberge. So hast du das Beste aus beiden Welten: entspanntes Parken und trotzdem Zugang zum Glamour von Hvar Stadt.
Jelsa: Klein, ruhig, problemlos
Jelsa liegt an der Nordküste, ungefähr in der Mitte der Insel, und ist so etwas wie der Anti-Hvar. Keine Yachten, keine Designerbars, keine Influencer mit Selfie-Sticks. Dafür ein kleiner Hafen, in dem Fischer ihre Netze flicken, und Konobas, in denen der Wirt noch persönlich dein Essen an den Tisch bringt.
Parken in Jelsa ist kein Thema. Am Hafen gibt es kostenlose Parkplätze, die Seitenstraßen sind ruhig, und selbst im August findet sich innerhalb von fünf Minuten ein Platz. Die Atmosphäre ist entspannt – niemand wird nervös, wenn du mal quer parkst. Jelsa eignet sich hervorragend als Basis für Ausflüge in den östlichen Teil der Insel, zur versteckten Bucht von Dubovica oder hinüber nach Vrboska, dem “kleinen Venedig von Hvar” mit seinen Brücken über den schmalen Kanal.
Von Jelsa aus fährt auch ein Katamaran direkt nach Split, ohne den Umweg über Stari Grad. Wer also ohne Auto auf die Insel kommt und trotzdem nicht in Hvar Stadt wohnen will, findet in Jelsa eine wunderbar unkomplizierte Basis.
Die Fähre: Was du wissen musst, bevor du das Auto mitnimmst

Die meisten Besucher nehmen die Jadrolinija-Autofähre von Split nach Stari Grad. Die Überfahrt dauert etwa zwei Stunden und kostet für ein normales Auto inklusive Fahrer ungefähr 40 bis 55 Euro pro Strecke, je nach Saison und Fahrzeuglänge. Dazu kommen noch einmal 7 bis 10 Euro pro weiteren Passagier. Hin und zurück bist du also mindestens 100 Euro los – nur für die Fähre.
Reservieren ist im Sommer absolut notwendig. Ohne Reservierung stehst du morgens am Hafen in Split in einer Schlange, die sich um mehrere Häuserblocks windet, und ob du auf die Fähre kommst, ist Glückssache. An Spitzentagen im Juli und August werden Autos ohne Reservierung regelmäßig abgewiesen. Die Buchung geht online über jadrolinija.hr – idealerweise mehrere Wochen im Voraus. Am Wochenende und rund um Feiertage sind die Fähren oft schon Monate vorher ausgebucht.
Eine Alternative ist die Katamaranverbindung für Fußpassagiere: Split–Hvar Stadt in einer Stunde, für etwa 12 bis 15 Euro pro Person. Kein Auto, kein Stress, du steigst direkt im Hafen von Hvar aus und bist in zwei Minuten auf der Pjaca. In der Hochsaison fahren mehrere Katamarane täglich, auch von Krilo und TP Line neben Jadrolinija.
Die Rechnung, die sich lohnt: 100+ Euro Fähre (hin und zurück) plus 30-50 Euro Parkgebühren pro Tag plus der ganze Stress – oder 25 Euro Katamaran (hin und zurück) und auf der Insel einen Roller mieten. Die Entscheidung fällt den meisten leicht, wenn sie die Zahlen nebeneinanderlegen.
Mietwagen auf Hvar statt von zu Hause mitbringen
Eine Option, die erstaunlich wenige Touristen auf dem Schirm haben: Das Auto gar nicht erst auf die Fähre packen, sondern auf Hvar selbst einen Wagen mieten. In Stari Grad, direkt am Fährhafen, gibt es mehrere kleine lokale Autovermietungen. Die Preise liegen bei 40 bis 70 Euro pro Tag für einen Kleinwagen, je nach Saison und Anbieter.
Warum das Sinn ergibt: Du sparst dir die teure Autofähre, den Stress am Hafen in Split und die Sorge um den Mietwagen vom Festland (manche Vermieter verbieten in ihren AGB ausdrücklich die Mitnahme auf Inselfähren oder verlangen saftige Aufschläge). Stattdessen nimmst du den Katamaran nach Hvar Stadt oder die Fußgängerfähre nach Stari Grad und holst dir vor Ort ein Auto für die Tage, an denen du die Insel erkunden willst.
Für die Anreise nach Split kann es sich lohnen, über Plattformen wie Pop Car oder lokale Verleiher ein Auto nur für die Festlandstrecke zu mieten – oder gleich mit dem Flugzeug nach Split zu fliegen und den Mietwagen komplett zu streichen.
Der Roller: Die beste Lösung für Hvar

Wenn es ein Fahrzeug gibt, das wie gemacht ist für Hvar, dann der Roller. Die Straßen sind schmal, die Entfernungen überschaubar, Parkplätze für Zweiräder gibt es überall, und die Küstenstraßen mit Blick auf das türkisfarbene Meer gehören zu den schönsten Rollerstrecken im Mittelmeer.
Kosten: 25 bis 40 Euro pro Tag für einen 50ccm-Roller, 40 bis 60 Euro für einen 125ccm. Einen Führerschein der Klasse B brauchst du für 50ccm in Kroatien nicht – der normale Autoführerschein reicht. Für 125ccm brauchst du den A1-Schein oder mindestens fünf Jahre Fahrpraxis mit Klasse B (je nach deinem Heimatland – prüfe das vorher). Die meisten Verleiher sitzen in Hvar Stadt am Hafen, in Stari Grad nahe dem Fährterminal und in Jelsa.
Was du damit machen kannst: Morgens nach Hvar Stadt zum Kaffee, mittags rüber zur Bucht von Dubovica (eine der schönsten der Insel, nur über eine Schotterstraße erreichbar), nachmittags durch die Lavendelfelder bei Brusje, abends Sonnenuntergang an der Südküste. Alles an einem Tag, ohne eine Sekunde Parkplatzsuche. Du stellst den Roller ab, wo Platz ist – und Platz ist für einen Roller immer.
Worauf du achten solltest: Helm ist Pflicht und wird kontrolliert. Sonnencreme auftragen, bevor du losfährst – auf dem Roller bist du der Sonne komplett ausgesetzt, und ein Sonnenbrand nach zwei Stunden Fahrt ist brutal. Die Straßen auf Hvar sind generell in gutem Zustand, aber Schotter, Sand und loses Geröll kommen vor, besonders auf den kleineren Nebenstraßen zur Südküste. Fahre vorsichtig, besonders in den Kurven – Ölflecken und glatte Stellen gibt es auch hier.
Taxiboote zu den Pakleni-Inseln
Wer von Hvar Stadt zu den Pakleni-Inseln will (Palmižana, Vinogradišće, Jerolim), braucht kein Auto, keinen Roller und nicht mal Schuhe mit Profil. Die Taxiboote fahren den ganzen Tag ab dem Hafen von Hvar, alle 15 bis 30 Minuten, und kosten 5 bis 10 Euro pro Person und Richtung. Die Fahrt dauert 10 bis 20 Minuten, je nach Ziel. Die Boote legen an kleinen Holzstegen an, von denen du direkt ins Wasser springen könntest.
Palmižana ist die beliebteste Anlaufstelle – ein kleiner Hafen mit exzellenten Restaurants (Toto’s ist legendär, aber nicht billig), umgeben von Pinienwald und kristallklaren Buchten. Jerolim ist die FKK-Insel, Vinogradišće hat den schönsten Sandstrand. Du brauchst keinen Fahrplan, du gehst einfach zum Hafen und steigst ins nächste Boot. Im Hochsommer verkehren zusätzlich private Bootsverleiher, die dich auch in entlegenere Buchten bringen.
Das Auto brauchst du dafür nicht. Nicht mal ansatzweise.
Die smarte Strategie: Stari Grad als Basis
Wer alles zusammenrechnet, kommt fast immer zum gleichen Ergebnis: Stari Grad ist die klügere Basis als Hvar Stadt. Nicht unbedingt die glamourösere – aber die, bei der du nicht jeden Morgen 45 Minuten lang im Kreis fährst, weil jemand anderes schneller war.
Die Vorteile auf einen Blick: Kostenlose oder sehr günstige Parkplätze direkt am Ortszentrum. Unterkünfte, die 30 bis 50 Prozent weniger kosten als in Hvar Stadt. Die Autofähre legt hier an, du rollst also direkt von Bord in dein Quartier. Die UNESCO-geschützte Ebene von Stari Grad ist einen Besuch wert, und die Restaurants servieren die gleiche dalmatinische Küche – nur ohne den Hvar-Stadt-Aufschlag.
Von Stari Grad nach Hvar Stadt brauchst du mit dem Bus 20 bis 30 Minuten. Im Sommer fahren die Busse häufiger, angepasst an die Fährankunftszeiten. Mit dem Roller bist du in 15 Minuten da, über eine kurvige, wunderschöne Straße durch das Inselinnere. Du kommst in Hvar Stadt an, ohne Parkplatzsorgen, schlenderst durch die Gassen, trinkst deinen Cocktail an der Riva und nimmst den letzten Bus oder Roller zurück. Kein Stress, keine Strafzettel, keine 50 Euro für acht Stunden Asphalt in der Sonne.
Auch Jelsa und Vrboska funktionieren als Basen, besonders für Ruhesuchende und Familien. Von Jelsa aus ist der östliche Inselteil gut erreichbar, und der Katamaran nach Split fährt direkt ab. Vrboska liegt zwischen Stari Grad und Jelsa, hat einen der hübschesten kleinen Häfen der Insel und eine Kirche, die aussieht wie eine Festung – weil sie eine war.
Strafzettel und Abschleppen: Die harte Realität
Die Verkehrspolizei auf Hvar kennt die Tricks der Touristen und hat im Sommer wenig Geduld. In Hvar Stadt wird regelmäßig kontrolliert, besonders in den Zonen, die als “No Parking” ausgeschildert sind – und auf Hvar ist das klar auf Kroatisch und mit internationalen Symbolen markiert. Ein Strafzettel kostet je nach Vergehen zwischen 30 und 130 Euro. Falschparken in der Feuerwehrzufahrt oder im absoluten Halteverbot kann zum Abschleppen führen, und das wird auf Hvar auch durchgezogen. Den Abschleppwagen plus Verwahrgebühr musst du dann aus eigener Tasche bezahlen – rechne mit 150 bis 250 Euro zusätzlich zum Strafzettel.
Ein Detail, das viele nicht wissen: Kroatische Strafzettel können auch nach der Rückkehr ins Ausland eingetrieben werden. Innerhalb der EU gibt es Abkommen zur grenzüberschreitenden Vollstreckung von Verkehrsstrafen. Der Brief kommt manchmal erst Wochen später, und die Bearbeitungsgebühren der Inkassobüros machen es nicht billiger. Wer auf Hvar falsch parkt und denkt “ach, die finden mich schon nicht in Deutschland” – doch, die finden dich.
Bei Mietwagen ist es noch einfacher: Die Autovermietung belastet deine Kreditkarte direkt, oft mit einer zusätzlichen Bearbeitungsgebühr von 20 bis 30 Euro. In den Mietbedingungen steht das im Kleingedruckten, und du hast bei Vertragsunterschrift zugestimmt.
Was kostet das alles? Ein Vergleich
Am Ende ist es eine Rechenaufgabe. Hier die typischen Kosten für eine Woche Hvar-Urlaub, einmal mit Auto und einmal ohne:
| Kostenpunkt | Mit eigenem Auto | Ohne Auto |
|---|---|---|
| Fähre Split–Stari Grad (hin + zurück) | 100–110 € | 0 € |
| Katamaran Split–Hvar (hin + zurück) | 0 € | 24–30 € |
| Parken (7 Tage) | 100–350 € | 0 € |
| Rollermiete (3–4 Tage) | 0 € | 75–160 € |
| Sprit | 30–50 € | 10–15 € |
| Taxiboote Pakleni | 20–40 € | 20–40 € |
| Gesamt | 250–550 € | 129–245 € |
Die Rechnung lügt nicht. Selbst wenn du den Roller jeden Tag mietest, bist du ohne Auto günstiger unterwegs. Und du hast keinen einzigen Tag mit Parkplatzsuche verschwendet.
Hvar mit dem Rad erkunden
Wer sportlich unterwegs sein will und die Insel wirklich spüren möchte, kann auch aufs Fahrrad setzen. Die Hauptstraße von Stari Grad nach Hvar Stadt ist hügelig, aber machbar – und die Landschaft belohnt jeden Schweißtropfen. E-Bike-Verleiher gibt es in Stari Grad und Hvar Stadt, die Tagesmiete liegt bei 30 bis 50 Euro.
Besonders reizvoll ist die Fahrt durch das Inselinnere, vorbei an den antiken Steinmauern der Stari Grad Plain, durch Olivenhaine und an kleinen Steinkapellen vorbei, die seit Jahrhunderten in der Landschaft stehen. Die Lavendelfelder bei Velo Grablje sind Ende Juni ein Highlight, das man mit dem Rad besonders intensiv erlebt – der Duft, die Farben, die Stille. Mit dem Auto rauscht man in fünf Minuten durch. Auf dem Rad bist du mittendrin.
Zusammenfassung: Was du wirklich tun solltest
Keine langen Erklärungen mehr, hier die Kurzversion:
Für einen Tagesausflug nach Hvar Stadt: Nimm den Katamaran von Split. Kein Auto, kein Parken, kein Problem. Du bist in einer Stunde da und in einer Stunde zurück.
Für einen Urlaub auf Hvar (3–7 Tage): Quartier in Stari Grad buchen, Parkplatz beim Gastgeber sichern, für Ausflüge einen Roller mieten. An den Strandtagen zu Fuß oder mit dem Taxiboot. Einmal mit dem Bus nach Hvar Stadt für den Abend.
Wenn du die ganze Insel sehen willst: Auto in Stari Grad mieten, für zwei bis drei Tage. Die restliche Zeit ohne. So erreichst du die einsamen Buchten im Süden, die Bergdörfer und die östliche Spitze der Insel, wo sonst kaum jemand hinkommt.
Was du nicht tun solltest: Im Juli mit dem SUV auf die Fähre, ohne Reservierung am Hafen in Split anstehen, in Hvar Stadt 45 Minuten Parkplatz suchen, 5 Euro pro Stunde bezahlen und am Ende einen Strafzettel kassieren, weil du zwei Minuten zu spät am Automaten warst. Das passiert häufiger, als du denkst. Jeden Sommer, jeden Tag.
Hvar ist eine der schönsten Inseln im Mittelmeer. Genieß sie – aber lass das Auto am besten in Split.