Restaurants in Split: Wo man 2026 wirklich gut isst
- Redaktionsteam
- Kulinarik , Dalmatien , Staedte
- 08 Mar, 2026
Inhalt
Split hat ein Essproblem — und zwar ein gutes. Die Stadt platzt vor Restaurants, Konobas, Weinbars und Straßenständen, die alle um Aufmerksamkeit buhlen. Aber genau das macht die Sache kompliziert: Zwischen dem großartigen Oktopussalat einer Hafenkonoba und dem überteuerten Touri-Teller auf der Riva liegen manchmal nur dreißig Meter. Die Kunst besteht darin, die richtigen dreißig Meter zu gehen.
Wer in Split gut essen will, muss verstehen, wie die Stadt tickt. Die Altstadt im Diokletianpalast ist Bühne, nicht Küche. Die besten Tische stehen in den Gassen dahinter, am Fischmarkt, im Viertel Varoš oder draußen an der Küste Richtung Firule. Splits kulinarische Seele liegt nicht dort, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen — sie liegt dort, wo die Fischer morgens ihre Netze flicken und die Omas Gemüse vom Pazar-Markt nach Hause schleppen.
Dieser Guide sortiert Splits Restaurantszene so, wie du sie brauchst: nach Anlass, nach Budget, nach Hunger. Mit Preisen, mit Reservierungstipps, mit Warnungen vor Fallen.
Konobas: Wo Split nach Split schmeckt

Konoba Varoš — Die Institution
Im Viertel Varoš, bergauf hinter dem Marjan-Hügel, liegt die Konoba Varoš in einer Steingasse, die so eng ist, dass zwei Personen nur seitlich aneinander vorbeikommen. Seit 1981 kocht die Familie hier dalmatinische Küche, und das merkt man an allem: an der handgeschriebenen Tageskarte, an den schweren Holztischen, an der Geduld, mit der der Grill bedient wird.
Die Pašticada — Rindfleisch in dunkler Pflaumen-Rotwein-Sauce mit Gnocchi — gehört zu den besten in Split. Nicht weil sie spektakulär präsentiert wird, sondern weil sie so schmeckt, wie sie in dalmatinischen Familien seit Generationen schmeckt: tief, süß, mit einer leichten Säure, die den Gaumen wach hält. Der gegrillte Fisch kommt ganz, mit Kopf und Schwanz, auf einem einfachen Teller mit Mangold und Kartoffeln. Keine Schäumchen, keine Dekonstruktion, kein Instagram-Gedöns. Rechne mit 15-28 € für ein Hauptgericht, Fisch wird nach Gewicht abgerechnet (ca. 45-55 €/kg). Reservierung ist Pflicht, besonders abends und am Wochenende — ruf am besten mittags an.
Konoba Matejuška — Fischer und Fremde
Direkt am kleinen Fischerhafen Matejuška, dort wo die bunten Boote schaukeln und die Katzen auf Fischabfälle lauern, serviert diese Konoba das, was morgens aus dem Meer kam. Die Lage allein wäre schon Grund genug herzukommen: Man sitzt auf der Steinmole, die Füße fast im Wasser, während nebenan ein alter Mann seine Angelschnüre sortiert. Das Menü ändert sich täglich, je nach Fang. Muscheln in Weißweinsauce (buzara) sind fast immer da, ebenso gegrillte Sardinen im Sommer. Die Portionen sind ehrlich, die Preise fair (Vorspeisen 7-12 €, Hauptgerichte 14-22 €), und der Hauswein kommt aus einem Fass irgendwo in der Zagora hinter Split. Kein Etikett, keine Herkunftsbezeichnung, dafür trinkbar und billig.
Konoba Fetivi — Unter dem Radar
Etwas versteckt in einer Seitengasse östlich des Diokletianpalasts, kennen viele Touristen die Konoba Fetivi nicht. Genau das ist ihr Vorteil. Hier essen Splitčani nach der Arbeit, hier bestellen Stammgäste ohne Karte, hier läuft der Fernseher mit Hajduk-Split-Spielen. Die Küche ist bodenständig dalmatinisch: Peka unter der Glocke (muss am Vortag bestellt werden, ab 25 € pro Person), gegrillter Oktopus mit Kartoffeln, hausgemachte Fuži-Pasta mit Trüffeln. Der Service ist herzlich, wenn man Geduld mitbringt — Hektik liegt der Belegschaft nicht. Preislich bewegt sich alles im Rahmen von 12-20 € für Hauptgerichte. Die Weinkarte überrascht mit einigen Flaschen von der Halbinsel Pelješac, die in dieser Preisklasse selten sind.
Fisch: Von der legendären Bude bis zur gehobenen Küche
Fife — Splits berühmteste Kantine

Man muss über Fife reden, weil jeder über Fife redet. Dieses Restaurant am Hafen, direkt neben dem Fischmarkt, ist keine Schönheit. Neonlicht, Plastikstühle, Papiertischdecken, eine Vitrine mit dem Tagesfang, dazu ein Lärmpegel, der Gespräche erschwert. Aber: Fife ist seit den 1980er Jahren der Ort, an dem Hafenarbeiter, Studenten, Rentner und mittlerweile auch Touristen den günstigsten frischen Fisch der Stadt essen.
Ein Teller gegrillte Sardinen kostet 7-8 €. Oktopussalat als Vorspeise 8 €. Gegrillte Orada (Goldbrasse) um die 12 €, je nach Größe. Dazu ein Viertel Hauswein für 3 €. Das Essen ist nicht raffiniert, aber es ist frisch, es ist viel, und es kostet die Hälfte von dem, was dreihundert Meter weiter auf der Riva verlangt wird. Der Trick: Komm zwischen 11:30 und 12:00, bevor die Mittagswelle rollt, oder ab 18:00, wenn die ersten Abendgäste eintrudeln. Reservieren kann man nicht, also früh da sein oder warten.
Fife polarisiert. Manche schwören darauf, andere finden es zu laut, zu eng, zu einfach. Beides stimmt. Es ist kein Restaurant für einen romantischen Abend, aber für ein ehrliches Fischessen zum kleinen Preis gibt es in Split nichts Besseres.
Buffet Sperun — Das bessere Mittelfeld
Wenn Fife das eine Extrem ist, dann ist der Buffet Sperun das intelligente Mittelfeld. Im Viertel Varoš gelegen, in einer ruhigen Gasse mit Steinhäusern und Bougainvillea, verbindet Sperun dalmatinische Tradition mit etwas mehr Sorgfalt bei der Präsentation. Die Speisekarte ist überschaubar — ein gutes Zeichen, denn was draufsteht, wird frisch zubereitet, nicht aus der Tiefkühltruhe gezogen.
Der schwarze Risotto (crni rižot) mit Tintenfisch ist einer der besten der Stadt: cremig, intensiv, mit genau der richtigen Menge Tinte, die die Zähne schwarz färbt und den Geschmack tief und meerig macht. Gegrillter Fisch ist durchweg solide, die Pršut-Platte als Vorspeise (dalmatinischer Schinken mit Pager Käse und Oliven) taugt als halbe Mahlzeit. Hauptgerichte liegen bei 14-25 €, eine Flasche dalmatinischer Plavac Mali bei 22-35 €. Reservierung empfohlen, besonders im Sommer.
Fine Dining: Für besondere Abende
Dvor — Abendessen über dem Meer

Dvor liegt nicht in der Altstadt, sondern östlich davon an der Küste, auf einer Klippe über dem Meer. Und genau das ist der Punkt: Wer hier reserviert, kommt nicht nur wegen des Essens, sondern wegen des Gesamtpakets. Die Terrasse hängt buchstäblich über dem Wasser, das Rauschen der Wellen ist der Soundtrack, und bei Sonnenuntergang verwandelt sich der Blick auf den Marjan-Hügel in etwas, das man so schnell nicht vergisst.
Die Küche ist gehobene dalmatinische Tradition mit modernem Schliff. Thunfisch-Carpaccio mit Kapern und nativem Olivenöl, Seebarsch in Salzkruste, Lammkarree aus der Zagora. Die Qualität der Zutaten ist erstklassig — der Fisch kommt von lokalen Fischern, das Lamm aus dem Hinterland, das Olivenöl aus Istrien. Rechne mit 35-55 € pro Person für ein Drei-Gänge-Menü ohne Wein. Die Weinkarte ist umfangreich und gut kuratiert, mit Schwerpunkt auf kroatischen Weinen: Pošip von Korčula, Dingač vom Pelješac, Malvasia aus Istrien. Eine Flasche startet bei 28 €, nach oben ist viel Platz.
Reservierung ist absolut notwendig, besonders für Terrassenplätze bei Sonnenuntergang — buche mindestens drei Tage im Voraus, in der Hochsaison eine Woche. Dvor ist mit dem Taxi in zehn Minuten von der Altstadt erreichbar (ca. 8-10 €), oder zu Fuß in 25 Minuten entlang der Küstenpromenade durch Bačvice und Firule.
ZOI — Modern und ambitioniert
ZOI hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht als Splits Antwort auf die Frage, ob dalmatinische Küche auch modern funktioniert. Das Restaurant im Stadtteil Bačvice setzt auf saisonale Menüs, die sich an der lokalen Verfügbarkeit orientieren — keine Erdbeeren im Dezember, kein Thunfisch, wenn keiner gefangen wurde. Die Küche spielt mit Texturen und Techniken, ohne die dalmatinischen Wurzeln zu verleugnen: fermentierte Kapern neben klassischem Pršut, Seeigel als Amuse-Bouche, Ziegenkäse von der Insel Brač mit Feigenkompott.
Das Interieur ist minimalistisch, fast nordisch — ein bewusster Kontrast zum barocken Chaos der Altstadt. Wer hier isst, sucht nicht die Postkartenkulisse, sondern ein kulinarisches Erlebnis. Tasting-Menüs ab 55 € (5 Gänge), à la carte Hauptgerichte 22-38 €. Die Weinbegleitung (ab 30 €) lohnt sich, weil der Sommelier kroatische Weine präsentiert, die man in keinem Supermarkt findet. Reservierung mindestens zwei Tage vorher, am Wochenende früher.
Bokeria Kitchen & Wine Bar — Marktküche trifft Weinbar
Bokeria liegt direkt am Pazar-Markt, und das ist kein Zufall. Das Konzept: Was morgens auf dem Markt frisch ist, kommt mittags und abends auf den Teller. Die Karte wechselt entsprechend, und wer freitags etwas anderes bekommt als montags, darf sich freuen — es bedeutet, dass der Koch tatsächlich einkauft statt bestellt.
Die Atmosphäre ist lebhaft, fast laut, mit offener Küche und einer Weinbar, die zum Verweilen einlädt. Besonders stark ist Bokeria bei Vorspeisen zum Teilen: Bruschetta mit Thunfischtatar, gegrillte Artischocken mit Zitrone und Olivenöl, Pršut vom Pelješac in hauchdünnen Scheiben. Die Hauptgerichte sind solide, aber die wahre Stärke liegt im Zusammenstellen mehrerer kleiner Teller mit einer Flasche Wein. Vorspeisen 8-14 €, Hauptgerichte 18-30 €, Wein ab 22 € die Flasche. Reservierung empfohlen, Walk-ins am späten Nachmittag (ab 17:00) haben gute Chancen.
Pizza, Pasta und alles Unkomplizierte
Pizzeria Portas — Die Pizza, die Split verdient
Splits Pizzerien sind ein Minenfeld. Für jede gute gibt es drei mittelmäßige, die ihre Teige aus Fertigmischungen rühren und den Käse aus Großpackungen streuen. Pizzeria Portas in der Nähe des Eisernen Tors gehört nicht dazu. Der Teig ist dünn, luftig und an den Rändern verkohlt — nicht aus Versehen, sondern weil der Ofen die richtige Temperatur hat und der Pizzaiolo weiß, was er tut.
Die Margherita (8 €) ist der ehrlichste Test für jede Pizzeria, und Portas besteht ihn: San-Marzano-Tomaten, Fior di Latte, frisches Basilikum, ein Faden Olivenöl. Wer mehr will, nimmt die Pizza mit dalmatinischem Pršut und Rucola (11 €) oder die Version mit Meeresfrüchten (13 €). Die Portionen sind groß, eine Pizza reicht als Mahlzeit. Dazu ein Bier für 3,50 € oder ein Glas Hauswein. Kein Reservierungssystem, man wartet einfach — selten länger als 15 Minuten, außer samstags abends.
Makrovega — Vegetarisch in einer Fleischstadt
Kroatien und vegetarisches Essen — das war lange ein Widerspruch. In einer Küche, die um Fleisch und Fisch kreist, hatten Vegetarier traditionell die Wahl zwischen Salat, gegrilltem Gemüse und nochmal Salat. Makrovega in der Altstadt war eines der ersten Restaurants in Split, das vegetarische und vegane Küche ernst nahm, und es ist bis heute eines der wenigen, das es überzeugend macht.
Das Menü wechselt täglich und wird als Buffet präsentiert: verschiedene Salate, Eintöpfe, Getreidegerichte, Aufläufe. Man zahlt nach Tellergewicht oder wählt ein Tagesmenü mit Suppe, Hauptgang und Dessert (8-11 €). Die Qualität ist erstaunlich gut, die Gewürze sind präsent aber nicht aufdringlich, und die Portionen machen satt, ohne schwer zu sein. Makrovega ist kein hippes Szene-Restaurant, sondern eher eine gesundheitsbewusste Kantine — was man dem Interieur auch ansieht. Wer Instagram-taugliche Teller sucht, ist falsch. Wer gut und günstig essen will ohne Fleisch, richtig.
Frühstück und Brunch: Morgens in Split

Splits Frühstückskultur — anders als gedacht
Kroaten frühstücken anders als Deutsche. Kein ausgedehntes Buffet mit Aufschnitt und Brötchen, sondern Kaffee, vielleicht ein Burek (gefüllte Blätterteigtasche) im Stehen, fertig. Das klassische Splitsko-Frühstück kauft man an der Bäckerei oder am Kiosk: ein Burek sa sirom (mit Käse, 2,50-3 €) oder sa mesom (mit Fleisch), dazu einen Espresso oder Macchiato. Die beste Burek-Bude der Stadt ist Sache heftiger lokaler Debatten, aber die Pekara an der Marmontova-Straße hat konstant guten Teig und frische Füllungen, auch um 7 Uhr morgens.
Wer ein westliches Frühstück mit Eiern, Avocado und Pancakes will, findet das mittlerweile auch — Splits Brunch-Szene ist in den letzten Jahren gewachsen, getrieben von Rückkehrern aus dem Ausland und dem Einfluss sozialer Medien. Das Ciri Biri Bela in der Nähe des Volksplatzes macht gute Shakshuka und Eggs Benedict für 9-12 €, mit Kaffee von einer lokalen Rösterei. Brasserie on 7 am Peristyl bietet Frühstück mit Blick auf den antiken Platz — teurer (12-18 €), aber die Kulisse ist kaum zu toppen. Beide servieren ab 8:00, am Wochenende ab 9:00.
Der Pazar-Markt: Frühstück auf kroatisch
Der Pazar-Markt östlich des Diokletianpalasts ist keine Restaurant-Empfehlung im klassischen Sinne, aber er gehört in diesen Guide. Jeden Morgen ab 6:30 bauen Bauern aus dem Umland ihre Stände auf: Tomaten aus der Zagora, Feigen von den Inseln, Pfirsiche aus dem Neretva-Tal, Honig vom Biokovo. Im Sommer duftet die gesamte östliche Altstadt nach reifen Früchten.
Für ein improvisiertes Frühstück kauft man sich hier eine Tüte Kirschen, ein Stück Pager Käse am Stück und ein paar Scheiben Pršut, setzt sich auf die Mauer mit Blick auf den Hafen und frühstückt wie die Einheimischen — ohne Teller, ohne Besteck, ohne Eile. Der Pazar ist auch der Ort, an dem man die Qualität der Zutaten versteht, die Splits gute Restaurants ausmachen. Handeln ist möglich, aber nicht nötig — die Preise sind fair, besonders für Saisonware. Samstags ist der Markt am vollsten und buntesten, unter der Woche ruhiger und übersichtlicher.
Fischmarkt: Splits kulinarischer Herzschlag
Direkt neben dem Pazar, etwas tiefer gelegen, liegt der Fischmarkt (Ribarnica). Eine überdachte Halle, kühl und feucht, in der Fischer ihren Fang auf Eis präsentieren. Branzino, Orada, Zahnbrasse, Tintenfisch, Muscheln, Garnelen — alles, was die Adria hergibt. Die Preise sind sichtbar ausgezeichnet, Handeln ist hier nicht üblich. Wer eine Ferienwohnung mit Küche hat, kauft hier ein und grillt selbst — günstiger als jedes Restaurant. Ein Kilo Orada liegt bei 15-20 €, Tintenfisch bei 12-18 €, Muscheln bei 5-8 €.
Auch ohne eigene Küche lohnt sich der Besuch. Die Atmosphäre ist rau und authentisch — Fischhändler rufen ihre Preise, Katzen schleichen zwischen den Beinen, der Boden ist nass und rutschig. Morgens zwischen 7:00 und 9:00 ist die Auswahl am besten, ab 11:00 packen die ersten Stände zusammen. Wer sich danach ein Fischessen verdient hat, geht direkt zu Fife nebenan — logistisch perfekt, kulinarisch konsequent.
Süßes und Eis: Luka Ice Cream & Cakes
In einer Stadt, die im Sommer regelmäßig 35 Grad erreicht, ist Eis kein Luxus, sondern Überlebenshilfe. Und Luka Ice Cream & Cakes am Volksplatz (Narodni Trg) hat sich in kurzer Zeit zur besten Eisdiele der Stadt entwickelt. Das Eis ist handgemacht, die Sorten wechseln saisonal, und die Qualität liegt deutlich über dem Durchschnitt der Touristeneisdielen auf der Riva.
Die Klassiker — Pistazie, dunkle Schokolade, Stracciatella — sind makellos. Aber die Sondersorten machen den Unterschied: Lavendel-Honig, Feige mit Ziegenkäse, Rosmarin-Zitrone, salziges Karamell mit kroatischem Meersalz aus Nin. Eine Kugel kostet 2,50 €, zwei Kugeln 4,50 €. Die Schlange ist im Sommer lang, aber sie bewegt sich schnell. Wer keine Schlange will, kommt vor 11:00 oder nach 20:00.
Neben dem Eis verdient die Kuchenvitrine Aufmerksamkeit. Kroatische Torten — Rožata (dalmatinischer Karamellpudding), Torta od rogača (Johannisbrotkuchen), Fritule (kleine frittierte Teigbällchen mit Puderzucker) — werden hier mit handwerklicher Sorgfalt zubereitet. Ein Stück Kuchen mit einem Kaffee für unter 6 € ist einer der besten Deals der Stadt.
Wo Einheimische essen — und wo nicht
Die Riva-Falle
Sprechen wir über den Elefanten auf der Promenade. Die Riva, Splits berühmte Uferpromenade mit Palmen und Blick auf den Hafen, ist wunderschön zum Flanieren und Kaffeetrinken. Zum Essen ist sie größtenteils eine Enttäuschung. Die Restaurants entlang der Riva bezahlen horrende Mieten, und das spiegelt sich in zwei Dingen wider: den Preisen und der Qualität. Ein Teller Pasta, der in einer Seitengasse 12 € kostet, wird auf der Riva für 19 € serviert — und schmeckt oft schlechter, weil die Küche auf Masse statt Klasse setzt.
Das soll nicht heißen, dass man die Riva meiden muss. Ein Kaffee hier gehört zum Split-Erlebnis, und zum Aperitif bei Sonnenuntergang ist die Atmosphäre schwer zu schlagen. Aber für eine ernsthafte Mahlzeit geht man besser in die Seitengassen. Faustregel: Je weiter ein Restaurant von der Wasserfront entfernt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort auch Einheimische essen.
Fünf-Minuten-Regel
Splitčani haben eine unausgesprochene Regel: Jedes Restaurant, das weniger als fünf Gehminuten von der Riva entfernt liegt und große laminierte Speisekarten in fünf Sprachen draußen stehen hat, ist verdächtig. Das bedeutet nicht, dass alle diese Restaurants schlecht sind — aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Fokus auf Touristenumsatz statt auf Kochkunst liegt, ist hoch. Achte auf diese Warnsignale: Fotos auf der Speisekarte, ein Mann, der dich von der Straße hereinwinkt (in Kroatien ein absolutes No-Go für seriöse Restaurants), und Menüs, die von Sushi über Pizza bis Steak alles anbieten. Ein gutes Restaurant in Split hat eine kurze Karte und weiß, was es kann.
Wein trinken in Split
Split ist keine Weinstadt im klassischen Sinne — kein Bordeaux, kein Toskana. Aber die Weine aus dem unmittelbaren Umland, von den Inseln und der Halbinsel Pelješac, gehören zu den spannendsten im Mittelmeerraum. Wer in Split Wein trinken will, hat mehrere gute Optionen.
Die Paradigma Wine Bar in der Altstadt hat eine der besten Weinkarten der Stadt, mit Fokus auf kroatische Naturweine und Kleinstproduzenten. Ein Glas ab 5 €, eine Flasche ab 25 €. Der Besitzer kennt jeden Winzer persönlich und erzählt gerne — wer Interesse zeigt, bekommt Geschichten zum Wein, die in keinem Reiseführer stehen. D16 Wine Bar am Diokletianpalast ist schicker, teurer und hat eine Terrasse mit Blick auf die antiken Mauern. Weinkarten mit über 100 kroatischen Positionen, Gläser ab 6 €. Beide Bars servieren auch Käse- und Pršut-Platten, die als leichtes Abendessen durchgehen.
Für einen tieferen Einblick in die kroatische Küche und ihre Weinregionen lohnt sich ein Blick über den Stadtrand hinaus — die Weingüter am Pelješac sind nur eine Tagesfahrt entfernt.
Praktische Tipps: So isst du richtig in Split
Reservierung: In der Hochsaison (Juli/August) ist Reservierung für jedes Restaurant über der Kantine-Kategorie Pflicht. Ruf an, schreib eine WhatsApp oder nutze Google Maps zum Buchen. Viele Restaurants akzeptieren keine Online-Reservierungen.
Mittagessen vs. Abendessen: Das Mittagessen ist in Kroatien die Hauptmahlzeit — und in vielen Restaurants günstiger als abends. Menüs mit Suppe, Hauptgang und Dessert gibt es mittags für 10-15 €, abends kostet das gleiche Gericht à la carte das Doppelte. Wer Budget sparen will, isst mittags warm und abends leicht.
Trinkgeld: In Kroatien ist 10 % üblich, nicht verpflichtend. Bei sehr gutem Service 15 %. In Konobas und einfachen Restaurants rundet man auf. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, aber in kleinen Konobas am Rand ist Bargeld sicherer.
Allergien und Sonderwünsche: Die kroatische Gastronomie ist bei Allergien und Unverträglichkeiten weniger routiniert als in Deutschland. Glutenfreie Optionen sind selten, laktosefreie noch seltener. Vegetarisch geht mittlerweile fast überall, vegan wird schwieriger. Im Zweifel direkt fragen — “Ja sam alergičan/alergična na…” (Ich bin allergisch auf…) hilft, auch wenn das Gespräch dann auf Englisch weitergeht.
Öffnungszeiten: Viele Restaurants in Split schließen zwischen 15:00 und 18:00. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Tradition — die Küche macht Pause, das Personal auch. Plane dein Mittag- oder Abendessen entsprechend. Fife und die Konobas kochen oft durchgehend, die gehobeneren Restaurants nicht.
Was du sonst noch probieren solltest
Soparnik: Eine Art dalmatinische Focaccia mit Mangoldfüllung, dünn ausgerollt und auf heißen Steinen gebacken. Stammt aus dem Hinterland südlich von Split und wird auf dem Pazar-Markt manchmal als Snack verkauft — Stück für 2-3 €, Frühstück oder Zwischenmahlzeit.
Fritule: Kleine frittierte Teigkugeln, bestäubt mit Puderzucker, manchmal mit Rosinen oder Zitronenschale im Teig. Straßenstand-Food, besonders im Winter und zur Karnevalszeit. An Ständen auf der Riva und der Marmontova für 3-4 € die Tüte.
Pršut mit Pager Käse: Die klassische dalmatinische Vorspeise. Luftgetrockneter Schinken (mindestens 12 Monate gereift, die besten 18-24), dazu Hartkäse von der Insel Pag, Oliven und ein Glas Rotwein. In jeder Konoba erhältlich, als Vorspeise für zwei Personen 10-15 €.
Wer sich für die gesamte Bandbreite der kroatischen Fischküche interessiert, findet in unserem Guide die besten Adressen entlang der gesamten Küste.
Split als Ausgangspunkt
Split ist nicht nur kulinarisch eine Reise wert, sondern auch der perfekte Startpunkt für Tagesausflüge. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt lassen sich gut mit einem Restaurantbesuch verbinden — morgens Diokletianpalast, mittags Konoba Varoš, nachmittags Marjan-Hügel. Wer einen ganzen Tag für Ausflüge in die Umgebung einplant, findet im Hinterland Konobas, die noch authentischer kochen als in der Stadt: in der Zagora hinter Split, im Cetina-Tal oder auf den Inseln Brač und Hvar.
Wer Split und die Küste mit dem Rad erkunden will, findet bei ridescouts eine 68-km-Gravel-Tour von Split nach Brela, die durch das Cetina-Hinterland führt und an einigen der besten Konobas abseits der Touristenpfade vorbeikommt. Wer vorher oder nachher die Cetina-Schlucht per Rad erkunden will, kann die 62-km-Route durch die Schlucht mit einem Stopp in Omiš verbinden — dort gibt es eine der besten Fischkonobas Dalmatiens direkt am Fluss.
Split ist laut, chaotisch, manchmal anstrengend. Aber am Ende eines heißen Tages, wenn die Sonne hinter dem Marjan versinkt und der Kellner einen Teller gegrillten Wolfsbarsch auf den Tisch stellt, dazu ein Glas kalten Pošip — dann versteht man, warum diese Stadt so süchtig macht. Man kommt wegen der Steine und bleibt wegen des Essens.