Radtouren am Krka Nationalpark: Die schönsten Strecken 2026
- Redaktionsteam
- Aktivitaeten , Radfahren , Dalmatien
- 23 Oct, 2025
Inhalt
Der Krka Nationalpark zieht jährlich Hunderttausende Besucher an – die meisten sehen nur den Skradinski Buk und fahren weiter. Was kaum jemand weiß: Das Hinterland rund um die Krka gehört zu den besten Radrevieren Dalmatiens. Karstfelder, verlassene Dörfer, Olivenhaine und Straßen, auf denen du stundenlang keinem Auto begegnest. Zwischen Drniš und Šibenik erstreckt sich ein Netz aus asphaltierten Nebenstraßen und Schotterpisten, das perfekt für Gravel- und Trekkingräder geeignet ist. Die Infrastruktur wächst langsam – einzelne Konobas haben sich auf Radfahrer eingestellt, und die Beschilderung lokaler Radwege wird Jahr für Jahr besser.

Warum gerade das Krka-Hinterland?
Die meisten Touristen konzentrieren sich auf die Wasserfälle selbst. Das bedeutet: Sobald du ein paar Kilometer ins Landesinnere fährst, hast du die Landschaft praktisch für dich allein. Die Region zwischen Drniš, Knin und der Küste bei Šibenik ist durchzogen von asphaltierten Nebenstraßen und Schotterwegen, die durch eine Landschaft führen, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
Anders als an der überlaufenen Küstenstraße zwischen Split und Dubrovnik gibt es hier kein Gedränge, keine Reisebusse und keinen Kampf um Parkplätze. Die Dörfer im Hinterland – Pakovo Selo, Tepljuh, Ružić – wirken wie aus einer anderen Zeit. Steinerne Häuser mit roten Dächern, daneben ein Olivenhain und eine Trockensteinmauer, die irgendein Urgroßvater vor hundert Jahren gebaut hat. Manche dieser Dörfer sind halb verlassen, andere erleben gerade eine kleine Renaissance durch Agrotourismus-Betriebe, die Radfahrern und Wanderern Zimmer und Hausmannskost anbieten.
Was dich erwartet:
- Karstfelder mit Trockenmauern, so weit das Auge reicht
- Verlassene Steindörfer, die langsam von der Natur zurückerobert werden
- Olivenhaine und Weinberge in geschützten Tälern
- Panoramablicke auf das Velebit-Gebirge und die Adria
- Temperaturen, die im Hinterland oft 5-10°C kühler sind als an der Küste
Ein Detail, das viele überrascht: Die Höhenunterschiede im Hinterland sind moderat. Zwar gibt es keine flachen Abschnitte, aber die Anstiege sind selten steil – eher langes, gleichmäßiges Kurbeln durch offene Karstlandschaft. Wer die Bergetappen der Alpen gewohnt ist, wird hier entspannt durchrollen. Wer aus dem Flachland kommt, sollte dennoch ein paar Trainingskilometer in den Beinen haben.
Die beste Jahreszeit fürs Radfahren
April bis Juni: Ideale Bedingungen. Die Temperaturen liegen zwischen 18-28°C, die Landschaft ist grün, und die Straßen sind leer. Im Mai blühen die Wildblumen auf den Karstfeldern – gelber Ginster, roter Mohn und wilder Salbei verwandeln die sonst karge Landschaft in ein Farbenmeer. Die Wasserfälle der Krka führen im Frühling besonders viel Wasser, was den Parkbesuch nach der Radtour umso eindrucksvoller macht. Einziges Manko: Anfang April kann es morgens noch einstellig kalt sein, besonders in den Tälern rund um Knin.
September bis Oktober: Mein persönlicher Favorit. Die Sommerhitze ist vorbei, die Weinlese läuft, und das Licht am späten Nachmittag ist perfekt für Fotos. Weniger Touristen als im Frühling. In den Konobas bekommst du jetzt frischen Wein (Mlado Vino), und die Olivenernte beginnt Ende Oktober. Die Luft ist klarer als im Sommer, was bedeutet: Vom Kamenjak-Aussichtspunkt am Vransko-See siehst du bis zu den Kornaten. September hat noch Wassertemperaturen um die 23°C – perfekt für den Abstecher an die Küste nach der Tour.
Juli und August: Machbar, aber nur für Hartgesottene. Temperaturen über 35°C, kaum Schatten, und du brauchst mindestens 3 Liter Wasser pro Tour. Starte vor 7 Uhr morgens oder nach 17 Uhr. Die Mittagszeit ist zum Radfahren ungeeignet – nutz sie lieber für den Parkbesuch oder ein ausgedehntes Mittagessen in einer Konoba mit dicken Steinmauern. Ein Vorteil hat der Hochsommer: Die Tage sind lang genug für eine 70-km-Tour in zwei Etappen – morgens und abends.
Winter: Möglich, aber unberechenbar. Die Bora kann aus dem Nichts kommen und macht Radfahren unmöglich. Dafür hast du die Straßen komplett für dich, und die Konobas, die geöffnet haben, freuen sich über jeden Gast. Zwischen Dezember und Februar regnet es häufiger, aber die Regentage sind selten tagelang – oft scheint am nächsten Morgen wieder die Sonne.

Ausrüstung und Vorbereitung
Das Hinterland der Krka ist dünn besiedelt. Zwischen den Dörfern gibt es keine Cafés, keine Tankstellen, keine Supermärkte. Auf manchen Strecken liegen 20-25 Kilometer zwischen der letzten und der nächsten Möglichkeit, Wasser aufzufüllen. Pack entsprechend:
Unverzichtbar:
- Mindestens 2 Liter Wasser (im Sommer 3+)
- Energieriegel oder Nüsse für unterwegs
- Sonnenschutz (LSF 50, Kopfbedeckung)
- Ersatzschlauch und Mini-Pumpe
- Offline-Karten (Handyempfang ist lückenhaft, besonders im Tal bei Ružić)
- Bargeld (Kartenzahlung in Dorfkonobas selten möglich – 50 Euro in kleinen Scheinen reichen)
Empfohlen:
- Gravel- oder Trekkingbereifung (viele Schotterwege – ab 35mm Reifenbreite wird es komfortabel)
- Windweste (die Bora kommt ohne Vorwarnung, besonders auf exponierten Karstflächen)
- Badesachen (für spontane Stopps an der Küste oder am Visovac-See)
- Stirnlampe (falls die Tour länger dauert als geplant)
Zum Radtyp: Ein Rennrad ist für die meisten Strecken hier ungeeignet. Die Schotterwege machen gut die Hälfte vieler Routen aus, und selbst die asphaltierten Nebenstraßen haben stellenweise Schlaglöcher. Ein Gravelbike mit 38-42mm Reifen ist ideal. Wer ein Trekkingrad oder Mountainbike hat, kommt ebenfalls gut zurecht – nur das Tempo ist etwas niedriger. E-Bikes sind in der Region kein Problem, allerdings solltest du den Akku voll laden: Ladestationen unterwegs gibt es nicht.
Radtouren im Krka-Hinterland
Die Juwelen der Krka – Rundtour ab Skradin
Wer direkt am Nationalpark starten will: Diese Tour beginnt in Skradin, dem charmanten Städtchen am Eingang zum Park, und führt durch die Karstlandschaft entlang der Krka bis zur Insel Visovac im gleichnamigen See. Skradin selbst ist ein unterschätztes Kleinod – ein Hafen mit ein paar Restaurants, einer alten Festung oberhalb des Ortes und einem Tempo, das sofort entschleunigt.
Die Route erschließt die natürlichen und kulturellen Schätze des Parks auf ruhigen Straßen durch Weinberge und mediterrane Vegetation. Unterwegs passierst du die berühmten Wasserfälle – den Skradinski Buk und den Roški Slap – und hast die Möglichkeit, das Franziskanerkloster auf der Insel Visovac zu besuchen. Zwischen den Hauptattraktionen wechselt die Landschaft ständig: dichte Macchia weicht offenen Karstflächen, und in den geschützten Mulden stehen jahrhundertealte Olivenbäume. An mehreren Stellen öffnet sich der Blick über den Canyon der Krka, und du siehst das türkisfarbene Wasser 100 Meter unter dir.
Besonders lohnenswert ist der Abschnitt zwischen Roški Slap und Visovac. Hier verläuft die Route über einen Höhenweg, der das gesamte Flusstal überblickt. Morgens, wenn noch Nebel über dem Wasser hängt, ist das einer der eindrucksvollsten Anblicke in ganz Dalmatien. Plant für diesen Stopp Zeit ein – mindestens 15-20 Minuten, besser mehr.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 37 km
- Höhenmeter: 670 m rauf, 620 m runter
- Dauer: 4 Stunden (reine Fahrzeit), mit Stopps eher 5-6
- Untergrund: Asphalt und befestigte Wege
- Schwierigkeit: Mittel
- Startpunkt: Skradin Hafen (kostenloser Parkplatz am Ortseingang)
Die Navigation durch die Karstlandschaft ist ohne Track nicht trivial – hier gibt’s die Route zum Download, inklusive der besten Aussichtspunkte und einer PDF-Beschreibung für offline.

Vom dalmatinischen Hinterland zur Küste – Drniš nach Split
Eine meiner Lieblingsrouten führt von Drniš nach Split und verbindet zwei Welten: das raue Hinterland und die mediterrane Küste. Die Strecke startet in Drniš, einer Kleinstadt, die für ihren Pršut, die Meštrović-Galerie und die Nähe zum Nationalpark Krka bekannt ist. Drniš selbst hat einen kompakten Ortskern mit einem guten Supermarkt (Konzum am Ortseingang) – die letzte Möglichkeit, Vorräte aufzustocken, bevor es auf die Strecke geht.
Von dort führt die Route durch sanfte Hügel, Karstfelder und malerische Dörfer wie Muć und Dugopolje. Allmählich geht es hinunter Richtung Meer, mit herrlichen Ausblicken auf das Mosor- und Kozjak-Gebirge. Die letzten 15 Kilometer nach Split sind ein einziger, langer Abstieg – mit der Adria vor dir und dem Marjan-Hügel am Horizont. Ankunft in Split bedeutet: Diokletianspalast, ein kühles Bier an der Riva und das Gefühl, sich das alles verdient zu haben.
Der anspruchsvollste Abschnitt liegt zwischen Drniš und Muć: Hier durchquerst du offenes Karstland mit wenig Schatten und ein paar kurzen, knackigen Anstiegen. Ab Muć wird es landschaftlich mediterraner – Feigen, Mandelbäume und Weinreben tauchen auf. Der Wind dreht hier oft auf Maestral (Seewind aus Südwesten), was auf den letzten Küstenkilometern für angenehme Kühlung sorgt.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 74 km
- Höhenmeter: 870 m rauf, 1.170 m runter (Nettoabfahrt!)
- Dauer: 5-6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
- Transfer: Rückfahrt von Split nach Drniš mit dem Bus möglich (Linie Šibenik-Split, ca. 1,5 Stunden, Fahrradmitnahme anfragen)
Wer nicht selbst planen will: Bei ridescouts gibt’s diese Route als fertigen GPX-Track mit detaillierter PDF-Beschreibung – inklusive Tipps für Pausen und die besten Fotospots.

Von der Küste ins Land des Pršut – Biograd nach Drniš
Die umgekehrte Variante: Von der Adria ins Herz des dalmatinischen Hinterlandes. Diese Tour startet in Biograd na Moru, einem verschlafenen Küstenstädtchen, das als Ausgangspunkt für die Kornaten bekannt ist, und führt dich weg vom Meer, durch Olivenhaine und kleine Dörfer, bis das Gelände ansteigt und sich die Landschaft wandelt – vom mediterranen Grün zu den typischen Karstflächen des Landesinneren.
Die ersten 20 Kilometer verlaufen relativ flach durch die Ravni Kotari, eine fruchtbare Ebene hinter der Küste. Hier siehst du Viehweiden, Obstplantagen und gelegentlich einen Traktor auf der Straße. Ab dem Naturpark Vransko-See ändert sich das Bild: Die Straße steigt langsam an, das Grün weicht dem hellen Kalkstein, und die Luft riecht nach wildem Rosmarin und Salbei.
Der Höhepunkt erwartet dich bei der Ankunft in Drniš, einer Stadt, die nicht nur für ihre Landschaft bekannt ist, sondern auch für eine der berühmtesten Delikatessen Kroatiens: den Drniški Pršut. Das trockene Klima, die klaren Bergwinde und die Karstlandschaft schaffen ideale Bedingungen für die Herstellung dieses Schinkens. Viele Familienbetriebe pflegen bis heute traditionelle Methoden, die über Generationen überliefert wurden. Ein Besuch bei einer Pršut-Trocknung (z.B. in Pakovo Selo) lässt sich perfekt mit der Radtour verbinden – einfach den Gastgeber vorher kontaktieren.
Die Fakten:
- Distanz: ca. 77 km
- Höhenmeter: 960 m rauf, 680 m runter
- Dauer: 5-6 Stunden
- Untergrund: Gravel/Schotter
- Schwierigkeit: Mittel
- Tipp: In Biograd gibt es mehrere Fahrradgeschäfte, falls du noch Ersatzteile brauchst
Unterwegs kommst du auch am Naturpark Vransko-See vorbei – Kroatiens größtem See und einem Paradies für Vogelbeobachter. Ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt Kamenjak (nicht zu verwechseln mit Kap Kamenjak in Istrien!) lohnt sich für das Panorama über den See und die Kornaten-Inseln am Horizont.
Eine fertige Route mit GPX-Datei und Guide findest du bei ridescouts – perfekt, wenn du dich auf’s Fahren konzentrieren willst statt auf’s Navigieren.

Kürzere Alternativen für halbe Tage
Nicht jeder hat Lust auf 70+ Kilometer. Rund um Šibenik und Skradin gibt es auch kürzere Schleifen, die sich gut in einen Urlaubstag integrieren lassen.
Šibenik – Primošten – Rogoznica (ca. 35 km, asphaltiert): Eine Küstentour über Nebenstraßen, die an einigen der schönsten Buchten Mitteldalmatiens vorbeiführt. Primošten mit seiner Halbinsel-Altstadt ist der perfekte Zwischenstopp für einen Kaffee oder ein Bad. Die Strecke ist hügelig – drei kurze, steile Anstiege zwischen den Buchten – aber nie länger als ein paar hundert Meter am Stück.
Skradin – Bribirska Glavica – Skradin (ca. 25 km, Mischung): Eine Rundtour mit einem Abstecher zur mittelalterlichen Festungsruine Bribirska Glavica, die auf einem Plateau über dem Tal thront. Die Aussicht von dort reicht bei klarer Sicht bis zur Küste. Der Weg hinauf ist steil (3 km mit 8% Steigung), aber kurz. Unten angekommen, führt eine schattige Schotterstraße durch Olivenhaine zurück nach Skradin.
Knin – Festung – Cetina-Quelle (ca. 30 km, überwiegend Asphalt): Von der größten Festung Kroatiens in Knin zur Quelle der Cetina bei Vrlika. Die Cetina-Quelle ist ein überraschend blauer, tiefer See, umrahmt von Felsen. Danach auf der gleichen Strecke zurück oder über den Hügel nach Kijevo für eine Rundtour.
Anreise und Mietwagen
Mit dem eigenen Auto
Die A1 (Zagreb-Split) hat Ausfahrten bei Šibenik und Drniš. Von der Mautstelle bei Šibenik sind es 15 Minuten nach Skradin, von Drniš startest du direkt ins Hinterland. Kostenlose Parkplätze findest du in beiden Städten am Ortsrand – in Skradin direkt am Hafen, in Drniš am Konzum-Supermarkt.
Mietwagen ab Flughafen
Wer fliegt, landet meist in Split (SPU). Von dort sind es knapp 80 Kilometer bis Šibenik oder Drniš. Bei Pop Car bekommst du günstige Mietwagen ab dem Flughafen Split – praktisch, wenn du das Rad im Flieger mitnimmst und einen fahrbaren Untersatz für die Transfers zwischen den Tourenstartpunkten brauchst. Im Sommer unbedingt vorbuchen: Die kleinen Anbieter sind oft Wochen im Voraus ausgebucht.
Mit dem Bus
Flixbus und lokale Linien (Čazmatrans, Promet) fahren nach Šibenik und Drniš. Fahrradmitnahme ist grundsätzlich möglich, aber die Plätze sind auf 2-3 Räder pro Bus begrenzt – vorher anfragen oder lieber einen Tag früher fahren. Vom Busbahnhof Šibenik sind es 15 Minuten mit dem Rad nach Skradin.
Mit der Fähre
Von Ancona (Italien) nach Split, dann weiter mit dem Zug oder Bus nach Šibenik/Drniš. Die Jadrolinija-Fähre nimmt Fahrräder ohne Aufpreis mit – einfach beim Boarding sagen.

Unterkünfte für Radfahrer
In Drniš und Šibenik findest du Hotels und Apartments in allen Preisklassen. Für echtes Hinterland-Feeling empfehle ich Agrartourismus-Betriebe (Agroturizam) in den Dörfern – einfache Zimmer, aber authentisches Essen und Gastgeber, die die Region kennen. Einige konkrete Empfehlungen:
Skradin: Kompakt, hübsch und ideal als Basis für die Juwelen-der-Krka-Tour. Hotels direkt am Hafen, Apartments in der Altstadt. Abends sitzt du am Wasser und schaust den Fischerbooten zu. Preise: ab 60-80 €/Nacht für ein Doppelzimmer in der Hauptsaison.
Drniš: Weniger touristisch, dafür authentischer. Kleine Hotels und Privatunterkünfte kosten 40-60 €/Nacht. Die Stadt hat ein paar gute Restaurants und ist der perfekte Ausgangspunkt für die Hinterland-Touren. Der Wochenmarkt am Samstagmorgen lohnt sich – Käse, Pršut und Honig direkt vom Erzeuger.
Agroturizam im Hinterland: Wer es rustikal mag, übernachtet in einem der Bauernhöfe zwischen Drniš und Knin. Doppelzimmer ab 35-50 €/Nacht, Halbpension mit Lamm vom Grill und hausgemachtem Wein für 15-20 € extra. Vorbuchen ist Pflicht – die meisten haben nur 3-5 Zimmer.
Ein Tipp für Etappentouren: Übernachte die erste Nacht in Drniš, fahre am nächsten Morgen die 74-km-Route nach Split und nimm abends den Bus zurück. Oder plane zwei Nächte ein – eine in Drniš, eine in Skradin – und fahr die Juwelen-Tour als Tagestour dazwischen.
Essen und Trinken entlang der Strecke
Die Konobas im Hinterland servieren das, was die Region am besten kann. Vergiss die austauschbaren Touristenmenüs der Küste – hier kocht die Großmutter.
- Drniški Pršut – der lokale Schinken, luftgetrocknet in der Bora. Dünn geschnitten, mit jungem Käse aus Pag und ein paar Oliven dazu. Jede Familie behauptet, den besten zu machen.
- Janjetina – Lamm vom Grill oder unter der Peka (einer gusseisernen Glocke mit Glut). In den Konobas bei Drniš dauert die Peka-Zubereitung mindestens 2 Stunden – vorbestellen!
- Hausgemachte Pasta mit Lammragout oder Trüffel (ja, auch in Dalmatien gibt es Trüffel, besonders im Herbst)
- Lokaler Wein aus der Promina-Region: Probier den Babić, eine autochthone rote Rebsorte, die nur hier wächst. Kräftig, erdig, perfekt zum Lamm.
Preise in den Dorfkonobas: 15-25 € für ein vollständiges Essen mit Wein. Deutlich günstiger als an der Küste, und die Portionen sind größer. Trinkgeld wird nicht erwartet, aber 10% werden geschätzt. Vorsicht: Manche Konobas haben nur Mittagsservice (12-15 Uhr) und schließen dann bis zum Abend. Vorher anrufen spart Enttäuschungen.
Wassernachfüllen: In den Dörfern gibt es öffentliche Brunnen (česma), die fast immer Trinkwasserqualität haben. Frag im Zweifel einen Einheimischen – die wissen genau, welche Brunnen gut sind und welche nur für Bewässerung gedacht sind.

Was du mit der Radtour kombinieren kannst
Krka Nationalpark besuchen
Natürlich solltest du auch die Wasserfälle sehen. Mein Tipp: Fahr morgens eine kürzere Radrunde (30-40 km), dann nachmittags in den Park, wenn die Reisegruppen weg sind. Oder umgekehrt: Früh in den Park, nachmittags auf’s Rad, wenn die Hitze nachlässt. Der Eintritt kostet 2026 voraussichtlich 30-40 Kuna (wird in Euro umgerechnet, ca. 30 € im Sommer, weniger in der Nebensaison). Tickets online kaufen spart Wartezeit am Eingang.
Mehr zum optimalen Parkbesuch: Krka Nationalpark – Skradin oder Lozovac?
Šibenik erkunden
Die Altstadt von Šibenik ist UNESCO-Welterbe und bei weitem nicht so touristisch wie Dubrovnik oder Split. Die Kathedrale des Heiligen Jakob – ein Meisterwerk der Renaissance, komplett aus Stein gebaut, ohne einen einzigen Balken – verdient mindestens eine Stunde. Nach einer langen Radtour perfekt für einen entspannten Stadtbummel. Die Festung St. Nikolaus am Hafeneingang ist erst seit 2020 für Besucher zugänglich und bietet einen Blick über den Kanal von Šibenik, der allein die Anfahrt wert ist. Abends lohnt sich ein Abendessen in einer der Gassen unterhalb der Kathedrale – hier essen die Einheimischen.

Baden an der Küste
Nach einer staubigen Gravel-Tour gibt es nichts Besseres als ein Bad im Meer. Die Strände bei Primošten und Rogoznica sind 30-40 Minuten von Drniš entfernt und deutlich leerer als die Stadtstrände von Šibenik. Primošten hat mehrere Kieselbuchten rund um die Halbinsel – die an der Nordseite sind am ruhigsten. Rogoznica punktet mit einer geschützten Bucht und dem Drachenauge (Zmajevo Oko), einem mysteriösen Salzsee wenige Gehminuten vom Strand entfernt.

Weintour im Hinterland
Das Promina-Gebiet zwischen Drniš und Knin ist eines der ältesten Weinanbaugebiete Dalmatiens. Die Rebsorte Babić wächst fast ausschließlich hier, auf kargen Kalksteinböden, die dem Wein seinen mineralischen Charakter geben. Mehrere Weingüter bieten Verkostungen an – manche direkt an der Radroute. Besonders empfehlenswert ist ein Stopp in Primošten Burnji, wo die steilen Terrassenweinberge zum UNESCO-Welterbe-Kandidaten erklärt wurden. Die steinernen Parzellen, die wie ein Labyrinth aussehen, sind eines der fotogensten Motive der Region.
Sicherheit und Regeln
Radfahren im dalmatinischen Hinterland ist grundsätzlich sicher, aber ein paar Dinge solltest du beachten. Die Nebenstraßen haben keine Radwege und manchmal keinen Seitenstreifen. Autofahrer sind an Radfahrer nicht gewöhnt – rechne damit, dass dich jemand mit zu wenig Abstand überholt, besonders in unübersichtlichen Kurven. Tagsüber auffällige Kleidung tragen, nachts auf keinen Fall ohne Licht fahren.
Hunde können ein Thema sein. Manche Hofhunde im Hinterland sind nicht angeleint und bellen laut, wenn sie ein Rad sehen. In den allermeisten Fällen hören sie auf zu folgen, sobald du das Grundstück passiert hast. Nicht anhalten, nicht schreien, einfach weiterfahren. Ein Wasserspritzer aus der Flasche hilft im Notfall.
Auf Schotterstrecken nach Regen können lose Steine und schlammige Abschnitte zur Herausforderung werden. Die Karstböden trocknen zwar schnell ab (2-3 Stunden nach dem Regen sind die meisten Wege wieder fahrbar), aber in Senken sammelt sich Wasser. Warte bei starkem Regen lieber, bis es aufhört, statt dich durch den Matsch zu kämpfen.
Notruf: 112 (europaweit), funktioniert auch bei schwachem Handyempfang. Die nächsten Krankenhäuser sind in Šibenik und Knin.
Dalmatien per Rad weitererkunden
Wer nach den Krka-Touren noch nicht genug hat: Das Hinterland zwischen Šibenik und Zadar bietet weitere hervorragende Strecken. Die Ravni Kotari, eine flache Ebene nördlich von Šibenik, eignen sich für entspannte Touren durch Olivenhaine und entlang alter Römerstraßen. Richtung Süden lohnt sich die Cetina-Schlucht bei Omiš – spektakuläre Schluchtwände, türkisfarbenes Wasser und eine Handvoll Konobas, die fangfrischen Fisch servieren.
Auch die Inseln vor Šibenik – Murter, Zlarin, Prvić – lassen sich mit dem Rad erkunden. Murter erreichst du über eine Drehbrücke, die Fähren nach Zlarin und Prvić nehmen Fahrräder mit. Die Inseln sind klein genug für Halbtagestouren, aber landschaftlich überraschend abwechslungsreich.
Für alle, die eine mehrtägige Tour planen: Von Šibenik über Drniš nach Split, dann entlang der Küste nach Omiš und durch die Cetina-Schlucht zurück ins Hinterland – das ergibt eine Schleife von 200-250 Kilometern, die das Beste von Mitteldalmatien verbindet. Drei bis vier Tage solltest du dafür einplanen, mit Übernachtungen in Drniš, Split und Omiš.
Pack dein Gravelbike ein, lad dir eine Route runter, und entdecke ein Dalmatien jenseits der Küstenstraße.
Mehr zum Nationalpark selbst: Krka – Skradin oder Lozovac?